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adaptations_1st_episode/Wachler_1st.txt(1881 tokens)
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[ Weiter wurde Jane verboten ] [ Des es schlechten Wetters wegen - denn es war kalt ] , [ die Familienzimmer sowohl ] [ windig und regnerisch - - mußte an diesem Tage der übliche Spaziergang unterbleiben ; ich freute mich darüber ] , [ als auch ] [ war es doch draußen schon recht herbstlich . Da man mich nicht so warm und sorglich kleidete , wie ] die [ Bibliothek ] [ Kinder des Hauses , so fror mich leicht , und wenn ich dann über die Kälte klagte , schalt man mich zimperlich . Frau Reed war mit ihren Kindern Hans , Elisa und Georgina , ] im [ ersten Stockwerk zu besuchen , sowie ihr Schlafzimmer oder die Küche zu verlassen , ja ] [ Salon ; mich hatte ] sie [ durfte nur mit Mistreß Reed ' s besonderer Bewilligung ] [ hinausgeschickt ] , [ welche durch Esther einzuholen war , in den Garten wie überhaupt ins Freie gehen , noch überhaupt mit Jemandem im Hause verkehren . Jane ' s weiches und tiefes Gemüt empfand diese Demütigungen und Beschränkungen bitter , namentlich schmerzte es sie aufs tiefste , daß sie von Bessie ' s Unterricht und vom Besuche des Bibliothekzimmers ausgeschlossen war - aber sie ertrug es still und ohne ein lautes Wort der Klage ; sie wußte sehr wohl , daß sie eine solche Behandlung nicht verdient hatte , und machte daher auch keinen Versuch , bei ihrer Tante um eine Aufhebung dieser Verbote bittweise nachzusuchen . Still und ergeben trug sie ihr einsames und trauriges Los , ja sie lebte nur glücklich in der Erinnerung an Onkel Reed , dessen Liebe und unaussprechliche Güte gegen sie mit lebhaften Zügen in ihr junges Herz eingeprägt war ; in solchen Stunden lebte sie glücklich allein unter Thränen . Die Köchin Esther war ein gutmütiges Geschöpf , das Mitleid ] [ ] mit dem [ stillen und sonst unverdrossenen Mädchen hatte und richtete nach etwa acht Tagen ihres Beisammenseins mit Jane ] [ Bemerken ] , [ gerade an einem schönen Wintersonntag Nachmittag ] [ ich sei unwürdig , die gleichen Vorrechte zu genießen , die nur zufriedenen , glücklichen Kindern zukämen . Ich sollte mich erst eines freundlicheren ] , [ als alle Arbeit in der Küche beendigt ] [ offenherzigeren , geselligeren Wesens befleißigen . Je nun , ich ] war [ , die mitleidige Frage an sie : Willst Dn die Tante nicht bitten , Jane , daß sie Dir erlaubt , mit mir einen kleinen Spaziergang zu machen ? Nein ! lautete die kurze Antwort . Und warum willst Du nicht mit mir gehen , Jane ? fragte Esther weiter . Sei ] [ ] nicht böse [ ] [ darüber , daß ich allein sein sollte . Ich fühlte mich ja doch nicht wohl in der Gesellschaft dieser Menschen , die mich immer von oben herab behandelten und von denen besonders der etwa 14 Jahre alte Hans mir verhaßt war . So schlüpfte ich denn in das Frühstückszimmer . Ein großer Bücherschrank stand darin , und ich hatte nicht lange zu suchen , um einen Band zu finden , ] mit [ ] [ dem ich ] mir [ ] [ die Langeweile gut vertreiben konnte . Leider blieb ich nicht lange ungestört . Ich wurde in der Betrachtung der schönen ] , [ Esther ] [ bunten Bilder plötzlich durch den Ruf unterbrochen : ] , [ sprach Jane ] [ Wo steckt sie denn , die Traumsuse ? Ich erschrak , denn ich erkannte Hans Reeds Stimme . Offenbar war er sehr verwundert , mich nicht im Zimmer zu finden . Ich hatte mich in die Fensternische gesetzt und den Vorhang vor mir zugezogen . , Lise , Georgina ! ' rief Hans ] weiter [ ] [ . ] , [ ich weiß ] [ Johanna ist nicht hier . Sagt doch der Mama , das Scheusal sei in den Regen hinausgelaufen . , Gott bewahre , ' ' antwortete Elisa , die ein wenig aufgeweckter war , als der sowohl geistig wie körperlich schwerfällige Hans . , Sie sitzt gewiß wieder in der Nische . Guck nur nach , Hans . Nun trat ich von selbst heraus , wußte ich doch , daß Hans mich im nächsten Augenblick gewaltsam hervorzerren würde . ] , [ Du meinst es gut mit mir ] [ Ja ] , [ und ich möchte so gern hinaus in die frische ] [ hier bin ich ] , [ sonnenhelle Winterluft ] [ ' sagte ich ] , [ ] [ , was wünscht ihr ? , Sage gefälligst : Was wünschen Sie , Herr Reed , antwortete er . , Gleich kommst du hierher , verstehst du ? Hans Reed war vier Jahre älter als ich , denn ich zählte erst zehn ; er war groß und stark für sein Alter , sah ] aber [ die Tante Reed um diese Erlaubnis zu bitten - das vermag ich ] [ ] nicht [ über mich zu gewinnen . Und warum nicht ] [ gesund ] , [ Du seltsames Geschöpf ? Weil sie mich für John ' s Unrecht ] [ sondern vielmehr aufgedunsen aus . Mit seiner vierschrötigen Gestalt ] , [ das ] [ seiner unklaren Hautfarbe , seinem groben Gesicht und seinen großen Füßen und Händen sah ] er [ mir zugefügt hat , bestraft , ja grausam bestraft . So will ich die Tante in meinem Namen darum bitten ? Nein , liebe Esther , ich bitte Dich herzlich , thue das nicht . Ich mag nicht um Etwas bitten und ] [ ] auch [ keinen Menschen für mich bitten lassen um eine Sache , die man mir nicht freiwillig gewährt und auf welche ich so gut ein Recht habe , wie jedes andere Geschöpf , das seine Pflicht gethan hat . Nun , so gehe ich allein , sprach Esther verdrießlich ; ich will Dich nicht zum Vergnügen zwingen . Zu Ostern des kommenden Jahres verließ John Reed Gateshead , um eine Schule in London zu besuchen und sich für den Besuch der Universität weiter ausbilden zu lassen , während sich in Jane ' s Verhältnis zu ihrer Tante nicht das Geringste verändert hatte ] [ wirklich nichts weniger als sympathisch aus ] . [ Mistreß Reed erkundigte sich ] [ Er aß ] bei [ Esther nach Jane ' s Verhalten und mußte zu ihrer Verwunderung und mit Widerwillen vernehmen , daß sie sich fügsam , willig , unverdrossen und fleißig zeige , ohne im Geringsten zu klagen oder eine Bitte um Erleichterung ihrer Strafe auszusprechen . Daß ihre Abneigung und ihr Groll durch diese Mitteilungen sich nicht milderte , ist zwar sehr leicht begreiflich bei ihrem Charakter , aber sie hob doch , veranlaßt durch Esther ' s Bitten , das Verbot für den Besuch des Gartens gegen Jane freiwillig auf , und hoffte nun , daß auch Jane sich ihr wieder nähern und sie um Verzeihung für ihr Betragen gegen John bitten würde - hierin jedoch täuschte sie sich vollständig , denn Jane machte von dem Besuche des Gartens und der Umgebung so wenig wie möglich Gebrauch und zeigte auch nicht die kleinste Spur von einer Annäherung an ihre Tante , ja sie ging sogar so weit , ihre Nähe absichtlich zu meiden . Es war dies durchaus kein lobenswerter , wenn auch ein erklärlicher Zug in dem Charakter des sonderbar gearteten Mädchens , aber Jane fühlte Mistreß Reed ' s Haß gegen ihre Person beinahe instinktmäßig und wollte nicht , daß diesem durch irgend eine Berührung neue Nahrung gewährt werden sollte . In seinen Sommerferien kehrte John Reed nach Gateshead auf einige Wochen zurück und hiermit begann für Jane eine neue Zeit der Plage . Sie wich ihm aus , ] [ Tische gewöhnlich ] so viel [ ] [ , daß er schlechte Laune bekam . Eigentlich hätte er jet auf der Schule sein müssen , aber seine Mama hatte ihn auf ein paar Wochen nach Hause genommen , seiner zarten Gesundheit wegen . Der Direktor versicherte allerdings , man brauche ihm nur weniger Leckereien in die Pension « zu schicken , so würde er schon gesünder werden . Das fand die Mutter brutal . Nach ihrer Meinung rührte das schlechte Aussehen ihres Lieblings nur von Ueberanstrengung und vielleicht auch von Heimweh her . Hans durfte sich daheim alles erlauben ; nie hatte die Mutter ein hartes Wort , einen Tadel oder gar eine Strafe für ihn . Ich besonders war die Zielscheibe seiner Unart , und jeder Nerv in mir zuckte vor Furcht , wenn er in meine Nähe kam . Schutz vor ihm fand ich nirgend ; denn die Dienerschaft wagte es nicht , gegen ihn aufzutreten , und Frau Reed war in diesem Punkte taub und blind , selbst wenn er mich - was oft geschah - in ihrer Gegenwart beschimpfte oder schlug . Auch diesmal gehorchte ich ihm und trat näher ; als ich weit genug bei ihm war , hieb er plötzlich auf mich ein . , Das ist für die freche Antwort , die du vor einer halben Stunde meiner Mama gegeben hast , rief er . , Was hast du da für ein Buch ? Er entriß es mir und fuhr fort : , Wer hat dir denn erlaubt , meine Bücher zu benützen ? Denn ] sie [ konnte ; sie ging nicht ins Freie ] [ sind mein . Alles hier ist mein , oder wird es wenigstens bald sein . Dir gehört gar nichts ] , [ wenn sie ihren Verfolger , der ] [ Mama sagt es ] immer [ noch an ihr Rache zu nehmen suchte ] [ . Geld hast du keins ] , [ zu Hause wußte , und nur in später Abendstunde huschte sie zuweilen auf kurze Zeit wie ein scheues Reh in die Gänge des Parkes . Trotz aller ihrer Vorsicht stieß sie bei einem solchen Versuche auf ihren Gegner ] [ dein Vater hat dir doch nichts hinterlassen ] , [ der ihr mit einem Hammer in der Hand plötzlich entgegentrat ; sie wich ihm rasch aus ] [ und von Rechts wegen solltest du betteln gehen ] , [ John aber fuhr heftig ] [ statt hier ] mit den [ Worten auf sie los : Habe ich Dich endlich einmal erwischt , um Dich für Deine Kratzerei ] [ Kindern eines Gentleman zusammenzuleben , am gleichen Tische zu essen und die Kleider zu tragen , die dir meine Mama kaufen muß . Marsch ! stell dich dort an die Tür ! Ich tat es . Er hob das Buch und zielte ] nach [ Gebühr züchtigen zu können ] [ mir . Ich wich nicht rasch genug aus und wurde so heftig an den Kopf getroffen , daß ich , eine blutende Wunde bekam und vor Schmerz laut aufschrie . , Du grausamer Bengel ] ! [ und faßte sie hart am Arme . Laß mich los , John , sprach Jane finster und entschlossen - ich habe mit Dir nichts zu schaffen . Aber ich muß mit Dir , Du falsche Katze , Abrechnung halten , höhnte sie der rohe Bursche ; Du sollst und mußt jetzt büßen für alles Unheil , das Du in unserem Hause angestiftet hast . Laß mich los , John , ] [ ] rief [ Jane ernster und dringender , oder Du zwingst mich wieder , Gewalt gegen Gewalt zu brauchen und mir zu helfen , wie ich kann ] [ ich ] . [ Das wollen wir doch sehen ! schrie John wild und hob den Hammer zum Schlage aus ] [ ] , [ flog aber , von einem unerwarteten Stoße von Jane ' s freier Hand getroffen , an einen Baum und mußte des Mädchens andere ganz wider seinen Willen freilassen . Jane benutzte diesen Augenblick und suchte zu entkommen , während John , wütend geworden durch den erhaltenen Stoß , ihr nachsetzte und sie auch wirklich einholte . Hastiger als zuvor bei der Hand , packte er sie am Haar und schwang den Hammer über ihrem Kopfe ; doch wie ein Blitz fing Jane seine Hand auf und versetzte während ihres Ringens mit John denselben , da sie sich nicht weiter zu helfen wußte , einen kräftigen Biß in die Finger seiner rechten Hand , so daß er den Hammer fallen laßen mußte - ] [ Was ? ] schrie er nun [ laut ] [ . , Habt ihr das gehört , Elisa und Georgina ? Das sagt sie zu mir ? Das will ich gleich der Mama erzählen . Erst aber noch Er packte mich beim Haar , doch nun wehrte ich mich verzweifelt . Während er auf mich einschlug , arbeitete auch ich blindlings mit den Fäusten . Frau Reed eilte herbei , Bessie , das Hausmädchen , und Abbot , die Kammerzofe , folgten ihr . Sie rissen uns auseinander , und ich hörte nur noch die Worte ] : [ Hilfe ] [ , So eine Furie ] ! [ Hilfe ] [ So eine Giftblase ] ! [ Jane hat mich überfallen und blutig gebissen ] [ - Dann setzte Frau Reed hinzu : , Bringt sie in das rote Zimmer und schließt sie dort ein . - Vier Hände packten mich und schleppten mich die Treppe hinauf . Unterwegs wehrte ich mich mit allen Kräften ] . [ Hilfe ] [ Das hatte ich bisher noch nie getan ; stets hatte ich schweigsam und geduldig alles hingenommen . Mein Widerstand bestärkte nun die beiden Mädchen in der schlechten Meinung , die sie ohnehin von mir hegten . - - , Wie eine wilde Katze , ' sagte Bessie . - , Schäme dich ? rief Abbot . , Schlägt den Sohn ihrer Wohltäterin ] ! [ Hilfe ] [ O pfui ] ! [ ] [ - Sie drückten mich auf einen Stuhl nieder , doch ich sprang sofort wieder auf . Da hielten ] sie [ droht mir ] [ mich von neuem fest . - - , Wenn du nicht still sitzest , wirst du angebunden , ' sagte Bessie und löste auch schon ihre Strumpfbänder . , Nein , lassen Sie ! ' bat ich nun erschrocken . , Ich will auch ganz still und artig sein . , Das rat ich dir auch , sagte Bessie , und als sie sah , daß ich wirklich ruhiger wurde , ließ sie mich denn auch los . Dann stellten sich die beiden Mädchen vor mich hin und musterten mich mit finsterer Miene . , Das ist ja was ganz Neues von ihr , meinte Abbot . , Es steckt aber schon lange in ihr , ' ' antwortete Bessie . , Ich hab ' s der gnädigen Frau schon oft gesagt , die Hanne ist ein ganz verstocktes , giftiges Ding und furchtbar durchtrieben für ihr Alter . Dann wandte sie sich an mich und setzte hinzu : , Nun denke mal ein bißchen darüber nach , daß es dir nicht zukommt , dich ] mit dem [ Hammer ] [ jungen Herrn und dem gnädigen Fräulein auf eine Stufe zu stellen , und du ins Armenhaus wandern müßtest , wenn Frau Reed sich nicht deiner annähme ] . [ Auf ] [ Wenn du noch länger so schlecht und undankbar bist , wird dich Frau Reed eines schönen Tages fortschicken . Sei also demütig und bescheiden und mache dich nützlich und angenehm . , Und bete vor allem , fügte Abbot bei , , daß dir deine Unart verziehen werde , sonst kommt am Ende ein Gespenst zum Kamin herunter und holt dich . Nach ] diesen [ Ruf ] [ Worten gingen sie und schlossen die Tür zu . Das rote Zimmer , in dem ich mich befand , wurde nur benutzt , wenn Gäste in Gateshead - Hall weilten ; dennoch war es eins der schönsten im Herrenhause . Die Mitte nahm ein großes Mahagoni - Bett ein , das mit roten Vorhängen versehen war ; vom selben Stoffe waren auch die Rouleaus an den Fenstern , die Tapeten und der Teppich . Die Möbel waren alle aus dunkelpoliertem Mahagoni . In dem düstern Ton , den diese Gegenstände verbreiteten , stachen nur die schneeweiße Decke , die über das Bett gebreitet war , und das ebenfalls weiße Polster eines großen Lehnstuhls hervor , der mir damals wie ein geisterhafter Thron erschien . Es war still hier oben , denn das Zimmer lag abseits von der Küche und den bewohnten Räumen . Mir wurde bald recht unheimlich zumute , indem ich daran dachte , wie selten diese Stube betreten wurde . Nur alle Sonnabend stieg Bessie herauf , um Staub zu wischen ; und ] hin [ ] [ und wieder weilte Frau Reed hier , um den Inhalt einer gewissen Schatulle zu prüfen , die ihre Papiere und Urkunden , ihren Schmuck und ein Bildnis ihres verstorbenen Gatten enthielt Denn in diesem Zimmer war Herr Reed , mein Onkel , gestorben . Das war nun neun Jahre her . Unwillkürlich legte ich mir die Frage vor , ob es mir wohl besser erginge , wenn dieser Mann noch lebte , den ich nie kennen gelernt hatte . Ich wußte - woher , kann ich nicht sagen - daß Reed , der einzige Bruder meiner Mutter , auf dem Sterbebette seiner Frau das Versprechen abgenommen hatte , für mich zu sorgen , wie für ihre eigenen Kinder . Ich wußte auch , er hatte mich als ganz kleines Kindchen in sein Haus aufgenommen , als seine Schwester , meine Mutter , gestorben war . Sie hatte gegen den Willen ihrer Eltern einen armen Prediger geheiratet und war von ihrem Vater verstoßen , von ihrem Bruder aber heimlich unterstützt worden . Mein Vater starb bald nach der Eheschließung , und meine Mutter folgte ihm binnen Jahresfrist . An das alles mußte ich nun denken , und ich fragte mich , ob wirklich Frau Reed , meine Tante , das ihrem Gatten gegebene Versprechen hielte . Weshalb durfte Hans sich alles gegen mich erlauben , weshalb durften seine Schwestern mich mit vornehmer Gleichgültigkeit behandeln , weshalb hegte Frau Reed selbst eine so große Abneigung gegen mich ? Nichts konnte ich recht machen , beim geringsten Versehen ] wurde [ es lebendig im Garten ] [ ich mit Schmähungen überhäuft ] . [ Bessie ] [ Elisa konnte eigensinnig und selbstsüchtig ] , [ Esther ] [ Georgina trotzig und launenhaft sein ] , [ Jack ] [ Hans durfte die Haustiere quälen ] , [ Alle liefen herbei ] [ die schönsten Früchte von den Obstbäumen nehmen , die Blumenbeete verwüsten ihnen war alles erlaubt , wurde alles nachgesehen . Ich aber gab mir alle Mühe , meine Pflicht zu tun , und trotzdem nannte man mich unartig , hinterlistig , mürrisch und schalt mich vom Mor gen bis zum Abend . Damals fand ich freilich auf diese Fragen keine Antwort : jetzt nach vielen Jahren aber habe ich sie gefunden . Ich war ein Mißton in Gateshead - Hall ; ich war dort ganz am falschen Plate . Ich hatte keine innere Gemeinschaft mit Frau Reed , ihren Kindern und ihrem Dienstpersonal . Sie liebten mich nicht , ] und [ traten ] [ ich liebte sie ebensowenig . Kein Fädchen Sympathie konnte sich ] zwischen [ die bleiche ] [ uns spinnen , wir waren in Temperament , in Fähigkeiten , in Gefühlen und Neigungen grundverschieden . Der Kopf schmerzte mich ] noch [ zornfunkelnde Jane und den schreienden Burschen , der jetzt wieder Courage bekam und Jane zu seiner Mutter zu führen befahl . Was hat das unheilvolle Geschöpf schon wieder ausgeführt ? fragte Mistreß Reed streng , als Jane stumm und niedergeschlagenen Blickes vor ihr in der Stube stand . Sie hat mich überfallen , mich in die Hand gebissen und ] [ nach dem Wurf ] mit dem [ Hammer bedroht ] [ Buche ] , [ berichtete John mit augenscheinlicher Lügenhaftigkeit ] [ ] und [ unverschämter Dreistigkeit . Du hast es gewagt ] [ niemand hatte Hans getadelt ] , [ Dich wieder ] [ daß er mich grundlos mißhandelte , vielmehr wurde ich hier oben eingesperrt , weil ich mich gegen ihn verteidigt hatte . - - , Wie ungerecht ! ’ sprach ich zu mir selbst . Es wurde dunkel im roten Zimmer . Draußen herrschte Dämmerung , und Regen schlug ] an [ John zu vergreifen ] [ das Fenster . Mir wurde kalt , der Mut sank , ] und [ ihn hinterrücks zu überfallen ] [ tiefe Traurigkeit bemächtigte sich meiner ; und indem ich auf das im Halblicht verschwimmende Zimmer , auf die dunkeln Wände blickte , beschlich mich heimliches Grauen , Ich weinte und schluchzte , und je mehr ich mich gewaltsam beruhigen wollte , um so größer wurde meine Aufregung . Ich vergrub das Gesicht in den Händen und überließ mich kraftlos meinem Gram . Nach einer Weile aber sah ich auf . Da bemerkte ich an der Wand einen Lichtschein , der sich bewegte , an der Decke hinaufglitt und dann übet meinem Kopfe her , die über den Hof getragen wurde ; doch damals konnte ich mir sein Erscheinen nicht erklären , und große Angst befiel mich bei seinem Anblick . Er war in meinen Augen ein Gespenst aus einer andern Welt , und ich hatte wirklich das Gefühl , als wenn Flügel durch das Zimmer rauschten und sich mir näherten . Ich rang nach Luft , ich wollte schreien , konnte aber keinen Laut hervorbringen . Ich stürzte zur Tür und rüttelte an der Klinke . Gleich darauf hörte ich Schritte , der Schlüssel wurde herumgedreht , und Bessie und Abbot traten ein . , Johanna , bist du krank ] ? [ rief Mistreß Reed heftig , obwohl sie halb und halb der Überzeugung war , daß es umgekehrt stattgefunden hatte ; aber ihr Haß gegen Jane war durch deren Unbeugsamkeit zu einer Höhe bereits gesteigert , von welcher keine Umkehr mehr möglich war ] [ ' fragte Bessie ] . [ Sieh ] [ ] , [ Mama , hier meine blutende Hand ! sprach John listig , die Elende wagt es nicht , Dich oder mich anzusehen und ihre Schuld zu bekennen . Laß sie büßen dafür , liebe Mama . Wirst Du Antwort geben , freches Geschöpf ! herrschte die immer heftiger werdende Frau das duldende Mädchen an . Bekenne Dein Vergehen offen , oder zittre vor meinem Zorn . Eine unheimliche Pause trat ] [ Was für ] ein [ , während deren nur Sarah Reed ' s erregte Atemzüge deutlich vernehmbar waren . Jane bewegte kein Glied und blickte nicht vom Boden auf . Weißt Du , Mama , rief John , es dunkelt schon , stecke das böse Mädchen , das mir nach dem Leben getrachtet , in Papa ' s Sterbezimmer - dort soll ja sein Geist umgehen und uns schrecken wollen ! Dort kann sie zubringen , bis sie ihre schlechte That eingestanden und bekannt hat . Recht so ! Mit diesem Worte erfaßte Mistreß Reed Jane ' s Arm und zog sie nach dem Kabinet , in dem ihr Gatte verschieden und das bis jetzt noch nicht wieder bewohnt worden war . Jane zuckte jetzt entsetzt zusammen ; eine unerklärbare Furcht , ein nicht zu bekämpfendes Entsetzen überfiel sie und raubten ihr beinahe die Besinnung . Erst als die verhängnisvolle Thür sich hinter ihr geschlossen , ward sie sich ihrer Lage klar und mit bittender herzzerreißender Stimme flehte sie : Tante Reed , haben Sie Mitleid ! Tante Reed , haben Sie Erbarmen ] [ Lärm ] ! Ich bin [ ja völlig unschuldig ] [ zu Tode erschrocken ! ' setzte Abbot hinzu . ] , [ aber man glaubt ] [ Nehmt mich mit hinaus , ich will in die Kinderstube ! ' schrie ich in einem fort . , Weshalb denn ? rief Bessie . , Ist etwas geschehen ? Hast du was gesehn ? Ja , ein Licht es war ein Geist ! rief ich . , Ach was , Bessie , ' sagte Abbot , , das ist Komödie . Sie hat uns bloß herrufen wollen , ich kenne schon ihre Schliche . Frau Reed kam mit flatternden Haubenbändern und wehendem Kleide herbeigelaufen . , Was gibt es ? fragte sie . , Ich habe doch befohlen , Johanna nicht ohne meinen ausdrücklichen Befehl heraus plassen . , Sie hat so laut geschrien , Madame , wandte Bessie ein . , Laß Bessies Hand los , Johanna ! gebot Frau Reed barsch . , Auf diese Weise erreichst du nichts , das sage ich dir . Solche List , besonders bei Kindern , ist zu verabscheuen , und ich muß dich fühlen lassen , daß du mit solchen Ränken nicht weit kommst . Du bleibst jetzt noch eine Stunde hier , und dann lasse ich dich auch nur unter der Bedingung heraus , daß du ganz ruhig und unterwürfig sein wirst . , O , Tante , habe doch Erbarmen und verzeih ] mir [ ja nicht ] [ ] . [ Bei dem Andenken an meinen gütigen verstorbenen Onkel lassen Sie mich aus diesem Zimmer ! Ich kann ] [ Oder bestrafe mich auf andere Weise - ich halte es ] hier nicht [ bleiben ] [ länger aus . , Ruhe ] ! [ ] [ Ein so ungestümes Betragen ist geradezu empörend , antwortete sie . Und sie mochte wohl auch tatsächlich Anstoß an meinem Wesen nehmen und mich für eine frühreife Komödiantin halten . Sie stieß mich in das Zimmer zurück und schloß mich ohne weiteres wieder ein . ] Ich [ sterbe hier . Kannst Du nun sprechen und gute Worte geben , Du Undankbare ? rief ihre Tante . Nein , Du bleibst zur Strafe so lange in diesem Zimmer , bis Du Deine Schuld bekannt hast ] [ hörte sie hinwegeilen ; bald darauf muß ich in Ohnmacht gefallen sein ] . Ich [ habe nichts gethan ! Ich bin unschuldig ! jammerte Jane ] [ weiß nicht , was nachher geschah ] . [ John hat es Alles selbst gethan , dessen er mich mit unverschämter Bosheit beschuldigt . Glauben Sie mir nur diesmal ] [ Als ich erwachte ] , [ Tante Reed , und Sie sollen niemals wieder über mich ] [ lag ich in meinem eigenen Bett in der Kinderstube , und ein helles Feuer brannte ] im [ Geringsten zu klagen haben ] [ Kamin ] . [ Bekenne , Jane ! Ich bin unschuldig ! Tante Reed . So bleibst Du , wo Du bist . Mutter und Sohn entfernten sich aus dem Vorgemach und ließen das arme Mädchen mit ihrem Jammer und ihrer Angst unbarmherzig allein zurück ; eine ganze Zeit lang bat und flehte Jane , dann verstummte sie auf einen Augenblick , ein Fall ward hörbar , und in heftigen Krämpfen wand sie sich auf dem Fußboden umher . Niemand kümmerte sich um sie . Am nächsten Morgen mußte Bessie nach ihr sehen und fand sie ganz wie leblos an der Erde liegen , aber an ihren fieberhaft geröteten Wangen , an ihren zuckenden Lippen gewahrte sie , daß noch Leben in dem jungen Körper war . Mitleidig , wie die Gouvernante war , welche nach John ' s Abgang zur Schule als Gesellschafterin in Gateshead bleiben mußte , nahm sie , ohne ihrer Herrin Befehl abzuwarten , Jane auf ihre Arme , trug sie nach ihrem Zimmer , entkleidete sie und legte sie zu Bett . Jane begann heftig zu phantasieren , ja selbst zu toben , sodaß man gezwungen war nach dem Arzte zu senden . Mister Fowler erklärte , Jane ' s Zustand sei sehr bedenklich - es könne möglicher Weise bei ihr eine geistige Störung zurückbleiben , wenn sie überhaupt mit dem Leben davon kommen sollte . ] [ ]