adaptations_1st_episode/Meidinger_1st.txt(4348 tokens)
adaptations_1st_episode/Wachler_1st.txt(1881 tokens)
commonToBoth80
uniqueToFile14268
uniqueToFile21801
smallSpellingDifferences17
overlapFile11.83992640294
overlapFile24.25305688464
avgOverlap3.04649164379
[ 1 . Kapitel . Im ]
[ Weiter wurde Jane verboten , die Familienzimmer sowohl , als auch die Bibliothek im ersten Stockwerk zu besuchen , sowie ihr Schlafzimmer oder die Küche zu verlassen , ja sie durfte nur mit Mistreß Reed ' s besonderer Bewilligung , welche durch Esther einzuholen war , in den Garten wie überhaupt ins Freie gehen , noch überhaupt mit Jemandem im ]
Hause
[ ]
[ verkehren . Jane ' s weiches und tiefes Gemüt empfand diese Demütigungen und Beschränkungen bitter , namentlich schmerzte es sie aufs tiefste , daß sie von Bessie ' s Unterricht und vom Besuche des Bibliothekzimmers ausgeschlossen war - aber sie ertrug es still und ohne ein lautes Wort ]
der
[ ]
[ Klage ; sie wußte sehr wohl , daß sie eine solche Behandlung nicht verdient hatte , und machte daher auch keinen Versuch , bei ihrer ]
Tante
[ zu ]
[ um eine Aufhebung dieser Verbote bittweise nachzusuchen . Still und ergeben trug sie ihr einsames und trauriges Los , ja sie lebte nur glücklich in der Erinnerung an Onkel Reed , dessen Liebe und unaussprechliche Güte gegen sie mit lebhaften Zügen in ihr junges Herz eingeprägt war ; in solchen Stunden lebte sie glücklich allein unter Thränen . Die Köchin Esther war ein gutmütiges Geschöpf , das Mitleid mit dem stillen und sonst unverdrossenen Mädchen hatte und richtete nach etwa acht Tagen ihres Beisammenseins mit Jane , gerade an einem schönen Wintersonntag Nachmittag , als alle Arbeit in der Küche beendigt war , die mitleidige Frage an sie : Willst Dn die Tante nicht bitten , Jane , daß sie Dir erlaubt , mit mir einen kleinen Spaziergang zu machen ? Nein ! lautete die kurze Antwort . Und warum willst Du nicht mit mir gehen , Jane ? fragte Esther weiter . Sei nicht böse mit mir , Esther , sprach Jane weiter , ich weiß , Du meinst es gut mit mir , und ich möchte so gern hinaus in die frische , sonnenhelle Winterluft , aber die Tante Reed um diese Erlaubnis zu bitten - das vermag ich nicht über mich zu gewinnen . Und warum nicht , Du seltsames Geschöpf ? Weil sie mich für John ' s Unrecht , das er mir zugefügt hat , bestraft , ja grausam bestraft . So will ich die Tante in meinem Namen darum bitten ? Nein , liebe Esther , ich bitte Dich herzlich , thue das nicht . Ich mag nicht um Etwas bitten und auch keinen Menschen für mich bitten lassen um eine Sache , die man mir nicht freiwillig gewährt und auf welche ich so gut ein Recht habe , wie jedes andere Geschöpf , das seine Pflicht gethan hat . Nun , so gehe ich allein , sprach Esther verdrießlich ; ich will Dich nicht zum Vergnügen zwingen . Zu Ostern des kommenden Jahres verließ John Reed ]
Gateshead
[ ]
[ , um eine Schule in London zu besuchen und sich für den Besuch der Universität weiter ausbilden zu lassen , während sich in Jane ' s Verhältnis zu ihrer Tante nicht das Geringste verändert hatte . Mistreß Reed erkundigte sich bei Esther nach Jane ' s Verhalten und mußte zu ihrer Verwunderung und mit Widerwillen vernehmen , daß sie sich fügsam , willig , unverdrossen und fleißig zeige , ohne im Geringsten zu klagen oder eine Bitte um Erleichterung ihrer Strafe auszusprechen . Daß ihre Abneigung und ihr Groll durch diese Mitteilungen sich nicht milderte , ist zwar sehr leicht begreiflich bei ihrem Charakter , aber sie hob doch , veranlaßt durch Esther ' s Bitten , das Verbot für den Besuch des Gartens gegen Jane freiwillig auf , und hoffte nun , daß auch Jane sich ihr wieder nähern und sie um Verzeihung für ihr Betragen gegen John bitten würde ]
-
[ Hall . Der kalte Winterwind hatte ]
[ hierin jedoch täuschte sie sich vollständig , denn Jane machte von dem Besuche des Gartens und der Umgebung ]
so
[ düstere Wolken ]
[ wenig wie möglich Gebrauch ]
und
[ ]
[ zeigte auch nicht die kleinste Spur von einer Annäherung an ihre Tante , ja sie ging sogar so weit , ihre Nähe absichtlich zu meiden . Es war dies durchaus kein lobenswerter , wenn auch ein erklärlicher Zug in dem Charakter des sonderbar gearteten Mädchens , aber Jane fühlte Mistreß Reed ' s Haß gegen ihre Person beinahe instinktmäßig und wollte nicht , daß diesem durch irgend eine Berührung neue Nahrung gewährt werden sollte . In seinen Sommerferien kehrte John Reed nach Gateshead auf einige Wochen zurück und hiermit begann für Jane eine neue Zeit der Plage . Sie wich ihm aus , so viel sie konnte ; sie ging nicht ins Freie , wenn sie ihren Verfolger , der immer noch an ihr Rache zu nehmen suchte , zu Hause wußte , und nur in später Abendstunde huschte sie zuweilen auf kurze Zeit wie ein scheues Reh in die Gänge des Parkes . Trotz aller ihrer Vorsicht stieß sie bei einem solchen Versuche auf ihren Gegner , der ihr mit einem Hammer in der Hand plötzlich entgegentrat ; sie wich ihm rasch aus , John aber fuhr heftig mit den Worten auf sie los : Habe ich Dich endlich einmal erwischt , um Dich für Deine Kratzerei nach Gebühr züchtigen zu können ! und faßte sie hart am Arme . Laß mich los , John , sprach Jane finster und entschlossen - ich habe mit Dir nichts zu schaffen . Aber ich muß mit Dir , Du falsche Katze , Abrechnung halten , höhnte sie der rohe Bursche ; Du sollst und mußt jetzt büßen für alles Unheil , das Du in unserem Hause angestiftet hast . Laß mich los , John , rief Jane ernster und dringender , oder Du zwingst mich wieder , Gewalt gegen Gewalt zu brauchen und mir zu helfen , wie ich kann . Das wollen wir doch sehen ! schrie John wild und hob den Hammer zum Schlage aus , flog aber , von einem unerwarteten Stoße von Jane ' s freier Hand getroffen , an ]
einen
[ ]
[ Baum und mußte des Mädchens andere ganz wider seinen Willen freilassen . Jane benutzte diesen Augenblick und suchte zu entkommen , während John , wütend geworden durch den erhaltenen Stoß , ihr nachsetzte und sie auch wirklich einholte . Hastiger als zuvor bei der Hand , packte er sie am Haar und schwang den Hammer über ihrem Kopfe ; doch wie ein Blitz fing Jane seine Hand auf und versetzte während ihres Ringens mit John denselben , da sie sich nicht weiter zu helfen wußte , einen kräftigen Biß in die Finger seiner rechten Hand , ]
so
[ durchdringenden Regen mit sich gebracht ]
[ daß er den Hammer fallen laßen mußte - schrie er nun laut : Hilfe ! Hilfe ! Jane hat mich überfallen und blutig gebissen . Hilfe ! Hilfe ! sie droht mir mit dem Hammer . Auf diesen Ruf hin wurde es lebendig im Garten . Bessie , Esther , Jack , Alle liefen herbei und traten zwischen die bleiche noch zornfunkelnde Jane und den schreienden Burschen , der jetzt wieder Courage bekam und Jane zu seiner Mutter zu führen befahl . Was hat das unheilvolle Geschöpf schon wieder ausgeführt ? fragte Mistreß Reed streng , als Jane stumm und niedergeschlagenen Blickes vor ihr in der Stube stand . Sie hat mich überfallen , mich in die Hand gebissen und mit dem Hammer bedroht , berichtete John mit augenscheinlicher Lügenhaftigkeit und unverschämter Dreistigkeit . Du hast es gewagt , Dich wieder an John zu vergreifen und ihn hinterrücks zu überfallen ? rief Mistreß Reed heftig , obwohl sie halb und halb der Überzeugung war ]
, daß es
[ unmöglich ]
[ umgekehrt stattgefunden hatte ; aber ihr Haß gegen Jane ]
war
[ ]
[ durch deren Unbeugsamkeit zu einer Höhe bereits gesteigert ]
,
[ ]
[ von welcher keine Umkehr mehr möglich war . Sieh , Mama , hier meine blutende Hand ! sprach John listig , die Elende wagt es nicht , Dich oder mich anzusehen und ihre Schuld zu bekennen . Laß sie büßen dafür , liebe Mama . Wirst Du Antwort geben , freches Geschöpf ! herrschte die immer heftiger werdende Frau das duldende Mädchen ]
an
[ diesem Tage einen Spaziergang zu machen . Eliza ]
[ . Bekenne Dein Vergehen offen , oder zittre vor meinem Zorn . Eine unheimliche Pause trat ein ]
,
[ John ]
[ während deren nur Sarah Reed ' s erregte Atemzüge deutlich vernehmbar waren . Jane bewegte kein Glied ]
und
[ Georgina hatten sich im Wohnzimmer um ihre ]
[ blickte nicht vom Boden auf . Weißt Du , ]
Mama
[ geschart : diese lag auf einem Sofa in der Nähe des Kamins und umgeben von ihren Lieblingen ]
[ ]
,
[ die zufälligerweise in diesem Augenblick weder weinten noch sich zankten , sah sie vollkommen glücklich aus . Ich durfte mich nicht daran beteiligen , indem sie sagte , daß sie mir erst verzeihen würde , wenn ich mich ernstlich bestrebte , mir ein kindlicheres , offenherzigeres , natürlicheres Benehmen anzueignen , wie es zufriedenen Kindern gezieme . , Was habe ich getan ? fragte ich . , Jane , ich liebe weder Spitzfindigkeiten noch Fragen ; es ist mir widerlich , wenn ein Kind sich gegen ältere Leute in dieser Weise benimmt . Setze dich irgendwo hin und schweig , bis du freundlicher reden kannst . Ein kleines Frühstückszimmer stieß an das Wohnzimmer ; ich schlüpfte hinein . Hier stand ein Bücherschrank . Bald hatte ich mich eines großen Bandes bemächtigt , nachdem ich mich zuerst vorsichtig vergewissert hatte , daß Bilder darin waren . Ich stieg auf die Fensterbank , zog die Füße nach und kreuzte die Beine wie ein Türke ; dann zog ich die dunkelroten MoireeVorhänge fest zusammen und saß so in einer doppelten Verborgenheit . Ihr fürchtete nichts als eine Störung - und diese kam nur zu bald . Die Tür zum Frühstückszimmer öffnete sich . , Heda , Träumerin ! r ]
[ ]
rief John
[ Reed ; dann hielt er inne ; offenbar war er erstaunt ]
[ ]
,
[ das Zimmer leer zu finden . ]
[ es dunkelt schon ]
,
[ Wo zum Teufel ist sie denn ? ' fuhr er fort , , Lizzy ! Georgy ! ' rief er seinen Schwestern zu , , Jane ist nicht hier . Sagt doch Mama , daß sie in den Negen hinausgelaufen ist - ]
[ stecke ]
das böse
[ Tier ]
[ Mädchen , das mir nach dem Leben getrachtet , in Papa ' s Sterbezimmer - dort soll ja sein Geist umgehen und uns schrecken wollen ]
!
[ , Wie gut , daß ich den Vorhang zusammengezogen habe , dachte ich ; und dann wünschte ich inbrünstig ]
[ Dort kann sie zubringen ]
,
[ daß er mein Versteck nicht entdecken möge ; er würde es auch niemals entdeckt haben ; er war langsam , sowohl von Begriffen wie in seinem Beobachtungsvermögen ; aber Eliza steckte den Kopf zur Tür hinein ]
[ bis sie ihre schlechte That eingestanden ]
und
[ sagte sofort : E I ? ]
[ bekannt hat ]
.
[ - » daß der erwähnte Jack mich hervorziehen würde . , Da bin ich , was wünschest du ? ]
[ Recht so ! Mit diesem Worte erfaßte Mistreß Reed Jane ]
'
[ fragte ich mit Mißtrauen . ]
[ s Arm und zog sie nach dem Kabinet ]
,
[ Es heißt : Was wünschen Sie , Mr . Reed , ? lautete seine Antwort . John Reed war ein Schuljunge von vierzehn Jahren ; vier Jahre älter als ich , denn ich war erst zehn Jahre alt ; groß ]
[ in dem ihr Gatte verschieden ]
und
[ stark für sein Alter , mit einer ungesunden Gesichtsfarbe ; große Züge in einem breiten Gesicht , plumpe Gliedmaßen und große Hände und Füße . Er quälte und schlug mich ; nicht etwa dann und wann , sondern fortwährend und unaufhörlich ; jeder Nerv in mir fürchtete ihn , wenn er in meine Nähe kam . Es gab Augenblicke , wo der Schrecken , den er mir einflößte , mich ganz verwirrt machte ; denn ich fand niemand , der mich gegen seine Drohungen und Tätlichkeiten verteidigte . Aus Gewohnheit gehorchte ich John auch dieses Mal und näherte mich seinem Stuhl : ungefähr drei Minuten streckte er mir seine Zunge so weit entgegen , wie er es ermöglichen konnte ; ich wußte , daß er mich jetzt gleich schlagen würde , und obgleich ich den Schlag fürchtete , vermochte ich doch über ]
[ ]
das
[ häßliche Gesicht des Burschen meine Betrachtungen anzustellen . Ich weiß nicht , ob er diese Gedanken auf meinem Gesichte las , denn plötzlich , ohne ein Wort zu sagen , schlug er heftig auf mich los . Ich taumelte ; dann gewann ich das Gleichgewicht wieder und trat einige Schritte von seinem Stuhl zurück . , Das ist für die Frechheit , mit der du vor einer Weile Mama eine Antwort gegeben hast , ' ' sagte er , , und dafür , daß du dich hinter den Vorhang verkriechst und für den Blick , den ich vor zwei Minuten in deinen Augen gewahrte , du Ratte , du ! ' ' An Johns Beschimpfungen gewöhnt , fiel es mir niemals ein , irgend etwas auf dieselben zu erwidern ; ich dachte nur daran , wie ich den Schlag aushalten sollte , der unfehlbar auf die Schmähung folgen würde . , Was hast du da hinter dem Vorhang gemacht ? ' fragte er weiter . , Ich habe gelesen . Zeige mir das Buch . Ich ging an das Fenster zurück und holte es . , Du hast keine Erlaubnis , unsere Bücher zu nehmen ; du bist eine Untergebene , hat Mama gesagt ; du hast kein Geld ; dein Vater hat dir nichts hinterlassen ; eigentlich solltest du betteln und hier nicht mit vornehmen Kindern , wie wir es sind , zusammen leben und dieselben Mahlzeiten essen wie wir und Kleider tragen , die Mama bezahlen muß . Nun , ich will dich lehren , zwischen meinen Büchern umherzustöbern , denn sie gehören mir , und das ganze Haus gehört mir oder wird mir wenigstens in einigen Jahren gehören . Geh ' und stell ' dich an die Tür ! r Ich gehorchte , da ich keine Ahnung von seiner Absicht hatte ; als ich aber gewahrte , daß er das Buch emporhob und mit demselben zielte , sprang ich unwillkürlich zur Seite und stieß einen Schreckensschrei aus , jedoch nicht früh genug ; das Buch traf mich , und ich fiel mit dem Kopf gegen die Tür und verletzte mich . Die Wunde blutete , der Schmerz war heftig . , Böser , grausamer Bube ! r schrie ich . , Du bist wie ein Mörder - - du bist wie ein Sklaventreiber - du bist wie die römischen Kaiser ! ’ Ich hatte Goldsmiths Geschichte Roms gelesen und mir meine eigene Ansicht über Nero , Caligula und andere gebildet . Im stillen hatte ich Vergleiche angestellt , welche laut zu äußern , ich mir allerdings niemals vorgenommen hatte . , Was ! Was ! schrie er . , Hat sie das zu mir gesagt ? Habt ihr es gehört , Eliza und Georgina ? Das werde ich der Mama erzählen ! - Aber zuvor - - Er rannte auf mich zu ; ich fühlte , wie er mein Haar und meine Schulter faßte ; er kämpfte mit einer Verzweifelten . Ich sah wirklich in ihm einen Tyrannen , - einen Mörder . Ich fühlte dann , wie Blutstropfen von meinem Kopfe auf den Hals herabträufelten und empfand einen stechenden Schmerz . Diese Gefühle siegten für den Augenblick über die Furcht , und ich trat ihm in wahnsinniger Wut entgegen . Was ich mit meinen Händen tat , kann ich jet nicht mehr sagen , aber er schrie fortwährend laut : , Ratte , Ratte ! Bald kam ihn Hilfe . Mrs . Reed erschien auf der Szene , und ihr folgten die Wärterin Bessie und ihr Kammermädchen Abbot . Man trennte uns ; dann vernahm ich die Worte : , Um des Himmels willen ! Welch eine Furie , so auf Mr . John loszustürzen ! ' ' , Hat man jemals ein so wütendes Geschöpf gesehen ! ? Dann fügte Mrs . Reed hinzu : , Führt sie in das rote Zimmer und schließt sie dort ein . ' ? Vier Hände ergriffen mich , und ich wurde die Treppe hinaufgetragen . 2 . Kapitel Meine Hausgenossen . Auf dem ganzen Wege leistete ich Widerstand ; dies war etwas Neues bei mir und ein Umstand , der Bessie und Miß Abbot in der schlechten Meinung bestärkte , welche diese ohnehin schon von mir hegten . Tatsache ist , daß ich vollständig außer mir war . Ich wuffe sehr wohl , daß die Empörung dieses einen Augenblicks mir schon schwere Strafen zugezogen haben mußte , und wie viele rebellische Sklaven war ich fest entschlossen , bis zum Äußersten zu gehen . , Halten Sie ihre Arme , Miß Abbot ; sie ist wie eine wilde Kate . , Schämen Sie sich ! Schämen Sie sich ! r rief das Kammermädchen . , Welch ein abscheuliches Betragen , Miß Eyre , den jungen Herrn zu schlagen ! Den Sohn Ihrer Wohltäterin ! Ihren Herrn ! , Herr ! Wie , ist er mein Herr ? Bin ich denn eine Dienerin ? , Nein . Sie sind weniger als eine Dienerin , denn Sie tun nichts , Sie arbeiten nicht für Ihren Unterhalt . Da ! Setzen Sie sich und denken Sie über Ihre Bosheit nach ! Unterdessen hatten sie mich in das von Mrs . Reed bezeichnete Gemach gebracht und mich auf einen Stuhl geworfen ; wie eine Sprungfeder wollte ich wieder von demselben emporschnellen ; vter Hände hielten mich jedoch augenblicklich wie mit eisernen Klammern fest . , Wenn Sie nicht stillsitzen , werden wir Sie anbinden , ? sagte Bessie . , Miß Abbot , leihen Sie mir Ihre Strumpfbänder ; denn die meinen würde sie bald zerreißen . ' Diese Vorbereitungen zu meiner Fesselung und die neue Schande minderten meine Aufregung ein wenig . , Machen Sie sich keine Mühe , r schrie ich , , ich werde ganz stillsitzen . Zum Beweise hielt ich mich mit beiden Händen an meinem Sitz fest . , Rühren Sie sich ja nicht , . sagte Bessie ; und als sie sich überzeugt hatte , daß ich wirklich anfing , mich zu beruhigen , ließ sie mich los ; dann stellten sie und Miß Abbot sich mit gekreuzten Armen vor mich und blickten mich finster an , als zweifelten sie an meinem gesunden Verstande . , Das hat sie ]
[ ]
bis jetzt noch
[ niemals getan ' , sagte endlich Bessie zur Abigail gewendet ]
[ nicht wieder bewohnt worden war ]
.
[ ]
[ Jane zuckte jetzt entsetzt zusammen ; eine unerklärbare Furcht ]
,
[ Aber es hat schon lange in ]
[ ein nicht zu bekämpfendes Entsetzen überfiel sie und raubten ]
ihr
[ gelegen ]
[ beinahe die Besinnung . Erst als die verhängnisvolle Thür sich hinter ihr geschlossen ]
,
[ ' ' war die Antwort . ]
[ ward sie sich ihrer Lage klar und mit bittender herzzerreißender Stimme flehte sie : Tante Reed ]
,
[ Ich habe der gnädigen Frau schon oft meine Meinung über das Kind gesagt , und sie denkt ebenso . ]
[ haben ]
Sie
[ ist für ihr Alter ein verstocktes und verschlossenes Ding . Bessie antwortete nicht ; nach einer Weile wandte sie sich zu mir und sagte : ]
[ Mitleid ! Tante Reed ]
,
[ Fräulein , ]
[ haben ]
Sie
[ sollten doch bedenken , daß Sie Mrs . Reed verpflichtet sind , sie erhält Sie . Wenn sie Sie fortjagte , so müßten Sie ins Armenhaus gehen . Auf diese Worte fand ich nichts zu erwidern ; sie waren mir nicht mehr neu . Dieser Vorwurf meiner Abhängigkeit war in meinen Ohren fast zum leeren Singsang geworden . Nun fiel auch Miß Abbot ein : , Und Sie sollten auch nicht denken , daß Sie den Damen Reed und Mr . Reed ebenbürtig sind , weil Mrs . Reed Ihnen gütig erlaubt , mit ihren Kindern erzogen zu werden . Diese werden einmal sehr reich werden , und Sie sind arm . Sie müssen bescheiden sein und versuchen , sich bei ihnen beliebt zu machen . ' , Was wir Ihnen sagen , ist nur zu Ihren Besten , ? fügte Bessie hinzu , , Sie sollten versuchen , sich nützlich und angenehm zu machen , dann würden Sie hier vielleicht eine Heimat finden ; wenn Sie aber heftig und ungezogen werden , so wird Mrs . Reed Sie zweifellos fortschicken . , Außerdem , ' sagte Miß Abbot , , wird Gott Sie strafen . Er könnte Sie in Ihrem Zorn tot zu Boden fallen lassen , und wohin kämen Sie dann ? Kommen Sie , Bessie , wir wollen sie allein lassen ; um nichts in der Welt möchte ich ihr Herz haben . Sagen Sie Ihr Gebet , Miß Eyre , wenn Sie allein sind ; denn wenn Sie nicht bereuen , könnte etwas durch den Kamin herunterkommen und Sie mitnehmen . ' ' Sie gingen und schlossen die Tür hinter sich zu . Das rote Zimmer war ein Gemach , in dem nur selten jemand schlief . Und doch war es eins der schönsten und prächtigsten Gemächer in Gateshead - Hall . Im Mittelpunkt stand ein Bett von Mahagoni , mit Vorhängen von dunkelrotem Damast behängt ; die beiden großen Fenster wurden durch Draperien von demselben Stoffe halbverhüllt ; der Teppich war rot ; der Tisch am Fußende des Bettes war mit einer roten Decke belegt ; die Wände waren mit einem Stoffe behängt , der auf lichtbraunem Grunde ein zartes rosa Muster trug ; der Kleiderschrank , der Toilettetisch , die Stühle waren aus dunklem , poliertem Mahagoni angefertigt . Aus diesen düsteren Schatten erhoben sich weiß und glänzend die Kopfkissen . unheimlich stach ein ebenfalls weißer Lehnstuhl hervor . Damals erschien er mir wie ein geisterhafter Thron . Das Zimmer war eisigkalt , weil nur selten ein Feuer in demselben angezündet wurde ; es war still , weil es weit von der Kinderstube und den Küchen entfernt lag ; unheimlich , weil niemals jemand dasselbe betrat . Mr . Reed war seit neun Jahren tot ; in diesem Gemache hatte er seinen letzten Atemzug getan ; hier lag er aufgebahrt ; von hier hatten die Leichenträger ihn hinausgetragen - und seit jenem Tage wurde dieser Raum ängstlich gemieden . Auch mich ergriff bald die Angst in diesem unheimlichen Aufenthaltsorte . Ich stand auf , um nachzusehen , ob die Tür zu öffnen sei . Ach ! Keine Kerkertür konnte sicherer verschlossen sein ! Als ich wieder zurückging , mußte ich an dem Spiegel vorüber . In ihm sah alles noch kühler und hohler und düsterer aus als in Wirklichkeit , und die wunderliche , kleine Gestalt , die mir aus ihm entgegenblickte , mit blassem Gesicht und Armen , die scharf aus der Dunkelheit hervorleuchteten , sah aus , wie ein wirkliches Gespenst ; ich dachte an einen jener Kobolde , wie sie in Bessies Dämmerstunden - Geschichten aus wilden Schluchten und düsteren Mooren hervorkamen . Ich kehrte auf meinen Sit zurück . Mein Kopf schmerzte noch und blutete nach dem erhaltenen Schlage und dem Falle , welchen ich getan hatte ; niemand hatte John einen Verweis erteilt , weil er mich grundlos geschlagen ; aber weil ich mich gegen ihn aufgelehnt hatte , hatten alle mich mit den lautesten Schmähungen überschüttet . Wie erregt war mein Gemüt , wie furchtbar empört mein Herz ! Ich hatte keine Antwort auf die unaufhörlich wiederkehrende Frage , weshalb ich so viel leiden mußte . Jeht nach Verlauf von vielen Jahren ist mir alles klar . Ich war in GatesheadHall ein Stein des Anstoßes . Sie liebten mich nicht , und in der Tat , ich liebte sie ebensowenig . Es war auch nicht ihre Pflicht , mit Liebe auf ein Wesen zu blicken , welches mit niemand sympathisieren konnte ; ein nutzloses Wesen , welches ihrem Interesse nicht dienen , zu ihrem Vergnügen nichts beitragen konnte . Ich weiß wohl , daß , wenn ich ein geistreiches , schönes , wildes Kind gewesen wäre - wenn auch ebenso abhängig und freundlos - so würde Mrs . Reed meine Gegenwart mit mehr Geduld ertragen haben ; ihre Kinder hätten für mich ein freundlicheres Gefühl der Gemeinsamkeit gehegt ; die Dienstboten wären weniger geneigt gewesen , mich zum Sündenbock der Kinderstube zu machen . Auf den bewölkten Nachmittag folgte die trübe Dämmerung . Ich hörte den Regen noch unaufhörlich gegen das Fenster der Treppe schlagen , wie den Wind in den Gebüschen hinter dem Herrenhause heulen ; nach und nach wurde ich so kalt wie Stein , und dann begann mein Mut zu sinken . Die gewöhnliche Demut , Zweifel an mir selbst , einsame Traurigkeit bemächtigten sich meiner und schlugen die Asche meiner dahinschwindenden Wut nieder . Alle sagten ja , daß ich boshaft sei - - vielleicht war es der Fall , denn hatte ich nicht soeben den Gedanken gefaßt , mich zu Tode zu hungern ? Das war doch gewiß ein Verbrechen : war ich bereit zu sterben ? oder war das Gewölbe unter der Kanzel in der Kirche von Gateshead ein so einladendes Ziel ? In diesem Gewölbe lag Mr . Reed begraben , wie man mir gesagt hatte . Ich konnte mich seiner nicht erinnern ; aber ich wußte , daß er mein Onkel gewesen , - - der einzige Bruder meiner Mutter - - daß er mich in sein Haus aufgenommen , als ich ein armes , elternloses Kind gewesen ; und daß er noch in seinen letzten Augenblicken Mrs . Reed das Versprechen abgenommen hatte , mich wie ihr eigenes Kind zu erziehen . Mrs . Reed war höchstwahrscheinlich der Überzeugung , daß sie dieses Versprechen gehalten habe , und soweit ihr Charakter ihr dies erlaubte , hatte sie es auch getan ; aber wie sollte sie denn auch in Wirklichkeit für einen Eindringling Liebe hegen , der nicht zu ihrer Familie gehörte und nach dem Tode ihres Gatten durch keine Bande mehr an sie geknüpft war ? Es mußte allerdings ärgerlich sein , sich durch ein unter solchen Umständen gegebenes Versprechen gebunden zu sehen , an einem fremden Kinde , das sie nicht lieben konnte , Mutterstelle zu vertreten . Eine sonderbare Idee stieg in mir auf . Ich dachte , wie Mr . Reeds Geist , gequält durch das Unrecht , welches man dem Kinde seiner Schwester zufügte , seine Ruhestätte verließ - entweder in dem Gewölbe der Kirche oder in dem unbekannten Lande der Abgeschiedenen - und in diesem Zimmer mir erscheinen könne . Ich trocknete meine Tränen und unterdrückte mein Schluchzen ; denn ich fürchtete , daß diese lauten Äußerungen meines Kummers eine übernatürliche Stimme zu meinem Troste wachrufen könnten , oder aus dem mich umgebenden Dunkel ein Antlitz hervorleuchten lassen könnten , das sich mit wundersamem Mitleid über mich beugte . Mein Haar von Stirn und Augen streichend , erhob ich den Kopf und versuchte in dem dunklen Zimmer umherzublicken . In diesem Augenblick sah ich einen Lichtschein an der Wand ! - War es vielleicht der Mondstrahl , der durch eine Offnung in dem Vorhang drang , fragte ich mich ? Nein , die Mondstrahlen waren ruhig , und dies Licht bewegte sich ; während ich noch hinblickte , glitt es zur Decke hinauf und erzitterte über meinem Kopfe . jetzt kann ich freilich begreifen , daß dieser Lichtstreifen wahrscheinlich der Schimmer einer Laterne war , welche jemand über den freien Plat vor dem Hause trug ; aber damals hielt ich in meinem aufgeregten Gemüt den sich schnell bewegenden Strahl für den Vorboten einer Erscheinung aus einer anderen Welt . Mein Herz pochte laut , mein Kopf wurde heiß ; in meinen Ohren spürte ich ein Brausen , das ich für das Rauschen der Flügel hielt . Ich fühlte meinen Atem stocken , ich stürzte auf die Tür zu und rüttelte mit verzweifelter Anstrengung am Schlosse . Eilende Schritte kamen durch den äußeren Korridor daher ; der Schlüssel wurde im Schlosse umgedreht , Bessie und Miß Abbot traten ein . , Miß Eyre , sind Sie krank ? fragte Bessie . , Welch ein schreclicher Lärm ]
[ Erbarmen ]
! Ich bin
[ ganz außer ]
[ ja völlig unschuldig , aber man glaubt ]
mir
[ ! ’ rief Abbot ]
[ ja nicht . Bei dem Andenken an meinen gütigen verstorbenen Onkel lassen Sie mich ]
aus
[ . , Nehmt mich mit hinaus ! Laßt mich in die Kinderstube ! r schrie ich . , Weshalb denn ? Ist Ihnen irgend etwas geschehen ? Haben Sie etwas gesehen ? fragte Bessie wiederum . , O , ich sah ein Licht und ich meinte , daß ein Geist kommen würde . Ich hatte mich jetzt Bessies Hand bemächtigt , und sie entzog sie mir nicht . , Sie hat mit Absicht so geschrien , ' erklärte Abbot mit einigem Widerwillen . , Und welch ein Geschrei ! Wenn sie Schmerzen gehabt hätte , so könnte man es noch entschuldigen , aber ihre einzige Absicht war , uns alle herbeizulocken . Ich kenne ihre Unarten schon . , Was geht hier vor ? fragte eine andere Stimme gebieterisch ; und Mrs . Reed kam mit flatternden Haubenbändern und wehendem Kleide durch den Korridor daher . , Abbot und Bessie , ich glaube , daß ich befohlen habe , Jane Eyre in dem roten ]
[ diesem ]
Zimmer
[ zu lassen , bis ich selbst sie holen würde ? , Miß Jane schrie so laut , Madame , ’ wandte Bessie zögernd ein . , Laß sie los , war die einzige Antwort . , Laß Bessies Hand los , Kind : verlaß dich darauf , auf diese Weise wirst du nicht durchkommen . Ich verabscheue solche List , besonders bei Kindern ; es ist meine Pflicht , dir zu beweisen , daß du mit solchen Kniffen nicht weit kommst . Jetzt wirst du noch eine Stunde hierbleiben , und nur unter der Bedingung gebe ich dich frei , wenn du mir das Versprechen gibst , vollkommen ruhig und unterwürfig zu sein . , O , Tante hab ' Erbarmen ! Vergib mir doch ]
[ ]
! Ich kann
[ es ]
[ hier ]
nicht
[ ertragen . - - Bestrafe mich doch auf andere Weise ]
[ bleiben ]
! Ich
[ komme um ]
[ sterbe hier . Kannst Du nun sprechen und gute Worte geben ]
,
[ wenn - ‘ ]
[ Du Undankbare ? rief ihre Tante . Nein ]
,
[ Sei still ]
[ Du bleibst zur Strafe so lange in diesem Zimmer , bis Du Deine Schuld bekannt hast . Ich habe nichts gethan ]
!
[ Diese Heftigkeit ist ganz empörend ]
[ Ich bin unschuldig ]
!
[ ’ Ohne Zweifel hegte sie auch Abscheu gegen mein Betragen ]
[ jammerte Jane ]
.
[ In ihren Augen war ich ]
[ John hat es Alles selbst gethan , dessen er mich mit unverschämter Bosheit beschuldigt . Glauben Sie mir nur diesmal , Tante Reed , und Sie sollen niemals wieder über mich im Geringsten zu klagen haben . Bekenne , Jane ! Ich bin unschuldig ! Tante Reed . So bleibst Du , wo Du bist . Mutter und Sohn entfernten sich aus dem Vorgemach und ließen das arme Mädchen mit ihrem Jammer und ihrer Angst unbarmherzig allein zurück ; ]
eine
[ frühreife Schauspielerin . Als Bessie ]
[ ganze Zeit lang bat ]
und
[ Abbot ]
[ flehte Jane , dann verstummte sie auf einen Augenblick , ein Fall ward hörbar , und in heftigen Krämpfen wand sie ]
sich
[ zurückgezogen hatten , warf Mrs . Reed , die meiner wahnsinnigen Angst und meines lauten Schluchzens wohl überdrüssig geworden sein mochte , mich rasch in das Zimmer zurück und schloß mich ohne weitere Worte wieder ein . Ich hörte sie davonrauschen ; und bald , nachdem sie gegangen wac , umfing mich Bewußtlosigkeit . 3 . Kapitel . Bessie , die einzige mitleidige Seele . Als ich erwachte , hörte ich Stimmen , die hohl an mein Ohr klangen , als würden sie durch das Rauschen des Wassers oder Toben des Windes übertönt . Die Aufregung , die Ungewißheit und ein alles beherrschendes Gefühl des Entsetzens hielt alle meine Sinne gefangen . Nach einiger Zeit fühlte ich , daß jemand mich berührte , mich aufrichtete und mich in eine sitzende Stellung brachte , und zwar viel liebreicher und sorgsamer , als mich bis jetzt irgend jemand emporgehoben hatte . Ich lehnte meinen Kopf gegen einen Arm oder ein Polster und fühlte mich behaglich . Fünf Minuten später wurde es mir klar , daß ich in meinem eigenen Bette lag . Es war Nacht , eine Kerze brannte ]
[ ]
auf dem
[ Tische ; ]
[ Fußboden umher . Niemand kümmerte sich um sie . Am nächsten Morgen mußte ]
Bessie
[ stand am Fußende meines Bettes und hielt ein Waschbecken in der Hand , ein Herr saß auf einem Lehnstuhle neben mir und beugte sich über mich . Ich empfand eine wohltuende Sicherheit , als ich sah , daß sich ein Fremder im Zimmer befand , der nicht zum Haushalt von Gateshead , nicht zu den Verwandten von Mrs . Reed gehörte . Es war Mr . Lloyd , ein Apotheker , den Mrs . Reed zuweilen rufen ließ , wenn ihre Dienstboten krank waren . Für sich selbst und die Kinder nahm sie einen Arzt . , Nun , wer bin ich ? fragte er . Ich sprach seinen Namen aus und streckte ihm zu gleicher Zeit meine Hand entgegen ; er nahm sie lächelnd und sagte : , h , es wird langsam besser mit uns werden . Dann legte er mich nieder und befahl Bessie , mich während der Nacht nicht zu stören . Nachdem er noch weitere Weisungen erteilt und gesagt hatte , daß er am folgenden Tage wiederkommen würde , ging er zu meiner größten Betrübnis fort . Als er fortgegangen war , verzagte mein Herz von neuem . , Glauben Sie , daß Sie schlafen werden , Miß ? ' fragte Bessie mich ziemlich sanft . Kaum wagte ich , ]
[ nach ]
ihr
[ zu antworten , denn ich fürchtete , daß im nächsten Augenblick sie wieder unfreundlich mit mir reden würde . aIch will es versuchen , sagte ich . , Möchten Sie nicht irgend etwas essen oder trinken ? , Nein , ich danke , Bessie . , Nun , dann werde ich zu Bett gehen , denn es ist schon nach Mitternacht ; aber Sie können mich rufen , wenn Sie während der Nacht etwas brauchen . Welche auffällige Höflichkeit ! Sie ermutigte mich , eine Frage zu stellen . , Bessie , was ist denn mit mir geschehen ? Bin ich sehr krank ? , Ich vermute , daß Sie von Ihrem vielen Schreien im roten Zimmer krank geworden sind ; aber Sie werden ohne Zweifel bald wieder ]
[ sehen und fand sie ]
ganz
[ gesund sein . Bessie ging in das Zimmer der Hausmädchen . Ich hörte , ]
[ ]
wie
[ sie dort sagte : , Sara , komm ' und schlaf ! bei mir in der Kinderstube ; ich kann diese Nacht nicht mit dem armen Kinde allein bleiben ; es könnte sterben ! Ich möchte doch wissen , ob sie irgend etwas gesehen hat . Mrs . Reed war aber auch zu hart gegen sie . Sara kam mit ihr zurück ; beide gingen zu Bett ; sie flüsterten wenigstens noch eine halbe Stunde miteinander , bevor sie einschliefen . Ich hörte einige Sätze ihrer Unterhaltung , und aus diesen schloß ich auf den Hauptgegenstand ihres Gesprächs . , Etwas ist an ihr vorübergegangen , ganz in Weiß gekleidet , dann ist es verschwunden . , Ein großer , schwarzer Hund hinter ihm . - , Dreimal hat es laut ]
[ leblos ]
an der
[ Zimmertür geklopft . ]
[ Erde liegen ]
,
[ Ein Licht ]
[ aber an ihren fieberhaft geröteten Wangen , an ihren zuckenden Lippen gewahrte sie , daß noch Leben in dem jungen Körper war . Mitleidig , wie die Gouvernante war , welche nach John ' s Abgang zur Schule als Gesellschafterin in Gateshead bleiben mußte , nahm sie , ohne ihrer Herrin Befehl abzuwarten , Jane ]
auf
[ ]
[ ihre Arme , trug sie nach ihrem Zimmer , entkleidete sie und legte sie zu Bett . Jane begann heftig zu phantasieren , ja selbst zu toben , sodaß man gezwungen war nach ]
dem
[ Friedhofe gerade über seinem Grabe ]
[ Arzte zu senden . Mister Fowler erklärte , Jane ]
'
[ ' ]
[ s Zustand sei sehr bedenklich ]
-
[ usw . Endlich schliefen beide ein . Feuer und Licht erloschen . In schaurigem Wachen brachte ich die Nacht hin ; Entsetzen und Angst hielten Ohren , Augen und Sinne wach . Diesem Zwischenfall im roten Zimmer folgte keine lange , ernste , körperliche Krankheit ; nur ]
[ es könne möglicher Weise bei ihr ]
eine
[ heftige Erschütterung meiner Nerven ]
[ geistige Störung zurückbleiben ]
,
[ die ich noch bis auf den heutigen Tag empfinde ]
[ wenn sie überhaupt mit dem Leben davon kommen sollte ]
.
[ Ja , Mrs . Reed , Ihnen verdanke ich gar manche Seelenqual ! ]
[ ]