adaptations_1st_episode/Leo_1st.txt(5613 tokens)
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[ Es war unmöglich heute unsern gewöhnlichen Spaziergang zu machen ]
[ 1 ]
.
[ Wir waren diesen Morgen eine Stunde lang durch den laublosen Busch gewandert , aber seit dem Mittagessen ( Mrs ]
[ Kapitel ]
.
[ Reed aß zeitig zu Mittag , wenn sie keinen Besuch hatte , brachte ]
[ Im Hause ]
der
[ ]
[ Tante zu Gateshead - Hall . Der ]
kalte Winterwind
[ ]
[ hatte ]
so
[ dunkle ]
[ düstere ]
Wolken und einen so durchdringenden Regen mit sich
[ ]
[ gebracht ]
, daß
[ ]
[ es unmöglich war , ]
an
[ ein nochmaliges Ausgehen nicht zu denken war . Ich freute mich darüber . Ich liebte lange Spaziergänge nicht ; am wenigsten an kalten Nachmittagen . Es war mir schrecklich , im Zwielicht mit abgestorbenen Fingern und Zehen nach Hause n kommen , nm Bessies , des Kindermädchens , Schelten ]
[ diesem Tage einen Spaziergang ]
zu
[ hören ; zudem fühlte ich mich durch das Gefühl meiner Schwäche gedemütigt , gegenüber den gegen Witterungseinflüsse unempfindlichen Geschwistern ]
[ machen . ]
Eliza , John und
[ Georgiana Reed . Besagte Eliza , John und Georgiana ]
[ Georgina ]
hatten sich
[ jetzt ]
[ ]
im Wohnzimmer um ihre Mama geschart
[ . Diese ]
[ : diese ]
lag
[ ausgestreckt ]
[ ]
auf
[ dem Sopha am Kamin ]
[ einem Sofa in der Nähe des Kamins ]
und
[ sah vollkommen glücklich aus in der Mitte ihrer Lieblinge ]
[ umgeben von ihren Lieblingen ]
, die
[ für den ]
[ zufälligerweise in diesem ]
Augenblick weder weinten noch sich zankten
[ . Mir hatte sie verboten ]
[ ]
,
[ ]
[ sah sie vollkommen glücklich aus . Ich durfte ]
mich
[ der Gruppe anzuschließen ]
[ nicht daran beteiligen ]
, indem sie sagte ,
[ ehe sie nicht von Bessie höre und aus eigener Beobachtung sähe , ]
[ ]
daß
[ ich ]
[ sie mir erst verzeihen würde , wenn ich mich ]
ernstlich
[ bemüht sei ]
[ bestrebte ]
,
[ ]
[ mir ]
ein kindlicheres
[ und umgänglicheres Wesen anzunehmen ]
[ ]
,
[ könnte sie mir zu ihrem Leidwesen nicht erlauben ]
[ offenherzigeres ]
,
[ die Vorrechte mitzugenießen ]
[ natürlicheres Benehmen anzueignen ]
,
[ welche nur zufriedene und glückliche kleine Kinder hätten ]
[ wie es zufriedenen Kindern gezieme ]
. ,
[ Wessen klagt mich denn Bessie an ]
[ Was habe ich getan ]
? fragte ich . , Jane , ich liebe
[ solche ]
[ weder Spitzfindigkeiten noch ]
Fragen
[ nicht . Es schickt ]
[ ; es ist mir widerlich , wenn ein Kind ]
sich
[ durchaus nicht für ein Kind , so zu älteren Leuten zu sprechen ]
[ gegen ältere Leute in dieser Weise benimmt ]
. Setze
[ Dich ]
[ dich ]
irgendwo hin und
[ sei still ]
[ schweig ]
, bis
[ Du höflicher zu ]
[ du freundlicher ]
reden
[ gelernt hast ]
[ kannst ]
.
[ ]
[ Ein kleines Frühstückszimmer stieß an das Wohnzimmer ; ich schlüpfte hinein . Hier stand ein Bücherschrank . Bald hatte ich mich eines großen Bandes bemächtigt , nachdem ich mich zuerst vorsichtig vergewissert hatte , daß Bilder darin waren . Ich stieg auf die Fensterbank , zog die Füße nach und kreuzte die Beine wie ein Türke ; dann zog ich die dunkelroten MoireeVorhänge fest zusammen und saß so in einer doppelten Verborgenheit . Ihr fürchtete nichts als eine Störung ]
-
[ wissen ]
[ ]
und
[ hing an dem Glauben ]
[ diese kam nur zu bald . Die Tür zum Frühstückszimmer öffnete sich . , Heda , Träumerin ! r rief John Reed ; dann hielt er inne ; offenbar war er erstaunt , das Zimmer leer zu finden . , Wo zum Teufel ist sie denn ? ' fuhr er fort , , Lizzy ! Georgy ! ' rief er seinen Schwestern zu , , Jane ist nicht hier . Sagt doch Mama ]
, daß
[ ]
[ sie in den Negen hinausgelaufen ist - das böse Tier ! , Wie gut , daß ich den Vorhang zusammengezogen habe , dachte ich ; und dann wünschte ich inbrünstig , daß er mein Versteck nicht entdecken möge ; er würde es auch niemals entdeckt haben ; er war langsam , sowohl von Begriffen wie in seinem Beobachtungsvermögen ; aber Eliza steckte den Kopf zur Tür hinein und sagte sofort : E I ? . - » daß der erwähnte Jack mich hervorziehen würde . , Da bin ich , was wünschest du ? ' fragte ich mit Mißtrauen . , Es heißt : Was wünschen Sie , Mr . Reed , ? lautete ]
seine
[ Blässe die Folge ]
[ Antwort . John Reed war ein Schuljunge ]
von
[ allzu großem Fleiße ]
[ vierzehn Jahren ; vier Jahre älter als ich , denn ich war erst zehn Jahre alt ; groß ]
und
[ vielleicht auch von Heimweh wäre . John hatte wenig Liebe ]
[ stark ]
für
[ seine Mutter und Schwestern und eine Abneigung gegen mich ]
[ sein Alter , mit einer ungesunden Gesichtsfarbe ; große Züge in einem breiten Gesicht , plumpe Gliedmaßen und große Hände und Füße ]
. Er
[ ]
[ quälte und ]
schlug
[ und stieß ]
[ ]
mich
[ , ]
[ ; ]
nicht etwa
[ mitunter ]
[ dann und wann ]
, sondern
[ unablässig . Jeder ]
[ fortwährend und unaufhörlich ; jeder ]
Nerv in mir fürchtete ihn ,
[ und jedes meiner Glieder zitterte , ]
[ ]
wenn er
[ mir nahe ]
[ in meine Nähe ]
kam . Es gab Augenblicke ,
[ in denen ich aus Angst vor ihm außer ]
[ wo der Schrecken , den er ]
mir
[ war ]
[ einflößte ]
,
[ ]
[ mich ganz verwirrt machte ; ]
denn ich fand
[ nirgends Schutz ]
[ niemand , der mich ]
gegen seine Drohungen und
[ Mißhandlungen ]
[ Tätlichkeiten verteidigte ]
.
[ Die Dienstleute scheuten sich , ihren jungen Herrn dadurch zu beleidigen , daß sie Partei für mich nahm . en , und Mrs . Reed war , was ihren Sohn betraf , blind und taub . Sie schien es nie zu sehen , wenn er mich schlug , nie zu hören , wenn er mich schimpfte , obgleich er beides zuweilen in ihrer Gegenwart that ; häufiger freilich in ihrer Abwesenheit . Gewohnheitsmäßig gehorsam gegen ]
[ Aus Gewohnheit gehorchte ich ]
John
[ , kam ich auf ihn zu . Er füllte wohl ]
[ auch dieses Mal und näherte mich seinem Stuhl : ungefähr ]
drei Minuten
[ damit aus , ]
[ streckte er ]
mir
[ die ]
[ seine ]
Zunge so
[ lang herauszustrecken ]
[ weit entgegen ]
, wie
[ ]
[ er ]
es
[ ihm möglich war , ohne ihre Wurzel zu verletzen . Ich ]
[ ermöglichen konnte ; ich ]
wußte ,
[ ]
[ daß ]
er
[ würde ]
[ ]
mich
[ ]
[ jetzt ]
gleich schlagen
[ ]
[ würde ]
, und
[ während ]
[ obgleich ]
ich den
[ gefürchteten ]
[ ]
Schlag
[ erwartete ]
[ fürchtete ]
,
[ stellte ]
[ vermochte ]
ich
[ ]
[ doch über das häßliche Gesicht des Burschen ]
meine Betrachtungen
[ über sein häßliches und abstoßendes Äußere an ]
[ anzustellen ]
. Ich weiß nicht , ob er
[ meine ]
[ diese ]
Gedanken auf meinem Gesichte las
[ ; ]
[ , denn plötzlich , ohne ein Wort zu sagen , schlug ]
er
[ schlug plötzlich , ohne zu sprechen , ]
[ ]
heftig auf mich
[ ein ]
[ los ]
. Ich
[ schwankte , und als ]
[ taumelte ; dann gewann ]
ich
[ mein ]
[ das ]
Gleichgewicht wieder
[ erlangt hatte , zog ich mich um ]
[ und trat ]
einige Schritte
[ aus seiner Nähe ]
[ von seinem Stuhl ]
zurück . , Das ist für die Frechheit , mit der
[ Du ]
[ du vor einer Weile ]
Mama
[ vorhin geantwortet ]
[ eine Antwort gegeben ]
hast ,
[ ]
[ ' ' sagte er , , ]
und
[ für Deine schleichende Art ]
[ dafür ]
,
[ Dich ]
[ daß du dich ]
hinter
[ Vorhänge zu verstecken , ]
[ den Vorhang verkriechst ]
und für den Blick ,
[ mit dem Du mich soeben angesehen hast ]
[ den ich vor zwei Minuten in deinen Augen gewahrte ]
,
[ Du ]
[ du ]
Ratte
[ - ]
[ , du ! ' ' ]
An Johns
[ Gezänk ]
[ Beschimpfungen ]
gewöhnt , fiel es mir
[ nie ]
[ niemals ]
ein ,
[ ihm ]
[ irgend etwas auf dieselben ]
zu
[ antworten ]
[ erwidern ]
; ich dachte nur daran , wie ich den Schlag aushalten
[ wollte ]
[ sollte ]
,
[ der jeder Grobheit folgte ]
[ der unfehlbar auf die Schmähung folgen würde ]
. , Was hast
[ Du ]
[ du da ]
hinter dem Vorhang gemacht ?
[ ]
[ ' ]
fragte er
[ ]
[ weiter ]
. ,
[ Gelesen ]
[ Ich habe gelesen ]
.
[ ' , ]
[ ]
Zeige
[ ]
[ mir ]
das Buch . Ich ging
[ zum ]
[ an das ]
Fenster zurück und holte es . ,
[ Wie kannst ]
[ ]
Du
[ Dir einfallen lassen ]
[ hast keine Erlaubnis ]
, unsere Bücher zu nehmen
[ ? Du lebst von unsrer Gnade ]
[ ; du bist eine Untergebene ]
,
[ sagt ]
[ hat ]
Mama
[ ]
[ gesagt ]
;
[ Du ]
[ du ]
hast kein Geld
[ , Dein ]
[ ; dein ]
Vater hat
[ Dir ]
[ dir ]
nichts hinterlassen
[ . Du müßtest ]
[ ; ]
eigentlich
[ ]
[ solltest du ]
betteln
[ gehen ]
[ ]
und
[ ]
[ hier ]
nicht
[ hier ]
[ mit vornehmen Kindern , ]
wie wir
[ ]
[ es sind ]
,
[ die Kinder eines Edelmannes , ]
[ zusammen ]
leben
[ , ]
[ und ]
dieselben Mahlzeiten
[ ]
[ essen ]
wie wir
[ essen ]
[ ]
und Kleider tragen , die Mama
[ bezahlt ]
[ bezahlen muß ]
.
[ - ]
[ Nun , ]
ich will
[ Dich ]
[ dich ]
lehren ,
[ in meinem Bücherschrank zu kramen ! Das ]
[ zwischen meinen Büchern umherzustöbern , denn sie gehören mir , und das ]
ganze Haus gehört mir oder wird mir
[ ]
[ wenigstens ]
in einigen Jahren gehören . Geh
[ , stelle Dich ]
[ ' und stell ' dich ]
an
[ jene Thür . ]
[ die Tür ! r ]
Ich
[ that es ]
[ gehorchte ]
,
[ ohne seine ]
[ da ich keine Ahnung von seiner ]
Absicht
[ sogleich zu durchschauen , ]
[ hatte ; als ich ]
aber
[ als ich ihn ]
[ gewahrte , daß er ]
das Buch
[ erheben sah , um mich damit zu werfen ]
[ emporhob und mit demselben zielte ]
, sprang ich
[ mit einem ]
[ unwillkürlich zur Seite und stieß einen ]
Schreckensschrei
[ unwillkürlich auf die Seite ]
[ aus ]
,
[ doch ]
[ jedoch ]
nicht früh genug
[ , denn der dicke Band ]
[ ; das Buch ]
traf mich ,
[ ]
[ und ]
ich fiel mit dem Kopf
[ heftig ]
[ ]
gegen die
[ Thür ]
[ Tür ]
und
[ verwundete ]
[ verletzte ]
mich . Die Wunde blutete , der Schmerz war
[ empfindlich . Da unterdrückte das Entsetzen jedes andere Gefühl ]
[ heftig ]
. , Böser , grausamer Bube !
[ ' sagte ]
[ r schrie ]
ich . ,
[ Du bist so schlimm wie ein Mörder , wie ein Sklavenvoigt ; ]
[ ]
Du bist wie
[ ]
[ ein Mörder - - du bist wie ein Sklaventreiber - du bist wie ]
die römischen Kaiser !
[ ' ]
[ ’ ]
Ich hatte Goldsmiths Geschichte
[ von Rom ]
[ Roms ]
gelesen und
[ hatte ]
[ ]
mir meine eigene
[ Vorstellung von ]
[ Ansicht über ]
Nero , Caligula und
[ so weiter gemacht ]
[ andere gebildet ]
.
[ Ich ]
[ Im stillen ]
hatte
[ in der Stille ]
[ ich ]
Vergleiche angestellt ,
[ aber nie gedacht , daß ich meine Gedanken ]
[ welche ]
laut
[ aussprechen würde . ]
[ zu äußern ]
,
[ Wie ? ]
[ ich mir allerdings niemals vorgenommen hatte . , ]
Was
[ sagst Du ? ]
[ ! Was ! ]
schrie er . ,
[ Mir wagst Du ]
[ Hat sie ]
das zu
[ sagen ]
[ mir gesagt ]
? Habt
[ Ihr ]
[ ihr es ]
gehört , Eliza und
[ Georgiana ]
[ Georgina ]
?
[ Ich ]
[ Das ]
werde
[ es ]
[ ich der ]
Mama
[ sagen , aber ]
[ erzählen ! - Aber ]
zuvor
[ ]
[ - ]
- Er rannte auf mich
[ los , ]
[ zu ; ]
ich fühlte
[ ihn ]
[ , wie er mein Haar und ]
meine Schulter
[ und meine Haare packen . Er hatte ]
[ faßte ; er kämpfte ]
mit einer Verzweifelten
[ angebunden ]
[ ]
. Ich sah wirklich in ihm einen Tyrannen ,
[ ]
[ - ]
einen Mörder . Ich fühlte
[ ]
[ dann , wie ]
Blutstropfen von meinem Kopfe auf den
[ Nacken hinunterrieseln ]
[ Hals herabträufelten ]
und empfand einen stechenden Schmerz . Diese Gefühle
[ gewannen ]
[ siegten ]
für den Augenblick
[ die Herrschaft ]
[ ]
über
[ meine ]
[ die ]
Furcht , und ich trat ihm
[ zornig ]
[ in wahnsinniger Wut ]
entgegen .
[ Ich bin mir nicht klar bewußt , was ]
[ Was ]
ich mit meinen Händen
[ that ]
[ tat ]
,
[ erinnere mich ]
[ kann ich jet nicht mehr sagen , ]
aber
[ wohl , daß ]
[ ]
er
[ mich ]
[ schrie fortwährend laut : ]
, Ratte
[ ' ]
[ , Ratte ]
!
[ schalt ]
[ Bald kam ihn Hilfe . Mrs . Reed erschien auf der Szene , ]
und
[ laut schrie ]
[ ihr folgten die Wärterin Bessie und ihr Kammermädchen Abbot ]
. Man
[ kam ihm zu Hülfe . Eliza und Georgiana hatten ihre Mutter gerufen , und sie erschien in der Thür , gefolgt von Bessie und ihrer Jungfer Abbot . Wir wurden getrennt und ]
[ trennte uns ; dann vernahm ]
ich
[ hörte ]
[ ]
die Worte : , Um
[ Gottes ]
[ des Himmels ]
willen ! Welch
[ ein Wahnsinn ]
[ eine Furie ]
,
[ Junker ]
[ so auf Mr . ]
John
[ so anzufallen ]
[ loszustürzen ]
!
[ ]
[ ' ' ]
, Hat man jemals
[ eine ähnliche Wut ]
[ ein so wütendes Geschöpf ]
gesehen !
[ Zunächst dem Wohnzimmer lag ein kleines Frühstückszimmer . Ich schlüpfte hinein . Es enthielt einen Bücherschrank . Ich bemächtigte mich eines Buches , versicherte mich aber zuerst , daß Bilder darin waren , dann kletterte ich auf die Fensterbank , zog meine Füße nach und saß mit gekreuzten Beinen wie die Türken ; nachdem ich den dichten , roten Vorhang zugezogen hatte , fühlte ich mich geborgen in meiner doppelten Zurückgezogenheit . Auf der einen Seite schloß mich der Vorhang von der Außenwelt ab , auf der anderen waren die klaren Glasscheiben , welche mich vor dem naßkalten Novemberwetter beschützten . Ab und zu , während ich die Blätter meines Buches umwandte , vertiefte ich mich in die Betrachtung des Winternachmittags . In der Ferne war nichts als dichter weißer Nebel zu sehen , in der Nähe erblickte man eine feuchte Ebene , auf der der Sturm das laublose Gesträuch schüttelte und über welche der heulende Wind unaufhörlich den Regen vor sich her jagte . Ich blickte wieder in mein Buch ; - Bewicks Geschichte englischer Vögel - im allgemeinen zog mich der Text wenig an ; und doch waren da einige einleitende Seiten , die ich nicht unbeachtet lassen konnte , so sehr ich auch noch Kind war . Es waren diejenigen , welche von den Seevögeln handeln ; von den einsamen Felsen und Vorgebirgen ; von der norwegischen Küste , die so ganz von Inseln eingerahmt ist , von ihrem südlichsten Ende an bis zum Nordkap ; auch fesselte mich die Beschreibung der Küsten von Lappland , Sibirien , Spitzbergen , Grönland , die ganze nördliche Zone mit ihren endlosen Ebenen voll blendenden Schnees , auf denen große Eisblöcke , seit Jahrhunderten angesammelt , bis zur Höhe der Alpen aufragten und den Pol umgaben , alles mit entsetzlicher Kälte erfüllend . Von diesen verlassenen Gegenden bildete ich mir meine eigene Vorstellung , schattenhaft , wie alle halb verstandenen Begriffe , welche einem Kinde durch den Sinn gehen , aber wunderbar eindrucksvoll . Der Text auf diesen einleitenden Seiten stand im Zusammenhange mit den folgenden Zeichnungen . Da war ein einsamer Felsen unter schäumenden Wellen ; ein zerschelltes Boot , an öder Küste gestrandet ; der kalte , geisterhafte Mond zwischen Wolkenschichten , ein soeben gesunkenes Wrack beleuchtend . Jedes Bild erzählte eine Geschichte . Sie war oft geheimnisvoll und unverständlich für meinen unentwickelten Geist und meine schlummernden Gefühle , aber immer unendlich interessant , so interessant wie die Erzählungen von Bessie . An Winterabenden pflegte diese , wenn sie gerade guter Laune war , ihren Plätttisch am Kamin der Kinderstube aufzustellen und uns zu erlauben , uns um sie herumzusetzen ; während sie dann Mrs . Reeds Spitzenfraisen plättete und ihre Nachthauben fältelte , erzählte sie uns Märchen oder Abenteuer , welche sie alten Balladen entnahm . In Gesellschaft meines Buches war ich ganz glücklich , wenigstens auf meine Art . Ich fürchtete nichts als eine Störung , und die kam bald genug . Die Zimmerthür öffnete sich . , Heda , Schlafmütze ! ' ' schrie John . Plötzlich hielt er inne , wahrscheinlich , weil er das Zimmer leer fand . , Wo , zum Teufel , mag sie sein ]
[ ]
?
[ Lizzy ! Georgy ! Jane ist nicht hier , rief er seinen Schwestern zu . , Sagt Mama , sie sei in den Regen hinausgelaufen , das boshafte Tier . , Wie gut , daß ich den Vorhang zuzog , dachte ich und wünschte innig , daß er mein Versteck nicht finden möchte . Allein würde er es auch nicht gefunden haben , denn er hatte ein schwaches Begriffsvermögen und keine Beobachtungsgabe , aber Eliza hatte kaum ihren Kopf zur Thür hereingesteckt , so rief sie auch schon : , Sie sitzt sicherlich in der Fensternische . Ich kam sogleich zum Vorschein , denn ich zitterte bei dem Gedanken , von John hervorgezogen zu werden . , Was willst Du von mir ? fragte ich mit unverhohlenem Mißtrauen . Seine Antwort war : , Du sollst sagen , was wünschen Sie , Herr Reed ? John Reed war ein Schulknabe , vierzehn Jahre alt , also vier Jahre älter als ich , die ich zehn Jahre zählte . Er war groß und stark für sein Alter ; er hatte eine dunkle ungesunde Gesichtsfarbe , grobe Züge in einem breiten Gesicht und lange , ungelenke Gliedmaßen . Er überaß sich regelmäßig bei Tische , wodurch er blöde und triefende Augen und aufgeschwemmte Backen bekam und gallig wurde . Er hätte jetzt auf der Schule sein müssen , aber seine Mama hatte ihn auf ein bis zwei Monate zu sich genommen , seiner zarten Gesundheit wegen . Mr . Miles , sein Lehrer , meinte zwar , er würde ganz gesund sein , wenn man ihm weniger Süßigkeiten und Kuchen von Hause schickte , aber seine Mutter wollte von dieser strengen Auffassung nichts ]
[ ]
Dann fügte Mrs . Reed hinzu : ,
[ Bringt ]
[ Führt ]
sie in das rote Zimmer und schließt sie dort ein .
[ ]
[ ' ? ]
Vier Hände ergriffen mich
[ sogleich ]
[ , ]
und ich wurde die Treppe hinaufgetragen .
[ Zweites ]
[ 2 . ]
Kapitel
[ ]
[ Meine Hausgenossen ]
.
[ Ich sträubte . mich auf ]
[ Auf ]
dem ganzen Wege
[ . Das ]
[ leistete ich Widerstand ; dies ]
war etwas
[ Ungewohntes an ]
[ Neues bei ]
mir und
[ bestärkte ]
[ ein Umstand , der ]
Bessie und Miß Abbot
[ sehr ]
[ ]
in
[ ihrer ]
[ der ]
schlechten Meinung
[ ]
[ bestärkte , welche diese ohnehin schon ]
von mir
[ ]
[ hegten ]
.
[ Ich war in der That ]
[ Tatsache ist , daß ich vollständig ]
außer mir
[ ]
[ war . Ich wuffe sehr wohl ]
,
[ ]
[ daß die Empörung dieses einen Augenblicks mir schon schwere Strafen zugezogen haben mußte , und ]
wie
[ die Franzosen sagen würden . Ich wußte , daß meine Empörung mir strenge Strafe eintragen würde , und ]
[ viele rebellische Sklaven ]
war
[ , wie jeder rebellische Sklave , ]
[ ich fest ]
entschlossen , bis zum Äußersten zu gehen . , Halten Sie
[ ihr die ]
[ ihre ]
Arme
[ fest ]
[ , ]
Miß Abbot
[ , ]
[ ; ]
sie ist wie eine wilde
[ Katze ]
[ Kate ]
. , Schämen Sie sich ! Schämen Sie sich !
[ schrie die Jungfer ]
[ r rief das Kammermädchen ]
. , Welch
[ ]
[ ein ]
abscheuliches Betragen , Miß Eyre , den
[ Junker ]
[ jungen Herrn ]
zu schlagen
[ , den ]
[ ! Den ]
Sohn Ihrer
[ Wohlthäterin , ]
[ Wohltäterin ! ]
Ihren Herrn ! ,
[ Herrn ]
[ Herr ]
!
[ Er ]
[ Wie , ]
ist
[ ]
[ er ]
mein Herr ? Bin ich
[ ein Dienstbote ]
[ denn eine Dienerin ]
? , Nein
[ , ]
[ . ]
Sie sind weniger als
[ ein Dienstbote ; ]
[ eine Dienerin , denn ]
Sie
[ thun gar ]
[ tun ]
nichts
[ dafür , daß Sie erhalten werden ]
[ , Sie arbeiten nicht für Ihren Unterhalt ]
. Da
[ , setzen ]
[ ! Setzen ]
Sie sich
[ hin ]
[ ]
und denken Sie über Ihre
[ Schlechtigkeit ]
[ Bosheit ]
nach
[ . So sprechend , ]
[ ! Unterdessen ]
hatten sie mich in das von Mrs . Reed bezeichnete
[ Zimmer ]
[ Gemach ]
gebracht und mich auf einen Stuhl
[ niedergesetzt . ich ]
[ geworfen ; wie eine Sprungfeder ]
wollte
[ aufspringen , aber sie ]
[ ich wieder von demselben emporschnellen ; vter Hände ]
hielten mich
[ ]
[ jedoch augenblicklich wie mit eisernen Klammern ]
fest . , Wenn Sie nicht
[ still sitzen ]
[ stillsitzen ]
,
[ müssen Sie festgebunden ]
[ ]
werden
[ ]
[ wir Sie anbinden ]
,
[ ' ]
[ ? ]
sagte Bessie
[ , ]
[ . ]
, Miß Abbot , leihen Sie mir Ihre Strumpfbänder
[ ]
[ ; denn ]
die
[ meinigen ]
[ meinen ]
würde sie
[ gleich ]
[ bald ]
zerreißen .
[ Miß Abbot schickte sich an , sie abzubinden . ]
[ ' ]
Diese
[ Vorbereitung , mich ]
[ Vorbereitungen ]
zu
[ fesseln , kühlte ]
[ meiner Fesselung und die neue Schande minderten ]
meine Aufregung
[ etwas ab ]
[ ein wenig ]
. ,
[ Binden ]
[ Machen ]
Sie
[ mich nicht fest ]
[ sich keine Mühe ]
,
[ ]
[ r ]
schrie ich
[ . ]
[ ]
,
[ Ich will mich nicht rühren ]
[ , ich werde ganz stillsitzen ]
.
[ Um sie von der Aufrichtigkeit meiner Worte zu überzeugen , klammerte ]
[ Zum Beweise hielt ]
ich mich mit beiden Händen
[ ]
[ an meinem Sitz ]
fest
[ an den Stuhl ]
[ ]
. ,
[ Hüten ]
[ Rühren ]
Sie sich
[ ]
[ ja nicht ]
,
[ es zu thun , ! ]
[ . ]
sagte Bessie
[ . Als ]
[ ; und als ]
sie sich
[ sicher glaubte ]
[ überzeugt hatte ]
, daß ich
[ gehorchte ]
[ wirklich anfing , mich zu beruhigen ]
, ließ sie mich los ; dann
[ standen ]
[ stellten ]
sie und Miß Abbot
[ ]
[ sich ]
mit
[ verschränkten ]
[ gekreuzten ]
Armen vor
[ mir und sahen ]
[ ]
mich
[ ängstlich ]
[ ]
und
[ zweifelnd ]
[ blickten mich finster ]
an , als
[ ob ]
[ zweifelten ]
sie
[ glaubten ]
[ an meinem gesunden Verstande . ]
,
[ daß ich nicht recht ]
[ Das hat sie bis jetzt noch niemals getan ]
'
[ bei Sinnen wäre . ]
[ ]
,
[ So habe ich sie noch nicht gesehen , ! ]
[ ]
sagte endlich Bessie
[ , sich an die Zofe wendend ]
[ zur Abigail gewendet ]
. , Aber es
[ lag immer ]
[ hat schon lange ]
in ihr
[ ]
[ gelegen ]
,
[ ! ]
[ ' ' ]
war die Antwort . , Ich habe
[ es Mrs . Reed ]
[ der gnädigen Frau schon ]
oft
[ ]
[ meine Meinung über das Kind ]
gesagt ,
[ ]
[ und ]
sie
[ ]
[ denkt ebenso . Sie ]
ist
[ ]
[ für ihr Alter ]
ein verstocktes
[ kleines ]
[ und verschlossenes ]
Ding
[ , und Mrs . Reed ist ganz meiner Meinung . Ich habe noch nie ein Mädchen in ihrem Alter gesehen , das so verschlossen gewesen wäre ]
[ ]
. Bessie antwortete nicht
[ . Bald darauf redete ]
[ ; nach einer Weile wandte ]
sie
[ mich an ]
[ sich zu mir ]
und sagte : ,
[ ]
[ Fräulein , ]
Sie sollten
[ ]
[ doch ]
bedenken ,
[ Miß , ]
[ ]
daß Sie Mrs . Reed
[ großen Dank schuldig ]
[ verpflichtet ]
sind
[ . Sie ]
[ , sie ]
erhält Sie
[ , und wenn ]
[ . Wenn ]
sie
[ ihre Hand von Ihnen abzöge , kämen ]
[ ]
Sie
[ in das ]
[ fortjagte , so müßten Sie ins ]
Armenhaus
[ ]
[ gehen ]
.
[ Ich hatte auf ]
[ Auf ]
diese Worte
[ ]
[ fand ich ]
nichts zu erwidern
[ , ]
[ ; ]
sie waren mir nicht
[ ]
[ mehr ]
neu
[ , meine frühsten Erinnerungen schlossen ähnliche Bemerkungen ein ]
[ ]
. Dieser Vorwurf meiner Abhängigkeit war
[ meinem Ohr zu einem unbestimmten ]
[ in meinen Ohren fast zum leeren ]
Singsang geworden
[ , der mir weh that und mich niederdrückte , den ich aber nur halb verstand ]
[ ]
.
[ ]
[ Nun fiel auch ]
Miß Abbot
[ fügte hinzu ]
[ ein ]
: , Und Sie
[ müssen ]
[ sollten auch ]
nicht
[ etwa ]
[ ]
denken , daß
[ die Misses und Junker ]
[ Sie den Damen ]
Reed
[ Ihresgleichen find ]
[ und Mr . Reed ebenbürtig sind ]
, weil Mrs . Reed
[ so ]
[ Ihnen ]
gütig
[ ist ]
[ erlaubt ]
,
[ Sie ]
[ ]
mit
[ ihnen ]
[ ihren Kindern erzogen ]
zu
[ erziehen ]
[ werden ]
.
[ Jene ]
[ Diese ]
werden einmal sehr reich werden , und Sie
[ haben nicht das Geringste , darum sollten ]
[ sind arm . ]
Sie
[ demütig ]
[ müssen bescheiden ]
sein und
[ darnach trachten ]
[ versuchen ]
, sich bei ihnen beliebt zu machen .
[ ]
[ ' ]
,
[ Wir ]
[ Was wir Ihnen ]
sagen
[ das ]
[ , ist nur ]
zu
[ Ihrem ]
[ Ihren ]
Besten ,
[ ! ]
[ ? ]
fügte Bessie
[ mit strenger Stimme ]
[ ]
hinzu
[ . ]
[ , ]
, Sie sollten
[ ]
[ versuchen , ]
sich
[ bemühen , ]
[ ]
nützlich und
[ freundlich ]
[ angenehm ]
zu
[ sein ]
[ machen ]
, dann
[ könnten ]
[ würden ]
Sie hier
[ ]
[ vielleicht ]
eine Heimat
[ haben , ]
[ finden ; ]
wenn Sie
[ ]
[ aber ]
heftig und
[ unartig bleiben ]
[ ungezogen werden ]
,
[ ]
[ so ]
wird
[ Sie ]
[ ]
Mrs . Reed
[ sicherlich ]
[ Sie zweifellos ]
fortschicken . ,
[ Und außerdem ]
[ Außerdem ]
, ' sagte Miß Abbot , , wird Gott Sie strafen . Er
[ kann ]
[ könnte ]
Sie
[ mitten ]
[ ]
in
[ Ihren Sünden sterben ]
[ Ihrem Zorn tot zu Boden fallen ]
lassen , und
[ wo würden ]
[ wohin kämen ]
Sie dann
[ hinkommen ]
[ ]
? Kommen Sie , Bessie , wir wollen sie allein lassen
[ . Ich ]
[ ; um nichts in der Welt ]
möchte
[ um Nichts in der Welt ]
[ ich ]
ihr
[ schlechtes ]
[ ]
Herz haben .
[ Wenn ]
[ Sagen ]
Sie
[ wieder zur Besinnung kommen , beten Sie ]
[ Ihr Gebet ]
, Miß Eyre ,
[ ]
[ wenn Sie allein sind ; ]
denn wenn Sie nicht bereuen ,
[ wird der Böse ]
[ könnte etwas ]
durch den
[ Schornstein kommen ]
[ Kamin herunterkommen ]
und Sie mitnehmen .
[ ]
[ ' ' ]
Sie gingen und schlossen die
[ Thür ]
[ Tür ]
hinter sich zu . Das rote Zimmer war ein
[ unbenutztes Zimmer ]
[ Gemach ]
, in dem
[ ]
[ nur ]
selten jemand schlief
[ , ich könnte fast behaupten niemals , ]
[ . Und doch war ]
es
[ mußte denn sein , daß ganz ungewöhnlich viel Besuch in Gatesheadhall vorsprach . Es war dessen ungeachtet eines ]
[ eins ]
der
[ größten ]
[ schönsten ]
und prächtigsten
[ Zimmer im ganzen Hause ]
[ Gemächer in Gateshead - Hall ]
.
[ In der Mitte desselben ]
[ Im Mittelpunkt ]
stand ein
[ großes ]
[ ]
Bett von Mahagoni
[ ]
[ , ]
mit
[ einem Himmel ]
[ Vorhängen ]
von
[ schwerem , ]
[ ]
dunkelrotem Damast
[ , ]
[ behängt ; ]
die beiden
[ ]
[ großen ]
Fenster
[ , welche immer verhangen waren , hatten ]
[ wurden durch ]
Draperien von demselben
[ Stoff ]
[ Stoffe halbverhüllt ]
; der Teppich war
[ ebenfalls ]
[ ]
rot
[ und ]
[ ; ]
der Tisch am Fußende des Bettes war mit einer
[ ]
[ roten ]
Decke
[ von gleicher Farbe bedeckt , ]
[ belegt ; ]
die Wände waren
[ von dunkler Farbe ]
[ mit einem Stoffe behängt ]
,
[ ]
[ der auf lichtbraunem Grunde ein zartes rosa Muster trug ; der ]
Kleiderschrank ,
[ Toilettentisch ]
[ der Toilettetisch ]
,
[ ]
[ die ]
Stühle
[ von dunkel ]
[ waren aus dunklem , ]
poliertem Mahagoni
[ ]
[ angefertigt ]
. Aus
[ dieser düstren , schattenhaften Umgebung leuchteten um so heller das Bett mit seinen schneeweißen Kissen und ]
[ diesen düsteren Schatten erhoben sich weiß und glänzend die Kopfkissen . unheimlich stach ]
ein ebenfalls
[ weiß überzogener ]
[ weißer ]
Lehnstuhl hervor
[ , der ]
[ . Damals erschien er ]
mir wie ein
[ verblaßter Thronsessel erschien ]
[ geisterhafter Thron ]
. Das Zimmer war
[ eisig kalt ]
[ eisigkalt ]
, weil
[ ]
[ nur ]
selten ein Feuer
[ darin brannte , ]
[ in demselben angezündet wurde ; es war ]
still , weil es
[ ]
[ weit ]
von der Kinderstube und
[ Küche weit ab ]
[ den Küchen entfernt ]
lag ;
[ schauerlich ]
[ unheimlich ]
, weil
[ es selten ein menschlicher Fuß ]
[ niemals jemand dasselbe ]
betrat .
[ Es ward ]
[ Mr . Reed war seit neun Jahren tot ; in diesem Gemache hatte er seinen letzten Atemzug getan ; hier lag er aufgebahrt ; von hier hatten die Leichenträger ihn hinausgetragen - und seit jenem Tage wurde dieser Raum ]
ängstlich gemieden
[ , weil ]
[ . Auch mich ergriff bald die Angst ]
in diesem
[ Zimmer vor neun Jahren Mr ]
[ unheimlichen Aufenthaltsorte ]
.
[ Reed seinen letzten Seufzer ausgehaucht hatte ; weil hier seine sterblichen Reste ]
[ Ich stand ]
auf
[ dem Paradebett lagen , bis sie zur ewigen Ruhe bestattet wurden . Als Bessie und die böse Miß Abbot mich verlassen hatten , saß ich eine zeitlang ganz still , ganz gedankenlos auf einer kleinen Ottomane neben dem Kamin , dann fiel mir ein , daß sie die Thür vielleicht doch nicht verschlossen hätten . ich wagte es aufzustehen ]
[ ]
, um nachzusehen
[ ]
[ , ob die Tür zu öffnen sei ]
. Ach
[ , kein Gefängnis war leider ]
[ ! Keine Kerkertür konnte ]
sicherer
[ verwahrt ]
[ verschlossen sein ]
! Als ich
[ mich ]
[ ]
wieder
[ von der Thür entfernte ]
[ zurückging ]
,
[ kam ]
[ mußte ]
ich
[ bei ]
[ an ]
dem Spiegel vorüber
[ , der zwischen beiden Fenstern hing ]
[ ]
.
[ Ich ]
[ In ihm ]
sah
[ unwillkürlich hinein . In den Tiefen , die sich da enthüllten , erschien mir ]
[ ]
alles noch
[ kälter ]
[ kühler ]
und
[ dunkler , ]
[ hohler ]
und
[ das sonderbare ]
[ düsterer aus als in Wirklichkeit , und die wunderliche , ]
kleine
[ Wesen ]
[ Gestalt ]
,
[ welches mich daraus anstarrte ]
[ die mir aus ihm entgegenblickte , ]
mit
[ dem blassen ]
[ blassem ]
Gesicht und
[ den feurigen Augen ]
[ Armen ]
,
[ die sich scheu und furchtsam nach allen Seiten umsahen , während sonst alles unbeweglich war , machte mir den Eindruck einer Geistererscheinung . Meine Gespensterfurcht erwachte , aber noch sollte sie mich nicht übermannen . Johns Tyrannei , seiner Schwestern stolze Gleichgültigkeit , seiner Mutter Abneigung gegen mich , die Parteilichkeit der Dienstboten , all dies tauchte jetzt wieder vor meinem verstörten Geiste ]
[ die scharf aus der Dunkelheit hervorleuchteten , sah aus , wie ein wirkliches Gespenst ; ich dachte an einen jener Kobolde , wie sie in Bessies Dämmerstunden - Geschichten aus wilden Schluchten und düsteren Mooren hervorkamen . Ich kehrte ]
auf
[ . Warum mußte ich immer leiden , wurde geschlagen , angeklagt , verdammt ? Warum gefiel ich niemand , wenn ich mir auch alle Mühe gab , jedermanns Zuneigung zu gewinnen ? Eliza , welche eigensinnig und selbstsüchtig war , wurde geehrt . Georgiana , welche launisch und boshaft war , und ein widerspenstiges , ungezogenes Betragen hatte , wurde gehätschelt . Ihre Schönheit , ihre rosigen Wangen und goldenen Lockenschienen alle zu entzücken , welche sie ansahen , und schienen ihr Nachsicht mit alle ihren Fehlern einzutragen . Johns Willen durchkreuzte niemand , noch weniger wurde er gestraft , mochte er den Tauben den Hals umdrehen , die jungen Pfauen totschlagen , die Hunde auf die Schafe hetzen , die Obstspaliere ihrer schönsten Früchte berauben oder im Treibhause von den auserlesensten Pflanzen die Knospen abbrechen . Obgleich ihm seine Mutter alles gestattete , nannte er sie , alte Schraube ' , warf ihr ihre dunkle Hautfarbe vor , handelte frech ihren Wünschen zuwider , zerriß und beschmutzte oft ihre seidenen Kleider ; aber trotz alledem blieb er , ihr einziger Liebling ! Ich dagegen wagte nichts Unrechtes zu thun , ich gab mir Mühe , meine Pflicht zu erfüllen , und ich wurde unartig , unausstehlich , mürrisch und schleichend gescholten vom Morgen bis zum Abend ]
[ meinen Sit zurück ]
. Mein Kopf schmerzte
[ ]
[ noch ]
und blutete
[ noch von ]
[ nach ]
dem
[ ]
[ erhaltenen ]
Schlage
[ ]
[ und dem Falle ]
,
[ den ]
[ welchen ]
ich
[ erhalten ]
[ getan ]
hatte
[ , und ]
[ ; ]
niemand hatte John
[ gescholten ; ich dagegen wurde mit schimpflicher Strafe belegt ]
[ einen Verweis erteilt ]
, weil
[ ]
[ er mich grundlos geschlagen ; aber weil ]
ich mich gegen
[ seine unvernünftige Gewaltthätigkeit ]
[ ihn ]
aufgelehnt hatte
[ ]
[ , hatten alle mich mit den lautesten Schmähungen überschüttet ]
.
[ Das ist Ungerechtigkeit ]
[ Wie erregt war mein Gemüt , wie furchtbar empört mein Herz ]
!
[ schrie es in mir , und meine Empörung rief den Entschluß wach , dieser unerträglichen Behandlung zu entfliehen , oder wenn das nicht möglich wäre , Hungers zu sterben . Welch qualvoller Zustand an diesem traurigen Nachmittage ! Mein ganzes Denken und Fühlen war in Aufruhr , aber so viel ich auch sann und mein Gehirn zermarterte , ich konnte ]
[ Ich hatte ]
keine Antwort auf die
[ ]
[ unaufhörlich wiederkehrende ]
Frage
[ finden ]
[ ]
,
[ warum ]
[ weshalb ]
ich so
[ litt ]
[ viel leiden mußte ]
.
[ Jetzt , so viele Jahre später ]
[ Jeht nach Verlauf von vielen Jahren ]
ist mir alles klar . Ich war
[ ]
[ in GatesheadHall ein Stein des Anstoßes . Sie liebten mich ]
nicht
[ an meinem Platze in Gatesheadhall ]
[ , und in der Tat , ich liebte sie ebensowenig . Es war auch nicht ihre Pflicht , mit Liebe auf ein Wesen zu blicken ]
,
[ ich hatte ]
[ welches mit niemand sympathisieren konnte ; ein nutzloses Wesen , welches ihrem Interesse nicht dienen , zu ihrem Vergnügen ]
nichts
[ gemein mit Mrs . Reed , ihren Kindern oder den Leuten , die zum Hause gehörten . Wenn sie mich nicht liebten , so liebte ich sie ebenso wenig . Welche Verpflichtung hatten sie , ein Kind mit Wohlwollen zu betrachten , dessen Temperament , Fähigkeiten , Neigungen den ihrigen ganz entgegengesetzt waren , ein nutzloses Ding , das unfähig war , ihren Interessen . zu dienen , oder zu ihrem Behagen beizutragen , das im Gegenteil Verachtung für ihre Behandlung sowohl ]
[ beitragen konnte . Ich weiß wohl ]
,
[ als für ihr Urteil in sich nährte . Wenn ich ]
[ daß , wenn ich ]
ein
[ fröhliches ]
[ geistreiches ]
,
[ sorgloses ]
[ schönes ]
,
[ hübsches . ausgelassenes ]
[ wildes ]
Kind gewesen wäre
[ , ]
[ - wenn auch ebenso abhängig und freundlos - ]
so würde
[ mich ]
[ ]
Mrs . Reed
[ trotz meiner Abhängigkeit und Verlassenheit geduldiger um sich gelitten ]
[ meine Gegenwart mit mehr Geduld ertragen ]
haben
[ , ]
[ ; ]
ihre Kinder
[ würden mir mehr Herzlichkeit und Freundschaft bezeigt haben , und ]
[ hätten für mich ein freundlicheres Gefühl der Gemeinsamkeit gehegt ; ]
die
[ Dienstleute würden ]
[ Dienstboten wären ]
weniger geneigt gewesen
[ sein ]
[ ]
, mich zum Sündenbock der Kinderstube zu machen .
[ Es war schon vier Uhr vorüber und das Tageslicht ging an diesem regnerischen Nachmittage bereits in ]
[ Auf den bewölkten Nachmittag folgte die trübe ]
Dämmerung
[ über ]
[ ]
.
[ Der ]
[ Ich hörte den ]
Regen
[ schlug ]
[ noch ]
unaufhörlich gegen das
[ Treppenfenster und ]
[ Fenster ]
der
[ ]
[ Treppe schlagen , wie den ]
Wind
[ heulte ]
[ ]
in
[ dem Buschwerk ]
[ den Gebüschen ]
hinter dem
[ Hause Ich ]
[ Herrenhause heulen ; nach und nach ]
wurde
[ nach und nach ]
[ ich ]
so kalt wie Stein , und
[ ]
[ dann begann ]
mein Mut
[ verließ mich ]
[ zu sinken ]
.
[ Meine gewohnheitsmäßige ]
[ Die gewöhnliche ]
Demut ,
[ mein Mißtrauen gegen mich ]
[ Zweifel an mir ]
selbst ,
[ meine Einsamkeit ]
[ einsame Traurigkeit bemächtigten sich meiner und ]
schlugen
[ meinen schwindenden Zorn gänzlich ]
[ die Asche meiner dahinschwindenden Wut ]
nieder . Alle sagten
[ ]
[ ja ]
,
[ ]
[ daß ]
ich
[ wäre böse , ]
[ boshaft sei - - vielleicht ]
war
[ ich ]
[ ]
es
[ ]
[ der Fall , ]
denn
[ nicht ? Hatte ]
[ hatte ]
ich nicht soeben den Gedanken
[ gehabt ]
[ gefaßt ]
,
[ verhungern zu wollen ]
[ mich zu Tode zu hungern ]
? Das war
[ sicherlich ]
[ doch gewiß ]
ein Verbrechen
[ . , War ]
[ : war ]
ich
[ denn ]
[ ]
bereit zu sterben
[ , und ]
[ ? oder ]
war
[ die Gruft ]
[ das Gewölbe ]
unter der
[ ]
[ Kanzel in der ]
Kirche
[ in Gatesheadhall ]
[ von Gateshead ]
ein
[ einladender Aufenthalt ]
[ so einladendes Ziel ]
?
[ Sie hatten mir erzählt , in einem solchen ]
[ In diesem ]
Gewölbe
[ läge Onkel ]
[ lag Mr . ]
Reed begraben ,
[ und dadurch auf den Gedanken an ihn zurückgeführt , hing ich demselben mit wachsender Furcht nach ]
[ wie man mir gesagt hatte ]
. Ich konnte mich seiner nicht
[ mehr ]
[ ]
erinnern
[ , ]
[ ; ]
aber ich wußte , daß er mein
[ rechter ]
[ ]
Onkel
[ war ]
[ gewesen ]
,
[ ]
[ - - ]
der
[ ]
[ einzige ]
Bruder meiner Mutter
[ , ]
[ - - ]
daß er mich
[ als elternlose Waise ]
[ ]
in sein Haus aufgenommen ,
[ ]
[ als ich ein armes , elternloses Kind gewesen ; ]
und
[ mit ]
[ daß er noch in ]
seinen letzten Augenblicken Mrs . Reed das Versprechen
[ abgefordert ]
[ abgenommen ]
hatte , mich
[ zu behalten und ]
[ ]
wie ihr eigenes Kind zu erziehen . Mrs . Reed
[ hielt sich wahrscheinlich für überzeugt ]
[ war höchstwahrscheinlich der Überzeugung ]
, daß sie
[ ihr ]
[ dieses ]
Versprechen gehalten habe
[ . Sie hatte es ja auch gethan ]
[ ]
,
[ so gut es ]
[ und soweit ]
ihr Charakter
[ ]
[ ihr dies ]
erlaubte ,
[ ]
[ hatte sie es auch getan ; ]
aber wie
[ konnte ]
[ sollte ]
sie
[ ]
[ denn auch in Wirklichkeit für ]
einen Eindringling
[ gern sehen ]
[ Liebe hegen ]
,
[ mit dem sie ]
[ der nicht zu ihrer Familie gehörte und ]
nach dem Tode ihres Gatten
[ kein verwandtschaftliches Band ]
[ durch keine Bande ]
mehr
[ vereinte ]
[ an sie geknüpft war ]
? Es
[ konnte ihr nur lästig ]
[ mußte allerdings ärgerlich ]
sein , sich durch ein
[ ihr abgerungenes ]
[ unter solchen Umständen gegebenes ]
Versprechen
[ genötigt ]
[ gebunden ]
zu sehen ,
[ Mutterstelle ]
[ ]
an einem
[ ]
[ fremden ]
Kinde
[ zu vertreten ]
[ ]
, das sie nicht lieben konnte ,
[ und in ihre Familie ein Wesen aufzunehmen , das ihr nicht sympathisch war . Wenn Mr . Reed gelebt hätte , er würde mich liebevoll behandelt haben , das fühlte ich . Und als ich so da saß , auf das weiße Bett sehend , einen ängstlichen Blick in die dunklen Ecken oder ab und ]
[ Mutterstelle ]
zu
[ in den trüben Spiegel werfend , da ]
[ vertreten . Eine sonderbare Idee ]
stieg
[ die Erinnerung an alles , was ich über Abgeschiedene gehört hatte , ]
[ ]
in mir auf
[ : daß sie keine Ruhe im Grabe hätten , wenn man ihren letzten Willen nicht erfüllte , daß sie es verließen , um die Übelthäter zu strafen und die Unterdrückten zu rächen ]
[ ]
.
[ Und ich ]
[ Ich ]
dachte ,
[ ]
[ wie ]
Mr . Reeds Geist ,
[ ruhelos um des Unrechts willen , ]
[ gequält durch ]
das
[ ]
[ Unrecht , welches ]
man
[ seinem Schwesterkinde anthat , könnte wohl seinen Sarg ]
[ dem Kinde seiner Schwester zufügte , seine Ruhestätte verließ - entweder in dem Gewölbe der Kirche ]
oder
[ die unbekannte Welt ]
[ in dem unbekannten Lande ]
der
[ Verstorbenen verlassen ]
[ Abgeschiedenen - ]
und
[ mir ]
[ ]
in diesem Zimmer
[ ]
[ mir ]
erscheinen
[ ]
[ könne ]
. Ich trocknete meine
[ Thränen ]
[ Tränen ]
und unterdrückte mein Schluchzen
[ , aus Furcht ]
[ ; denn ich fürchtete ]
, daß diese
[ Zeichen heftigen ]
[ lauten Äußerungen meines ]
Kummers eine
[ überirdische ]
[ übernatürliche ]
Stimme
[ wach rufen ]
[ zu meinem Troste wachrufen ]
könnten ,
[ welche mich trösten wollte , ]
[ ]
oder
[ daß ]
[ ]
aus
[ der Dunkelheit hervor ]
[ dem mich umgebenden Dunkel ]
ein
[ hohläugiges Gesicht mich mitleidig anblicken könnte . So tröstlich diese Idee in der Theorie war , zur Wirklichkeit geworden würde sie entsetzlich gewesen sein ]
[ Antlitz hervorleuchten lassen könnten ]
, das
[ fühlte ich . Mit aller Kraft strebte ich sie zu unterdrücken , fest zu sein ]
[ sich mit wundersamem Mitleid über mich beugte ]
.
[ Meine Haare ans dem Gesicht ]
[ Mein Haar von Stirn und Augen ]
streichend ,
[ hob ]
[ erhob ]
ich den Kopf
[ in die Höhe ]
[ ]
und
[ bemühte mich , mich furchtlos ]
[ versuchte ]
in dem dunklen
[ Raume umzusehen ; in ]
[ Zimmer umherzublicken . In ]
diesem Augenblick
[ fiel ein ]
[ sah ich einen ]
Lichtschein
[ auf die ]
[ an der ]
Wand
[ . ]
[ ! - ]
War es
[ ein ]
[ vielleicht der ]
Mondstrahl , der
[ sich ]
[ ]
durch
[ irgend ]
[ ]
eine
[ Öffnung im Rouleau stahl ]
[ Offnung in dem Vorhang drang ]
, fragte ich mich
[ selbst . ]
[ ? ]
Nein ,
[ das Mondlicht war ]
[ die Mondstrahlen waren ]
ruhig
[ ]
[ , ]
und
[ dieses ]
[ dies Licht ]
bewegte sich
[ hin und her , ]
[ ; ]
während ich
[ es anblickte ]
[ noch hinblickte ]
, glitt es
[ von der Wand ]
[ ]
zur Decke
[ ]
[ hinauf ]
und
[ zitterte ]
[ erzitterte ]
über meinem Kopfe .
[ Ich ]
[ jetzt ]
kann
[ nicht mit Bestimmtheit sagen ]
[ ich freilich begreifen ]
,
[ woher ]
[ daß ]
dieser
[ Lichtstrahl kam , höchst ]
[ Lichtstreifen ]
wahrscheinlich
[ war es ]
[ ]
der Schimmer einer Laterne
[ ]
[ war ]
,
[ mit der ]
[ welche ]
jemand über den
[ Grasplatz ging ]
[ freien Plat vor dem Hause trug ]
; aber
[ ]
[ damals hielt ich ]
in
[ der Aufregung , in welcher mein Geist und meine Nerven waren , glaubte ich , das plötzlich eindringende Licht sei der Vorbote ]
[ meinem aufgeregten Gemüt den sich schnell bewegenden Strahl für den Vorboten ]
einer
[ kommenden ]
[ ]
Erscheinung aus
[ der ]
[ einer ]
anderen Welt . Mein Herz
[ schlug zum Zerspringen ]
[ pochte laut ]
, mein Kopf
[ glühte , meine ]
[ wurde heiß ; in meinen ]
Ohren
[ hörten ]
[ spürte ich ]
ein Brausen ,
[ wie ]
[ das ich für ]
das Rauschen
[ von Schwingen ; etwas schien mir nahe zu sein , mein ]
[ der Flügel hielt . Ich fühlte meinen ]
Atem
[ stockte , ich war überwältigt ]
[ stocken ]
, ich stürzte
[ an ]
[ auf ]
die
[ Thür ]
[ Tür zu ]
und rüttelte mit verzweifelter Anstrengung am
[ Schloß ]
[ Schlosse ]
.
[ Eilige ]
[ Eilende ]
Schritte kamen
[ ]
[ durch ]
den
[ ]
[ äußeren ]
Korridor
[ entlang , ]
[ daher ; ]
der Schlüssel wurde
[ ]
[ im Schlosse ]
umgedreht
[ und ]
[ , ]
Bessie und
[ ]
[ Miß ]
Abbot traten ein . , Miß Eyre ,
[ fehlt Ihnen etwas ]
[ sind Sie krank ]
?
[ sagte ]
[ fragte ]
Bessie . , Welch
[ entsetzlicher ]
[ ein schreclicher ]
Lärm
[ ]
[ ! Ich bin ganz außer mir ]
! ’ rief
[ Miß ]
[ ]
Abbot
[ ]
[ aus ]
. ,
[ Laßt ]
[ Nehmt ]
mich
[ ]
[ mit ]
hinaus !
[ ich will ]
[ Laßt mich ]
in die Kinderstube ! r
[ flehte ]
[ schrie ]
ich . , Weshalb
[ ]
[ denn ? Ist Ihnen irgend etwas geschehen ]
? Haben Sie
[ sich gestoßen ]
[ etwas gesehen ]
?
[ Haben Sie sich vor etwas gefürchtet ? ! ]
[ ]
fragte Bessie
[ weiter ]
[ wiederum ]
. , O , ich sah ein Licht und
[ dachte ]
[ ich meinte ]
,
[ ]
[ daß ]
ein Geist
[ ]
[ kommen ]
würde
[ kommen ]
[ ]
. Ich hatte
[ ]
[ mich jetzt ]
Bessies Hand
[ ergriffen ]
[ bemächtigt ]
, und sie entzog sie mir nicht . ,
[ Deshalb ]
[ Sie ]
hat
[ sie ]
[ mit Absicht ]
so
[ geschrieen ]
[ geschrien ]
,
[ ]
[ ' ]
erklärte Abbot
[ verächtlich ]
[ mit einigem Widerwillen ]
. , Und welch
[ fürchterlicher Schrei war das , er ging mir durch und durch ]
[ ein Geschrei ]
! Wenn sie Schmerzen gehabt hätte , so
[ wäre sie ]
[ könnte man es ]
noch
[ allenfalls zu ]
[ ]
entschuldigen , aber
[ sie wollte nur ]
[ ihre einzige Absicht war ]
,
[ daß wir hierher kämen , ich ]
[ uns alle herbeizulocken . Ich ]
kenne ihre
[ Schliche ]
[ Unarten schon ]
. , Was
[ hat das zu bedeuten ]
[ geht hier vor ]
? fragte eine
[ strenge ]
[ andere ]
Stimme
[ ]
[ gebieterisch ; ]
und Mrs . Reed kam
[ in zorniger Aufregung ]
[ mit flatternden Haubenbändern und wehendem Kleide ]
durch den Korridor
[ ]
[ daher ]
. , Abbot und Bessie , ich
[ denke doch ]
[ glaube ]
, daß ich
[ Befehl gab ]
[ befohlen habe ]
,
[ Miß ]
[ Jane ]
Eyre
[ sollte ]
[ ]
in dem roten Zimmer
[ bleiben ]
[ zu lassen ]
, bis ich selbst
[ hierher käme ! ]
[ sie holen würde ? ]
, Miß Jane schrie so laut , Madame ,
[ entschuldigte sch ]
[ ’ wandte ]
Bessie
[ ]
[ zögernd ein ]
. , Laß sie
[ ]
[ los ]
,
[ ! ]
[ ]
war die einzige Antwort . , Laß Bessies Hand los , Kind
[ ! Auf ]
[ : verlaß dich darauf , auf ]
diese
[ Art kommst Du ]
[ Weise wirst du ]
nicht
[ heraus , das versichere ich Dich ]
[ durchkommen ]
. Ich verabscheue
[ Verstellung ]
[ solche List ]
, besonders bei Kindern
[ , ]
[ ; ]
es ist meine Pflicht ,
[ Dir ]
[ dir ]
zu
[ zeigen ]
[ beweisen ]
, daß
[ Kunstgriffe Dir nichts helfen ]
[ du mit solchen Kniffen nicht weit kommst ]
.
[ Du ]
[ Jetzt ]
wirst
[ jetzt ]
[ du ]
noch eine Stunde
[ länger ]
[ ]
hierbleiben , und nur unter der Bedingung
[ , daß Du ganz still und fügsam bist , sollst Du dann ]
[ gebe ich dich ]
frei
[ ]
[ , wenn du mir das Versprechen gibst , vollkommen ruhig und unterwürfig zu ]
sein . , O , Tante
[ , vergieb ]
[ hab ' Erbarmen ! Vergib ]
mir
[ ! Habe Mitleid ]
[ doch ]
! Ich kann es nicht
[ aushalten ! Strafe ]
[ ertragen . - - Bestrafe ]
mich
[ ]
[ doch ]
auf
[ eine ]
[ ]
andere
[ Art ]
[ Weise ]
! Ich
[ muß sterben ]
[ komme um ]
, wenn - ‘ ,
[ Still ]
[ Sei still ]
! Diese Heftigkeit ist
[ abstoßend ]
[ ganz empörend ]
!
[ Das war sicher ihre aufrichtige Meinung ]
[ ’ Ohne Zweifel hegte sie auch Abscheu gegen mein Betragen ]
.
[ Ich war in ]
[ In ]
ihren Augen
[ ]
[ war ich ]
eine
[ abgefeimte ]
[ frühreife ]
Schauspielerin .
[ ]
[ Als ]
Bessie und Abbot
[ hatten ]
[ ]
sich zurückgezogen
[ und ]
[ hatten , warf ]
Mrs . Reed ,
[ ungeduldig über meine wahnsinnige ]
[ die meiner wahnsinnigen ]
Angst und
[ mein heftiges Schluchzen stieß mich plötzlich von sich ]
[ meines lauten Schluchzens wohl überdrüssig geworden sein mochte , mich rasch in das Zimmer zurück ]
und schloß mich ohne weitere
[ Antwort ]
[ Worte ]
wieder ein . Ich hörte sie
[ fortgehen ]
[ davonrauschen ; ]
und bald
[ ]
[ , ]
nachdem sie gegangen
[ war ]
[ wac ]
,
[ fiel ich , glaube ich , in eine Art von Ohnmacht , dann folgte eine lange ]
[ umfing mich ]
Bewußtlosigkeit .
[ Drittes ]
[ 3 . ]
Kapitel .
[ Ich ]
[ Bessie , die einzige mitleidige Seele . Als ich ]
erwachte
[ mit dem Gefühl ]
[ ]
,
[ als hätte ich einen schrecklichen Traum gehabt . Ich sah vor mir einen entsetzlichen , roten Schein , den tiefdunkle Streifen durchkreuzten und ]
[ ]
hörte
[ hohle ]
[ ich ]
Stimmen
[ sprechen ]
[ , die hohl an mein Ohr klangen ]
, als würden
[ . ]
[ ]
sie durch das Rauschen des
[ ]
[ Wassers oder Toben des ]
Windes
[ oder Wassers gedämpft ]
[ übertönt ]
.
[ Bald darauf bemerkte ]
[ Die Aufregung , die Ungewißheit und ein alles beherrschendes Gefühl des Entsetzens hielt alle meine Sinne gefangen . Nach einiger Zeit fühlte ]
ich , daß jemand
[ sich bemühte ]
[ mich berührte ]
, mich
[ aufzurichten ]
[ aufrichtete und mich in eine sitzende Stellung brachte , ]
und zwar
[ auf eine so sanfte und liebreiche Art ]
[ viel liebreicher und sorgsamer ]
,
[ wie es bisher niemand gethan ]
[ als mich bis jetzt irgend jemand emporgehoben ]
hatte . Ich lehnte meinen Kopf gegen
[ ein Kissen oder ]
[ ]
einen Arm
[ ]
[ oder ein Polster ]
und fühlte mich
[ erleichtert ]
[ behaglich ]
. Fünf Minuten später
[ ließ meine Betäubung nach , und ich ]
[ ]
wurde
[ ]
[ es ]
mir
[ bewußt ]
[ klar ]
, daß ich in meinem eigenen Bette lag
[ , und daß der rote Glanz das Kaminfeuer in der Kinderstube war ]
[ ]
. Es war Nacht ,
[ ein Licht ]
[ eine Kerze ]
brannte auf dem Tische
[ , ]
[ ; ]
Bessie stand
[ zu Füßen des ]
[ am Fußende meines ]
Bettes
[ , ]
[ und hielt ]
ein Waschbecken in der Hand ,
[ und ]
[ ]
ein Herr saß
[ über mich gebeugt ]
[ ]
auf einem
[ Stuhl am Kopfende desselben . Ein unbeschreibliches Gefühl der Zufriedenheit durchströmte mich ]
[ Lehnstuhle neben mir und beugte sich über mich . Ich empfand eine wohltuende Sicherheit ]
, als ich
[ einen Fremden ]
[ sah , daß sich ein Fremder ]
im Zimmer
[ sah , jemand ]
[ befand ]
, der nicht
[ zu ]
[ zum Haushalt von ]
Gateshead
[ ]
[ , nicht zu den Verwandten von Mrs . Reed ]
gehörte
[ und mit Mrs ]
[ ]
.
[ Reed verwandt war , ich wußte mich in Sicherheit und unter Schutz . Ich wandte mich von Bessie ab , obwohl mir ihre Gegenwart weit weniger zuwider war , als es die von Abbot gewesen wäre , und betrachtete das Gesicht des Herrn . Ic kannte ihn , es ]
[ Es ]
war Mr . Lloyd , ein Apotheker ,
[ der ]
[ den Mrs . Reed ]
zuweilen
[ gerufen wurde ]
[ rufen ließ ]
, wenn
[ die ]
[ ihre ]
Dienstboten krank waren
[ ; für ]
[ . Für ]
sich
[ ]
[ selbst ]
und die Kinder nahm
[ Mrs . Reed ]
[ sie ]
einen Arzt . , Nun , wer bin ich ? fragte er .
[ o ]
[ ]
Ich
[ nannte ihn beim ]
[ sprach seinen ]
Namen
[ ]
[ aus ]
und streckte ihm
[ zugleich ]
[ zu gleicher Zeit ]
meine Hand
[ hin , ]
[ entgegen ; ]
er nahm sie lächelnd und sagte : ,
[ Es ]
[ h , es ]
wird
[ Alles ]
[ langsam besser ]
mit
[ der Zeit gut ]
[ uns ]
werden . Dann legte er mich
[ hin , ]
[ nieder ]
und
[ sich an ]
[ befahl ]
Bessie
[ wendend ]
[ ]
,
[ empfahl er ihr , sorgsam darauf zu achten , daß ich ]
[ mich ]
während der Nacht nicht
[ gestört würde ]
[ zu stören ]
. Nachdem er noch weitere
[ Anordnungen gegeben ]
[ Weisungen erteilt ]
und
[ geäußert ]
[ gesagt ]
hatte , daß er
[ morgen ]
[ am folgenden Tage ]
wiederkommen
[ werde ]
[ würde ]
, ging er
[ , ]
[ ]
zu
[ meinem Leidwesen ]
[ meiner größten Betrübnis fort ]
.
[ Während ]
[ Als ]
er
[ da ]
[ fortgegangen ]
war ,
[ fühlte ich mic so geborgen , und als sich die Thür hinter ihm schloß , beschlich ]
[ verzagte ]
mein Herz
[ unbeschreibliche Traurigkeit ]
[ von neuem ]
. , Glauben Sie , daß Sie schlafen werden , Miß ?
[ ]
[ ' ]
fragte Bessie
[ ]
[ mich ]
ziemlich sanft .
[ Ich ]
[ Kaum ]
wagte
[ kaum ]
[ ich , ihr ]
zu antworten ,
[ aus Furcht ]
[ denn ich fürchtete , ]
daß
[ ]
[ im nächsten Augenblick ]
sie wieder
[ so ]
[ ]
unfreundlich
[ wie sonst zu ]
[ mit ]
mir reden
[ könnte ]
[ würde ]
.
[ , Ich ]
[ aIch ]
will es versuchen
[ ]
[ , sagte ich ]
. , Möchten Sie
[ ]
[ nicht irgend etwas essen oder ]
trinken
[ , oder haben Sie Lust etwas zu essen ]
[ ]
? , Nein , ich danke , Bessie . ,
[ Dann will ]
[ Nun , dann werde ]
ich zu Bett gehen , denn
[ Mitternacht ]
[ es ]
ist schon
[ vorüber , ]
[ nach Mitternacht ; ]
aber
[ ]
[ Sie können mich rufen , ]
wenn Sie
[ ]
[ während der Nacht ]
etwas brauchen
[ , dann rufen Sie mich ]
[ ]
. Welche
[ ungewohnte ]
[ auffällige ]
Höflichkeit ! Sie
[ gab mir den Mut ]
[ ermutigte mich ]
, eine Frage zu
[ thun ]
[ stellen ]
. , Bessie , was
[ hat sich ]
[ ist denn ]
mit mir
[ zugetragen ]
[ geschehen ]
? Bin ich
[ ]
[ sehr ]
krank ? ,
[ Wir fanden ]
[ Ich vermute , daß ]
Sie
[ ]
[ von Ihrem vielen Schreien ]
im roten Zimmer krank
[ ]
[ geworden sind ]
;
[ vom vielen Weinen sicherlich ; ]
[ aber ]
Sie werden
[ aber ]
[ ohne Zweifel ]
bald wieder
[ ]
[ ganz ]
gesund sein . Bessie ging in das Zimmer
[ des Hausmädchens , welches nebenan war , und ich ]
[ der Hausmädchen . Ich ]
hörte
[ ]
[ , wie ]
sie
[ sagen ]
[ dort sagte ]
: , Sara , komm
[ ]
[ ' ]
und
[ schlafe ]
[ schlaf ! ]
bei mir in der Kinderstube
[ . Ich ]
[ ; ich ]
kann
[ heute ]
[ diese Nacht ]
nicht mit
[ der ]
[ dem ]
armen
[ Kleinen ]
[ Kinde ]
allein
[ schlafen . Wenn sie nun stirbt ? Diese Ohnmacht war ]
[ bleiben ; es könnte sterben ! Ich möchte ]
doch
[ sonderbar ; ich möchte wohl ]
[ ]
wissen , ob sie
[ eine Erscheinung ]
[ irgend etwas ]
gesehen hat . Mrs . Reed
[ . ]
[ ]
war
[ ]
[ aber auch ]
zu hart gegen sie . Sara kam mit
[ Bessie herein und ]
[ ihr zurück ; ]
beide gingen zu Bett
[ ]
[ ; sie flüsterten wenigstens noch eine halbe Stunde miteinander ]
,
[ aber ]
[ ]
bevor sie einschliefen
[ , unterhielten sie sich noch lange leise miteinander ]
[ ]
. Ich hörte einige Sätze
[ ]
[ ihrer Unterhaltung , und aus diesen schloß ich auf den Hauptgegenstand ]
ihres Gesprächs
[ , aus dem ich mir leicht das übrige zusammen reimen konnte ]
[ ]
. ,
[ Ein Geist ]
[ Etwas ist an ihr vorübergegangen ]
, ganz in Weiß gekleidet ,
[ ging bei ihr vorüber und verschwand ! ]
[ dann ist es verschwunden . ]
,
[ Einen großen schwarzen ]
[ Ein großer , schwarzer ]
Hund hinter
[ sich ? ]
[ ihm . - ]
,
[ Es klopfte dreimal ]
[ Dreimal hat es ]
laut an
[ die Zimmerthür ' - ]
[ der Zimmertür geklopft . ]
, Ein Licht auf dem
[ Kirchhofe , ]
[ Friedhofe ]
gerade über seinem Grabe '
[ u . s . w . , u . s . w ]
[ ' - usw ]
. Endlich schliefen beide
[ ]
[ ein . Feuer ]
und
[ das ]
[ ]
Licht
[ und das Feuer verlöschten ]
[ erloschen ]
.
[ Für mich schlichen ]
[ In schaurigem Wachen brachte ich ]
die
[ Stunden dieser ]
[ ]
Nacht
[ in schrecklicher Schlaflosigkeit vorüber ]
[ hin ]
;
[ mein Auge , Ohr ]
[ Entsetzen und Angst hielten Ohren , Augen ]
und
[ Gehirn waren gespannt und erregt von Furcht , von einer Furcht , wie sie nur Kinder fühlen können ]
[ Sinne wach ]
. Diesem
[ Ereignis ]
[ Zwischenfall im roten Zimmer ]
folgte keine lange
[ und ]
[ , ]
ernste
[ ]
[ , ]
körperliche Krankheit
[ , aber meine ]
[ ; nur eine heftige Erschütterung meiner ]
Nerven
[ hatten einen Stoß bekommen ]
[ ]
,
[ dessen Wirkungen ]
[ die ]
ich
[ heute ]
[ ]
noch
[ fühle ]
[ bis auf den heutigen Tag empfinde ]
. Ja , Mrs . Reed , Ihnen verdanke ich
[ ein quälendes Leiden . Aber ich vergebe Ihnen , denn Sie wußten nicht , was Sie thaten ; als Sie mein Herz zerrissen , glaubten Sie nur meine schlechten Anlagen mit der Wurzel zu vertilgen . ]
[ gar manche Seelenqual ! ]