adaptations_1st_episode/Bartels_1st.txt(2418 tokens)
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[ ]
[ 1 . Kapitel . Im Hause der Tante zu Gateshead - Hall . Der kalte Winterwind hatte so düstere Wolken und einen so durchdringenden Regen mit sich gebracht , daß es unmöglich war , an diesem Tage einen Spaziergang zu machen . Eliza , John und Georgina hatten sich im Wohnzimmer um ihre Mama geschart : diese lag auf einem Sofa in der Nähe des Kamins und umgeben von ihren Lieblingen , die zufälligerweise in diesem Augenblick weder weinten noch sich zankten , sah sie vollkommen glücklich aus . ]
Ich
[ befand mich ]
[ durfte mich nicht daran beteiligen , indem sie sagte , daß sie mir erst verzeihen würde , wenn ich mich ernstlich bestrebte , mir ein kindlicheres , offenherzigeres , natürlicheres Benehmen anzueignen , wie es zufriedenen Kindern gezieme . , Was habe ich getan ? fragte ich . , Jane , ich liebe weder Spitzfindigkeiten noch Fragen ; es ist mir widerlich , wenn ein Kind sich gegen ältere Leute in dieser Weise benimmt . Setze dich irgendwo hin und schweig , bis du freundlicher reden kannst . Ein kleines Frühstückszimmer stieß ]
an
[ einem regnerischen Nachmittage ]
[ das Wohnzimmer ; ich schlüpfte hinein . Hier stand ein Bücherschrank . Bald hatte ich mich eines großen Bandes bemächtigt , nachdem ich mich zuerst vorsichtig vergewissert hatte , daß Bilder darin waren . Ich stieg auf die Fensterbank , zog die Füße nach und kreuzte die Beine wie ein Türke ; dann zog ich die dunkelroten MoireeVorhänge fest zusammen und saß so ]
in einer
[ tiefen Fensternische verborgen , wo ich auf meinen gekreuzten Beinen saß und in einem großen Buche blätterte ]
[ doppelten Verborgenheit . Ihr fürchtete nichts als eine Störung - und diese kam nur zu bald . Die Tür zum Frühstückszimmer öffnete sich . , Heda , Träumerin ! r rief John Reed ; dann hielt er inne ; offenbar war er erstaunt ]
, das
[ ich mir aus der Bibliothek im Salon geholt hatte . Es waren die „Vögel Englands von Bowick“ . Ich betrachtete mit bewunderungsvoller Aufmerksamkeit die schönen colorirten Kupferstiche , und wenn meine Augen von dem Buche aufblickten , suchten sie entweder die schweren grauen Wolken , die der Wind vor sich hertrieb , oder den traurigen Anblick eines noch laublosen und vom Wasser triefenden Gartens . Plötzlich wurde die Thür des Speisesaales mit Geräusch geöffnet und eine wohlbekannte Stimme schreckte mich auf . „Hierher , Schläferin ! “ rief mein liebenswürdiger Vetter , hielt aber inne , als er Niemanden in dem scheinbar leeren ]
[ ]
Zimmer
[ erblickte ]
[ leer zu finden ]
.
[ „Wo ]
[ , Wo zum ]
Teufel
[ mag ]
[ ist ]
sie
[ sich versteckt haben ]
[ denn ]
?
[ “ ]
[ ' ]
fuhr er fort
[ . „Lizzy ]
[ , , Lizzy ]
!
[ George ]
[ Georgy ]
!
[ ( dies waren seine ]
[ ' rief er seinen ]
Schwestern
[ ) ]
[ zu , , ]
Jane ist
[ also ]
[ ]
nicht hier .
[ ]
[ Sagt doch ]
Mama
[ glaubt ]
[ ]
,
[ ]
[ daß ]
sie
[ ]
[ in den Negen hinausgelaufen ]
ist
[ im Regen ausgegangen ]
[ - das böse Tier ! ]
,
[ die nichtswürdige kleine Hexe . “ Dieser Eingang ermuthigte mich nicht ]
[ Wie gut , daß ich den Vorhang zusammengezogen habe ]
,
[ zum Vorschein zu kommen und ich verhielt mich daher ganz still , indem ich glaubte , Master John , dessen physischer ]
[ dachte ich ; ]
und
[ moralischer Scharfblick auf gleicher Höhe standen , werde mich in meinem ]
[ dann wünschte ich inbrünstig , daß er mein ]
Versteck nicht
[ auffinden . Aber Elisa ]
[ entdecken möge ; er würde es auch niemals entdeckt haben ; er war langsam , sowohl von Begriffen wie in seinem Beobachtungsvermögen ; aber Eliza steckte den Kopf zur Tür hinein und sagte sofort : E I ? . - » daß der erwähnte Jack mich hervorziehen würde . , Da bin ich , was wünschest du ? ' fragte ich mit Mißtrauen . , Es heißt : Was wünschen Sie , Mr . Reed , ? lautete seine Antwort . John Reed war ein Schuljunge von vierzehn Jahren ; vier Jahre älter als ich , denn ich war erst zehn Jahre alt ; groß und stark für sein Alter , mit einer ungesunden Gesichtsfarbe ; große Züge in einem breiten Gesicht , plumpe Gliedmaßen und große Hände und Füße . Er quälte und schlug mich ; nicht etwa dann und wann , sondern fortwährend und unaufhörlich ; jeder Nerv in mir fürchtete ihn , wenn er in meine Nähe ]
kam
[ ]
[ . Es gab Augenblicke , wo der Schrecken , den er mir einflößte , mich ganz verwirrt machte ; denn ich fand niemand , der mich gegen seine Drohungen und Tätlichkeiten verteidigte . Aus Gewohnheit gehorchte ich John auch dieses Mal und näherte mich seinem Stuhl : ungefähr drei Minuten streckte er mir seine Zunge so weit entgegen , wie er es ermöglichen konnte ; ich wußte , daß er mich jetzt gleich schlagen würde , und obgleich ich den Schlag fürchtete , vermochte ich doch über das häßliche Gesicht des Burschen meine Betrachtungen anzustellen . Ich weiß nicht , ob er diese Gedanken ]
auf
[ seinen Ruf herbei und leitete ihn sehr bald ]
[ meinem Gesichte las , denn plötzlich , ohne ein Wort zu sagen , schlug er heftig ]
auf
[ meine Spur ]
[ mich los ]
. Ich
[ konnte nicht mehr zurückweichen ]
[ taumelte ; dann gewann ich das Gleichgewicht wieder und trat einige Schritte von seinem Stuhl zurück . ]
,
[ ich schob daher ]
[ Das ist für die Frechheit , mit der du vor einer Weile Mama eine Antwort gegeben hast , ' ' sagte er , , und dafür , daß du dich hinter ]
den Vorhang
[ zurück , der mich verhüllte und , das nervöse Zittern , das mich bereits ergriffen hatte , unter einem Schein kalter Ruhe verbergend , erschien ich vor meinem jungen Tyrannen . „Was willst Du von mir ? “ fragte ich ihn in einem Tone , aus welchem schon Mißtrauen hervorblickte . „Was willst Du von mir , Master Reed ? “ wiederholte er , einen besonderen Nachdruck auf die beiden letzten Worte legend . „So mußt Du mit mir sprechen . Ich will , Du sollst hierher kommen . Indem er sich in einen großen Lehnstuhl warf , winkte er mir , . näher zu treten und vor ihm stehen zu bleiben . John war damals ein plumper Bursche von etwa vierzehn Jahren , von zugleich robusten und ungesundem Aussehen , mit bleicher , fahler Gesichtsfarbe , überhaupt allen äußeren Merkmalen der zügellosen Unmäßigkeit im Essen . Er aß in der That unglaublich viel , und seine Mutter , welche stets um die , wie sie sagte , äußerst zarte Körperconstitution dieses verzogenen Knaben besorgt war , konnte ihm gleichwohl die täglichen Ausschweifungen im Genusse von Speisen nicht verbieten , die seinen nichts weniger als zarten Organismus erschlafften . Gewöhnt , mich dem Willen dieses Menschen zu unterwerfen , dessen bloßer Anblick einen peinlichen Eindruck auf mich machte , näherte ich mich ihm , ohne ein Wort zu sagen . Er heftete seine Augen auf die meinigen und als er sah , daß sich diese nicht zu Boden senkten , schnitt er mir ein abscheuliches Gesicht , der gewöhnliche Vorbote seiner Mißhandlungen . Ich ahnte , daß er mich schlagen würde , aber ich weiß nicht , welche geheime Kraft mich unbeweglich bleiben ließ , indem ich mit kalter Geringschätzung dieses häßliche Gesicht betrachtete . Wahrscheinlich verstand er diese stumme Sprache , denn er zögerte nicht länger , mir einen so heftigen Faustschlag zu geben , daß ich einen oder zwei Schritte zurücktaumelte und Mühe hatte , mich auf den Füßen zu erhalten . „Das ist für Dein ungebürliches Benehmen , nicht zu antworten , wenn ich Dich rufe , “ sagte er zu mir , „und für Dein schlangenartiges Verkriechen hinter unsere Vorhänge , so wie ]
[ verkriechst und ]
für den
[ verbissenen Zorn ]
[ Blick ]
,
[ der seit ]
[ den ich vor ]
zwei
[ langen ]
[ ]
Minuten
[ aus Deinen ]
[ in deinen ]
Augen
[ spricht ]
[ gewahrte ]
,
[ boshafte Spinne . “ Ich entgegnete nie ]
[ du Ratte , du ! ' ' An Johns Beschimpfungen gewöhnt , fiel es mir niemals ein , irgend ]
etwas auf
[ John Reeds Schimpfworte , denn ich war immer damit beschäftigt , mich auf ]
[ dieselben zu erwidern ; ich dachte nur daran , wie ich ]
den Schlag
[ gefaßt zu machen ]
[ aushalten sollte ]
, der
[ ihnen ]
[ unfehlbar auf die Schmähung ]
folgen
[ konnte ]
[ würde ]
.
[ „Was machtest Du dort ]
[ , Was hast du da hinter dem Vorhang gemacht ]
?
[ ]
[ ' ]
fragte er weiter
[ , indem er nach dem Fenster zeigte , an welchem ich eine so traurige und zugleich angenehme Stunde zugebracht hatte ]
[ ]
.
[ „Ich las ]
[ , Ich habe gelesen ]
.
[ “ „Zeige ]
[ Zeige ]
mir das Buch .
[ “ ]
[ ]
Ich
[ ]
[ ging an das Fenster zurück und ]
holte es
[ herbei ]
[ ]
.
[ „Ich ]
[ , Du hast keine Erlaubnis , unsere Bücher zu nehmen ; du bist eine Untergebene , hat Mama gesagt ; du hast kein Geld ; dein Vater hat dir nichts hinterlassen ; eigentlich solltest du betteln und hier nicht mit vornehmen Kindern , wie wir es sind , zusammen leben und dieselben Mahlzeiten essen wie wir und Kleider tragen , die Mama bezahlen muß . Nun , ich ]
will
[ Dich ]
[ dich ]
lehren
[ ]
[ , zwischen meinen Büchern umherzustöbern , denn sie gehören mir , und das ganze Haus gehört mir oder wird mir wenigstens in einigen Jahren gehören ]
.
[ “ fuhr ]
[ Geh ' und stell ' dich an die Tür ! r Ich gehorchte , da ich keine Ahnung von seiner Absicht hatte ; als ich aber gewahrte , daß ]
er
[ fort in meinen Bibliotheken herumzustöbern und meine Bücher zu besudeln ]
[ das Buch emporhob und mit demselben zielte , sprang ich unwillkürlich zur Seite und stieß einen Schreckensschrei aus ]
,
[ kleine Betteldirne . Geh dorthin , neben den Spiegel . . . ]
[ jedoch ]
nicht
[ so nahe ans Fenster ]
[ früh genug ; das Buch traf mich , und ich fiel mit dem Kopf gegen die Tür und verletzte mich ]
.
[ ]
[ Die Wunde blutete , der Schmerz war heftig . , Böser , grausamer Bube ! r schrie ich . , Du bist wie ein Mörder - - du bist wie ein Sklaventreiber - du bist wie die römischen Kaiser ! ’ ]
Ich hatte
[ den Zweck dieses Befehls anfangs nicht errathen . Als ich mich aber an der bezeichneten Stelle befand , wurde ]
[ Goldsmiths Geschichte Roms gelesen und ]
mir
[ Alles klar ]
[ meine eigene Ansicht über Nero ]
,
[ denn ich sah ]
[ Caligula und andere gebildet . Im stillen hatte ich Vergleiche angestellt , welche laut zu äußern , ich mir allerdings niemals vorgenommen hatte . , Was ! Was ! schrie er . , Hat sie das zu mir gesagt ? Habt ihr es gehört , Eliza und Georgina ? Das werde ich der Mama erzählen ! - Aber zuvor - - Er rannte auf mich zu ; ich fühlte ]
, wie er
[ den dicken Band , den ich ]
[ mein Haar und meine Schulter faßte ; er kämpfte mit einer Verzweifelten . Ich sah wirklich in ]
ihm
[ gebracht hatte , emporhob und in der Luft schwenkte . Mit einem Angstschrei sprang ich auf die Seite ]
[ einen Tyrannen ]
,
[ aber es war zu spät . John hatte richtig gezielt . Das Buch traf mich an die Stirn und ich fiel gegen die Thür , deren Kante mir die Haut verletzte ]
[ - einen Mörder ]
. Ich fühlte
[ ]
[ dann , wie Blutstropfen von meinem Kopfe auf den Hals herabträufelten und empfand ]
einen
[ empfindlichen ]
[ stechenden ]
Schmerz
[ ]
[ . Diese Gefühle siegten für den Augenblick über die Furcht , ]
und
[ ]
[ ich trat ihm in wahnsinniger Wut entgegen . Was ich mit meinen Händen tat , kann ich jet nicht mehr sagen , aber er schrie fortwährend laut : , Ratte , Ratte ! Bald kam ihn Hilfe . Mrs . Reed erschien auf der Szene , und ihr folgten die Wärterin Bessie und ihr Kammermädchen Abbot . Man trennte uns ; dann vernahm ich die Worte : , Um des Himmels willen ! Welch eine Furie , so auf Mr . John loszustürzen ! ' ' , Hat man jemals ein so wütendes Geschöpf gesehen ! ? Dann fügte Mrs . Reed hinzu : , Führt sie in das rote Zimmer und schließt sie dort ein . ' ? Vier Hände ergriffen mich , und ich wurde die Treppe hinaufgetragen . 2 . Kapitel Meine Hausgenossen . Auf dem ganzen Wege leistete ich Widerstand ; dies war etwas Neues bei mir und ein Umstand , der Bessie und Miß Abbot in der schlechten Meinung bestärkte , welche diese ohnehin schon von mir hegten . Tatsache ist , daß ich vollständig außer mir war . Ich wuffe sehr wohl , daß die Empörung dieses einen Augenblicks mir schon schwere Strafen zugezogen haben mußte , und wie viele rebellische Sklaven war ich fest entschlossen , bis zum Äußersten zu gehen . , Halten Sie ihre Arme , Miß Abbot ; sie ist wie eine wilde Kate . , Schämen Sie sich ! Schämen Sie sich ! r rief das Kammermädchen . , Welch ein abscheuliches Betragen , Miß Eyre , den jungen Herrn zu schlagen ! Den Sohn Ihrer Wohltäterin ! Ihren Herrn ! , Herr ! Wie , ist er mein Herr ? Bin ich denn eine Dienerin ? , Nein . Sie sind weniger ]
als
[ ich die Hand , mit der ich mechanisch ]
[ eine Dienerin , denn Sie tun nichts , Sie arbeiten nicht für Ihren Unterhalt . Da ! Setzen Sie sich und denken Sie über Ihre Bosheit ]
nach
[ meiner Wunde gegriffen , wieder zurückzog , war ]
[ ! Unterdessen hatten ]
sie
[ mit Blut befleckt . Eine unwiderstehliche Entrüstung folgte dem Gefühle , ]
[ mich in ]
das
[ mich anfangs beherrscht hatte ]
[ von Mrs ]
.
[ Und da ich damals die römische Geschichte las , da ich John ]
[ ]
Reed
[ oft im Stillen mit Nero , Caligula ]
[ bezeichnete Gemach gebracht ]
und
[ andern , fast eben so verabscheungswürdigen Tyrannen verglichen hatte , so rief ich aus : „Du bist ein böser und grausamer Mensch . . . Tu gleichst einem Mörder . . . einem Sklavenhändler . . . den Kaisern von Rom ! “ Diese Beleidigung mußte John Reed überraschen . Sie erbitterteihn auf ' s Höchste und in rasender Wuth stürzte er auf mich zu . Ich fühlte , daß er mich zugleich bei den Schultern und bei den Haaren faßte . Einige warme Blutstropfen flossen über meinen Hals : mein glühender Kopf , meine iu diesem Augenblicke heftigeren Schmerzen , ganz besonders aber der Gedanke , daß ich ein wirkliches Ungeheuer , ähnlich den Kaisern Goldsmiths vor mir hatte , raubten mir alle Selbstbeherrschung . Ich leistete einen verzweifelten und siegreichen Widerstand , ohne zu wissen , welche Rolle meine Nägel und vielleicht auch meine Zähne dabei spielten . Bald sah sich Master John in die Nothwendigkeit versetzt , um Hülfe zu rufen . Sobald der Ton seiner Stimme in das Nebenzimmer drang , kamen die beiden vertrautesten Dienerinnen der Mistreß Reed herbei und als ihnen mit großer Mühe gelungen war , uns zu trennen , , vernahm ich die rauhe und kreischende Stimme meiner Tante , welche den Lärm übertönte . „Mutter , sieh nur , wie Jane mich zugerichtet hat“ - - - rief John ihr entgegen - - - sie hat mich geschlagen , gekratzt und gebissen , und - - was meinst Du , weshalb ? Weil ich ihr verbot , mir meine Bücher zu verderben . „Der Bube hat ohne Veranlassung mich arg gemißhandelt ! “ - - - wollte ich entgegnen , aber meine Stimme wurde von der meiner . Tante übertönt . „Wie , Du hast Dich unterstanden , Dich an meinen Sohn thätlich zu vergreifen ? Ist das der Respekt , den Du ihm schuldig bist ? Ist das der Dank für die Wohlthaten , die wir Dir gewähren ? “ Sie ließ mich nicht zu Worte kommen . „In die rothe Kammer ! “ rief sie , „schließt sie ein und lasst sie dort ! “ Ich hätte nie geglaubt , daß ich mich je gegen diese gefürchtete Stimme auflehnen könnte . Aber in diesem Augenblicke gab es auf der ganzen Welt keinen Herrn für mich , und nur mit Gewalt brachte man mich aus dem Zimmer , in welchem der eben erzählte Auftritt stattgefunden hatte . Selbst in der rothen Kammer , als ich ]
[ mich ]
auf einen Stuhl
[ gesetzt worden war , ]
[ geworfen ; wie eine Sprungfeder ]
wollte ich wieder
[ aufspringen und den Kampf ]
[ von demselben emporschnellen ; vter Hände hielten mich jedoch augenblicklich wie ]
mit
[ meinem Vetter erneuern ]
[ eisernen Klammern fest ]
.
[ Die beiden Dienerinnen wußten ]
[ , Wenn Sie ]
nicht
[ mehr ]
[ stillsitzen ]
,
[ welchen Heiligen sie anrufen und wie sie die wüthende Katze bändigen sollten ]
[ werden wir Sie anbinden ]
,
[ die ihnen soviel zu schaffen machte . Endlich hatte die Eine von ihnen einen glücklichen Einfall ; es war ]
[ ? sagte ]
Bessie
[ , das einzige Wesen das mir in diesem fluchwürdigen Hause zuweilen Beweise von einer Art Freundschaft gegeben hatte ]
[ ]
.
[ „Wenn Sie sich noch länger sträuben ]
[ ]
,
[ Miß , “ sagte sie zu mir , „so müssen wir Sie binden . ]
[ ]
Miß Abbot ,
[ “ setzte sie hinzu , „leihen ]
[ leihen ]
Sie mir
[ doch ihre ]
[ Ihre ]
Strumpfbänder
[ , ]
[ ; ]
denn die
[ meinigen ]
[ meinen ]
würde sie bald zerreißen .
[ “ Miß Abbot wendete ]
[ ' Diese Vorbereitungen zu meiner Fesselung und die neue Schande minderten meine Aufregung ein wenig . , Machen Sie ]
sich
[ um und löste die mir bestimmten Fesseln von den kräftigen Pfeilern , auf denen ihr gewaltiger Körper ruhte . Ich sah einen neuen Schimpf voraus , woran der Gedanke mich empörte und mir eine gewisse gezwungene Ruhe gab . „Bemühen Sie sich nicht ]
[ keine Mühe , r schrie ich ]
,
[ Miß Abbot ! “ rief ich aus ]
[ ]
,
[ „ich verspreche Ihnen , mich nicht von der Stelle zu rühren ]
[ ich werde ganz stillsitzen ]
.
[ “ Zur Bekräftigung meines Versprechens klammerte ]
[ Zum Beweise hielt ]
ich mich mit beiden Händen an
[ dem Stuhle ]
[ meinem Sitz ]
fest
[ ]
[ . ]
,
[ auf den ich wider meinen Willen gesetzt worden ]
[ Rühren Sie sich ja nicht , . sagte Bessie ; und als sie sich überzeugt hatte , daß ich wirklich anfing , mich zu beruhigen , ließ sie mich los ; dann stellten sie und Miß Abbot sich mit gekreuzten Armen vor mich und blickten mich finster an , als zweifelten sie an meinem gesunden Verstande . , Das hat sie bis jetzt noch niemals getan ' , sagte endlich Bessie zur Abigail gewendet . , Aber es hat schon lange in ihr gelegen , ' ' ]
war
[ ]
[ die Antwort . , Ich habe der gnädigen Frau schon oft meine Meinung über das Kind gesagt , und sie denkt ebenso . Sie ist für ihr Alter ein verstocktes und verschlossenes Ding ]
. Bessie
[ sah ]
[ antwortete nicht ; nach einer Weile wandte sie sich zu mir und sagte : , Fräulein , Sie sollten doch bedenken ]
, daß
[ ]
[ Sie Mrs . Reed verpflichtet sind , sie erhält Sie . Wenn sie Sie fortjagte , so müßten Sie ins Armenhaus gehen . Auf diese Worte fand ]
ich
[ im Ernst sprach und es war daher ]
[ nichts zu erwidern ; sie waren mir ]
nicht mehr
[ die Rede davon , mich zu binden ]
[ neu . Dieser Vorwurf meiner Abhängigkeit war in meinen Ohren fast zum leeren Singsang geworden . Nun fiel auch Miß Abbot ein : , Und Sie sollten auch nicht denken , daß Sie den Damen Reed und Mr . Reed ebenbürtig sind , weil Mrs . Reed Ihnen gütig erlaubt , mit ihren Kindern erzogen zu werden ]
.
[ Die beiden Mädchen hielten es nun für angemessen ]
[ Diese werden einmal sehr reich werden , und Sie sind arm . Sie müssen bescheiden sein und versuchen ]
,
[ mir ]
[ sich bei ihnen beliebt zu machen . ' , Was wir Ihnen sagen , ist nur zu Ihren Besten , ? fügte Bessie hinzu , , Sie sollten versuchen , sich nützlich und angenehm zu machen , dann würden Sie hier vielleicht ]
eine
[ lange Predigt zu halten über mein thörichtes Benehmen ]
[ Heimat finden ; wenn Sie aber heftig ]
und
[ über die Nothwendigkeit ]
[ ungezogen werden ]
,
[ daß ich mich , da ich arm und schutzlos war , dem Willen derjenigen unterwerfen müsse , die mir Brot gaben ]
[ so wird Mrs . Reed Sie zweifellos fortschicken . , Außerdem , ' sagte Miß Abbot , , wird Gott Sie strafen . Er könnte Sie in Ihrem Zorn tot zu Boden fallen lassen , und wohin kämen Sie dann ? Kommen Sie , Bessie , wir wollen sie allein lassen ; um nichts in der Welt möchte ich ihr Herz haben ]
.
[ In trotzigem Stillschweigen und ohne meine fast herrische Stellung zu verändern ]
[ Sagen Sie Ihr Gebet ]
,
[ hörte ich Alles mit an ]
[ Miß Eyre , wenn Sie allein sind ; denn wenn Sie nicht bereuen , könnte etwas durch den Kamin herunterkommen und Sie mitnehmen ]
.
[ ]
[ ' ' ]
Sie gingen
[ endlich ]
[ ]
und
[ verschlossen ]
[ schlossen ]
die
[ Thür . Die Augenblicke , welche auf ihre Entfernung folgten , habe ich nicht vergessen ]
[ Tür hinter sich zu ]
. Das
[ rothe ]
[ rote ]
Zimmer war ein
[ großes ]
[ Gemach ]
,
[ ]
[ in dem nur ]
selten
[ bewohntes Ge mach , denn Besuche waren ]
[ jemand schlief . Und doch war es eins der schönsten und prächtigsten Gemächer ]
in Gateshead - Hall
[ eben nicht häufig ]
[ ]
.
[ In der Mitte dieses öden und stillen Zimmers , das etwas Majestätisches hatte , wie das Tabernakel eines jüdischen Tempels , ]
[ Im Mittelpunkt ]
stand
[ auf massiven , dunkelbraunen Mahagonyfüßen ]
[ ]
ein
[ großes ]
[ ]
Bett
[ ]
[ von Mahagoni ]
, mit Vorhängen von
[ rothem ]
[ dunkelrotem ]
Damast
[ . Gardinen ]
[ behängt ; die beiden großen Fenster wurden durch Draperien ]
von
[ dem nämlichen ]
[ demselben ]
Stoffe
[ und der nämlichen Farbe hingen vor den zwei hohen Fenstern , deren Läden nie geschlossen wurden . Der Fußboden ]
[ halbverhüllt ; der Teppich war rot ; der Tisch am Fußende des Bettes ]
war mit
[ ]
[ einer roten Decke belegt ; die Wände waren mit ]
einem
[ rothen Teppich bedeckt ]
[ Stoffe behängt ]
,
[ ]
[ der auf lichtbraunem Grunde ein zartes rosa Muster trug ; der Kleiderschrank , der Toilettetisch , die Stühle waren aus dunklem , poliertem Mahagoni angefertigt . Aus diesen düsteren Schatten erhoben sich weiß und glänzend die Kopfkissen . unheimlich stach ein ebenfalls weißer Lehnstuhl hervor . Damals erschien er mir wie ein geisterhafter Thron . Das Zimmer war eisigkalt , weil nur selten ein Feuer in demselben angezündet wurde ; es war still , weil es weit von der Kinderstube und den Küchen entfernt lag ; unheimlich , weil niemals jemand dasselbe betrat . Mr . Reed war seit neun Jahren tot ; in diesem Gemache hatte er seinen letzten Atemzug getan ; hier lag er aufgebahrt ; von hier hatten die Leichenträger ihn hinausgetragen - und seit jenem Tage wurde dieser Raum ängstlich gemieden . Auch mich ergriff bald die Angst in diesem unheimlichen Aufenthaltsorte . Ich stand auf , um nachzusehen , ob die Tür zu öffnen sei . Ach ! Keine Kerkertür konnte sicherer verschlossen sein ! Als ich wieder zurückging , mußte ich an dem Spiegel vorüber . In ihm sah alles noch kühler und hohler und düsterer aus als in Wirklichkeit , und die wunderliche , kleine Gestalt , die mir aus ihm entgegenblickte , mit blassem Gesicht und Armen , die scharf aus der Dunkelheit hervorleuchteten , sah aus , wie ein wirkliches Gespenst ; ich dachte an einen jener Kobolde , wie sie in Bessies Dämmerstunden - Geschichten aus wilden Schluchten und düsteren Mooren hervorkamen . Ich kehrte auf meinen Sit zurück . Mein Kopf schmerzte noch und blutete nach dem erhaltenen Schlage und dem Falle , welchen ich getan hatte ; niemand hatte John einen Verweis erteilt , weil er mich grundlos geschlagen ; aber weil ich mich gegen ihn aufgelehnt hatte , hatten alle mich mit den lautesten Schmähungen überschüttet . Wie erregt war mein Gemüt , wie furchtbar empört mein Herz ! Ich hatte keine Antwort auf die unaufhörlich wiederkehrende Frage , weshalb ich so viel leiden mußte . Jeht nach Verlauf von vielen Jahren ist mir alles klar . Ich war in GatesheadHall ein Stein des Anstoßes . Sie liebten mich nicht , und in der Tat , ich liebte sie ebensowenig . Es war auch nicht ihre Pflicht , mit Liebe auf ein Wesen zu blicken , welches mit niemand sympathisieren konnte ; ein nutzloses Wesen , welches ihrem Interesse nicht dienen , zu ihrem Vergnügen nichts beitragen konnte . Ich weiß wohl , daß , wenn ich ein geistreiches , schönes , wildes Kind gewesen wäre - wenn auch ebenso abhängig und freundlos - so würde Mrs . Reed meine Gegenwart mit mehr Geduld ertragen haben ; ihre Kinder hätten für mich ein freundlicheres Gefühl der Gemeinsamkeit gehegt ; die Dienstboten wären weniger geneigt gewesen , mich zum Sündenbock der Kinderstube zu machen . Auf den bewölkten Nachmittag folgte die trübe Dämmerung . Ich hörte den Regen noch unaufhörlich gegen das Fenster der Treppe schlagen , wie den Wind in den Gebüschen hinter dem Herrenhause heulen ; nach und nach wurde ich so kalt wie Stein , und dann begann mein Mut zu sinken . Die gewöhnliche Demut , Zweifel an mir selbst , einsame Traurigkeit bemächtigten sich meiner und schlugen die Asche meiner dahinschwindenden Wut nieder . Alle sagten ja , daß ich boshaft sei - - vielleicht war es der Fall , denn hatte ich nicht soeben den Gedanken gefaßt , mich zu Tode zu hungern ? Das war doch gewiß ein Verbrechen : war ich bereit zu sterben ? oder war das Gewölbe unter der Kanzel in der Kirche von Gateshead ein so einladendes Ziel ? In diesem Gewölbe lag Mr . Reed begraben , wie man mir gesagt hatte . Ich konnte mich seiner nicht erinnern ; aber ich wußte , daß er mein Onkel gewesen , - - der einzige Bruder meiner Mutter - - daß er mich in sein Haus aufgenommen , als ich ein armes , elternloses Kind gewesen ; und daß er noch in seinen letzten Augenblicken Mrs . Reed das Versprechen abgenommen hatte , mich wie ihr eigenes Kind zu erziehen . Mrs . Reed war höchstwahrscheinlich der Überzeugung , daß sie dieses Versprechen gehalten habe , und soweit ihr Charakter ihr dies erlaubte , hatte sie es auch getan ; aber wie sollte sie denn auch in Wirklichkeit für einen Eindringling Liebe hegen , der nicht zu ihrer Familie gehörte und nach dem Tode ihres Gatten durch keine Bande mehr an sie geknüpft war ? Es mußte allerdings ärgerlich sein , sich durch ein unter solchen Umständen gegebenes Versprechen gebunden zu sehen , an einem fremden Kinde , das sie nicht lieben konnte , Mutterstelle zu vertreten . Eine sonderbare Idee stieg in mir auf . Ich dachte , wie Mr . Reeds Geist , gequält durch das Unrecht , welches man dem Kinde seiner Schwester zufügte , seine Ruhestätte verließ - entweder in dem Gewölbe der Kirche oder in dem unbekannten Lande der Abgeschiedenen - und in diesem Zimmer mir erscheinen könne . Ich trocknete meine Tränen und unterdrückte mein Schluchzen ; denn ich fürchtete , daß diese lauten Äußerungen meines Kummers eine übernatürliche Stimme zu meinem Troste wachrufen könnten , oder aus dem mich umgebenden Dunkel ein Antlitz hervorleuchten lassen könnten , das sich mit wundersamem Mitleid über mich beugte . Mein Haar von Stirn und Augen streichend , erhob ich den Kopf und versuchte in dem dunklen Zimmer umherzublicken . In diesem Augenblick sah ich einen Lichtschein an der Wand ! - War es vielleicht der Mondstrahl , der durch eine Offnung in dem Vorhang drang , fragte ich mich ? Nein , die Mondstrahlen waren ruhig , und dies Licht bewegte sich ; während ich noch hinblickte , glitt es zur Decke hinauf und erzitterte über meinem Kopfe . jetzt kann ich freilich begreifen , daß dieser Lichtstreifen wahrscheinlich der Schimmer einer Laterne war , welche jemand ]
über den
[ ]
[ freien Plat ]
vor dem
[ Bett stehenden Tisch ]
[ Hause trug ; aber damals hielt ich in meinem aufgeregten Gemüt den sich schnell bewegenden Strahl für den Vorboten einer Erscheinung aus einer anderen Welt . Mein Herz pochte laut , mein Kopf wurde heiß ; in meinen Ohren spürte ich ein Brausen , das ich für das Rauschen der Flügel hielt . Ich fühlte meinen Atem stocken , ich stürzte auf die Tür zu und rüttelte mit verzweifelter Anstrengung am Schlosse . Eilende Schritte kamen durch den äußeren Korridor daher ; der Schlüssel wurde im Schlosse umgedreht , Bessie und Miß Abbot traten ein . , Miß Eyre , sind Sie krank ? fragte Bessie . , Welch ein schreclicher Lärm ! Ich bin ganz außer mir ! ’ rief Abbot aus . , Nehmt mich mit hinaus ! Laßt mich in die Kinderstube ! r schrie ich . , Weshalb denn ? Ist Ihnen irgend etwas geschehen ? Haben Sie etwas gesehen ? fragte Bessie wiederum . , O , ich sah ein Licht und ich meinte , daß ein Geist kommen würde . Ich hatte mich jetzt Bessies Hand bemächtigt , und sie entzog sie mir nicht . , Sie hat mit Absicht so geschrien , ' erklärte Abbot mit einigem Widerwillen . , Und welch ein Geschrei ! Wenn sie Schmerzen gehabt hätte , so könnte man es noch entschuldigen , aber ihre einzige Absicht ]
war
[ ein ähnliches Tuch gebreitet ]
[ , uns alle herbeizulocken . Ich kenne ihre Unarten schon . , Was geht hier vor ? fragte eine andere Stimme gebieterisch ; ]
und
[ die Wände ]
[ Mrs . Reed kam ]
mit
[ einem lichten Stoffe bekleidet ]
[ flatternden Haubenbändern und wehendem Kleide durch den Korridor daher . , Abbot und Bessie , ich glaube , daß ich befohlen habe , Jane Eyre in dem roten Zimmer zu lassen , bis ich selbst sie holen würde ? , Miß Jane schrie so laut , Madame , ’ wandte Bessie zögernd ein . , Laß sie los , war die einzige Antwort . , Laß Bessies Hand los , Kind : verlaß dich darauf , auf diese Weise wirst du nicht durchkommen . Ich verabscheue solche List , besonders bei Kindern ; es ist meine Pflicht , dir zu beweisen , daß du mit solchen Kniffen nicht weit kommst . Jetzt wirst du noch eine Stunde hierbleiben , und nur unter der Bedingung gebe ich dich frei , wenn du mir das Versprechen gibst , vollkommen ruhig und unterwürfig zu sein . , O , Tante hab ' Erbarmen ! Vergib mir doch ! Ich kann es nicht ertragen . - - Bestrafe mich doch auf andere Weise ! Ich komme um , wenn - ‘ , Sei still ! Diese Heftigkeit ist ganz empörend ! ’ Ohne Zweifel hegte sie auch Abscheu gegen mein Betragen . In ihren Augen war ich eine frühreife Schauspielerin . Als Bessie und Abbot sich zurückgezogen hatten , warf Mrs . Reed , die meiner wahnsinnigen Angst und meines lauten Schluchzens wohl überdrüssig geworden sein mochte , mich rasch in das Zimmer zurück und schloß mich ohne weitere Worte wieder ein . Ich hörte sie davonrauschen ; und bald , nachdem sie gegangen wac , umfing mich Bewußtlosigkeit . 3 . Kapitel . Bessie , die einzige mitleidige Seele . Als ich erwachte , hörte ich Stimmen , die hohl an mein Ohr klangen , als würden sie durch das Rauschen des Wassers oder Toben des Windes übertönt . Die Aufregung , die Ungewißheit und ein alles beherrschendes Gefühl des Entsetzens hielt alle meine Sinne gefangen . Nach einiger Zeit fühlte ich , daß jemand mich berührte , mich aufrichtete und mich in eine sitzende Stellung brachte , und zwar viel liebreicher und sorgsamer , als mich bis jetzt irgend jemand emporgehoben hatte . Ich lehnte meinen Kopf gegen einen Arm oder ein Polster und fühlte mich behaglich . Fünf Minuten später wurde es mir klar , daß ich in meinem eigenen Bette lag . Es war Nacht ]
,
[ ]
[ eine Kerze brannte ]
auf dem
[ ]
[ Tische ; Bessie stand am Fußende meines Bettes und hielt ein Waschbecken in der Hand , ein Herr saß auf einem Lehnstuhle neben mir und beugte ]
sich
[ einzelne rothe Streifen befanden . Der Kleiderschrank ]
[ über mich . Ich empfand eine wohltuende Sicherheit , als ich sah , daß sich ein Fremder im Zimmer befand ]
, der
[ Toilettenschrank und die Stühle ]
[ nicht zum Haushalt ]
von
[ altem ]
[ Gateshead ]
,
[ dunklen Mahagony glänzten in der Dunkelheit , ]
[ nicht zu den Verwandten ]
von
[ der besonders noch zwei Gegenstände grell abstachen : die Matratzen und Kissen des Bettes mit blendendweißen Ueberzügen , und dann ein Krankenlehnstuhl , mit einem gleichen Ueberzuge und einem Auftritte , der mir in diesem feierlichen Augenblicke wie ein „bleicher Thron“ erschien ]
[ Mrs . Reed gehörte ]
. Es war
[ empfindlich kalt in diesem ]
[ Mr . Lloyd , ein Apotheker , den Mrs . Reed zuweilen rufen ließ , wenn ihre Dienstboten krank waren . Für sich selbst und die Kinder nahm sie einen Arzt . , Nun , wer bin ich ? fragte er . Ich sprach seinen Namen aus und streckte ihm zu gleicher Zeit meine Hand entgegen ; er nahm sie lächelnd und sagte : , h , es wird langsam besser mit uns werden . Dann legte er mich nieder und befahl Bessie , mich während der Nacht nicht zu stören . Nachdem er noch weitere Weisungen erteilt und gesagt hatte , daß er am folgenden Tage wiederkommen würde , ging er zu meiner größten Betrübnis fort . Als er fortgegangen war , verzagte mein Herz von neuem . , Glauben Sie , daß Sie schlafen werden , Miß ? ' fragte Bessie mich ziemlich sanft . Kaum wagte ich , ihr zu antworten , denn ich fürchtete , daß im nächsten Augenblick sie wieder unfreundlich mit mir reden würde . aIch will es versuchen , sagte ich . , Möchten Sie nicht irgend etwas essen oder trinken ? , Nein , ich danke , Bessie . , Nun , dann werde ich zu Bett gehen , denn es ist schon nach Mitternacht ; aber Sie können mich rufen , wenn Sie während der Nacht etwas brauchen . Welche auffällige Höflichkeit ! Sie ermutigte mich , eine Frage zu stellen . , Bessie , was ist denn mit mir geschehen ? Bin ich sehr krank ? , Ich vermute , daß Sie von Ihrem vielen Schreien im roten ]
Zimmer
[ , wo nie ein Feuer angezündet wurde ]
[ krank geworden sind ; aber Sie werden ohne Zweifel bald wieder ganz gesund sein ]
.
[ Da ]
[ Bessie ging in das Zimmer der Hausmädchen . Ich hörte , wie sie dort sagte : , Sara , komm ' und schlaf ! bei mir in der Kinderstube ; ich kann diese Nacht nicht mit dem armen Kinde allein bleiben ; ]
es
[ von die Kinderstube und der Küche ziemlich weit entfernt lag ]
[ könnte sterben ! Ich möchte doch wissen ]
,
[ so herrschte fortwährend ]
[ ob sie irgend etwas gesehen hat . Mrs . Reed war aber auch zu hart gegen sie . Sara kam mit ihr zurück ; beide gingen zu Bett ; sie flüsterten wenigstens noch ]
eine
[ tiefe Stille darin . Endlich war in diesem gespensterhaften Bett mein Oheim vor einigen Jahren verschieden ]
[ halbe Stunde miteinander , bevor sie einschliefen . Ich hörte einige Sätze ihrer Unterhaltung ]
,
[ eine Erinnerung , welche das Schauerliche des mysteriösen Ganzen noch erhöhte . Bald fühlte ich mich beängstigt in diesem öden Raume , der mir ein Grabgewölbe erschien ; ich stand daher von meinem Sitze ]
[ und aus diesen schloß ich ]
auf
[ ging nach der Thür , die , wie ich wähnte , vielleicht offen geblieben konnte ]
[ den Hauptgegenstand ihres Gesprächs ]
.
[ ]
[ , Etwas ist an ihr vorübergegangen , ganz in Weiß gekleidet , dann ist es verschwunden . , ]
Ein
[ kalter Schauder ergriff mich , als ich sah , daß sie wirklich fest verschlossen war . Um auf meinen Platz zurückzukehren , mußte ich bei einem großen Spiegel vorüber ]
[ großer ]
,
[ in welchem ich schon die geisterhafte Form des weißen Todtenbettes erblickt hatte . Mein Blick versenkte sich unwillkürlich in die trügerischen Tiefen , die er mir darbot , und ich sah nun darin ein wunderliches kleines Geschöpf ]
[ schwarzer Hund hinter ihm . - ]
,
[ das mir die schottischen Feen ins Gedächtniß rief , deren boshafte Streiche mir Bessie erzählte , wenn man uns in der Wäschkammer allein ließ und ich auf ihre Bügeleisen Acht gab . – In diesem kleinen mageren und blassem Geschöpf , dessen scheue Augen blitzten , dessen schwache weiße Arme sich ]
[ Dreimal hat es laut an der Zimmertür geklopft . , Ein Licht ]
auf dem
[ dunklen Hintergrunde abzeichneten ]
[ Friedhofe gerade über seinem Grabe ' ' - usw . Endlich schliefen beide ein . Feuer ]
und
[ das ]
[ Licht erloschen . In schaurigem Wachen brachte ich die Nacht hin ; Entsetzen und Angst hielten Ohren , Augen und Sinne wach . Diesem Zwischenfall im roten Zimmer folgte keine lange , ernste , körperliche Krankheit ; nur ]
eine
[ Art stummes Gebet flüsterte , erkannte ich erst nach einiger Zeit . . . ]
[ heftige Erschütterung meiner Nerven , ]
die
[ unglückliche Nichte der Mistreß ]
[ ich noch bis auf den heutigen Tag empfinde . Ja , Mrs . ]
Reed
[ . Es wurde mir fast noch ängstlicher zu Muthe ]
[ ]
,
[ als ich mich mit dieser seltsamen Transfiguration meiner eigenen Person allein sah . Ich sage ]
[ ]
Ihnen
[ nichts von den tausend sonderbaren Bildern , die an meiner überreizten Phantasie vorüberzogen und welche die heftige Aufregung meines Kopfes und die so lange unterdrückte Empörung meines Herzens in mir hervorriefen . Ich weiß nur , daß eine klare Idee von meiner Lage , von der Ungerechtigkeit , unter der ich seufzte , von der Abneigung , deren unschuldiges Opfer ich war , von meiner kränklichen Häßlicheit , die meinen Verwandten ein Gräuel war , und von meiner angeborenen Menschenscheu , welche noch dadurch vermehrt wurde , daß man mir keine Liebe und keine Aufmunterung zu Theil werden ließ , sich zum ersten Male in meinem Geiste festsetzte . Auch weiß ich noch , daß die äußere Dunkelheit nach und nach die spärlichen Lichtstrahlen verlöschte , die in das rothe Zimmer drangen , daß der Himmel noch fortwährend seine Schmerzensthränen vergoß , daß der Wind traurig in den Bäumen des Parkes seufzte , daß mich allmälig eine entsetzliche Angst und eine gänzliche Muthlosigkeit ergriffen , und daß einer meiner letzten Gedanken , ehe ich völlig das Bewußtsein verlor , der feste Vorsatz war , auf diesem nämlichen Bette , wo Herr Reed entschlafen war , Hungers zu sterben . Dann war es mir . als bewegte sich eine menschliche Gestalt unter der Decke des Geisterbettes . . . dies war der Gnadenstoß für mich . - - - - Es scheint , daß ich ganz ohne Besinnung gefunden wurde und daß ich erst nach langer Zeit aus dieser Betäubung erwachte , in welche mich die Angst versetzt hatte . Man mußte den Arzt rufen , ihm die meiner Ohnmacht voraufgegangenen Scenen erzählen und sich wegen der gegen mich angewendeten Strenge rechtfertigen . Dies Alles war keineswegs geeignet , mir das Herz meiner Tante Reed zu gewinnen . Wir geriethen noch mehrere Male in Streit miteinander und bei jeder solchen Gelegenheit steigerte sich mit meiner Widersetzlichkeit gegen ihren Willen der Haß , den ich ihr einflößte . ]
[ verdanke ich gar manche Seelenqual ! ]