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[ Erstes Kapitel . Es ] [ Des es schlechten Wetters wegen - denn es ] war [ keine Möglichkeit ] [ kalt ] , [ ] [ windig und regnerisch - - mußte ] an [ jenem ] [ diesem ] Tage [ einen ] [ der übliche ] Spaziergang [ zu machen . Wir waren freilich am Morgen eine Stunde in der entlaubten Anpflanzung umhergewandert , welche sich bis ans Haus zog ] [ unterbleiben ] ; [ aber seit dem zeitig eingenommenen Mittagessen hatte der kalte winterliche Wind so düstere Wolken und so durchdringenden Regen mit sich geführt , daß von einer weiteren Bewegung im Freien nicht die Rede sein konnte . Mir war das gelegen , denn ich fand kein Vergnügen an weiten Spaziergängen ] [ ich freute mich darüber ] , [ besonders nicht an kalten Nachmittagen . Schrecklich ] [ ] war es [ mir ] [ doch draußen schon recht herbstlich . Da man mich nicht so warm und sorglich kleidete ] , [ in der öden Dämmerung ] [ wie die Kinder des Hauses , so fror mich leicht , und wenn ich dann über die Kälte klagte , schalt man mich zimperlich . Frau Reed war ] mit [ erstarrten Fingern und Zehen nach Hause zu kommen ] [ ihren Kindern Hans ] , [ wo ich dann durch das Schelten der Kindermuhme Bessie noch trauriger gestimmt und durch das Bewußtsein gedemüthigt wurde , daß ich in physischer Hinsicht Elise , John ] [ Elisa ] und [ Georgine Reed so weit nachstand . Elise ] [ Georgina ] , [ John und Georgine hatten sich jetzt ] [ ] im [ Gesellschaftszimmer um ihre Mama gedrängt ] [ Salon ] ; [ sie lag auf einem Sopha in der Nähe des Kamins und schien , von ihren Lieblingen umgeben , vollkommen glücklich . ] [ ] mich hatte sie [ von dieser Gruppe ausgeschlossen ] [ hinausgeschickt ] , [ denn so lange sie nicht von Bessie hören werde , erklärte sie mir , daß ich ernstlich bemüht sei , mir eine geselligere und kindlichere Gemüthsart und ein anziehenderes und lebhafteres Wesen anzueignen , könne sie mir keine Vorrechte einräumen , die nur für zufriedene und frohe kleine Kinder bestimmt seien . , Was sagt Bessie , daß ich gethan habe ? fragte ich . , Johanna , ich liebe den Widerspruch und das Fragen nicht ; überdies ist es wirklich abscheulich , wenn ein Kind sich gegen ältere Personen so benimmt . Setze dich irgendwo nieder und schweige , bis du gelernt hast , dich angenehmer zu machen . ' Neben dem Gesellschaftszimmer befand sich ein kleines Frühstückzimmer , in dieses schlich ich mich . Dort stand ein Bücherschrank , ich nahm ein Buch heraus , natürlich eines mit Bildern , stieg auf den Fenstersitz , schlug meine Füße unter , wie ein Türke , und zog die Vorhänge von rothem Moire dicht zu . So war ich von beiden Seiten geschützt , auf der rechten durch die Draperie , auf der linken durch die Glasscheiben , vor dem unfreundlichen Novemberwetter . Von Zeit zu Zeit , während ich die Blätter meines Buches umschlug , versenkte ich mich in den Anblick dieses Winternachmittags . In der Ferne bot er eine bleiche Masse von Nebel und Gewölk dar ; in der Nähe eine Scene von nassen Rasenplätzen und sturmbewegten Gesträuchen mit unaufhörlichem Regen , den ein klagender Wind wild vor sich her peitschte . Ich kehrte zu meinem Buche zurück - - zu Bewick ' s Naturgeschichte der britischen Vögel . Um den Text kümmerte ich mich im Allgemeinen wenig ; doch waren einige einleitende Bemerkungen da , die ich , so sehr ich auch Kind war , nicht ganz übergehen konnte . Sie handelten von den Wanderungen der Seevögel , von den einsamen Felsen und Vorgebirgen , die nur von jenen Vögeln bewohnt werden , von der norwegischen Küste , die von ihrem südlichen Ende bis zum Nordkap mit Inseln besetzt ist . Auch fesselte mich die Beschreibung der öden Ufer von Lappland , Sibirien , Spitzbergen , Nowaja - Semlja , Island , Grönland ] [ ] mit dem [ weiten Kreise ] [ Bemerken , ich sei unwürdig , die gleichen Vorrechte zu genießen , die nur zufriedenen , glücklichen Kindern zukämen . Ich sollte mich erst eines freundlicheren , offenherzigeren , geselligeren Wesens befleißigen . Je nun , ich war nicht böse darüber , daß ich allein sein sollte . Ich fühlte mich ja doch nicht wohl in ] der [ nördlichen Zone ] [ Gesellschaft dieser Menschen , die mich immer ] von [ Frost ] [ oben herab behandelten ] und [ Schnee , wo feste Eisfelder , die Anhäufung ] [ ] von [ vielen tausend Wintern , den Pol umgeben und die Kälte den höchsten Grad erreicht . Von diesen schneeweißen Regionen bildete ich ] [ denen besonders der etwa 14 Jahre alte Hans ] mir [ meine eigene Idee - - unklar , gleich allen halbBegriffenen Kenntnissen , die seltsam , aber lebhaft durch ] [ verhaßt war . So schlüpfte ich denn in ] das [ kindliche Gehirn treiben ] [ Frühstückszimmer ] . [ Die Worte in diesen einleitenden Bemerkungen verschmolzen sich mit den folgenden Bildern und gaben dem in einer See von Wogen und Schaum alleinstehenden Felsen , dem zertrümmerten , an der verlassenen Küste gescheiterten Boot , dem kalten und geisterhaften Monde , der durch Wolkenschleier auf ein eben untersinkendes Wrack niederblickt , ihre Bedeutung . Jedes Bild erzählte eine Geschichte ; oft geheimnisvoll für meinen unentwickelten Verstand und meine unvollkommenen Gefühle , doch sehr interessant , so interessant , wie die Märchen , die Bessie zuweilen an Winterabenden erzählte , wenn sie zufällig bei guter Laune war . Bewick ' s Buch auf meinem Knie , war ich also glücklich ; glücklich wenigstens auf meine Weise . Ich fürchtete nichts als Störung , und die kam nur ] [ Ein großer Bücherschrank stand darin , und ich hatte nicht lange ] zu [ bald . Die Thür des Frühstückzimmers öffnete sich . ] [ suchen ] , [ Heda ! Jungfer Träumerin ! rief John Reed ' s Stimme . Er verstummte gleich wieder , da er das Zimmer leer ] [ um einen Band ] zu finden [ meinte ] [ , mit dem ich mir die Langeweile gut vertreiben konnte ] . [ ] [ Leider blieb ich nicht lange ungestört . Ich wurde in der Betrachtung der schönen , bunten Bilder plötzlich durch den Ruf unterbrochen : ] , Wo [ , zum Popanz , mag ] [ steckt ] sie [ sein ] [ denn , die Traumsuse ] ? [ fuhr ] [ Ich erschrak , denn ich erkannte Hans Reeds Stimme . Offenbar war ] er [ fort ] [ sehr verwundert , mich nicht im Zimmer zu finden . Ich hatte mich in die Fensternische gesetzt ] und [ ] [ den Vorhang vor mir zugezogen . , Lise , Georgina ! ' ] rief [ dann seinen Schwestern zu : ] [ Hans weiter . ] , [ Lizzy ! Georgy ! Hannchen ] [ Johanna ] ist nicht hier . Sagt [ ] [ doch der ] Mama , [ sie ] [ das Scheusal ] sei in den Regen [ hinaus gelaufen - - das böse Geschöpf ! ] [ hinausgelaufen . ] , [ Es ist gut ] [ Gott bewahre , ' ' antwortete Elisa , die ein wenig aufgeweckter war , als der sowohl geistig wie körperlich schwerfällige Hans . , Sie sitzt gewiß wieder in der Nische . Guck nur nach , Hans . Nun trat ich von selbst heraus , wußte ich doch ] , daß [ ich den Vorhang zugezogen habe ] [ Hans mich im nächsten Augenblick gewaltsam hervorzerren würde . , Ja , hier bin ich ] , ' [ dachte ] [ sagte ] ich [ und wünschte inbrünstig ] [ , , was wünscht ihr ? ] , [ John möge mein Versteck nicht entdecken ; ] [ Sage gefälligst : Was wünschen Sie , Herr Reed , antwortete ] er [ würde mich auch nicht gefunden haben , denn er hatte weder einen raschen Blick , noch einen scharfen Verstand ] [ ] . [ Aber umso mehr war Elise zu fürchten ] [ ] , [ und in der That , kaum steckte sie ihren Kopf durch die Thür , da rief sie auch schon : , Sie ist gewiß auf dem Fenstersitze , John . Ich kam sogleich hervor , denn ich zitterte be dem Gedanken , von John herausgezerrt zu werden . , Was willst du von mir ? fragte ich ihn mit linkischer Schüchternheit . , Was wollen Sie , Monsieur Reed , heißt es , war die Antwort . , Ich will , daß ] [ Gleich kommst ] du hierher [ kommst . Hierauf setzte er sich in einen Lehnsessel und gab mir durch eine gebieterische Bewegung zu verstehen , daß ich mich vor ihn hinstellen sollte . John ] [ , verstehst du ? Hans ] Reed war [ ein Schulknabe von vierzehn Jahren - - ] [ ] vier Jahre älter als ich , denn ich [ war ] [ zählte ] erst zehn [ - - ] [ ; er war ] groß und stark für sein Alter , [ von ungesunder Gesichtsfarbe ] [ sah aber nicht gesund ] , [ mit markirten Linien in ] [ sondern vielmehr aufgedunsen aus . Mit seiner vierschrötigen Gestalt , seiner unklaren Hautfarbe , ] seinem [ breiten Gesichte , plumpen Gliedern ] [ groben Gesicht ] und [ ] [ seinen ] großen [ ] [ Füßen und ] Händen [ und Füßen ] [ sah er auch wirklich nichts weniger als sympathisch aus ] . Er aß [ sich ] [ ] bei Tische gewöhnlich [ sehr voll ] [ so viel ] , [ wodurch ] [ daß ] er [ gallsüchtig wurde und sich ein trübes , gläsernes Auge und welke Backen zuzog ] [ schlechte Laune bekam ] . [ Er ] [ Eigentlich ] hätte [ jetzt in ] [ er jet auf ] der Schule sein [ sollen ; doch ] [ müssen , aber ] seine [ Mutter ] [ Mama ] hatte ihn [ wegen ] [ auf ein paar Wochen nach Hause genommen , ] seiner zarten Gesundheit [ auf einen oder zwei Monate nach Hause genommen ] [ wegen ] . [ Herr Miles , sein Lehrer , ] [ Der Direktor ] versicherte [ ] [ allerdings ] , [ es ] [ man brauche ihm nur weniger Leckereien in die Pension « zu schicken , so ] würde [ sehr gut sein , wenn ihm weniger Kuchen und Leckerbissen ] [ er schon gesünder werden . Das fand die Mutter brutal . Nach ihrer Meinung rührte das schlechte Aussehen ihres Lieblings nur ] von [ Hause geschickt würden ; doch das Mutterherz empörte sich über eine so harte Ansicht und war eher zu der milderen AuFassung geneigt , daß John ' s abgefallenes Gesicht von übergroßer geistiger Anstrengung ] [ Ueberanstrengung ] und vielleicht auch [ vom ] [ von ] Heimweh [ herrühre ] [ her ] . [ John zeigte nicht viel Zärtlichkeit ] [ Hans durfte sich daheim alles erlauben ; nie hatte die Mutter ein hartes Wort , einen Tadel oder gar eine Strafe ] für [ Mutter und Schwestern und hatte einen besonderen Widerwillen gegen mich . Er verfolgte und bestrafte mich beständig ] [ ihn . Ich besonders war die Zielscheibe seiner Unart ] , [ ] [ und ] jeder Nerv [ , den ich hatte , fürchtete ihn , und jedes Glied meines Körpers zitterte ] [ in mir zuckte vor Furcht ] , wenn er [ mir nahe ] [ in meine Nähe ] kam . [ Es gab Augenblicke , wo mich der Schrecken , den er mir einflößte , ganz verwirrt machte ] [ Schutz vor ihm fand ich nirgend ] ; [ ich konnte mich bei Niemandem über seine Drohungen und Tätlichkeiten beschweren ] [ denn die Dienerschaft wagte es nicht ] , [ Mistreß ] [ gegen ihn aufzutreten , und Frau ] Reed war in [ dieser Hinsicht ] [ diesem Punkte ] taub und blind , [ sie sah nie , ] [ selbst ] wenn er mich [ schlug , und hörte nicht , wenn er mich schalt , obgleich er zuweilen beides ] [ - was oft geschah - ] in ihrer Gegenwart [ that ] [ beschimpfte oder schlug ] . [ Gewohnt , John zu gehorchen , näherte ich mich seinem Stuhle ] [ Auch diesmal gehorchte ich ihm und trat näher ] ; [ ] [ als ich weit genug bei ihm war , hieb ] er [ brachte etwa drei Minuten damit zu , seine Zunge herauszustrecken ; während ich jeden Augenblick fürchtete , daß er zuschlagen werde , betrachtete ich mit Abscheu und Ekel sein rohes Gesicht . Vielleicht las er diese Empfindung in meiner Miene , denn ] [ ] plötzlich [ schlug er heftig zu . Ich taumelte , und als ich mein gleichgewicht wieder erlangt hatte , zog ich mich von seinem Stuhle zurück ] [ auf mich ein ] . , [ Daß ] [ Das ] ist für [ deine Unverschämtheit ] [ die freche Antwort ] , [ womit ] [ die ] du [ ] [ vor einer halben Stunde meiner ] Mama [ vor einiger Zeit geantwortet ] [ gegeben ] hast , [ sagte ] [ rief ] er [ ] [ . ] , [ , dafür , daß ] [ Was hast ] du [ dich fortschleichst und dich hinter den Vorhängen verbirgst , und ] [ da ] für [ den Blick , mit dem du mich soeben angesehen hast , du Ratte . An John Reed ' s üble Behandlung gewöhnt , fiel ] [ ein Buch ? Er entriß ] es mir [ nie ein ] [ und fuhr fort : ] , [ etwas darauf zu erwidern ; ] [ Wer hat dir denn erlaubt , ] meine [ Sorge war jetzt nur , wie ich den neuen Schlag ertragen sollte , der gewiß folgen würde . , Was thatest du dort hinter dem Vorhange ? fragte er . , Ich las . , Zeige das Buch . Ich kehrte zum Fenster zurück und holte es von dort her . , Du hast kein Recht , unsere ] [ ] Bücher zu [ nehmen ] [ benützen ? Denn sie sind mein . Alles hier ist mein , oder wird es wenigstens bald sein . Dir gehört gar nichts ] , Mama sagt [ , ] [ es immer . Geld hast ] du [ bist abhängig ; du hast kein Geld ; ] [ keins , ] dein Vater hat dir [ keins ] [ doch nichts ] hinterlassen [ ; ] [ , und von Rechts wegen solltest ] du [ solltest ] [ ] betteln [ und ] [ gehen , statt ] hier [ nicht ] [ ] mit [ anständigen ] [ den ] Kindern [ ] [ eines Gentleman zusammenzuleben ] , [ wie wir sind ] [ am gleichen Tische zu essen und die Kleider zu tragen ] , [ zusammen leben auf Kosten unserer Mutter ] [ die dir meine Mama kaufen muß ] . [ Nun will ich ] [ Marsch ! stell ] dich [ lehren , meinen Bücherschrank zu durchstöbern , denn er ist mein , das ganze Haus ist mein , oder wird mir doch in wenigen Jahren gehören . Geh und stelle dich ] [ dort ] an die [ Thür , fern von dem Spiegel und den Fenstern . ] [ Tür ! ] Ich [ that ] [ tat ] es [ , da ich nicht gleich wußte , was seine Absicht war ; als ich ihn aber ] [ . Er hob ] das Buch [ erheben ] [ ] und [ gegen mich schwingen sah , sprang ich instinctmäßig mit einem Schrei des Schreckens auf die Seite ; doch ] [ zielte nach mir . Ich wich ] nicht [ früh ] [ rasch ] genug [ , das Buch traf mich , ich fiel hin ] [ aus ] und [ verletzte meinen ] [ wurde so heftig an den ] Kopf [ an der Thür . Die ] [ getroffen , daß ich , eine blutende ] Wunde [ blutete , der ] [ bekam und vor ] Schmerz [ war heftig , mein Schrecken groß ] [ laut aufschrie ] . , [ Böser , ] [ Du ] grausamer [ Junge ! ' rief ich . , Du gleichst einem Mörder , du gleichst einem Sclavenaufseher - - du gleichst den römischen Kaisern ! Ich hatte Goldsmith ' s Geschichte von Rom gelesen und mir meinen VegriF von Nero und Caligula gebildet und diese in der Stille oft mit John verglichen , obwohl ich es nie laut auszusprechen beabsichtigte . , Was ! was ] [ Bengel ] ! rief [ ] [ ich . , Was ? schrie ] er [ ] [ nun ] . , [ Sagte ] [ Habt ihr das gehört , Elisa und Georgina ? Das sagt ] sie [ das ] [ ] zu mir ? [ Hörtet Ihr es , Elise und Georgine ? Soll ich es nicht ] [ Das will ich gleich der ] Mama [ sagen ? Aber vorher - - ] [ erzählen . Erst aber noch ] Er [ lief plötzlich ] [ packte mich beim Haar , doch nun wehrte ich mich verzweifelt . Während er ] auf mich [ zu und ergriff mich am Haar und an der Schulter . Er hatte sich an ein verzweifeltes Geschöpf gewagt . Ich sah in der That einen Tyrannen , einen Mörder in ihm . Ich fühlte einige Blutstropfen von meinem Kopfe auf meinen Hals herabrinnen und empfand einen stechenden Schmerz . Diese Empfindungen besiegten für ] [ einschlug , arbeitete auch ich blindlings mit ] den [ Augenblick die Furcht , und ich empfing meinen Peiniger auf wahnsinnige Weise ] [ Fäusten ] . [ Ich weiß nicht recht , was ich mit meinen Händen that , doch er brüllte laut auf und nannte mich Ratte ! Ratte ! Elise und Georgine holten Mistreß ] [ Frau ] Reed [ ] [ eilte ] herbei , [ welche die Treppe hinaufgegangen war und jetzt auf dem Schauplatze erschien . ] [ ] Bessie [ und ] [ , ] das [ Kammermädchen ] [ Hausmädchen , und ] Abbot [ ] [ , die Kammerzofe , ] folgten ihr . [ John und ich wurden getrennt ] [ Sie rissen uns auseinander , ] und ich hörte [ ] [ nur noch ] die Worte : , [ O Himmel ! welch ' ] [ So ] eine Furie [ , auf Monsieur John loszustürzen ] [ ] ! [ ' , Sah je ein Mensch ] [ So ] eine [ solche Leidenschaft ? ] [ Giftblase ! - ] Dann [ fügte Mistreß ] [ setzte Frau ] Reed hinzu : , Bringt sie in das [ rothe ] [ rote ] Zimmer und schließt sie dort ein . [ ' ' ] [ - ] Vier Hände [ ergriffen ] [ packten ] mich [ sogleich ] [ ] und [ trugen ] [ schleppten ] mich die Treppe hinauf . [ Zweites Kapitel . Ich widersetzte mich den ganzen Weg über , was bei mir etwas Neues war ] [ Unterwegs wehrte ich mich mit allen Kräften . Das hatte ich bisher noch nie getan ; stets hatte ich schweigsam ] und [ sehr dazu beitrug , ] [ geduldig alles hingenommen . Mein Widerstand bestärkte nun ] die [ schlimme ] [ beiden Mädchen in der schlechten ] Meinung [ zu verstärken ] [ ] , die [ Bessie und Miß Abbot ] [ sie ohnehin ] von mir [ zu hegen geneigt waren ] [ hegten ] . [ Ich war in der That außer mir . Da ich wußte ] [ - - ] , [ daß ich für meine Empörung eine schwere Strafe zu erwarten hatte , so war ich , gleich jedem anderen rebellischen Sclaven , in meiner Verzweiflung entschlossen , noch weiterzugehen . , Halten Sie ihr die Arme fest , Miß Abbot ; sie ist wie ] [ Wie ] eine wilde Katze [ . ] [ ] , [ Pfui ] [ ' sagte Bessie . - , Schäme dich ? rief Abbot . , Schlägt den Sohn ihrer Wohltäterin ] ! [ ] [ O ] pfui ! [ ' rief die Kammerjungfer . , Welch ' ein garstiges Betragen , Miß Eyre , einen jungen Herrn zu schlagen , den Sohn Ihrer Wohlthäterin ! Ihren jungen Herrn ! ' , Meinen Herrn ! Wie ist er denn mein Herr ? Bin ich denn eine Dienerin ? , Nein , ] [ - ] Sie [ sind noch weniger als eine Dienerin , denn Sie thun nichts für Ihren Unterhalt . Da setzen Sie sich nieder und denken Sie über Ihre Bosheit nach . ' Sie hatten mich jetzt in das von Mistreß Reed angedeutete Zimmer gebracht und ] [ drückten ] mich auf einen Stuhl [ geworfen . Mein erster Antrieb war ] [ nieder ] , [ ] [ doch ich sprang sofort ] wieder [ aufzuspringen , doch die vier Hände ] [ auf . Da ] hielten [ ] [ sie ] mich [ augenblicklich wieder ] [ von neuem ] fest . [ ] [ - - ] , Wenn [ Sie ] [ du ] nicht still [ sitzen ] [ sitzest ] , [ so müssen wir Sie festbinden ] [ wirst du angebunden ] , [ sagte Bessie . Sie war im Begriffe , ihre Drohung wahr zu machen . Dieser Schande wollte ich mich nicht aus setzen . Daher mäßigte ich mich ein wenig . , Lassen Sie nur , ' rief ich , , ich will ruhig sitzen bleiben . Zum Beweise hielt ich mich mit den Händen an meinem Stuhle fest . , Halten Sie Wort ! ] [ ] ' sagte Bessie [ ] [ und löste auch schon ihre Strumpfbänder . , Nein , lassen Sie ! ' bat ich nun erschrocken . , Ich will auch ganz still und artig sein . , Das rat ich dir auch , sagte Bessie ] , und als sie [ sich überzeugt hatte ] [ sah ] , daß ich wirklich ruhiger wurde , ließ sie mich [ ] [ denn auch ] los [ ] [ . Dann stellten sich die beiden Mädchen vor mich hin und musterten mich mit finsterer Miene . , Das ist ja was ganz Neues von ihr , meinte Abbot . , Es steckt aber schon lange in ihr , ' ' antwortete Bessie . , Ich hab ' s der gnädigen Frau schon oft gesagt , die Hanne ist ein ganz verstocktes , giftiges Ding und furchtbar durchtrieben für ihr Alter . Dann wandte sie sich an mich und setzte hinzu : , Nun denke mal ein bißchen darüber nach , daß es dir nicht zukommt , dich mit dem jungen Herrn und dem gnädigen Fräulein auf eine Stufe zu stellen , und du ins Armenhaus wandern müßtest , wenn Frau Reed sich nicht deiner annähme . Wenn du noch länger so schlecht und undankbar bist , wird dich Frau Reed eines schönen Tages fortschicken . Sei also demütig und bescheiden und mache dich nützlich und angenehm . , Und bete vor allem , fügte Abbot bei , , daß dir deine Unart verziehen werde , sonst kommt am Ende ein Gespenst zum Kamin herunter und holt dich . Nach diesen Worten gingen sie und schlossen die Tür zu . Das rote Zimmer , in dem ich mich befand , wurde nur benutzt , wenn Gäste in Gateshead - Hall weilten ] ; [ dann standen sie und Miß Abbot ] [ dennoch war es eins der schönsten im Herrenhause . Die Mitte nahm ein großes Mahagoni - Bett ein , das ] mit [ übereinandergeschlagenen Armen da und sahen mir ins Gesicht , als ob sie ] [ roten Vorhängen versehen war ; vom selben Stoffe waren auch die Rouleaus ] an [ meinem Verstande zweifelten . ] [ den Fenstern ] , [ Sie ist noch nie so gewesen , sagte Bessie endlich zu Miß Abbot ] [ die Tapeten und der Teppich ] . [ , Doch es lag immer in ihr , war die Antwort . ] [ Die Möbel waren alle aus dunkelpoliertem Mahagoni . In dem düstern Ton , den diese Gegenstände verbreiteten ] , [ Ich habe Missis oft meine Meinung ] [ stachen nur die schneeweiße Decke , die ] über das [ Kind gesagt ] [ Bett gebreitet war ] , und [ Missis stimmte ] [ das ebenfalls weiße Polster eines großen Lehnstuhls hervor , der ] mir [ bei . Sie ist ein boshaftes kleines Ding , ich sah noch nie ein Mädchen in ihrem Alter mit so viel versteckter List . Bessie antwortete nicht , sondern wendete sich zu mir und sagte : , Sie sollten bedenken , Miß , was Sie Mistreß Reed für Dank schuldig sind , sie ernährt Sie ; wenn sie Sie wegjagte , müßten Sie ins Waisenhaus gehen - - ich schwieg zu diesen Worten , sie waren mir nicht neu , denn meine ersten Erinnerungen waren mit Andeutungen dieser Art verschmolzen . Der Vorwurf meiner Abhängigkeit war meinen Ohren längst ein gewohntes Lied , schmerzlich und niederdrückend , obwohl nur halb verständlich . , Und Sie sollten sich nicht für gleichberechtigt mit den Misses Reed und Monsieur Reed halten . ' fiel Miß Abbot ein , weil Missis so gütig ist , Sie mit ihnen erziehen zu lassen . Jene werden viel Geld bekommen und Sie keins . ' , Was wir Ihnen sagen , geschieht zu Ihrem Besten , ' fügte Bessie in mildem Tone hinzu , , Sie sollten versuchen , sich nützlich und angenehm zu machen , dann würden Sie vielleicht hier eine Heimat haben ; aber wenn Sie leidenschaftlich und roh werden , so bin ich gewiß , daß Missis Sie fortschicken wird . , Und wohin würden Sie dann gehen ? sagte Miß Abbot . , Ich möchte um die Welt nicht Ihr Herz haben . Sprechen Sie Ihr Gebet , Miß Eyre , wenn Sie wieder zu sich gekommen sind , denn wenn Sie nicht bereuen , so könnte ein böser Geist im Kamin herabfahren und Sie mitnehmen . Sie gingen fort und machten die Thür zu . Das rothe Zimmer war unbewohnt , und es schlief nur dann Jemand darin , wenn eine ungewöhnliche Anzahl von Gästen in Gateshead Hall es nöthig machte , alle Räume zu benutzen , die das Haus besaß . Und doch war es das größte und stattlichste Zimmer in dem ganzen Gebäude . Ein Bett , von Säulen aus Mahagoniholz getragen und mit Vorhängen von dunkelrothem Damast versehen , stand in der Mitte ; zwei große Fenster , deren Laden beständig geschlossen waren , zeigten eine reiche Draperie von ähnlicher Farbe ; auch der Fußteppich und die Tapeten an den Wänden waren roth ; der Tisch am Fuße des Bettes war mit einer karmoisinrothen Decke belegt ; der Kleiderschrank , der Toilettentisch und die Stühle waren von dunkel polirtem altem Mahagoniholz . In dieser Dunkelheit erhoben sich hoch die aufgethürmten Matratzen und Kissen des Bettes , welches mit einer schneeweißen Decke belegt war . Kaum weniger in die Augen fallend war ein großer , mit Kissen belegter Lehnstuhl am Kopfende des Bettes mit einem Fußschemel davor , so daß er mir ] [ damals ] wie ein [ ] [ geisterhafter ] Thron [ vorkam ] [ erschien ] . [ Dieses Zimmer war kalt , weil es selten geheizt wurde ; es ] [ Es ] war still [ ] [ hier oben ] , [ weil es ] [ denn das Zimmer lag abseits ] von der [ Kinderstube und der ] [ ] Küche [ entfernt lag , ] [ ] und [ feierlich ] [ den bewohnten Räumen . Mir wurde bald recht unheimlich zumute ] , [ weil ] [ indem ich daran dachte , wie ] selten [ Jemand hineinkam ] [ diese Stube betreten wurde ] . Nur [ das Hausmädchen betrat es jeden Samstag ] [ alle Sonnabend stieg Bessie herauf ] , um [ von den Spiegeln und Möbeln den ] [ ] Staub [ abzuwischen , ] [ zu wischen ; ] und [ Mistreß ] [ hin und wieder weilte Frau ] Reed [ selber besuchte es nur zu bestimmten Zeiten ] [ hier ] , um den Inhalt [ eines ] [ einer ] gewissen [ geheimen Faches in dem Kleiderschranke ] [ Schatulle ] zu [ untersuchen ] [ prüfen ] , [ worin sie verschiedene Documente , ihr Juwelenkästchen ] [ die ihre Papiere und Urkunden , ihren Schmuck ] und ein [ Miniaturbild ] [ Bildnis ] ihres verstorbenen [ Mannes aufbewahrte . Hier ] [ Gatten enthielt Denn in diesem Zimmer ] war [ der Punkt , worin das Geheimnisvolle des rothen Zimmers beruhte , der mystische Zauber , der es ungeachtet seiner Pracht vereinsamen ließ . ] [ ] Herr Reed [ ] [ , mein Onkel , gestorben . Das ] war [ ] [ nun neun Jahre her . Unwillkürlich legte ich mir die Frage ] vor [ neun Jahren in diesem Zimmer gestorben ] [ , ob es mir wohl besser erginge , wenn dieser Mann noch lebte ] , [ hier ] [ den ich nie kennen gelernt ] hatte [ er ] [ . Ich wußte - woher , kann ich nicht sagen - daß Reed , der einzige Bruder meiner Mutter , ] auf dem [ Paradebette gelegen ; ] [ Sterbebette seiner Frau das Versprechen abgenommen hatte , für mich zu sorgen , wie für ihre eigenen Kinder . Ich wußte auch , er hatte mich als ganz kleines Kindchen in sein Haus aufgenommen , als seine Schwester , meine Mutter , gestorben war . Sie hatte gegen den Willen ihrer Eltern einen armen Prediger geheiratet und war ] von [ hier hatte ] [ ihrem Vater verstoßen , von ihrem Bruder aber heimlich unterstützt worden . Mein Vater starb bald nach der Eheschließung , und meine Mutter folgte ihm binnen Jahresfrist . An das alles mußte ich nun denken , und ich fragte mich , ob wirklich Frau Reed , meine Tante , das ihrem Gatten gegebene Versprechen hielte . Weshalb durfte Hans sich alles gegen mich erlauben , weshalb durften seine Schwestern mich mit vornehmer Gleichgültigkeit behandeln , weshalb hegte Frau Reed selbst eine so große Abneigung gegen mich ? Nichts konnte ich recht machen , beim geringsten Versehen wurde ich mit Schmähungen überhäuft . Elisa konnte eigensinnig und selbstsüchtig , Georgina trotzig und launenhaft sein , Hans durfte die Haustiere quälen , die schönsten Früchte von den Obstbäumen nehmen , die Blumenbeete verwüsten ihnen war alles erlaubt , wurde alles nachgesehen . Ich aber gab mir alle Mühe , meine Pflicht zu tun , und trotzdem nannte ] man [ seinen Sarg weggetragen ] [ mich unartig ] , [ und seit jenem Tage schützte ein Gefühl der Furcht das Zimmer vor häufigem Besuche . Mein Sitz ] [ hinterlistig ] , [ ] [ mürrisch und schalt mich vom Mor gen bis zum Abend . Damals fand ich freilich ] auf [ den mich Bessie und die boshafte Miß Abbot gebannt hatten , war eine niedrige Ottomane in der Nähe des marmornen Kamins . Das Bett erhob sich vor mir ; zu meiner Rechten stand der hohe dunkle Kleiderschrank , an dessen glänzenden Verzierungen sich das matte Licht brach ; zu meiner Linken befanden sich die verhüllten Fenster und ein großer Spiegel zwischen ihnen ] [ diese Fragen keine Antwort : jetzt nach vielen Jahren aber habe ich sie gefunden ] . Ich war [ ] [ ein Mißton in Gateshead - Hall ; ich war dort ganz am falschen Plate . Ich hatte keine innere Gemeinschaft mit Frau Reed , ihren Kindern und ihrem Dienstpersonal . Sie liebten mich ] nicht [ ganz gewiß ] [ ] , [ ob ] [ und ich liebte ] sie [ die Thür verschlossen hatten , und als ich mich zu bewegen wagte , stand ich auf , um nachzusehen ] [ ebensowenig ] . [ Ach ja , kein Kerkermeister war je gewissenhafter in seinem Amte . Als ich zurückkehrte , mußte ich an dem Spiegel vorüber ; wie von einem Zauber angezogen , blickte ich hinein . Alles erschien darin kälter und dunkler , als in der Wirklichkeit , und die fremde kleine Gestalt , die ich daraus anschaute und deren Gesicht und Arme gespenstig weiß gegen die Dunkelheit absNachen , machte auf mich den Eindruck eines Geistes . Ich meinte , sie sei jenen winzigen Phantomen , halb Fee , halb Zwerg , ähnlich , die in Bessie ' s Abenderzählungen aus einsamen Schluchten hervorkamen und verspäteten Wanderern erschienen . Ich kehrte zu meinem Sitze zurück . Abergläubische Furcht war in diesem Augenblicke mächtig in mir ; doch die Stimmung des empörten Sclaven behielt die Oberhand . Alle Tyranneien John Reed ' s , alle stolze Gleichgültigkeit seiner Schwestern , alle Abneigung seiner Mutter , alle Parteilichkeit der Diener vergegenwärtigte ich mir in meinem verstörten Geiste . Warum mußte ich immer leiden , immer hart behandelt , immer beschuldigt und immer verurtheilt werden ? Warum ] [ Kein Fädchen Sympathie ] konnte [ ich nie gefallen ? Warum war es nutzlos , zu versuchen , irgend Jemandes Gunst zu erwerben ? Elise , die halsstarrig und selbstsüchtig war , wurde geachtet . Georgine , die eine verdorbene Gemüthsart , einen sehr scharfen Spott , ein naseweises und freches Benehmen hatte , wurde überall geduldet . Ihre Schönheit , ihre rothen Wangen und ihre goldenen Locken schienen Alle , die sie ansahen , in Entzücken zu versetzen und ihr Straflosigkeit für jeden Fehler zu erkaufen . John wurde von Niemand getadelt oder gar gestraft , obgleich er den Tauben die Hälse umdrehte , die kleinen Pfauen tödtete , die Hunde hinter die Schafe hetzte , die Weinstöcke im Treibhause ihrer Früchte beraubte und die Knospen der seltensten Pflanzen im Gewächshause abbrach . Obgleich er seine Mutter , ein altes Weib ' nannte , sie wegen ihrer dunkeln Haut , die der seinen glich , verspottete , ihren Wünschen ] [ ] sich [ frech widersetzte ] [ zwischen uns spinnen ] , [ so war ] [ wir waren in Temperament , in Fähigkeiten , in Gefühlen ] und [ blieb er doch immer ihr Liebling . Ich bemühte mich , jede Pflicht zu erfüllen , und dafür wurde ich vom Morgen bis Mittag und vom Mittag bis Abend unartig und lästig gescholten . Mein ] [ Neigungen grundverschieden . Der ] Kopf schmerzte [ ] [ mich ] noch [ und blutete von ] [ nach ] dem [ Schlage und ] [ Wurf mit ] dem [ Falle . Niemand ] [ Buche , und niemand ] hatte [ John Vorwürfe gemacht ] [ Hans getadelt , daß er mich grundlos mißhandelte , vielmehr wurde ich hier oben eingesperrt ] , weil [ er mich aus Uebermuth geschlagen ] [ ich mich gegen ihn verteidigt ] hatte [ ; ich aber , weil ich mich gewehrt , um mich vor weiteren Gewaltthätigkeiten zu schützen , ich wurde mit allgemeinem Tadel überhäuft ] [ ] . [ , Ungerecht ! ] [ ] - - [ ] [ , Wie ] ungerecht ! [ ' sagte meine Vernunft , die durch den quälenden SNachel ] [ ’ sprach ich ] zu [ frühzeitiger Reife gelangt war ] [ mir selbst ] . [ Dieses bittere Gefühl der Ungerechtigkeit brachte mich , um dem unerträglichen Drucke zu entfliehen , auf den seltsamen Entschluß , davonzulaufen oder , wenn das nicht zu bewerkstelligen war , nicht mehr zu essen und zu trinken und so zu sterben . Welch ' eine tiefe Trostlosigkeit empfand ich an jenem traurigen Nachmittage . Wie war mein ganzes Gehirn ] [ Es wurde dunkel ] im [ Tumult und mein ganzes Herz im Aufruhr ! Doch in welcher Dunkelheit , in welcher Unwissenheit wurde der Kampf gekämpft ! Ich konnte die unaufhörliche innere Frage nicht beantworten , warum ich o litt , jetzt freilich , nach einem Zeitraum - - ich will nicht sagen , von wie vielen Jahren - - weiß ich es sehr wohl . Ich war in Gateshead Hall Allen unähnlich , ich hatte nichts Uebereinstimmendes mit Mistreß Reed , ihren Kindern oder ihrer auserwählten Dienerschaft . Wenn sie mich nicht liebten , so liebte ich sie in der That ebenso wenig . Sie waren nicht verpflichtet , ein Wesen mit Zärtlichkeit zu behandeln , welches mit keiner Person unter ihnen harmonirte ; ich war ihnen an Temperament und Neigung entgegengesetzt , unfähig ihrem Interesse zu dienen oder ihr Vergnügen zu erhöhen ; ein schädliches Wesen , welches ihre Behandlung mit Unwillen ertrug ihr Urtheil verachtete . Ich weiß , wenn ich ein sanguinisches , leichtsinniges , nachlässiges , anspruchsvolles , schönes und wildes Kind gewesen wäre , so hätte Mistreß Reed meine Gegenwart geduldiger ertragen , ihre Kinder würden mehr Freundschaft für mich empfanden haben und die Diener weniger versucht gewesen sein , mich zum Sündenbock der Kinderstube zu machen . Das Tageslicht begann das rothe ] [ roten ] Zimmer [ zu verlassen ; es war vier Uhr vorbei , und der trübe Nachmittag ging in graue ] [ . Draußen herrschte ] Dämmerung [ über . Ich hörte den ] [ , und ] Regen [ noch beständig ] [ schlug ] an das Fenster [ ] [ . Mir wurde kalt , der Mut sank , und tiefe Traurigkeit bemächtigte sich meiner ; und indem ich ] auf [ der Treppe schlagen ] [ das im Halblicht verschwimmende Zimmer , auf die dunkeln Wände blickte , beschlich mich heimliches Grauen , Ich weinte ] und [ ] [ schluchzte , und je mehr ich mich gewaltsam beruhigen wollte , um so größer wurde meine Aufregung . Ich vergrub das Gesicht in ] den [ Wind in den Bäumen der Allee heulen ] [ Händen und überließ mich kraftlos meinem Gram ] . Nach [ und nach wurde mir eiskalt und dann sank mein Muth . Meine gewohnte demüthige Stimmung , der Zweifel an mir selbst , löschten die glühenden Kohlen meines Zornes . Alle sagten , ] [ einer Weile aber sah ] ich [ sei boshaft , und vielleicht mochte ich es auch sein , wie hatte ich auch erst eben ] [ ] auf [ den Gedanken kommen können , mich todtzuhungern ? Das war offenbar ein Verbrechen . Und war ich den vorbereitet zu sterben ? Oder war das Gewölbe unter dem Chor in der Kirche zu Gateshead ein einladendes Ziel ? In solch ' einem Gewölbe , hatte man mir gesagt , liege Herr Reed begraben ; und bei diesem Gedanken verweilte ich mit Schrecken . Ich erinnerte mich des Verstorbenen nicht mehr ; aber ich wußte , daß er mein Oheim - - meiner Mutter Bruder - - war , daß er mich als elternloses Kind in sein Haus genommen und in seinen letzten Augenblicken sich von Mistreß Reed das Versprechen hatte geben lassen , mich wie eins ihrer eigenen Kinder zu erziehen und zu unterhalten . Mistreß Reed dachte wahrscheinlich , diese Versprechen erfüllt zu haben , und sie hatte es auch nach ihrer Art gethan , aber sie mußte es sehr lästig finden , durch ein erzwungenes Versprechen gebunden zu sein , an einem fremden Kinde , welches sie nicht lieben konnte , Mutterstelle zu vertreten und eine Fremde beständig ihrer Familie aufgedrängt zu sehen . Ich zweifelte nicht und hatte nie gezweifelt , daß behandelt haben ; und nun , als ich da saß und das weiße Bett und die dunkelnden Wände ansah , mich auch von Zeit zu Zeit von dem Zauber des trübeschimmernden Spiegels angezogen fühlte , begann ich mich zu erinnern , was ich von Verstorbenen gehört , die durch die Verletzung ihrer letzten Wünsche in ihren Gräbern beunruhigt , die Erde wieder besuchten , um die Meineidigen zu bestrafen und die Unterdrückten zu rächen ; und ich dachte , Herrn Reed ' s Geist , durch das Unrecht empört , welches dem Kinde seiner Schwester widerfuhr , könne sich in diesem Zimmer war mir erheben . ich trocknete meine Thränen und unterdrückte mein Schluchzen , da ich fürchtete , es könne mich plötzlich eine übernatürliche Stimme nach der Ursache meines Kummers fragen und mich trösten , oder es könne in der Dunkelheit ein geisterhaftes Gesicht erscheinen und sich mitleidig über mich beugen . Ich fühlte , daß diese an sich tröstliche Idee in der Wirklichkeit schrecklich sein werde , und bemühte mich mit aller Macht , sie zu unterdrücken . Ich schüttelte mein Haar aus meinen Augen , erhob den Kopf und versuchte , mich kühn in dem dunklen Zimmer umzusehen . In diesem Augenblick schimmerte ein Licht ] [ . Da bemerkte ich ] an der Wand [ . , Sollte es ein Strahl des Mondes ein ] [ einen Lichtschein ] , der [ durch eine Oeffnung des Fensterladens fällt ? fragte ich mich ? , Nein , das Mondlicht steht still aber dieses hier bewegt ] [ ] sich [ . Während ich noch hinblickte . erhob es sich zur ] [ bewegte , an der ] Decke [ ] [ hinaufglitt ] und [ bebte über ] [ dann übet ] meinem [ Haupte . Ich vermuthete jetzt ] [ Kopfe her ] , [ daß dieser Lichtschimmer von einer Laterne herrührte , ] [ ] die [ Jemand ] [ ] über den [ Rasenplatz trug ] [ Hof getragen wurde ] ; [ ] [ doch damals konnte ich mir sein Erscheinen nicht erklären , und große Angst befiel mich bei seinem Anblick . Er war in meinen Augen ein Gespenst aus einer andern Welt , und ich hatte wirklich das Gefühl , als wenn Flügel durch das Zimmer rauschten und sich mir näherten . Ich rang nach Luft , ich wollte schreien , konnte ] aber [ da mein Geist auf etwas Entsetzliches vorbereitet ] [ keinen Laut hervorbringen . Ich stürzte zur Tür ] und [ meine Nerven durch Aufregung erschüttert waren , hielt ich den wandelnden Strahl für den Vorboten einer Erscheinung aus ] [ rüttelte an ] der [ anderen Welt ] [ Klinke ] . [ Mein Herz schlug heftig , ich glaubte , ein Geräusch wie das Rauschen von Flügeln zu vernehmen ; es schien etwas in meiner Nähe zu sein ; ich war athemlos und glaubte zu ersticken . Das konnte ich nicht länger ertragen , ich stürzte mich auf die Thür zu und schüttelte das Schloß mit verzweifelter Anstrengung . Es eilte Jemand den äußeren Gang daher ] [ Gleich darauf hörte ich Schritte ] , der Schlüssel wurde [ umgedreht ] [ herumgedreht , ] und Bessie und Abbot traten ein . , [ Welch ] [ Johanna , bist du krank ? ] ' [ ] [ fragte Bessie . , Was für ] ein [ schrecklicher ] [ ] Lärm ! [ Es ist mir in alle Glieder gefahren ] [ Ich bin zu Tode erschrocken ] ! [ ] [ ' setzte Abbot hinzu . , Nehmt mich mit hinaus , ich will in die Kinderstube ! ' schrie ich in einem fort . , Weshalb denn ? ] rief [ Abbot ] [ Bessie ] . , [ Laßt mich heraus ! schrie ich . , Weshalb ? ] [ ] Ist [ Ihnen ] [ ] etwas geschehen ? [ Haben Sie etwas gesehen ] [ Hast du was gesehn ] ? [ fragte Bessie . ] [ Ja ] , [ O ! ich sah ] [ ] ein Licht [ und glaubte , ] [ ] es [ würde ] [ war ] ein Geist [ kommen ] [ ! rief ich ] . , [ ] [ Ach was , Bessie , ' sagte Abbot , , das ist Komödie . ] Sie hat [ absichtlich geschrieen , ' behauptete Abbot gehässig , , sie wollte ] [ ] uns [ nur hierher locken ] [ bloß herrufen wollen ] , ich kenne [ ] [ schon ] ihre [ listigen Ränke ] [ Schliche ] . [ , Was soll das heißen ? fragte eine gebieterische Stimme , und Mistreß ] [ Frau ] Reed kam mit [ flatternder Haube ] [ flatternden Haubenbändern ] und [ stürmisch rauschendem ] [ wehendem ] Kleide [ den Corridor daher ] [ herbeigelaufen ] . , [ Abbot und Bessie ] [ Was gibt es ? fragte sie . ] , [ ich meine ] [ Ich habe ] doch befohlen [ zu haben ] [ ] , Johanna [ Eyre solle in dem rothen Zimmer bleiben , bis ich sie selber herauslasse ] [ nicht ohne meinen ausdrücklichen Befehl heraus plassen ] . , [ Miß Johanna schrie ] [ Sie hat ] so laut [ ] [ geschrien ] , Madame , [ ' sagte ] [ wandte ] Bessie [ entschuldigend ] [ ein ] . , Laß [ sie nur , ' war die Antwort . , Laß Bessie ' s ] [ Bessies ] Hand los , [ Kind ] [ Johanna ! gebot Frau Reed barsch . ] , [ es wird ] [ Auf diese Weise erreichst du nichts , das sage ich ] dir [ nicht gelingen , auf solche Weise herauszukommen . Ich verabscheue die ] [ . Solche ] List , besonders bei Kindern [ ; es ] [ , ] ist [ meine Pflicht , dir ] [ ] zu [ zeigen ] [ verabscheuen , und ich muß dich fühlen lassen ] , daß du [ durch Ränke ] [ mit solchen Ränken ] nicht [ deinen Zweck erreichst ] [ weit kommst ] . Du [ wirst ] [ bleibst ] jetzt [ ] [ noch ] eine Stunde hier [ länger bleiben ] [ ] , und [ ] [ dann lasse ich dich auch ] nur unter der Bedingung [ der vollkommenen Unterwürfigkeit werde ich dich dann befreien ] [ heraus , daß du ganz ruhig und unterwürfig sein wirst ] . , O [ ] [ , ] Tante , [ haben Sie Mitleid ! Verzeihen Sie ] [ habe doch Erbarmen und verzeih ] mir [ ! Ich fürchte mich so sehr in diesem Zimmer - - bestrafen Sie ] [ . Oder bestrafe ] mich auf [ eine ] [ ] andere Weise [ ] [ - ich halte es hier nicht länger aus . , Ruhe ] ! [ Ich werde sterben , wenn - - ' , Still ! ' gebot Mistreß Reed , , diese Heftigkeit ] [ Ein so ungestümes Betragen ] ist [ schändliche Verstellung ! ' So kam es ihr ohne Zweifel vor ] [ geradezu empörend , antwortete sie ] . [ Ich war in ihren Augen ] [ Und sie mochte wohl auch tatsächlich Anstoß an meinem Wesen nehmen und mich für ] eine frühreife [ Schauspielerin , in deren Charakter sich glühende Leidenschaften mit gefährlicher Falschheit vereinigten . Als Bessie und Abbot sich zurückgezogen hatten , schob ] [ Komödiantin halten . Sie stieß ] mich [ Mistreß Reed , aufgebracht über meine wahnsinnige Angst und mein heftiges Schluchzen , ohne Weiteres ] [ ] in das Zimmer zurück und schloß mich [ ] [ ohne weiteres wieder ] ein . Ich hörte sie [ fortrauschen , und dann sank ] [ hinwegeilen ; bald darauf muß ] ich in Ohnmacht [ ] [ gefallen sein ] . [ Drittes Kapitel ] [ Ich weiß nicht , was nachher geschah ] . Als ich [ wieder ] [ ] erwachte , [ geschah es mit einem Gefühl , als hätte ich ein furchtbares Alpdrücken gehabt , und ich sah vor mir einen schrecklichen rothen Schein , der von starken schwarzen Stangen durchkreuzt war . Ich hörte auch Stimmen , die in hohlem Ton sprachen , als würden sie von dem Rauschen des Windes erstickt . Die Ungewißheit und die vorherrschende Empfindung des Schreckens verwirrten meinen Geist . Bald wurde ich gewahr , daß mich Jemand anfaßte und mich in sitzende Stellung hob , und zwar sanfter , als man mich je vorher aufgerichtet oder unterstützt hatte . Mein Kopf ] [ ] lag [ auf einem Kissen oder auf einem Arme und ruhte weich . Nach wenigen Minuten verschwand die Wolke der Verwirrung , ich wußte , daß ] [ ] ich in meinem [ Bette lag und daß der rothe Schein von dem Feuer des Kamins ] [ eigenen Bett ] in der Kinderstube [ herrührte . Es war Nacht ] [ ] , [ ] [ und ] ein [ Licht ] [ helles Feuer ] brannte [ auf dem Tische . Bessie stand , ein Becken in der Hand , am Fußende des Bettes ; ein Herr saß auf einem Stuhle neben meinem Kopfkissen und neigte sich über mich . Ich empfand eine unaussprechliche Erleichterung , eine besänftigende Ueberzeugung des Schutzes und der Sicherheit , als ich wußte , daß ein Fremder ] [ ] im [ Zimmer war , eine Person , die nicht zu Gateshead gehörte und nicht mit Mistreß Reed verwandt war ] [ Kamin ] . [ Mich von Bessie abwendend , obgleich ihre Gegenwart mir viel weniger lästig war , als es die der Miß Abbot gewesen sein würde , beobachtete ich das Gesicht des Herrn . Ich kannte ihn ; es war Herr Lloyd , ein Apotheker und Wundarzt , der zuweilen von Mistreß Reed gerufen wurde , wenn ihre Diener krank waren , wogegen sie und ihre Kinder einen Arzt gebrauchten . , Nun , wer bin ich ? fragte er . Ich nannte seinen Namen und reichte ihm zugleich meine Hand . Er nahm sie , lächelte und sagte : , Es wird schon nach und nach besser mit uns werden . Dann legte er mich nieder und trug Bessie auf , dafür zu sorgen , daß ich während der Nacht nicht gestört werde . Nachdem er noch einige weitere Anordnungen gegeben , sagte er , er werde am nächsten Tage wiederkommen , und entfernte sich zu meinem Kummer . Ich hatte mich beschützt und sicher gefühlt , während er auf dem Stuhle neben meinem Bette gesessen ; als er die Thür hinter sich zumachte , sank mein Muth , und eine unaussprechliche Traurigkeit beschlich mein Herz . , Meinen Sie , daß Sie schlafen könnten , Miß ? fragte Bessie ziemlich sanft . Kaum wagte ich zu antworten , denn ihr nächstes Wort konnte rauh sein . , Ich will es versuchen , sagte ich . , Möchten Sie vielleicht trinken oder etwas essen ? , Nein , ich danke Ihnen , Bessie . , Dann , denke ich , will ich zu Bette gehen , denn es ist schon über zwölf ; aber Sie können mich rufen , wenn Sie in der Nacht etwas bedürfen . ' Das war eine wunderbare Höflichkeit ! Sie machte mich so kühn , eine Frage zu thun . , Bessie , was ist mit mir geschehen ? , Ich vermuthe , Sie wurden im rothen Zimmer vom vielen Schreien ohnmächtig . Es wird ihnen bald besser sein . Bessie ging in das Zimmer des Hausmädchens , welches an die Kinderstube stieß , und ich hörte sie sagen : , Sara , komm ' und schlafe mit mir in der Kinderstube ; ich möchte um ' s Leben nicht die Nacht mit dem armen Kinde allein sein ; sie könnte sterben . Es ist ein seltsamer Vorfall , diese Ohnmacht , es soll mich wundern , ob sie wohl etwas gesehen hat ; Missis war doch zu hart gegen sie . ' Sara und Bessie legten sich zu Bette und flüsterten noch eine halbe Stunde zusammen , ehe sie einschliefen . Ich vernahm einige abgerissene Worte von ihrer Unterhaltung . , Es ist ihr etwas erschienen , ganz weiß gekleidet , und dann verschwunden - - ein großer , schwarzer Hund hinter ihm - - drei starke Schläge an die Kammerthür - - ein Licht auf dem Kirchhofe gerade über seinem Grabe u . s . w . ' Endlich schliefen Beide , das Feuer und das Licht gingen aus . Ich brachte die lange Nacht in schrecklichem Wachen zu ; Ohr , Auge und Geist waren gleich geschärft durch die Furcht - - solche Furcht , wie sie nur Kinder empfinden können . ] [ ]