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[ I ]
[ 1 ]
.
[ Es war an jenem Tag rein unmöglich , einen Spaziergang zu machen ]
[ Kapitel ]
.
[ Wir waren in ]
[ Im Hause ]
der
[ That des Morgens eine Stunde lang in dem entblätterten Gesträuch herumgegangen , aber nach Tische ]
[ Tante zu Gateshead ]
-
[ - Mistreß Reed pflegte sehr zeitlich zu Mittag zu essen , wenn sie keine Gäste hatte - - brachte der ]
[ Hall . Der ]
kalte Winterwind
[ ]
[ hatte ]
so düstere Wolken
[ , ]
[ und ]
einen so durchdringenden Regen mit sich
[ ]
[ gebracht ]
, daß
[ von einem weiteren Spazierengehen ]
[ es unmöglich war , an diesem Tage einen Spaziergang zu machen . Eliza , John und Georgina hatten sich ]
im
[ Freien nicht die Rede sein konnte . Ich war froh , denn ich war nie eine Freundin von weiten Spaziergängen , am wenigsten an kalten Nachmittagen . Es war mir immer schrecklich zu Muthe , wenn ich im düsteren Zwielicht nach Hause kam , die Finger und Zehen starr vor Frost , das Herz trübe und schwer von Bessie ' s , des Kindermädchens , unaufhörlichen Gezänken , gedemüthigt durch das Bewußtsein , wie sehr ich in physischer Beziehung Elisen , John und Georginen Reed nachstand . Die erwähnten Kinder , Elisa , John und Georgine , waren in diesem Augenblicke ]
[ Wohnzimmer ]
um ihre Mama
[ im Besuchzimmer versammelt , sie lehnte im Sopha ]
[ geschart : diese lag auf einem Sofa ]
in
[ der Caminecke und ]
[ der Nähe des Kamins und umgeben von ihren Lieblingen , die zufälligerweise in diesem Augenblick weder weinten noch sich zankten , ]
sah
[ , im Kreise ihrer Lieblinge , welche während dieser Zeit weder zankten , noch schrien , ]
[ sie ]
vollkommen
[ heiter und ]
[ ]
glücklich aus .
[ Meine eigene kleine Person ]
[ Ich ]
durfte
[ ]
[ mich nicht daran beteiligen , indem sie sagte , daß sie mir erst verzeihen würde , wenn ich mich ernstlich bestrebte , mir ein kindlicheres , offenherzigeres , natürlicheres Benehmen anzueignen , wie es zufriedenen Kindern gezieme . , Was habe ich getan ? fragte ich . , Jane , ich liebe weder Spitzfindigkeiten noch Fragen ; es ist mir widerlich , wenn ein Kind ]
sich
[ ]
[ gegen ältere Leute in ]
dieser
[ Gruppe nicht anschließen ; Mama fagte , es thäte ihr sehr leid , mich in der Entfernung halten zu müssen , aber sie könne nicht anders ]
[ Weise benimmt . Setze dich irgendwo hin und schweig ]
, bis
[ sie sich durch Bessie ' s Aussagen und durch eigene Anschauung überzeugt hätte , daß ich den reinsten Willen habe , ein geselligeres und kindlicheres , anmuthigeres , leichteres , freieres und natürlicheres Betragen anzunehmen ; bis dahin müsse sie mich wirklich von dem Mitgenusse solcher Vortheile ausschließen , welche nur braven und darum auch zufriedenen und glücklichen Kindern gebührten . ' Was sagt denn Bessie , daß ich verbrochen habe ? ' fragte ich . ' Jane , ich kann das Forschen und Fragen nicht leiden ]
[ du freundlicher reden kannst ]
.
[ Uebrigens schickt es sich für ein kleines Mädchen gar nicht , sich älteren Personen so entgegen zu stellen . Setze Dich irgendwo nieder und sei so lange still , bis Du wieder artiger sprechen willst . ' ]
[ ]
Ein kleines
[ Frühstückzimmer ]
[ Frühstückszimmer ]
stieß an das
[ Besuchzimmer ]
[ Wohnzimmer ]
;
[ dort ]
[ ich schlüpfte ]
hinein
[ schlüpfte ich ]
[ ]
.
[ Es enthielt einen ]
[ Hier stand ein ]
Bücherschrank
[ ; ich bemächtigte mich sofort ]
[ . Bald hatte ich mich ]
eines
[ Buches ]
[ großen Bandes bemächtigt ]
,
[ natürlich eines Bilderbuches . Darauf begab ich mich in die Fensterbrüstung ]
[ nachdem ich mich zuerst vorsichtig vergewissert hatte ]
,
[ kreuzte ]
[ daß Bilder darin waren . Ich stieg auf die Fensterbank , zog ]
die Füße nach
[ türkischer Manier übereinander ]
[ ]
und
[ nachdem ich ]
[ kreuzte ]
die
[ rothen Moirevorhänge zugezogen hatte , war ich von beiden Seiten abgeschlossen . Rechts zeigten sich mir die malerischen Falten der scharlachrothen Draperie , links die hellen , durchsichtigen Glasscheiben , die mich vor dem kühlen Novembertage schützten , ohne mir die Aussicht auf die frostige Außenwelt zu benehmen . Von Zeit zu Zeit , während ich die Blätter des Buches umschlug , stellte ich Betrachtungen über den Anblick dieses Wintertages an . In der Ferne bot derselbe ein fahles Weiß von Nebeln und Wolken , in der Nähe eine Scenerie von nassem Grasgrund und sturmgepeitschtem Gesträuch ; ein immerwährender Regenschauer floh vor dem scharfen Athemzuge der Windsbraut über die Fläche hin . Wieder blickte ich in mein Buch - - Bewick ' s Naturgeschichte der Vögel Großbritanniens - - das Gedruckte interessirte mich im Allgemeinen sehr wenig , indessen konnte ich , ]
[ Beine wie ein Türke ; dann zog ich die dunkelroten MoireeVorhänge fest zusammen und saß ]
so
[ sehr ich auch Kind war , einige Seiten der Einleitung nicht ganz unbeachtet überschlagen . Sie handelten von den Aufenthaltsorten der Seevögel , den , einsamen Felsen und Vorgebirgen ' , die von ihnen allein bewohnt sind ; von den der Länge nach vom Cap Lindenäs bis zum Nordcap mit Inseln bekränzten Küsten Norwegens - - , Wo das nord ' sche Meer mit wüstem Tosen Das Felseneiland , schen von Sterblichen gemieden , Des fernen Thule wild umbraust und die Atlantis Hinein schäumt in die stürmischen Hebriden . - - ' Ebenso wenig konnte ich die Beschreibung der eisigen , schneebedeckten Ufer Lapplands , Sibiriens , Spitzbergens , Novaja - Semljas und Grönlands übergehen , , jene trostlosen Regionen des ödesten Raumes , vom arktischen Gürtel umfangen , jener Urbehälter von Frost und Schnee , wo feste Eisfelder , die Erzeugnisse von Jahrhunderten , zur Höhe der Alpen emporgethürmt , den Pol umgeben und die vielfältigen Schrecknisse der äußersten Kälte gleichsam in einen Mittelpunkt zusammenfassen ' . Von diesen in der Weiße des Todes erglänzenden Landstrichen bildete ich mir nun eine Idee nach meiner Weise ; sie war freilich ein bloßer Schatten , wie dies bei allen unreifen Vorstellungen der Fall ist , welche nebelartig die Seele eines Kindes durchziehen , aber sie hinterließ einen merkwürdigen , dauernden Eindruck . Die Worte dieser Einleitung verbanden sich mit den beigegebenen Bildern und gaben dem einsamen Felsen ]
[ ]
in einer
[ stürmischen , wildschäumenden See , dem zerschellten , an einer trostlosen Küste gestrandeten Boote , dem kalt und geisterhaft durch finstere Wolken auf ein eben versinkendes Wrack herabscheinenden Monde eine ganz besondere Bedeutung ]
[ doppelten Verborgenheit ]
.
[ Ich kann ' s nicht bestimmt sagen , was für ein Gefühl der einsame Kirchhof in mir erweckte , mit seiner Ueberschrift , seinem Gitterthor , den beiden Bäumen , dem niedrigen , rings von der zerfallenen Mauer begrenzten Horizont , dem eben aufgegangenen Halbmond , welcher die späte Abendzeit verkündete . Die beiden Schiffe , welche auf träger See stillstanden , hielt ich für Seegespenster . Den Gottseibeiuns mit Schweif und Pferdefuß überschlug ich als einen Gegenstand des Entsetzens , desgleichen das schwarze , gehörnte Wesen , das von der Spitze eines Felsens eine um einen Galgen versammelte Menge musterte . Ein jedes Bild erzählte mir eine Geschichte , oft lautete dieselbe meinem unentwickelten Verstande und unvollkommenen Gefühlen sehr geheimnißvoll , aber immer war sie interessant , so interessant wie die Märchen , welche Bessie an langen Winterabenden zu erzählen pflegte , wenn sie zufällig guter Laune war . Dann brachte sie wohl das Bügelbrett zum Camine der Kinderstube , erlaubte uns , uns um sie herumzusetzen und während sie Mistreß Reed ' s Halskrause herrichtete und die Spitzen ihrer Nachtmütze ausplättete , fütterte sie unsere gierige Aufmerksamkeit mit Liebesbegebenheiten und Abenteuern aus alten Feenmärchen und noch älteren Balladen ; später entdeckte ich , daß sie ihre Erzählungen Pamela und Heinrich , Grafen von Moreland , entnommen hatte . Mit Bewick auf dem Schoße fühlte ich mich glücklich , wenigstens glücklich nach meiner Weise . Nichts ]
[ Ihr ]
fürchtete
[ ich ]
[ nichts ]
als eine
[ Unterbrechung ]
[ Störung - ]
und
[ die letztere störte mich ]
[ diese kam ]
nur zu bald
[ auf ]
[ ]
. Die
[ Thür des Frühstückzimmers ]
[ Tür zum Frühstückszimmer ]
öffnete sich . ,
[ Holla ]
[ Heda , Träumerin ]
!
[ Madame Trotzkopf ! ' ]
[ r ]
rief
[ die Stimme ]
[ ]
John Reed
[ ' s ]
[ ]
; dann
[ trat eine Pause ein ; der Junge fand die Stube anscheinend ]
[ hielt er inne ; offenbar war er erstaunt , das Zimmer ]
leer
[ ]
[ zu finden ]
. , Wo
[ der ]
[ zum ]
Teufel
[ steckt ]
[ ist ]
sie
[ ! ]
[ denn ? ]
' fuhr er fort
[ . ]
[ ]
,
[ Lieschen ]
[ ]
,
[ ]
[ Lizzy ! ]
Georgy ! '
[ - - ]
[ rief er ]
seinen Schwestern
[ rufend - - ]
[ zu ]
,
[ Hanne ]
[ , Jane ]
ist nicht hier
[ ; geht und sagt der ]
[ . Sagt doch ]
Mama , daß sie
[ im Regen auf die Straße gelaufen ]
[ in den Negen hinausgelaufen ]
ist
[ , ]
[ - ]
das
[ garstige Thier . ' ]
[ böse Tier ! ]
,
[ Ein Glück ]
[ Wie gut ]
, daß ich den Vorhang
[ zuzog ]
[ zusammengezogen habe ]
,
[ ' ]
[ ]
dachte ich
[ bei mir selbst , ]
[ ; ]
und
[ vom Grunde meines Herzens betete ]
[ dann wünschte ]
ich
[ ]
[ inbrünstig ]
,
[ ]
[ daß ]
er
[ möchte ]
[ ]
mein Versteck nicht
[ ausfindig machen . In der That wäre ]
[ entdecken möge ; er würde es ]
auch
[ John Reed bei der Blödigkeit seiner Augen und seines Verstandes nicht dahinter gekommen ]
[ niemals entdeckt haben ; er war langsam , sowohl von Begriffen wie in seinem Beobachtungsvermögen ]
; aber
[ im selben Augenblicke ]
[ Eliza ]
steckte
[ Elise ihren ]
[ den ]
Kopf zur
[ Thür herein ]
[ Tür hinein ]
und sagte
[ ]
[ sofort ]
:
[ , Sie ist in ]
[ E I ? . - » daß ]
der
[ Fensterbrüstung , ganz gewiß , ]
[ erwähnte ]
Jack
[ ! ]
[ mich hervorziehen würde . , Da bin ich , was wünschest du ? ]
'
[ Sofort trat ich auch heraus , denn ich zitterte bei dem bloßen Gedanken , vom besagten Jack hervorgezogen zu werden . , Was willst Du ? frug ]
[ fragte ]
ich mit
[ scheuer Aengstlichkeit ]
[ Mißtrauen ]
. ,
[ ]
[ Es heißt : ]
Was wünschen Sie ,
[ junger Herr ]
[ Mr . ]
Reed ,
[ sollst Du sagen , war die ]
[ ? lautete seine ]
Antwort
[ . , Ich will , daß Du herkommst . Bei diesen Worten setzte er sich in einen Armstuhl und bedeutete mir mit der Hand , näherzutreten und mich vor ihn zu stellen ]
[ ]
. John Reed war ein Schuljunge von vierzehn Jahren
[ , ]
[ ; ]
vier Jahre älter als ich , denn ich
[ zählte deren bloß ]
[ war erst ]
zehn
[ ]
[ Jahre alt ]
; groß und
[ stämmig ]
[ stark ]
für sein Alter ,
[ von fahler , ungesunder ]
[ mit einer ungesunden ]
Gesichtsfarbe
[ , groben Zügen , ]
[ ; große Züge in ]
einem breiten Gesicht
[ ; seine Glieder waren überhaupt massiv ]
[ ]
,
[ seine ]
[ plumpe Gliedmaßen und große ]
Hände und Füße
[ unverhältnißmäßig groß . Bei Tische pflegte er sich über Gebühr vollzupfropfen , was sein Temperament gallig , seine Augen blöde und umflort , seine Wangen schwammig machte ]
[ ]
. Er
[ hätte dazumal eigentlich in der Schule sein sollen , aber seine Mama hatte ]
[ quälte und schlug mich ; nicht etwa dann und wann , sondern fortwährend und unaufhörlich ; jeder Nerv in mir fürchtete ]
ihn
[ , seiner schwachen Gesundheit wegen ' auf ein oder zwei Monate nach Hause genommen . Sein Lehrer , Mister Miles , behauptete zwar , John würde sich recht wohl befinden ]
[ ]
, wenn er
[ weniger Kuchen und Süßigkeiten von Hause geschickt bekäme ; seiner Mutter Herz konnte indessen einen so barbarischen Gedanken gar nicht fassen und so blieb sie bei der ihrer Zärtlichkeit entsprechenderen Idee stehen , John ' s ungesunde Gesichtsfarbe sei seinem allzugroßen Fleiße und vielleicht auch dem Heimweh zuzuschreiben . John hatte weder für seine Mutter , noch für seine Schwestern eine große Zuneigung , gegen mich hingegen eine ausgesprochene Antipathie . Er neckte und schlug mich , nicht etwa zwei - oder dreimal die Woche oder ein - oder zweimal des Tages , sondern ohne Unterlaß ; jeder Nerv meines Körpers zitterte vor ihm und jede Muskel zog sich zusammen , wenn er näher ]
[ in meine Nähe ]
kam . Es gab Augenblicke , wo
[ mir ]
[ ]
der
[ Schreck ]
[ Schrecken ]
, den er mir einflößte ,
[ alle Besinnung raubte , da ich ]
[ mich ganz verwirrt machte ; denn ich fand niemand , der mich ]
gegen seine Drohungen und
[ Bosheiten weder Schutz noch Rückhalt hatte . Das Gesinde wollte dem jungen Herrn nicht zu nahe treten , indem es mich vertheidigte , und Mistreß Reed war in dieser Beziehung taub und blind , sie sah es nie , wenn er mich schlug und hörte nicht , daß er mich schmähte , obwohl er sich das eine oder das andere dann und wann sogar in ihrer Gegenwart erlaubte , wenn es gleich am häufigsten hinter ihrem Rücken geschah . ]
[ Tätlichkeiten verteidigte . Aus Gewohnheit gehorchte ich ]
John
[ gegenüber an Unterwürfigkeit gewöhnt , stellte ich mich sofort vor seinen ]
[ auch dieses Mal und näherte mich seinem ]
Stuhl
[ ; etwa ]
[ : ungefähr ]
drei Minuten
[ brachte ]
[ streckte ]
er
[ damit zu , die ]
[ mir seine ]
Zunge so weit
[ auf mich herauszustrecken ]
[ entgegen ]
,
[ als ]
[ wie ]
er
[ dies , ohne die Zungenwurzel zu beschädigen , füglich thun ]
[ es ermöglichen ]
konnte ; ich
[ sah voraus ]
[ wußte ]
, daß er
[ alsbald auf ]
[ ]
mich
[ losschlagen ]
[ jetzt gleich schlagen ]
würde , und
[ während ]
[ obgleich ]
ich
[ dem Schlage entgegenzitterte ]
[ den Schlag fürchtete ]
,
[ konnte ich mich nicht enthalten , ]
[ vermochte ich doch über ]
das
[ eklige und ]
[ ]
häßliche Gesicht
[ meines Henkers näher ins Auge zu fassen ]
[ des Burschen meine Betrachtungen anzustellen ]
.
[ Wahrscheinlich mochte ]
[ Ich weiß nicht , ob ]
er
[ meine ]
[ diese ]
Gedanken
[ in meinen Blicken gelesen haben ]
[ auf meinem Gesichte las ]
, denn plötzlich
[ und ]
[ , ]
ohne ein Wort zu
[ verlieren ]
[ sagen ]
, schlug er
[ nach mir mit aller Kraft ]
[ heftig auf mich los ]
. Ich
[ schwankte und , mein ]
[ taumelte ; dann gewann ich das ]
Gleichgewicht wieder
[ gewinnend , ]
[ und ]
trat
[ ich einen oder zwei ]
[ einige ]
Schritte
[ ]
[ von seinem Stuhl ]
zurück . ,
[ Nimm das ]
[ Das ist ]
für
[ Deine Unverschämtheit ]
[ die Frechheit ]
,
[ meiner Mama ]
[ mit der du ]
vor einer Weile
[ so zu antworten ]
[ Mama eine Antwort gegeben hast ]
,
[ ]
[ ' ' ]
sagte er , , und
[ für Deinen heimlichen Rückzug ]
[ dafür , daß du dich ]
hinter den Vorhang
[ ]
[ verkriechst ]
und für den Blick , den
[ Du mir ]
[ ich ]
vor zwei Minuten
[ zuwarfst ]
[ in deinen Augen gewahrte ]
,
[ Du abscheuliche ]
[ du ]
Ratte ,
[ Du ]
[ du ]
!
[ Ich war John ]
[ ]
'
[ s Schmähungen zu sehr ]
[ ' An Johns Beschimpfungen ]
gewöhnt ,
[ um ]
[ fiel es mir niemals ein , ]
irgend
[ eine Entgegnung versuchen ]
[ etwas auf dieselben ]
zu
[ wollen ]
[ erwidern ]
;
[ meine nächste Sorge bestand bloß darin ]
[ ich dachte nur daran ]
, wie ich den
[ zweiten ]
[ ]
Schlag
[ ertragen könnte ]
[ aushalten sollte ]
,
[ welcher ]
[ ]
der
[ Beschimpfung unausweichlich ]
[ unfehlbar auf die Schmähung ]
folgen würde . , Was
[ thatest Du ]
[ hast du da ]
hinter dem
[ Vorhange ]
[ Vorhang gemacht ]
?
[ war John ]
[ ]
'
[ s nächste Frage ]
[ fragte er weiter ]
. , Ich
[ las ]
[ habe gelesen ]
.
[ , Zeig ' ]
[ Zeige mir ]
das Buch
[ her ]
[ ]
. Ich ging
[ zum ]
[ an das ]
Fenster
[ ]
[ zurück ]
und holte es . , Du hast
[ mit unseren Büchern gar nichts ]
[ keine Erlaubnis , unsere Bücher ]
zu
[ schaffen . Du ißt bei uns das Gnadenbrot ]
[ nehmen ; du bist eine Untergebene ]
,
[ wie ]
[ hat ]
Mama
[ sagt , Du ]
[ gesagt ; du ]
hast kein Geld
[ , Dein ]
[ ; dein ]
Vater
[ hinterließ Dir ]
[ hat dir ]
nichts
[ , Du ]
[ hinterlassen ; eigentlich ]
solltest
[ eigentlich ]
[ du ]
betteln
[ gehen ]
[ ]
und
[ ]
[ hier ]
nicht mit
[ vornehmer Leute ]
[ vornehmen ]
Kindern , wie
[ unsereins ]
[ wir es sind ]
,
[ zusammenleben , mit uns von denselben Speisen ]
[ zusammen leben und dieselben Mahlzeiten ]
essen
[ ]
[ wie wir ]
und Kleider tragen , die
[ Dir unsere ]
[ ]
Mama
[ schaffen ]
[ bezahlen ]
muß .
[ Ich ]
[ Nun , ich ]
will
[ Dich ]
[ dich ]
lehren ,
[ in ]
[ zwischen ]
meinen Büchern
[ herumzukramen ; ]
[ umherzustöbern , ]
denn
[ die Bücher sind mein ]
[ sie gehören mir , ]
und das ganze Haus gehört mir oder wird mir
[ ]
[ wenigstens ]
in
[ wenigen ]
[ einigen ]
Jahren gehören .
[ Packe Dich ]
[ Geh ' ]
und
[ stelle Dich zur Thür , außer den Bereich der Spiegel und Fenster . ]
[ stell ' dich an die Tür ! r ]
Ich
[ that ]
[ gehorchte ]
,
[ wie mir geheißen wurde , ohne im ersten Augenblick die ]
[ da ich keine Ahnung von seiner ]
Absicht
[ des Buben zu erfassen ]
[ hatte ]
; als ich
[ ihn ]
[ ]
aber
[ ]
[ gewahrte , daß er ]
das Buch
[ aufheben ]
[ emporhob ]
und
[ zum Wurfe schwingen sah , fuhr ich instinctmäßig ]
[ ]
mit
[ einem Angstrufe beiseite ; doch ]
[ demselben zielte , sprang ich unwillkürlich zur Seite und stieß einen Schreckensschrei aus , jedoch ]
nicht
[ zeitig ]
[ früh ]
genug
[ , denn der Band ]
[ ; das Buch ]
traf mich ,
[ ]
[ und ]
ich fiel
[ , schlug ]
[ ]
mit dem
[ Kopfe ]
[ Kopf ]
gegen die
[ Thür ]
[ Tür ]
und
[ zerschellte mir den Schädel ]
[ verletzte mich ]
. Die Wunde blutete , der Schmerz war heftig
[ ; mein Schrecken hatte die höchste Stufe überschritten und machte anderen Gefühlen Plat ]
[ ]
. ,
[ O , Du böser ]
[ Böser ]
,
[ Du ]
[ ]
grausamer Bube !
[ rief ]
[ r schrie ]
ich . , Du
[ handelst ja ]
[ bist ]
wie ein Mörder - -
[ ]
[ du bist wie ]
ein Sklaventreiber -
[ - ]
[ du bist ]
wie die römischen Kaiser !
[ ]
[ ’ ]
Ich hatte
[ vordem Goldsmith ' s ]
[ Goldsmiths ]
Geschichte Roms gelesen und mir
[ ]
[ meine eigene Ansicht ]
über Nero
[ und ]
[ , ]
Caligula
[ eine Meinung ]
[ und andere ]
gebildet
[ , auch , wie natürlich , im Stillen ]
[ . Im stillen hatte ich ]
Vergleiche
[ gezogen ]
[ angestellt ]
,
[ freilich ohne daran zu denken , sie je in dieser Weise ]
[ welche ]
laut
[ werden ]
[ ]
zu
[ lassen . ]
[ äußern ]
,
[ Wie ]
[ ich mir allerdings niemals vorgenommen hatte . , Was ]
! Was ! schrie er
[ auf ]
[ ]
. ,
[ Zu wem sagt ]
[ Hat ]
sie das
[ ]
[ zu mir gesagt ]
?
[ Doch nicht zu mir ? Elisa , Georgina , habt Ihr ]
[ Habt ihr ]
es gehört
[ ]
[ , Eliza und Georgina ]
?
[ Warte , ]
[ Das werde ]
ich
[ will es ]
[ ]
der Mama
[ sagen ]
[ erzählen ]
!
[ Doch ]
[ - Aber ]
zuvor - -
[ Bei diesen Worten stürzte er wie ein Rasender ]
[ Er rannte ]
auf mich
[ los ]
[ zu ]
; ich fühlte , wie er
[ mich bei den Haaren ]
[ mein Haar ]
und
[ bei den Schultern packte ]
[ meine Schulter faßte ]
;
[ die Verzweiflung gab mir Kraft ]
[ er kämpfte mit einer Verzweifelten ]
. Ich sah
[ ]
[ wirklich ]
in ihm einen Tyrannen ,
[ ]
[ - ]
einen Mörder
[ ; ich ]
[ . Ich ]
fühlte
[ einige ]
[ dann , wie ]
Blutstropfen von meinem Kopfe
[ ]
[ auf ]
den
[ Nacken herabrinnen , dies ]
[ Hals herabträufelten ]
und
[ ein stechender ]
[ empfand einen stechenden ]
Schmerz
[ hatten in diesem Momente die Oberhand ]
[ . Diese Gefühle siegten für den Augenblick ]
über
[ jedwede ]
[ die ]
Furcht
[ ]
[ , ]
und ich
[ empfing den Burschen mit einer Art entschlossener Raserei ]
[ trat ihm in wahnsinniger Wut entgegen ]
. Was ich
[ ihm ]
[ ]
mit meinen Händen
[ zufügte ]
[ tat ]
,
[ das weiß ]
[ kann ]
ich
[ ]
[ jet ]
nicht mehr
[ ]
[ sagen ]
,
[ ich hörte nur , wie ]
[ aber ]
er
[ mich eine böse ]
[ schrie fortwährend laut : , ]
Ratte
[ nannte und laut aufschrie . Man war ihm bald zu ]
[ , Ratte ! Bald kam ihn ]
Hilfe
[ gekommen ; Elisa und Georgina hatten Mistreß ]
[ . Mrs . ]
Reed
[ geholt , die sofort ]
[ erschien ]
auf
[ den Schauplatz eilte ]
[ der Szene ]
,
[ gefolgt von ]
[ und ihr folgten die Wärterin ]
Bessie und
[ ]
[ ihr Kammermädchen ]
Abbot
[ , ihren Kammerzofen ]
[ ]
. Man trennte uns
[ und ]
[ ; dann vernahm ]
ich
[ hörte ]
[ ]
die Worte : ,
[ Du lieber Himmel ]
[ Um des Himmels willen ]
!
[ Welche Bosheit ]
[ Welch eine Furie , so auf Mr . John loszustürzen ! ' ' , Hat man jemals ein so wütendes Geschöpf gesehen ! ? Dann fügte Mrs . Reed hinzu : , Führt sie in das rote Zimmer und schließt sie dort ein . ' ? Vier Hände ergriffen mich , und ich wurde die Treppe hinaufgetragen . 2 . Kapitel Meine Hausgenossen . Auf dem ganzen Wege leistete ich Widerstand ; dies war etwas Neues bei mir und ein Umstand , der Bessie und Miß Abbot in der schlechten Meinung bestärkte , welche diese ohnehin schon von mir hegten . Tatsache ist , daß ich vollständig außer mir war . Ich wuffe sehr wohl , daß die Empörung dieses einen Augenblicks mir schon schwere Strafen zugezogen haben mußte , und wie viele rebellische Sklaven war ich fest entschlossen , bis zum Äußersten zu gehen . , Halten Sie ihre Arme , Miß Abbot ; sie ist wie eine wilde Kate . , Schämen Sie sich ! Schämen Sie sich ! r rief das Kammermädchen . , Welch ein abscheuliches Betragen , Miß Eyre ]
, den jungen Herrn
[ derart anzufallen ! , Hat man je ein so boshaftes Geschöpf gesehen ! Worauf Mistreß Reed erwiderte : , Bringt sie ins rothe Zimmer und schließt sie dort ein . Vier Hände faßten mich zu gleicher Zeit und ich wurde die Treppe hinauf getragen . II . Den ganzen Weg über leistete ich nach Kräften Widerstand , für mich eine ungewohnte Sache und für Bessie und Jungfer Abbot ein Anhaltspunkt mehr , die schlechte Meinung , die sie bereits von mir gefaßt hatten , zu begründen . Der einzige Grund meines Betragens bestand indessen darin , daß ich ganz außer mir war ; die augenblickliche Auflehnung gegen meine Quäler , welche natürlicherweise schreckliche Strafen nach sich ziehen mußte , hatte mich , wie irgend einen meuterischen Sklaven , zu dem Entschlusse gebracht , so weit als möglich zu gehen . , Halten Sie ihr die Hände , Mamsell Abbot ; sie geberdet sich ja wie eine wüthende Katze . , Pfui ! Schämen Sie sich ! rief die Herrenmagd . , Welch abscheuliche Aufführung , Miß Eyre , nach einem jungen Gentleman , dem Sohne Ihrer Wohlthäterin , Ihrem jungen Gebieter ]
[ ]
zu schlagen !
[ ]
[ Den Sohn Ihrer Wohltäterin ! Ihren Herrn ! ]
,
[ Gebieter ? Wieso ]
[ Herr ! Wie , ]
ist er mein
[ Gebieter ]
[ Herr ]
? Bin ich
[ ]
[ denn ]
eine
[ Dienstmagd ]
[ Dienerin ]
? , Nein
[ ! ]
[ . ]
Sie sind
[ noch ]
[ ]
weniger als eine
[ Dienstmagd ]
[ Dienerin ]
, denn Sie
[ thun ]
[ tun ]
nichts
[ ]
[ , Sie arbeiten nicht ]
für Ihren Unterhalt . Da
[ , setzen ]
[ ! Setzen ]
Sie sich
[ nieder , ]
[ ]
und denken Sie über Ihre
[ Nichtswürdigkeiten ]
[ Bosheit ]
nach
[ . Indessen ]
[ ! Unterdessen ]
hatten
[ ]
[ sie ]
mich
[ die beiden Mädchen ]
[ ]
in
[ die ]
[ das von Mrs . Reed ]
bezeichnete
[ Stube ]
[ Gemach ]
gebracht und
[ dort ]
[ mich ]
auf einen Stuhl
[ niedergeworfen . Mein erster Gedanke war , ]
[ geworfen ; ]
wie eine
[ Feder emporzuschnellen , aber zwei Paar ]
[ Sprungfeder wollte ich wieder von demselben emporschnellen ; vter ]
Hände
[ brachten ]
[ hielten ]
mich
[ ]
[ jedoch ]
augenblicklich
[ zum Stillsitzen ]
[ wie mit eisernen Klammern fest ]
. , Wenn Sie nicht
[ sitzen bleiben ]
[ stillsitzen ]
,
[ so müssen ]
[ werden ]
wir Sie anbinden ,
[ ]
[ ? ]
sagte Bessie . ,
[ Mamsell ]
[ Miß ]
Abbot , leihen Sie mir
[ einmal ]
[ ]
Ihre Strumpfbänder
[ , ]
[ ; denn ]
die
[ meinigen ]
[ meinen ]
würde sie
[ gleich ]
[ bald ]
zerreißen .
[ Mamsell Abbot machte ]
[ ' Diese Vorbereitungen zu meiner Fesselung und die neue Schande minderten meine Aufregung ein wenig . , Machen Sie ]
sich
[ bereit ]
[ keine Mühe ]
,
[ das geforderte Bindemittel von ihren dicken Beinen abzulösen . Die Bereitung von Fesseln und der Gedanke an die damit verbundene neue Schmach benahm mir etwas von meiner Aufregung . , Lassen Sie sie daran , rief ich . , Ich will mich nicht rühren ]
[ r schrie ich , , ich werde ganz stillsitzen ]
.
[ Und zur besseren Bekräftigung des Gesagten ]
[ Zum Beweise ]
hielt ich mich mit beiden Händen
[ am Stuhle ]
[ an meinem Sitz ]
fest . ,
[ Ich wollte es Ihnen auch ]
[ Rühren Sie sich ja ]
nicht
[ gerathen haben ]
[ ]
,
[ erwiderte ]
[ . sagte ]
Bessie
[ , indem ]
[ ; und als ]
sie
[ , nach gewonnener Ueberzeugung ]
[ sich überzeugt hatte ]
, daß ich
[ fest saß ]
[ wirklich anfing ]
,
[ ihre Hände von mir nahm . Darauf stellte ]
[ mich zu beruhigen , ließ sie mich los ; dann stellten ]
sie
[ ]
[ und Miß Abbot ]
sich mit
[ Jungfer Abbot mit unterschlagenen ]
[ gekreuzten ]
Armen vor mich
[ hin , ]
[ ]
und
[ Beide ]
[ ]
blickten
[ mir düster und forschend ins Antlitz ]
[ mich finster an ]
, als
[ hielten ]
[ zweifelten ]
sie
[ mich für verrückt ]
[ an meinem gesunden Verstande ]
.
[ Sie war früher nie so ]
[ ]
,
[ begann nach einer Weile ]
[ Das hat sie bis jetzt noch niemals getan ' , sagte endlich ]
Bessie
[ ]
[ zur Abigail gewendet ]
.
[ Oh ]
[ ]
,
[ ]
[ Aber ]
es hat schon
[ immer ]
[ lange ]
in ihr
[ gesteckt ]
[ gelegen , ' ' war die Antwort ]
.
[ ]
[ , ]
Ich habe der gnädigen Frau schon
[ öfter ]
[ oft ]
meine Meinung über das Kind gesagt , und sie
[ hat mir ganz Recht gegeben ]
[ denkt ebenso ]
.
[ Es ]
[ Sie ]
ist
[ ein kleiner Wechselbalg ! mein Lebtag habe ich noch kein Mädchen ihres Alters so heimtückisch gesehen ! ]
[ für ihr Alter ein verstocktes und verschlossenes Ding . ]
Bessie antwortete nicht
[ . Nach ]
[ ; nach ]
einer
[ kurzen Pause ]
[ Weile ]
wandte sie sich zu mir
[ . ]
[ und sagte : , Fräulein ]
, Sie sollten
[ am besten wissen ]
[ doch bedenken ]
,
[ Miß , was ]
[ daß ]
Sie
[ Mistreß ]
[ Mrs . ]
Reed
[ zu danken haben ; ]
[ verpflichtet sind , ]
sie
[ allein ]
[ ]
erhält Sie . Wenn sie Sie
[ verstößt ]
[ fortjagte ]
, so
[ kommen ]
[ müßten ]
Sie
[ geraden Weges ]
[ ]
ins Armenhaus
[ ]
[ gehen ]
. Auf
[ solche Reden konnte ]
[ diese Worte fand ]
ich nichts
[ ]
[ zu ]
erwidern
[ . Sie ]
[ ; sie ]
waren mir
[ nichts neues ; mit den ersten Vorstellungen meines Daseins hatten sich ähnliche Andeutungen gepaart ]
[ nicht mehr neu ]
.
[ Der ]
[ Dieser ]
Vorwurf meiner
[ Armuth und ]
[ ]
Abhängigkeit
[ tönte mir in ]
[ war in meinen Ohren fast zum leeren Singsang geworden . Nun fiel auch Miß Abbot ein : , Und Sie sollten auch nicht denken , daß Sie ]
den
[ Ohren , peinlich zwar ]
[ Damen Reed ]
und
[ drückend , aber nur halb verständlich ]
[ Mr ]
.
[ Nun ließ sich auch Jungfer Abbot vernehmen . , Und Sie dürfen sich gar nicht einbilden , daß Sie ebenso viel ]
[ Reed ebenbürtig ]
sind ,
[ als die Fräuleins ]
[ weil Mrs . ]
Reed
[ und der junge Herr Reed ; etwa darum ]
[ Ihnen gütig erlaubt ]
,
[ weil Mistreß Reed die Gnade hat , Sie ]
[ ]
mit ihren Kindern
[ aufzuziehen ? Die haben ]
[ erzogen zu werden . Diese werden einmal ]
sehr
[ viel Geld , und Sie haben gar nichts , daher ziemt Ihnen Demuth , und Sie ]
[ reich ]
werden
[ wohl daran thun ]
[ ]
,
[ etwas leidlicher zu werden ]
[ und Sie sind arm ]
.
[ ]
[ Sie müssen bescheiden sein und versuchen , sich bei ihnen beliebt zu machen . ' ]
, Was wir Ihnen sagen , ist
[ ]
[ nur ]
zu
[ Ihrem ]
[ Ihren ]
Besten ,
[ ]
[ ? ]
fügte Bessie
[ etwas freundlicher ]
[ ]
hinzu
[ ; ]
[ ]
,
[ ]
[ , Sie sollten ]
versuchen
[ Sie es mit Dienstfertigkeit und Zuvorkommenheit ]
[ ]
,
[ ]
[ sich nützlich und angenehm zu machen , dann würden Sie hier ]
vielleicht
[ haben sie dann ]
[ ]
eine Heimat
[ in diesem Hause ]
[ finden ]
;
[ ]
[ wenn Sie ]
aber
[ wenn Sie sie sich roh ]
[ heftig ]
und
[ leidenschaftlich betragen ]
[ ungezogen werden ]
, so wird
[ ]
[ Mrs . Reed ]
Sie
[ die gnädige Frau ganz gewiß ]
[ zweifellos ]
fortschicken . ,
[ Zudem ]
[ Außerdem ]
,
[ meinte ]
[ ' sagte ]
Miß Abbot , , wird
[ sie unser Herrgott ]
[ Gott Sie ]
strafen
[ , vielleicht schickt er ihr einmal mitten ]
[ . Er könnte Sie ]
in
[ den Ergüssen ihrer Bosheit den Tod ]
[ Ihrem Zorn tot zu Boden fallen lassen ]
, und
[ wo soll ]
[ wohin kämen Sie ]
dann
[ ihre arme Seele hinkommen ]
[ ]
? Kommen Sie , Bessie , wir wollen sie allein lassen
[ . Um alles ]
[ ; um nichts ]
in der Welt
[ wollte ich nicht ]
[ möchte ich ]
ihr Herz haben . Sagen Sie
[ Ihre Gebete her ]
[ Ihr Gebet ]
, Miß Eyre , wenn Sie allein sind ; denn wenn Sie
[ keine Reue zeigen ]
[ nicht bereuen ]
,
[ so möchte am Ende irgend ein Gespenst ]
[ könnte etwas durch ]
den
[ Camin herunter kommen ]
[ Kamin herunterkommen ]
und Sie
[ holen ]
[ mitnehmen ]
.
[ Beide entfernten sich nun , stießen ]
[ ' ' Sie gingen und schlossen ]
die
[ Thür zu , und sperrten sie ]
[ Tür ]
hinter sich
[ ab ]
[ zu ]
. Das
[ rothe ]
[ rote ]
Zimmer war
[ eine unbenutzte Stube ]
[ ein Gemach ]
, in
[ der ]
[ dem nur ]
selten
[ , ich möchte beinahe sagen nie , ]
[ ]
jemand
[ die Nacht zubrachte , ]
[ schlief . Und doch war ]
es
[ wäre denn , daß zufällig ein großer Schwarm von Gästen Gatesheadhall überschwemmte , und es nothwendig machte , alle Räumlichkeiten des Hauses zu verwenden ]
[ eins der schönsten und prächtigsten Gemächer in Gateshead - Hall ]
.
[ Dessen ungeachtet war die rothe Stube eine der größten und stattlichsten der Wohnung . Eine auf massiven Säulen ]
[ Im Mittelpunkt stand ein Bett ]
von Mahagoni
[ ruhende Bettstatt ]
[ , mit Vorhängen von dunkelrotem Damast behängt ; die beiden großen Fenster wurden durch Draperien von demselben Stoffe halbverhüllt ; der Teppich war rot ; der Tisch am Fußende des Bettes war mit einer roten Decke belegt ; die Wände waren ]
mit einem
[ Himmel von dunkelrothem Damast stand ]
[ Stoffe behängt ]
, der
[ Bundeslade ähnlich , in der Mitte ]
[ auf lichtbraunem Grunde ein zartes rosa Muster trug ]
;
[ die zwei großen Fenster ]
[ der Kleiderschrank ]
,
[ die Fensterladen stets geschlossen ]
[ der Toilettetisch ]
,
[ ]
[ die Stühle ]
waren
[ von Garnituren und Draperien von derselben Farbe halb verhüllt ; über den Fußboden breitete sich ein rother Teppich ; auch den Tisch am Fuße des Bettes deckte ein carmoisinrothes Tuch ; die Wände waren lichtroth , mit einem zarten Hauche von Feuerroth gemalt , der Kleiderschrank , die Toilette , die Stühle sämmtlich von dunkel politirtem ]
[ aus dunklem , poliertem ]
Mahagoni
[ ]
[ angefertigt ]
. Aus diesen
[ tiefen ]
[ düsteren ]
Schatten
[ ringsum ]
[ ]
erhoben sich
[ hoch und blüthenweiß die aufeinander geschichteten Matratzen und Federpölster des Bettes mit einer schneeigen Marseiller Steppdecke überkleidet ; am Kopfe des Bettes ragte , wohl nicht ganz so hoch wie das erstere , ein weiter , gepolsterter Sorgenstuhl , gleichfalls ]
[ ]
weiß
[ überzogen ]
[ ]
und
[ vorne mit einem Fußschemel versehen , empor , der ]
[ glänzend die Kopfkissen . unheimlich stach ein ebenfalls weißer Lehnstuhl hervor . Damals erschien er ]
mir wie ein
[ weißer ]
[ geisterhafter ]
Thron
[ vorkam ]
[ ]
.
[ Die Stube ]
[ Das Zimmer ]
war
[ kalt ]
[ eisigkalt ]
, weil
[ man sie ]
[ nur ]
selten
[ heizte ]
[ ein Feuer in demselben angezündet wurde ]
;
[ ]
[ es war ]
still , weil
[ sie ]
[ es weit ]
von der Kinderstube und
[ der Küche gleich weit ]
[ den Küchen ]
entfernt lag ;
[ feierlich und ]
[ ]
unheimlich , weil
[ man wußte , sie werde selten betreten . Bloß am Sonnabend kam das Stubenmädchen hinein , um von den Spiegeln und Möbeln den ungestört angesammelten Staub einer ganzen Woche abzuwischen ; Mistreß Reed selbst besuchte die Stube nur in seltenen Zwischenräumen , um eine geheime Schublade im Kleiderkasten zu untersuchen , welche verschiedene Pergamente , ihr Juwelenkästchen und ein Miniaturporträt ihres verstorbenen Mannes enthielt . Ihres verstorbenen Mannes - - in diesen Worten lag das Geheimniß der rotten Stube , der Zauberbann , welcher dieselbe trotz ihrer Größe öde und verlassen erhielt ]
[ niemals jemand dasselbe betrat ]
.
[ Mister ]
[ Mr . ]
Reed war
[ vor ]
[ seit ]
neun Jahren
[ gestorben ]
[ tot ]
; in
[ der rothen Stube ]
[ diesem Gemache ]
hatte er seinen
[ Geist ausgehaucht ]
[ letzten Atemzug getan ]
;
[ dort hatte ]
[ hier lag ]
er
[ am Paradebett gelegen , ]
[ aufgebahrt ; ]
von
[ dort ]
[ hier ]
hatten die
[ Leichenmänner seinen Sarg abgeholt , ]
[ Leichenträger ihn hinausgetragen - ]
und
[ von ]
[ seit ]
jenem Tage
[ ]
[ wurde dieser Raum ängstlich gemieden . Auch mich ergriff bald die Angst in diesem unheimlichen Aufenthaltsorte . Ich stand auf , um nachzusehen , ob die Tür zu öffnen sei . Ach ! Keine Kerkertür konnte sicherer verschlossen sein ! Als ich wieder zurückging , mußte ich ]
an
[ hatte eine gewisse Weihe das Zimmer vor häufigem und längerem Aufenthalte bewahrt . Der Sitz , auf welchen mich Bessie und die bitterböse Mamsell Abbot festgebannt hatten , war eine niedrige Ottomane nächst dem marmornen Caminmantel . Vor mir erhob sich das Bett , zu meiner Rechten stand der hohe , finstere Kleiderschrank , in dessen politirten Thüren sich die verschiedenartig gebrochenen Reflexe abspiegelten ; links präsentirten sich die verhüllten Fenster und ein zwischen den letzteren angebrachter Spiegel gab das unheimlich großartige Bild des Bettes und der ganzen Stube wieder . Ich wußte nicht ganz gewiß , ob man die Thür zugesperrt hatte ; ich nahm mir die Freiheit aufzustehen und sah nach . Ach , ja ! Nie war der Ausgang eines Kerkers besser verwahrt . Zu meinem Sitze zurückkehrend , mußte ich vor ]
[ ]
dem Spiegel
[ vorbei ; mein Blick fiel , unwillkürlich gefesselt , darauf , gleichsam um die Tiefe zu ergründen , die das Glas zu decken schien ]
[ vorüber ]
.
[ Alles ]
[ In ihm ]
sah
[ in dieser eingebildeten Vertiefung frostiger ]
[ alles noch kühler ]
und
[ finsterer ]
[ hohler und düsterer ]
aus als in
[ der ]
[ ]
Wirklichkeit , und die
[ sonderbare ]
[ wunderliche , ]
kleine Gestalt ,
[ ]
[ die mir aus ihm entgegenblickte , ]
mit
[ weißem ]
[ blassem ]
Gesicht und Armen ,
[ mit vor Furcht zwinkernden Augen , welche , sich im düsteren Hintergrunde ]
[ die scharf aus ]
der
[ Spiegelfläche abzeichnend ]
[ Dunkelheit hervorleuchteten ]
,
[ mir in der unbeweglichen Umgebung zitternd entgegenblickte ]
[ sah aus ]
,
[ gemahnte mich an ]
[ wie ]
ein wirkliches Gespenst
[ . Sie kam mir vor ]
[ ; ich dachte an einen jener Kobolde ]
, wie
[ eines jener nebelhaften Phantome , halb Fee , halb Nixe , von denen uns Bessie in ihren Märchen erzählt hatte , sie stiegen in fernen , dunstigen Sümpfen vor den Augen verspäteter Wanderer ]
[ sie in Bessies Dämmerstunden - Geschichten ]
aus
[ der Erde empor ]
[ wilden Schluchten und düsteren Mooren hervorkamen ]
. Ich
[ setzte mich wieder ]
[ kehrte ]
auf meinen
[ alten Platz . In diesem Augenblicke kam der Aberglaube über mich , aber noch hatte die Stunde seines vollständigen Sieges nicht geschlagen . Noch rann mein Blut warm durch die Adern ; noch erhielt mich der trotz der empörten Sklavin in aufrechter Spannung ; ich mußte eine wilde Fluth von Gedanken aus der Vergangenheit vorbeiströmen lassen , bevor der Wellenschlag der Gegenwart an mich gelangen konnte . Alle Martern und Qualen , die ich von John Reed erduldet , alle die stolze Verachtung seiner Schwestern , die offene Abneigung seiner Mutter , die Parteilichkeit des Gesindes kamen in meinem wild erregten Gemüthe auf die Oberfläche , wie der Schlamm in den Fluthen einer aufgetrübten Quelle . Warum mußte denn gerade ich immer leiden , die Augen traurig zu Boden senken ; warum verklagte , warum verdammte man denn gerade nur mich ? Warum war es mir denn unmöglich zu gefallen , warum nutlos , irgend Jemandes Zuneigung erlangen zu wollen ? Elise , das eigensinnige , selbstsüchtige Mädchen ward verehrt ; Georgine mit ihrem launischen Wesen , ihrer herben Bissigkeit , ihrem herausfordernden und kecken Betragen war bei Allen wohlgelitten . Ihre Schönheit , ihre rothen Wangen , ihre goldenen Locken schienen jedermann zu entzücken und für die Fehler des Kindes schadlos zu haben . John wurde nicht das Mindeste in den Weg gelegt , geschweige denn , daß er gestraft worden wäre , wiewohl er den Tauben den Hals umdrehte , die kleinen Hühnchen todtschlug , die Hunde auf die Schafe hetzte , die Trauben aus dem Treibhause stahl , die Knospen der seltensten Pflanzen im Gewächshause abriß . Seine Mutter nannte er nicht anders als , altes Mensch ' , machte sich zuweilen über ihre unreine , seiner eigenen ähnliche Gesichtsfarbe lustig . Ihre Wünsche und Bitten beachtete er nicht im Geringsten ; nicht selten verdarb und zerriß er aus Muthwillen ihre seidenen Kleider und dennoch war und blieb er , ihr liebes , theures Söhnchen . Ich dagegen machte mich keines Fehlers schuldig ; ich bemühte mich , allen meinen Pflichten nachzukommen ; und doch nannte man mich nichtswürdig , eklig , verstockt und heimtückisch von Früh bis Mittag und von Mittag bis in die Nacht ]
[ Sit zurück ]
. Mein Kopf schmerzte
[ mich ]
[ ]
noch
[ immer und die Wunde , die ich mir im Fallen ]
[ und blutete nach dem erhaltenen Schlage und dem Falle , welchen ich getan hatte ; niemand hatte John einen Verweis erteilt , weil er mich grundlos ]
geschlagen
[ , blutete ohne Unterlaß . Kein Mensch hatte es John verwiesen , daß er mich ohne Ursache mißhandelte , und ]
[ ; aber ]
weil ich mich gegen ihn
[ wandte ]
[ aufgelehnt hatte ]
,
[ um weitere unvernünftige Martern von mir abzulenken , wurde ich von Allen verdammt und ]
[ hatten alle mich ]
mit
[ Schmach überhäuft ]
[ den lautesten Schmähungen überschüttet ]
.
[ Das ist Unrecht - - himmelschreiendes Unrecht ! ' rief mir ]
[ Wie erregt war ]
mein
[ durch die erlittenen Mißhandlungen frühzeitig , wiewohl vorübergehend gereifter Verstand zu , und meine gleichfalls unnatürlich gesteigerte Willenskraft trieb mich zu irgend einem ungewöhnlichen Ausweg , um weiterer Unterdrückung zu entgehen etwa indem ich davonlief oder weder aß noch trank und mich so zu Tode hungerte . Wie groß war meine Bestürzung an jenem düsteren Nachmittage ]
[ Gemüt ]
, wie
[ sehr mein Geist aufgeregt und ]
[ furchtbar empört ]
mein Herz
[ empört ! Und inmitten welch finsterer Unwissenheit wurde dieser geistige Kampf ausgekämpft ]
[ ]
! Ich
[ war nicht im Stande , ]
[ hatte keine Antwort ]
auf die
[ unausgesetzte ]
[ unaufhörlich wiederkehrende ]
Frage
[ in meinem Innern ]
[ ]
,
[ , warum ]
[ weshalb ]
ich
[ denn ]
[ ]
so viel
[ erleiden müßte ' , eine Antwort zu finden ]
[ leiden mußte ]
.
[ Nun , ]
[ Jeht ]
nach
[ einem Zeitraume ]
[ Verlauf ]
von
[ , ich will nicht sagen , wie ]
[ ]
vielen Jahren ist mir alles klar .
[ Meine Existenz in Gatesheadhall ]
[ Ich ]
war
[ ein Mißton ; mein ]
[ in GatesheadHall ein Stein des Anstoßes . Sie liebten mich nicht , und in der Tat , ich liebte sie ebensowenig . Es war auch nicht ihre Pflicht , mit Liebe auf ein ]
Wesen
[ stimmte dort ]
[ zu blicken , welches ]
mit niemand
[ überein , weder mit Mistreß Reed und ihren Kindern , noch mit ihren erkorenen Vasallen . Ich liebte sie ebenso wenig , als sie mich leiden konnten . Sie fühlten sich ]
[ sympathisieren konnte ; ein nutzloses Wesen , welches ihrem Interesse ]
nicht
[ zu einem Wesen hingezogen ]
[ dienen ]
,
[ das mit ihnen nicht sympathisiren konnte , ein Wesen , das nach Temperament , geistigen Anlagen und Fähigkeiten so himmelweit von ihnen verschieden war ; ein unnützes Geschöpf , welches weder ihren Vortheil fördern , noch ]
[ ]
zu ihrem Vergnügen
[ ]
[ nichts ]
beitragen
[ mochte , welches sogar insofern als schädlich erschien , als es einen beständigen Unwillen über ihre Behandlung nähren , ihren Blödsinn mitleidig belächeln mußte ]
[ konnte ]
. Ich
[ bin überzeugt ]
[ weiß wohl ]
, daß ,
[ wäre ]
[ wenn ]
ich ein
[ munteres ]
[ geistreiches ]
,
[ hübsches ]
[ schönes ]
,
[ sorgloses , eigensinniges , ja polterndes - - wenngleich ebenso von fremden Gnaden abhängiges , freudeloses - - ]
[ wildes ]
Kind gewesen
[ , Mistreß ]
[ wäre - wenn auch ebenso abhängig und freundlos - so würde Mrs . ]
Reed meine Gegenwart mit
[ weit ]
[ ]
mehr
[ gutem Willen ]
[ Geduld ]
ertragen
[ hätte . Die ]
[ haben ; ihre ]
Kinder
[ selbst ]
[ hätten für mich ein freundlicheres Gefühl der Gemeinsamkeit gehegt ; die Dienstboten ]
wären
[ mir , als Spielkameraden wenigstens , mehr zugethan ]
[ weniger geneigt ]
gewesen
[ ; die Dienstboten würden es nicht gewagt haben ]
[ ]
, mich
[ zur Zielscheibe der Neckereien in ]
[ zum Sündenbock ]
der Kinderstube zu machen .
[ Das Tageslicht begann aus der rothen Stube zu schwinden . Es schlug vier Uhr und der umwölkte Himmel ließ ]
[ Auf den bewölkten Nachmittag folgte ]
die
[ schaurige ]
[ trübe ]
Dämmerung
[ zeitlich hereinbrechen ]
[ ]
. Ich hörte den Regen
[ ohne Unterlaß an die ]
[ noch unaufhörlich gegen das ]
Fenster
[ des Treppenhauses anschlagen und ]
[ der Treppe schlagen , wie ]
den Wind
[ durch das Lustwäldchen ]
[ in den Gebüschen ]
hinter dem
[ Hause ]
[ Herrenhause ]
heulen ; nach und nach wurde ich
[ ]
[ so ]
kalt wie
[ Marmor ]
[ Stein , ]
und
[ der Muth sank ]
[ dann begann mein Mut zu sinken . Die gewöhnliche Demut , Zweifel an ]
mir
[ immer tiefer . Mein gewöhnliches Bewußtsein des eigenen Unwerthes ]
[ selbst ]
,
[ der Ohnmacht , des Drückenden ]
[ einsame Traurigkeit bemächtigten sich ]
meiner
[ Lage , fiel gleichsam feucht auf ]
[ und schlugen ]
die
[ glimmenden Kohlen meines verlöschenden Zornes ]
[ Asche meiner dahinschwindenden Wut ]
nieder .
[ , Alles nennt mich schlecht , ' dachte ich , , ]
[ Alle sagten ja , daß ich boshaft sei - - ]
vielleicht
[ bin ich ]
[ war ]
es
[ auch in ]
[ ]
der
[ That . Wie konnte es mir eben einfallen ]
[ Fall ]
,
[ mich durch Hunger tödten zu wollen ]
[ denn hatte ich nicht soeben den Gedanken gefaßt , mich zu Tode zu hungern ]
? Das
[ wäre ja eine Sünde ! Und dann , wäre ]
[ war doch gewiß ein Verbrechen : war ]
ich
[ denn auch zum Tode vorbereitet ]
[ bereit zu sterben ]
?
[ Oder wäre etwa ]
[ oder war ]
das Gewölbe unter der Kanzel
[ ]
[ in ]
der Kirche von Gateshead
[ eine ]
[ ein ]
so
[ einladende Ruhestätte ]
[ einladendes Ziel ]
?
[ Ich wußte , daß Herr ]
[ In diesem Gewölbe lag Mr . ]
Reed
[ in einer solchen Gruft beigesetzt wurde ]
[ begraben ]
,
[ und durch diese Vorstellung auf den Gedanken an ihn selbst gebracht , verweilte ich bei dieser Idee mit wachsender Furcht ]
[ wie man mir gesagt hatte ]
. Ich konnte mich seiner nicht
[ mehr entsinnen ]
[ erinnern ]
; aber ich
[ hatte gehört ]
[ wußte ]
,
[ ]
[ daß ]
er
[ sei ]
[ ]
mein
[ leiblicher ]
[ ]
Onkel
[ ]
[ gewesen ]
,
[ ]
[ - - der einzige Bruder ]
meiner Mutter
[ Bruder ]
[ - - daß er mich in sein Haus aufgenommen , als ich ein armes , elternloses Kind ]
gewesen ;
[ ]
[ und daß ]
er
[ habe mich als eine elternlose Waise zu sich genommen und ]
[ noch ]
in seinen letzten Augenblicken
[ sich von Mistreß ]
[ Mrs . ]
Reed
[ feierlich versprechen lassen ]
[ das Versprechen abgenommen hatte ]
,
[ sie wolle ]
[ ]
mich
[ auch ferner ]
[ ]
wie ihr eigenes Kind
[ halten ]
[ zu erziehen ]
.
[ Mistreß ]
[ Mrs . ]
Reed war
[ jedenfalls ]
[ höchstwahrscheinlich ]
der
[ Ansicht ]
[ Überzeugung ]
,
[ ]
[ daß ]
sie
[ erfülle ihr ]
[ dieses ]
Versprechen
[ pünktlich ; und die Wahrheit zu sagen ]
[ gehalten habe ]
,
[ that sie dies auch , so gut als es ]
[ und soweit ]
ihr Charakter
[ zuließ ]
[ ihr dies erlaubte , hatte sie es auch getan ]
; aber wie
[ konnte ]
[ sollte ]
sie denn auch
[ ]
[ in Wirklichkeit für ]
einen
[ Einschübling ]
[ Eindringling Liebe hegen ]
, der nicht
[ ihres Stammes ]
[ zu ihrer Familie gehörte ]
und nach
[ ]
[ dem Tode ]
ihres Gatten
[ Tode mit ihr in keiner weiteren Verbindung ]
[ durch keine Bande mehr an sie geknüpft ]
war
[ , irgendwie lieben ]
[ ]
?
[ Im Gegentheile ]
[ Es ]
mußte
[ es für sie sehr drückend ]
[ allerdings ärgerlich ]
sein , sich durch ein
[ mit Widerstreben ]
[ unter solchen Umständen ]
gegebenes
[ Wort verbunden ]
[ Versprechen gebunden ]
zu
[ wissen ]
[ sehen ]
, an einem fremden
[ , ungeliebten ]
[ ]
Kinde
[ ]
[ , das sie nicht lieben konnte , ]
Mutterstelle zu vertreten
[ , einen fremden Eindringling fortwährend in der Mitte ihrer eigenen Kinder zu sehen ]
[ ]
.
[ Ein sonderbarer Gedanke tauchte ]
[ Eine sonderbare Idee stieg ]
in mir auf . Ich
[ zweifelte nicht und hatte nie daran gezweifelt , daß Mister Reed - - wenn er am Leben geblieben wäre - - mich gewiß gut behandelt hätte . Und nun ]
[ dachte ]
, wie
[ ich so dasaß ]
[ Mr . Reeds Geist ]
,
[ die Augen auf ]
[ gequält durch ]
das
[ weiße Bett und die dunklen Wände ]
[ Unrecht ]
,
[ gelegenheitlich auch auf den schwach erglänzenden Spiegel gerichtet , erinnerte ich mich an alles , was ich bisher von Abgeschiedenen gehört hatte , die , weil sie die Uebertretung ihrer letzten Wünsche aus der letzten Ruhe aufgescheucht , wieder auf der Erde erschienen waren , um die Eids brüchigen zu strafen und die Unterdrückten zu rächen ; auch Mister Reed ' s Geist müsse , so dachte ich , über das ]
[ welches man ]
dem Kinde seiner Schwester
[ angethane Unrecht empört ]
[ zufügte ]
,
[ seinen Aufenthalt ]
[ seine Ruhestätte verließ ]
-
[ ]
[ entweder in dem Gewölbe der Kirche oder in dem unbekannten Lande der Abgeschiedenen ]
-
[ die Gruft in der Kirche , oder die unbekannte Wohnung der Seligen - - verlassen ]
[ ]
und
[ mir ]
[ ]
in diesem Zimmer
[ ]
[ mir ]
erscheinen
[ ]
[ könne ]
. Ich trocknete meine
[ Thränen ]
[ Tränen ]
und
[ ließ das Seufzen ]
[ unterdrückte mein Schluchzen ]
; denn
[ wie leicht konnte irgend ein Ausbruch heftigen Schmerzes ]
[ ich fürchtete , daß diese lauten Äußerungen meines Kummers ]
eine übernatürliche Stimme zu meinem Troste
[ wecken ]
[ wachrufen könnten ]
, oder
[ der Finsternis die Erscheinung eines lichtumflossenen Antlitzes entlocken ]
[ aus dem mich umgebenden Dunkel ein Antlitz hervorleuchten lassen könnten ]
, das sich
[ voll himmlischen Mitgefühles ]
[ mit wundersamem Mitleid ]
über mich
[ herniederneigte ]
[ beugte ]
.
[ So sehr auch diese Idee in der Vorstellung Trost einflößte , so sehr fühlte ich das Grauenhafte einer möglichen Verwirklichung ; ich bekämpfte sie daher mit aller Macht und versuchte es , Muth zu fassen . Mir die wirren Haare aus dem Gesichte ]
[ Mein Haar von Stirn und Augen ]
streichend ,
[ hob ]
[ erhob ]
ich den Kopf
[ in die Höhe ]
[ ]
und
[ bemühte mich , keck ]
[ versuchte ]
in dem
[ finsteren ]
[ dunklen ]
Zimmer
[ herumzublicken ]
[ umherzublicken ]
. In diesem
[ Augenblicke erglänzt ein Lichtstrahl ]
[ Augenblick sah ich einen Lichtschein ]
an der Wand
[ . ]
[ ! - ]
War es
[ das Mondlicht ]
[ vielleicht der Mondstrahl ]
,
[ das sich ]
[ der ]
durch eine
[ Ritze des Fensterladens hereinstahl ! Unmöglich ; das Mondlicht ist unbeweglich und jener Strahl irrte unstet hin und her ]
[ Offnung in dem Vorhang drang , fragte ich mich ? Nein , die Mondstrahlen waren ruhig , und dies Licht bewegte sich ]
; während ich
[ ihn ins Auge faßte ]
[ noch hinblickte ]
, glitt
[ er ]
[ es ]
zur
[ Zimmerdecke ]
[ Decke ]
hinauf und
[ zitterte ]
[ erzitterte ]
über meinem
[ Haupte ]
[ Kopfe ]
.
[ Jetzt ]
[ jetzt ]
kann ich
[ mir ]
[ ]
freilich
[ erklären ]
[ begreifen ]
, daß
[ die ganze Erscheinung ihren Ursprung aller Wahrscheinlichkeit nach dem Lichte ]
[ dieser Lichtstreifen wahrscheinlich der Schimmer ]
einer Laterne
[ verdankte ]
[ war ]
,
[ die irgend ]
[ welche ]
jemand über den
[ Grasplatz ]
[ freien Plat ]
vor dem Hause trug ; aber
[ in jener Stunde , wo mein Geist für alle Schrecknisse empfänglich war , meine Nerven in der ungeheuersten Aufregung zuckten , ]
[ damals ]
hielt ich
[ ]
[ in meinem aufgeregten Gemüt ]
den
[ wandernden Lichtschein ]
[ sich schnell bewegenden Strahl ]
für den Vorboten einer
[ kommenden Vision ]
[ Erscheinung ]
aus
[ dem fernen Jenseits ]
[ einer anderen Welt ]
. Mein Herz pochte
[ hörbar ]
[ laut ]
,
[ meine Stirne brannte wie Feuer ; ]
[ mein Kopf wurde heiß ; in meinen Ohren spürte ich ]
ein
[ Geräusch ]
[ Brausen ]
,
[ welches mir ]
[ das ich für ]
das Rauschen
[ von Fittichen dünkte , schlug an mein Ohr ; irgend etwas näherte sich ; der Athem verging mir ]
[ der Flügel hielt . Ich fühlte meinen Atem stocken ]
,
[ die Angst drückte mich nieder ; ich rannte zur Thür ]
[ ich stürzte auf die Tür zu ]
und
[ zog an der Klinke ]
[ rüttelte ]
mit
[ der Kraft der Verzweiflung ]
[ verzweifelter Anstrengung am Schlosse ]
.
[ ]
[ Eilende ]
Schritte kamen
[ heran , ]
[ durch den äußeren Korridor daher ; ]
der Schlüssel
[ drehte sich ]
[ wurde ]
im Schlosse
[ ]
[ umgedreht ]
, Bessie und
[ ]
[ Miß ]
Abbot traten
[ in die Stube ]
[ ein ]
.
[ Sind Sie krank ]
[ ]
, Miß Eyre
[ ]
[ , sind Sie krank ]
?
[ frug ]
[ fragte ]
Bessie .
[ ]
[ , ]
Welch ein
[ schreckliches Geschrei ]
[ schreclicher Lärm ]
!
[ ]
[ Ich bin ganz außer mir ! ’ ]
rief Abbot
[ ; ]
[ aus . ]
,
[ es ging mir ordentlich durch Mark und Bein ]
[ Nehmt mich mit hinaus ]
!
[ , Führt mich fort , bringt ]
[ Laßt ]
mich in die Kinderstube !
[ ]
[ r ]
schrie ich
[ ohne Unterlaß ]
[ ]
. ,
[ Weswegen ? Haben Sie sich verletzt ]
[ Weshalb denn ]
? Ist Ihnen
[ ]
[ irgend ]
etwas
[ zu Gesicht gekommen ]
[ geschehen ]
?
[ frug ]
[ Haben Sie etwas gesehen ? fragte ]
Bessie
[ wieder ]
[ wiederum ]
. ,
[ Oh ! ]
[ O , ]
ich sah ein Licht und ich
[ dachte ]
[ meinte ]
,
[ ]
[ daß ]
ein
[ Gespenst werde ]
[ Geist ]
kommen
[ ]
[ würde ]
.
[ ? Dabei faßte ich Bessie ]
[ Ich hatte mich jetzt Bessies Hand bemächtigt , und sie entzog sie mir nicht . , Sie hat mit Absicht so geschrien , ]
'
[ s Hand , welche sie nicht zurückzog . , Sie hat absichtlich aufgeschrien , ]
[ ]
erklärte Abbot
[ , offenbar sehr übel gelaunt ]
[ mit einigem Widerwillen ]
. , Und
[ was das für ]
[ welch ]
ein
[ Lärm war ]
[ Geschrei ]
!
[ Hätte ]
[ Wenn ]
sie
[ große ]
[ ]
Schmerzen
[ ]
[ gehabt hätte ]
, so könnte man es noch entschuldigen , aber
[ sie wollte ]
[ ihre einzige Absicht war , ]
uns
[ nur Alle auf die Beine bringen , ich ]
[ alle herbeizulocken . Ich ]
kenne ihre
[ boshaften Streiche nur zu gut ]
[ Unarten schon ]
. , Was
[ soll das alles bedeuten ]
[ geht hier vor ]
?
[ ließ sich ]
[ fragte ]
eine andere Stimme
[ in gebieterischem Tone vernehmen , ]
[ gebieterisch ; ]
und
[ Mistreß ]
[ Mrs . ]
Reed kam mit
[ fliegender Haube und flatterndem Gewand ]
[ flatternden Haubenbändern und wehendem Kleide durch ]
den
[ Gang heraufgerauscht ]
[ Korridor daher ]
. , Abbot
[ ! ]
[ und ]
Bessie
[ ! Habe ich nicht ]
[ , ich glaube , daß ich ]
befohlen
[ ]
[ habe ]
, Jane
[ soll so lange ]
[ Eyre ]
in
[ der rothen Stube bleiben ]
[ dem roten Zimmer zu lassen ]
, bis ich
[ sie ]
[ ]
selbst
[ abhole ]
[ sie holen würde ]
? ,
[ Aber ]
[ ]
Miß Jane schrie so laut
[ auf ]
[ ]
,
[ entschuldigte sich ]
[ Madame , ’ wandte ]
Bessie
[ ]
[ zögernd ein ]
. ,
[ Lasset ]
[ Laß ]
sie
[ gehen ]
[ los ]
, war die
[ ]
[ einzige ]
Antwort . ,
[ Lass ' Bessie ' s ]
[ Laß Bessies ]
Hand los
[ ; es wird Dir ]
[ , Kind : verlaß dich darauf , auf diese Weise wirst du ]
nicht
[ gelingen , Dich durch ]
[ durchkommen . Ich verabscheue ]
solche
[ Mittel frei zu machen , das kannst Du mir glauben . Ich hasse und verachte Verstellung ]
[ List ]
, besonders bei Kindern
[ , ]
[ ; ]
es ist meine Pflicht ,
[ Dir ]
[ dir ]
zu beweisen , daß
[ Kunstgriffe ]
[ du mit solchen Kniffen ]
nicht
[ zum Ziele führen ]
[ weit kommst ]
.
[ Du ]
[ Jetzt ]
wirst
[ nunmehr ]
[ du noch ]
eine Stunde
[ länger hier bleiben ]
[ hierbleiben , ]
und nur unter der Bedingung
[ will ich Dich dann in Freiheit setzen , daß Du Dich ]
[ gebe ich dich frei , wenn du mir das Versprechen gibst , ]
vollkommen
[ ]
[ ruhig und ]
unterwürfig
[ zeigst und ganz still verhältst ]
[ zu sein ]
. ,
[ Liebe ]
[ O , ]
Tante
[ , haben Sie Mitleid ]
[ hab ' Erbarmen ]
!
[ Vergeben Sie ]
[ Vergib ]
mir
[ . ]
[ doch ! ]
Ich
[ halte ]
[ kann ]
es nicht
[ aus ]
[ ertragen . ]
- -
[ strafen Sie ]
[ Bestrafe ]
mich
[ ]
[ doch ]
auf
[ eine ]
[ ]
andere Weise
[ . ]
[ ! ]
Ich
[ bin des Todes ]
[ komme um ]
, wenn -
[ - ]
[ ‘ ]
,
[ Stille , sage ich ]
[ Sei still ]
! Diese Heftigkeit ist
[ wirklich anwidernd ]
[ ganz empörend ]
!
[ Wie sie sprach , so fühlte ]
[ ’ Ohne Zweifel hegte ]
sie auch
[ ohne Zweifel ]
[ Abscheu gegen mein Betragen ]
. In ihren Augen
[ erschien ]
[ war ]
ich
[ als ]
[ ]
eine frühreife Schauspielerin
[ , als ein Ausbund von bösen Leidenschaften , gemeiner Gesinnung und gefährlicher Doppelzüngigkeit ]
[ ]
.
[ Nachdem ]
[ Als Bessie und Abbot ]
sich
[ Bessie und Abbot ]
[ ]
zurückgezogen hatten , warf
[ sich Mistreß ]
[ Mrs . ]
Reed ,
[ ungeduldig über den erneuerten Ausbruch ]
[ die ]
meiner
[ Furcht ]
[ wahnsinnigen Angst ]
und
[ über mein wildes Gestöhne ]
[ meines lauten Schluchzens wohl überdrüssig geworden sein mochte ]
,
[ ]
[ mich rasch in das Zimmer zurück und schloß mich ]
ohne
[ alle Umstände und ohne ein Wort zu verlieren in die Stube hinein , die sie nach mir absperrte ]
[ weitere Worte wieder ein ]
. Ich hörte sie
[ hinwegrauschen ]
[ davonrauschen ; ]
und bald
[ ]
[ , ]
nachdem sie
[ abgegangen war ]
[ gegangen wac ]
,
[ muß ich in eine Art Ohnmacht gefallen sein , denn ]
[ umfing mich ]
Bewußtlosigkeit
[ schloß diese Scene ]
[ . 3 . Kapitel . Bessie , die einzige mitleidige Seele ]
.
[ III . Der Umstand , auf den ich mich zunächst erinnere ]
[ Als ich erwachte ]
,
[ war ]
[ hörte ich Stimmen , die hohl an ]
mein
[ Erwachen , nachdem , wie es mir vorkam , lange Zeit der Alp auf mir lag und ein rother Schein hinter einem dicken , dunklen Gitter meine Augen geblendet hatte . Ich hörte Stimmen , deren Ton mir ungewöhnlich hohl klang ]
[ Ohr klangen ]
, als
[ hätte ihnen ]
[ würden sie durch ]
das Rauschen des
[ ]
[ Wassers oder Toben des ]
Windes
[ und des Wassers ihren Klang benommen ]
[ übertönt ]
.
[ ]
[ Die ]
Aufregung ,
[ Unsicherheit ]
[ die Ungewißheit ]
und ein alles beherrschendes Gefühl
[ der Angst verwirrte mir die ]
[ des Entsetzens hielt alle meine ]
Sinne
[ ]
[ gefangen ]
.
[ Später wurde ]
[ Nach einiger Zeit fühlte ]
ich
[ gewahr ]
[ ]
, daß
[ sich ]
[ ]
jemand
[ mit mir beschäftigte , ]
[ ]
mich
[ in die Höhe hob ]
[ berührte , mich aufrichtete ]
und
[ zum Sitzen ]
[ mich in eine sitzende Stellung ]
brachte , und zwar
[ in weit zarterer Weise ]
[ viel liebreicher und sorgsamer ]
, als
[ man dies je mit mir gethan ]
[ mich bis jetzt irgend jemand emporgehoben hatte ]
. Ich
[ legte ]
[ lehnte ]
meinen Kopf
[ bald auf ein Kissen , bald auf ]
[ gegen ]
einen Arm
[ ]
[ oder ein Polster ]
und fühlte mich
[ wohl ]
[ behaglich ]
.
[ Beiläufig fünf ]
[ Fünf ]
Minuten
[ nachher lösten sich die Fesseln der Bewußtlosigkeit ; ich erkannte ]
[ später wurde es mir klar ]
, daß ich in meinem
[ ]
[ eigenen ]
Bette lag
[ und der rothe Glanz von dem Caminfeuer der Kinderstube herrührte ]
[ ]
. Es war Nacht , eine Kerze brannte auf dem Tische ; Bessie stand am
[ Fuße des ]
[ Fußende meines ]
Bettes
[ , ]
[ und hielt ]
ein
[ Becken ]
[ Waschbecken ]
in der Hand ,
[ und ]
[ ]
ein Herr
[ , in ]
[ saß auf ]
einem
[ Armstuhle nächst meinem Kopfkissen Sitzend , ]
[ Lehnstuhle neben mir und ]
beugte sich über mich .
[ Ein unaussprechliches Wohlsein ]
[ Ich empfand eine wohltuende Sicherheit ]
,
[ die beruhigende Ueberzeugung ]
[ als ich sah , daß sich ein Fremder im Zimmer befand , der nicht zum Haushalt ]
von
[ Schutz und Sicherheit bemächtigten ]
[ Gateshead , nicht zu den Verwandten von Mrs . Reed gehörte . Es war Mr . Lloyd , ein Apotheker , den Mrs . Reed zuweilen rufen ließ , wenn ihre Dienstboten krank waren . Für ]
sich
[ meiner , als ich einen Fremden an meiner Seite sah , eine Person , die nicht nach Gatesheadhall gehörte ]
[ selbst ]
und
[ zur Familie Reed in keiner Beziehung stand . Meine Blicke von Bessie , deren Gegenwart mir indessen lieber war , als diejenige Abbot ' s , abwendend , sah ich mir den Herrn genauer an . Ich kannte ihn ; es war Mister Lloyd , ein Apotheker , den Mistreß Reed zeitweilig holen ließ , wenn den Dienstboten etwas zustieß ; für sich und ihre ]
[ die ]
Kinder nahm sie einen
[ ordentlichen ]
[ ]
Arzt . , Nun , wer bin ich
[ denn ]
[ ]
? fragte er
[ mich ]
[ ]
. Ich
[ nannte ]
[ sprach ]
seinen Namen
[ ]
[ aus ]
und
[ reichte ]
[ streckte ]
ihm
[ ]
[ zu gleicher Zeit ]
meine Hand
[ . Er ]
[ entgegen ; er ]
nahm sie
[ in die seinige ]
[ lächelnd ]
und sagte
[ freundlich lächelnd ]
[ ]
:
[ Es ]
[ , h , es ]
wird
[ nach und nach schon ]
[ langsam ]
besser
[ ]
[ mit uns ]
werden . Dann legte er mich
[ zurecht ]
[ nieder ]
und
[ trug ]
[ befahl ]
Bessie
[ auf ]
[ ]
,
[ Acht zu geben , damit ich in ]
[ mich während ]
der Nacht nicht
[ gestört würde ]
[ zu stören ]
. Nachdem er noch
[ einige ]
[ ]
weitere
[ Verhaltungsvorschriften angegeben ]
[ Weisungen erteilt ]
und
[ versprochen ]
[ gesagt ]
hatte ,
[ ]
[ daß er ]
am
[ nächsten Morgen wiederzukommen ]
[ folgenden Tage wiederkommen würde ]
,
[ empfahl ]
[ ging ]
er
[ sich ]
[ zu meiner größten Betrübnis fort ]
.
[ Mit inniger Trauer sah ich ihn sich entfernen ; ich fühlte mich so sicher und so heimlich , während ]
[ Als ]
er
[ an meinem Bette saß ]
[ fortgegangen war ]
,
[ und als er die Thür hinter sich zuzog , schien sich die Stube zu verfinstern , ]
[ verzagte ]
mein Herz
[ stand still und tiefe Betrübniß erfüllte meine Seele ]
[ von neuem ]
. , Glauben Sie
[ wohl ]
[ ]
, daß Sie schlafen
[ können ]
[ werden ]
, Miß ?
[ frug ]
[ ' fragte ]
Bessie
[ ungewöhnlich ]
[ mich ziemlich ]
sanft .
[ Ich ]
[ Kaum ]
wagte
[ ]
[ ich , ihr zu antworten , denn ich fürchtete , daß im nächsten Augenblick sie wieder unfreundlich mit mir reden würde . aIch will ]
es
[ kaum zu antworten ; ich fürchtete , ihre nächste Ansprache müßte rauh ausfallen . , Ich will sehen ]
[ versuchen ]
, sagte ich . ,
[ Wollen ]
[ Möchten ]
Sie
[ trinken , oder vielleicht ]
[ nicht irgend ]
etwas essen
[ ]
[ oder trinken ]
? , Nein ,
[ liebe ]
[ ich danke , ]
Bessie
[ , ich danke ]
[ ]
. ,
[ Dann will ]
[ Nun , dann werde ]
ich zu
[ Bette ]
[ Bett ]
gehen , denn es ist
[ ]
[ schon nach ]
Mitternacht
[ vorüber . ]
[ ; aber ]
Sie
[ mögen ]
[ können ]
mich
[ indessen nur ]
[ ]
rufen , wenn Sie
[ in ]
[ während ]
der Nacht etwas
[ wünschen ]
[ brauchen ]
.
[ Eine wunderbare Freundlichkeit , das ]
[ Welche auffällige Höflichkeit ]
!
[ Ich faßte Muth ]
[ Sie ermutigte mich ]
, eine Frage zu stellen . ,
[ Was ]
[ Bessie , was ]
ist
[ ' s ]
[ ]
denn
[ eigentlich ]
[ ]
mit mir
[ , Bessie ]
[ geschehen ]
? Bin ich
[ ]
[ sehr ]
krank ? ,
[ Es wurde Ihnen in der rothen Stube übel vor lauter ]
[ Ich vermute , daß Sie von Ihrem vielen ]
Schreien
[ und Weinen , denke ich . Es wird ]
[ im roten Zimmer krank geworden sind ; aber Sie werden ]
ohne Zweifel bald wieder
[ gut werden ]
[ ganz gesund sein ]
. Bessie
[ begab sich fortan ]
[ ging ]
in
[ die Dienstmädchenstube ]
[ das Zimmer der Hausmädchen ]
. Ich hörte
[ sie mit einem der Mädchen sprechen . ]
[ ]
,
[ Sarah ]
[ wie sie dort sagte : , Sara ]
, komm '
[ , ]
[ und ]
schlaf
[ mit ]
[ ! bei ]
mir in der Kinderstube ; ich
[ möchte heut ' ]
[ kann diese ]
Nacht
[ um alles in der Welt ]
[ ]
nicht mit dem armen Kinde allein bleiben
[ . Es ]
[ ; es ]
könnte
[ am Ende ]
[ ]
sterben
[ ; denn der Anfall ]
[ ! Ich möchte doch wissen ]
,
[ den Sie hatte , ]
[ ob sie irgend etwas gesehen hat . Mrs . Reed ]
war
[ sonderbar . Sie muß irgend ein Gesicht gehabt haben und die gnädige Frau verfuhr ]
[ aber ]
auch
[ viel ]
[ ]
zu hart
[ ]
[ gegen sie . Sara kam ]
mit ihr
[ . Bessie kam in Sarah ' s Begleitung ]
[ ]
zurück ;
[ die beiden Mädchen legten sich nieder und ]
[ beide gingen zu Bett ; sie ]
flüsterten
[ ]
[ wenigstens ]
noch
[ fast ]
[ ]
eine halbe Stunde miteinander , bevor sie einschliefen . Ich
[ faßte bloß Bruchstücke ]
[ hörte einige Sätze ]
ihrer
[ Unterredung ]
[ Unterhaltung , und aus diesen schloß ich ]
auf
[ , die indessen hinlängliches Licht über ]
[ ]
den Hauptgegenstand
[ verbreiteten ]
[ ihres Gesprächs ]
. ,
[ Irgend ein Gespenst erschien ]
[ Etwas ist an ]
ihr
[ ]
[ vorübergegangen ]
, ganz
[ weiß ]
[ in Weiß ]
gekleidet ,
[ und verschwand ]
[ ]
dann
[ wieder ]
[ ist es verschwunden ]
.
[ . . ein ]
[ , Ein großer , ]
schwarzer Hund
[ lief hinterher ]
[ hinter ihm . ]
-
[ - ]
[ , Dreimal hat ]
es
[ pochte dreimal ]
[ laut ]
an
[ die Stubenthür - - am Kirchhof zeigte sich ein ]
[ der Zimmertür geklopft . , Ein ]
Licht
[ ]
[ auf dem Friedhofe gerade ]
über seinem Grabe
[ ]
[ ' ' ]
-
[ - und so weiter ]
[ usw ]
. Endlich
[ waren sie eingeschlafen ; das ]
[ schliefen beide ein . ]
Feuer
[ ging aus , die Kerze verlosch ]
[ und Licht erloschen ]
.
[ Ich selbst ]
[ In schaurigem Wachen ]
brachte
[ ]
[ ich ]
die
[ Stunden der ]
[ ]
Nacht
[ in träumerischem Halbschlummer zu , ]
[ hin ; Entsetzen und Angst hielten ]
Ohren , Augen und
[ Geist gleich sehr von Furcht gespannt , jener Furcht , deren nur Kinder empfänglich sind ]
[ Sinne wach ]
.
[ Der Unfall ]
[ Diesem Zwischenfall ]
im
[ rothen ]
[ roten ]
Zimmer
[ zog ]
[ folgte ]
keine
[ heftige und langwierige ]
[ lange , ernste , ]
körperliche Krankheit
[ nach sich , aber meine ]
[ ; nur eine heftige Erschütterung meiner ]
Nerven
[ erlitten eine Erschütterung ]
[ ]
,
[ deren Nachhalt ]
[ die ]
ich noch bis auf den heutigen Tag
[ verspüre ]
[ empfinde ]
. Ja ,
[ Mistreß ]
[ Mrs . ]
Reed ,
[ Sie allein haben die Qualen meines geistigen Siechthums zu verantworten ; aber ich vergebe ]
[ ]
Ihnen
[ , denn Sie wußten nicht , was Sie thaten ; indem Sie mir das Herz aus dem Leibe rissen , dachten Sie bloß meine bösen Neigungen mit der Wurzel auszurotten . ]
[ verdanke ich gar manche Seelenqual ! ]