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[ Erster Teil . Erstes Kapitel . Es ] [ Des es schlechten Wetters wegen - denn es ] war [ ganz unmöglich ] [ kalt ] , [ ] [ windig und regnerisch - - mußte ] an diesem Tage [ einen ] [ der übliche ] Spaziergang [ zu machen . Am Morgen waren wir allerdings während einer ganzen Stunde in den blätterlosen , jungen Anpflanzungen umhergewandert ] [ unterbleiben ] ; [ aber seit dem Mittagessen – Mrs . Reed speiste stets zu früher Stunde , wenn keine Gäste zugegen waren – hatte der kalte Winterwind so düstere , schwere Wolken und einen so durchdringenden Regen heraufgeweht , daß von weiterer Bewegung in frischer Luft nicht mehr die Rede sein konnte . Ich war von Herzen froh ] [ ich freute mich ] darüber [ : lange Spaziergänge ] [ ] , [ besonders an frostigen Nachmittagen , waren mir stets zuwider : – ein Greuel ] [ ] war es [ mir , in der rauen Dämmerstunde nach Hause zu kommen ] [ doch draußen schon recht herbstlich . Da man mich nicht so warm und sorglich kleidete , wie die Kinder des Hauses ] , [ ] [ so fror mich leicht , und wenn ich dann über die Kälte klagte , schalt man mich zimperlich . Frau Reed war ] mit [ fast erfrorenen Händen und Füßen ] [ ihren Kindern Hans ] , [ – mit einem Herzen , das durch das Schelten Bessie ' s , der Kinderwärterin , bis zum Brechen schwer war , – gedemütigt durch das Bewußtsein , physisch so tief unter Eliza , John ] [ Elisa ] und Georgina [ Reed zu stehen . Die soeben erwähnten Eliza ] [ ] , [ John und Georgina hatten sich in diesem Augenblick ] [ ] im Salon [ um ihre Mama versammelt : diese ruhte auf einem Sofa in der Nähe des Kamins und umgeben von ihren Lieblingen , die zufälligerweise in diesem Moment weder zankten noch schrieen , sah sie vollkommen glücklich aus . Mich ] [ ; mich ] hatte sie [ davon dispensiert ] [ hinausgeschickt ] , [ mich ] [ mit dem Bemerken , ich sei unwürdig , die gleichen Vorrechte zu genießen , die nur zufriedenen , glücklichen Kindern zukämen . Ich sollte mich erst eines freundlicheren , offenherzigeren , geselligeren Wesens befleißigen . Je nun , ich war nicht böse darüber , daß ich allein sein sollte . Ich fühlte mich ja doch nicht wohl in ] der [ Gruppe anzuschließen ] [ Gesellschaft dieser Menschen ] , [ indem sie sagte , daß es sie tief unglücklich mache , gezwungen zu sein , ] [ die ] mich [ fern zu halten ; daß sie mich aber ] [ immer ] von [ Vorrechten ausschließen müsse , zu deren Genuß nur zufriedene , glückliche , kleine Kinder berechtigt seien , und daß sie ] [ oben herab behandelten und von denen besonders der etwa 14 Jahre alte Hans ] mir [ erst verzeihen würde , wenn sie sowohl durch eigene Wahrnehmung wie durch Bessie ' s Worte zu der Überzeugung gelangt sein würde , daß ich in allem Ernst versuche , mir anziehendere und freundlichere Manieren , einen kindlicheren , geselligeren Charakter – ein leichteres , offenherzigeres , natürlicheres Benehmen anzueignen ] [ verhaßt war ] . [ » Was sagt ] [ So schlüpfte ich ] denn [ Bessie , daß ich gethan habe ? « fragte ich . » Jane , ich liebe weder Spitzfindigkeiten noch Fragen ; außerdem ist es gradezu widerlich , wenn ein Kind ältere Leute in dieser Weise zur Rede stellt . Augenblicklich setzest du dich irgendwo hin und schweigst , bis du freundlicher und liebenswürdiger reden kannst . « An ] [ in ] das [ Wohnzimmer stieß ein kleines ] [ ] Frühstückszimmer [ : ich schlüpfte hinein ] [ ] . [ Hier stand ein ] [ Ein ] großer Bücherschrank [ . Bald ] [ stand darin , und ich ] hatte [ ich mich eines großen Bandes bemächtigt , nachdem ich mich zuerst vorsichtig vergewissert hatte , daß er Bilder enthalte . Ich stieg auf den Sitz in der Fenstervertiefung , zog die Füße nach und kreuzte die Beine wie ein Türke ; dann zog ich die dunkelroten Moiree - Vorhänge fest zusammen und saß so in einem doppelten Versteck . Scharlachrote Draperien schlossen mir die Aussicht zur rechten Hand ; links befanden sich die großen , klaren Fensterscheiben , die mich vor dem düstern Novembertag wohl schützten , mich aber ] [ ] nicht [ von ihm trennten . In kurzen Zwischenräumen , wenn ich die Blätter meines Buches wendete , fiel mein Blick auf das Bild dieses winterlichen Nachmittags . In der Ferne war nichts als ein blasser , leerer Nebel , Wolken ; im Vordergrunde der feuchte , freie Platz vor dem Hause , vom Winde entlaubte Gesträuche , und ein unaufhörlicher vom Sturm wildgepeitschter Regen . Ich kehrte ] [ lange ] zu [ meinem Buche zurück – Bewicks Geschichte von Englands gefiederten Bewohnern ; im allgemeinen kümmerte ich mich wenig ] [ suchen , ] um [ den gedruckten Text des Werkes , und doch waren da einige einleitende Seiten , welche ich , obgleich nur ein Kind , nicht gänzlich übergehen konnte . Es waren jene , die von den Verstecken der Seevögel handelten , von jenen einsamen Felsen und Klippen , welche nur sie allein bewohnen , von der Küste Norwegens , die von ihrer äußersten südlichen Spitze , dem Lindesnäs bis zum Nordkap mit Inseln besäet ist . Wo der nördliche Ozean , in wildem Wirbel Um die nackten , öden Inseln tobt Des ultima Thule ; und das atlantische Meer Sich stürmisch zwischen die Hebriden wälzt . Auch konnte ich nicht unbeachtet lassen , was dort stand von den düsteren Küsten Lapplands , Sibiriens , Spitzbergens , Novazemblas , Islands , Grönlands ] [ einen Band zu finden ] , mit dem [ weiten Bereich ] [ ich mir die Langeweile gut vertreiben konnte . Leider blieb ich nicht lange ungestört . Ich wurde in ] der [ arktischen Zone und jenen einsamen Regionen des öden Raums – jenem Reservoir von Eis und Schnee ] [ Betrachtung der schönen ] , [ wo fest gefrorene Felder – die Anhäufung von Jahrhunderten von Wintern – alpine Höhen auf Höhen erfroren , ] [ bunten Bilder plötzlich durch ] den [ Nordpol umgeben und die vervielfachte Strenge der äußersten Kälte konzentrieren . Von diesen todesweißen Regionen machte ich mir meinen eigenen Begriff ] [ Ruf unterbrochen ] : [ schattenhaft ] [ ] , [ wie all jene nur halb verstandenen Gedanken , die eines Kindes Hirn kreuzen , aber einen seltsam tiefen Eindruck hinterlassend . Die Worte dieser einleitenden Seiten verbanden sich mit den darauf folgenden Vignetten und gaben allen eine Bedeutung : jenem Felsen ] [ Wo steckt sie denn ] , [ der aus einem Meer von Wellen und Wogenschaum emporragte ; dem zertrümmerten Boote , das an traurig wüster Küste gestrandet ; dem kalten , geisterhaften Monde , der durch düstere Wolkenmassen auf ein sinkendes Wrack herabblickt . ] [ die Traumsuse ? ] Ich [ weiß nicht mehr ] [ erschrak ] , [ mit welchem Empfinden ich auf den stillen , einsamen Friedhof mit seinem beschriebenen Leichenstein sah , auf jenes Thor , die beiden Bäume , den niedrigen Horizont , der durch eine zerfallene Mauer begrenzt war , auf die schmale Mondessichel , deren Aufgang die Stunde der Abendflut bezeichnete . Die beiden Schiffe , welche auf regungsloser See von einer Windstille befallen werden , hielt ich für Meergespenster . Über den Unhold , welcher das Bündel des Diebes auf dessen Rücken fest band , eilte ich flüchtig hinweg ; er war ein Gegenstand des Schreckens für mich . Und ein gleiches Entsetzen flößte mir das schwarze , gehörnte Etwas ein , das hoch auf einem Felsen saß und in weiter Ferne eine Menschenmasse beobachtete , die einen Galgen umgab . Jedes Bild erzählte eine Geschichte : oft war diese für meinen unentwickelten Verstand geheimnisvoll , meinem unbestimmten Empfinden unverständlich , – stets aber flößte sie mir das tiefste Interesse ein : dasselbe Interesse , mit welchem ich den Erzählungen Bessie ' s horchte , wenn sie zuweilen an Winterabenden in guter Laune war ; dann pflegte sie ihren Plätttisch an das Kaminfeuer der Kinderstube zu bringen , erlaubte uns , unsere Stühle an denselben zu rücken , und während sie dann Mrs . Reeds Spitzenvolants bügelte und die Spitzen ihrer Nachthauben kräuselte , ergötzte sie unsere Ohren mit Erzählungen von Liebesgram und Abenteuern aus alten Märchen und noch älteren Balladen , oder – wie ich erst viel später entdeckte – aus den Blättern von Pamela , und Henry , Graf von Moreland . Mit Bewick auf meinen Knieen war ich damals glücklich : glücklich wenigstens auf meine Art . Ich fürchtete nichts als eine Unterbrechung , eine Störung – und diese kam nur zu bald . Die Thür zum Frühstückszimmer wurde geöffnet . » Bah , Frau Träumerin ! « ertönte John ] [ denn ich erkannte Hans ] Reeds Stimme [ ; dann hielt er inne ; augenscheinlich ] [ . Offenbar ] war er [ erstaunt ] [ sehr verwundert ] , [ das ] [ mich nicht im ] Zimmer [ leer ] [ ] zu finden . [ » Wo zum Teufel ist sie denn ? « fuhr er fort ] [ Ich hatte mich in die Fensternische gesetzt und den Vorhang vor mir zugezogen . ] , [ » Lizzy ] [ Lise , Georgina ] ! [ Georgy ! « ] [ ' ] rief [ er seinen Schwestern zu ] [ Hans weiter . ] , [ » Joan ] [ Johanna ] ist nicht hier . Sagt doch [ ] [ der ] Mama , [ daß sie ] [ das Scheusal sei ] in den Regen [ hinaus gelaufen ist – das böse Tier ! « » Wie gut ] [ hinausgelaufen . ] , [ daß ich den Vorhang zusammengezogen habe ] [ Gott bewahre ] , [ « dachte ich ; und dann wünschte ich inbrünstig ] [ ' ' antwortete Elisa ] , [ daß er mein Versteck nicht entdecken möge ; John Reed selbst würde es auch niemals entdeckt haben ; er ] [ die ein wenig aufgeweckter ] war [ langsam ] [ ] , [ ] [ als der ] sowohl [ von Begriffen ] [ geistig ] wie [ in seinem Wahrnehmungsvermögen ; aber Eliza steckte den Kopf zur Thür hinein und sagte sofort : » ] [ körperlich schwerfällige Hans . , ] Sie [ ist ] [ sitzt ] gewiß wieder in [ die Fenstervertiefung gekrochen , sieh ] [ der Nische . Guck ] nur nach , [ Jack , « Ich ] [ Hans . Nun ] trat [ sofort ] [ ich von selbst ] heraus , [ denn ] [ wußte ] ich [ zitterte bei dem Gedanken ] [ doch ] , daß [ der erwähnte Jack ] [ Hans ] mich [ ] [ im nächsten Augenblick gewaltsam ] hervorzerren würde . [ » Da ] [ , Ja , hier ] bin ich [ ] [ , ' sagte ich , ] , was wünscht [ Ihr ] [ ihr ] ? [ « fragte ich mit schlecht erheuchelter Gleichgültigkeit . » Sag ] [ , Sage gefälligst ] : [ was ] [ Was ] wünschen Sie , [ Mr . ] [ Herr ] Reed , [ « lautete seine Antwort ] [ antwortete er ] . [ » Ich will ] [ ] , [ daß ] [ Gleich kommst ] du hierher [ kommst ] [ ] , [ « und indem er in einem Lehnstuhl Platz nahm , gab er mir durch eine Geste zu verstehen , daß ich näher kommen und vor ihn treten solle . John ] [ verstehst du ? Hans ] Reed war [ ein Schuljunge von vierzehn Jahren ; ] [ ] vier Jahre älter als ich , denn ich [ war ] [ zählte ] erst zehn [ Jahr alt ] [ ] ; [ ] [ er war ] groß und stark für sein Alter , [ mit einer unreinen ] [ sah aber nicht gesund , sondern vielmehr aufgedunsen aus . Mit seiner vierschrötigen Gestalt ] , [ ungesunden ] [ seiner unklaren ] Hautfarbe [ ; große Züge in einem breiten ] [ , seinem groben ] Gesicht [ , schwerfällige Gliedmaßen ] [ ] und [ große Hände und Füße . Gewöhnlich pflegte ] [ seinen großen Füßen und Händen sah ] er [ sich ] [ auch wirklich nichts weniger als sympathisch aus . Er aß ] bei Tische [ ] [ gewöhnlich ] so [ vollzupfropfen ] [ viel ] , daß er [ gallig wurde ; das machte seine Augen trübe und seine Wangen schlaff ] [ schlechte Laune bekam ] . Eigentlich hätte er [ jetzt in ] [ jet auf ] der Schule sein müssen , aber seine Mama hatte ihn [ für ] [ auf ] ein [ bis zwei Monate ] [ paar Wochen ] nach Hause [ geholt » ] [ genommen , ] seiner zarten Gesundheit wegen [ « ] [ ] . [ Mr . Miles , der ] [ Der ] Direktor [ der Schule ] [ ] versicherte [ ] [ allerdings ] , [ daß es ihm außerordentlich gut gehen würde , wenn ] [ ] man [ ] [ brauche ] ihm nur weniger [ Kuchen und Leckerbissen ] [ Leckereien in die Pension « zu schicken , so würde er schon gesünder werden . Das fand die Mutter brutal . Nach ihrer Meinung rührte das schlechte Aussehen ihres Lieblings nur ] von [ Hause schicken wollte ; aber das Herz der Mutter empörte sich bei einer so roh ausgesprochenen Meinung und neigte mehr zu der feineren und zarteren Ansicht , daß Johns blaßgelbe Farbe von Überanstrengung beim Lernen ] [ Ueberanstrengung ] und vielleicht auch von Heimweh [ herrühre ] [ her ] . [ – John hegte wenig Liebe ] [ Hans durfte sich daheim alles erlauben ; nie hatte die Mutter ein hartes Wort , einen Tadel oder gar eine Strafe ] für [ seine Mutter und seine Schwestern ] [ ihn . Ich besonders war die Zielscheibe seiner Unart ] , und [ eine starke Antipathie gegen mich . Er quälte und bestrafte mich ; nicht zwei - oder dreimal in der Woche , nicht ein - oder zweimal am Tage , sondern fortwährend und unaufhörlich ; ] [ ] jeder Nerv in mir [ fürchtete ihn , und jeder Zollbreit Fleisch auf meinen Knochen schauderte und ] [ ] zuckte [ ] [ vor Furcht ] , wenn er in meine Nähe kam . [ Es gab Augenblicke , wo der Schrecken , den er mir einflößte , mich ganz besinnungslos machte ] [ Schutz vor ihm fand ich nirgend ] ; denn [ ich hatte niemanden , der mich gegen seine Drohungen und seine Thätlichkeiten verteidigte ; ] [ ] die Dienerschaft wagte es nicht , [ ihren jungen Herren zu beleidigen , indem sie für mich ] [ ] gegen ihn [ Partei ergriff ] [ aufzutreten ] , und [ Mrs . ] [ Frau ] Reed war in diesem Punkte [ ] [ taub und ] blind [ und taub : sie sah niemals ] [ ] , [ ] [ selbst ] wenn er mich [ schlug , sie hörte niemals , wenn er mich beschimpfte , obgleich er beides gar ] [ - was ] oft [ ] [ geschah - ] in ihrer Gegenwart [ that : häufiger zwar noch hinter ihrem Rücken ] [ beschimpfte oder schlug ] . [ Aus Gewohnheit ] [ Auch diesmal ] gehorchte ich [ John auch dieses Mal ] [ ihm ] und [ näherte mich seinem Stuhl : ungefähr zwei bis drei Minuten brachte ] [ trat näher ; als ich weit genug bei ihm war , hieb ] er [ damit zu , mir seine Zunge so weit entgegenzustrecken , wie er es ohne Gefahr für seine Zungenbänder bewerkstelligen konnte ; ich fühlte , daß er mich jetzt gleich schlagen würde , und obgleich ich eine tödliche Angst vor dem Schlage empfand , vermochte ich doch über die ekelerregende und häßliche Erscheinung des Burschen , der denselben austeilen würde , meine Betrachtungen anzustellen . Ich weiß nicht , ob er diese Gedanken ] [ plötzlich ] auf [ meinem Gesichte las , denn plötzlich , ohne ] [ mich ] ein [ Wort zu sagen , schlug er heftig und brutal auf mich los ] [ ] . [ Ich taumelte ; dann gewann ich das Gleichgewicht wieder und trat einige Schritte von seinem Stuhl zurück . » ] [ , ] Das ist für die [ Frechheit ] [ freche Antwort ] , [ daß ] [ die ] du vor einer [ Weile gewagt ] [ halben Stunde meiner Mama gegeben ] hast , [ Mama eine Antwort zu geben , « sagte ] [ rief ] er [ , » und daß du gewagt hast , dich hinter den Vorhang zu verkriechen , und für den Blick , den ich vor zwei Minuten in deinen Augen gewahrte , du Ratze , du ! « An Johns Beschimpfungen gewöhnt , fiel es mir niemals ein , irgend etwas auf dieselben zu erwidern ; ich dachte nur daran , wie ich den Schlag ertragen sollte , der unfehlbar auf die Schimpfworte folgen würde ] [ ] . [ » ] [ , ] Was hast du da [ hinter dem Vorhange gemacht ] [ für ein Buch ] ? [ « fragte er weiter . » Ich habe gelesen . « » Zeige ] [ Er entriß es ] mir [ das Buch . « Ich ging an das Fenster zurück ] [ ] und [ holte es von dort . » Du hast kein Recht ] [ fuhr fort : , Wer hat dir denn erlaubt ] , [ unsere ] [ meine ] Bücher zu [ nehmen ; ] [ benützen ? Denn sie sind mein . Alles hier ist mein , oder wird es wenigstens bald sein . Dir gehört gar nichts , Mama sagt es immer . Geld hast ] du [ bist eine Untergebene , hat Mama gesagt ; du hast kein Geld ; ] [ keins , ] dein Vater hat dir [ keins ] [ doch nichts ] hinterlassen [ ; eigentlich ] [ , und von Rechts wegen ] solltest du betteln [ und ] [ gehen , statt ] hier [ nicht ] [ ] mit den Kindern eines Gentleman [ ] [ zusammenzuleben ] , [ wie wir es sind , zusammen leben , und dieselben Mahlzeiten ] [ am gleichen Tische zu ] essen [ wie wir , ] [ ] und [ ] [ die ] Kleider [ ] [ zu ] tragen , die [ unsere ] [ dir meine ] Mama [ dir ] [ ] kaufen muß . [ Nun , ich werde dich lehren , zwischen meinen Büchern umherzustöbern , denn sie gehören mir , und das ganze Haus gehört mir , oder wird mir wenigstens in einigen Jahren gehören . Geh und ] [ Marsch ! ] stell dich [ ] [ dort ] an die [ Thür ; nicht vor den Spiegel oder die Fenster . « ] [ Tür ! ] Ich [ that , wie mir geheißen , ohne eine Ahnung von seiner Absicht zu haben ; als ich aber gewahrte , daß er ] [ tat es . Er hob ] das Buch [ emporhob ] [ ] und [ mit demselben ] [ ] zielte [ , sprang ich instinktiv zur Seite und stieß einen Schreckensschrei ] [ nach mir . Ich wich nicht rasch genug ] aus [ ; jedoch nicht schnell genug ; das Buch ] [ und ] wurde [ geschleudert , es traf mich , und ich fiel , indem ich mit dem ] [ so heftig an den ] Kopf [ gegen die Thür schlug und mich verletzte . Die ] [ getroffen , daß ich , eine blutende ] Wunde [ blutete , der ] [ bekam und vor ] Schmerz [ war heftig ; mein Entsetzen war über den Höhepunkt hinausgegangen ; andere Empfindungen bemächtigten sich meiner ] [ laut aufschrie ] . [ » ] [ , ] Du [ böser , ] [ ] grausamer [ Bube ] [ Bengel ] ! [ « schrie ] [ rief ] ich [ , » Du bist wie ein Mörder – du bist wie ein Sklaventreiber – du bist wie die römischen Kaiser ! « Ich hatte Goldsmiths Geschichte Roms gelesen und mir meine eigene Ansicht über Nero , Caligula und andere gebildet ] [ ] . [ Im Stillen hatte ich Vergleiche gezogen ] [ ] , [ welche laut zu äußern allerdings niemals meine Absicht gewesen , » ] [ ] Was [ ! Was ! « ] [ ? ] schrie er [ ] [ nun . ] , [ » Hat sie das zu mir gesagt ? ] [ ] Habt ihr [ es ] [ das ] gehört , [ Eliza ] [ Elisa ] und Georgina ? Das [ ] [ sagt sie zu mir ? Das ] will ich [ ] [ gleich ] der Mama erzählen [ ! – Aber erst ] [ . Erst aber ] noch [ – – « ] [ ] Er [ stürzte ] [ packte mich beim Haar , doch nun wehrte ich mich verzweifelt . Während er ] auf mich [ zu : ich fühlte ] [ einschlug ] , [ wie er mein Haar und meine Schulter faßte ; er kämpfte ] [ arbeitete auch ich blindlings ] mit [ einem verzweifelten Geschöpfe . Ich sah wirklich in ihm einen Tyrannen , – einen Mörder . Dann fühlte ich , wie einzelne Blutstropfen von meinem Kopfe auf ] [ ] den [ Hals herabfielen , und empfand einen stechenden Schmerz : diese Empfindungen siegten für den Augenblick über die Furcht und ich trat ihm in wahnsinniger Wut entgegen ] [ Fäusten ] . [ Was ich mit meinen Händen that , kann ich jetzt nicht mehr sagen , aber er schrie fortwährend » Ratze ! Ratze ! « und brüllte aus Leibeskräften . Hilfe war ihm nahe : Eliza und Georgina waren gelaufen , um Mrs . ] [ Frau ] Reed [ zu holen ] [ eilte herbei ] , [ die nach oben gegangen war . Jetzt erschien sie auf der Scene ] [ Bessie ] , [ ] [ das Hausmädchen , ] und [ ] [ Abbot , die Kammerzofe , folgten ] ihr [ folgten Bessie und ihre Kammerjungfer Abbot ] [ ] . [ Man trennte ] [ Sie rissen ] uns [ : dann vernahm ] [ auseinander , und ] ich [ ] [ hörte nur noch ] die Worte : [ » Du liebe Zeit ! Du liebe Zeit ! Welch ] [ , So ] eine Furie [ , so auf Mr . John loszustürzen ] [ ] ! [ « » Hat man jemals ein so leidenschaftliches Geschöpf gesehen ] [ So eine Giftblase ] ! [ « – ] [ - ] Dann [ fügte Mrs . ] [ setzte Frau ] Reed hinzu : [ » Führt ] [ , Bringt ] sie in das rote Zimmer und schließt sie dort ein . [ « ] [ - ] Vier Hände [ bemächtigten sich meiner sofort und man trug mich nach oben . Zweites Kapitel Auf dem ganzen Wege leistete ich ] [ packten mich und schleppten mich die Treppe hinauf . Unterwegs wehrte ich mich mit allen Kräften . Das hatte ich bisher noch nie getan ; stets hatte ich schweigsam und geduldig alles hingenommen . Mein ] Widerstand [ ; dies war etwas Neues und ein Umstand , der viel dazu beitrug , Bessie und Miß Abbot ] [ bestärkte nun die beiden Mädchen ] in der schlechten Meinung [ zu bestärken ] [ ] , [ welche diese ] [ die sie ] ohnehin [ schon ] [ ] von mir hegten . [ Thatsache ist ] [ - - ] , [ daß ich vollständig außer mir war , wie die Franzosen zu sagen pflegen ; ich wußte sehr wohl , daß die Empörung dieses einen Augenblicks mir schon außergewöhnliche Strafen zugezogen haben mußte , und wie viele andere rebellische Sklaven war ich in meiner Verzweiflung fest entschlossen , bis ans Äußerste zu gehen . » Halten Sie ihre Arme , Miß Abbot ; sie ist wie ] [ Wie ] eine wilde Katze [ ] [ , ' sagte Bessie ] . [ « » Schämen ] [ - , Schäme dich ? rief Abbot . , Schlägt den Sohn ihrer Wohltäterin ! O pfui ! - ] Sie [ sich ! Schämen Sie sich ! « rief die Kammerjungfer . » Welch ein abscheuliches Betragen , Miß Eyre , einen jungen Gentleman zu schlagen ! Den Sohn Ihrer Wohlthäterin ! Ihren jungen Herrn ! « » Herr ! Wie ist er mein Herr ? Bin ich denn eine Dienerin ? « » Nein . Sie sind weniger als eine Dienerin , denn Sie thun nichts , Sie arbeiten nicht für Ihren Unterhalt . Da ! Setzen Sie sich und denken Sie über Ihre Schlechtigkeit und Bosheit nach ! « Inzwischen hatten sie mich in das von Mrs . Reed bezeichnete Gemach gebracht und ] [ drückten ] mich auf einen Stuhl [ geworfen ; mein erster Impuls war ] [ nieder ] , [ wie eine Sprungfeder ] [ doch ich sprang sofort ] wieder [ ] [ auf . Da hielten sie mich ] von [ demselben empor zu schnellen ; vier Hände hielten mich jedoch augenblicklich wieder wie mit eisernen Klammern ] [ neuem fest ] . [ » ] [ - - , ] Wenn [ Sie ] [ du ] nicht still [ sitzen ] [ sitzest ] , [ werden wir Sie festbinden ] [ wirst du angebunden ] , [ « ] [ ' ] sagte Bessie [ ] [ und löste auch schon ihre Strumpfbänder ] . [ » Miß Abbot ] [ ] , [ borgen ] [ Nein , lassen ] Sie [ mir Ihre Strumpfbänder ; die meinen würde sie augenblicklich zerreißen . « Miß Abbot wandte sich ab , um ein starkes Bein von den notwendigen Banden zu befreien ] [ ! ' bat ich nun erschrocken ] . [ Diese Vorbereitungen ] [ ] , [ um mir Fesseln anzulegen , und die neue Schande , die dies für mich bedeutete , diente dazu , meine Aufregung ein wenig zu mindern . » Nehmen Sie sie nicht ab , « schrie ich , » ich werde ] [ Ich will auch ] ganz still [ sitzen . « Um ihnen für dies Versprechen eine Garantie zu bieten , hielt ich mich mit beiden Händen an meinem Sitz fest ] [ und artig sein ] . [ » ] [ , ] Das [ möchte ] [ rat ] ich [ Ihnen ] [ dir ] auch [ raten ] [ ] , [ « ] [ ] sagte Bessie [ ; ] [ , ] und als sie [ sich überzeugt hatte ] [ sah ] , daß ich wirklich [ anfing , mich zu beruhigen ] [ ruhiger wurde ] , ließ sie mich [ ] [ denn auch ] los [ ; dann ] [ . Dann ] stellten [ sie ] [ sich die beiden Mädchen vor mich hin ] und [ Miß ] [ musterten mich mit finsterer Miene . , Das ist ja was ganz Neues von ihr , meinte ] Abbot [ sich mit gekreuzten Armen vor mich und blickten finster und zweifelnd in mein Gesicht , als glaubten sie nicht an meinen gesunden Verstand , » Das hat sie bis jetzt noch niemals gethan , « sagte endlich Bessie zu Abigail gewendet ] [ ] . [ » Aber es hat ] [ , Es steckt aber ] schon lange in ihr [ gesteckt ] [ ] , [ « lautete die Antwort ] [ ' ' antwortete Bessie ] . [ » ] [ , ] Ich [ habe ] [ hab ' s ] der gnädigen Frau schon oft [ meine Meinung über das Kind ] [ ] gesagt , [ und sie hat mir auch beigestimmt . Sie ] [ die Hanne ] ist ein [ verstecktes ] [ ganz verstocktes ] , [ kleines ] [ giftiges ] Ding [ : ich habe noch nie ein Mädchen in ihrem ] [ und furchtbar durchtrieben für ihr ] Alter [ gesehen , das so schlau wäre ] [ ] . [ « Bessie antwortete nicht ; nach einer Welle ] [ Dann ] wandte sie sich [ ] [ an mich und setzte hinzu : , Nun denke mal ein bißchen darüber nach , daß es dir nicht zukommt , dich mit dem jungen Herrn und dem gnädigen Fräulein auf eine Stufe ] zu [ mir und sagte : » Fräulein ] [ stellen ] , [ Sie sollten doch wissen , daß Sie Mrs . Reed verpflichtet sind , sie erhält Sie . Wenn sie Sie fortschickte , so müßten Sie ] [ und du ] ins Armenhaus [ gehen . « Auf diese Worte fand ich nichts ] [ wandern müßtest , wenn Frau Reed sich nicht deiner annähme . Wenn du noch länger so schlecht und undankbar bist , wird dich Frau Reed eines schönen Tages fortschicken . Sei also demütig und bescheiden und mache dich nützlich und angenehm . , Und bete vor allem , fügte Abbot bei , , daß dir deine Unart verziehen werde , sonst kommt am Ende ein Gespenst zum Kamin herunter und holt dich . Nach diesen Worten gingen sie und schlossen die Tür ] zu [ erwidern ; sie waren mir nicht mehr neu ; so weit ich in meinem Leben zurückdenken konnte , hatte ich Winke desselben Inhalts gehört . Dieser Vorwurf meiner Abhängigkeit war in meinen Ohren fast zum leeren , bedeutungslosen Singsang geworden , sehr schmerzlich und bedrückend , aber nur halb verständlich . Nun fiel auch Miß Abbot ein : » Und Sie sollten auch nicht denken , daß Sie mit den Fräulein Reed und Mr . Reed auf gleicher Stufe stehen , weil Mrs . Reed Ihnen gütig erlaubt , mit ihren Kindern erzogen zu werden . Diese werden einmal ein großes Vermögen haben , und Sie sind arm . Sie müssen demütig und bescheiden sein und versuchen , sich den andern angenehm zu machen . « » Was wir Ihnen sagen , ist zu Ihrem Besten , « fügte Bessie hinzu , ohne in hartem Ton zu reden , » Sie sollten versuchen , sich nützlich und angenehm zu machen , dann würden Sie hier vielleicht eine Heimat finden ; wenn Sie aber heftig und roh und ungezogen werden , so wird Mrs . Reed Sie fortschicken , davon bin ich fest überzeugt . « » Außerdem , « sagte Miß Abbot , » wird Gott Sie strafen . Er könnte Sie mitten in Ihrem Trotz tot zu Boden fallen lassen , und wohin kämen Sie dann ? Kommen Sie , Bessie , wir wollen sie allein lassen : um keinen Preis der Welt möchte ich ihr Herz haben . Sagen Sie Ihr Gebet , Miß Eyre , wenn Sie allein sind ; denn wenn Sie nicht bereuen , könnte etwas Schreckliches durch den Kamin herunterkommen und Sie holen . « Sie gingen und schlossen die Thür hinter sich ab ] [ ] . Das rote Zimmer [ war ein Fremdenzimmer ] [ ] , in dem [ ] [ ich mich befand , wurde ] nur [ selten jemand schlief ; ich könnte beinahe sagen niemals oder nur dann ] [ benutzt ] , wenn [ ein zufälliger Zusammenfluß von Besuchern auf ] [ Gäste in ] Gateshead - Hall [ es notwendig machte , alle Räumlichkeiten des Hauses nutzbar zu machen . Und doch ] [ weilten ; dennoch ] war es eins der schönsten [ und prächtigsten Gemächer ] [ ] im Herrenhause . [ Wie ] [ Die Mitte nahm ] ein [ Tabernakel stand im Mittelpunkt desselben ] [ großes Mahagoni - Bett ] ein [ Bett von massiven Mahagonipfeilern getragen und ] [ , das ] mit [ ] [ roten ] Vorhängen [ von dunkelrotem Damast behängt ] [ versehen war ] ; [ die beiden großen Fenster , deren Rouleaux immer herabgelassen waren , wurden durch Gehänge und Faltendraperien ] [ ] vom selben Stoffe [ halb verhüllt ; ] [ waren auch die Rouleaus an den Fenstern , die Tapeten und ] der Teppich [ war rot ; der Tisch am Fußende des Bettes war mit einer hochroten Decke belegt ; die Wände ] [ . Die Möbel ] waren [ mit einem Stoffe behängt , der auf lichtbraunem Grunde ein zartes rosa Muster trug ; die Garderobe , der Toilettetisch , die Stühle waren ] [ alle ] aus [ dunklem , poliertem ] [ dunkelpoliertem ] Mahagoni [ angefertigt ] [ ] . [ Aus diesen düsteren Schatten erhoben sich weiß und hoch und glänzend die aufgehäuften Matratzen und Kopfkissen des Bettes ] [ In dem düstern Ton , den diese Gegenstände verbreiteten ] , [ über ] [ stachen nur ] die [ eine ] [ ] schneeweiße Decke [ ] [ , die über das Bett ] gebreitet war [ . Eben so unheimlich stach ein großer ] [ ] , [ gepolsterter , ] [ und das ] ebenfalls [ weißer Lehnstuhl ] [ weiße Polster eines großen Lehnstuhls ] hervor , der [ am Kopfende des Bettes stand und vor dem sich ein Fußschemel befand ; ] [ mir ] damals [ erschien er mir ] [ ] wie ein geisterhafter Thron [ ] [ erschien ] . [ Das Zimmer war dumpf , weil nur selten ein Feuer in demselben angezündet wurde ; es ] [ Es ] war still [ ] [ hier oben ] , [ weil es weit ] [ denn das Zimmer lag abseits ] von der [ Kinderstube ] [ Küche ] und den [ Küchen entfernt lag ; ] [ bewohnten Räumen . Mir wurde bald recht ] unheimlich [ ] [ zumute ] , [ weil ] [ indem ] ich [ wußte ] [ daran dachte ] , [ daß fast niemals jemand dasselbe betrat ] [ wie selten diese Stube betreten wurde ] . Nur [ am ] [ alle ] Sonnabend [ kam das Hausmädchen hierher ] [ stieg Bessie herauf ] , um [ den stillen ] [ ] Staub [ einer Woche von den Möbeln und den Spiegeln ] [ ] zu wischen ; und [ in langen Zwischenräumen kam auch Mrs . ] [ hin und wieder weilte Frau ] Reed [ hierher ] [ hier ] , um den Inhalt einer gewissen [ Schieblade ] [ Schatulle ] zu [ revidieren ] [ prüfen ] , [ in welcher sich verschiedene ] [ die ihre Papiere und ] Urkunden , [ ihre Juwelenschatulle ] [ ihren Schmuck ] und ein [ Miniaturbild ] [ Bildnis ] ihres verstorbenen Gatten [ befand . In diesen letzten Worten liegt das Geheimnis des roten Zimmers ] [ enthielt Denn in diesem Zimmer war Herr Reed ] , [ der Zauberbann ] [ mein Onkel ] , [ weshalb ] [ gestorben . Das war nun neun Jahre her . Unwillkürlich legte ich mir die Frage vor , ob ] es [ trotz seiner Pracht so einsam und verlassen war . Mr . Reed war seit neun Jahren tot ; in diesem Gemache ] [ mir wohl besser erginge , wenn dieser Mann noch lebte , den ich nie kennen gelernt ] hatte [ er seinen letzten Atemzug gethan ; hier lag er aufgebahrt ; von hier hatten die Leichenträger ihn hinausgetragen – und seit jenem Tage hatte ein Gefühl trauriger Weihe jeden unberufenen Besucher von seiner Schwelle fern gehalten . Der Sitz , auf welchen Bessie und die bitterböse Miß Abbot mich gebannt hatten , war eine niedrige Ottomane , welche nahe dem weißen Marmorkamin stand ; das Bett türmte sich vor mir auf ; zu meiner Rechten befand sich ein hoher dunkler Garderobenschrank , auf dessen Tafelwerk sich die leisen , düsteren Lichter brachen ; zu meiner Linken waren die verhängten Fenster ; ein großer Spiegel zwischen denselben wiederholte die totesstille Majestät des Bettes und des Zimmers ] [ ] . Ich [ war nicht ganz sicher , ob sie die Thür zugeschlossen hatten ; und als ich wieder Mut genug hatte , um mich zu bewegen , stand ich auf und ging um nachzusehen . Ach ja ! Keine Kerkerthür war jemals sicherer verschlossen ! Als ich wieder an die Ottomane zurückging , mußte ich an dem Spiegel vorüber , mein gebannter Blick bohrte sich unwillkürlich in die Tiefe desselben ein . In ihm sah alles noch kühler und hohler und düsterer aus als in Wirklichkeit , und die seltsame , kleine Gestalt , die mir aus ihm entgegenblickte , mit weißem Gesicht und Armen , die grell aus der Dunkelheit hervorleuchteten , mit Augen , die vor Furcht hin ] [ wußte ] - [ und herrollten ] [ woher ] , [ wo sonst alles bewegungslos war – diese kleine Gestalt sah aus , wie ein wirkliches Gespenst ; ich dachte an eins jener zarten Phantome , halb Elfe , halb Kobold , wie sie in Bessies Dämmerstunden - Geschichten aus einsamen , wilden Schluchten und düsteren Mooren hervorkamen und sich dem Auge des nächtlichen Wanderers zeigten . Ich kehrte auf meinen Sitz zurück . In diesem Augenblick bemächtigte der Aberglaube sich meiner , aber die Stunde seines vollständigen Sieges über mich war noch nicht gekommen : mein Blut war noch warm ; die Wut des empörten Sklaven erhitzte mich noch mit ihrer ganzen Bitterkeit ; ich hatte noch einen wilden Strom von Gedanken an die Vergangenheit zu bändigen , bevor ich mich ganz dem Jammer über die trostlose Gegenwart hingeben konnte . Wie der schmutzige Bodensatz aus einem trüben Brunnen , so stieg aus meinem bewegten , aufgeregtem Gemüt alles an die Oberfläche meines Empfindens : John Reeds wilde Tyrannei , die hochmütige Gleichgültigkeit seiner Schwestern , die Abneigung seiner Mutter , die Parteilichkeit der Dienstboten ! Weshalb mußte ich stets leiden , stets mit verächtlichen Blicken angesehen werden , immer beschuldigt , immer verurteilt werden ? Weshalb konnte ich niemals etwas recht machen ? Weshalb war es immer nutzlos , wenn ich versuchte , irgend eines Menschen Gunst zu erringen ? Man hatte Achtung vor Eliza , die doch so eigensinnig und selbstsüchtig war . Jedermann hatte Nachsicht mit Georgina , die stets übelgelaunt und trotzig und frech war . Ihre Schönheit , ihre rosigen Wangen und goldigen Locken schienen jeden zu entzücken , der sie anblickte und ihr Vergebung für all ihre Mängel und Fehler zu erkaufen . John wurde niemals bestraft , niemand widersprach ihm jemals , obgleich er den Tauben die Hälse umdrehte , die jungen Hühner umbrachte , die Hunde auf die Schafe hetzte , den Weinstock im Treibhause seiner Trauben beraubte und von den seltensten Pflanzen die Knospen abriß ; er nannte seine Mutter sogar » liebe Alte « ; nahm durchaus keine Rücksicht auf ihre Wünsche ; zerriß und beschmutzte ihre seidenen Kleider nicht selten , – und doch war er » ihr einziger Liebling « . Ich wagte niemals , einen Fehler zu begehen ; ich bemühte mich stets , meine Pflicht zu thun , und mich nannte man unartig und unerträglich , mürrisch und hinterlistig , vom Morgen bis zum Mittag , vom Mittag bis zum Abend . Mein Kopf schmerzte noch und blutete nach dem erhaltenen Schlage und dem Falle , welchen ich gethan ; niemand hatte John einen Verweis erteilt , weil er mich grundlos geschlagen ; aber weil ich mich gegen ihn aufgelehnt hatte , um seiner weiteren unvernünftigen , besinnungslosen Heftigkeit zu entgehen , hatten alle mich mit den lautesten Schmähungen überhäuft . » Ungerecht ! – ungerecht ! « sagte meine Vernunft , welcher die fortwährende , qualvolle Aufreizung eine frühzeitige , wenn auch vorübergehende Kraft verliehen hatte ; und die Entschlossenheit , welche auch geweckt war , ließ mich allerhand Mittel ersinnen , um eine Flucht aus diesem schier unerträglich gewordenen Drucke zu bewerkstelligen – ich dachte daran , auf und davon zu laufen , oder wenn dies nicht möglich , wenigstens niemals wieder Speise und Trank zu mir zu nehmen und auf diese Weise zu Tode zu hungern . Wie bestürzt war meine Seele an diesem traurigen Nachmittag ! Wie erregt war mein Gemüt , wie furchtbar empört mein Herz ! Aber in welcher Düsterheit , welcher Verblendung , welcher unglaublichen Unwissenheit wurde dieser Seelenkampf ausgekämpft ! Ich hatte keine Antwort auf die sich mir unaufhörlich aufdrängende Frage , weshalb ich so viel leiden mußte . Jetzt nach Verlauf von – nein , ich will ] [ kann ich ] nicht sagen [ , von wie vielen Jahren – habe ich die Antwort gefunden ! Ich war ein Mißton in Gateshead ] [ ] - [ Hall . Ich war ein Nichts an diesem Orte ; ich hatte keine Gemeinschaft mit Mrs . ] [ daß ] Reed [ oder ihren Kindern oder ihren bezahlten Vasallen . Sie liebten mich nicht ] [ ] , [ und in der That , ich liebte sie ebensowenig . Es war auch nicht ihre Pflicht , mit Liebe auf ein Geschöpf zu blicken , welches mit keiner einzigen Seele sympathisieren konnte ; ein heterogenes Geschöpf , welches ihr direktes Gegenteil in Temperament , in Fähigkeiten und Neigungen war ; ein nutzloses Geschöpf , welches ihrem Interesse nicht dienen , zu ihrem Vergnügen nichts beitragen konnte ; ein strafbares Geschöpf , welches die Keime der Empörung über die ihm widerfahrende Behandlung in sich nährte , ein Geschöpf , das die tiefste Verachtung für ihren Verstand , ihr Urteilsvermögen nährte . Ich weiß wohl , daß , wenn ich ein sanguinisches , geistreiches , herrisches , schönes , wildes Kind gewesen wäre – wenn auch ebenso abhängig und freundlos – so würde Mrs . Reed meine Gegenwart in liebenswürdigerer Weise ertragen haben ; ihre Kinder hätten für mich ein freundlicheres Gefühl der Gemeinsamkeit gehegt ; die Dienstboten wären weniger geneigt gewesen , mich zum Sündenbock der Kinderstube zu machen . Das Tageslicht begann aus dem roten Zimmer zu schwinden ; es war nach vier Uhr , und auf den bewölkten Nachmittag folgte die trübe Dämmerung . Ich hörte , wie der Regen noch unaufhörlich gegen das Fenster der Treppe schlug , wie der Wind in den Laubgängen hinter dem Herrenhause heulte ; nach und nach wurde ich so kalt wie Marmor , und dann begann mein Mut zu sinken . Die gewöhnliche Stimmung des Gedemütigtseins , Zweifel an mir selbst , hilflose Traurigkeit bemächtigten sich meiner und fielen dämpfend auf die Asche meiner dahinschwindenden Wut . Alle sagten ja , daß ich boshaft sei – vielleicht war es der Fall , denn hatte ich nicht soeben den Gedanken gehegt , mich zu Tode zu hungern ? Das war doch gewiß ein Verbrechen : denn war ich bereit zu sterben ? oder war das Gewölbe unter der Kanzel in der Kirche von Gateshead ein so einladendes Ende ? In diesem Gewölbe lag Mr . Reed begraben , wie man mir gesagt hatte ; dieser Gedanke führte mich dazu , sein Andenken herauf zu beschwören ; und mit wachsendem Grauen verweilte ich bei demselben . Ich konnte mich seiner nicht erinnern ; aber ich wußte , daß er mein Onkel gewesen , – ] [ ] der einzige Bruder meiner Mutter [ – daß er mich in sein Haus aufgenommen ] [ ] , [ als ich ein armes , elternloses Kind gewesen ; und daß er noch in seinen letzten Augenblicken Mrs . Reed ] [ auf dem Sterbebette seiner Frau ] das Versprechen abgenommen hatte , [ ] [ für ] mich [ ] [ zu sorgen , ] wie [ ihr eigenes Kind ] [ für ihre eigenen Kinder . Ich wußte auch , er hatte mich als ganz kleines Kindchen in sein Haus aufgenommen , als seine Schwester , meine Mutter , gestorben war . Sie hatte gegen den Willen ihrer Eltern einen armen Prediger geheiratet und war von ihrem Vater verstoßen , von ihrem Bruder aber heimlich unterstützt worden . Mein Vater starb bald nach der Eheschließung , und meine Mutter folgte ihm binnen Jahresfrist . An das alles mußte ich nun denken , und ich fragte mich , ob wirklich Frau Reed , meine Tante , das ihrem Gatten gegebene Versprechen hielte . Weshalb durfte Hans sich alles gegen mich erlauben , weshalb durften seine Schwestern mich mit vornehmer Gleichgültigkeit behandeln , weshalb hegte Frau Reed selbst eine so große Abneigung gegen mich ? Nichts konnte ich recht machen , beim geringsten Versehen wurde ich mit Schmähungen überhäuft . Elisa konnte eigensinnig und selbstsüchtig , Georgina trotzig und launenhaft sein , Hans durfte die Haustiere quälen , die schönsten Früchte von den Obstbäumen nehmen , die Blumenbeete verwüsten ihnen war alles erlaubt , wurde alles nachgesehen . Ich aber gab mir alle Mühe , meine Pflicht ] zu [ erziehen ] [ tun , ] und [ zu versorgen ] [ trotzdem nannte man mich unartig , hinterlistig , mürrisch und schalt mich vom Mor gen bis zum Abend ] . [ Mrs ] [ Damals fand ich freilich auf diese Fragen keine Antwort : jetzt nach vielen Jahren aber habe ich sie gefunden ] . [ ] [ Ich war ein Mißton in Gateshead - Hall ; ich war dort ganz am falschen Plate . Ich hatte keine innere Gemeinschaft mit Frau ] Reed [ war höchstwahrscheinlich der Überzeugung ] [ ] , [ daß ] [ ihren Kindern und ihrem Dienstpersonal . Sie liebten mich nicht , und ich liebte ] sie [ dieses Versprechen gehalten habe ] [ ebensowenig . Kein Fädchen Sympathie konnte sich zwischen uns spinnen ] , [ und so weit ihre Natur ihr dies erlaubte , hatte sie es auch gethan ; aber wie sollte sie denn auch ] [ wir waren ] in [ Wirklichkeit für einen Eindringling Liebe hegen ] [ Temperament ] , [ der nicht zu ihrer Familie gehörte ] [ in Fähigkeiten , in Gefühlen ] und [ ] [ Neigungen grundverschieden . Der Kopf schmerzte mich noch ] nach dem [ Tode ihres Gatten durch keine Bande mehr ] [ Wurf mit dem Buche , und niemand hatte Hans getadelt , daß er mich grundlos mißhandelte , vielmehr wurde ich hier oben eingesperrt , weil ich mich gegen ihn verteidigt hatte . - - , Wie ungerecht ! ’ sprach ich zu mir selbst . Es wurde dunkel im roten Zimmer . Draußen herrschte Dämmerung , und Regen schlug ] an [ sie gekettet war ? Es mußte allerdings ärgerlich sein , sich durch ein unter solchen Umständen gegebenes Versprechen genötigt zu sehen , einem fremden Kinde , ] [ ] das [ sie nicht lieben konnte , die Eltern zu ersetzen , und es ertragen zu müssen , daß eine unsympathische Fremde sich unaufhörlich in ihren Familienkreis drängte ] [ Fenster ] . [ Eine sonderbare Idee ] [ Mir wurde kalt , der Mut sank , und tiefe Traurigkeit ] bemächtigte sich meiner [ . ] [ ; und indem ich auf das im Halblicht verschwimmende Zimmer , auf die dunkeln Wände blickte , beschlich mich heimliches Grauen , ] Ich [ zweifelte nicht – hatte es niemals bezweifelt – daß Mr . Reed ] [ weinte und schluchzte ] , [ wenn er am Leben geblieben , mich mit Güte behandelt haben würde ; und jetzt , als ich ] [ und je mehr ich mich gewaltsam beruhigen wollte , um ] so [ dasaß ] [ größer wurde meine Aufregung . Ich vergrub das Gesicht in den Händen ] und [ ] [ überließ mich kraftlos meinem Gram . Nach einer Weile aber sah ich ] auf [ die dunklen Wände und das weiße Bett blickte , zuweilen auch wie gebannt ein Auge auf den trübe blinkenden Spiegel warf – da begann ich mich an das zu erinnern , was ich von Toten gehört hatte , die im Grabe keine Ruhe finden konnten , weil man ihre letzten Wünsche unerfüllt gelassen , und jetzt auf die Erde zurückkehrten , um die Meineidigen zu strafen und die Bedrückten zu rächen ; ich dachte , wie Mr . Reeds Geist , gequält durch das Unrecht , welches man dem Kinde seiner Schwester zufügte , seine Ruhestätte verließ – entweder in dem Gewölbe der Kirche oder in dem unbekannten Lande der Abgeschiedenen – und in diesem Zimmer vor mir erscheinen könne . Ich trocknete meine Thränen und unterdrückte mein Schluchzen ; denn ich fürchtete , daß diese lauten Äußerungen meines Grams eine übernatürliche Stimme zu meinem Troste erwecken oder aus dem mich umgebenden Dunkel ein Antlitz mit einem Heiligenschein hervorleuchten lassen könne , das sich mit wundersamem Mitleid über mich beugte . Dieser Gedanke , der in der Theorie vielleicht ganz trostreich , würde entsetzlich sein , wenn er zur Wirklichkeit werden könnte , das fühlte ich : mit aller Gewalt versuchte ich , ihn zu unterdrücken – ich bemühte mich , ruhig und gefaßt zu sein . Indem ich mir das Haar von Stirn und Augen strich , erhob ich den Kopf und versuchte in dem dunklen Zimmer umher zu blicken : in diesem Augenblick sah ich den Wiederschein eines Lichtes ] [ . Da bemerkte ich ] an der Wand [ ! – War es vielleicht ] [ einen Lichtschein , ] der [ Mondesstrahl ] [ sich bewegte ] , [ ] [ an ] der [ durch eine Öffnung in dem Vorhang drang , fragte ich mich ? Nein , die Mondesstrahlen waren ruhig und dies Licht bewegte sich ; während ich noch hinblickte , glitt es zur ] [ ] Decke [ hinauf ] [ hinaufglitt ] und [ erzitterte über ] [ dann übet ] meinem Kopfe [ ] [ her ] , [ Jetzt kann ich freilich begreifen , daß dieser Lichtstreifen aller Wahrscheinlichkeit nach der Schimmer einer Laterne war , welche jemand ] [ die ] über den [ freien Platz vor dem Hause trug ] [ Hof getragen wurde ] ; [ aber ] [ doch ] damals [ ] [ konnte ich mir sein Erscheinen nicht erklären ] , [ mit dem auf Schrecken ] [ ] und [ Entsetzen vorbereiteten Gemüt , mit ] [ große Angst befiel mich bei seinem Anblick . Er war in ] meinen [ vor Aufregung bebenden Nerven , hielt ich den sich schnell bewegenden Strahl für den Herold einer Erscheinung , die ] [ Augen ein Gespenst ] aus einer [ anderen ] [ andern ] Welt [ zu mir kam . Mein Herz pochte laut ] [ ] , [ mein Kopf wurde heiß ; in meinen Ohren spürte ] [ und ] ich [ ein Brausen , ] [ hatte wirklich ] das [ ich für ] [ Gefühl , als wenn Flügel durch ] das [ Rauschen der Flügel hielt ; ein Etwas schien ] [ Zimmer rauschten und ] sich mir [ zu nähern ; ich fühlte mich bedrückt , erstickt ; mein Widerstandsvermögen gab ] [ näherten . Ich rang ] nach [ ; ] [ Luft , ] ich [ ] [ wollte schreien , konnte aber keinen Laut hervorbringen . Ich ] stürzte [ auf die Thür zu ] [ zur Tür ] und rüttelte [ mit verzweifelter Anstrengung am Schlosse ] [ an der Klinke ] . [ Eilende ] [ Gleich darauf hörte ich ] Schritte [ kamen durch den äußeren Korridor daher ; ] [ , ] der Schlüssel wurde [ im Schlosse umgedreht ] [ herumgedreht ] , [ ] [ und ] Bessie und [ Miß ] [ ] Abbot traten ein . [ » Miß Eyre ] [ ] , [ sind Sie ] [ Johanna , bist du ] krank ? [ « ] [ ' ] fragte Bessie . [ » Welch ] [ , Was für ] ein [ fürchterlicher ] [ ] Lärm ! Ich bin [ ganz außer mir ] [ zu Tode erschrocken ] ! [ « rief ] [ ' setzte ] Abbot [ aus ] [ hinzu ] . [ » ] [ , ] Nehmt mich mit hinaus [ ] [ , ich will in die Kinderstube ] ! [ Laßt mich in die Kinderstube gehen ! « ] [ ' ] schrie ich [ ununterbrochen ] [ in einem fort ] . [ » ] [ , ] Weshalb denn ? [ ] [ rief Bessie . , ] Ist [ Ihnen irgend ] [ ] etwas geschehen ? [ Haben Sie etwas gesehen ] [ Hast du was gesehn ] ? [ « fragte Bessie wiederum . » O ] [ Ja ] , [ ich sah ] [ ] ein Licht [ und ich meinte , daß ] [ es war ] ein Geist [ kommen würde . « Ich hatte mich jetzt Bessies Hand bemächtigt ] [ ! rief ich . , Ach was , Bessie ] , [ und sie entwand sie mir nicht ] [ ' sagte Abbot , , das ist Komödie ] . [ » ] [ ] Sie hat [ mit Absicht so geschrieen , « erklärte Abbot mit einigem Abscheu . » Und welch ein Geschrei ! Wenn sie große Schmerzen gehabt hätte , so könnte man es noch entschuldigen , aber sie wollte weiter nichts , als ] [ ] uns [ alle herbeilocken . Ich ] [ bloß herrufen wollen , ich ] kenne [ ] [ schon ] ihre [ bösen Streiche schon ] [ Schliche ] . [ « » Was giebt es denn hier ? « fragte eine andere Stimme gebieterisch ; und Mrs . ] [ Frau ] Reed kam mit flatternden Haubenbändern und wehendem Kleide [ durch den Korridor daher ] [ herbeigelaufen . ] , [ » Abbot und Bessie ] [ Was gibt es ? fragte sie . ] , [ ich glaube , daß ich ] [ Ich habe doch befohlen , Johanna nicht ohne meinen ausdrücklichen ] Befehl [ gegeben habe , Jane Eyre in dem roten Zimmer zu lassen ] [ heraus plassen . ] , [ bis ich selbst sie holen würde ? « » Miß Jane schrie ] [ Sie hat ] so laut [ ] [ geschrien ] , Madame , [ « ] [ ] wandte Bessie [ zögernd ] [ ] ein . [ » Laßt sie los ] [ ] , [ « war die einzige Antwort . » ] [ ] Laß Bessies Hand los , [ Kind : verlaß dich darauf ] [ Johanna ! gebot Frau Reed barsch . ] , [ auf ] [ Auf ] diese Weise [ wirst ] [ erreichst ] du [ nicht hinaus gelangen ] [ nichts , das sage ich dir ] . [ Ich verabscheue solche ] [ Solche ] List , besonders bei Kindern [ ; es ] [ , ] ist [ meine Pflicht , dir ] [ ] zu [ beweisen ] [ verabscheuen , und ich muß dich fühlen lassen ] , daß du mit [ derartigen ] [ solchen ] Ränken [ und Schlichen ] [ ] nicht weit kommst . [ Jetzt wirst du ] [ Du bleibst jetzt ] noch eine [ ganze ] [ ] Stunde [ hierbleiben ] [ hier ] , und [ ] [ dann lasse ich dich ] auch [ dann gebe ich dich ] [ ] nur [ frei ] [ unter der Bedingung heraus ] , [ wenn ] [ daß ] du [ ] [ ganz ruhig und unterwürfig sein wirst . , O , Tante , habe doch Erbarmen und verzeih ] mir [ das Versprechen giebst , vollkommen ruhig und unterwürfig zu sein , « » O , Tante , hab Erbarmen ! Vergieb mir doch ! Ich kann , ich kann es nicht ertragen ] [ ] . [ – Bestrafe ] [ Oder bestrafe ] mich [ doch ] [ ] auf andere Weise [ ] [ - ich halte es hier nicht länger aus . , Ruhe ] ! [ Ich komme um , wenn – – « » Sei still ! Diese Heftigkeit ] [ Ein so ungestümes Betragen ] ist [ ganz widerlich und ] [ geradezu ] empörend [ ! « und ohne Zweifel hegte ] [ , antwortete ] sie [ ] [ . Und sie mochte wohl ] auch [ Abscheu gegen mein Betragen . In ihren Augen war ich ] [ tatsächlich Anstoß an meinem Wesen nehmen und mich für ] eine frühreife [ Schauspielerin ; sie sah in der That auf mich wie auf eine Zusammensetzung der heftigsten Leidenschaften , eines niedrigen , gemeinen Geistes und gefährlicher Falschheit . Als Bessie und Abbot sich zurückgezogen hatten , warf Mrs ] [ Komödiantin halten ] . [ Reed , die meiner wilden Angst und meines lauten Schluchzens wohl müde geworden sein mochte , ] [ Sie stieß ] mich [ rasch ] [ ] in das Zimmer zurück und schloß mich ohne [ weitere Erklärungen und Worte ] [ weiteres ] wieder ein . Ich hörte [ noch , wie ] [ ] sie [ davon rauschte ] [ hinwegeilen ] ; [ und ] [ ] bald [ nachdem sie gegangen war , ] [ darauf ] muß ich in [ Krämpfe verfallen ] [ Ohnmacht gefallen ] sein [ : Bewußtlosigkeit machte der Scene ein Ende ! Drittes Kapitel ] [ ] . [ Dann erinnerte ich mich an nichts mehr ] [ Ich weiß nicht , was nachher geschah ] . Als ich erwachte , [ war es mit dem Gefühl eines schrecklichen Alpdrückens , vor mir sah ich eine unheimliche rote Glut , von der sich dicke , schwarze Stangen abhoben . Ich hörte Stimmen , die hohl an mein Ohr klangen , als würden sie durch das Rauschen des Wassers oder Toben des Windes übertönt , Aufregung , Ungewißheit und ein alles beherrschendes Gefühl des Entsetzens hielt alle meine Sinne gefangen . Es vergingen nur wenige Augenblicke , und dann gewahrte ich , daß jemand mich berührte , mich aufhob und mich in eine sitzende Stellung brachte , und zwar viel zärtlicher und sorgsamer , als mich bis jetzt irgend jemand gestützt oder emporgehoben hatte . Ich lehnte meinen Kopf gegen einen Arm oder ein Polster und fühlte mich unendlich wohl . Noch fünf Minuten und die Wolken der Bewußtlosigkeit begannen zu schwinden . Jetzt wußte ich sehr wohl , daß ] [ lag ] ich in meinem eigenen [ Bette lag ] [ Bett in der Kinderstube ] , und [ daß die rote Glut nichts anderes war , als das ] [ ein helles ] Feuer [ ] [ brannte ] im Kamin [ der Kinderstube ] [ ] . [ Es war Nacht , eine Kerze brannte auf dem Tische ; Bessie stand am Fußende meines Bettes und hielt eine Waschschüssel in der Hand , ein Herr saß auf einem Lehnstuhle neben mir und beugte sich über mich . Ich empfand eine unbeschreibliche Erleichterung , eine wohlthuende Überzeugung der Sicherheit und des Beschütztseins , als ich sah , daß sich ein Fremder im Zimmer befand , ein Mensch , der nicht zum Haushalt von Gateshead , nicht zu den Verwandten von Mrs . Reed gehörte . – Mich von Bessie abwendend – obgleich ihre Gegenwart mir weit weniger unangenehm war , als mir zum Beispiel Abbots Gesellschaft gewesen wäre – prüfte ich die Gesichtszuge des Herrn ; ich kannte ihn , es war Mr . Lloyd , ein Apotheker , den Mrs . Reed zuweilen rufen ließ , wenn ihre Dienstboten krank waren . Für sich selbst und ihre Kinder nahm sie immer nur die Hilfe des Arztes in Anspruch . » Nun , wer bin ich ? « fragte er . Ich sprach seinen Namen aus und streckte ihm zu gleicher Zeit meine Hand entgegen ; er nahm sie , lächelte und sagte : » Ah , wir werden uns jetzt langsam erholen . « Dann legte er mich nieder , wandte sich zu Bessie , empfahl ihr , sehr vorsichtig zu sein und mich während der Nacht nicht zu stören . Nachdem er noch weitere Weisungen erteilt und gesagt hatte , daß er am folgenden Tage wiederkommen würde , ging er fort ; zu meiner größten Betrübnis ; während er auf dem Stuhl neben meinem Kopfkissen saß , fühlte ich mich so beschützt , so sicher , und als die Thür sich hinter ihm schloß , wurde das ganze Zimmer dunkel und mein Herz verzagte von neuem , es unterlag der Last eines unbeschreiblichen Grams . » Glauben Sie , daß Sie schlafen können , Miß ? « fragte Bessie mich ungewöhnlich sanft . Kaum wagte ich , ihr zu antworten , denn ich fürchtete , daß ihre nächsten Worte wieder rauh klingen würden . » Ich will es versuchen , « sagte ich leise . » Möchten Sie nicht irgend etwas essen oder trinken ? « » Nein , ich danke , Bessie . « » Nun , dann werde ich auch schlafen gehen , denn es ist schon nach Mitternacht ; aber Sie können mich rufen , wenn Sie während der Nacht irgend etwas brauchen . « Welche seltene Höflichkeit ! Sie ermutigte mich , eine Frage zu stellen . » Bessie , was ist denn mit mir geschehen ? Bin ich sehr krank ? « » Ich vermute , daß Sie vor Schreien im roten Zimmer krank geworden sind ; aber Sie werden ohne Zweifel bald wieder ganz gesund sein . « Bessie ging in das anstoßende Zimmer der Hausmädchen . Ich hörte , wie sie dort sagte : » Sarah , komm und schlaf bei mir in der Kinderstube , und wenn es mein Leben gälte , so könnte ich diese Nacht nicht mit dem armen Kinde allein bleiben ; es könnte sterben ! Wie sonderbar , daß Miß Jane einen solchen Anfall haben mußte ! Ich mochte doch wissen , ob sie irgend etwas gesehen hat . Mrs . Reed war dieses Mal aber auch zu hart gegen sie . « Sarah kam mit ihr zurück ; beide gingen zu Bett ; sie flüsterten wenigstens noch eine halbe Stunde mit einander , bevor sie einschliefen . Ich hörte einige Bruchstücke ihrer Unterhaltung , und aus diesen schloß ich auf den Hauptgegenstand ihrer Diskussion . » Etwas ist an ihr vorübergeschwebt , ganz in Weiß gekleidet , dann ist es verschwunden . « – – » Ein großer , schwarzer Hund hinter ihm . « – » Dreimal hat es laut an der Zimmerthür geklopft , « – Ein Licht auf dem Friedhofe gerade über seinem Grabe « – u . s . w . , u , s . w . Endlich schliefen beide ein . Feuer und Licht erloschen . In schaurigem Wachen ging die Nacht für mich langsam hin ; Entsetzen und Angst hielten Ohren , Augen und Sinne wach . – Entsetzen und Angst , wie nur Kinder es zu empfinden imstande sind . Diesem Zwischenfall im roten Zimmer folgte keine lange , ernste , körperliche Krankheit ; nur eine heftige Erschütterung meiner Nerven , deren Widerhall ich noch bis auf den heutigen Tag empfinde . Ja , Mrs . Reed , Ihnen verdanke ich gar manchen qualvollen Schmerz der Seele . Aber ich sollte Ihnen verzeihen , denn Sie wußten nicht , was Sie thaten , während Sie jede Faser meines Herzens zerrissen , glaubten Sie nur meine bösen Neigungen und Anlagen zu ersticken . ] [ ]