eine technische geworden . Die große Kunst der Rhythmisierung in den Flächen- und Raumpartieen gilt ihnen garnichts mehr ; sie wird ihnen nie mehr etwas gelten . Und so ist es mir nicht mehr möglich , länger unter ihnen zu weilen . Ich werde bald fort sein . Das Klagen hat natürlich gar keinen Zweck . Ich wollte unserm Stern Bewohner geben , die in beschaulicher Ruhe dahinleben können . Das war aber wohl nicht die Absicht des großen Unbekannten , der uns führt . Ich habe ihn nicht verstanden . Und darum muß ich fort . Ich bin überflüssig geworden . Man hat in den letzten Jahren so viele Maschinen erfunden , um den großen Stahlturm da oben zu bauen . Hätte man nicht in derselben Zeit so viele Maschinen erfinden können , um mein Steinpolieren zu , erleichtern ? Dann wäre Alles anders gekommen . Man hätte den Nordtrichter in derselben Zeit köstlich mit funkelnden Kanten und Brillanten durchsetzen können - mit ganz steilen glatten Wänden ! Und in den Wänden hätten rechtwinklige Löcher sein können , in denen man jetzt sitzen könnte und hinausstarren und hinunterblicken . Man hätte die Rhythmen des Nordtrichters so oft wieder von einem andern Punkte aus sehen können - von unten sowohl wie von oben . Man hätte in einem Bauwerk gelebt . Und die Ateliers der Pallasianer hätten Aussichten gehabt - in den Nordtrichter hinein . In dem hätte jeder Stein glatte Flächen zeigen können - glatte Flächen , die doch allein den Rhythmus in den Raum- und Flächenpartieen künstlerisch wohltuend markieren können . Das ist nun alles unmöglich . Das Drahtnetz oben zerstörte den Rhythmus im Raum - es kann vielleicht mal eine Kuppel werden - aber das Kompakte - das Bleibende und Feste - das fehlt . Und daß es fehlt - das gibt der ganzen Gedankenrichtung der Pallasianer eine andere Richtung . Ich bin mit meinen schwerfälligen Steinen eine veraltete Erscheinung , nur noch gut genug , dem Sofanti Turmhäute zu liefern . Das genügt mir aber nicht . Mir genügt es auch nicht , wenn ich im Nordtrichter hier und da ein paar glatte Wände und scharfe Kanten anbringen kann . Ich wollte auch mal eine künstlerische Aussicht haben . Die hätte ich aber nur , wenn ich den ganzen Nordtrichter nach rhythmischen Prinzipien durchgearbeitet hätte . Eine Kleinigkeit genügte mir nicht . « » Hättest Du da nicht « , fragte Bombimba , » auf der Außenseite des Pallas so viel umwandeln können , daß die Aussicht überall Deinen Prinzipien genügt hätte ? « Peka lächelte schmerzlich und sagte nach einer langen Weile : » Wir haften mit unsern Gedanken nicht immer da , wo wir wollen . Ich habe zumeist im Nordtrichter gelebt , nicht auf der Außenseite des Pallas . Die ist auch garnicht so leicht nach allen Seiten durchzubilden . Man kommt da immer wieder an eine Grenze , wo das Ungeordnete herrscht . Und grade das Ungeordnete in unserm Stern wollte ich ja ganz und gar vergessen . Hätte ich alle Berge auf dem Nordtrichterrande rhythmisch mit graden Linien und glatten Flächen in tausend Winkel gegliedert , dann wäre ich nie darauf gekommen , über den oberen Rand hinwegzublicken - oder unten durch das Loch in den Südtrichter zu fahren . Ja - ich bin eben nicht in der Lage , aus meiner Gedankenrichtung hinauszukommen . Und da ich sie nicht in erquickende Wirklichkeiten hineinzusetzen vermag , so ist meine Gedankenrichtung nicht mehr lebensfähig . Kannst Du alles , was ich Dir sagte , dem Lesabéndio sagen ? Ich wäre Dir dankbar . Ich möchte mich in Lesa , der mich vernichtete , auflösen . Vielleicht bleibt dann Etwas von dem , was ich dachte , auf dem Pallas zurück . Willst Du ihm das alles sagen ? « Bombimba nickte und flog davon , um den Lesa zu suchen und zu benachrichtigen . » Immer « , fuhr Peka , als er allein war , fort , » glaubt man , das Beste zu tun . Und schließlich wird doch Alles ganz anders . Wer kann den unbegreiflichen Führer begreifen ? Wer begreift unser ganzes Leben ? Einst , als wir Nüsse waren , da ging Alles so wirr durcheinander . Und im Traume gehts auch so wirr durcheinander . Und im andern Pallasianer ? Gehts da auch so wirr durcheinander ? Wir wissen das alles nicht . Vielleicht habe ich Unrecht gehabt - und Unrecht getan . Vielleicht war ich schon zu müde - vor vielen vielen Jahren . Lesa ist jedenfalls kräftiger . Das ist auch etwas wert . Ja ! Ja ! « Bombimba fand den Lesa nicht gleich und mußte dreißig Bandbahnen benutzen , ohne ihn zu finden . Oben im Turm sagte man überall , Lesa sei unten . Und unten auf den Bergen bei den Maschinen war es überall so laut , daß Bombimba sich schwer verständlich machen konnte . Die großen Maschinen zogen den Kaddimohnstahl aus dem harten trockenen Boden heraus , daß der furchtbar knirschte . Dazu kamen die Hammermaschinen , die den Stahl bearbeiteten . Es war garnicht leicht , einen Pallasianer zu finden , wenn er allein sein wollte . Und Lesa wollte jetzt immer wieder allein sein . Schließlich wurde er in dem Aussichtszimmer eines kleinen Lichtturms gefunden , der ganz einsam drei Meilen höher als der Modellturm schon vor sehr langer Zeit gebaut wurde . Lesa hörte , was er sollte , und begab sich gleich mit Bombimba zum müden Peka . Lesabéndio sagte zum Peka milde : » Ich danke Dir , daß Du mich grade gerufen hast . Ich habe alles , was Du zu Bombimba sagtest , von diesem gehört . Und ich weiß nicht , was ich Dir zum Troste mitteilen soll . Ich weiß : Du brauchst keinen Trost . Aber es ist doch immer ein seltsamer Augenblick , wenn man fühlt , daß der Körper durchsichtig wird . Wir werden alle von unbekannten Mächten fortgetrieben . Und das Ziel , das uns vorschwebt , scheint uns immer wieder undeutlich zu werden . Was wissen wir von unserm Leben ? Vielleicht hast Du mit Deinen künstlerischen Bestrebungen ein Wertvolleres im Auge gehabt als ich . Du wolltest die ruhige Stille . Ich habe die nie gekannt . Und das empfinde ich doch zuweilen als einen Mangel in mir . Ich kümmere mich viel mehr um das , was außer mir ist . Aber - glaube mirs ! - auch das muß wohl ein Wertvolles sein . Es kam mir das Leben unsres ganzen Sonnensystems und besonders das Leben unsres Doppelsterns immer viel wichtiger vor als mein eigenes Leben . Wissen wir denn , ob wir jemals ein eigenes Leben erfassen können ? Deine Freude am Rhythmischen gab Dir ja mehr die Empfindung , daß Du ein eigenes Leben hattest . Ob das aber nicht auch nur eine Täuschung war ? Ich habe viel von dem , was Du wolltest , wohl unmöglich gemacht . Doch ich war nicht Herr meiner selbst . « » Ich bin ganz ruhig « , erwiderte Peka , » und ich habe jetzt nur noch den einen Wunsch , daß Du recht viel von meiner Ruhe und Beschaulichkeit in Dich aufnimmst . Du bist der Tatkräftige . Das Tatkräftige war mir aber meiner Anlage entsprechend nicht naheliegend . Es entwand sich mir immer . Nun sehen wir beide ein , daß wir nicht leicht , solange wir nebeneinander lebten , zusammenkommen konnten . Da ist es doch ein Trost , daß wir uns zum Schluß noch so nähern können . Das Ende der Pallasianer ist doch ein beneidenswertes . Ich glaube nicht , daß es Ähnliches öfters in unserm Sonnensystem gibt . Ich werde in Dir weiterleben als Dein guter Freund , obschon ich im Leben niemals Dein guter Freund war und immer in andern Sphären meine kühlen ruhigen rhythmischen Ziele erblickte . Zur Wehmut haben wir also keinen Grund . So wie es gekommen ist , wirds wohl das Richtige sein . Das Kräftigere siegt immer . Aber wir müssen auch ein Vergnügen darin erblicken , mal vom Kräftigeren besiegt zu werden . Gib mir Deine Hand , Lesa ! Wenn Du bereit bist , so werde ich Dir dankbar sein . Bombimba kann in unsrer Nähe bleiben . « Die Beiden reichten sich die feinen Hände und drückten sie , Bombimba sah starr zu ; er hatte noch niemals einer Auflösung beigewohnt . Und dann reckte sich plötzlich der Lesabéndio dreißig Meter hoch empor , und die Poren seines Körpers weiteten sich mächtig wie große Rachen auf . Und Peka wurde mit einem Ruck von Lesas Körper angezogen - und war gleich danach verschwunden . Langsam schlossen sich Lesas Körperporen , und dann wurde er langsam wieder kleiner und blickte langsam im Nordtrichter herum , als sähe er alles mit ganz neuen Augen . » Es ist mir doch « , sagte er bedächtig zum Bombimba , » als wären wir immer auf einem Irrwege . Wir haben eigentlich niemals das Gefühl , als wäre das , was wir tun , das Richtige . Es gibt immer noch eine andere Bandbahn , die in scheinbar besserer Gegend zum Ziele führt . Ich sehe den Peka , der mir so heftig Zeit seines Lebens widerstrebte , jetzt so deutlich vor mir , wie ich ihn nie in seinem Leben sah . Sein Geist wird in mir immer lebendiger werden . Und ich bekomme dadurch eine neue Seite . Unsre Persönlichkeit schließt sich niemals ganz ab . Auch Peka empfand zuletzt , daß sein Weg wohl nicht der einzige Weg zum guten Ziele sei . Auch sein gutes Ziel wurde ihm undeutlich . « Bombimba sagte rasch : » Welch ein geheimnisvolles Leben führen wir auf dem Pallas ! Mir ist so , als hätte ich Euch beide jetzt erst verstanden . Aber ich verstehe auch , daß Ihr nie zusammenkommen konntet , solange Ihr lebtet . Die Auflösung Pekas in Dir hat aber das Unmögliche ganz einfach möglich gemacht . Ob es möglich ist , Lesa , daß sich der Pallasianer auch in einem andern höhern Wesen auflösen könnte ? Weißt Du das ? « » Ich weiß das nicht « , versetzte Lesa , » aber vielleicht erfahren wirs , wenn wir oben sind . Wir erleben ja auf dem Pallas so große Wunder , daß wir wohl hoffen dürfen , daß wir immer größere erleben werden . « Die Lichtwolke kam herunter , und es wurde Nacht im Nordtrichter . Alle elektrischen Lampen flammten mit einem Ruck bunt und funkelnd auf . Die Scheinwerfer drehten sich . Bombimba legte sich auf die nächste Pilzwiese , die Haut seines Rückens spannte sich hoch über ihm zusammen . Er ließ seinen linken Arm leuchten und rauchte sein Blasenkraut und dachte über Leben und Sterben auf dem Pallas nach . Lesabéndio aber fuhr auf zehn Bandbahnen und zwei Seilbahnen zum Biba und erzählte ihm , was vorgefallen war . Biba lächelte und sagte hastig : » Das hab ich immer gewünscht . Größere Ruhe ist für Dich ein Bedürfnis . Peka wird sie Dir geben . Jetzt kannst Du auch erfahren , wie der Peka in Dir wirkt - ob er persönlich in Dir lebendig bleibt . Ist das der Fall , so könntest Du auch persönlich oben im Kopfsystem Dich erhalten . « » Wenn wir nur erst genauer wüßten , was das Persönliche eigentlich ist ! « erwiderte Lesa . Sie sprachen noch lange darüber . Am nächsten Tage aber hatte Dex das nächste Stockwerk fertig gebaut - abermals drei Meilen schräg nach oben , der Ring oben hatte nur noch einen Durchmesser von einer guten halben Meile . Sofanti ließ viele Häute hinaufschaffen . Der Turm reckte sich jetzt fast sieben Meilen hoch zum Kopfsystem des Pallas hinauf . Achtzehntes Kapitel Biba hält dem Lesa einen großen Vortrag über die Annäherungsmotive astraler Lebewesen , und Lesa hält das Gesagte für einen Beitrag zur Lösung des Persönlichkeitsproblems . Man entdeckt in Pekas Atelier ein großes Modell des Nordtrichterturms mit architektonischer Durchbildung . Viele Pallasianer bedauern , daß der Turm die Ausführung des Peka-Modells verhinderte . Die Ampel oben steigt aber höher , und man baut das nächste Stockwerk eine Meile hoch , Sofanti umschließt das Ganze mit Haut , sodaß der Turm seine Laterne hat . Labu ist verschwunden . Manesi geht in seinem Sonnenatelier ebenfalls wie Peka in Lesabéndio auf . Biba wurde jetzt sehr lebhaft ; er ließ den Lesabéndio fast garnicht mehr aus den Augen . Fast in jeder Stunde hatte er ihm neue Gedankengänge zu übermitteln . Und Lesa hörte immer aufmerksam zu . Oben auf dem Rande der großen Manesi-Ampel sagte Biba eines Tages zwischen großen karminroten Blumen , die wie schlaffe kleine Luftballons unter dem violetten Himmel hingen , während die grünen Sterne heftig funkelten und die Lichtwolke oben strahlte : » Lieber Lesa , wir denken wohl häufig , es könnte wohl verwunderlich sein , daß sich die Sterne einander nähern und so lange einander nahe sind . Ein bloßes Mitteilungsbedürfnis kann sie doch nicht zusammenführen . Um sich Gedanken mitzuteilen , dazu bedarf es keiner körperlichen Annäherung . Die Gedankenmitteilung ist durch Bücher und andere Schriftzeichen viel leichter herzustellen . Wenn wir Oberflächenwesen schon die fixierte Gedankenübermittlung kennen , so dürfte den Sternen noch eine ganz andere Art von verständlichen Schriftzeichen geläufig sein . Darum bin ich der Meinung , daß den großen astralen Lebewesen das Fixieren von Gedanken nicht so wichtig ist - wie das Formulieren von neuen Eigenschaften . Dieser wegen kommen sie zusammen . Und so läuft alles Zusammenkommen auf große lange Zeit hindurch vorzubereitende Umwandlungsprozesse hinaus . Die Sterne kommen eben zu andern Sternen , um ihr ganzes Wesen ein wenig oder recht energisch - umzuwandeln . Wie verwandeln sich nur die Kometen in der Nähe der Sonne ! Bedenke das nur ! Das ist das Deutlichste . Dieses Umwandlungsprinzip ist darum auch in den Oberflächenwesen der Sterne zu konstatieren . Denke an die sterbenden Pallasianer ! Vielleicht ist alles Sterben in unserm Sonnensystem nur auf dieses große , überall bemerkliche Umwandlungsprinzip zurückzuführen . Da hätten wir einen Gedankengang , der wohl viele Rätsel einer Lösung etwas nähert . Andrerseits wird doch auch die Sonne durch ihre Planeten umgewandelt ; der Einfluß des Jupiters auf die Sonnenfleckenperiode ist doch ebenfalls so außerordentlich deutlich . Vielleicht ist sogar der Pallas in der Lage , einen kleinen Eindruck auf das Leben der Sonne auszuüben . Wir könnens ja nicht bemerken . Aber vielleicht weiß das Kopfsystem oben Näheres davon . Vielleicht stehen wir der Sonne näher , als wir denken . Natürlich werden sich manche Sterne zu Zeiten auch gegen den allzu kolossalen Einfluß der Sonne auflehnen und sich dann eine Kruste zulegen , durch die sie ein wenig geschützt sind gegen die allzu heftigen Temperaturbeeinflussungen unsres großen Centralgestirns . So mags bei der Erde sein . Vielleicht kommt daher auch die etwas zurückgebliebene Geistesverfassung der Erdoberflächenbewohner . Der Pallas ist ja auch sehr hartkrustig . Aber er hat einen beweglichen Kometenkopf . Vielleicht stammt dieser doch aus dem Nordtrichter . Man müßte allerdings annehmen , daß dann dem Südtrichter auch ein Kometenkopf entstiegen sei . Aber über die Entstehung der Sternsysteme darf man ja nicht nachdenken . Was ist in diesen Kopf- und was ist Rumpfsystem ? Das ist doch alles nur Bildersprache von uns . Möglich ist doch auch , daß das Kopfsystem oben ursprünglich garnicht an unsern Trichterstern gebunden war . Was ist nicht alles möglich ! Wir sollen nicht darüber nachdenken . Das führt zu weit . Und wir würden wohl garnicht klüger , wenn wir Näheres von der Sternentstehung wüßten - oder wir würden vielleicht zu klug - was uns doch ebenfalls sehr schädlich sein könnte . « Lesa sagte lächelnd : » Das war eine famose Randbemerkung zum Thema : Persönlichkeit ! « Sie sprachen weiter über dieses große Thema . - Währenddem waren die Freunde Pekas mit Labu in Pekas Atelier gefahren und durchstöberten da alle Ecken und Winkel der riesenhaft großen Räume . Und dabei entdeckten sie plötzlich eine Türe , die durch Druck nachgab . Und sie sahen einen großen von der Decke aus hell erleuchteten Raum vor sich . Und im Fußboden dieses großen Raumes befand sich eine ganz genaue Nachbildung des Nordtrichters - aber mit unsäglich vielen kristallinisch gebildeten Felsmassen durchsetzt - mit glatten Wänden und mit großen Überkragungen - mit Terrassen und Türmen , Brücken und Geländern ; auch viele Bandbahnen waren da , die sich so bewegten , wie die großen Bandbahnen draußen . Das Modell hatte einen Durchmesser von ungefähr fünfzig Metern und drehte sich langsam automatisch um sich selbst . Von diesem Modell hatte bisher kein Pallasianer eine Ahnung gehabt ; Peka hatte es heimlich ganz eigenhändig hergestellt . Es bewegte sich immer noch , und die nachgebildete Lichtwolke oben leuchtete auch noch immer . Das Ganze war an eine Elektrizitätsquelle angeschlossen und hätte sich noch Jahre hindurch bewegt , wenn man den Modellraum auch nicht entdeckt hätte . » Welche Arbeit ! « sagte Labu . Man sah noch von oben mehrere Stricke herunterhängen ; an denen hatte sich Peka angeschlossen , wenn er in seinem Modellturm die kleinen Modellfelsen anbrachte . Es sah wie eine Spielerei aus . Aber Pekas Freunde wurden doch sehr traurig , als sie das alles sahen . Bei der ständigen Drehung des Ganzen ließ sich der rhythmische Wechsel in allen Raumteilen sehr gut beobachten . Und auch der Rhythmus in den Flächen wurde deutlich ; er war durch farbige Linien und Bänder markiert . In der Tiefe war das Loch des Planeten , und durch das sah man in den Südtrichter . Man versuchte nun zu diesem auch durchzudringen ; es war aber zu eng , um einen Pallasianer durchzulassen . Nach langem Suchen fand man endlich eine Falltüre , durch die man in den unten gelegenen Raum gelangte . Dort aber lag noch alles ganz roh durcheinander ; an den Südtrichter hatte Peka niemals ernstlich gedacht - allerdings schien ers wohl nicht für unmöglich gehalten zu haben , daß auch dort mal seine rhythmisierende Tätigkeit beginnen könnte . Schnell wurden alle Pallasianer von der Existenz dieses Modells in Kenntnis gesetzt . Und Alle kamen , um sich die große langwierige feine Arbeit anzusehn . Viele bedauerten beim Anblick dieses Modells , daß so wenig davon zur Ausführung gelangte ; nur die Fundamente von drei Nuse-Türmen waren nach diesem Modell oben ausgeführt . Und diese drei - allerdings umfangreichen - Fundamente hatten dem Sofanti genügt , um ein überreiches Hautmaterial zu erzeugen . Bald darauf entdeckten die Pallasianer ein neues Wunder : die Ampel , die oben im Turm so lange an den langen Drahtseilen hing , begann , sich unabhängig von den Drahtseilen zu machen ; die Ampel fing an , zu steigen , sodaß die Drahtseile schlaff und eigentlich ganz zwecklos dahingen . Nun hatten sich jedoch die Rankenpflanzen des Manesi weit auf den Drahtseilen fortgepflanzt ; abschneiden konnte man also die Drahtseile nicht . Die Ampel stieg immer höher ; das Attraktionscentrum mußte demnach abermals ebenfalls höher gestiegen sein . Und dann wurden die Drahtseile allmählich wieder straff - aber sie wurden jetzt aufwärts strebend straff , zogen also die Ampel runter und nicht mehr empor wie früher . » Alles drängt nach oben ! « sagte der Dex . » Demnach müßten wir « , meinte der Sofanti , » doch wieder an die Arbeit gehen . « Und dem stimmten die meisten Pallasianer bei . Und das nächste Stockwerk wurde hergestellt . Dex wollte nur eine Meile hoch gehen . Und da der Durchmesser des obersten Ringes mit den vierundvierzig Ecken nur eine gute halbe Meile lang war , so konnte man dieses Mal fast senkrecht die neuen Stangen ansetzen . Das ging schneller , als man dachte . Sofanti brachte hiernach seine Häute hinauf und umkleidete das neue Stockwerk ganz und gar . Und da hatte die Turmspitze plötzlich einen Lampioncharakter ; im Innern des neuen Stockwerks wurden Tausende von elektrischen Lampen angebracht . Der Turm hatte nun oben seine » Laterne « . Nuse , der die meisten Lichttürme im Nordtrichter gebaut hatte , war ganz besonders davon entzückt , daß jetzt der große Turm endlich zum vollendeten Lichtturm geworden war . Aber Nuse sah jetzt mit Sorge der Lichtwolke entgegen und behauptete , daß sie sich wohl in das Innere des neuen Stockwerks hinunterlassen könnte . Und darum , meinte er , sei eine Überspannung oben durch Häute wohl angebracht . » Ich wundre mich « , sagte er , » daß uns die Lichtwolke bislang so wenig hinderlich gewesen ist . Wenn sie kommt , fahren wir ja alle in die Tiefe . Aber nachdem wir sie elektrisch durchleuchtet haben , scheint sie sich immer weiter zurückzuhalten . Die kleinen Wesen mit den fadendünnen langen Körpern scheinen Furcht vor uns zu haben . « Man war der Lichtwolke bereits sehr nahe gekommen . Am Tage war der Aufenthalt ganz oben im Turm nicht grade angenehm : die Lichtwolke leuchtete so heftig , daß die Pallasianer stets ihre Augen durch ihre große regenschirmartige Kopfhaut schützen mußten . Nachts , wenn die Wolke heruntergekommen war , konnte mans nur ganz kurze Zeit im Innern der Laterne aushalten ; man konnte sich das nicht erklären , da die Wolke nicht durch das obere Loch durchkam . Sofanti wurde demnach gebeten , doch oben das Loch mit Häuten zuzumachen . Er stöhnte ob des vielen Materials , tat aber schließlich sehr gern , was man von ihm verlangte . Und als die Laterne oben zu war , konnte man die ganze Nacht im Innern der Laterne verweilen . Und das taten denn auch sehr viele Pallasianer . Man wurde allmählich aufgeregt : man glaubte , daß jetzt die Lösung von unzähligen Lebensrätseln bald da sein würde . Und fast Niemand dachte an künstlerische Ausgestaltung des Turms : man dachte nur an das , was hinter der Wolke lebte - an das große Kopfsystem des Pallas . - Zu denen , die nicht von der allgemeinen Stimmung mitgerissen wurden , gehörten besonders Manesi und Labu . Labu war nicht aufzufinden . Er hielt sich verborgen . Bombimba war gleichzeitig mit ihm verschwunden . Wo die Beiden lebten , wußte Niemand . Man suchte auch nicht nach ihnen , da Alle ganz von der Wolke gefangen genommen wurden und nur über diese sprachen . Lesabéndio wurde so ehrfürchtig verehrt - als wüßte er ganz allein , was da oben sein könnte . Und Lesabéndio wurde immer schweigsamer . Er gab Allen , die ihn ausforschen wollten , nur ganz kurze Antworten , sagte , daß er nicht mehr wisse als die Andern . Dex zögerte mit dem Weiterbauen . Aber er ließ unten von den Maschinen den letzten Stahl aus den Tiefen herausziehen und bereitete alles zum Weiterbau vor . Biba blieb immer in Lesas Nähe , ließ ihn aber stets allein . » Ich will Dich nicht stören ! « sagte er öfters , » aber ich glaube , daß der Mutigste doch das größte Glück zu packen vermag . « Manesi umschwebte immerzu seine große Blumenampel . Und dabei wurde sein Körper an einzelnen Stellen durchsichtig . Und Manesi bat den Lesa eines Tages , ihm doch in sein großes Atelier zu folgen , das im Südtrichter lag . Sie fuhren beide hin , und Manesi sagte müde und abgespannt : » Ich glaube auch nicht mehr daran , daß jemals wieder künstlerische Neigungen auf dem Pallas die Oberhand gewinnen werden . Es geht alles ganz anders , als ich gedacht habe . Als Ihr damals zuerst mit der Turmidee kamt , sagte ich mir ja gleich , daß dadurch alles Künstlerische zurückgedrängt werden würde . Doch daß das so vollkommen geschehen würde - das hätte ich nicht gedacht . Fühlst Du nicht , lieber Lesa , etwas vom Peka in Dir ? « » Das schon « , versetzte Lesa , » aber das da oben ist mächtiger . Wir sind nicht die Herren unsres Schicksals . « Danach sagte Manesi : » Was Du dem Peka tatest , das tu mir auch . Ich werde Dir dankbar sein . « Und Lesa war damit einverstanden . Manesi ließ in seinem Atelier alle seine künstlichen Sonnen , durch die das Wachstum der Pilz- und Schwammwiesen so heftig gefördert wurde , plötzlich hell aufflammen und reckte sich ganz hoch auf . Und Lesa reckte sich auch hoch auf , und die Poren seines Körpers öffneten sich wie Rachen . Ein paar Glühwürmer umschwebten Manesis Kopf . Ringsum die vielen Ballonblüten der herrlichsten Manesi-Pflanzen schwankten träumerisch hin und her . Und in den größten Ballonblüten begann ein mächtiges Phosphoreszieren und ein großes Farbengezucke . Manesi sahs , lächelte , sah dem Lesa fest ins Auge - und verschwand in Lesas Körper . Viele Ballonblüten fielen müde und schlaff zusammen . Das Licht der künstlichen Sonnen wurde immer schwächer . Es wurde bald ganz dunkel in Manesis Atelier . Neunzehntes Kapitel Nuse gibt den Rat , die Stangen für das nächste Stockwerk auf der Außenseite der Laterne hinaufzuführen . Manesi und Labu werden vermißt . Manesis Auflösung verbreitet Mißstimmung . Labu stellt mit Bombimba ein Pallas-Modell her , das mit Hilfe von hundert andern Pallasianern auf die Ampel hinaufbefördert wird . Als das nächste Stockwerk aufgerichtet und der ganze Turm jetzt neun Meilen hoch aufragt , verbreitert sich die Lichtwolke und kommt in einer Nacht , obschon sie dunkel wird , nicht hinunter , bleibt tellerartig oben . Und die Sterne sind des Nachts zu sehen . Ein Spiegelstern zieht vorüber am Pallas . Lesabéndio wird müde und will , daß das letzte Stockwerk schnell aufgeführt wird . Oben in der Laterne wurde nun die Aufregung immer größer . Die Lichtwolke war am Tage nicht mehr volle zwei Meilen von der Turmspitze entfernt ; hätten sich die Pallasianer nicht durch ihre Kopfhaut schützen können , so wäre der Glanz der Lichtwolke unerträglich gewesen . Die Haut , die oben die horizontale Seite der Laterne von der freien Luft abschloß , hatte an vielen Stellen durchsichtige Hautplatten , die teilweise verdunkelt einen freien Blick auf die Wolke auch am Tage gestatteten . An vielen Seilen hingen viele Pallasianer unter der oberen Laternenhaut , blickten nach oben und berechneten die Entfernung , die bald ganz genau bestimmt war . Der Durchmesser der Laterne betrug jetzt oben nur noch dreitausend Meter . Man wollte weiterbauen - abermals eine Meile hoch höher steigen . Das war nicht so einfach , da die Nähe der Lichtwolke jetzt viel gefährlicher erschien als in den unteren Stockwerken ; obschon sich die Wolke in respektvoller Entfernung hielt , hatte sie doch eine abstoßende Kraft , der man sich jedenfalls nicht mit den Gliedern des Körpers aussetzen durfte . Da machte Nuse , der sich für den großen Lichtturm mit seiner riesenhaften Laterne am meisten begeisterte , folgenden Vorschlag . » Wir haben « , sagte er , » bei den letzten Etagen unsre Stangen nur mit Mühe nach oben bringen können , da wir die Stangen , die eine Meile lang sind , nur im Innern der Laterne hinaufführten . Das Umkippen der Stangen ließ sich nicht durchführen , da ja die Laterne im Querschnitt einen Durchmesser hat , der nicht eine halbe Meile beträgt . Darum schlage ich vor , das nächste Stockwerk anders zu bauen . Wir können doch die Stangen von außen hinaufführen - und zwar gleich mit der Haut zusammen ; die kann gleich unten rechts und links von den Stangen in der nötigen Breite angebracht werden . Dann haben wir schließlich nur das oben abschließende , horizontal gelagerte Hautstück eine Meile hoch hinaufzuschieben - und das nächste Stockwerk ist fertig und oben gleich wieder abgeschlossen . Das Anbringen der Räder und Rollen auf der Außenseite der Laterne wird nicht große Schwierigkeiten bereiten , da wir ja nicht zu fürchten brauchen , hinunterzufallen ; unsre Körper bleiben ja fast mühelos durch ein paar Flügelschläge lange in derselben Höhe . « Der Vorschlag fand allgemeinen Beifall . Dex und Sofanti gingen sofort an die Arbeit . Und viele Pallasianer meldeten sich , die die Räder und Rollen an der Außenseite der Laterne befestigen wollten . Die neuen Turmstangen wurden unten gleich mit weiteren Rädern und Rollen an der Außenseite versehen , sodaß auch die Aufführung des letzten Stockwerks ganz mechanisch ohne weitere Handarbeit arrangiert werden konnte . Als nun die Arbeiten ruhig und sicher oben zur Ausführung gelangten , fiel es plötzlich auf , daß Manesi und Labu nicht mehr sich sehen ließen . Und man vermutete , daß sie Beide dem Beispiele des Peka gefolgt seien , zumal Lesabéndio ebenfalls nicht sichtbar wurde . Als dieser schließlich kam und nur vom Manesi erzählte , waren Viele mißgestimmt . Man konnte sich aber nicht erklären , wo sich der Labu versteckt hielt - mit ihm war auch Bombimba verschwunden . Und man suchte sie . Die beiden Verschwundenen befanden sich aber in einem der größten Ateliers des Labu im Südtrichter . Dort hatte der Labu eine kolossale Steinkugel von dreißig Metern Durchmesser aufbewahrt . Von dieser Kugel schnitten die Beiden oben und unten eine Kappe ab und machten dann oben und unten zwei Trichter , sodaß das Ganze ein Modell des Pallasrumpfes darstellte . An diesem Modell wollte Labu alle seine künstlerischen Absichten zeigen . Die Beiden zeigten an verschiedenen Stellen , wie die Trichterwände durch kugelartige und auch durch unregelmäßige hügelige Formen am besten belebt werden könnten , wenn man nicht verschmähen würde , stark wirkende Farben aufzutragen . Labu sagte öfters : » Ich verstehe nicht , warum der Peka immer sagte , daß rhythmische Gliederung nur durch Ecken und Kanten und besonders durch rechteckige Formen herzustellen sei . Warum soll Rhythmus nicht auch mit