ma ' n vielleicht kemma . « » Vo mir aus ! « sagte die Schneiderin , und sie gingen in die Stube und schauten vom Fenster aus in den Hof . Es war wieder Trankzeit , in der die Kühe Wasser zu kriegen hatten , und darum stand Zenzi wieder am Brunnen und pumpte mit kräftigen Armen . » Siehgst d ' , Urschula , « sagte die Base , » dös leid i net , daß sie de Weibsbilda d ' Röck gar so hoch aufischlag ' n. « » So oane schamt sie ja it ! « » De amal g ' wiß it ! Schaug s ' no grad o ! Bis zu de Strumpfbandln siecht ma ' r ihr aufi . « » Wart ' , i schrei ihr g ' schwind ! « Ursula wollte das Fenster öffnen , aber die Schneiderin hinderte sie daran . » Laß ' s guat sei jetz ; da kimmt grad da Kaschpa eina . « Der Prücklbauer schlenkerte gemächlich durch die Einfahrt ; und wie er die Zenzi sah , schob er den Hut zurück und pfiff lachend durch die Zähne . Er trat von hinten an sie heran und klopfte ihr mit dem Stecken derb auf die Waden . Sie fuhr herum : » Du hoscht mi aba daschreckt ! « » Bischt du so g ' schrecki , Madl ? Siechst gar it aus danach . « » Bal ' s d ' ma du auf d ' Hax ' n haust ! « » I ho g ' rad sehg ' n woll ' n , ob s ' it ausg ' stopft san . « » Ja freili , i wer s ' ausstopfa . « » Saggera Hos ' nzwickel ! « lachte der Kaspar und schob den Hut verwegen aufs Ohr . Aber die Zenzi hatte mit einem schnellen Blick die zwei Frauenzimmer am Fenster gesehen . » Geah zua ! « sagte sie . » Laß mi mei Arbet toa ; i ho koa Zeit it für Dummheit ' n. « Da besann sich der junge Prücklbauer , daß er auf fremdem Grund und auf Freiersfüßen stehe , und ging von ihr weg dem Hause zu . Die Ursula atmete schwer , und ihre Augen funkelten . » Hoscht d ' as g ' sehg ' n , Basel ? « » Ja no , jetzt sei no staad ! Mit an Krach derfst d ' it o ' fanga ; bei ' n Hoamfahr ' n sag i ' s eahm na scho , daß a si schama soll . « » So a Schlamp ' n ! « schnaufte die Ursula und hatte große Mühe , ein freundliches Gesicht aufzusetzen . Und setzte es aber doch auf , wie nur ihr Zukünftiger eintrat . Der Schormayer war mit seiner Arbeit im Holz fertig und machte sich auf die Heimfahrt . Seine Gäule zottelten Schritt für Schritt durch den Wald , schläfrig und faul ; aber der Bauer trieb sie nicht an , sondern ging tiefsinnig hinter dem Schlitten her . Das Geständnis der Zenzi hatte ihn den ganzen Tag nicht losgelassen . Das ging schon mit dem Teufel zu , daß eine allereinzige Dummheit gleich solche Folgen hatte . Er sah es deutlich und unschön vor sich , wie es nun kommen werde . War sie bei andern Leuten im Dienst , hernach brachten ein paar Weibsbilder das Geheimnis schnell genug heraus , und jeder hatte Verdacht auf ihn . Hinterdrein kam das Kind zur Welt und mußte vor Gericht einen Vater haben ; und was sollte das Frauenzimmer abhalten , den zahlungsfähigen Schormayer anzugeben , wenn es obendrein nicht mehr in seinem Dienst war ? Heilig ' s Kreuzdonnerwetter ! Wie sie in der Gemeinde zahnen würden , wenn sie ' s für gewiß hatten , daß ein alter Esel aufs Eis gegangen war ! Stichelreden im Wirtshaus und Gezänk daheim , und Alimenten zahlen als Austrägler . Der Handgaul fuhr erschrocken in die Höhe , weil ihm der Bauer in seiner stillen Wut eins überzog . Und die ganze Verwandtschaft rundherum hatte ihre Unterhaltung über ihn . Gelt , das war Zeit , daß der Schormayer abdankte , wenn er zu seinen Ehhalten in die Kammer schlich und den Respekt nicht mehr aufrechthalten konnte ? Wie oft sie die Schormayerin im Grabe umdrehen würden , damit sie seine Schlechtigkeit in der ganzen Größe ausmalen könnten ! Das war eine liebe Zukunft , die sich da zusammenzog . » Du Kramp ' n , du vadächtiga , ko ' scht du it aufpass ' n ? Fall am ebna Weg z ' samm vor lauta Faulheit ! « Diesmal bekam der stolpernde Sattelgaul einen saftigen Peitschenhieb . Aber vielleicht war es nur eine Ängstlichkeit von der dummen Person . Sie glaubt es , daß sie in der Hoffnung ist , sie glaubt es bloß ; also war es noch nicht gewiß ? Nix ! In der Sache kennt sich die Dümmste aus und wird ehender zu wenig als zu viel sagen . Mit dem Trost war es nichts , Saggeradi ! Wenn er der Dumme war , der für einen andern zahlen sollte ? Aber nie war ein Sterbenswörtel davon laut geworden , daß es die Zenzi mit einem Burschen in Kollbach hatte , und nicht einmal die Ursula hatte in der größten Wut eine Andeutung gemacht , und der wär ' s doch gewiß nicht ausgekommen . Es bleibt schon an dir hängen , Schormayer , und das Netz hat kein Loch . Da war guter Rat teuer . Das nächste mußte sein , einmal ausführlich mit der Zenzi zu reden ; und sie fragen , wie sie ' s selber im Sinn hatte mit der Sache da , mit der Angabe von der Vaterschaft , und auch , wohin sie in Dienst gehen wolle . Ja , das war das nächste . Vielleicht ließ sich das Mensch überreden , weit fort zu gehen und für ein paar hundert Mark sich einzulassen , daß es überhaupt keinen Vater nannte . Das gab es doch auch , daß eine dem Gericht nichts sagte ; und bei der ersten Fuhr nach Dachau wollte er einen Advokaten fragen . So , als wenn es sich um einen andern handeln würde . Also , das war jetzt einmal zu tun , und hernach konnte man sehen , wie das Rad weiter lief . Er war schon nahe am Dorfe , und der Moosrainer Simon , ein Kleingütler , kam ihm mit seinem Ochsenschlitten entgegen . » Grüaß di Good , Schormoar ! « » ' s Good « , brummte der Bauer . » Fahrst d ' oiwei no Bamm für ' n Maier z ' Dachau ? « » Ja . « » Heunt hoscht an B ' suach kriagt , gel ? « » I ? « » Freili ; an Vormittag scho . « » Da woaß i nix ; i bin an Holz draußd g ' wen . « » D ' Leut sag ' n , es waar g ' wiß a Hochzeita für dei Urschula ? « » De wiss ' n na mehra wia ' r i. « » Mi moant halt , wei ' s ' gar so a nobles Zeug ' l g ' habt hamm . « » Vo mir aus ! « » Di bekümmert dös gar it viel , han ? « » I wer ' ' s scho sehg ' n , bal i hoam kimm . « » No ja , freili ! Du bringscht dei Tochta leicht a. Pfüat di ! « » Adjes ! « Es bekümmerte den Schormayer wirklich nicht viel , ob die Ursula ein halbes Jahr früher oder später aus dem Haus kam ; er hatte andere Sorgen . Er ging deswegen um keinen Schritt schneller ; und wie er daheim angelangt war , spannte er ohne Übereilung die Gäule aus . Der Lenz half ihm dabei und sagte : » Vata , ' s Basel vo Arnbach is scho seit a ' r a fünf Stund do . « » So ? « » Und da Prückl vo Hirtlbach is bei ihr . « » So ? Was macht denn da Schimmi ? « » I moan , es gang eahm bessa . « » Is da Dokta it da g ' wen ? « » Jo . Er sagt , er kimmt scho durchi . « » I wer ' n amal o ' schaug ' n. « Der Schormayer ging zu dem kranken Gaul und fühlte ihn an . » Mir kimmt für , daß a nimmt so hart waar . « » Es is guat g ' wen , daß ma ' n glei warm ei ' geb ' n hamm , sagt da Dokta . « » Paß no weita guat auf ! Du bleibscht morg ' n no dahoam , und i fahr wieda n ' s Holz außi . « Er ging gemächlich dem Hause zu ; unterwegs blieb er stehen und schaute zum Kuhstall hinüber . » I wer ' s ' morg ' n in ' s Holz außi kemma lass ' n , da hamm ma na nacha Zeit zu ' n Dischk ' rier ' n « , brummte er vor sich hin , und dann stampfte er vor der Türe den Schnee von den Schuhen . Im Flötz kam ihm Ursula entgegen . » Vata , es waar a B ' suach da . « » Is scho recht . « » Soll i da ' r an Kaffee in d ' Stub ' n eini bringa ; du werst was Warms mög ' n ? « » Du bischt ja heunt ganz ausnahmsweis freundli . « Es konnte ihm schon auffallen , daß er nach langer Zeit wieder ein lachendes Gesicht daheim sah . » I ho da ' r oan aufg ' hob ' n « , sagte Ursula zuckersüß . » Bring an no eina ! « Wie der Schormayer in die Stube eintrat , stand die Schneiderin von der Ofenbank auf , und der Prückl Kaspar räkelte sich langsam in die Höhe . » Du werscht it schlecht schaug ' n , daß du ins da auftriffst ? « sagte die Schneiderin . » Mi is ganz recht , daß d ' amal kemma bischt . « » I ho oan bei mir , an Prückl Kaschpa vo Hirtlbach . « Der Schormayer nickte dem fremden Menschen zu . » So ? Du bischt da jung Prückl ? An Vata kenn i wohl . « » Er hot ma ' s g ' sagt . « » A G ' schäft hätt ' a mit dir « , fiel die Schneiderin ein . » Was für oans ? « Der Kaspar räusperte sich und fuhr sich mit der Hand über den Kopf . » I « , sagte er , » soll an Fruhjahr an Hof übanehma , und durch dös sollt i heiret ' n , indem daß de Alt ' n aa nimma weita macha woll ' n , und weil na do a Bäurin in ' s Haus muaß , und durch dös hon a ma denkt , ob ' s d ' ma du it dei Urschula geb ' n kunntst . « » So ? « Der Schormayer holte sein rotes Sacktuch hervor und schneuzte sich erst einmal . » Mhm ! « sagte er . » I sag it na , und üba de Sach laßt si red ' n. Hock di no hi ! « Der Kaspar ließ sich auf die Ofenbank nieder , und der Bauer setzte sich an den Tisch . » So , so ? Mei Urschula mögst du heiret ' n ? Wia viel moanst d ' , daß s ' nacha kriag ' n sollt ? « Kaspar sah zur Schneiderbäuerin hinüber , und sie nahm für ihn das Wort . » A tausend a fufzehni , hon i eahm g ' hoaßn . « » Fufzehni ? « Der Schormayer schaute nachdenklich auf den Boden . » Bal ' s mehra san , macht ' s aa nix « , sagte der Kaspar fröhlich . » Mehra wer ' n ' s kaam , mei Liaba . Aba auf fufzehni kunnt ' s nausgeh . « » Do waar er scho z ' fried ' n « , fiel die Schneiderin ein . » Dös hoaßt , bal sie ' s baar kriaget « , sagte Kaspar . » Baar oiwei ; de Hypathek ' ng ' schicht mag i selm it , und ' s Geld liegt auf . Nach da Hozet wurd ' ' s auszahlt . « Die Schneiderin stieß ihren Schützling mit dem Ellenbogen an . » No also ! Nacha seid ' s ja scho handeloans , braucht ' s grad ei ' schlag ' n. « Aber der Kaspar räusperte sich doch noch einmal . » Wia is na dös ? Tat sie na was irb ' n aa no ? « Ursula hörte die Frage , denn sie brachte gerade den Kaffee herein ; und nachdem sie ihn auf den Tisch gestellt hatte , blieb sie erwartungsvoll stehen . Der Schormayer rührte den Zucker um und überlegte sich die Antwort . » Irb ' n ? « fragte er . » Ko sei , aba hoaß ' n tua ' r i nix g ' wiß ; und bal nix dazwisch ' n kimmt , bis i stirb , kriagt s ' scho no a Brocka . « Ursula hatte wirklich ihren freundlichsten Tag , und mit der mildesten Stimme sagte sie : » Was soll si denn do dazwisch ' n kemma , Vata ? Do kimmt si do nia nix dazwisch ' n. « » Dös woaß mi it . « » Aba Vata , woaßt do , daß mi di in Ehr ' n hamm ; und übahaupts brauchst d ' koa Kumma üba dös gar it hamm . « » I ho scho koan ; und bal all ' s mit Recht ' n geht , werst d ' scho was kriag ' n. Aba dös is mei guata Will ' n , was i hint laß ; und vasprecha tua ' r i nix . « Die Schneiderbäuerin wollte noch hilfreich sein . » ' s Heiret ' n hoscht d ' do nimma ' r an Sinn ? « » Heunt net . Aba woaß i , was morg ' n is ? « » Geah zua ! Du werst üba Nacht it anderst g ' sinnt wer ' n. « » I glaab ' s selm it ; aba dös is schö ' gnua , wann i fufzehtausad baar auszahl , und auf nix anders laß i mi net ei . « Kaspar hörte es am Ton , daß weiterreden keinen Wert hatte . Er patschte aufs Knie und sagte frischweg mit lauter Stimme : » Alsdann is mi a so aa recht ; und dös ander werd scho amal kemma , wia ' s Recht und G ' setz is . « Er hielt dem Schormayer die Hand hin , und dieser schlug ein . » Du hoscht as g ' hört , daß er di heiret ' n möcht ; vo mir aus liegt nix an Weg « , sagte er zur Ursula . Sie strich die Schürze hinunter und hielt den Kopf gesenkt . » Ja no ... « Sie stockte und schaute den Zukünftigen von unten herauf an ... » Mi is na aa gleich . « » Gilt scho ! « sagte Kaspar und gab auch ihr die Hand darauf . » I mach mei Gratalation ; und ös zwoa werd ' s it schlecht mitanand haus ' n , und ös hockt ' s enk aa ' r in a schön ' s Sach . Du kennst an Hof , Schormoar ? « fragte die Schneiderin . » I kenn an scho . Wia werd denn da Austrag für de Alt ' n , Kaschpa ? « » Sie halt ' n si scho a Geld z ' ruck und nehma si it z ' weni aus . Aba ' r i tua ma ' r it hart . « » Dös is na enka Sach . Und wos i sag ' n will : mit ' n Aufgebot und mit ' n Lad ' n und mit dera ganz ' n G ' schicht kon i mi net befass ' n , dös müaßt ' s selm macha . « » I hilf scho , und übahaupts geh ' n i da Urschula an d ' Hand , weil d ' Muatta nimma do is . « » I dank da schö , Basel . « » Dös tua ' r i gern , und wann moant ' s daß d ' Hozet sei kunnt ? « » Oiwei no vor die Fascht ' n « , schlug Kaspar vor . » Dös waar in a vier Wocha ? I moan , dös liaß si richt ' n , Schormoar ? « » Richt ' s as no . Herwart ' n hot aa koan Sinn . « » Kimmst d ' vielleicht morg ' n auf Arnbach umi , Urschula ? « » Bal ' s an Vata recht is ? « » Mi is gleich . I bin a so in Holz draußd . « » Also no geh ' n i morg ' n zu dir , Basel . « » Dös is des G ' scheidtest ; da macha mi allssammete aus ; und was beim Pfarra und an Bezirksamt sei muaß , dös sell trifft an Kaschpa , und mit ' n Hozetlada kinna mir red ' n , und ... « » Jetzt is aba Zeit , daß ma gengan , « drängte Kaspar , » mi hockan scho den ganz ' n Tag her . « » Spann no ei ; i bin glei g ' richt ' « , sagte die Schneiderin . Der junge Prücklbauer nahm seinen Hut von der Ofenbank und ging hinaus . Im Stall fand er den Lenz auf ein paar Strohbündeln liegend im festen Schlaf . » Hö , Lenz ! « Der fuhr auf und rieb sich die Augen . » Wos is ? « » Ei ' spanna hilf ma ; i fahr . « Lenz gähnte . » So , du fahrst scho weg ? Was is nacha wor ' n ? « » Mi san richti . « » Is a so g ' wen , wia ' r i g ' sagt hab ? Fufzehntausad ? « » Ja . No , mi wer ' n na scho z ' toa kemma , und d ' Urschula is ja a guate Hauserin . « » Do feit dir nix . Wiah ! Geht ' s außa ! « Er koppelte einen Gaul ab , den andern nahm Kaspar . Als sie eingespannt hatten , zündeten sie die Laternen an , denn es wollte schon dunkel werden . Die Pferde scharrten ungeduldig mit den Hufen , und es dauerte eine Weile , bis die Schneiderin noch dies und das gesagt hatte . Endlich stieg sie ein . Der Kaspar setzte sich neben sie und grüßte ein letztes Mal seine Hochzeiterin , die mit verschränkten Armen unter der Türe stand . » Adjäs beinand ! Hü ! « Die Gäule zogen scharf an , und klingelnd ging es zum Tor hinaus . » Pfüad di Good , Kaschpa ! « klang die Stimme der Ursula nach . Schier fein und lieblich . Elftes Kapitel Mit rot gefrorenem Gesicht kam die Zenzi ins Möselholz , wohin sie der Bauer bestellt hatte , damit sie Daxen zusammenklauben sollte . Aber sie dachte sich gleich , daß noch ein anderer Grund dabei sein werde . Ein Holzknecht zeigte ihr , wo sie den Schormayer antreffen könnte ; und als sie ihn sah , ging sie , zögernd und von allerlei Bedenken beschwert , auf ihn zu . » Wo soll i na Dax ' n z ' sammklaab ' n ? « fragte sie schüchtern . » Dös pressiert it . I ho mit dir was z ' red ' n. « » Wos nacha ? « » Dös werst d ' glei hör ' n. « Der Schormayer machte erst die Zugstränge von den Wagscheiteln los , damit die Gäule nicht anziehen konnten ; dann schaute er die Person , die ihre Hände schützend unter ihr Tuch versteckt hatte , scharf an . » Du hoscht ma vorgeschtan was g ' sagt . Wos soll denn dös sei ? « » Ja no . « » Daß du in da Hoffnung waarst ? « » J-ja . « » Wia kam denn dös ? « » Woaßt as ja so ! « Die Zenzi gab ihre Antworten in weinerlichem Ton , denn die Fragen des Bauern kamen grob und mißtrauisch daher , und von Mitleid war nichts darin zu spüren . » Woaßt as ja so ! « » Nix woaß i. Und daß vo dem oa ' mal , vo dera Dummheit , so was kam , dös sell glaab i dir no lang it . I bin ja volla Rausch g ' wen . « » Gar so b ' suffa werst d ' it g ' wen sei . « » Da hon i Zeug ' n dafür , mei Liabi ; de müass ' n dös aufweis ' n , daß i durchaus rauschi g ' wen bi . « » Wos ko denn i dafür , daß du kemma bischt ? I ho da ' s ja g ' sagt , du sollst dös it toa , und ho no mei Tür vor deina zuag ' spirrt , und hoscht ma s ' schier ei ' tret ' n mit de Stiefeln . « » So g ' stellt si a jede ; dös kennt mi guat . « » I ho mi durchaus gar it g ' stellt . Mi is selm it recht g ' wen . « » Ja , mei Liabi ! Net recht g ' wen ! Weil dös it a jede daher bringt ! Und bal ' s d ' as it an Sinn g ' habt hättst , nacha hättst ja d ' Tür zualass ' n kinna . I bi halt in Rausch a weng hi ' g ' falln . « Zenzi verzog ihr Gesicht schmerzlich und fing zu weinen an . » I ho ma ' s scho glei denkt , daß d ' di weglaugna willst , weil i jetzt an Elend do hock , und weil i mir selm nimma z ' helfa woaß . « » Plärr it a so ! Dös sell hot jetz gar koan Wert . « » Da sollst d ' it woana , bal ' s du a so daher kummst und sagst , i war schuld . « » Dös sag i pfeigräd . Z ' weg ' n was bischt denn du daher kemma im Hemmad ? Hot dir dös wer g ' hoaß ' n ? « » I hon a Untarock aa ' r o ' ghabt ! « » Ja . Aba ob ' nauf hoscht di sehg ' n lass ' n und hoscht d ' as mit Fleiß recht herzoagt . Und bal mi b ' suffa is , na is schnell was g ' schehg ' n. « » Is vielleicht it a so ? « fragte er barsch , weil Zenzi schwieg und vor sich bin schluchzte . » I sag gar nix mehr , wei i dös scho siech , daß di du weglaugna willscht . « » Ja no ! Moanst , i zahl für an andern ? « Zenzi hob den Kopf rasch in die Höhe . » Wos für an andern ? « » Werst scho anort mit oan z ' toa g ' habt hamm ! Was woaß i ? « » Bal ' s d ' as it woaßt , muaßt d ' as aa ' r it sag ' n. « » Weil i ' s net glaab , daß i mit mein Rausch do auf ' s erstmal scho da Vata sei müaßt . « » Dös werd si wohl aufweis ' n , weil mi d ' Zeit aa woaß . « » Vo dem is nix bekannt , daß mi ' s auf oan Tag sag ' n ko . « » Bring ma halt oan her , der wo dös mit Recht ' n behaupt ' n ko , daß i mit eahm beinand g ' wen bi . « » Zenzi , valaß di it z ' viel auf dös ! So was kimmt gern auf . « » Bei mir kimmt gar nix auf , weil nix aufkemma ko . « » Net , moanst d ' ? « » Na , durchaus gar it , und da kon i a niad ' n Eid schwiarn . « » Aba meini Zeug ' n kinnan aa schwiarn , daß i durchaus b ' suffa g ' wen bi . « » Dös werd na ' s G ' richt scho ausmacha ; und jetzt geh ' n i , und i ho ma ' s glei denkt , daß ' s a so kimmt ... « Zenzi wandte sich langsam um und ging erst zögernd und dann schneller den Waldweg hinunter . Sie war nicht weit gekommen , als der Schormayer laut pfiff und sie beim Namen rief . Da blieb sie stehen und schaute rückwärts . » Wos willscht no ? « » Geh nomal her ! « » Z ' weg ' n wos denn ? « » Geh no her ! I sag da ' s scho . « Seine Stimme klang ruhiger , und sie kam gehorsam zurück . Er hatte den Fuß auf einen Baumstamm gestellt und schaute in Gedanken verloren zu Boden . Schüchtern fragte sie wieder . » Was willscht d ' ma denn no sag ' n ? « Der Schormayer redete nun beinahe sanft und mit Güte . » Siehgst , i will koan Prozeß g ' wiß it , und i moan , wir kinnan da aa ' r in Guat ' n ausanand kemma . Aba dös derfst d ' ma ' r it übl nahm , daß mi dös vadriaßt , wann i z ' weg ' n dera oan ' Dummheit ganz und gar an Vata macha müaßt . « Zenzi gab keine Antwort . Er stimmte seinen Ton noch um eins milder . » Schaug , für di is dös aa koa Vorteil , bal ' s du g ' rad an alt ' n Mensch ' n hernimmscht , und no dazua dein Bauern , weil dir dös d ' Leut ganz schlecht ausleg ' n. Bal ' s du aba an junga Bursch ' n aufweist , na is dös für di vui bessa ; wei ' di der villeicht aa heiret ' , und wei ' dös übahaupts schöna ausschaugt . Hoscht d ' denn gar koan ? « » Na , Baua ! G ' wiß it ! Bal i da ' s amal sag . « » Du b ' stehst ma ' s halt net ei ! Aba du moaßt it moan , daß i di zu dein ' Schad ' n frag , und daß i nacha bei ' n G ' richt den selbinga o ' gab . Dös is durchaus net da Fall . Dös sell ko ' scht da leicht ei ' bild ' n , daß i mi it für ' s G ' richt hi ' stell und üba d Vataschaft streit wia ' r Deanstknecht . I moan da ' s guat , und is ja besser aa , wann mir zwoa z ' sammhelfan , daß si de G ' schicht no guat ausgeht . Du derfst ma ' s g ' wiß sag ' n , was für an Bursch ' n daß d ' g ' habt hoscht . « Zenzi schaute ihren Herrn ehrlich an und gab aufrichtig Antwort : » Siehgst , i tat da ' s gern sag ' n , bal i oan g ' habt hätt ' . Aba es hot si it auftroffa ... « » Geah zua , so a sauber ' s Madl wia du werd na leb ' n wia ' r an alta Betschwesta ! « » Mi sagt it vo dem , und dös laugn ' i aa gar it , daß i früherszeit ' n mit an Bursch ' n was z ' toa g ' habt ho , aba dös is scho a guate Zeit her , und in Kollbach übahaupts it ... « » Wia lang is na dös her ? « » Ja , weit über ' s halbi Johr , und der lasset si ' s wohl net g ' fall ' n , bal i eahm o ' geb ' n tat . « » B ' sinn di no a wengl , vielleicht is ' s do it so lang her . « » Bal i da ' s sag , Baua , daß ' s a so is . I bin unta ' n Johr bei dir ei ' g ' stanna , in der Arndt , und seit dera Zeit woaß i von koan ' Mannsbild nix mehr . « » Du moanst vielleicht , i möcht mi von Zahl ' n