in den Muskeln und legte sich , kaum daß es in den Stall zurückgekommen war , matt auf die Seite . Der Hansgirgl , der sich auf die Sachen gut verstand , schüttelte bedenklich den Kopf und meinte , es könnte die schwarze Harnwinde sein . Er wollte gleich zum Tierarzt fahren , aber in der Nacht würde der haute kaum mehr kommen , und bis zum andern Tag könnte es lang zu spät sein . Nun beratschlagte er mit dem Bauern , was für die nächste Zeit zu tun sei ; und auch aus der Nachbarschaft kam der Deindl hinzu , ein Mann , der viel Erfahrung hatte , und der Schmied Finkenzeller , ein Meister im Hufbeschlag . Die Männer umstanden den Gaul , und der matte Schein der Stallaterne fiel auf recht besorgte Gesichter . » Schormoar , es steht it guat , « sagte der Schmied ; » ' s Roß is hartleibi und rüahrt si kalt o. « » Kreuzteufi , daß ma dös g ' schehg ' n muaß ! I ho da ' s g ' sagt , Lenz : laß ma ' r an Schimmi koan Tag im Stall steh ! Wann s ' bei dera Kält ' n außi kemman , is schnell was g ' schehg ' n. Jetz hamm ma ' s. « » Dös bescht waar , mi holet de alte Metzin « , sagte der Deindl . » I waar der Meinigung , mi wickeln ' s Roß recht warm ei und wasch ' n ' s mit ' n hoaß ' n Wassa « , schlug der Hansgirgl vor . » Dös is dös allererscht , « bestätigte der Schmied , » und bal ' s d ' mir folgscht , Schormoar , nacha laßt d ' an Baldriantee siad ' n. I hätt ' oan dahoam . « » Den muaß d ' Zenzi hol ' n , und du , Lenz , gehst umi und sagst zu da Urschula , sie soll Wassa kocha , so viel als geht . Hansgirgl , hol amal d ' Zenzi ! « Der Schormayer befahl alles bedächtig und griff selber fest an , wie sie das kranke Tier in Decken einhüllten . » No was ! « sagte der Schmied . » Laßt ' s an etla rupfane Säck ' hoaß macha ; de leg ' n mir nach ' n Wachen üba . « » Dös bescht waar , mi tat de alt Metzin hol ' n « , ließ sich der Deindl wieder hören . » Z ' weg ' n was denn ? « » Schormoar , dö ko ' n a niade Kranket bered ' n. I ho ' s selm bei meina Kuah ausprobiert . Sie hat ihran Spruch to , und an andern Tag is d ' Kuah wieda frisch g ' wen . « Der Schormayer schaute den Schmied fragend an . » Schad ' n ko ' s nia , « sagte der , » und bal mir sinscht nix vasamma , kinnan mir ja der Metzin ihran Spruch drei ' geb ' n. « » Du werscht segh ' n , dös hilft alloa . « » Is na scho recht . « Zenzi kam hinter dem Hansgirgl in den Stall . Ihr Gesicht war gerötet , und ihre Haare schienen in Unordnung zu sein ; auch waren die Augen etwas geschwollen , wie vom Weinen . Aber darauf achtete jetzt niemand . » Du gehst jetzt glei ' zum Schmied abi und sagst , sie soll ' n da ' r an Baldriantee geb ' n. Ko ' scht da dös mirka ? « » Jo « , antwortete die Zenzi mit weinerlicher Stimme . » Laff no , und den Tee gibscht da Ursula , daß s ' ' n auf da Stell kocht ! « Zenzi schaute den Schormayer erschrocken an . » Hoscht mi vastanna ? « » Jo « , sagte sie noch gedrückter . » Na mach und steh it lang umanand ! « » Und de alt Metzin soll s ' hol ' n « , mahnte der Deindl . » Ja so ! Vom Schmied ummi gehst aa zu ' n Metz und sagst , de Alt ' soll glei kemma . Jetzt g ' schwind a wengl ! Schleun ' di bessa ! « » Jo . « Sie ging zögernd weg ; und wenn der Bauer gesehen hätte , wie sie einen Schritt für den andern setzte und auch stehen blieb und aufschnupfte , hätte er ihren Eifer nicht gelobt . Er sah es nicht und hatte einen anderen Grund zum Ärger . » Wo bleibt denn der Lenz ? « » Do bin i. « » Was is mit ' n Wassa ? Und schaug , daß d ' a paar Säck herbringscht ; de soll d ' Urschula hoaß macha . « » D ' Urschula is it do ; i ko s ' it find ' n. « » Brav ! Dös mag i ! Müass ' n mir wart ' n , bis sie mit ' n Ratsch ' n firti is . Hansgirgl , schaut zu da Zollbrechtin umi ; ganz g ' wiß hockt s ' wieda dort . « Die Vermutung war richtig . In der niedrigen , rauchgeschwärzten Küche der Nachbarin saß die Ursula beim Herd und erzählte der teilnehmenden Person ihr heutiges Abenteuer mit der scheusäligen Zenzi . » Woaßt , am Dreikinitag hot da Vata an ihra Kammatür aa ' r an Kaschpa , Melchior und Balthasar mit da g ' weicht ' n Kreid ' n aufig ' schrieb ' n , und mi hat dös scho so vadross ' n , daß i dir ' s gar it sag ' n ko . « » Mi schreibt ' s aba überall ' n. « » Dera g ' hört ' s it zua ; und vo mir aus is da Brauch , was da will , i leid ' s amal it ; und heut a da Fruah bin i herganga und ho de Schrift mit an nass ' n Hadern ausg ' wischt , und sie kimmt grad dazua und fangt ' s mamms ' n o und hoaßt mi a boshaft ' s Luada ; und hoscht scho amal so was g ' hört , wia frech daß so oani waar ? Woaßt , sag i zu ihr , du sündigscht auf dös , hab i g ' sagt , daß du a Hilf hoscht , aba du muaßt it moa ' n , sag ' i , daß i vielleicht auf dös aufpaß , oda mögst eppa gar , hab ' i g ' sagt , daß da ' r i schö tua ? A so waar ' s ja recht , sag i , daß d ' Tochta an sellan Schlampn nachlaffa müaßt , hab i g ' sagt , und mi ko ' scht du gnua vaklamperln , weil i auf dös gar it aufpaß , und na hon i ihr den nass ' n Hadern um ' s Mäu uma g ' haut . « » Da hoscht amal recht g ' habt « , lobte die Zollbrechtin . » I hon ihr den Hadern schö ' eini g ' haut , und net grad oamal , dös sell derfst ma glaab ' n ; und , sag i , jetza stellst die wieda an ' s Fenschta und jammerscht , daß da gar a so schlecht geht , und da hoscht no oani , hon i g ' sagt , daß d ' di auskennst , sag i. « » De hoscht d ' amal schö ' herg ' richt ' ! « » Dös glaab i , und ' s letztmal is dös it g ' wen , und a so geh i scho um mit dera , daß s ' g ' wiß koa Freud it hat . « » Dera g ' hört ' s it anderst , und du derfst as scho scharf o ' pack ' n , sinscht bringst d ' de it aus ' n Haus . Dös sell sag da ' r i. « » Ah , de bring i scho außi ! « » Woaßt , Urschula , mi g ' fallt de G ' schicht gar it . Wia ' r i ' s selbigsmal beim Fenschta hibei g ' sehg ' n ho , is mir a Liacht aufganga ; und bal ' s d ' ma du aa it all ' s sagscht , desz ' weg ' n kenn i mi do aus , aba du derfst mir all ' s sag ' n , weil i bei dir steh , vastehst ; und vo mir derfragt neamd was . « » Bal ' s d ' ma d ' Hand drauf gibscht , Zollbrechtin , daß d ' nix weita sagst ... ! « » Auf Ehr und Seligkeit it , und über dös brauchst da koan Kumma gar it z ' macha , weil i dös überhaupts it mag , de Tratscherei ... « Die Zollbrechtin rückte ganz nahe zur Ursula hin , und in ihren Augen war eine lebhafte Freude zu lesen , daß ihr nun etwas Neues offenbar werden sollte ; aber leider kam es nicht dazu , weil heftig an das Fenster geklopft wurde . » Wer isch draußd ? « » I bin ' s , da Hansgirgl . « Die Zollbrechtin riegelte die Türe auf , und da bestellte der Knecht seine Botschaft , daß die Ursula auf der Stelle und geschwind heim kommen müsse . » Was geit ' s denn scho wieda ? « » An Schimmi feit was , und da muaßt Wassa hoaß macha , und vielleicht werst d ' ins na was z ' ess ' n geb ' n aa . Mir san grad hoam kemma . « » I kimm scho . « » Tua no a wengl g ' schwind , da Vata is it gar z ' guat aufg ' legt . « » Mir werd aa ' r amal in Hoamgart ' n geh derfa , bal mi an ganz ' n Tag alloa g ' wen is ... « » Es pressiert weg ' n an Schimmi . Geh zua ! « Ursula band ihr Tuch um den Kopf und nahm Abschied von der Nachbarin , die um eine Hoffnung betrogen war . » Pfüad di Good , und i kimm scho amal wieda . « » Adjä ! Und paß auf , Urschula , bal ' s du morg ' n koa Zeit it hoscht , daß d ' zu mir umakimmst , na geh ' n i zu dir , und na vazählst ma dös sell ... « - » Is scho recht . « » Und du derfst g ' wiß glaab ' n , daß vo mir neamd nix dafragt , weil i dös scho gar it mag . « » I glaab da ' s scho , pfüat di ... « » Du , dös sagscht ma no g ' schwind ! Gel , es handelt si vo dem Mensch und dein Vata , und ... ? « » Ja , ja , aba i muaß jetzt geh . « » Siehgst d ' as , i ho ma ' s do glei denkt , und g ' fall ' n hat mi da gar nix , scho von O ' fang it , weil d ' Muatta no krank g ' wen is ... « Ursula eilte weg und wurde daheim hart angelassen . » Du tuast da ganz leicht , du ! Bal mir vo da Arbet hoam kemman , hockst du in da Nachbarschaft umanand ! Hoscht du nix herz ' richt ' n für ins ? « » Ös habt ' s enka Sach noch allemal kriagt , und mi is do aa koa Hund , daß mi it von Haus wega geh ' derf ! « » Halt ' s Mäu und marsch di in d ' Kuch ' l und mach ' s Wassa hoaß und warmst a paar Säck ! « » I geh scho , aba mi werd do it oiwei dahoam hocka müass ' n. « Der Schmied hatte unterweilen den Schimmel aufstellen lassen , und alle Mannsbilder halfen zusammen und stützten ihn . Die alte Metzin war auch gekommen , und sie schaute mit ihrem scharf geschnittenen , hagern Gesicht in dem Halbdunkel wie eine richtige Hexe aus . Der Deindl redete eifrig mit ihr . » I ho ' s an Schormoar g ' sagt : bal wer helfa ko , bischt as du , und du woaßt no de alt ' n Sprüch . « » I woaß scho oan . « » Da Schimmi werd de Harnwind ' n hamm , sagt da Schmied ; und hoscht du eppas für dös ? « » Freili hon i eppas . « » Du , Schormoar , sie werd ' s glei hamm « , schrie der Deindl eifrig . » Laß amal de Alt zuawi ! « » Dös kimt auf d ' letzt ; z ' erscht müass ' n mi an Gaul wasch ' n. Zenzi , geh umi und hol ' s Wassa ! « Die Magd zupfte den Bauern am Ärmel und winkte ihm . Er wandte sich unwillig zu ihr . » Was hoscht ' n scho wieda ? « » Geh , schick wen andern in d ' Kuch ' l , i trau ma ' r it ... « » Herrgott ... ah was ! Jetzt vazählst ma nix ! Hansgirgl , geh du ! Dera is heunt it guat , und sie kunnt ' s Schaffl it trag ' n. Geh du in dein Stall , oda leg di in ' s Bett ! « fuhr er die Magd an . » Du gehst ins do im Weg um ! « Zenzi ließ den Kopf hängen und machte sich langsam davon . Wie dann der Hansgirgl mit dem dampfenden Wasser ankam , wusch der Schmied den Gaul sorgfältig , und hinterher deckte er ihn mit heißen Säcken zu und sagte dem Lenz , er solle das noch einigemal tun . Wie er aber dem Schimmel heißen Baldriantee eingab und alles das ziemlich lange dauerte , sagte die Metzin , sie könne auch gehen , wenn man sie nicht brauche , und sie wäre nur dem Schormayer zu Gefallen gekommen und hätte wohl lieber geschlafen . Da schaute der Deindl alle Anwesenden vorwurfsvoll an und meinte , man sollte die Leute nicht holen , wenn man ihre Hilfe nicht annehme , und es würde aber den Bauer noch lange reuen . Der Schormayer mußte der Alten gut zureden , bis sie sich dazu hergab , als letztes Mittel noch ihren Spruch zu geben . Sie stellte sich neben den zitternden Gaul und lispelte mit ihrem zahnlosen Mund den Vers : » Jerusalem ist eine schöne Stadt , Darinnen Jesus Christus gekreuzigt ward . Er ward gekreuzigt mit Wasser und Blut , Das ist für Würmbeißen und Darmgicht gut . « Und dreimal wiederholte sie : » Im Namen Gottes des Vaters , des Sohnes und des Heiligen Geistes ! « Dabei strich sie jedesmal mit der Hand über den Rücken des kranken Tieres . Alle sahen voll Scheu zu , und indes sie die Hüte abnahmen , machten sie auf Stirn , Mund und Brust das Zeichen des Kreuzes . » Amen ! « sagte der Deindl mit tiefer Stimme . » Und jetzt feit nix mehr , Schormoar ; werst d ' as sehg ' n. « » Hoffatli . Und i dank da recht schö , Metzin , daß d ' kemma bischt . « Er zog seinen Geldbeutel aus der Tasche , aber die alte wehrte ernsthaft ab . » Laß guat sei ! I nimm nix für dös ! « » No , nacha schick i dir scho was abi , Schmalz und an Loab Brot . « - » Dös braucht ' s it . Guat Nacht beinand ! « Sie humpelte aus dem Stall , und auch die andern richteten sich zum Gehen . » Oana muaß halt Wacht halt ' n , « sagte der Schmied , » und wenn ' s grad waar , daß a si schlechta herschaugt , na müaßt ' s mi halt aus ' n Bett außa hol ' n. I kimm gern wieda . « » Es werd it schlechta ; jetzt is ' s scho g ' wunna « , versicherte der Deindl . Sie gingen , und in der stillen Winternacht hörte man noch von weit her ihre Stimmen , indem der Deindl die tiefe Wissenschaft der Metzin lobte und der Schmied seine Ansicht über die Krankheit äußerte . Der Schormayer schaffte noch an , daß sich der Lenz und der Hansgirgl bei der Nachtwache ablösen sollten , und wollte über den Hof ins Haus . Da trat ihm die Zenzi in den Weg . » I muaß da was sag ' n , Baua . « » Sag ma ' s morg ' n ; jetzt is koa Zeit . « Sie fing zu weinen an . » Jetzt woaß i ma koa Hilf gar nimma ; und mi is do koa Stück Viech , daß ma si umanand schlag ' n lass ' n muaß ... « » Wer hat di g ' schlag ' n ? « » D ' Urschula , und an Hadern hot s ' ma um ' s Mäu uma g ' haut , daß i no g ' schwoll ' n bi ... « » Habt ' s halt wieda streit ' n müass ' n , ös damischen Weibsbilda ! « » Wer hot g ' stritt ' n ? Koa Wort hon i g ' sagt , und g ' rad desz ' weg ' n hot si mi g ' schlag ' n , weil ' s d ' ma du die heilinga drei Kinni auf d ' Kammatür aufi g ' schrieb ' n hoscht ... « » Z ' weg ' n nix andern ? « » Na , bal i d ' as amal sag ' , und an nass ' n Hadern haut s ' ma ' r um ' s Mäu , daß ma ' s Feua vo de Aug ' n wega ganga is ... « » Dös sagst d ' ma all ' s morg ' n ! « » Ja , morg ' n ! Ös fahrt ' s wieda mit ' n Holz , und i waar alloa mit ihr ! « » De werd di it fress ' n ! « » I trau ma nimma z ' bleib ' n. I sag d ' as , wia ' s is ; de tat ja mit mir , was s ' gern möcht , und i laß all ' s lieg ' n und steh ' und laff davo . « » De zwoa Wocha bis Liachtmeß werst d ' as no aushalt ' n. « » I trau ma nimma , und i muaß da ' r a so was sag ' n. « » Wos denn ? « Zenzi preßte beide Arme vors Gesicht und weinte und schluchzte jämmerlich . » Ja , red halt ! « Da schnupfte die Magd auf und sagte zögernd und mit leiser Stimme . » I glaab , i bi in da Hoffnung . « » Wos ? Wia dös ? « » Ja , woaßt as scho ! « » Himmisaggera ! Du , paß auf , mach mi da koan Pflanz it vor ! « » Was brauch i dir denn vorz ' macha ! Dös sell werd si scho aufweis ' n , und bal mi so beinand is , haut oan de ander wia ' r a Stuck Viech ! « » Kreuz Teufi ! Wia ganga nacha dös , daß du ... « » Vata ! « Die Stimme der Ursula gellte vom Hause her , und aus der offenen Tür drang ein Lichtschein in den Hof . » Geah zua ! Sinscht siecht s ' mi « , flüsterte Zenzi und huschte weg . - » Vata ! D ' Supp ' n is firti ! « » Plärr ' it a so , du Loas ! « schrie der Schormayer zornig zurück und ging auf das Haus zu . » I hon it g ' wißt , daß du im Hof umanand stehst , sinscht hätt i wohl it so g ' schrie ' n , « sagte Ursula . » I steh dir scho umanand , dir ! Wo hoscht mei Ess ' n ? « » In da Kuch ' l halt . « » Tragst d ' as in d ' Stub ' n eini ! « » Warum nacha ? « » Weil i di net sehg ' n will , du grob ' s Viech , du ! « Er schlug die Türe hinter sich zu . » Hat s ' scho wieda g ' ratscht ? Dös zahl a da hoam ! « sagte Ursula vor sich hin , indes sie Schüssel und Teller in die Stube trug und einen Löffel klirrend daneben auf den Tisch warf . Der Schormayer hörte sie nicht . Er stand in seiner Kammer und schaute zum Fenster in die Nacht hinaus . Der Mondschein lag voll auf den verschneiten Feldern , und sie glitzerten , als hätten alle Engel Diamanten darauf gestreut . » I glaab , i bin in da Hoffnung . « So is recht ! Zehntes Kapitel Am andern Tag klingelte zeitig in der Früh ein sauberes Schlittengespann durch Kollbach ; und wer gerade am Fenster stand , schaute ihm gerne nach . Die Pferde hatten blaue und rote Federbüsche aufgesteckt und ein hell tönendes Geläute umgehängt und gingen auch darum einen stolzen und vornehmen Trab . Im Schlitten saß ein aufgeputztes Frauenzimmer , von dessen seidenem Kopftuche stattliche Zipfel in die Luft hineinflatterten ; auch war es in einen feiertäglichen Schal gehüllt und so vermummt , daß man es nicht erkennen konnte ; daneben saß ein junger Bauernmensch von hagerem Gesicht , aus dem eine scharfe Hakennase vorsprang , und er trug auf dem Hute ein buntes Sträußel . Beim Schormayer bog der Schlitten in den Hof ein und hielt , und derselbige junge Mensch knallte stolz mit der Peitsche , daß die Anfahrt ein nobles Ansehen hatte . Da kam auch gleich der Lenz , der wegen des kranken Gauls daheim geblieben war , aus dem Stalle , und die Ursula trat unter die Haustüre . Ihr Gesicht zog sich in Fröhlichkeit auseinander , als sie die Gäste erkannte : das Basel , die Schneiderbäuerin von Arnbach , und den jungen Prücklbauern , Kaspar Eichinger von Hirtlbach . Die Ursula tat , sie sich ' s gehörte , geschämig und erstaunt und nicht wissend , warum diese zwei willkommenen Menschen auf Besuch erschienen . » Ja , Basel , bischt du do ? Was treibt denn di daher ? « » I ho ' s geschting aa no it an Sinn g ' habt , aber der sell hot ma koan Ruah it lass ' n , und i muaß mit eahm uma fahr ' n. « Sie deutete lachend nach dem Kaspar hin , der mit Hilfe des Lenz seine Pferde ausspannte . » Aba geh no grad eina in d ' Stub ' n , Basel , und warm di auf ! Du muaßt it schlecht g ' fror ' n hamm . « » Es is heunt nimma so kalt , aba beim Ofa is bessa dischkrier ' n. Du , Kaschpa , i geh dawei mit da Urschula eini ; du kimmst nachi . « » I kimm scho « , sagte der Kaspar mit Ruhe und führte hinter dem Lenz einen Gaul in den Stall . Sie hingen hier die Pferde an , versorgten das Geschirr ; und erst als die Arbeit getan war , fragte der junge Prücklbauer : » Du bischt da Ursula ihr Bruada ? Gel ? « » Ja . Und wo bischt du her ? « » Vom Prückl z ' Hirtlbach . Du werst d ' as scho denk ' n kinna , z ' weg ' n was daß i do bin ? « » A wengl was hat ma d ' Urschula g ' sagt . « » Bal allssammete stimmt , kunnt ' n mi heunt richti wer ' n. « » Ja - ja . « » Is dei Vata dahoam ? « » Na , der is ins Holz außi , Bamm fahr ' n. I muaß dahoam bleib ' n , weil ins a Gaul krank wor ' n is . « » Der da ? « Sie standen vor dem Schimmel , der noch in Decken eingehüllt war . » Ja . Heunt schaugt a sie bessa her ; geschting hot ma graust . « » Er werd scho wer ' n. Wann moanst denn , daß dei Vata hoam kimmt ? « » An Namittag amal kimmt a scho . « » Saggera , dös werd lang ! No , heunt is nia nix mehr vosamt . « Der Prückl Kaspar biß mit starken Zähnen die Spitze seiner Zigarre ab , und indes er sie ausspuckte , fragte er : » Du , paß auf , vielleicht ko ' scht ma du an Auskunft geb ' n , wia vui daß d ' Urschula kriaget ? « Lenz kam mit einer zögernden und bedächtigen Antwort . » G ' nau woaß i ' s wohl it . So um a ' r a fufzehntausad March umanand . « » Baar und auf d ' Hand ? « » I moan scho . Von da Muatta her hat s ' sieb ' ntausad , und dös ander legt vielleicht da Vata zua . Aba da muaßt d ' scho eahm selm frag ' n. « » Dös is g ' wiß . Es is grad , daß ma si a wengl auskennt . « » Ja - ja . « » Vo da Schneiderin hon i ' s aa scho beiläufi g ' hört . « » Paßt ' s da nacha ? « » Ja . Wann sie fufzeh ' tausad auf d ' Hand kriagt , mag i. « Der Lenz kaute an einem Strohhalm und war nachdenklich . » Du , « fragte er , » hoscht du dahoam ' s Anwes ' n scho übanomma ? « » No it . Wann i an Eh ' vatrag protakallier , kriag i aa ' r an Hof . « » Wia alt bischt denn ? « » Achtazwanz ' g wer i. « » Du hoscht as schö ! « Der Lenz seufzte , wie er das sagte . » Aa ' r it schöna wia du . Bei dir werd ' s wohl aa nimma lang hergeh ' ! « » Recht lang werd ' s nimmer hergeh ' ! « Der Prückl Kaspar lachte . » I woaß scho : es is it gar so leicht , bis ma de Alt ' n zu da Ruah bringt ; i ho de letzt ' n Jahr her aa g ' stritt ' n und g ' mammst grad gnua . « » Han ? Hoscht d ' aa z ' toa g ' habt ? « Lenz drehte sich lebhaft seinem Gast zu . » It z ' weni ; dös derfst d ' g ' wiß glaab ' n. « » Aba do is ganga ? « » Sinscht waar i heut it da . Freili is ' s ganga . Was woll ' n denn de Alt ' n macha ? Amal müassen s ' geh ' . « » Aba wann halt ! « » Um dös handelt ' s a si . No , mir hat dös g ' holfa , daß an Vata a Schlagl g ' stroaft hot , und d ' Muatta hot si auf mei Seit ' n g ' schlag ' n. « - » Nacha is freili leicht ! « » Sag dös it ! Der Alt hot si no ei ' gespreizt , als wia , und halt gar it glaab ' n hat er ' s woll ' n , bis i eahm anderst kemma bi . Auf ' s Fruhjahr , hon i g ' sagt , heiret i und übanimm , oda du stellst da no an Knecht ei ' . I mach dir koan mehr . « » A niada gibt it nach auf dös . « » Was woll ' n s ' macha ? So lang kinnan s ' do aa ' r it wart ' n , bis mir kitzgraab san und ' s Heiret ' n vasammt hamm ! « » A Muatta is halt da dös best ! « sagte Lenz und seufzte wieder . » De kunnt drauf drucka . « » Dös muaßt halt jetz selm toa . « » Da schaug ' s schiach aus , und vadriaßt an Alt ' n. « » Dös sell gib i zua ; aba wann ' s da ' r a Hochzeiterin woaßt , nacha kunnt ' n ja dera ihre Leut a bissel umrühr ' n. « » Von an fremd ' n Mensch ' n laßt sie oana it gern was drei ' red ' n. « » Ja no ! Du muaßt halt wart ' n ; recht lang werd '