aus Ohnmacht geben . Ich rede zu euch , ihr hohen Herren der Versammlung . Welche Bürgschaft werden sie geben , die gilt ? Sie werden aus ihrem Reichtume viel Gold darbringen , sie werden sich allem , was der hocherhabene Kaiser verlangt , fügen , und werden versprechen , alle seine künftigen Befehle zu befolgen , und sie werden Geiseln stellen . Und wenn der Kaiser seine Einrichtungen in dem lombardischen Lande gemacht hat , und wenn er seine Stellvertreter und seine Obrigkeiten eingesetzt hat , wenn er dann über die Alpen zurückgekehrt ist , wenn der Frieden gesichert scheint , und die Geiseln entlassen worden sind : dann wird Mailand handeln , wie es früher gehandelt hat , es wird die Oberherrschaft führen , wo es kann , es wird die kaiserlichen Mahnungen nicht befolgen , und , wenn es auf Sieg hofft , den Kaiser bekriegen . Wann hat Mailand seine Versprechen gehalten ? Ich rede nicht von früheren Kaisern ; ihr wißt , wie es war . Ich rede nur von dir selber , hocherhabener Herr . Hat nicht Mailand die treue Stadt Lodi zerstört ? Hat es nicht Como zerstört , und die Bewohner gezwungen , außerhalb der Stadt zu leben ? Hat es nicht die getreue Stadt Pavia mit schwerem Kriege überzogen ? Und hat es auf deine Mahnungen Reue gezeigt ? Nein . Als du verlangtest , Lodi und Como sollten wieder hergestellt werden , boten sie dir viertausend Mark , wenn du ihnen die Herrschaft über diese Städte gewährest . Sie begehrten auf die Weise Herrschaft über andere sogar von dir . Haben sie vor vier Jahren ihr Versprechen , dein Heer zu verpflegen , gehalten ? Sie haben dich in eine Gegend , die schon ausgezehret war , geführt . Am ersten Tage fehlte es den Pferden an Futter , und in den zwei folgenden litt in Rosate das Heer Hunger . Die Mailänder hatten dort große Vorräte , du botest ihnen dafür Bezahlung , und sie verweigerten sie . Das taten sie , als du mit einem großen Heere in dem Lande warest , was werden sie tun , wenn du mit dem Heere ferne bist ? Hat dir nicht Tortona getrotzt , weil es mit Mailand im Bunde war , und auf dessen Sieg hoffte ? Und ist es nicht , da du es zerstört hattest , von Mailand wieder aufgebaut worden ? Die Mailänder werden deine Hoheit nur ehren , wenn sie nicht mehr anders können . Du mußt ihnen die Macht nehmen . Und selbst dann , wenn ihnen nur ein Schein von Hoffnung zum Siege kömmt , werden sie wieder gegen dich aufstehen , und dich zu einem neuen Zuge gegen sie zwingen . Mögest du nicht , wenn du einmal Güte gegen sie üben solltest , in einer Zeit erfahren , wie übel sie angewendet war , und möge nicht einst viel Blut die Sache heilen müssen , die jetzt weniges heilet . Jetzt kann die Entscheidung gebracht werden . Jeder Frieden , er sei , wie er wolle , schiebt sie auf , und macht sie schwer . Sie haben Gewalt geübt , so mögen sie nun Gewalt erfahren . Mit dem Maße , mit dem sie gemessen haben , soll ihnen wieder gemessen werden . So rede ich , der ich die Leute der Stadt Mailand und ihre Hoffnungen und ihre Wünsche und ihre Begierden kenne . « » Es ist so « , » ja so ist es « , » so ist es « , riefen viele Männer . » Sie haben die wilden Forderungen gestellt , da du schon die große Kriegsmacht gegen sie führtest , und sie sagen die demütigen Worte , um alles zu verwirren . Ihre letzte Waffe muß zerbrochen werden , daß sie nicht mehr schaden « , rief Friedrich , der Herzog von Schwaben . » Sie haben immer Tücke geübt , und zu uns kam sehr oft die Kunde « , sagte Heinrich , der Herzog von Kärnten . » Und sie haben Grausamkeiten geübt , wie sie die Heiden in den alten Zeiten nicht geübt haben . Um uns herum , wie wir versammelt sind , stehen die Überreste der Stadt Lodi , einer Stadt des nämlichen Landes wie Mailand , einer Schwester von Mailand , die sie zerstört haben . Die traurigen Trümmer sehen zu dem blauen Himmel empor , und schreien zu dem Himmel um Rache , und zerreißen uns das Herz « , sagte der Bischof von Würzburg . » Und so sind auch die Trümmer von Como , und von mancher Kirche und von manchem Schlosse und von mancher Veste , die dem Kaiser treu war , und so wären die Trümmer von Pavia , wenn sie die Stadt erobert hätten « , rief der Führer von Pavia . » So ist es , so ist es « , riefen mehrere Männer . Heinrich , der Herzog von Österreich , sprach : » Sie bringen nur Worte , und wollen durch Lockungen von dem Weg abführen . Ich denke , wir sollen auf ihm zur Entscheidung gehen , wie wir sie erstreben . « » Ja , wie wir sie erstreben , und wie sie auch nur gerecht ist « , sagte der Erzbischof von Mainz . » Wozu wir ausgezogen sind , und was wir erstreben « , sagte Otto , der Pfalzgraf in Baiern . » Der hocherhabene Kaiser ist dem Reiche und wir sind den Ländern entfremdet , wenn wir durch Verhandlungen hingeschleppt werden « , sagte Ludwig , der Landgraf von Thüringen . » Zur Entscheidung « , riefen mehrere der Herren . » Und was ist die Folge des Beschlusses ? « fragte der Kaiser . » Der Bann « , sagte der Erzbischof von Mainz . » Der Bann « , sagte der Erzbischof von Trier . » Der Bann « , sagte der Erzbischof von Köln . » Der Bann « , sagten die Herzoge und Bischöfe und Fürsten . Dann sprach der Kaiser zu den Abgesandten von Mailand : » Ihr habt den Krieg gegen mich dem Gehorsame für meine Worte vorgezogen , und mich zu dem Zuge nach Italien genötigt . Ihr seid mir mit aufrührerischen Forderungen entgegen gekommen , und habt dann die Waffen gegen mich gebraucht . Es ist sehr viel Blut vergossen worden , und daß es nicht ungerecht vergossen worden ist , muß vollendet werden , was begonnen worden ist . Wir führen den Krieg weiter , den ihr erhoben habt , und wir schließen die Empörung , in der ihr verharren wollt . Und so banne ich mit der Zustimmung der Fürsten und der Herren des Reiches eure Stadt . « Und er warf nach dem Brauche sein Szepter auf die Erde . Dann sprach er zu den Abgesandten : » Verkündiget dieses denen , die euch gesandt haben , und sagt ihnen , wir werden die Gesetze des Friedens bei ihnen machen , daß er daure . Jetzt entfernt euch . « Die Abgesandten verließen die Versammlung . An dem folgenden Tage , dem fünften des Erntemonates , ging das Heer in sieben Zügen gegen Mailand . Den ersten Zug führte Konrad , der Bruder des Kaisers , der Pfalzgraf am Rheine . Den zweiten Zug führte Friedrich , der Herzog von Schwaben , den dritten Wladislaw , der König von Böhmen , den vierten Heinrich , der Herzog von Österreich , den fünften der Kaiser , den sechsten Otto , der Pfalzgraf in Baiern , den siebenten Friedrich , der Erzbischof von Köln . An diesem Tage ritt Eckbert , der Graf von Pütten , mit fünfhundert Reitern und einem Gefolge bis nahe gegen Mailand . Aber da es Abend wurde , und da er der Gegend unkundig war , ritten mailändische Scharen gegen ihn aus der Stadt , erreichten ihn , und besiegten ihn , und er verlor sein Leben . Die Mönche der Abtei Chiaravalle begruben ihn . In dem Heere entstand Trauer um den Mann , weil sie ihn als sehr edel und tapfer geachtet hatten . Der Kaiser aber gab das Gesetz , daß keiner Anordnungen treffe , als unter dem Befehle des Feldherrn , es sei denn , daß er zum Kampfe gezwungen würde . Am sechsten Tage des Erntemonates zog das Heer vor die Stadt . An der Spitze des Zuges waren die Lagermeister , dann kamen die Träger der kaiserlichen Adler und die , welche mit Zinken und Pauken , mit Pfeifen und Hörnern , mit Posaunen und Flöten kriegerische Töne erschallen ließen . Dann kam das Heer . Es sang Lieder zu den Tönen des Krieges . Dann waren die Kriegswerkzeuge und die Wägen und Säumer mit den Habschaften . Dann kam der Troß . Die Mailänder waren auf den Mauern ihrer Stadt , und sahen das Heer kommen . Und als das Heer vor der Stadt angekommen war , schauten die Augen aller Männer auf sie . Sie sahen , daß sie sehr groß und mit sehr starken Befestigungen umgeben sei . Der Kaiser befahl nun , daß man sich vor der Stadt lagere , und die Lager mit Gräben und Wällen und Verrammlungen umgebe . Die Krieger und alle die Leute , die herbei genommen worden waren , begannen nun sofort die Arbeit . Die Feinde in der Stadt sahen auf dieses Beginnen , störten es aber nicht . Mit sieben großen Lagern war noch an dem nämlichen Tage die Stadt umgeben . Der Kaiser lagerte um die Allerheiligenkirche fast in der Richtung gegen den Morgen von der Stadt . Wladislaw stellte in der Richtung zwischen Morgen und Mitternacht seine Gezelte mit seinem Bruder Diepold und dem Bischofe Daniel in dem Kloster des heiligen Dionysius und um dasselbe herum auf . Etwas weiter von ihm entfernt gegen den Abend hin standen die Gezelte Konrads , des Pfalzgrafen am Rheine , und Friedrichs , des Herzogs von Schwaben . Sie standen neben einander , weil sie Gezelte von Verwandten waren . Im Mittage von dem Kaiser waren die andern Fürsten . Der Erzbischof von Köln war bei der Kirche des heiligen Celsus in der Richtung zwischen Mittag und Abend von der Stadt . Weiter gegen Abend waren die , welche dem Befehle des Herzoges von Schwaben zugeteilt waren , der Markgraf von Montferrat und die aus Verona , Brescia und Mantua . Dann waren die aus Vicenza , Pavia , Cremona , Como und andern Gebieten . Witiko ordnete seine Leute in dem Teile des böhmischen Lagers , der ihm zugewiesen worden war , wieder in ein eigenes Lager . Die Obmänner mußten in der Mitte der Abteilungen und unter sich und mit Witiko in Verbindung sein . Die Reiter waren an der rechten Seite der Fußgänger . Von ihnen rechts waren wieder andere Reiter des Waldes . Witiko hatte sein Gezelt zwischen Fußgängern und Reitern . Alle Männer , besonders die Reiter , mußten stets in Kampfesbereitschaft sein . Witiko sorgte gleich nach der Errichtung des Lagers für Nahrung , und er traf die Obsorge , daß sie in den folgenden Tagen nicht fehle . So waren seine Männer nun in dem Lager um ihn , und harrten der Dinge , die da kommen sollten . Und wie sie einstens von den Zinnen der Stadt Prag , die sie verteidigen sollten , auf die Stadt und auf die Belagerer hinabschauten , und sich von der Stadt allerlei Dinge erzählten , so schauten sie nun von dem Lager , von dem aus sie eine Stadt gewinnen sollten , auf die Stadt , und erzählten sich von ihr und von dem Lande , in dem sie waren , verschiedene Dinge , die sie während ihres Aufenthaltes in dem Lande schon erfahren hatten . Gegen den Abend des ersten Tages kam Urban mit einem Boten in das Gezelt Witikos , und der Bote sagte , das Lager Konrads , des Pfalzgrafen , und das Friedrichs , des Herzogs von Schwaben , sei überfallen worden , und der Pfalzgraf sei in argen Nöten , und bitte um schleunige Hilfe . » Laßt alle Reiter auf die Pferde sitzen « , rief Witiko . Urban eilte aus dem Gezelte , bald tönten die Zeichen des Hornes , und die Reiter setzten sich in Bereitschaft . Witiko bestieg sein Pferd , und stellte sich an ihre Spitze . Da kam auch der Befehl des Königs , mit ihm in das Lager des Pfalzgrafen zu reiten . Witikos Reiter schlossen sich mit andern Waldreitern denen des Königs an . Der König führte die böhmischen Reiter , und sie ritten in der größten Schnelligkeit gegen das Lager Konrads . Und wie die Waldreiter gelernt hatten , durch Gebüsche und über Gebüsche hinweg zu reiten , so ritten sie jetzt auch über die Verwallungen der Weingelände , über Umfriedungen der Gärten und über das Ungleiche und Ungewohnte des Bodens dahin . Der König brach unter dem Schalle seiner Pauken in das Lager Konrads . Die Pferde sprangen an manchen Stellen über die Verrammlungen . Als die Männer Konrads den Schall der böhmischen Pauken hörten , erhoben sie ein Freudengeschrei , und kämpften ermutigter und fröhlicher . Witiko führte seine Männer geschlossen in die Feinde . Der König eilte ihm voraus , und stürzte in sie . Er brachte denen , die im Gedränge waren , schnell Hilfe , und kämpfte , und befahl . Er stieß mit seiner Lanze den Fahnenträger der Mailänder , Tazo von Mandello , zu Boden , und eben so den Vizegrafen Gerhard . Witiko drängte an die Seite des Königs , kämpfte und befahl auch , und die Reiter des Waldes waren mit ihren Waffen behende gegen die Mailänder wie sonst gegen die Bären ihrer Heimat . An der andern Seite des Königs waren Odolen und Welislaw und Kochan und Predbor und Bogdan . Sie drückten die Feinde rückwärts . Die Männer Konrads erhoben sich auch zu erneuertem Grimme , und wie die Tapferkeit der Mailänder auch leuchtete , so mußten sie doch weichen . Sie flohen gegen die Stadt . Der König verfolgte sie . Odolen rief , man dränge mit den Mailändern in die Stadt . Es war im Gelingen ; aber da kam die Finsternis der Nacht , die den Mailändern zum Nutzen , den Böhmen zum Hindernis ward . Der Kampf mußte enden . Man sorgte nun für die Verwundeten und Toten . Manche Männer des Pfalzgrafen Konrad und manche des Königs Wladislaw hatten Wunden empfangen , und manche hatten ihr Leben verloren . In dem Morgengrauen brachten Reiter des Königs die entseelten Körper der edlen Herren Mikus , Otto , Zwestec und Herart in das Lager . Der Bischof Daniel bestattete sie mit dem Beistande seiner Priester und in der Gegenwart des Königs und seiner Führer und vieler Krieger in der Abtei Chiaravalle , neben der Stelle , wo der Graf Eckbert von Pütten ruhte . An diesem Tage begannen die Mailänder an jenem Teile der Stadt , gegen welchen die Böhmen lagerten , die Befestigungen zu verstärken . Sie verschütteten dann die Tore mit Steinen , und ließen nur ein kleines Pförtchen an dem Tore frei , welches das neue Tor hieß . Der Kaiser berief die Fürsten zu einem Rate . Manche waren bekümmert , wie man eine so große und wohlbefestigte Stadt werde einnehmen können . Der Kaiser sagte : » Weil sie so groß ist , wird sie bald in unsere Hände fallen . Sie braucht täglich so viele Dinge , daß bald Mangel in ihr sein wird . Und weil sie so viele Landleute in sich aufgenommen hat , wird dieser Mangel eher kommen als sonst . An uns ist es nun , daß wir alles , was in sie gebracht werden könnte , ausschließen , und daß wir , wenn die Mailänder hervorbrechen , sie stets zurückschlagen . Darauf , meine ich , müssen wir unsern Ratschluß fassen . « Wladislaw , der König von Böhmen , wurde zuerst um seine Meinung gefragt . Er stimmte dem Kaiser bei . Dann sprachen die Erzbischöfe , die Herzoge und Fürsten die nämliche Meinung aus . Darauf wurde beraten , wie man die Lager zur Umschließung der Stadt stellen müsse . Die Lager wurden nach dem Beschlusse enger an einander gerückt , und der Kreis um die Stadt wurde kleiner . Zwischen den Lagern und in der Umgebung streiften Scharen , die alles wegnahmen , was für die Stadt bestimmt war . Die böhmischen Männer zerstörten in der Umgegend Schlösser , machten Beute , und brachten Gefangene herein . Die Krieger von lombardischen Städten , gegen welche Mailand feindselig gewesen war , übten Rache , und zerstörten ringsum Felder und Gärten bis auf den Grund . Die Mailänder kamen oft heraus , und es waren an verschiedenen Stellen Kämpfe . Aber sie konnten den Kreis nicht durchbrechen oder zerstören . Außerhalb der Stadt war ein starker Turm , welcher der römische Bogen genannt wurde , weil die Sage war , daß die Römer einmal den Turm zur Erinnerung ihrer Eroberung Mailands gebaut haben . Auf dem Turme waren Mailänder mit Kriegswerkzeugen und Schleudergeräten gegen die Belagerer aufgestellt . Die Zinnen des römischen Tores und des Tonsatores schützten den Turm . Seit dem Beginne der Belagerung suchten die Männer des Kaisers den Turm zu gewinnen ; aber sie konnten nicht zu ihrem Ziele gelangen . Da stürmte eines Tages der Kaiser das römische Tor und das Tonsator , und andere Abteilungen kämpften gegen den Turm . Da mußten sich die Männer des Turmes ergeben . Es war gleich darauf an diesem Tage ein großer Kampf der Mailänder gegen die Böhmen an dem neuen Tore . Die Mailänder wurden zurückgetrieben . Es entstand auch noch an dem Tage ein erneuerter Kampf an dem römischen Tore . An dem folgenden Tage , dem zwölften Tage des Erntemonates , sendeten die Mailänder Boten in das Lager des Kaisers , welche baten , daß man den Frieden verhandle . Der Kaiser ließ sich zur Nachsicht bewegen . Er ernannte zur Einleitung der Verhandlungen Peregrin , den Patriarchen von Aglei , Eberhard , den Bischof von Bamberg , und Daniel , den Bischof von Prag . Die Verhandler der Mailänder waren der Graf Guido von Biandrate , der Erzbischof Hubert von Pirovano , und die Konsuln . Als die Verhandlungen eine Zeit gedauert hatten , wandten sich die Mailänder auch um Beratungen und um Vermittlung an Wladislaw , den König von Böhmen . Er gewährte ihnen mit dem Willen des Kaisers ihre Bitte . Er hielt über diese Angelegenheiten auch mit seinen Herren der Kirche und des Heeres Rat . Nach dieser Zeit berieten sich die Mailänder auch mit dem Herzoge von Österreich , mit dem Erzbischofe von Köln , mit dem Bischofe von Bamberg , mit dem Bischofe von Prag , mit Otto , dem Pfalzgrafen in Baiern , und mit dem Kanzler Reinald . Die Verhandlungen dauerten viele Tage . An diesen Tagen war Waffenruhe zwischen den Lagern und der Stadt . Aber in die Umgegend geschahen noch verschiedene Züge , es waren Verwüstungen und mancherlei Kämpfe . In dieser Zeit kamen auch manche Männer aus den Lagern zu einander , und schlossen Bündnisse und Freundschaften . Witiko ging zu seinem Schwiegervater , Heinrich von Schauenberg , und zu dem Bruder desselben , Gebhart von Stauf . Und diese kamen auch wieder zu ihm . Er ging zu seinen Freunden aus Österreich , und diese gingen zu ihm . Er wurde durch sie zu Heinrich , dem Herzoge von Österreich , gebracht , und wurde von demselben mit Achtung und Freundlichkeit aufgenommen . Er ging auch zu seinen Freunden in das Lager des Kaisers , und diese gingen wieder zu ihm . Mit Welislaw , Odolen und den andern im Lager des Königs wurde die Freundschaft noch fester geknüpft , als sie früher gewesen war . Durch die Liebe des Königs von Böhmen zu ihm kam er vor das Angesicht des Kaisers und hoher Herren und Fürsten , und erhielt Ehren . So ging die Zeit dahin . Die Lager mußten aber immer in Bereitschaft sein , einen Überfall der Mailänder , den sie etwa machen könnten , abzuwehren . Als die Friedensverhandlungen beendet waren , meldeten die Fürsten dem Kaiser die Zugeständnisse der Mailänder , und den Mailändern die Forderungen des Kaisers . Wladislaw , der König der Böhmen , wurde zum Vermittler des Friedens bestellt . Die Bedingungen des Friedens waren in dreizehn Abteilungen enthalten . Vincentius , der Kapellan und Schreiber des Bischofes Daniel , schrieb sie auf , und am siebenten Tage des Herbstmonates wurden sie angenommen . Die Stadt Mailand muß die Städte Lodi und Como , welche sie zerstört hatte , wieder aufbauen . Diese Städte sind dann von Mailand unabhängig . Jeder Mailänder von dem vierzehnten bis zu dem siebenzigsten Jahre schwört dem Kaiser Treue . Die Stadt Mailand zahlt neuntausend Mark Silber . Sie stellt dreihundert Geiseln aus den Vornehmen , aus den Rittern und aus dem Volke . Von dem Erzbischofe von Mailand , von dem Grafen von Biandrate , von dem Markgrafen von Montferrat und den Konsuln muß die Wahl der Geiseln als treu vorgenommen beschworen werden . Die jetzigen Konsuln leisten dem Kaiser den Amtseid . In dem nächsten Hornung aber werden neue Konsuln von dem Volke gewählt , und von dem Kaiser bestätigt . Ist der Kaiser in dem Lande , so schwören ihm die Konsuln selber , sonst reisen nur zwei zu ihm , den Eid für alle abzulegen . Die übrigen schwören den kaiserlichen Bevollmächtigten . Mailand zahlt hinfort alle Abgaben , welche den früheren Kaisern gegeben worden sind , es baut die Pfalzen des Kaisers wieder nach der gebührenden Würde auf , es muß die Ehre der Krone und des Reiches mit dem Schwerte schützen , und dem Kaiser Hilfsvölker zuführen , wohin er will . Die Gefangenen werden dem Könige von Böhmen gegeben , der Kaiser sendet die seinigen zurück , sobald die Geiseln gestellt sind . Die Mailänder leisten die öffentliche Sühnung . Es erscheinen zwölf Konsuln der Stadt , die der Kaiser selber bestimmt , barfuß , ein bloßes Schwert auf den Nacken gebunden , vor dem Throne des Kaisers , und flehen um Gnade . Auf diese Bedingungen wird Mailand wieder in die Gnade aufgenommen , und der Bann hört auf . Die Verbündeten Mailands sind in den Frieden einbegriffen . Der achte Tag des Herbstmonates , der Tag der Geburt Marias , wurde bestimmt , daß die Geiseln gestellt werden , und die Sühnung erfolge . Die Geiseln wurden an diesem Tage in das Lager des Königs von Böhmen geführt . Dann wurden die Gefangenen aus dieser Zeit und aus früheren Zeiten in das nämliche Lager geführt . Als dieses geschehen war , wurden von dem Kaiser die Bischöfe Eberhard von Bamberg und Daniel von Prag auserlesen , daß sie den Erzbischof von Mailand , Hubert von Pirovano , vor den Kaiser führten . Die sieben Züge des Heeres wurden um den Thron des Kaisers aufgestellt . Der König von Böhmen , die kirchlichen und weltlichen Fürsten des Reiches , die treuen Lehensträger des lombardischen Landes , die Vornehmeren aus den treuen Städten und die Führer fremder Krieger versammelten sich in kostbaren Gewändern neben dem Throne des Kaisers . Hinter den Kriegern stand ein unermeßliches Volk , welches aus allen Gegenden herbei gekommen war . Als es die Zeit forderte , bestieg der Kaiser in kaiserlichem Schmucke den Thron , und alsbald näherte sich der Zug aus Mailand . Die Bischöfe von Bamberg und Prag führten den Erzbischof von Mailand . Dann kamen die Priester der erzbischöflichen Kirche , dann die der andern Kirchen , dann die der Klöster , alle mit Kreuzen , Rauchfässern und im kirchlichen Schmucke . Dann kamen die zwölf Konsuln , barfuß und mit einem bloßen Schwerte , das ihnen auf den Nacken gebunden war . Und eben so kam der Rat , und es kamen die Vornehmsten der Stadt , und es kam das Volk mit Stricken um den Hals . Der Erzbischof mußte vor dem Kaiser versprechen , daß er seine Gewalt über die Stadt nicht mehr hart wie bisher , sondern mild und gerecht ausüben wolle . Und als er dieses versprochen hatte , wurde er von dem Kaiser in seine Gnade aufgenommen . Dann trat der Konsul Hubert von Orto an die Stufen des Thrones , und kniete nieder , und alle andern knieten nieder , und Hubert sprach : » Mächtiger Kaiser und Herr , weltlicher Stellvertreter Gottes und Richter der Erde , wir haben gesündiget , wir haben Unrecht getan , und bitten um Gnade . Wir und alle Mailänder neigen unsere Schwerter vor deiner Macht , und wir und alle Mailänder legen unser Haupt unter dein Schwert . « Darauf antwortete der Kaiser : » Es ist gut , daß die Mailänder den Frieden vorziehen , und daß ich ihnen von nun an nichts Übles mehr tun muß . Hätten sie von jeher diesen Teil gewählt , so wäre viel Böses vermieden und viel Gutes gestiftet worden . Ich belohne lieber als ich strafe , und merket euch , daß ich leichter durch Gehorsam als durch Krieg besiegt werden kann . Und so übe ich nun in dem Glauben , daß die Mailänder jetzt die rechten Wege wandeln werden , Gnade , nehme die Acht hinweg , und sage , daß wir alle versöhnt sind . Erhebet euch von der Erde . « Und die Männer standen auf . Der Kaiser sprach nun noch mehreres mit ihnen , und seine Worte waren gütig und freundlich . Hierauf wurde diese ernste Angelegenheit des Friedensschlusses und der Versöhnung durch einen feierlichen Gottesdienst bekräftigt , welchen der Erzbischof von Mailand nach der ambrosianischen Weise abhielt . Der Kaiser saß bei diesem Gottesdienste in seinem Gezelte auf dem Throne , und war mit der Kaiserkrone geschmückt . Um ihn war die Menge der deutschen und italienischen Fürsten . Und während dieses Gottesdienstes beschenkte er Wladislaw , den König von Böhmen , mit einer königlichen Krone sehr kostbarer Art , die er von dem Könige von England erhalten hatte . Dem Könige wurde an diesem Tage die Krone auf das Haupt gesetzt , da sonst in der Kirche die Königskronen nur an hohen Festtagen getragen wurden ; die böhmische zu Weihnachten , Ostern und Pfingsten und an den Festen des heiligen Wenzel und des heiligen Adalbert , an welchen Tagen sie die Bischöfe von Prag und Olmütz dem Könige aufsetzen durften . Als der Gottesdienst geendet war , sprach der Kaiser zu den Fürsten : » Hocherlauchter König von Böhmen , erlauchte Kurfürsten kirchlichen und weltlichen Standes , Herzoge und Fürsten und Herren der Städte , nach dem allmächtigen Gotte danke ich euch für die Dienste , welche ihr dem Reiche und der Krone geleistet habt . Weshalb wir nach Italien ziehen mußten , das haben wir erreicht . Die Ehre und die Macht sind gewahrt . Es ist nun noch übrig , daß wir auf einem Reichstage alle Rechte und Pflichten festsetzen , und das ergründen , was einem jeden gebührt , und was er zu tun hat . Und ist die Ordnung aufrechtgestellt , dann möge uns eine ruhige Heimkehr zufallen . Wir sind gütiger gewesen , als die Worte Anselms , des hochehrwürdigen Erzbischofes von Ravenna , geraten haben . Er ist vor dieser Stadt aus unserer Mitte zu dem gerechten Gotte abgerufen worden , und wird nun wissen , ob seine Worte gegründet sind oder nicht . « Die Fürsten antworteten durch den Erzbischof von Mainz : » Hocherhabener Herr , deine Weisheit hat die Dinge geleitet , und wir haben uns bestrebt , zu tun , was unsere Pflicht war . Wir danken dir für deine Guttaten gegen uns , und daß du auf unsern Rat gehört hast . Es gibt uns Freude , daß durch den Frieden mit Mailand und durch den Reichstag , der abgehalten werden wird , der Zug und das Wirrnis , das er unsern Ländern zu Hause bringt , geendet ist . « Wladislaw , der König von Böhmen , sprach : » Hocherhabener Kaiser , du hast für das , was meine Männer getan haben , mich , meine Männer und unsere Länder mit unaussprechlichen Ehren geziert . Ich lege meinen Dank , den Dank meiner Männer und den Dank unserer Länder vor deinen Thron . Er wird nicht enden , so lange einer lebt , der geehrt worden ist , und er wird auf die Nachkommen vererben . Und weil das erste Ziel des Ritterzuges nach Mailand erreicht ist , die Wahrung der Würde durch die Strafe der Stadt , und weil das andere kein Ding der Waffen , sondern des Rates ist , so erlaube mir , daß ich mit den Meinigen heimziehe . Es sind Krankheiten unter meinen Männern , und sie würden sich schnell vermehren . Ich empfinde auch , daß ich in Italien durch die Luft und die Sonne erkranke . « Der Kaiser antwortete : » Hocherlauchter König , du hast den Ritterzug erfüllt , ziehe in Frieden , wenn wir auch deines Rates sehr schwer entbehren . Heilet die Krankheiten , die uns von der Stadt gekommen sind , wie auch wir unverzüglich von hier fortziehen wollen , um die unsrigen zu heilen . Wenn der Ratschluß Gottes will , daß ich wieder deiner Hilfe bedürfte , so wirst du sie wohl nicht versagen . « » Ich werde sie mit Freuden leisten « , antwortete der König . Als dieses geschehen war , ließ sich der Kaiser die Krone und den Mantel abnehmen . Dann setzte er einen Helm zu seinem Kriegsgewande auf das Haupt , stieg von dem Throne , und ging vor das Gezelt . Dort bestieg er ein Pferd , ritt gegen das Heer der sieben Züge , und dankte mit der Spitze