nun ein starker Mann , welcher die Heiden einmal einigt , alles an sich reißt . Ich bin nicht zu dem Zuge in das Heilige Land gegangen , weil ich gesehen habe , daß er mit seinen Mitteln die Ziele nicht erreicht . Und er hat sie nicht erreicht . Aber Friedrich wird mit Ruhmesschimmer seinen Zug vollenden , und wenn wir heimkehren , wird dieser Schimmer von unsern Helmen , von unsern Schilden , von unsern Schwertern , von unsern Panzern leuchten . « Er setzte sich nach diesen Worten wieder auf seinen Stuhl . Nun riefen viele Stimmen : » Witiko , Witiko , Witiko . « Dann riefen sie : » Wir ziehen mit , wir ziehen mit . « Andere riefen : » Verzagte bleiben . « Da sprang Kochan auf , und schrie , daß es alles Rufen übertönte : » Laßt mich reden . « Als er aber nicht gehört wurde , schrie er noch stärker : » Laßt mich reden . « Und das wiederholte er mehrere Male . Und da man ihn vernommen hatte , und da es stiller geworden war , rief er : » Ich habe in der Versammlung auf dem Wysehrad , da der Herzog Wladislaw gewählt wurde , gesagt : Es sollen gar keine Herzoge mehr sein , sondern es sollen die Herren der Länder herrschen , wie man erzählt , daß es einst das gewesen ist . Und da sich der neugewählte Herzog Konrad und der früher gewählte Herzog Wladislaw bekämpften , habe ich gehofft , sie werden sich beide zu Grunde richten , und dann werden die Lechen in Frieden die Länder verwalten , und wir werden sie zu gleichen Rechten , zu gleicher Macht und gleicher Herrschaft führen . Aber ich habe mich in allen Dingen geirrt , und es sind mir andere Gedanken in meinem Sinne kund geworden . Viele der mächtigen Lechen haben nur für sich Nutzen erstrebt , und jeder suchte über den andern empor zu kommen , und wenn es ihm gelungen wäre , so wäre er gewalttätiger geworden , als alle Herzoge je gewesen sind . Da kehrte ich meinen Willen zu dem erlauchten Herzoge Wladislaw , und der erlauchte Herzog gedachte nicht mehr meines früheren Tuns , und ich lernte den erlauchten Herzog kennen , und liebte ihn . Ich bin zu dem Kaiser Friedrich gegangen . Ich habe sein schönes Angesicht und seinen goldenen Bart gesehen und den starken Blick seiner blauen Augen , und ich habe seine tönende Stimme gehört . Ich habe ihn auf seinem Zuge gegen die Räuber gesehen , auf Reichstagen , und unter den Abgesandten fremder Könige . Und mit ihm und mit unserem hocherlauchten Könige Wladislaw zu ziehen , und in Gemeinschaft mit tapferen Rittern Siege zu erkämpfen , ist eine Freude , welche für einen Mann keine gleiche hat . Und du , Bogdan , und du , alter Rodmil , denen der erlauchte Herzog ihre Tat gegen Zdik verziehen hat , der nun in dem Himmel ist , ihr solltet nicht gegen den Herzog sein , weil er nun ein König ist , sondern ihn in Demut bitten , daß er euch mit sich ziehen läßt . So rede ich , und habe ein Recht ; denn ich bin nie ein Knecht eines Herzogs oder Königs gewesen , und bin nun der Freund des Königs . « » Nein , nein , nie ein Knecht , Kochan « , riefen Stimmen . Und es entstand ein Rufen des Beifalles in dem Saale . Jetzt stand Rowno auf , und rief : » Ich ziehe mit unserem erhabenen Könige , und meine Sippen ziehen mit , und alle die sollen nicht Ehre und Macht erringen , die sie für sich allein wollen . « Diet rief von seinem Sitze : » Ich und meine Männer ziehen mit . « » Und ich und meine Söhne und die Meinigen ziehen mit « , rief Osel . Odolen schrie : » Die Sache ist so schimmerreich , daß nicht jeder zu sagen braucht : ich ziehe mit ; sonst werden wir mit dem Hören fertig , wenn der Sieg erfochten ist . Der König rüstet , wir rüsten , und wenn gezogen wird , ziehen wir . « » Und wenn du es auch verbietest « , rief Predbor mit seiner starken Stimme , » ich habe heute schon viel gerufen , und rufe jetzt : ich ziehe mit , und weiche dort nicht von dem Platze , bis jeder niedergeschmettert ist , der Übermut gegen uns erhebt . « Dann stand Bogdan auf , und schrie : » Wenn einer sagt , ich sitze zu Hause , und tändle mit Weibern , den verfluche ich . Und ich ziehe mit , und werde mit meinem Schwerte zeigen , daß kein Schwert dem meinen gleicht . « » Ich aber rufe « , sagte Welislaw , » Leib und Leben und Gut und Blut für die Ehre und den erlauchten Ritter , den König . « » Leib und Leben und Gut und Blut « , riefen die Männer . Nun stand Lubomir auf , und sprach : » Hoher König Wladislaw , wenn auch schon viele Jahre auf meinem Scheitel sind , so ziehe ich doch mit dir , und meine Männer und Sippen ziehen mit , und meine Söhne werden wohl auch mitziehen . « Radosta , der Sohn Lubomirs , stand auf , und rief : » Ich und meine Männer ziehen mit . « Moyslaw , der andere Sohn Lubomirs , stand auf , und rief : » Ich und meine Männer ziehen mit . « Und ein großer Ruf der Billigung erscholl in dem Saale . » Mein Alter soll mich nicht von dem Zuge abhalten « , rief Slawibor . » Ich ziehe mit « , rief Nemoy . Jetzt erhob sich wieder langsam der alte Wsebor von seinem Sitze , stieg wieder auf seinen Schemel , und sprach : » Ich tändle zwar nicht in meinem Hause mit Weibern ; aber ich kann nicht mehr nach Italien ziehen , weil die vielen Jahre meinen Körper dazu untauglich gemacht haben . Ich und mein Weib , das in meinem Hause alt geworden ist , beten für dich , o König . Aber meine Männer und Sippen ziehen mit . « Ein Jubelruf erhob sich nach diesen Worten . Wsebor setzte sich wieder langsam auf seinen Stuhl . Nach ihm stand Preda auf , und sagte : » Ich spreche wie Wsebor , und meine Männer werden nicht die letzten sein , die unter den Rittern genannt sind , wenn Ruhm erworben wird , wie der junge Mann Witiko gesagt hat . Sie werden ihn ehrlich mit denen teilen , die noch Freude an ihm haben . « Und es ertönte wieder ein Ruf der Zustimmung . » Ich habe nie mit Weibern getändelt « , schrie Bozebor , » und mein Schwert soll es in Italien erhärten , daß ich ein Mann bin , und die Schwerter der Meinigen sollen erhärten , daß sie Männer sind . « Nach diesen Worten erhob sich der König . Es wurde sogleich ganz stille , und er sprach : » Ich danke dir , alter Wsebor , ich danke dir , Preda , ich danke dir , Lubomir , ich danke dir , Diwis , und dir , Slawibor , und dir , Nemoy , und auch dir , Bozebor , und allen . Ich frage nun die Versammlung , ob einer in ihr ist , der noch seine Rede in einem anderen Sinne oder über ein anderes Ding erheben will , als über den Zug nach Italien . « Es antwortete niemand . » So kann keiner sagen , daß ihm seine Rede entzogen worden ist « , sprach Wladislaw . » Keiner , keiner « , riefen die Männer . » Es ist aber nun nicht mehr nötig , daß ein jeder , der nach Italien ziehen will , es ausdrücklich verkündige « , sagte der König . » Wir ziehen , wir ziehen « , riefen fast alle Männer in dem Saale . » So danke ich euch von dem Grunde meines Gemütes « , sagte der König , » und wie ich ein schlichter Herzog gewesen bin , so werde ich ein schlichter König sein , und wenn ich es vergessen sollte , so werden mich meine alten Freunde und Räte erinnern . Und so schließen wir die Versammlung . Und wer bei dem Zuge nach Italien sein will , der komme in der Mitte des Monates Mai nach Prag , daß wir uns vereinigen . Und ehe der Sommer erscheint , sind wir in den lombardischen Ländern , und gehen mit Gott nach Mailand . « » Nach Mailand , nach Mailand , nach Mailand « , riefen im Sturme die Männer . Und sie erhoben sich schnell , und scharten sich um den König , und riefen ihm zu , und sprachen zu ihm . Und der König verließ seinen Sitz , reichte ihnen die Hände , und sprach mit vielen . Und er ging in dem Saale von der einen Stelle zu der andern , wo Männer waren . Als er so eine Zeit mit ihnen gesprochen hatte , und als sie mit ihm gesprochen hatten , ging er wieder zu seinem Sitze , grüßte noch einmal alle , verabschiedete sich , und verließ im Geleite von Hofherren die Versammlung . Aber die Männer blieben noch in dem Saale , und sprachen mit einander . Und als sie sich zerstreuten , und im Freien waren , zogen immer mehrere mit einander , und sprachen noch eifrig . Die nicht in Prag wohnten , eilten in ihre Heimat , um sich zu rüsten . Witiko ritt mit den Seinigen gegen den mittäglichen Wald . Und es gesellten sich noch viele , die im Mittage wohnten , zu ihm , um mit ihm zu ziehen . Nun begannen die Rüstungen bei den Jungen und bei den Alten . Die Sache von dem Zuge nach Mailand breitete sich unter den Bewohnern der Länder aus , und es entstand eine Begierde , bei dem Zuge zu sein . Die Krieger unter den jungen Männern sprachen von Mailand , die Leute aus dem Volke redeten von Mailand , es wurden Lieder auf den Zug nach Mailand gemacht , und gesungen . Es wurden Waffen herbeigeschafft und ausgebessert , und Landleute achteten nicht mehr des Pfluges , und Arbeiter nicht mehr des Pfriemens , und wollten an dem Zuge teilnehmen . Als Witiko in seine Burg gekommen war , rief er seine Männer , und die , welche in der Nähe der Burg wohnten , zusammen , und verkündigte ihnen den Zug , und sagte , wer mitgehen wolle , müsse sich bereiten . Dann ritt er in die Herberge der unteren Moldau , in den Kirchenschlag , und nach Plan , und an andere Stellen , und versammelte überall die Männer , und sprach mit ihnen von dem Zuge . Sie riefen ihm zu , daß sie mitgehen wollen . Und er sagte , in Friedberg sei im Anfange des Monates Mai die Versammlung . Und die Männer in dem Walde rüsteten sich , und es rüsteten sich die Männer der Burg . Wolf , der mit Bertha in das Witikohaus gekommen war , hatte reiten gelernt , wie die Reiter des Waldes , und hatte sich in Reiterwaffen geübt . Er durfte , weil er bat , mit dem Zuge gehen . Als sich der Tag der Versammlung näherte , übergab Witiko die Herrschaft der Burg an Bertha , die Verteidigung derselben und den Befehl über die Männer und die Geschäfte des Gebietes an Beda . Benno wollte mit nach Mailand gehen . Witiko aber bat ihn , in der Burg zu bleiben , und mit Rat und Zuspruch bei der Hand zu sein . Benno fügte sich . Die Base Hiltrut bat Witiko , sie möge , bis er wieder komme , bei Bertha , Wentila und den Seinigen bleiben . Sie versprach es . Am Tage der Versammlung ging Witiko , da er gerüstet war , zu seiner Mutter und Hiltrut , um den letzten Abschied zu nehmen . Die Frauen segneten ihn . Dann ging er zu Bertha . Sie kam ihm entgegen , und trug einen Kranz von roten Waldrosen auf dem Haupte . » Bertha , du hast jetzt Rosen ? « sagte er . » Sie sind von dem Strauche , der an der Seite des Burghofes in dem gläsernen Schreine steht , und haben mich heuer sehr bald begrüßt « , antwortete Bertha . » Ich habe einmal am Waldfels zu dir gesagt : Die dunkelrote Waldrose ist dein schönster Schmuck , und er ist dein schönster « , entgegnete Witiko , » ich habe mehrere Tage den Strauch nicht gesehen , und habe nicht gewußt , daß seine Blumen blühen . « » Sie blühen « , antwortete Bertha , » und ich habe sie heute genommen . Witiko , du bist ein Mann , sei ein Mann , und gedenke derer , die zu Hause sind . « Dann nahm sie ihn an der Hand , und führte ihn in eine Kammer , in welcher die Kinder schliefen . Es waren zwei Knaben , Witiko und Heinrich . Eine Wärterin saß auf einem Stuhle . Witiko ging zu jedem Bettlein , und machte in der Luft ein Kreuz über die schlafenden Knaben . Dann wandte er sich um , und schloß Bertha in die Arme , und sie küßten sich auf die Lippen . Die Wärterin weinte . Dann ging Witiko zu Benno , und dann gingen alle in die Kirche , und Benno feierte das heilige Opfer . Von der Kirche ging Witiko in den Burghof , und bestieg sein Pferd . Von dem Pferde grüßte er noch die Seinigen , und alle , die da standen , und grüßte auch Huldrik , welcher mit den Armen Zeichen machte . Dann gesellte er sich zu den Kriegern , die sich gesammelt hatten , und ritt mit ihnen zu den andern hinaus , die schon vor der Burg waren . Und von da ritten sie durch den Wald nach Friedberg hinunter . Als sie in Friedberg angekommen waren , fand Witiko die Krieger schon von der Kirche aufwärts zwischen den Häusern aufgestellt . Ihre Lager waren auf den Angern an der Moldau zerstreut . Es waren um vieles mehr Männer gekommen , als versprochen hatten , und als in dem mährischen Kriege gewesen waren . Alle Abteilungen trugen ihre Zeichen . Die Frauen und Mädchen von Friedberg sagten , sie geben denen vom Eckschlage ein schöneres Zeichen , als ihre Geierfedern sind ; die Männer vom Eckschlage lehnten es aber ab . Witiko ordnete die Scharen wie in dem mährischen Kriege , und versammelte die Obmänner . Diese waren die nämlichen , nur statt derer , die ein zu hohes Alter hatten , waren jüngere gewählt worden . Mit den Obmännern untersuchte er die Krieger , und vorzüglich die Reiter . Mit den Obmännern und seinen Befehlsträgern schloß er die , welche unzulänglich gerüstet waren , oder deren Waffengeschick man nicht kannte , oder von denen man nicht wußte , ob man ihrer Tauglichkeit vertrauen könne , von dem Zuge aus . Die andern wurden eingeteilt , und erhielten die Weisung , bereit zu sein , daß sie am Morgen des nächsten Tages ihren Weg betreten können . Am Morgen des nächsten Tages feierte der Pfarrer von Friedberg den Gottesdienst . Ein Teil der Krieger war in der Kirche , ein Teil vor derselben . Nach dem Gottesdienste segnete der Pfarrer die Schar . Dann zog dieselbe von Friedberg auf dem Wege gegen Prag dahin . Sehr viele Menschen begleiteten sie weit , und riefen ihnen Glück zu , und sangen Lieder . Als sie in Prag angekommen waren , zeigte ihnen der Lagermeister den Platz zu ihrem Lager an . Es waren noch viele Lager da , und sie sahen , daß noch immer Menschen herzu zogen . Und an vielen Stellen übten sich Scharen in Waffen . Als die Zeit verflossen war , welche der König zur Sammlung der Krieger bestimmt hatte , las er die tauglichsten aus , und bestimmte sie zum Zuge . Die andern , deren Zahl sehr groß war , mußten , wenn sie bereits Krieger waren , zur Hut des Landes bleiben , oder , wenn sie erst jetzt mit Waffen herbei gekommen waren , wieder in ihre heimatlichen Wohnungen zurückkehren . Die Männer , welche Witiko aus dem Walde nach Prag geführt hatte , wurden alle aufgenommen , und Witiko erhielt wieder den Befehl über sie . Am siebenundzwanzigsten Tage des Monates Mai im Jahre des Heiles 1158 erfolgte der Auszug aus Prag . Die Weiber vieler Krieger , welche früher mit ihren Männern die Lieder von der Belagerung Mailands gesungen hatten , kamen jetzt herzu , und küßten noch einmal mit Tränen ihre Gatten , und reichten ihnen die Kinder zum Küssen . Der Zug ging aus der Stadt Prag an dem Ufer der Moldau ihrem Wasser entgegen in der Richtung gegen Sonnenuntergang dahin . Der König ritt an der Spitze des Zuges . Er war jetzt in einem schöneren Waffenschmucke als in dem Kriege in Mähren , weil es nicht ein innerer Krieg war . Neben ihm ritt Daniel , der Bischof von Prag . Er hatte die Priester und Kapellane Deslaw , Peregrin , Detleb , Vincentius , Otto und noch andere mitgenommen . Dann ritt auch sein Bruder Diepold neben ihm . Weiter zurück ritt Gervasius , der Propst vom Wysehrad und Kanzler des Königs war , dann ritten noch hervorragende Herren und Krieger . Die untergeordneten Führer waren bei ihren Abteilungen . Am dreißigsten Tage des Monates Mai war der Zug in Bohnik angekommen . Dort legte der Bischof Daniel zur Ehre Gottes und zum Heile der Unternehmung in der Kirche , welche Gervasius gebaut hatte , Überbleibsel von Heiligen nieder . Der König und die Herren der Kirche und der Länder und die Krieger wohnten der heiligen Handlung bei , und der König schrieb seinen Namen als Zeuge in die Pergamente . Dann ging der Zug wieder weiter . Als er über die Grenze von Böhmen gekommen war , wurde er wie im Kriege eingerichtet . Er ging gegen die Stadt Regensburg , und mitten durch sie hindurch . Der Kaiser war vor der Stadt Augsburg , und sammelte dort sein Heer . Der König ging aber nicht zu ihm , sondern , weil es so bestimmt war , gegen Freising , und von Freising mittagwärts in das Land Tirol . Dort ging der Zug an Wilten vorüber , und weiter bis an den Fluß Etsch . An den Wassern der Etsch ging er mittagwärts fort . Oberhalb der Stadt Bern , die die Welschen Verona nannten , bauten die Männer aus Schiffen eine Brücke über die Etsch , die auch dem Kaiser dienen sollte , und zogen über dieselbe an das rechte Ufer . Sie zogen an Verona vorüber , und kamen an den Gardasee . Dort machten sie ein Lager , und schlugen die Ölbäume und Granatäpfelbäume zu Verzäunungen , zu Pferdeställen , zum Bereiten ihrer Speisen , und zu anderen Dingen nieder . Das rosenrote Banner des Königs Wladislaw wurde in dem Lager aufgerichtet . Der Kaiser Friedrich zog dann mit seinem Heere desselben Weges , auf dem Wladislaw gezogen war . Bei ihm waren die Erzbischöfe von Mainz , Trier und Köln , die Bischöfe von Eichstätt , Verden , Würzburg und andere , und Fürsten und Herren des Reiches . Indes der Kaiser durch Tirol zog , gingen der Herzog von Österreich und der Herzog von Kärnten durch Friaul . Bei ihnen waren fünfhundert ungarische Reiter . Friedrich , der Herzog von Schwaben , führte die Schwaben und Franken an den See von Como . Berthold , der Herzog von Zähringen , führte die Burgunder und Lothringer über den großen Berg des heiligen Bernhard . Da Wladislaw an dem Gardasee lagerte , kamen Gesandte von der Stadt Verona zu ihm , und baten ihn , er möchte das Gebiet verschonen , weil dasselbe samt der Stadt Verona zu dem Kaiser stehe , und er möge lieber gegen die Stadt Brescia ziehen , welche mit den Mailändern im Bunde sei . Zur Verpflegung des Heeres wollen sie viel Geld zahlen . Der König Wladislaw willfahrte ihnen . Im Anfange des Heumonates brach er sein Lager ab , und zog gegen Brescia . Die Männer fanden vor der Stadt ein ebenes Land voll Korn und anderer Früchte . In diesem Felde stellte der König sein Heer in Schlachtordnung , und ging so bis vor die Stadt . Die Krieger derselben kamen aber nicht heraus . Daher machten die Männer des Königs ein Lager , und nahmen Getreide , Vieh , und was sie erreichen konnten , als Beute . Vieles davon wurde durch Männer nach Böhmen gesendet . Die Bewohner der Stadt ergriff Verzagnis , und auf die Fürsprache des Bischofes Daniel gestattete der König , daß der Kardinal Odo und die Konsuln der Stadt zu ihm als Abgesandte kämen . Sie kamen , und baten , der König möchte ihnen die Gnade des Kaisers wieder verschaffen . Sie brachten dem Könige große Geschenke . Wladislaw verspricht ihnen , ihre Bitten zu erfüllen . Indessen blieb er aber in dem Lager vor der Stadt , und harrte der Ankunft des Kaisers und der andern Züge . Es kam nun zuerst Friedrich , der Herzog von Schwaben . Da die Männer Wladislaws schon zwei Wochen in dem Lager vor Brescia gewesen waren , kam der Kaiser . Der König zog ihm mit seiner Macht entgegen , der König und der Kaiser begrüßten sich , und die Krieger des Kaisers und die Krieger Wladislaws bezeugten einander ihre Freude . Dann kamen die andern Züge . Der König Wladislaw bat nun für die Bewohner von Brescia um Frieden . Der Kaiser gewährte ihn . Die Bewohner von Brescia brachten Geschenke , zahlten sechstausend Mark Silber , stellten Geiseln , und schworen , eine hinreichende Zahl von Kriegern mit dem Heere des Kaisers gegen Mailand zu senden . Gegen diese Dinge nahm der Kaiser die Stadt wieder in seine Gnade auf . Nun kamen auch von den andern treuen Städten des lombardischen Landes Kriegesscharen herbei , und es kamen die treuen Lehensträger mit ihren Männern von den Burgen . Als das ganze Heer versammelt war , gab und verkündete der Kaiser die Kriegesgesetze . Sie waren strenge , daß das Heer in Zucht erhalten werde , und siegesfähig sei . Er sprach zu den versammelten Fürsten und Herren von seinem Stuhle : » Ihr sehet , daß ich nicht Beute und Gewinn suche , noch andern diese Dinge gestatte , sondern daß ich gekommen bin , um das Recht und den Frieden herzustellen . Ich kenne die Übel des Krieges , und habe ihn nicht aus Herrschsucht und Grausamkeit begonnen . Wenn wir die Schmach von Mailand ertrügen , würde man nicht unsere Güte preisen können , sondern uns der Fahrlässigkeit zeihen . Wir tun nicht Unrecht , sondern wehren Unrecht ab , und ihr müsset mit allen Kräften helfen . Wer den Kaiser höhnt , höhnt euch , was dem Kaiser entrissen wird , wird euch entrissen , daher werdet ihr eher alles tun , als daß diese aufrührerische Stadt sagen dürfe , sie habe uns ausgeartet gesehen , und uns die Rechte und Ehren geraubt , welche unsere Vorfahrer errungen und behauptet haben . Daß aber Gerechtigkeit sei , werde ich die Abgesandten der Stadt Mailand , die ich vorgeladen habe , hier empfangen , und wenn die Stadt zur Erkenntnis gekommen ist , und wenn ihre Vorschläge angenommen werden können , dann ist das Recht und der Frieden gewahrt . « Die Fürsten und Herren riefen dem Kaiser freudig zu , und gelobten , seine Weisungen genau zu befolgen , und die Rechtsgelehrten des Lagers sagten , es sei gut , daß man eine solche Stadt nicht ungehört verdamme . Es kamen die Abgesandten der Stadt Mailand . Sie sprachen : » Die gute und getreue Stadt Mailand bringt der Hoheit des Kaisers , welcher der König des italienischen lombardischen Bodens ist , ihre Huldigung und ihre Unterwürfigkeit dar . Die gute und getreue Stadt Mailand hat nie die Rechte des Königs verhöhnt oder sie verletzt . Der König hat das Recht , die obersten Lehen zu verleihen , er hat das Recht , die Lehensträger zusammen zu rufen , er hat das Recht , auf den Reichstagen Gesetze zu geben , er hat das Recht , Richter und Notare zu ernennen , seine Stellvertreter abzuordnen , und zu verlangen , daß sein Heer im Lande verpflegt werde . Die gute und getreue Stadt Mailand hat das eifrige Verlangen , daß diese Rechte im aufrechten Bestande sind . Der fränkische König Karl hat die römische Kaiserkrone von dem Heiligen Vater empfangen . Er hat das longobardische Reich erobert , hat den longobardischen König entsetzt , und ist selber der longobardische König geworden . Und dann sind in später Zeit die Könige der Deutschen die Nachfolger Karls geworden , sie haben von dem Heiligen Vater die römische Kaiserkrone erhalten , und haben sich zu Königen des lombardischen Landes gemacht . Aber die Könige waren selten in dem Lande , und die Herren in den Schlössern übten ihren Willen und ihre Gewalt . Da halfen sich die armen Städte selber . Ihre Bürger sammelten sich Kenntnisse und Mittel , schlossen sich an einander , führten mit Ausdauer die Waffen , daß ihnen die Herren nicht schaden konnten . Sie gaben sich seither Satzungen , für die sie ihr Leben einsetzten . So ist es in vielen geworden , und so ist es in der guten getreuen Stadt Mailand geworden . Und weil es so ist , so sollten sie von der Wahl ihrer Könige nicht ausgeschlossen sein , sie sollten auf den Reichstagen zu den Gesetzen mitwirken , und es sollte ihnen gegen ihren Willen kein Stellvertreter des Königs , kein Richter , kein Notar , kein Konsul , kein Oberer gesetzt werden . Dem Könige werden die Mailänder dann stets reiche Geschenke senden , sie werden ihm ein hinreichendes Geld zur Bestreitung der Landeskosten geben , und sie werden , wenn er im Lande ist , zu seiner Hofhaltung und zur Verpflegung seines Heeres nach Kräften und nach Einsicht beitragen . Sie werden immer demütige Untertanen sein , und die Fürsten seines Reiches mit großen Geschenken und Ehrenbezeugungen bedenken , daß das alles in Vollziehung kömmt . « » So hängt ihnen tote Hunde um den Hals , und jagt sie aus dem Lager « , rief Friedrich , der Herzog von Schwaben . » Richte nicht du allein « , sagte der Kaiser . Dann sprach er zu den Abgesandten : » Ihr habt recht geredet , da ihr gesagt habt , wie die Herrschaft an die deutschen Könige gekommen ist . Ihr habt schlecht geredet , da ihr gesagt habt , wie sie geübt werden soll . Den König wollt ihr wählen , der König soll Gesetze geben , die ihr wollt , der König soll Obere einsetzen , die ihr wollt , und der König soll empfangen , was ihr ihm gebet . Wer ist dann der König ? Ihr redet von der Hilfe , die ihr euch selbst gewähren mußtet . Sind die Übel nicht entstanden , weil die Macht der Könige zu schwach geübt wurde ? Daher die wilden Kriege gegen die Herren im Lande , die Kriege der Städte unter einander . Sind die Kriege durch die Könige oder durch euch entstanden ? Ihr wollt frei von Bedrückung sein , und bedrückt andere . Seid ihr nicht grausamer gegen Lodi gewesen , als je ein fremder Kriegsmann ? Meint ihr , ich habe vergessen , daß ihr bei meinem Heimzuge aus Rom mit denen von Verona im Einverständnisse eine Brücke bautet , die unter meinem Heere brechen sollte , und daß ihr mich in den Engpässen überfielet , damit ich umkomme ? Meint ihr , ich habe vergessen , daß ihr Tortona , das ich zerstört habe , sogleich wieder hergestellt und in euern Bund gezogen habt , daß ihr meine getreue Stadt Pavia bekämpft und ihr einen Vorsteher von Mailand gegeben habt , daß ihr meinen Markgrafen von Montferrat bekriegt und seine Schlösser erobert habt , daß ihr Brescia und Piacenza in euern Bund wider mich genommen habt ? Und soll ich es vergessen , daß ihr vor meinen Ohren jetzt die Fürsten zu gewinnen strebt , daß sie euch zu Sinne sind ? « Darauf antwortete einer der Gesandten : » Wir wissen nichts von dem Verrate bei Verona , wir haben denen von Tortona , weil sie baten , nachbarliche Hilfe geleistet , und haben uns gegen die , welche uns unterdrücken wollten , gewehrt . Wir sind nichts anders als treue Untertanen des Königs gewesen . Was die Kriege der Städte gegen einander betrifft , so ist das in Freistaaten so , sie haben ihre Liebe und ihren Haß für sich . « » Du hast das Wort gesagt « , sprach der Kaiser , » ihr seid Freistaaten , und ein Freistaat ist kein Untertan . Ist die Stadt Mailand die getreue , und bedarf sie des Schutzes , so rufe sie den des Königs , wie die andern treuen Städte getan haben . Ihr habt hier Worte der Herrschaft gesprochen , habt ihr nicht auch die der Unterwerfung ? « » Wir haben nach Auftrag die demütigen Bitten der Unsern vor unsern König gebracht « , sagte der Abgesandte . » So sind wir fertig « , sprach der Kaiser .