, genannt von Friedland , geboren zu Potsdam 18. Juli 1772 , vermählt zu Cunersdorf 23. September 1792 , gestorben zu Berlin 13. April 1848 . « Denkmal : Eine zugeschrägte Marmortafel trägt die entsprechenden Reliefs . Gräfin Itzenplitz sitzt , mit dem Ausdruck heiterer Ruhe , auf einer Bank . Neben ihr ein Fruchtkorb , auf dem die Linke ruht ; in der Rechten hält sie ein aufgeschlagenes Pflanzenbuch , zum Hinweis auf ihre Vorliebe für Garten- und Pflanzenkunde . – Ebenfalls von Rauch . 6. » Gräfin von Itzenplitz , geb . Gräfin von Bernstorff . « Denkmal : Der Engel des Todes entführt die Mutter ihren Kindern ; aber noch im Scheiden sucht sie schützend ihren Schleier um alle die zu breiten , die sie zurückläßt . – Eine vortreffliche Arbeit von Friedrich Tieck . 7. » Gräfin von Itzenplitz , geb . von Sierstorpff . « Denkmal : ein einfaches Marmorkreuz . 8. » Gräfin von Itzenplitz , geb . von Kroecher . « Denkmal : Die Sterbende preßt das Kreuz an ihre Brust , während ihr der Engel des Todes den Kranz reicht . – Von Hugo Hagen . Der Platz der neunten Nische ist noch frei . Graf Heinrich von Itzenplitz , der gegenwärtige Besitzer der Herrschaft , hat ihn für sich reserviert , um hier an der Seite der Seinen zu ruhen . Der Friedhof selbst aber , von dem wir jetzt Abschied nehmen , und von dem wenige wissen , bildet eine Sehenswürdigkeit unserer Mark auch nach der Seite des Künstlerischen hin . Die besten bildnerischen Kräfte , die unser Land hervorgebracht , hier waren sie tätig : Schadow , Rauch , Tieck . Und keiner von ihnen ist an dieser Stelle hinter sich selbst zurückgeblieben . Die schönste Stunde im Schloß ist die Morgenstunde . Noch ist alles still ; draußen leuchtet ein klarer Septemberhimmel , Luft und Sonne strömen durch das offene Fenster ein . Unter dem Fenster hin zieht sich ein Garten , mit Rasenplatz und Blumenrondell . Die Gänge sind frisch geharkt ; keine Fußspur unterbricht die glatten Furchen : nur hier und da sieht man ein Gekräusel im Sand , von einem Huhn herrührend , das sich aus dem Hof in den Garten stahl . Die Bosketts sind abgeblüht ; die Spätlinge des Jahres , meist rote Verbenen , haben an der Rampenwand ein warmes Plätzchen gesucht ; dort trifft sie eben die volle Morgensonne . Hinter dem Garten steigt der Park auf und mitten durch den Park hin , in gerader Linie auf das Schloß zu , zieht sich , kanalartig , ein breiter Teich . Die Bäume zur Rechten des Wassers stehen dicht und dunkel ; aber nach links hin lichten sie sich , und durch die Lichtungen hindurch , über weiße Birkenbrücken hinweg , blicken wir weit in das offene Wiesenland hinein . Friede ringsum . Auf das Fensterbrett vor mir setzt sich ein Spatz und zwitschert und sieht mich an , als erwarte er sein Morgenbrot von mir . Er pickt die Krumen auf , die ich ihm hingeworfen , und unterwegs seine Flügel ins Wasser tauchend , fliegt er über die Breite des Teiches hin . Einzelne Sträucher lachen mit roten Beeren aus dem Unterholz des Parkes hervor ; die große Linde , halb herbstlich schon , streut bei jedem Luftzug ein gelbes Blatt auf die Gänge nieder ; aber im Fallen zögern einzelne Blätter wieder und raffen sich auf , als überlegten sie , ob sie nicht lieber steigen sollten . Vereinzelte Vogelstimmen singen in den Morgen hinein ; sonst alles still : nur das Wasser , nun fast ein Jahrhundert schon , fällt an derselben Stelle melodisch-einförmig über das Wehr , wie ein Ewiges , das die Bilder der Zeitlichkeit umschließt . Gusow Der alte Derfflinger Der alte Derfflinger Die Stettiner hatten sich unterfangen Eine Schere ausgehangen Dem Feldmarschall nur zum Hohn . » Wart , ich will euch auf der Stelle Nehmen Maß mit meiner Elle , Kreuzmillionenschocksschwernoth . « Lied vom Derfflinger Georg Freiherr von Derfflinger wurde den 10. März 1606 zu Neuhofen in Oberösterreich geboren . Die Bedrückungen , denen sich die der neuen Lehre zugetanen Eltern um ihres Glaubens willen ausgesetzt sahen , führten zu einer Übersiedelung nach Böhmen , dem damaligen » Protestantenlande « . Wie hier die Jugend des jungen Derfflinger verlief , ist nur zu mutmaßen . » Er wuchs auf in Gottesfurcht und Redlichkeit , und sein Vater , um niemanden zu beschweren , ließ ihn Schneider werden . « So berichtet Pauli in seinem » Leben großer Helden « und aller entrüsteten Gelehrsamkeit zum Trotz ist es im Herzen des Volkes dabei geblieben . Und warum uns auch gewaltsam um jeden hübschen poetischen Zug in unseren Überlieferungen bringen ! Indessen Schneider oder nicht , keinesfalls war er es lange . Der Held steckte drin und wollte heraus . Dazu waren denn die damaligen Tage die besten Tage . Alles stand in Krieg , und Böhmen war sein eigentlicher Schauplatz . Wenigstens zu Beginn der Verwicklungen . Derfflinger trat als Gemeiner unter die Freischaren des Matthias von Thurn , machte alle Streifzüge mit und war mutmaßlich unter denen , die sich , nach Zersprengung des Korps , mit dem Führer desselben nach Ostpreußen wandten , um daselbst unter schwedischer Fahne weiterzukämpfen . Einzelheiten über diesen Abschnitt seines Lebens fehlen , ebenso über seine Teilnahme an den großen Kämpfen , die , nach der Landung Gustav Adolfs , in Sachsen und Mitteldeutschland folgten . Nichts verlautet über Lützen , Nördlingen , Wittstock , doch muß seine Stellung bereits um 1637 eine derartig befestigte gewesen sein , daß ein arger Echec , den er um eben diese Zeit erfuhr , sein Ansehn im schwedischen Heere nicht mehr erschüttern konnte . Im genannten Jahre nämlich befand er sich mit einer Armeeabteilung in Thüringen , und Banér ließ ihn auf seinem Weiterzuge zurück , um die Brandschatzungsgelder daselbst einzutreiben . Er lag in Hettstedt , eine Meile von Mansfeld , und hier war es , wo er von einem kaiserlichen Oberst namens Druckmüller mit 1000 Kroaten und 1500 Reitern überfallen wurde . Der Echec war ein totaler : 400 Mann wurden niedergehauen , 500 Mann gefangen , und nur mit Mühe gelang es ihm , sich mit etwa 60 Pferden durchzuschlagen . » Aber « , wie Pauli metaphorisch hervorhebt , » Unglücksfälle sind zuweilen einem Wasserdurchbruche gleich , wodurch ein Stein mit fortgeschwemmt wird , der auf einem Samenkorne lag . Und nun geht das Samenkorn auf und bestaudet sich nur um so stärker . « Jedenfalls wurde der Ausgang dieser Affäre , wie schon angedeutet , unserem Derfflinger nicht zum Übeln angerechnet , und als zwei Jahre später Leonhard Torstensson an die Spitze des Heeres trat , erfolgten besondere Vertrauensstellungen , darunter eine Mission an den siebenbürgischen Fürsten Georg Rákóczy , der in das Bündnis gegen den Kaiser hineingezogen und zu einer Diversion bestimmt werden sollte . Das Jahr darauf , unmittelbar nach der zweiten Leipziger Schlacht gegen Piccolomini , wurde Derfflinger nach Stockholm hin abgeschickt , um der Königin Christine mündlich die Siegesnachricht zu bringen , und dies mochte der Zeitpunkt sein , den Pauli , zu seinem Lieblingsbilde zurückgreifend , in folgenden Worten geschildert hat : » Bis dahin war Derfflinger einer Staude gleich gewesen , die neben unzähligen andern unbeobachtet fortwächset . Endlich aber kommt die Zeit , wo man gar besonderer Umstände an ihr gewahr wird . Denn sobald an einer Staude nicht nur ungewöhnlich viel Halme zu schießen beginnen , sondern jeder Halm auch Ähren von ungewöhnlicher Zahl und Länge treibt , pflegen wir unsere Freunde hinzuzuführen und auch Fremde kommen , um die völlige Reife dieser vorzüglichen Staude zu beobachten und zu bewundern . « So Pauli . Wo indessen viel Preis ist , ist auch viel Neid , und von diesem Augenblicke höchster Auszeichnung an scheint sich Derfflinger , wo nicht in seiner Stellung , so doch jedenfalls in seinem Behagen erschüttert gefühlt zu haben . So kam es denn , daß er unmittelbar nach dem Friedensschlusse seinen Abschied nahm und 1654 als ältester Generalwachtmeister und Regimentsinhaber in die Dienste Kurbrandenburgs trat , dem er , wie schon erwähnt , um diese Zeit ohnehin bereits durch seine Gemahlin und seine Besitzungen angehörte . Und es sollt ' ihm alsbald nicht an Gelegenheit fehlen , sich auch in seinem neuen Dienste geltend zu machen . Der Kurfürst – mit in den Krieg verwickelt , der damals zwischen König Karl Gustav X. von Schweden und dem Könige Johann Kasimir von Polen geführt wurde – fand es seinen politischen Zwecken entsprechend , auf die Seite Schwedens zu treten , und schlug mit ihm gemeinschaftlich die dreitägige , siegreiche Schlacht bei Warschau . Über den Anteil Derfflingers an diesem Siege liegen keine direkten Mitteilungen vor , doch wird über kleine Aktionen : Erstürmung des Klosters Prement und des Städtchens Bomst berichtet , die wahrscheinlich unter seiner speziellen Leitung ausgeführt wurden . Der Kurfürst erhob ihn zum Generalleutnant und wirklichen Geheimen Kriegsrat , zugleich unter der Zusicherung , » daß ihm im Kommando nur der Feldmarschall Sparr und der General Graf Waldeck vorangehen , sonst aber keiner ihm vorgezogen werden solle . « Dies war 1656 . Die politische Lage verschob sich indessen rasch , und schon das Jahr darauf war aus dem Bündnisse mit Schweden gegen Polen ein Bündnis mit Polen gegen Schweden geworden . Die macchiavellistische Politik jener Zeit gestattete solche Sprünge , die wir heute verwerfen oder mindestens mehr verkleiden würden . Der Krieg wurde wechselweis in Pommern und Dänemark geführt , Derfflinger war mit vor Alsen und Tönningen , auch wohl vor Fünen , und schickte sich eben zu weiteren Operationen an , als der Friede zu Oliva 1660 den Feindseligkeiten ein Ende machte . Es folgen nun vierzehn Friedensjahre , 29 bis 1674 das mit immer neuen Ansprüchen an Kaiser und Reich hervortretende Frankreich den Kurfürsten abermals zu Felde rief . Er brach mit 16000 Mann an den Oberrhein auf und vereinigte sich bei Straßburg mit dem kaiserlichen Oberfeldherrn Herzog von Bournonville . Mit ihm war Derfflinger . Beider Truppen bezogen ein Lager bei Bläsheim . Am 8. Oktober ging man über den Breuschfluß und nahm hier , angesichts des gelagerten Feindes , eine Stellung . Bournonville befehligte den rechten , der Kurfürst den linken Flügel . Der Feind war nicht stark und diesseitig erwartete man den Befehl zum Angriff . Ja mehr , man drang darauf . Aber Bournonville suchte Ausflüchte und hob insonderheit hervor , daß ein breiter und tiefer Graben vor der Front des Feindes läge . Der Kurfürst ließ nun Brücken über den Graben schlagen und leitete seinerseits das Gefecht durch ein paar Stückkugeln ein , ohne jedoch den Oberfeldherrn durch ein solches Vorgehen umstimmen zu können . Es wurde vielmehr ein Kriegsrat einberufen , der erst die Frage : » Angriff oder nicht « entscheiden sollte . Derfflinger war zugegen und nahm das Wort . » Er habe den Feind zweimal rekognosziert und eine bessere Gelegenheit ihn anzugreifen sei nicht denkbar . « Aber Bournonville beharrte bei seiner entgegengesetzten Ansicht . Im Zorn erhob sich jetzt der Alte und erklärte , dem Kriegsrat nicht länger beiwohnen zu wollen . Unter ähnlichen Streitigkeiten vergingen Wochen und Monate , bis endlich , am 4. Januar 1675 , der Kurfürst aufbrach , um in Franken die Winterquartiere zu beziehen . Hier lag er noch in der Nähe von Schweinfurt , als ihm in der letzten Maiwoche die Nachricht kam , daß die Schweden , als Verbündete Frankreichs , in die Kurmark eingebrochen seien und schlimmer als in den Zeiten des Dreißigjährigen Krieges darin hausten . So fort brach der Kurfürst auf , um seinem bedrängten Lande zu Hilfe zu eilen . Mit ihm Derfflinger , der am 14. Juni vor Rathenow erschien und am 15. die vom Obersten Wangelin verteidigte Stadt im Sturme nahm . Unverzüglich ging es weiter , quer durch das Luch auf Cremmen und Linum und zuletzt auf Fehrbellin zu . Die sich nun entspinnende Schlacht , in der sich namentlich auch Derfflinger durch Scharfblick und Selbständigkeit des Urteils auszeichnete , geb ' ich nach den Aufzeichnungen , die der kurfürstliche Kammerjunker Dietrich Sigismund von Buch in seinem Tagebuche darüber gemacht hat . » ... Se . kurfürstl . Durchlaucht sagten mir am 17. , ich solle ihn in der Schlacht nicht verlassen , sondern immer bei seiner Person bleiben , und ich füge hinzu , daß dies Vertrauen , welches er mir zeigte , mich mehr verpflichtete , als hätte er mir tausend Thaler geschenkt . Er sagte auch , ich sollte aufmerksam sein , wenn jemand in der Hitze des Kampfes sich an ihn schliche , so daß sich niemand nähern könne , ohne daß ich Acht darauf hätte . Ich antwortete ihm , daß ich alles thun würde , was ein anständiger Mann thun könne . Da sagte Se . K. Durchlaucht : › Ja , ich weiß es , daß ihr es thut und ihr habt es bis jetzt immer gethan . ‹ Nachdem wir noch eine gute Stunde marschirt waren , ließ uns Generalmajor Lüdecke – der an diesem Tage die Avantgarde führte – sagen , daß der Feind zum größten Theil den Paß überschritten habe . Andere hielten noch in der geschlossenen Stadt ; er bäte Se . Kurfürstl . Durchlaucht ihm Dragoner zu senden ... « ( Dies geschah . Generalmajor Lüdecke warf den Feind aus der Stadt hinaus und empfing von dem nachrückenden Kurfürsten Befehl , statt bloßer weiterer Verfolgung eine Tournierung und Überholung zu versuchen , um so die Flüchtigen zwischen zwei Feuer nehmen zu können . Dieses in Erwägung der Terrainbeschaffenheit sehr schwierige Manöver führte Generalmajor Lüdecke auch aus , ohne jedoch den vorgedachten Zweck zu erreichen . Das Tagebuch erwähnt dieses Scheiterns in aller Kürze . Und zwar wie folgt : ... ) » Anderen Tages , am 18. , brachen wir von dem Städtchen Cremmen her auf . Unterwegs stießen wir auf den uns entgegenkommenden G.-M. Lüdecke , der den sich eilig zurückziehenden Feind nicht mehr zu überflügeln vermocht hatte . Jetzt bat der Prinz von Homburg um die Avantgarde und nachdem er sie erhalten , folgte derselbige dem Feinde in gutem Trabe . Unterdessen berieth sich Se . K. D. mit Herrn Derfflinger , was unter diesen Umständen zu thun sei . Derfflinger war der Meinung , alle Brücken und Dämme zu zerstören , dadurch dem Feinde jeden Succurs , aber zugleich auch jeden Rückzug abzuschneiden und ihn auf diese Weise zu zwingen , in spätestens zwei Tagen um sein Leben zu bitten . Das war ein guter Plan ; aber Se . K. D. meinte , da man so nah am Feinde sei , müsse derselbe Fell oder Federn lassen , worauf der Feldmarschall Derfflinger antwortete : › Wohlan Monseigneur , ich glaubte als General verbunden zu sein , meine Meinung zu sagen , welcher Art ich es für am vortheilhaftesten und sichersten hielte ; aber wenn es Eure Hoheit gefällt die andre Meinung zu wählen , so hält mich dies nicht ab dem Feinde allen Schaden zu thun , wenn dies auch mit mehr Gefahr und größerem Wagniß verbunden ist . ‹ Der Feind hatte mittlerweile , durch den Prinzen von Homburg gedrängt , seinen Rückzug immer weiter fortgesetzt , und stand jetzt bei dem Dorfe Hakenberg , zwischen Linum und Fehrbellin . Er sperrte den über das Plateau führenden Weg und hatte das Luch zur linken , ein Gehölz zur rechten Hand . In Nähe dieses Gehölzes befand sich ein kleiner Sumpf , daneben ein paar Sandhügel , auf deren Höhe Strauchwerk wuchs . An dieser Stelle drangen wir vor , postirten auf die Höhe der Sandhügel unsre Geschütze und gaben ihnen , da wir keine Infanterie zur Hand hatten , das Regiment Derfflinger-Dragoner zur Bedeckung , das an diesem Tage , da sein Oberstlieutenant bei Rathenow getödtet worden war , vom Capitain von Kottwitz geführt wurde . Bei jedem Geschütze standen 50 bis 100 Mann , einigermaßen durch die Büsche geschützt . Gleichzeitig stellten wir noch vier Schwadronen auf : eine von den Trabanten und drei vom Regiment Anhalt . Sie waren nicht gut placirt ; aber wir mußten es , da das Fußvolk fehlte und wir die Geschütze nicht ohne Deckung lassen durften . Der Prinz von Hessen-Homburg stand dem feindlichen linken Flügel gegenüber , also dem Luche zu . Nun begannen wir unsere Geschütze spielen zu lassen . Der Feind indessen , als er wahrnahm , daß wir kein Fußvolk hatten , avancirte mit einem Infanterie-Regiment gegen unsere Hügelposition . Dies wurde von G. E. 30 bemerkt . Er eilte sofort zum Generalfeldmarschall Derfflinger und sagte ihm : › wenn er nicht schnell die vier Escadrons von den Trabanten und dem Regiment Anhalt unterstütze , würden die Geschütze verloren gehen . ‹ Da er sich dabei ein gewisses Ansehen gab , welches dem Generalfeldmarschall Derfflinger nicht gefiel , so sagte dieser : › er solle sich keine Sorgen machen , sondern nur thuen , was seine Schuldigseit sei . ‹ Da ich mittlerweile sah , daß die Noth wirklich drängte , so sagte ich dem Feldmarschall , während ich zugleich um der Freiheit willen , die ich mir nahm , um Entschuldigung bat , daß die Feinde schon mit gefällten Piken vorrückten und daß es sich vielleicht empfehlen würde , zwei oder drei weitere Escadrons durch das kleine , ganz unbesetzte Holz vorrücken zu lassen , um die vier gefährdeten Escadrons , so wie die seines eigenen Regiments zu souteniren . Dies fand er gut . Er sagte mir also : › Mein Herr , da Sie heute die Gegend recognoscirt haben , kennen Sie die Situation ; und so bitte ich Sie , drei Escadrons , die Sie zuerst finden , durch das lichte Holz zu führen und die Geschütze dadurch besser zu decken . ‹ Als ich drei Escadrons zur Hand hatte , begegnete ich dem Prinzen von Homburg . Er fragte mich › wohin ich wolle ‹ , und als ich ihm die erhaltenen Befehle mittheilte , antwortete er mir › er wolle mitgehen . ‹ Und so nahm er das Commando . Es war die höchste Zeit . Denn die vier Escadrons von den Trabanten und dem Regiment Anhalt flohen bereits und schrien die Derfflinger-Dragoner um Hülfe an . Diese aber , die gewillt waren , sich bei den Geschützen niederhauen zu lassen , konnten ihnen keine Hülfe gewähren . In diesem Augenblicke war der Prinz von Homburg heran und attackirte das schwedische Fußvolk . Es war das Infanterie-Regiment Dalwig , früher Königsmark , und nachdem der Kampf eine Weile hin und her geschwankt hatte , wurde der Feind in Stücke gehauen . Nicht zwanzig Mann entkamen ; sechzig oder siebzig wurden gefangen genommen , der Rest war getödtet . Unter ihnen der Commandeur , Oberstlieutenant v. Maltzahn . Er fiel an der Tête des Regiments . Dies war ein sehr tapferer Mann , der in großer Achtung bei den Schweden stand . Er starb ja auch gut . « Ich breche hier die Mitteilungen aus » von Buchs Tagebuch « ab , da mir nur daran lag , aus jenen Mitteilungen das herauszugreifen , was in nähere Beziehung zu Derfflinger tritt . Fehrbellin war geschlagen , aber der Krieg nicht beendet . Zur Strafe für den tückischen Angriff sollten die Schweden jetzt in ihren eigenen pommerschen Besitzungen angegriffen werden . Und in der Tat , am 9. November selbigen Jahres ward ihnen Wolgast entrissen , damals der » Schlüssel zu Stettin « . Der schwedische Feldmarschall Mardefeld versuchte zwar eine Wiedereroberung und drang auch , da der Frost alle Gräben mit Eis bedeckt hatte , mit stürmender Hand bis an die Festungswälle vor , als er jedoch zur Wiederholung des Sturmes schritt , erschien Derfflinger und entsetzte die Stadt . So blieb Wolgast unser . Freilich Anklam , Demmin und Stettin , dazu Rügen , Stralsund und Greifswald waren nach wie vor in Händen des Feindes , und es bedurfte noch einer beinah dreijährigen Kriegführung , ihnen auch diese Punkte zu entreißen . Besonders bemerkenswert war die Eroberung von Rügen und Stralsund . Dabei wirkte die holländische Flotte mit . Auf einer Flotte von 210 Schiffen und 140 Booten – so schreibt Pauli – befand sich die kurfürstliche Macht . Den Oberbefehl führte Derfflinger . Der holländische Seeheld Tromp befand sich ebenfalls an Bord . Drüben auf Rügen befehligte Graf Königsmark die feindlichen Streitkräfte . Am 13. September setzten sich die diesseitigen Boote auf die Insel zu in Bewegung . Königsmark ließ sie mit acht Kanonen angreifen , aber sie landeten und ihre Mannschaften erstiegen das Ufer . Zuletzt war auch Reiterei drüben . Derfflinger setzte sich an die Spitze derselben , nahm den Schweden eine Standarte und 200 Gefangene ab und vertrieb den Rest von der Insel . An diese Wegnahme Rügens schloß sich die von Stralsund . Ende September erfolgte die Zernierung und am 10. Oktober eröffnete der berühmte Artillerieoberst Ernst Weiler das Bombardement . Und zwar aus 80 Halbkartaunen , 22 Mörsern und 50 Haubitzen . Schon mit anbrechendem Morgen stand die Stadt in Flammen , und man sah alsbald drei weiße Fahnen auf Mauern und Türmen . Derfflinger ritt mit einem Trompeter heran , um die Meinung der Stadt zu hören , aber man wollte von Kapitulation nichts wissen , und so begann um neun Uhr die Beschießung von neuem . Und nun erschienen Abgesandte der Stadt . Die Verhandlungen wurden eingeleitet , und am 20. hielt der Kurfürst seinen sieghaften Einzug . Diesem pommerschen Kriege , der von 1675 bis 1678 gedauert hatte , folgte wenige Monate später der so berühmt gewordene Feldzug in Ostpreußen . General Horn war von Livland aus über den Njemen gegangen und bedrohte Königsberg , und wie der Kurfürst im Mai 1675 in fliegender Eile von Schweinfurt aufgebrochen war , um die Schweden aus der Kurmark zu jagen , so brach er jetzt im Januar 1679 von Berlin her auf , um denselben Feind aus Ostpreußen hinaus zu werfen . » Der Schrecken ging vor ihm her und der Sieg war sein Begleiter . « Die Schweden retirierten und Derfflinger , ihnen den Rückzug abzuschneiden , ging in Schlitten über das Kurische Haff . Aber es gelang nur , ihren Nachtrab einzuholen . Daß sie nichtsdestoweniger beinah völlig vernichtet wurden , war den Strapazen und der Kälte zuzuschreiben . Ausführlicher über diesen Feldzug habe ich weiterhin in dem Kapitel Tamsel berichtet . Endlich war wieder Frieden und eine Reihe stiller Jahre begann , bis abermalige Zerwürfnisse mit Frankreich auch abermals an den Rhein und im Laufe des Feldzuges zur Belagerung von Bonn führten . Das war 1689 . » Dieser Tage « , so heißt es in dem Belagerungsjournal , » ist der alte Feldmarschall Derfflinger angekommen « , und anderen Aufzeichnungen entnehmen wir , » daß nach Ankunft des Feldmarschalls dann und wann eine Kriegskonferenz gehalten wurde . « Bald darauf ergab sich die Stadt . Am 10. Oktober . Das alles war wie der Nachklang eines kriegerischen Lebens und der nun dreiundachtzigjährige Derfflinger zog sich » des Treibens müde « in sein ihm immer lieber gewordenes Gusow zurück . Er lebte hier ganz seinen nächsten Interessen , vor allem aber der Verschönerung und Pflege seines Parkes . Hof und Haus waren seine Welt geworden . Am 4. Februar 1695 starb er und wurde , seinem letzten Willen gemäß , in dem schon fünfundzwanzig Jahre vorher von ihm erbauten Erbbegräbnisse beigesetzt » ohne Gepränge und ohne Lobrede auf sein Leben und seine Taten . « Der Geistliche – Salomon Sannovius – hatte sich in seiner Predigt auf den Ausspruch zu beschränken » Gott habe den Entschlafenen in fast fünfundsiebzigjährigen Kriegsdiensten von der niedrigsten bis zur höchsten Stufe gelangen lassen . « Kurfürst Friedrich III. ließ seinem Feldmarschall zu Ehren eine Gedächtnismünze prägen , die auf der einen Seite Derfflingers Porträt , auf der andern sein Wappen zeigt . Darunter ein Mars und ein Herkules mit der Umschrift : His Majoribus . » Durch diese Ahnen . « * Derfflinger war rüstig und stark und die Natur schien ihn zum Krieger gebildet zu haben . Unter einer breiten Stirn eine römische Nase ; dazu volles krauses Haar und starke Augenbrauen , aber nur wenig Bart über der Oberlippe und etwas verstutztes Haar am Kinn . So viel über seine äußere Erscheinung . Was seinen Charakter angeht , so leuchtet sein großer Mut hervor , oder wie sein ältester Biograph im Stile seiner Zeit sich ausdrückt : » Der Muth war sein Vater und die Schlacht seine Mutter , während sein Zelt dem eisernen Bett des Riesen Og von Basan glich . « Es war ihm ein Stolz , sich aus allerniedrigster Lebenssphäre zur höchsten emporgearbeitet zu haben , und wohl durfte er – dazu herausgefordert – dem französischen Gesandten Grafen Rebenac antworten : » Ja , Herr , der Schneider bin ich . Und hier die Elle , womit er alle feigen Seelen der Läng ' und Breite nach zu messen pflegt . « Der Hergang wird verschieden erzählt , aber im wesentlichen läuft er in all seinen Versionen auf dasselbe hinaus . Durch und durch ein » Charakter « , scheint er all sein Leben lang zu den spezifisch Unbequemen gehört zu haben , obschon der Italiener Leti von ihm rühmt , » daß er sich bei Hofe in angemessener Sanftheit und Feinheit bewegt habe « . Aber wenn dies auch zutreffen sollte , so wird doch sein Auftreten » im Dienst « von seinem Auftreten bei Hofe sehr verschieden gewesen sein . » Thun wir unsere Schuldigkeit als Generals « , rief er in einem Kriegsrat am 25. Dezember 1674 dem Kaiserlichen Obergeneral Herzog von Bournonville zu » und sitzen wir hier nicht still wie alte Weiber « . An solchen und ähnlichen Aussprüchen ist kein Mangel . Ohne Menschenfurcht war er in seiner Rede voller Freimut . Es scheint aber doch , als ob er nicht nur freimütig , sondern auch in hohem Grade erregbar gewesen sei . Wir finden ihn immer unzufrieden , immer verletzt , eine Gemütsstimmung , der er denn auch in einem Reime Ausdruck gab , den er dem sächsischen Feldmarschall Grafen Baudissin in das Stammbuch schrieb : Wind und Regen Ist mir oft entgegen , Ducke mich , laß es vorübergan , Das Wedder will seinen Willen han . Und dieses alles richtete sich im wesentlichen gegen seinen » gnädigen Herrn den Kurfürsten « , der seinerseits , bei sonst hitzigem Temperament , seinem Feldmarschall-Murrkopf gegenüber eine wahrhaft bewundernswerte Nachsicht und Langmut an den Tag legte . Meist waren es Rangfragen , die den Unmut des alten » Grognard « erregten , und ähnliche Szenen , wie sie schon 1670 gespielt haben , als er sich dem Fürsten Johann Georg von Anhalt-Dessau ( Vater des » alten Dessauers « ) nachgestellt glaubte , 31 wiederholten sich , als der Große Kurfürst siebzehn Jahre später dem Grafen von Schomberg das Kommando der Brandenburgischen Armee übertrug . Es entspann sich ein sehr gereizter Briefwechsel , aus dem zur Charakterisierung beider Briefschreiber , des Kurfürsten und seines Feldmarschalls , folgende Stellen hier einen Platz finden mögen . Wollgeborener besonders lieber General-Feldmarschall . Es ist Euch annoch außer Zweifel erinnerlich , was ich mit Euch zum öfteren wegen eines tüchtigen und capablen Generals , den ich meine Armee und Militz en Chef zu commandiren anvertrauen könnte , in gnädigstem Vertrauen geredet , weßgestalt Ihr auch jedesmal dafür gehalten , daß unter andern Qualitäten , die zu einer so vornehmen Charge erfordert werden , Ich insonderheit darauf zu reflektiren hätte , daß er ein Teutscher , der teutschen Sprache kundig sein müsse . Nachdem ich nun von Tag zu Tage mehr wahrnehme und spüre , wie nützlich und nöthig mir eine solche Person sei , auf die Ich mich verlassen und welche allemahl bei mir gegenwärtig sein könne , umb bei allerhand vorfallenden wichtigen Angelegenheiten mir mit raht und taht an Hand zu gehen , zumahlen da Ihr nach Gottes Verhängniß nun eine so geraume Zeit hero unpäßlich und nicht im stande gewesen Eure Dienste bei mir zu versehen , als hat es sich neulicher Tagen also gefüget , daß der Maréchal Graf von Schomberg , welcher der Religion halber Frankreich und Portugal verlassen müssen , sich allhier bei Mir eingefunden und sich nicht abgeneigt gezeiget , meine Dienste allen anderen zu präferiren , ungeachtet Ihm vom Kayser , Engelland und Prinz von Oranien allerhand stattliche und vortheilhafte Conditions offeriret worden . Ich habe mich solchem nach in Gottes Namen resolviret , denselben in Meinen Diensten zu accomodiren , und ihm die Stadthalterschaft in Preußen , wie auch das Generalat über meine Truppen zu conferiren ... Und gleichwie Ich der Zuversicht lebe , daß er Mir und Meinem kurfürstlichen Hause gute und nützliche Dienste werde leisten können , also bin ich auch versichert , Ihr werdet als einer meiner liebsten ältesten und treuesten Diener diese meine gefaßte Resolution und Wahl allerdings in unterthänigkeit approbiren . Dem alten Feldmarschall aber , der sich einfach zurückgesetzt fühlte ( er war einundachtzig ) , genügten diese huldvollen Ausdrücke keineswegs und er antwortete : » Durchlauchtigster Churfürst , Gnädigster Herr . Eure kurfürstliche Durchlaucht gnädigstes Rescript unterm Dato Cölln an der Spree den 16. April habe ich heute mit unterthänigstem Respekt erhalten und mit mehreren daraus verstanden , wie Eure Churfürstl . Durchlaucht gnädigst resolviret , den Herrn Marschall Grafen von Schomberg das Generalat über Dero Truppen zu conferiren . Ob ich nun zwar woll gemeinet , daß Ew . Churfürstl . Durchlaucht meine denenselben treu geleisteten unterthänigsten , langwierigsten Dienste , wozu ich auch den Rest meines Lebens gänzlich gewidmet gehabt , hätten gnädigst consideriren wollen , insonderheit da mir Gott nunmehro einen guten Anfang zu meiner Besserung verliehen hat , so habe ich doch Ew . Churfürstl