gemacht . An einem Tage kam auch Huldrik zu Witiko , und sagte , daß er eine Bitte habe . » So bitte , Huldrik « , sagte Witiko , » es wird nichts Ungebührliches sein , und ich werde es erfüllen . « » Es ist etwas Notwendiges « , sagte Huldrik . » So sprich « , sagte Witiko . » Ich bitte , erlaubet mir , daß ich auf dem steinernen Torbogen dieses Hauses , in dem Ihr wohnt , eine Rose mit fünf Blättern einmeißeln lassen darf « , sagte Huldrik . » Liegt dir viel daran , daß dies geschehe ? « fragte Witiko . » Es ist ein Zeichen der Zeiten , und die Zeichen und die Zeiten werden wachsen « , antwortete Huldrik . » So lasse die Rose meißeln « , sagte Witiko . » Und die fünf Blätter werde ich ein wenig mit der roten Farbe bemalen lassen « , sprach Huldrik , » denn die Rose ist die rote Rose . « » Mir sind die roten Waldrosen einmal ein Zeichen geworden « , sagte Witiko . » Seht Ihr « , sprach Huldrik . » So mache sie rot , aber nur ein wenig « , entgegnete Witiko . » Nur so viel , daß die Rose die rote Rose ist « , sagte Huldrik . » So tue es , und mache deine Vorbereitungen , wenn du einmal anfangen willst « , sprach Witiko . » Es muß jetzt geschehen « , sagte Huldrik . » Wer wird die Rose machen ? « fragte Witiko . » Elias , der Steinhauer von Plan « , antwortete Huldrik , » und er wird auch die rote Farbe bringen . « » So sei es « , sagte Witiko . Huldrik ging nun in den oberen Plan , und kam mit dem Steinhauer Elias zurück . Elias begann nun auf einem Gerüste an dem Torbogen zu meißeln , und meißelte fünf Tage , und Huldrik stand fünf Tage bei ihm . Dann wurde das Gerüste weggenommen , und man sah auf dem Scheitel des steinernen Torbogens eine fünfblättrige Rose mit schwacher roter Farbe . » Erlaubet , hoher Herr « , sagte Huldrik zu Witiko , » daß ich den Werklohn für Elias aus dem Eigen des Hauses in dem Wangetschlage zahle , weil von dem Wangetschlage alles stammt . « » So tue es « , sagte Witiko . » Und habet Dank , daß Ihr das Werk erlaubt habt « , sprach Huldrik . Dann zahlte er Elias den Arbeitslohn , zeigte den Leuten von Friedberg die rote Rose , und erklärte ihre Bedeutung , und ging wieder in den Wangetschlag zurück . Und da Witiko in dem steinernen Hause in Friedberg wohnte , kamen öfter Menschen aus verschiedenen Stellen des Waldes , und brachten Geschenke zu ihm und zu seinem Geleite , das im Hause war , und zum Teile noch an der Moldau lagerte . Sie brachten Feldfrüchte , Geflügel , Fische , Tierfelle , ein Lamm , ein Zicklein , und ähnliche Dinge . Witiko nahm die Geschenke , und gab Gegengeschenke . Nach einer Zeit kam ein Brunnenarbeiter zu Witiko , und sagte , daß sie auf Wasser gelangt seien . » So ruhet drei Tage an dem Brunnen , und vergnüget euch « , sagte Witiko , » daß wir sehen , ob das Wasser sich kläre . Am vierten Tage werde ich mit Männern zu euch hinauf kommen , daß wir das Wasser beschauen und begrüßen . « Witiko ließ nun den Pfarrer , den Richter , die Ältesten und die Kirchenvorsteher von Friedberg , dann den Richter und die Vorsteher von der Friedau , den Richter und die Vorsteher von der Stift und den Waldhäusern des Heurafels , vom Kirchenschlage , von der unteren Moldau , und von anderen nahen Stellen bitten , daß sie von heute am vierten Tage zu ihm kommen , und mit ihm zum Brunnen des heiligen Thomas gehen möchten . Wenn noch andere Menschen mitgehen wollen , so werde es ihm eine Freude sein . Und die Männer , welche gerufen worden waren , kamen alle an dem vierten Tage zu Witiko , und er ging mit ihnen und mit Leuten seines Gefolges durch den großen Wald zu dem Brunnen empor . Viele andere Menschen gingen aus Neugierde mit . Als sie zu dem Brunnen gekommen waren , und sich um ihn herum gestellt hatten , sagte Witiko zu dem Brunnenmeister von Daudleb : » Nun zeige uns das Wasser . « Der Brunnenmeister nahm einen Eimer aus Ahornholz , und stieg mit demselben auf der Leiter in den Brunnen hinab . Er brachte den Eimer mit Wasser gefüllt herauf , stellte ihn auf einen Bock , und sagte : » Siehe das Wasser , hoher Herr . « Witiko blickte in den Eimer , und sprach : » Ich sehe den Boden des Gefäßes und die Fäden des Holzes so klar wie durch die klare Luft . « Und auch die andern schauten in den Eimer . Dann sagte Witiko : » Urban , reiche den Becher . « Urban nahm aus einem Lederfache , das er trug , einen silbernen Becher , und reichte denselben Witiko . Der Brunnenmeister schenkte aus dem Eimer Wasser in den Becher . Witiko sagte : » Das Silber blickt glänzend aus dem Wasser . « Dann setzte er den Becher an den Mund , trank , und sagte : » Das Wasser ist lieblich wie die lieblichen Steinquellen unserer Wälder . « Er reichte den Becher dem Pfarrer von Friedberg , und der Pfarrer trank . Und die anderen Männer , die Witiko geladen hatte , tranken aus dem silbernen Becher , der immer wieder gefüllt wurde . Die Männer sagten : » Das Wasser ist wie das beste , das aus den Waldfelsen quillt . « Der Becher wurde wieder in das Fach getan . Hierauf sprach Witiko : » Männer , ihr sagt , daß das Wasser gut sei für menschliches Leben . « » Sehr gut « , riefen die Männer . » Und wird es in Fülle sein , und wird es dauern ? « fragte Witiko den Brunnenmeister . » Es wird in Fülle sein , und dauern « , sagte der Brunnenmeister , » es sind drei Quellen auf dieser Höhe , und eine davon haben wir in dem Brunnen gefangen ; sie strömt unten nicht mehr hervor . « » Und alle , die hier vorüber kamen , haben in den dürresten Jahren aus den Quellen getrunken « , sagte der alte Melchior von der Stift . » Die Feldquellen versiegen , die Waldquellen nicht « , sagte der alte Wenhart von der Friedau . Nach diesen Worten nahm Witiko seine Haube von dem Haupte , und sagte : » So danke ich Gott für die Erfüllung meines Sinnes , daß ich mir hier ein Haus bauen kann . Um den Brunnen werde ich mir in der Mitte des Waldes ein Haus bauen , in der Mitte derer , die jetzt zu mir gehören . Ich habe euch gebeten , mit mir zu dem Brunnen zu gehen , daß ihr Zeugen dessen seid , was geschehen soll . Sagt es den Eurigen . Du aber , Brunnenmeister , fertige den Brunnen aus , daß er ein Burgbrunnen wird . Ich werde die Einleitungen zu dem Baue fortführen , und werde euch bald bitten können , daß ihr der frommen Handlung beiwohnet , wenn zu diesem Baue die erste Erde mit der Schaufel aus dem Grunde gehoben wird . Jetzt erquicket euch mit einem Trunke Wein , und dann gehen wir wieder nach Friedberg . « Er setzte seine Haube wieder auf , und ging mit den Gästen in die Brunnenbauhütte zu einem kleinen Mahle . Die anderen Leute aber , die bei dem Brunnen gestanden waren , tranken jetzt auch von dem Wasser aus den Trinkgefäßen der Arbeiter , in welche es aus dem Eimer geschenkt wurde . Als die Männer in der Brunnenhütte sich mit Wein und Speisen erquickt hatten , gingen alle wieder nach Friedberg hinunter . Am anderen Tage sandte Witiko eine Botschaft nach Prag fort . Dann ließ er verkünden , daß er ein Haus bauen werde , und daß sich Leute melden sollen , die um Lohn arbeiten wollen . Die Menschen aber , die bei dem Thomasbrunnen gewesen waren , breiteten aus , was sie dort gehört hatten , und es kamen Leute herbei , welche freiwillige Arbeit anboten . Insbesondere kamen Männer aus Plan . Witiko nahm die Anerbietungen an , und sagte , daß die Arbeiterordnungen dann schon eingeleitet werden würden . Nach einiger Zeit kam ein junger Mann aus Prag , und Witiko stellte ihn den Seinigen vor , und sagte : » Dieser Mann ist der Bauherr Eppo aus Prag , welcher mir versprochen hat , meine Burg zu bauen . Wer von Euch dem Werke zugewiesen ist , muß den Weisungen dieses Mannes folgen . « Eppo ließ nun alle die Dinge richten und ordnen , die vor dem Beginne des Baues notwendig waren . Als er sie beendiget hatte , sendete Witiko die Einladungen zu der Feier des Anfanges des Werkes aus . Es kam nun der alte Zupan Lubomir von Daudleb , es kam der alte Pfarrer von Plan , es kam Rowno , Diet von Wettern , Osel , Wyhon von Prachatic , Wolf von Tusch , Wernhard von Ottau , und die anderen Herren aus der Gegend des Waldes . Es kamen Herren aus dem Lande Baiern herauf . Es kamen die Richter aus dem Gebiete Witikos und noch andere Menschen aus dem Walde . Als der Morgen des anberaumten Tages angebrochen war , ging der Zug von Friedberg durch den hohen Wald empor . Viele Menschen folgten , und andere gingen von allen Richtungen her zur Stelle des heiligen Apostels Thomas . Als der Zug an dieser Stelle angekommen war , sahen die Männer den Platz weit herum gelichtet , zwischen den grauen Gesteinen standen Bauhütten , es lagen Baudinge herum , Stäbe waren gesteckt , wo die Mauern werden sollten , und auf dem grünen Rasen war ein Altar errichtet . Aus Brettern war eine Reihe von Bänken und Tischen gemacht . Die Männer des Zuges setzten sich auf die Bänke , und der Pfarrer von Plan feierte mit der Beihilfe des Pfarrers von Friedberg und der Kirchendiener vor dem Altare den Gottesdienst . Als dieser beendiget war , segnete der Pfarrer von Plan die Stelle , auf welcher die Burg stehen sollte . Dann nahm er die Schaufel , welche ihm gereicht wurde , und hob mit ihr ein Stückchen Rasen heraus , wo der Grund für die Mauern gegraben werden sollte . Dann nahm Lubomir die Schaufel , und hob ein Stückchen Erde heraus . Dann nahm sie Rowno , dann Wyhon von Prachatic , dann Diet von Wettern , und alle die Herren und Gäste , und jeder hob ein Stückchen Erde heraus . Der letzte , der es tat , war Witiko . Hierauf stellte sich eine Reihe von Männern , die von Plan , von Friedberg und von anderen Orten gekommen waren , im Festtagsgewande mit Schaufeln auf . Der Pfarrer von Plan aber sprach : » So wird ein neues Haus begonnen , der Himmel ist jetzt über ihm , der Himmel sei dann in ihm , und der Himmel weiche nicht von ihm . « » Und er sei über dem ganzen Walde « , sagte der Pfarrer von Friedberg . Darauf sprach Lubomir : » Witiko , du treuer freundlicher Sohn unseres Landes , wie du uns hier auf dem grünen Rasen versammelt hast , so versammle uns einmal in dem Hause . Lebe in dem Hause , und mögen noch viele in dem Hause leben , und ein Geschlecht hervorgehen , das groß und mächtig ist , wie einmal Geschlechter in unserem Lande gewesen sind , und wie sie noch sind . Und möge die Macht nie zur Frevelmacht werden , und die Zerstörung auf sich selber rufen , wie in unseren Tagen Mächte und Reichtümer hingeschwunden sind , die noch im Jahre zuvor selbst dem Herzoge Trotz geboten haben . Das Geschlecht halte den Schild über den Wald und über das Vaterland , daß im Walde seine Spuren dauern , wenn es längst entschwunden ist , und daß im Vaterlande seine Taten in Worten , in Gesängen und in Pergamenten erzählet werden . « » Wie ich damals gesagt habe , als du zum ersten Male bei mir in meinem Turme gewesen bist « , rief der Wladyk Rowno : » Es ist nur immer einer gewesen , der der Stifter eines großen Geschlechtes geworden ist , so kann aus dem kleinen Anfange ein großer Fortgang werden . Und ich habe gesagt : die Wladyken müssen größer werden . Ich , der Wladyk , bin größer geworden , Diet ist größer geworden , Osel ist größer geworden , Hermann ist größer geworden , und alle im Walde sind größer geworden , und du bist jetzt auch ein Herr in dem Walde . Und ich habe gesagt : Wir dehnen unsere Besitzungen gegen den Wald , und wir haben sie gegen den Wald gedehnt , und du dehnest sie gegen den Wald . Wer hätte gedacht , daß du so bald die Burg deiner Herrschaft bauen wirst . Aus dem Walde kann Großes ausgehen , er hat die Kraft , und treibt sie hervor , aus jedem von uns kann das Große kommen . « » Mein Ahnherr ist ein Pechsammler in dem Walde gewesen « , sagte Lubomir . » Und Ihr seid ein mächtiger Zupan und Kriegsanführer « , antwortete Rowno , » was kann aus jedem werden ? Wir müssen zusammenhalten und in freundlicher Nachbarschaft leben . Du bist jetzt einer wie wir , Witiko , und wir sind wie du . « » In freundlicher und guter Nachbarschaft « , rief Osel . » In guter treuer Nachbarschaft « , sagte Diet . » Wir werden zusammen stehen , wie wir zusammen gestanden sind , und werden nicht streiten « , sagte Wernhard von Ottau . » Ja , in guter Nachbarschaft « , riefen mehrere . Dann sprach Witiko : » Hochwürdige Priester , hoher Zupan und ehrwürdige Männer . Ich danke euch für eure Wünsche . Möge der Himmel in dem Hause sein , wie der hochwürdige Pfarrer gesagt hat ; darin liegt alles . Was sonst geschieht , füge Gott . Ich werde bestrebt sein , das Gute zu tun , alles andere , sagt Silvester , ist darin enthalten . Ich werde ein treuer Nachbar sein , und niemand schädigen . Und so reiche ich meine Hand darauf . « Er reichte die Hand hin , und einer nach dem andern faßte sie . Nun brachte Eppo , der junge Baumeister aus Prag , ein Pergament herbei , faltete es aus einander , und zeigte es . Auf ihm war die Burg abgebildet , wie sie sein würde , wenn sie fertig wäre . Die Männer gaben einer dem andern das Pergament , und jeder betrachtete es , und jeder lobte es . Dann wurde es wieder in sein Fach gelegt . Hierauf sprach der Meister der Maurer den Maurerspruch . Dann sprach der Meister der Zimmerer den Zimmererspruch , und dann senkten die Männer , die in ihren Festgewändern mit den Schaufeln dagestanden waren , die Schaufeln , stießen sie in die Erde , und es begann das Schaufeln des Festes . Und das Festschaufeln tiefte einen Graben aus , wie ihn das wirkliche Schaufeln getieft hätte . Dann gab der Baumeister das Zeichen , daß die Arbeit zu Ende sei , und es wurde an den Tischen , auf den Bänken , auf dem grünen Rasen , wie es sich fügte , ein Mahl verzehrt . Die Menschen , welche als Zuschauer da waren , bekamen Speise und Trank , so weit die Dinge nur reichen mochten . Nach dem Mahle ging der Zug wieder nach Friedberg hinunter . Noch an dem Tage und an dem folgenden traten die fremden Gäste den Heimweg an . Es begann nun auf dem Berge des heiligen Thomas der Bau der Burg . Eppo teilte die Werkmänner , die er gedungen hatte , und die Männer , die freiwillig herzu gekommen waren , zur Arbeit ein . Die Gräben wurden als Grund der Mauer getieft , und die Bäume wurden erhöht , an denen die Gerüste werden sollten . Und wie bei dem Baue der Burg Schauenberg wurden in allen dienlichen Richtungen die Baugegenstände herbei geschafft . Die zahlreichen Männer und Weiber , die bei dem Werke beschäftiget waren , hielten Ordnung , und wie die Ameisen sonst bestrebt sind , in dem Walde ihre Wohnung zu fördern , so trachteten jetzt die vielen Menschen in dem Walde eine menschliche Wohnung zu errichten . Witiko wohnte indes in dem steinernen Hause in Friedberg . Eines Tages aber ritt er in seinem Ledergewande , nur von Raimund begleitet , von dem Hause fort . Er ritt in die Herberge der unteren Moldau , und von dort auf dem Saumwege des großen Waldes zu den Häusern von Aigen hinaus . In Aigen wurde das Mittagmahl verzehrt , die Pferde rasteten , und bekamen Nahrung . Von Aigen ritten die zwei Männer im Walde auf dem Saumwege den Wassern der Mihel entgegen . Und am Nachmittag kamen sie in das Waldhaus Heinrichs von Jugelbach . Das Tor wurde ihnen geöffnet , sie ritten in den Hof , Witiko wurde von Heinrich begrüßt , und die Pferde wurden versorgt . Witiko sprach : » Jugelbach , Erlaubt , daß ich zuerst in Euer Gemach gehe . « Heinrich führte ihn dahin . Als sie in dem Gemache waren , sagte Heinrich Jugelbach : » Seid mir gegrüßt , Witiko . Ich habe eine Freude darüber , daß Ihr zu dieser Frist gekommen seid . « » Ich habe Eurer Worte gedacht « , antwortete Witiko , » und habe meiner Worte gedacht . « » Und Ihr habt nach den Worten gehandelt « , sagte Heinrich , » reicht mir die Hand . « Witiko reichte ihm die Hand . Heinrich faßte sie , und sprach : » Eure Hand ist die Hand eines Mannes , und meine Hand ist auch die eines Mannes . « Witiko sagte : » Ihr habt mich in Euerm Gemache begrüßt , und ich habe Euch begrüßt , führet mich nun zu der hohen Frau Wiulfhilt . « » So gehen wir « , sprach Heinrich . Sie gingen in das Gemach Wiulfhilts . Da sie eingetreten waren , stand Wiulfhilt von ihrem Sitze auf , ging Witiko entgegen , reichte ihm die Hand , und sprach : » Seid mir von Herzen gegrüßt , Witiko , Ihr habt uns wieder in unserem Waldhause aufgesucht . « Witiko beugte sich auf die dargebotene Hand nieder , und küßte sie , dann richtete er sich auf , und sprach : » Ich begrüße Euch in Ehrerbietung , hohe Frau . Ich habe der Reife der Zeit geharrt , in der ich wieder zu euch kommen darf . Ich glaube , daß die Reife eingetreten ist , und da habe ich einen Mann gesendet , der erkunden soll , ob ihr in dem Waldhause wohnet . Der Mann hat mir die Nachricht zurück gebracht , daß ihr in dem Hause wohnet , und so bin ich zu demselben geritten . Und weil ich nun vor Euch stehe , hoher Herr , und vor Euch , erhabne Frau , so erlaubet , daß ich vor allen Dingen zuerst von dem rede , was zu reden ich gekommen bin . « » Nehmen wir Sitze « , sagte Heinrich . Sie setzten sich . » Sprecht , Witiko « , sagte Heinrich . » Weil ihr gütig höret , so rede ich « , sprach Witiko . » Ihr , hoher Herr , habt einmal zu mir gesagt : ihr seid als Gast in meinem Hause immer willkommen , und Ihr , erhabene Frau , habt gesagt : Kommt als Gast bald wieder in unser Haus . Ich bin aber als Gast nie mehr gekommen , weil ich in anderen Ehren kommen wollte , oder gar nicht mehr . Ihr , Herr Heinrich von Jugelbach , habt vor zwei Jahren in Euerem Gemache zu mir gesagt : Ihr habt in der Schlacht die rote Waldrose auf dem weißen Schilde getragen , sorget , daß die Rose in die Geschicke Eurer Länder hinein blühet , und dann kommt . Ihr , Herr Heinrich von Jugelbach , habt vor zwei Jahren in dem Gemache Eurer hohen Gattin gesagt : Ihr habt Euch bei den Leuten Vertrauen erworben , die in dem Walde wohnen . Im Walde stehen noch viele Dinge bevor , beachtet sie , Witiko . So habt Ihr gesagt . Ihr , erhabene Frau Wiulfhilt von Dornberg , Gattin des Herrn Heinrich von Jugelbach , habt vor zwei Jahren in dem Speisegemache zu mir gesagt : Der Wille meines Gemahles ist der meinige . So habt Ihr gesagt . Und so bin ich hier . Ich bin in jener Zeit , da ich von euch fortgeritten bin , mit Zdik , dem Bischofe von Olmütz , zu Regimbert von Peilstein und Hagenau , dem Bischofe von Passau , nach Passau geritten , wohin ich Zdik geleitete . Ich bin bei dem hochehrwürdigen Bischofe von Passau so lange als Gast geblieben , so lange ich nach Geziemung bleiben mußte . Dann bin ich auf einem Donauschiffe von Passau bis zur Stadt Wien gefahren , und bin auf den Kahlenberg in die Burg des erlauchten Markgrafen von Österreich , Heinrich , geritten , in welcher Burg meine Mutter bei Agnes , der hocherhabenen Mutter des Markgrafen , als Gast war . Ich habe meine Mutter besucht , welche ich lange nicht gesehen habe . Ich bin so lange bei meiner Mutter geblieben , als es die Gebühr erfordert hat . Ich bin in jener Zeit auch bei dem erlauchten Markgrafen gewesen , und habe mit ihm gesprochen . Von Wien bin ich nach Plan in den Wald geritten , und bin in dem Walde geblieben . Im Frühlinge mußte der Krieg des hocherlauchten Herzoges von Böhmen und Mähren , Wladislaw , gegen die Empörer in Mähren beginnen . Die Männer des Waldes haben in großer Zahl beschlossen , in den Krieg zu gehen . Sie hatten Vertrauen zu mir , und die , welche von den Häusern der oberen Moldau bis zu den Häusern der Stift und der Kienberge wohnen , haben mich zu ihrem Führer gewählt , daß wir einen Teil der Scharen des Herzoges Wladislaw bilden . Ich führte sie zu dem Herzoge , und der hat mir den Befehl über sie gegeben . Die Männer des Waldes haben allein einen Kampf gegen die Scharen Wratislaws , des Herzoges von Brünn , bestanden , und haben die Scharen des Herzoges in die Flucht geschlagen . Sie sind in der Schlacht bei Znaim gewesen , und sind dort wie starke und tüchtige Leute des Waldes bestanden . Sie haben die Züge gegen Brünn und Olmütz und durch das ganze Land mitgemacht . Als die Feinde niedergeworfen , und das Land Mähren in der Gewalt des Herzogs war , belohnte er sie , und sie zogen in ihre Heimat . Mir gab er ein Pergament , darauf ein Strich Waldlandes verzeichnet ist , das er mir mit Gebühren und Untertanpflichten erteilte . Ich bin dadurch einer der Herren geworden , wie sie in unserem Lande über Untertanen sind , und bin als ein solcher Herr zu dem Rate des Herzoges berufen . Ich habe diesem Rate in Prag auch schon beigewohnt . Das Pergament habe ich in seiner Tasche auf meinem Pferde mitgebracht , und werde es euch zeigen . Nach dem Kriege in Mähren bin ich zu meiner Mutter nach Landshut geritten , und habe sie und den ehrwürdigen Priester Benno , der ein Freund meines Vaters war , und mein gütiger , wohlwollender Lehrer und Erzieher ist , und unsere Base Hiltrut , in deren Häuschen meine Mutter als Gast war , in unseren Hof nach Pric geleitet . Dann bin ich nach Prag zu unserem Herzoge gegangen , und in die Kammer des Herzoges . Dort haben sie mein Pergament in die vollständige Ordnung gebracht . In Prag habe ich den jungen kundigen Baumeister Eppo erforscht , und habe mit ihm den Bau eines Hauses verabredet . Im Winter war ich in Pric bei meiner Mutter , bei Benno , Hiltrut und meinen Leuten . Im Frühlinge bin ich nach Friedberg geritten , dessen Häuser auf einem Hügel an der Moldau stehen . Von Friedberg geht im Mittage ein breiter und langgedehnter Wald empor , der eine hohe Schneide hat , und er geht von der Schneide wieder breit und weit hinunter , bis wo die Mihel fließt . Auf seiner Schneide stand einmal eine Säule des heiligen Apostels Thomas , darum er jetzt der Thomaswald heißt . Auf der Stelle der Waldschneide , wo die Säule des heiligen Apostels gestanden war , baue ich mir jetzt eine Burg , welche das Witikohaus heißen soll , wie ihr auf der Steinzunge der Berge zwischen Aschach und Eferdingen eine Burg baut , die Schauenberg heißen wird . Der Baumeister Eppo hat eine Abbildung der Burg gemacht , wie sie sein wird , wenn sie fertig geworden ist . Ich habe die Abbildung in ihrem Fache mit mir genommen , und werde sie euch zeigen . Als das Bauen der Burg begonnen war , und fortschritt , bin ich zu euch geritten , und nun bin ich da , und frage euch : Darf ich den Gedanken fassen , daß ich der sicheren Ehren teilhaftig werden kann , unter welchen ich dann öfter in eurer Burg erscheinen werde ? « Als Witiko seine Rede geendet hatte , sprach Heinrich von Jugelbach : » Wir haben gewußt , daß Ihr kommen werdet , Witiko , und haben gewußt , was Ihr reden werdet , und wir : ich , meine Gattin , Wiulfhilt von Dornberg , mein Vater , Werinhart von Jugelbach , meine Mutter , Benedicta von Aschach , mein Bruder , Gebhart von Jugelbach , und noch Männer , die in unserem Vertrauen sind , haben beraten , was Euch geantwortet werden soll . Seid in meinem Hause herzlich gegrüßt , Witiko . Ich muß aber doch den Anfang der Antwort ein wenig anders machen , als ich und Wiulfhilt nach der Anhörung des Rates der Unsrigen beschlossen haben . Ihr habt Eure Erlebnisse nicht genau erzählt , oder die Männer in dem Walde haben nicht genau geredet , oder die , welche die Erzählungen der Männer des Waldes brachten , sind in ihren Nachrichten nicht genau gewesen . Nicht die Leute des Waldes haben für sich sofort beschlossen , zu dem Herzoge Wladislaw in den bevorstehenden Krieg zu ziehen . Ihr habt den Zug vorbereitet , Witiko . Ihr habt zu den Leuten gesprochen , ihr habt ihnen gesagt , wie die Dinge sind , und habt ihren Willen den Dingen zugelenkt . Ihr habt Waffen vorbereitet und Gewänder und Zurüstungen und Übungen , und seid selbst der Lehrer in den Übungen gewesen . Ihr habt durch Euch die Liebe der Leute erworben , und sie sind in großer Zahl Eurer Einsicht zugefallen . Es sind im Winter Leute über den Wald heraus gekommen bis zu uns an den Inn , und haben von diesen Dingen erzählt , und Leute , die von uns im Kaufe und Tausche in dem Walde gewesen sind , haben davon erzählen gehört , und in unserem Lande ist davon erzählt worden . Und weil das gerecht ist , wozu Ihr die Menschen angeleitet habt , so haben wir eine Freude über die Erzählung gehabt . Ihr seid mit den Männern zu Wladislaw gezogen , und Ihr habt durch Eure Führung Wratislaw geschlagen , und Ihr habt im Kriegsrate des Herzoges angeboten , durch die Schlucht vor Znaim den Feind zu umgehen , weil es die Waldleute können . Ihr habt die Schlucht bewältiget , und ein Teil jenes Sieges ist Euer . Ihr seid in den andern Zügen umsichtig gewesen , und habt überall für Eure Leute durch Ordnung , Nahrung , Pflege und Erfüllung jedes Bedarfes gesorgt , und habt Mäßigung bewiesen . Nicht jedem Führer hat der Herzog Waldland gegeben . Ich habe gesagt , in dem Walde stehen noch viele Dinge bevor , und Ihr , Witiko , habt ein Werkzeug gefunden , die Dinge hervor zu rufen , die Zuneigung der Leute , und Ihr habt die Art , die Dinge zu rufen , und die Klugheit , und jetzt auch die Macht . Ihr werdet sie rufen , Ihr wißt jetzt selber noch nicht , wie weit . Das hat mir mein Freund Lubomir gesagt , das hat mir mein Freund Ctibor gesagt , das hat mir mein Freund Nemoy gesagt , das hat mir mein Freund Rowno gesagt , das hat mir mein Freund Hermann gesagt , und das hat ein Mann gesagt , der nicht mein Freund ist , der aber die Dinge kennt , Strich von Plaka , der fürchtet , daß Ihr durch Benützung des Waldes ihm Schaden zufügt . So , Witiko , muß ich in meiner Antwort sprechen , und Euch der Ungenauheit in Eurer Erzählung bezüchtigen , und so , Witiko , hat die Rose in die Geschicke Eures Landes hinein geblüht , und sie wird ferner hinein ranken und Wurzeln fassen . Ich weiß Friedberg sehr gut , und kenne die Stelle der Säule des heiligen Apostels Thomas . Sie ist