traue meinem nichtsnutzigen Meister nicht über den Weg ; er beobachtet mich seit einiger Zeit – ich merke es wohl , der Schuft ! « » Ach , Fritz , was magst du wohl für schlechte Streiche gemacht haben ? « » Ich bitt ' mir ' s aus , Frau Mutter , nicht in dem Ton mit mir zu sprechen ! ... Wenn ich manchmal kleine Seitenwege einschlagen muß , so bist du ganz allein schuld – du gibst mir nichts . « » Ach , du gottloser Mensch ! « klagte Mamsell Dore . » Du hast mich ja schon rein ausgeplündert , und wenn ich heute meinen Dienst verliere , kann ich betteln gehen ... Ich gebe dir ja alles , was ich habe – und noch viel mehr « , fügte sie mit sinkender Stimme hinzu . » Das ist auch ' was Recht ' s – manchmal eine Wurst oder einen Bissen Speck aus der Rauchkammer des alten Pfaffen – oder einen Schluck miserablen Abendmahlswein , der einem die Haare auf dem Kopfe in die Höhe zieht , so sauer ist er – darum täte ich noch nicht einmal den Mund auf ! « » Ja , das glaub ' ich – für dich sind das freilich Kleinigkeiten – du hast Größeres geholt « , sagte Mamsell Dore spitz und giftig . Der Mann lachte unbändig und stampfte dabei mit den Füßen auf die alten Dielen , daß sie ächzten und quiekten . » Gelt , Mutter , das war eine gelungene Fahrt ! « rief er unter fortwährendem Lachen . » Das soll mir einmal einer nachmachen ! ... Drin sitzt die Frau Mutter , wie die Gluckhenne auf den Küchelchen , und denkt Wunder wie gut sie dem Herrn Pfarrer seine Moneten bewacht – da schleicht sich der Sohn ins Haus und holt ihr das Sümmchen beinahe unter der Hand hervor , ohne daß sie ' s merkt ... Ha , ha – bin doch ein Mordskerl ! « » Ja , das war eine saubere Geschichte ... mich in solch eine Klemme zu bringen ! ... Ich wußte es auf der Stelle , als mir die Schulmeisterin sagte , ein Mann sei an ihr vorbeigesprungen , daß kein anderer Mensch als du der Spitzbube sein könne . « » Und doch hast du dem Gericht eine Nase gedreht , daß es eine Freude war ... Ja , ja , man sieht , daß wir von einer Art sind ! ... Und ich bin dir deswegen auch ganz gut , obgleich du mich verleugnest . « Mamsell Dore fuhr in die Höhe , so daß die morsche Lehne des Stuhles polternd auf den Boden fiel . » Das brauchst du mir nicht immer vorzuwerfen ! « rief sie , und ihre Stimme hatte etwas Krächzendes . » Ich würde meine Stelle nicht behalten , wenn das herauskäme – und selbst wenn der Pfarrer ein Auge zudrücken wollte , so wäre es doch um mein Ansehen bei der Gemeinde geschehen . « » Ja , das gäb ' freilich einen hübschen Spektakel – du verstehst es aus dem Fundament , die unbescholtene Mamsell zu spielen ! – Tausend noch einmal , wie würden die Ringelshäuser Maul und Nase aufsperren , wenn ich mich ihnen als den wohlgeratenen Sohn der ehrsamen Mamsell Dore vorstellte ! ... « Die Alte schoß einen wütenden Blick auf den Sprechenden , der höhnisch lächelnd mit den breiten plumpen Händen über seinen rauhen Bart strich . » Und wenn ich ihnen nun gar erzählen wollte « , fuhr er unbeirrt fort , » daß du meine Ziehmutter hast schwören lassen , mir deinen Aufenthalt nie zu verraten – was wohl auch geschehen wäre , wenn der alten Duckmäuserin nicht im letzten Stündlein das Gewissen geschlagen hätte – , da würden die dummen Bauern sich erst einmal wundern über ihre kluge Pfarrersköchin ! « » Aber , Fritz « , ächzte Mamsell Dore ganz zerknirscht und offenbar dahin strebend , mit dem würdigen Sohn in gutem Einvernehmen zu bleiben , » warum rührst du denn immer wieder längst vergangene Dinge auf , die du noch dazu ganz falsch verstanden hast ? ... Daß ich dich lieb habe , kannst du aus den fünfundzwanzig Talern ersehen , die ich dir mitbringe – es ist mein letztes Geld , Fritz . « » Mögen sie nun ein Beweis von Liebe oder auch von was ganz anderem sein – das ist mir einerlei – , immer her damit ! Ich kann sie brauchen ! « sagte der Tischlergesell , indem er hastig nach dem Gelde griff . Er zog eine Brieftasche hervor und öffnete sie . » Siehst du « , sagte er , » hier liegen die geistlichen siebenhundert Taler – es fehlt kein Groschen ... Die Meisels Rike aus Wolsleben geht mit mir nach Amerika . « » Meisels Rike , das verrufene Weibsbild ? « schrie Mamsell Dore entsetzt . » Nur nicht zu hitzig , Frau Mutter ... Ich bitte , mit mehr Respekt von der künftigen Schwiegertochter zu sprechen « , entgegnete der Sohn spöttisch . » Die Rike ist ein prächtiger Schatz und wird eine tüchtige Farmerin abgeben ... Aber was hast du mir denn hier noch alles mitgebracht ? « fragte er , indem er den Sack vom Boden aufhob und ihn öffnete . » Ah , eine delikate Cervelatwurst ... und hier einen Schinken ... kommt sehr gelegen – die Schiffskost soll verdammt schlecht sein ... Donnerwetter , was kommt denn da ? ... Eine Rolle Leinwand – na , da wird sich Rike freuen ! ... Ich bin recht zufrieden mit dir , Mutter ; du sollst auch schöne und dankbare Briefe aus Amerika kriegen ... Na , da geh jetzt heim , und vergiß nicht , den Tannenwirt von mir zu grüßen , wenn du ihn siehst . « » Stehst du denn so mit dem ? « fragte Mamsell Dore verwundert . » Nu , das heißt , er kennt mich nicht ; aber er hat mir trotzdem einen Freundschaftsdienst geleistet ... Hat er nicht vor Gericht ausgesagt , daß er damals , als das Geld in der Pfarre ge ... geholt worden ist , niemand aus dem Hause habe kommen sehen ? « » Ja , das hat er beschworen . « » Aber ins Henkers Namen , was muß denn der Kerl dabei gehabt haben , so zu lügen ? ... Ich habe ihn ja beim Herausspringen über den Haufen gerannt , daß ihm alle Rippen krachten ! « » Er ist der Schulmeisterin ihr ärgster Feind . Als er noch jung war , hat er um sie gefreit – sie hat ihn aber nicht gewollt . « » Ach , nun begreife ich ' s – er soll gesegnet sein für seine Bosheit . « Der Tischlergesell nahm seine Brieftasche wieder hervor und steckte sie in den Sack , den er sorgfältig wieder zuband . » Rike hat mir versprochen , auch hierher in die Mühle zu kommen « , sagte er , » sie soll das Geld und alles andere an sich nehmen , denn bei mir ist ' s , wie gesagt , nicht mehr sicher ... Wir haben auch noch viel miteinander zu sprechen , und das können wir hier am ungestörtesten ... Aber ich begreife gar nicht , wo sie bleibt ... Ich will ihr lieber ein Stück Weges entgegengehen ... Du willst doch nicht gern mit mir gesehen sein , gelt , Mutter ? « fragte er spöttisch . » Da gehe voraus , denn ich muß auch auf die Ringelshäuser Chaussee , wenn ich Rike begegnen will . « Mamsell Dore entfernte sich eiligst – Mutter und Sohn trennten sich , als kämen sie morgen wieder zusammen , während es doch einen Abschied fürs Leben galt . In welchen Zustand das Anhören dieses Gespräches Marie versetzt hatte , das läßt sich nicht beschreiben . Sie kniete am Boden und hob ihr tränenüberströmtes Gesicht dankend zum Himmel . Diese Entdeckung änderte alles , alles ... Sie blickte in eine sonnenbeglänzte Zukunft , die ihr noch vor wenig Augenblicken rauh und unwegsam erschienen war . Leise bog sie sich vor und blickte wieder gespannt in die Stube . Der Tischlergesell war allein . Er hob einige Kacheln aus dem riesigen Ofen , steckte den Sack in das Loch , das er sorgfältig wieder verschloß , und ging dann seiner Wege . Marie erhob sich und horchte auf seine verhallenden Tritte . Von ihrem Platz aus konnte sie durch das gegenüberliegende Stubenfenster den hellbeleuchteten Hofraum übersehen . Der Tischlergesell durcheilte denselben und verschwand hinter der Mauer . Nun galt es zu handeln . Furchtlos stieg sie durch das Fenster , dessen Rahmen sich leicht eindrücken ließ , in die Stube und bemächtigte sich des Sackes . Ihren Korb , der ihr beschwerlich wurde , warf sie in eine dunkle Ecke und eilte durch das Seitenpförtchen aus dem Hause . Jetzt erst dachte sie an die entsetzliche Gefahr , in der sie geschwebt hatte ... Wenn der Verbrecher umgekehrt wäre , oder wenn er schon draußen vor dem Tore das erwartete Weib getroffen und beide Marie bei ihrer Tat überrascht hätten ... Es rieselte kalt über ihren Rücken – in der Gewalt zweier so verworfener Menschen sich denken zu müssen . – Hu ! ... Und noch war ja die Gefahr nicht vorüber . Sie beschloß deshalb , auf dem Weg nach der Chaussee zurückzukehren , den sie gekommen war . Da durfte sie keine Begegnung fürchten – denn der schreckliche Mensch war ja nach Ringelshausen zu gegangen . Anfänglich lief sie wie rasend , aber sie mußte bald nachlassen , denn der Sack war ungemein schwer . Sie ließ ihn auf den Boden nieder und versuchte ihn zu öffnen – sie bedurfte ja eigentlich nur der Brieftasche ; aber es war ein Ding der Unmöglichkeit für ihre schwachen Finger , den fest geschürzten Knoten zu lösen . Ein Messer hatte sie nicht bei sich , und so war sie gezwungen , mit ihrer Last geduldig weiterzugehen . Aber welche Angst packte sie nun ! ... Wie leicht war es möglich , daß die beiden jetzt schon nach der Mühle zurückkehrten . Hier unten , wo sie schritt , lag ziemlich viel Schnee – die Fußtritte mußten ihren Weg verraten ... Sie hätte fliegen mögen und kam nur Schritt um Schritt langsam und keuchend vorwärts ... Es war ihr , als müsse sich die gewichtige Hand des Tischlergesellen jeden Augenblick auf ihre Schulter legen und sie von rückwärts packen , oder als tauche seitwärts das gemeine , höhnisch grinsende Gesicht der ihr wohlbekannten Meisels Rike auf ... Das Blut schoß siedend durch ihre Adern und klopfte in den Schläfen – sie glaubte umsinken zu müssen vor Angst und Erschöpfung . Endlich erreichte sie die Chaussee ; aber nun war es auch mit ihrer Kraft aus . Ihre Knie zitterten , und sie mußte sich an der Barriere halten . Trostlos überblickte sie die menschenleere Straße , und furchtsam wandte sie dann und wann den Kopf und schaute angestrengt hinunter nach dem Weg , den sie gekommen war . Ach Gott , da ... nein , sie täuschte sich – und doch , ja , ganz gewiß , sie hörte deutlich Wagengerassel – es kam von der Stadt her – , es näherte sich pfeilgeschwind , und bald sauste ein Einspänner die Anhöhe herab . » Joseph , Joseph , um Gottes willen , halt ! « schrie Marie wie außer sich . Er war ' s. Sie hatte ihn von weitem erkannt . Mit einem Satze sprang er vom Wagen und stand neben ihr , seine Arme um die wankende Gestalt legend . » Hab ' ich dich doch endlich eingeholt ? « jauchzte er , aber er verstummte plötzlich , als er in ihr bleiches , angstentstelltes Gesicht blickte . » Wie siehst du denn aus , Marie ? Ist dir etwas Schlimmes zugestoßen ? « fragte er heftig . » Frage nicht lange – hilf mir auf deinen Wagen – ach , schnell ! schnell ! « Er nahm erstaunt den Sack , den sie ihm entgegenhielt , warf ihn unter den Sitz und hob sie leicht wie eine Feder hinauf . Als er neben ihr sag , faßte er den Zügel mit einer Hand , mit der anderen hob er Maries Gesicht empor , deren gepreßtes Herz sich jetzt in einem Tränenstrom Luft machte . » Aber erkläre mir nur ums Himmels willen , Marie , was dich so furchtbar aufregt ? « bat er ängstlich . » Ach , Joseph , ich bin in diesem Augenblick nicht imstande , dir zu erzählen – ich sage dir nur : Der liebe Gott hat Erbarmen mit uns gehabt – wir werden glücklich werden ! « Joseph jauchzte , daß es weithin schallte . Er ließ seinen Braunen langsam traben und sagte lächelnd : » Du wunderst dich aber gar nicht , Marie , mich noch so spät auf dem Weg nach Ringelshausen zu finden ? « » Ach , nach dem , was ich eben erlebt habe , kommt mir gar nichts mehr wunderbar vor « , entgegnete Marie , unter Tränen lächelnd . » Nun errate ich ' s ? Du willst zu Schulzens Margarete ? « » Richtig geraten – ich will sie bitten , deine Brautjungfer zu werden . « » So ? ... Aber eine Braut muß auch einen Bräutigam haben , und meinen kenne ich nicht . « » O du Schelm ! ... Warte nur , du hast viel abzubüßen – warst in der Stadt und hast mich nicht sehen wollen . « » Wäre das heute nachmittag geschehen , was ich jetzt weiß , ich wäre nicht von der Stelle gegangen , ohne dich gesehen zu haben – das kannst du mir glauben . « » Wirklich , Marie ? « rief Joseph mit strahlenden Blicken . » Aber was hast du denn Wunderbares erlebt , daß du mit einemmal so umgewandelt bist ? « » Da unten war ich ! « entgegnete das junge Mädchen und deutete hinab auf die Mühle im engen , unheimlichen Talschoß , an der sie jetzt vorüberflogen . » Was – in dem greulichen Nest ? « » Ja ... Aber was ich dort gefunden habe , das erfährst du erst , wenn wir vor dem Schulzen stehen – fahre mich an sein Haus ! « » Das will ich tun und will geduldig warten , wenn ich auch ungeheuer neugierig bin ... Weißt du auch , daß ich dir viele Grüße bringen soll ? « » Von Anna und der Muhme ? « » Ja – noch mehr aber von meiner Mutter . – Gleich nachdem du fortgewesen bist , ist meine Mutter zurückgekommen und hat gemeint , sie könne die Gedanken an dich gar nicht loswerden – sie habe dir zu großes Unrecht angetan . Anna , obgleich du ihr streng verboten hattest , sich in die Sache zu mischen , konnte nicht länger schweigen und hat meiner Mutter das Gespräch erzählt , das sie eben mit dir gehabt . Das hat die alte Frau vollends mürbe gemacht ... Denke dir nun meine Überraschung ! Ich komme herunter von Rechtsanwalt Börner , der im Hause der Muhme wohnt und der mir eben nach beinahe dreistündigen Auseinandersetzungen erklärt hatte , daß hinsichtlich der Verteidigung deiner Mutter alles geschehen sei , was menschliche Kräfte vermochten , daß man nun aber auch keinen Schritt weiter tun könne ... Ich war in der finstersten Stimmung ... Alles , was ich unternahm , schlug fehl . Eine ganze Woche war seit unserer Trennung vergangen – Marie , es ist etwas Schreckliches um die Sehnsucht ; sie zehrt einem das Mark aus den Knochen ! ... Zweimal hatte ich versucht , den Sinn und die Ansichten meiner Mutter zu ändern ; aber ich fand den hartnäckigsten Widerstand . Ich sah mich also gezwungen , zum Äußersten zu greifen , was schon bei meinem Abschied in mir feststand – nämlich deiner Mutter alles zu sagen und ohne dich Ringelshausen nicht wieder zu verlassen , ja , Marie , und wenn ich den Tod darüber finden sollte ... So trat ich in die Stube der Muhme – da kommt mir meine Mutter ordentlich feierlich entgegen und sagt : › Joseph , es ist das erste Mal , solange du lebst , daß etwas zwischen uns vorgefallen ist – und das Unrecht war auf meiner Seite . Heirate Marie – du hast meinen Segen , denn sie ist ein braves Mädchen . ‹ Marie « , unterbrach sich Joseph hier , indem er sie , die vor Glück und Seligkeit weinend neben ihm saß , feurig an sich drückte , » wie mir in diesem Augenblick zumute war , kann ich nicht aussprechen ... Meine Mutter schlug mir vor , morgen mit ihr nach Ringelshausen zum Verlöbnis zu fahren ; aber mich litt ' s nicht so lange – ich spannte an und fuhr auf und davon . Denke einmal , ich hätte noch so und so viele Stunden warten müssen – das hätte ich nicht ausgehalten . « Sie hatten Ringelshausen und die Wohnung des Schulzen erreicht . Joseph übergab das Geschirr einem herbeieilenden Knecht und trat mit Marie in die Stube . Der Schulze saß mit dem Wirt und einigen der angesehensten Bauern am Tische und las die Zeitung vor – er hatte einen bösen Fuß und konnte deshalb nicht in die Schenke . Nicht weit davon saßen Margarete und die Schulzin am Spinnrade . Als das Paar eintrat , fuhren alle in höchster Bestürzung zurück , als sähen sie eine Geistererscheinung . Marie aber trat ruhig an den Tisch , legte den Sack darauf und begann mit klarer Stimme und in strenger Reihenfolge ihren Bericht . Die Überraschung war über alle Maßen groß . Ausrufungen , Flüche , Schläge auf den Tisch unterbrachen fortwährend die Erzählung des Mädchens . Nur der Wirt wurde käsebleich – er brachte kein Wort über die zitternden Lippen und verschwand nach wenig Augenblicken . Der Inhalt des Sackes bewies schlagend die Wahrheit der Aussagen . Zum Überfluß hatte Mamsell Dore den letzten Brief des Tischlergesellen als Emballage der Cervelatwurst benutzt . In einem Nu wurde es rege im Dorfe . Ein Teil der Bauern eilte nach der Pfaffenmühle , andere fuhren nach der Stadt , um Anzeige zu machen und die Gendarmerie zu holen , und der Schulze selbst begab sich , trotz seines Zipperleins , in die Pfarre . Währenddem lag Marie in den Armen der Mutter und erzählte ihr , was sich zugetragen ... Ich meine , es hat wohl jeder Mensch in seinem Leben wenigstens einen so glücklichen Moment , für den er keinen Ausdruck findet , und deshalb wird es wohl dem Leser nicht auffallen , wenn ich ihm sage , daß die arme , schwergeprüfte Schulmeisterin für die plötzliche glückliche Wendung ihres Geschickes nur Tränen hatte . Der Tischlergesell und die berüchtigte Meisels Rike wurden in dem Augenblick von den Bauern erwischt , als sie fluchend und tobend nach dem Sacke suchten , und noch an demselben Abend den Händen der Gerechtigkeit überliefert . Mamsell Dore mußte mehrere Jahre im Arbeitshause spinnen , als Mitwisserin des Verbrechens und weil sich bei der Untersuchung herausstellte , daß die letzten fünfundzwanzig Taler , die sie ihrem Sohn gebracht hatte , ebenfalls Eigentum des Pfarrers waren . Der Tannenwirt büßte seinen Meineid mit längerer Gefängnishaft . Joseph aber ist – wie er vorausgesehen hat – über alle Beschreibung glücklich geworden ; und wenn er begeistert die Vorzüge seines geliebten Weibes rühmt , so vergißt er nie , mit großem Stolz des seltenen Mutes zu gedenken , den sie in der Pfaffenmühle bewies .