. » Hui « , sagte der Scharlachreiter , » wenn es einen Kampf geben sollte , so wäre wohl ich der Mann , den er träfe , da ich die Worte gegen jenen Trotzigen gerichtet habe . Seht , wie das Vögelein die Federn sträubt , und hat noch keinen Flaum ums Kinn , und gleicht einer Jungfrau . Stellt euch zurück , und du , Ledermann , komme her , wir tun dir nichts zu Leide . Ich bitte dir die Reden , die ich dir gegeben habe , ab . Du sollst keine mehr hören . Wir sind lustige Geschöpfe , und sagen einander harte Worte , die nichts bedeuten . Wenn du länger in dem Lande des alten Cech reitest , so wirst du viele finden , die uns gleichen . « » Sie sollten derlei nicht sagen « , entgegnete Witiko . » Sagen oder Nichtsagen « , rief der Reiter , » so komme einmal , und traue mir . « » Da du sagst , daß du nichts Schlimmes gegen mich im Sinne hast « , antwortete Witiko , » und da du auch versprichst , keine üblen Reden mehr gegen mich zu führen , so will ich dir trauen , wenn deine Gefährten auch die gleichen Gedanken haben . « » Sie haben die gleichen Gedanken « , erwiderte der Scharlachreiter , » komme nur her , und reite eine Strecke mit uns , so weit es dir gefällt . « » Ich reite nur im Schritte « , sagte Witiko . » Er gibt schon Gesetze « , sagte der Scharlachreiter , » wir wollen sie befolgen , und reiten eine Strecke im Schritte mit dir . « » So komme einmal zu uns « , rief eine Stimme aus dem Haufen . » So komme « , rief eine andere . Zugleich wendeten die , welche sich drohend gegen Witiko gestellt hatten , ihre Pferde um , und alle machten eine Bewegung , gleichsam , um ihm Platz zu machen , und ihn gesellig aufzunehmen . Witiko steckte sein Schwert in die Scheide , und ritt langsam mitten unter sie . Es entstand eine Gasse bis zu dem Scharlachreiter . Dieser winkte Witiko , und Witiko ritt zu ihm hinzu . » So « , sagte der Scharlachreiter , » wenn du an meiner rechten Seite reiten willst , so tue es . Odolen mag dann wieder an deiner Rechten reiten , wo der Weg es zuläßt , damit du mitten bist . Und du Welislaw und Casta und Mikul und Radmil und andere , ihr müßt folgen . Und ihr , Söhne Smils , die ihr so gerne stürmt , ihr werdet nicht zu Schaden kommen , wenn eure Pferde mäßiger schnaufen . « » Es wird schon eine Weile gehen « , rief einer aus den hinteren Leuten . Und so stellte sich nun Witiko an die rechte Seite des Scharlachreiters und der , den dieser Odolen geheißen hatte , wieder an die rechte Witikos , und der Zug fing , wie der Scharlachreiter gesagt hatte , sich zu bewegen an . Da sie ritten , sagte der Scharlachreiter : » Nun , Ledermann , sage , wer du bist , und woher du kommst , und wohin du in diesem deinem Gewande reitest . « » Das werde ich euch nicht offenbaren « , entgegnete Witiko , » weil ich auch nicht weiß , wer ihr seid , und welche Absichten ihr habt . « » So ist denn gar kein Ende mit dir « , rief der Scharlachreiter , » nun so müssen wir Buße tun , und dir sagen , wer wir sind . Du magst dann dein Wesen enthüllen , oder magst es auch nicht tun . Der an deiner rechten Seite reitet , ist Odolen , der Sohn des Striz . Er will die ganze Welt umwerfen , darum wäre es schade gewesen , wenn du ihm ein Loch in sein grünes Wams oder in sein Herz gestoßen hättest , er hat dich umbringen wollen , weil du uns herausgefordert hast . Es wäre auch schade um dich gewesen , da du ein junges Blut bist . « Witiko sah auf den Mann zu seiner Rechten . Er ritt auf einem schwarzen Pferde . Er war schönen braunen Angesichtes und schwarz von Haar und Augen . Er hatte ein grünes Gewand , auf der schwarzen Haube eine Reigerfeder , und trug Schwert und Hüfthorn . » Nun , du Lederjunge « , sagte er , » sehe ich wohl aus , wie ein Wegelaurer , der die Leute töten will , die da so allein reiten ? « » Nein « , sagte Witiko ; » aber du könntest voreilig sein . « » Er ist gar nie anders « , sagte der Scharlachreiter . » Jetzt sieh aber auf den , der hinter mir ist « , fuhr der Scharlachreiter fort , » der ist Welislaw , er sagt immer , daß er treu sei ; er weiß nicht , wem , und er ist so jung , daß er noch gar nicht angefangen hat , treu zu sein . So schau doch um auf ihn . « Witiko blickte gegen ihn zurück . Er ritt auf einem Goldfuchs , war braun von Haar und Augen , hatte ein braunes Gewand , auf der schwarzen Haube eine Geierfeder , und trug Schwert und Hüfthorn . » Nun ich bin doch unverdächtig « , sagte er zu Witiko . » Ja « , antwortete Witiko . » Jetzt blicke gerade hinter dich , Lederreiter « , rief der Scharlachmann , » da ist der Sohn des Nacerat , er ist immer der Sohn des Nacerat , und wird immer der Sohn des Nacerat sein . « » So sieh doch um « , rief der Mann hinter Witiko . Witiko wendete sich ein wenig auf seinem Pferde , und sah nach dem Manne , der gerufen hatte . Er ritt auf einem braunen Pferde , und war ein sehr schöner Jüngling mit blonden Haaren und blauen Augen und rosenrotem Angesichte . Er trug ein scharlachbraunes Gewand und auf der schwarzen Haube eine weiße Feder . Er hatte Schwert und Hüfthorn . » Ich bin niemanden gefährlich « , sagte er zu Witiko . » Außer allen schönen Dirnen « , rief der Scharlachreiter . » Ich könnte auch mit einem Ritter edle Freundschaft halten , wie zum Beispiel mit dem Lederreiter « , sagte der Mann . » Es mag sein , oder auch nicht sein , ich kann es jetzt noch nicht erraten « , sagte Witiko . » Nun kömmt die zweite Reihe hinter uns « , sagte der Scharlachreiter , » da ist Ben , es heißt auch ein Feldherr so , aber der ist nicht der Feldherr . « » Nicht wahr , Ben , du bist nicht der Feldherr Böhmens « , rief er auf den Mann zurück . » Ich werde es bald sein « , rief der andere hervor . Witiko blickte um . Der Mann ritt auf einem Rappen , hatte lichte Haare , grüne Kleider , eine schwarze Feder auf der schwarzen Haube , und trug Hüfthorn und Schwert . » Der rechts von Ben heißt Casta « , sagte der Scharlachreiter . » Sieh ihn nur an , er will immer für seine Freunde in den Tod gehen . « » Casta , du stirbst für uns alle « , rief der Scharlachreiter . » Und ihr alle für mich « , rief Casta . Der Mann ritt auf einem Rappen , hatte lichte Haare , braune Kleider , eine graue Feder auf der schwarzen Haube und Hüfthorn und Schwert . » Die hinter den beiden sind die Söhne Smils , des großen Feldherrn des Herzogs Sobeslaw « , fuhr der Scharlachreiter fort , » sie wollen immer das nämliche tun , haben gleiche Pferde und Kleider , und müssen uns offenbaren , ob ihre Liebchen auch die gleichen Augen haben . Sieh sie nur an , mein Ledermann . « Witiko blickte um , und konnte nur erkennen , daß die beiden grün gekleidet waren , rote Federn auf den schwarzen Hauben hatten , und jeder auf einem Falben ritten . » Die weiter zurück sind Mikul und Radmil , und die andern « , sagte der Scharlachreiter , » es ist nichts mehr Rechtes an ihnen zu sehen , wenn wir uns aus diesem Zuge wieder in einen Haufen versammeln , kannst du sie vielleicht näher betrachten , und sehen , ob sie dir gefallen . « Witiko konnte erkennen , daß die Männer alle in gleicher Art gekleidet waren : nicht gar weites Oberkleid mit einem Gürtel gehalten , dann das straffere Beinkleid und Lederstiefel mit einem kurzen rückwärts dicken Stachel . Alle hatten sehr enge Hauben , hinter denen die Haare auf den Nacken gingen , und dann quer abgeschnitten waren . » Nun habe ich dir eine Menge erzählt , du lederner Mann « , sagte der Scharlachreiter , » wir sind gar nicht zurückhaltend ; du aber kömmst aus Ophir oder dem Lande der Königin von Saba , und reitest mit deinem Gewande so dahin . « » Ich wähle mir meine Rüstung , wie ich sie für gut halte « , sagte Witiko . » Und du wirst Großes vollbringen « , antwortete der Scharlachreiter . » Du vielleicht auch « , sagte Witiko . » Das siehst du gewiß « , sagte der Scharlachreiter , » daß wir dich nicht beschimpfen , oder mit dir kämpfen oder dich töten wollen , wenn wir auch Spott und Scherz sagen . Wir sind auf viel größere Dinge aus , nicht nur auf die Eroberung Böhmens sondern auch des kleinen Ländleins Österreich und Baierns und Sachsens und Deutschlands und der ganzen Welt - nämlich der Welt des Vergnügens . Wir sind die Könige und Vögte dieses Herrn , der alle Länder beherrscht . Und der Erdkreis ist ihm zu klein , und bis in die Sterne und in den Himmel wird er seine Macht tragen . Da sitzt einer in dem Riesengebirge , und hat das Seinige dort , einer in den Bergen bei Sachsen , und hat das Seinige dort , einer am Walde von Baiern , und hat das Seinige dort , einer in der gesegneten Flur an der Elbe , und hat das Seinige dort : und alle sind sie wie wir . « » Die Kleider , wie ihr sie tragt , habe ich auch in andern Ländern gesehen « , sagte Witiko . » Nicht bloß die Kleider : die Sitten die Bräuche und alles andere geht durch die ganze Welt , und wir leben mit der ganzen Welt , wir können nicht hinter unserem Eichenklotze sitzen bleiben , und uns von ihm beschatten lassen . Ja , da erzählen die Alten , unser Volk sei einmal abgeschieden , es sei für sich allein gewesen , und habe nicht nach auswärts gestrebt , da hat es Gesang und Tanz geliebt , die Gastfreundschaft geehrt , und den Boden betreut . Die Einsicht hat als das Größte gegolten , und der Rechtspruch , den einer geben konnte , war die höchste Zier . Und die oberste Macht unsers Landes ist nicht aus der Kriegsanführung hervorgegangen , sondern aus der Richterübung . Krok erlangte die Macht im Volke , weil sein Verstand den der andern übertraf , und weil er allen raten und helfen konnte . Die Angriffe von außen wurden einfältig abgewehrt . Samo hat in längstvergangenen Zeiten die Heere des Frankenkönigs Dagobert in der dreitägigen Schlacht bei Togastburg vernichtet , das Heer Ludwigs des Deutschen , welcher Böhmen bezwingen wollte , ist in einer unerhörten Niederlage geschlagen worden . Und man kennt nicht den Ort der Schlacht und nicht den Namen des Mannes , der unser Volk geführt hat . Da , sagen sie , seien gute Zeiten gewesen ; aber wer weiß , wie damals alles geschehen ist . Alte Menschen loben das Vergangene und frühere Zeiten . Die Jahre , die näher an uns liegen , sind auch hier zu Lande wild genug gewesen . Und warum hat der Mann seines Namens nicht besser gewahrt , und warum soll ich nicht einen bösen Nachbar , der quält und droht , in seinem Lande suchen und niederwerfen dürfen , warum nicht den Namen der Meinigen in die Herzen der fremden Völker tragen , daß er geehrter und gefürchteter ist ? « » Wir werden den Namen unseres Volkes ruhmreich in die fernsten Länder tragen « , sagte Witiko . » Nun , bei allen Heerscharen des Herrn , wenn du das Banner dahin trägst , dann reiten wir alle , die hier sind , mit dir « , rief der Scharlachreiter . » Ich werde nicht das Banner tragen « , sagte Witiko , » aber ein ruhmreicher Herzog von Böhmen wird es tragen lassen . « » Vielleicht dein Sobeslaw ? « sagte der Scharlachreiter . » Vielleicht Sobeslaw , vielleicht der , der nach ihm kommt « , entgegnete Witiko . » Warum hat er dann den König Lothar , als er ihn bei Chlumec geschlagen und eingeschlossen hatte , entkommen lassen , und sich begnügt , Herzog von Böhmen zu sein ? « sprach der Scharlachreiter . » Das wird er wissen « , entgegnete Witiko , » und er wird wissen , warum er zu den Deutschen steht , das hindert nicht , daß er unser Volk einmal ruhmvoll nach außen führt . « » Also reitest du nicht aus dem Lande der Königin von Saba oder aus Ophir daher , sondern gehörst zu unserm Volke , wie du sprichst « , sagte der Scharlachreiter . » Du siehst , daß ich nach Mitternacht reite , also komme ich vom Mittage her « , entgegnete Witiko . » Wir reiten ja alle mit dir nach Mitternacht , also kommen wir vom Mittage her « , erwiderte der Scharlachreiter . » So ist es auch « , sagte Witiko , » und es ist nur , wer weiter her kömmt . « » So pilgerst du vielleicht von dem Walde heraus , in welchem Tannen und Moosbeeren wachsen « , sagte der Scharlachreiter . » Tannen und Moosbeeren und anderes « , sagte Witiko , » und wo manche Stelle zu einer edlen Waldburg für einen genügsamen Mann ist . « » Dort begnügen sie sich mit Fröschen « , sagte der Scharlachreiter . » Sie begnügen sich mit Fröschen « , antwortete Witiko , » und das ist ein Vorzug . « Der Scharlachreiter wendete sich bei diesen Worten halb auf seinem Pferde um , und rief auf seine Begleiter zurück : » Wie wäre es , Freunde , wenn wir einmal in den Mittagwald unseres Landes jagen gingen , aus dem die schöne Moldau kömmt , der Ledermann hier meint , es wäre nicht so schlecht dort . « » Wenn die Wölfe und Bären und Hirsche im Winter dort nicht erfrieren , so müssen ihrer genug sein « , rief der schöne Jüngling , welchen der Scharlachreiter den Sohn des Nacerat geheißen hatte . » Und wir dringen mit der Lanze in der Hand und mit festen Stiefeln an den Füßen durch Gestein und Moor und Wurzelgeflecht « , rief der , welchen der Scharlachreiter Welislaw genannt hatte . » Wer weiß , ob dort schon einmal eine Jagd , wie sie die Vorschrift fordert , abgehalten worden ist « , rief Odolen an der Seite Witikos , » und wenn wir die ersten sind , die eine Kunstjagd dort einführen , so haben wir Ruhm , und mehr Ruhm , je mehr wir überwinden müssen . Der Sieg gilt erst recht , wenn man Berge umwirft , um zu dem Feinde zu gelangen . « » Du tränkest einen Fluß aus , um zu ihm zu kommen « , sagte der Scharlachreiter . » Das wäre viel zu langsam « , rief Odolen entgegen , » ich werfe mich mit unsern Leuten hinein , und schwimme hinüber . « » Wir gehen hin « , rief der , welcher von dem Scharlachreiter Ben geheißen worden war , » weil wir noch nicht dort gewesen sind . « » Und Wurzeln , Kräuter werden wir wohl finden , daß wir eine Würze haben , wenn wir uns einen Dachs zum Essen braten müssen « , rief der , welcher Casta genannt worden ist . » Und die Bärenfelle bringen wir den Frauen und Jungfrauen zu weicher Hülle « , rief einer der Söhne Smils . » Ja , deiner Mutter zum Füßewärmen « , sagte Welislaw . » Wir gehen einmal hin « , rief der Scharlachreiter , » den Tag können wir noch verabreden , wer weiß , was wir da finden und erfahren , und der alte Cosmas lebt ja auch nicht mehr , unsere Sitten lateinisch zu tadeln , da er die der alten Zeiten preist . « » Wir gehen hin « , rief eine Stimme . » Wir gehen dahin « , rief eine andere . » Ja , ja « , rief wieder eine . » Und unsere Sitten sind wahre reine weiße Lämmlein gegen die Wölfe , die gewesen sind « , sagte der Scharlachreiter , indem er sich auf seinem Pferde wieder nach vorwärts wendete , » wenn Cosmas nicht schon achtzig Jahre alt gewesen wäre , als er auf dem vielen Pergamente die Taten unseres Volkes aufgeschrieben hatte , so hätte er gesehen , was die Alten an sich gehabt haben : sie sind arg gewesen , und wir sind die Guten . Hast du von den zwei großen Geschlechtern unsers Landes gehört , du lederner Reiter , die so groß gewesen sind , daß keines größer war , und kaum ein größeres kommen wird ? « » Ich habe von manchem Geschlechte dieses Landes gehört « , antwortete Witiko , » ich weiß nicht , welches du meinst . « » So horche « , sagte der Scharlachreiter , » es war ein Mann im Lande , der auf der Burg Libic hauste , und Söhne und Töchter hatte , und Länder besaß , die quer durch das Herzogtum gingen . Er hieß Slawnik . Vor ihm waren schon viele Slawnik . Als seit dem Heile der Welt noch nicht das tausendste Jahr angebrochen war , wurde ein Sohn von ihm , der Woytech hieß , Bischof von Prag . Er war in der Reihe der Bischöfe der zweite , und nannte sich Adalbert . Cosmas lobt ihn , und hat von ihm auf das Pergament geschrieben , daß er reich an Geburt war , schön an Gestalt , leutselig an Benehmen , geistlich im Wandel , und daß er von allen geliebt wurde . Und da lebte auch vor alten Zeiten ein Mann namens Wrs , von dem die Wrse stammten . Da geschah es einmal , daß das Weib eines Wrsen im Ehebruche gefunden wurde . Es war eine Sitte , daß das Weib , das sich dessen schuldig gemacht , von der Hand des Gatten sterben sollte . Sie floh aber zu Adalbert , und gelobte Buße , und daß sie Buße tun könnte , sandte sie Adalbert zu den Frauen des heiligen Georg . Die Wrse rannten zu Adalbert , und suchten das Weib . Da sie es nicht fanden , schmähten sie Adalbert als Verbrecher und Beschützer des Ehebruches . Er aber sagte : Nicht den Ehebruch schütze ich , sondern einen schrecklichen Brauch hindere ich , der gegen das Christentum ist , das nicht den Tod des Sünders will , sondern , daß er sich bessere , da sprang das Haupt der Wrse zu Adalbert , und rief : Dich will ich nicht töten , daß du nicht ein Märtyrer wirst , aber deinen Brüdern und deinem Hause will ich es gedenken bis in das letzte Glied . Dann liefen sie fort , und als man ihnen den Aufenthalt der Schuldigen verraten hatte , drängten sie das Kloster , bis ihnen die Frau herausgegeben wurde . Und als ihr Ehegatte sich entsetzte , sie zu töten , ließen ihr die Wrse durch einen gemeinen Diener den Kopf abschlagen . Adalbert zürnte , weinte , verfluchte die Wrse , verließ sogleich Prag , und eilte nach Rom . Die Wrse begannen die Fehde gegen die Brüder Adalberts , deren noch fünf im Lande waren , das ungeteilte Erbe Slawniks besaßen , und in der Burg Libic hausten . Der Kampf dauerte lange , er ruhte , er fing wieder an , ruhte wieder , und begann wieder , und da die Slawnike alles bis auf Libic verloren hatten , wurde auch Libic belagert . Anastasius der Abt von Brewnow , der ein Freund des Geschlechtes der Slawnike war , befand sich in der Burg , und riet , als die tapfere Gegenwehr vergeblich war , sie sollen sich in die Kirche flüchten . Alle Nachkommen Slawniks gingen in die Kirche und zu dem Altare , und da die Wrse in die Burg kamen , und die Flüchtigen aus der Kirche durch Versprechungen gelockt hatten , ermordeten sie alle ohne Unterschied , Männer , Weiber , Kinder und Jungfrauen . Was sie von Dienern und Mannen der Ermordeten in der Burg fanden , führten sie in die Leibeigenschaft ab . Der Abt Anastasius floh nach Ungarn , und ist nie wieder zurückgekehrt . Die Wrse nahmen die Güter der Slawnike , und das Haupt derselben wohnte nun öfter in Libic . Drei der Slawnike waren dem Untergange ihres Geschlechtes entronnen : Adalbert , welcher in Rom war , Radim , sein jüngster Bruder , welcher ihn begleitet hatte , und Sobebor , der älteste , welcher , da einmal die Fehde ruhte , in einem böhmischen Heere mit dem Kaiser Otto gegen die mitternächtlichen Slawen gezogen war , den polnischen König Boleslaw kennen gelernt , in Polen geblieben war , und dort Besitz und Ansehen erworben hatte . Aber das Geschlecht erhob sich nie wieder , und blieb erloschen . « » Und warum haben denn die Herzoge solches nicht gewehrt ? « fragte Witiko . » Ja , da war ein Prinz « , antwortete der Scharlachreiter , » der Boleslaw Rothaar hieß , und der mit seinem ganzen Anhange die Wrse begünstigte , und sogar mit ihnen gegen die Slawnike kämpfte . Und als er den Herzogstuhl bestiegen hatte , gab er einem Wrsen seine Tochter zum Weibe , und die Wrse waren die Nächsten an ihm . Aber Boleslaw verlor alle Nebenländer des Reiches , und war wütig gegen Hohe und Niedere . Da brach die Empörung aus , und die Wrse waren die ersten gegen ihn . Er mußte entfliehen . Dann kam er wieder zur Macht , und lud in der Fastnacht , in der alle sich erlustigten , die vornehmsten Männer des Landes und auch Wrse zu sich , und da er sie durch Freundlichkeit getäuscht hatte , überfiel er sie mit seinen Häschern , stieß seinem Schwiegersohne zuerst selber den Dolch in den Leib , und tötete alle , die er fürchtete . Er wurde aber noch in dem nämlichen Monate von dem polnischen Herzoge Boleslaw geblendet , und starb nach Jahren unbeklagt in einer entfernten polnischen Burg . Als der Herzog Wratislaw als König in diesem Lande herrschte , etwa siebenzig Jahre später , waren die Wrse wieder in Ansehen : Buc , Cac , Dobromil , Tista und andere . Da jedoch der Herzog Wratislaw gestorben war , und sein Sohn Bretislaw auf dem Herzogstuhle saß , wurden die zwei mächtigsten Wrse aus dem Lande verbannt : Mutina , der bisher der Freund des Herzogs und Zupan von Leitmeritz gewesen war , und Bozey , das Haupt der Wrse , Herr auf Libic und Zupan von Saaz . Der Herzog hatte nämlich erfahren , daß sie bei der Belagerung der polnischen Veste Brdo im Einverständnisse mit dem Feinde gewesen waren . Als vier Jahre seit dieser Verbannung verflossen waren , da man das Jahr 1100 schrieb , und der Herzog Bretislaw in der Abenddämmerung des heiligen Thomastages von der Jagd in den Wäldern von Bürglitz gegen seinen Hof Zbecna zurückkehrte , und man ihm in dem Dunkel der Wälder mit Fackeln entgegen ging , sprang ein Mann namens Lorek aus dem Dickichte hervor , und stieß ihm mit Gewalt einen Jagdspieß in den Leib . Der Leche Cosmas hat aufgeschrieben : Wie ein Stern vom Himmel fiel der hohe Fürst in dem Walde zu Boden . Seine Mannen kamen zu spät , und hoben den Sterbenden empor . Man rannte dahin , den Mörder zu suchen , und fand ihn mit seinem Pferde in einen Graben gestürzt von dem eignen Schwerte durchbohrt . Ob mit Absicht , weil er der Verfolgung nicht entrinnen konnte , oder aus Unglück , konnte man nicht mehr erkennen . Es war der Glaube verbreitet , daß der Mörder von den verbannten Wrsen Bozey und Mutina angestiftet gewesen sei . Und als nach Bretislaw sein Bruder Boriwoy den Fürstenstuhl inne hatte , wurden die Wrse zurückgerufen , und sie dienten treu . Da aber der Vetter Boriwoys , Swatopluk von Olmütz , nach dem Herzogstuhle strebte , da er einen falschen Boten an Boriwoy abgeschickt hatte , der ihm seine Feinde nennen mußte , und ihm die Wrse nannte , und da Boriwoy mißtrauisch wurde , und den Wrsen Bozey zweimal zu fangen strebte , fielen die Wrse von ihm ab , gingen zu Swatopluk , halfen ihm siegen , und den Fürstenstuhl besteigen . Boriwoy mußte nach Polen fliehen . Ein Jahr darauf ging Swatopluk mit einem Heere zu seinem Gevatter Heinrich dem Fünften dem Könige von Deutschland gegen Koloman den König von Ungarn . Er ließ als Schutz des böhmischen Landes den Herren Wacek und den Wrsen Mutina mit Heeresmacht zurück . Vor Preßburg kamen Swatopluk und Heinrich zusammen . Swatopluk hatte alles niedergeworfen und zerstört , was ihn an der Annäherung an Preßburg hindern konnte , und er strebte nun mit Heinrich die Stadt und die Veste zu gewinnen . Da kam ein Bote , welcher meldete , daß der polnische König Boleslaw , der ein Freund der Ungarn war , mit Boriwoy in Böhmen eingefallen sei , daß er Wacek und Mutina besiegt habe , und die Zupen verwüste , und ein geheimer Bote von Wacek kam , der sagte , daß Mutina mit dem Feinde verstanden sei , daß er sich Boriwoy günstig erweise , daß er nur zum Scheine gekämpft habe , und daß er heimlich zu seinem Vetter Nemoy gegangen sei , der ein Anhänger Boriwoys ist . Swatopluk mußte von Preßburg zurück , und der König Heinrich mußte auch fort . Swatopluk ging mit den Seinigen gegen Böhmen , und der polnische König ging nach Polen zurück . Wacek und Mutina kamen dem Herzoge entgegen . Er empfing sie freundlich , und war freundlich gegen die Wrse , welche mit ihm in Ungarn gewesen waren . Er zog gegen die Burg Mutinas , die Wratislaw hieß . Er übernachtete in der Burg . Als der Tag angebrochen war , versammelte er alle Männer , die bei ihm waren , in dem großen Saale der Burg , Herren Ritter und andere . Es war Mutina zugegen mit seinen zwei jungen Söhnen , es waren die Wrse Domaslaw und Unislaw da . Der Herzog trat schnell in den Saal , sprang auf die Ofenbank , und rief von dort herab , was die Wrse von jeher an Tücke Verrat und Bösem gestiftet haben , und schrie gegen die Männer : So gebe ich sie der Vernichtung preis , und wer sie vertilgt , der nehme ihr Hab und Gut , was er zu erraffen und zu ergreifen vermag . Die im Saale seien die ersten . Darauf sprang er von der Bank , und verließ das Gemach . Mutina saß auf seinem Stuhle , und redete nicht . Sogleich erhielt er zwei Hiebe , und regte sich nicht . Auf den dritten wollte er empor , und da fiel sein Haupt von dem Rumpfe . Unislaw und Domaslaw wurden erschlagen . Die Knaben Mutinas wurden fort geführt . Ein Freund der Wrse , Neusa , sprang aus dem Fenster in den Wald , sein helles Gewand verriet ihn , er ward ergriffen , und geblendet . Die Männer Krasa und Wakula sprangen auf ihre Pferde , und jagten gegen die Burg Libic , auf der Bozey saß . Er ließ sie als Reiter aus dem ungarischen Kriege zu sich , da er mit seinem Weibe und seinem jungen Sohne Borita beim Mittagsmahle saß . Krasa rannte herbei , und lästerte , und als es ihm Borita verwies , tötete er ihn , und stieß das blutige Schwert dem Vater in das Herz . Die Wrse der Burg wurden ermordet , die Toten der Kleider beraubt , und verscharrt , und alles geplündert . Und es begann nun ein Krieg der Wrse , die noch lebten , gegen ihre Angreifer , und der Krieg wurde immer größer , da ihnen ihre Anhänger halfen , und ihre Feinde sich mehrten . Aber sie unterlagen , und kamen um . Die einen führte man auf die Märkte der Städte , und richtete sie dort hin , die andern tötete man auf dem Berge Petrin , oder brachte sie auf den Gassen oder in den Häusern um . Der alte Leche Cosmas hat aufgeschrieben , daß die Söhne Mutinas gute Knaben waren , und so schön , als wären sie auf Elfenbein gemalt worden ; aber sie wurden umgebracht . Die Leute schlugen ein Kreuz , und entflohen . Alle Wrse waren ausgerottet bis auf einen , der entflohen war , Johann , der Sohn Tistas