Schinkels – nur ein Gartensaal im Flemmingschen Schloß zu Buckow ist noch älter – etwas zu tadeln ist , so ist es das , daß der Genius des jungen Baumeisters der Zug nach idealeren Formen sich hier an der unrechten Stelle zeigt . Diese Wirtschaftsgebäude machen etwa den Eindruck , wie wenn ein junger Poet einen wohlstilisierten und bilderreichen Brief an seine Wirtsfrau oder deren Tochter schreibt . Der Stil , die Sprache , sind an und für sich tadellos , nur die Gelegenheit für den poetischen Ausdruck ist schlecht gewählt ; Gemeinplätze wären besser . Schinkel selbst , der in späteren Jahren mit so besonderem Nachdruck der Anlehnung an das Bedürfnis das Wort redete , würde diese , einer höheren Form huldigenden Wirtschaftsgebäude , speziell das auf dem Vorwerk Bärwinkel , zwar mit Interesse , aber sicherlich auch mit Lächeln wieder betrachtet haben . Indessen , wie jugendlich immer : ex ungue leonem . Je unverkennbarer dies hervortritt , um so auffallender ist es , daß eine Zuschrift an Herrn von Wolzogen , den Herausgeber der Schinkelschen Briefe , gerade dieses interessante , aus Raseneisenstein und Eisenschlacken errichtete Wirtschaftsgebäude dem Zimmermeister Tietz in Friedland und dem Maurermeister Neubarth in Wriezen hat zusprechen wollen . Herr von Wolzogen hält dieser Zuschrift gegenüber seine ursprüngliche , auf einen Ausspruch Waagens gestützte Ansicht zwar aufrecht , aber doch mit einer gewissen Unsicherheit , die , wir zweifeln nicht daran , beim Anblick des Gebäudes selbst sofort der festen Überzeugung Platz machen würde : dies ist von Schinkel und von niemand anderem . Es ist sehr die Frage , ob die architektonischen Kräfte zweier kleiner Städte selbst in unseren Tagen , nachdem Schinkel eine Schule herangebildet hat , fähig sein würden , einen so originellen , alle Schablone vielleicht nur allzusehr verleugnenden Bau aufzuführen , damals aber ( 1803 ) vermochten es die vereinten Baukräfte von Friedland und Wriezen sicherlich nicht . Ich neige mich sogar der Ansicht zu , daß die Verwendung von Schlacke und Raseneisenstein , eines Materials , das hierlandes nie als Baumaterial verwendet worden ist , dort aber zufällig zur Hand war , allein schon als Beweis dafür dienen darf , daß der Bau von Schinkel herrühren muß . Gerade in dieser genialen Benutzung des zufällig Gebotenen war er ja so hervorragend . Das Ganze ( ein Molkenhaus ) hat die Form einer Basilika : ein Hochschiff und zwei niedrige Seitenschiffe . Wenn aber eine Basilika die prachtvolle breite Giebelwand nach vorne stellt , und dieselbe als Portal benutzt , so hat Schinkel bei diesem Bau das umgekehrte Arrangement getroffen . Er hat den breiten Frontgiebel als Hintergrund und die Apsis nach vorne genommen , die nun als Eingang dient . Und wie vieles auch sich gegen ein Basilika-Molkenhaus sagen lassen mag , darüber kann für mich kein Zweifel sein , daß Friedland-Wriezen damals solchen Einfalles nicht fähig war . Neu-Hardenberg ( Quilitz ) seit 1814 Neu-Hardenberg ( Quilitz ) seit 1814 1810 , wie bereits erwähnt , war Quilitz aus den Händen des jüngeren Prittwitz in den Besitz der Krone übergegangen , aber auch diesmal nur auf kurze Zeit . Wie 1763 dem General von Prittwitz , so wurde Quilitz im November 1814 dem Fürsten-Staatskanzler von Hardenberg als Dotationsgut verliehen , und der alte Name Quilitz , ihm zu Ehren , in Neu-Hardenberg umgeändert . Der Fürst besaß es – samt dreizehn andern Gütern , die zusammen die » Herrschaft Neu-Hardenberg « bilden – bis zu seinem am 26. November 1822 in Genua erfolgten Tode , um welche Zeit , nach dem Rechte der Erstgeburt , der gesamte Besitz an den Sohn des Staatskanzlers , den Dänischen Geheimen Konferenzrat Grafen von Hardenberg-Reventlow kam . Dieser starb am 16. September 1840 ohne männliche Nachkommen , und die Herrschaft fiel nunmehr dem nächsten Erbberechtigten , dem Grafen Karl Adolf Christian von Hardenberg zu . Der Fürst-Staatskanzler war acht Jahre lang im Besitz von Neu-Hardenberg ; es scheint jedoch , wenn wir diese seine letzten Lebensjahre von Monat zu Monat verfolgen , daß er nicht allzuviele Mußetage für eine Villeggiatur auf seinen Gütern fand . Nur von wenigen Fällen haben wir eine bestimmte Kunde , z.B. von sei nem Einzug in Quilitz , wahrscheinlich im Sommer 1816 , und von der Feier seines siebzigjährigen Geburtstages am 31. Mai 1820 . Über den Einzugstag leben noch einige Traditionen fort , ziemlich farblose Berichte von Triumphbogen und Eichenlaubgirlanden , von Spalier bildender Jugend und plattdeutschen Empfangsgedichten , – die letzteren von den zwei hübschesten Mädchen des Dorfes in ihrer wendischen Nationaltracht vorgetragen . Aber hiermit schließt die Reihe der halbverblaßten Bilder ab , die in der Tat nur durch den Quilitzer roten Friesrock ein bestimmtes Kolorit erhalten . Mehr schon wissen wir von dem siebzigsten Geburtstage , wiewohl der Fürst beschlossen hatte , ihn in Stille zu feiern . Mancher Gratulant traf ein : unter diesen Beglückwünschenden , freilich brieflich nur , auch Goethe . Die Zeilen , die er schrieb – wie wir offen gestehen müssen , etwas gezwungen und schwerverständlich – waren folgende : Wer die Körner wollte zählen , Die dem Stundenglas entrinnen , Würde Zeit und Ziel verfehlen , Solchem Strome nachzusinnen . Auch vergehn uns die Gedanken , Wenn wir in dein Leben schauen , Freien Geist in Erdesschranken , Festes Handeln und Vertrauen . So entrinnen jeder Stunde Fügsam glückliche Geschäfte . Segen dir von Mund zu Munde ! Neuen Mut und frische Kräfte . Am 13. Oktober 1817 fand die festliche Einweihung der durch Schinkel restaurierten Neu-Hardenberger Kirche statt , und das Interesse , das der Staatskanzler dieser Kirche widmete ( er vermachte ihr eine Dotation und fehlte nie beim Gottesdienst ) , läßt darauf schließen , daß er bei dieser Einweihung zugegen war . Auch ein anekdotenhafter Vorfall mit seinem Schwiegersohn , dem Fürsten Pückler , zeigt uns den Staatskanzler in seinem Hardenberger Schloß . Der Park hinter dem Hause war bei jedem Besuch ein Punkt freundschaftlichen Disputs zwischen Schwiegervater und Schwiegersohn . Das feine Auge des letztern hatte seit langem gegen die altfränkisch-steife Anlage , die damals noch vorhanden war , protestiert , und das in andrem Sinne feine Gefühl des Schwiegervaters hatte mit gleicher Beharrlichkeit die Neuerungen abgelehnt , weil diese Neuerungen gleichbedeutend waren mit Entfernung eines Dutzend der allerschönsten Bäume . Davon wollte der Staatskanzler nichts wissen ; man sieht , er hatte auch seine Pietät . Der Schwiegersohn aber , als er alle Überredungskünste scheitern sah , schritt endlich auf jede Gefahr hin zu Tat und Abhilfe . Ein Kreis nächster Freunde war bei Tisch versammelt , und in dem schon erwähnten Gartensalon aus der Prittwitzzeit herrschte jene Tafelheiterkeit , an der das Herz des Fürsten hing und auf deren Pflege und Hervorrufung er sich so wohl verstand . Nun war das Mahl beendet und Wirt und Gäste traten auf die Veranda hinaus , die den Blick hat auf Wiese und Park und Monument . Der alte Fürst stand wie getroffen , – das war der Park nicht mehr , dessen großen Mittelgang er noch vor Tisch in lebhaftem Geplauder durchschritten hatte . In der Tat , der Park war während der Stunden des Diners ein andrer geworden , ein solcher , wie er jetzt ist , wie er nach des Schwiegersohnes Ansicht werden mußte . Eine Allee war verschwunden und wo ein Elsbruch war , war eine Parkwiese entstanden , an deren Ausgang das Wasser des Kanals blitzte . Der Fürst , im ersten Augenblicke sichtlich unangenehm berüht , war doch artiger Wirt und guter Schwiegervater genug , um gute Miene zum bösen Spiele zu machen , und die jetzigen Besucher mögen sich des Einfalls freuen . Wir aber entnehmen diesem kleinen Hergang abermals das Faktum einer längeren oder kürzeren Anwesenheit des Staatskanzlers auf seinem Neu-Hardenberger Schlosse . Gleichviel indes , wie selten oder wie häufig seine Besuche stattfanden , jedenfalls war von Anfang an seine Sorgfalt diesem neuen Besitze zugewandt und Schloß , Park , Kirche sind in ihrer jetzigen Gestalt seine Schöpfung . Machen wir zuerst einen Rundgang durch die Zimmer des Schlosses . Wir werden hier einer reichen Anzahl von Kunstschätzen begegnen , die der Aufmerksamkeit des Besuchers wert sind . Das Schloß erinnert nach dieser Seite hin am meisten an Schloß Tegel , welches letztere freilich den Vorrang behauptet . Vielleicht wäre dies anders , wenn Neu-Hardenberg alle diese Kunstschätze umschlösse , die es umschließen müßte , wenn nicht eine großmütige Laune des Stanskanzlers es darum gebracht hätte . Es hat das folgenden Zusammenhang . Der Staatskanzler hatte bereits im Jahre 1804 – also lange bevor ihm die Herrschaft Neu-Hardenberg zufiel – das im Lebusischen Kreise gelegene Gut Tempelberg käuflich an sich gebracht und daselbst ein Schloß aufgeführt , das , zu anererbtem Hardenbergschen Familienbesitz , auch noch jene Fülle von Kunstschätzen beherbergte , die der kunstliebende Fürst auf seinen Wanderungen durch Europa an sich gebracht hatte . 20 Es war dies eine außerordentlich wertvolle Sammlung . Das Beste derselben ging nach der Schlacht bei Jena verloren . Davout nämlich , auf seinem Raub- und Siegeszuge durch die Mark , ließ vier Wagen voll die ser Kunstschätze nach Paris schaffen 21 , und als im Jahre 1814 die Rückgabe alles dessen erfolgte , was Napoleon in zehn Siegesjahren mit nach Paris geschleppt hatte , leistete der Fürst-Staatskanzler auf die Rückforderung des ihm persönlich Genommenen Verzicht . Welche Gründe ihn dabei leiteten , ist nicht recht klar . Doch scheint es , daß er in jener vornehmen Feinfühligkeit , die ihm allerdings eigen war , von seinen eigenen Ansprüchen absah , um die Wiedererstattung all dessen , was anderen ( auch dem Staate ) genommen worden war , mit um so mehr Nachdruck , weil mit größerer Unbefangenheit , betreiben zu können . So blieb denn der größte Teil jener Kunstschätze , die einst die Säle von Schloß Tempelberg geschmückt hatten , in Paris zurück , und nur die von Davout übersehenen Reste wurden 1814 von Tempelberg nach Neu-Hardenberg hinübergeschafft . Allerdings erfuhr diese Sammlung bis zum Tode des Staatskanzlers , durch einzelne Ankäufe und Geschenke eine Erweiterung , aber immerhin blieb sie nur ein Bruchstück der alten Herrlichkeit . Wir schreiten nun dazu , diese Bruchstücke , zumal Porträts und Bilder , in Augenschein zu nehmen . Im Billardzimmer : 1. Alte Familienporträts des freiherrlichen Hauses Hardenberg bis zurück ins sechzehnte Jahrhundert . Das älteste und deshalb interessanteste dieser Bilder ist klein , nicht ganz handhoch und zeigt die Jahreszahl 1558 . Es stellt dar : Eler Hardenberg seines Alters zweiundsechzig Jahr . 2. Porträt des Staatskanzlers ; von dem französischen Maler Quinzon . – Naglers Künstlerlexikon bringt diesen Namen nicht , auch keinen ähnlich klingenden , so daß ich , hinsichtlich der Rechtschreibung , nicht sicher bin . 3. Porträt des Sohnes des Staatskanzlers , damals etwa fünfzehn Jahre alt . Ein sehr hübsches Bild . – Christian Heinrich August Graf von Hardenberg-Reventlow , einziger Sohn des Fürsten-Staatskanzlers aus seiner ersten Ehe mit Friederike Juliane Christine Gräfin von Reventlow , wurde am 19. Februar 1775 geboren und starb als dänischer Hofjägermeister und Geheimer Konferenzrat am 16. September 1840 . Er war von Jugend an in dänischen Diensten . Im Jahre 1814 führte dies zu einer eigentümlichen Begegnung , wie sie die Annalen der Diplomatie vielleicht nicht zum zweiten Male aufzuweisen haben . Am 25. August des genannten Jahres wurde zwischen Preußen und Dänemark , das bekanntlich auf französischer Seite gefochten hatte , der Friede zu Berlin geschlossen . Die Beauftragten waren Vater und Sohn : der Staatskanzler Fürst Hardenberg für Preußen , der Geheime Konferenzrat Graf Hardenberg-Reventlow für Dänemark . Der letztere verblieb in seinen alten Beziehungen und ging darin so weit , daß er sogar auf den Fürstentitel verzichtete , als ihm , nach dem im November 1822 erfolgten Tode seines Vaters , die Herrschaft Neu-Hardenberg zugefallen war . Man hat preußischerseits dies ablehnende Verhalten getadelt , ein Verhalten , das im wesentlichen sagte : » Ich zieh ' es vor , ein dänischer Graf zu bleiben . « Aber wenn es dieser Ablehnung allerdings an Verbindlichkeit gegen Preußen gebrach , so geziemt sich doch anderseits die Frage : » War der Sohn zu solcher Verbindlichkeit überhaupt verpflichtet ? « Man darf wohl antworten : » Nein . « Der jüngere Hardenberg war ein geborener Hannoveraner , seine Mutter war eine Dänin . Als sein Vater in den preußischen Staatsdienst trat , gehörte er ( der Sohn ) bereits mit Leib und Leben dem dänischen Staate an . Wenn durchaus eine Schuld gefunden werden soll , so liegt sie jedenfalls nicht bei dem Sohne , sondern in häuslichen Verhältnissen , die er am wenigsten ändern konnte . 1787 oder 1788 trennten sich bereits die Eltern , und die begleitenden Umstände , vor allem die bald erfolgende Wiederverheiratung des Vaters , ließen es ratsam oder selbst geboten erscheinen , daß der erst zwölfjährige Sohn der Mutter folgte . Unter Einfluß und Leitung des Vaters wäre er natürlich preußisch geworden , dieser Leitung indes enthoben , war es selbstverständlich , daß die dänische Aussaat auch dänische Frucht trug . Neben dem Billardzimmer . 1. Die alte Burg Hardenberg im Hannoverschen , wie sie noch vor etwa einhundertfünfzig Jahren war . 2. Die jetzige Burg Hardenberg ( Ruine ) . 3. Ein eingerahmtes Blatt mit den oben mitgeteilten Versen Goethes , die derselbe zum siebzigjährigen Geburtstag des Staatskanzlers an diesen richtete . Im Gartensalon und dem angrenzenden Zimmer : 1. Große Malachit-Vase ; Geschenk des Kaisers von Rußland . 2. Porträt Friedrichs des Großen ; von Bardou gemalt ( schon erwähnt ; vielleicht aus der Prittwitzzeit ) . 3. General von Prittwitz . 4. Porträt des Staatskanzlers aus der Zeit seines ersten oder zweiten Aufenthalts in England ( 1772 oder 1781 ) . Ein Pastellbild von Benjamin West . 5. Napoleon ; von Gérard . 6. Blücher ; ein Geschenk von diesem selbst an den Staatskanzler . 7. Friedrich Wilhelm III. ( jung ) in österreichischer Husaren-Uniform . 8. Ein prachtvoller Mosaikkopf , der , von Hardenberg etwa zwischen 1790 und 1805 angekauft , durch einen Zufall dem Auge Davouts entging und der Tempelberger Sammlung verblieb . Von dort kam er 1814 nach Neu-Hardenberg . Es ist eine vorzügliche Arbeit ; ein Frauenkopf , halb Profil , von weißem Teint und dunkelblondem Haar . Die Lippen sinnlich , die Augen groß und schwärmerisch ; ein Halbmond auf der schönen Stirn . – Ich habe nicht in Erfahrung bringen können , welcher Zeit das Bild angehört , auch nicht , wen es darstellt . Doch glaube ich nicht zu irren , wenn ich es für einen Kopf der Beatrice Cenci halte , die hier im Kostüm der Diana auftritt . 9. Ein großes Mosaikbild : Die Tempelruinen von Paestum . Ein Geschenk , das Papst Pius VII. etwa um 1820 an den Fürsten-Staatskanzler machte . Das Bild ist gegen vier Fuß lang und einen Fuß hoch . Ein breiter Rahmen umgibt es , der oben , als beinah fußhohes Ornament , das päpstliche Wappen trägt . Die drei Tempelruinen nehmen die Mitte des Bildes ein ; rechts Baumgruppen im frischesten Grün , links Trümmerreste unter wucherndem Strauchwerk ; im Hintergrunde Bergzüge , vorn ein paar Gestalten . Das Bild wurde bei seinem Eintreffen in Berlin so schön gefunden , daß König Friedrich Wilhelm III. ein gleiches oder ähnliches zu haben wünschte und deshalb in Rom unter der Hand anfragen ließ : was der Preis eines solchen Mosaikbildes sei ? Die Rückantwort , wahrscheinlich Niebuhrs , lautete : 6000 Taler . Als bei Hofe über diese Summe gesprochen wurde , soll der General von Rohr halb erschrocken , halb treuherzig bemerkt haben : » Aber doch mit dem Rahmen . « Im Eßzimmer 1. Eine Landschaft von Schinkel . Im Hintergrunde die Ruinen der Burg Hardenberg . Ein Festzug : Landvolk , geschmückte Stiere usw. , kommt den Hügel herab und bewegt sich , an einer alten Eiche vorbei , einem Ceres- oder Pomona-Bilde entgegen . Eine Kopie des Bildes befindet sich in der Wagnergalerie zu Berlin . 2. Eine Mondlandschaft von van der Neer . Ein vorzügliches Bild , braun im Ton ; von Schinkel , bei seinen Besuchen in Neu-Hardenberg , immer sehr bewundert . 3. Luther ; von Holbein . 4. Katharina von Bora ; von Holbein . Auf der Rückseite dieses Bildes , auf Holz gemalt , befindet sich ein zweites Bild und zwar ein Totenkopf . Unter demselben stehen , auf einem sauber gemalten Zettel , folgende Worte : Entgèn den tot ist kein schilt Darum leebe als Du sterve wilt . » Entgèn « meint entgegen oder gegen ; » schilt « ist Schild . 5. Eine Maria mit dem Kinde . Wie es heißt , von Rubens ; aber andern Bildern des Meisters sehr unähnlich . 6. und 7. Zwei kleine Landschaften , sehr blau im Ton , vom Landschafts-Brueghel . 8. und 9. Zwei Landschaften von Nicolas Berghem . 10. Die Feuerprobe der Kaiserin Kunigunde , Gemahlin des Gegenkaisers Rudolph . Ein figurenreiches Bild von Lucas Cranach . Der Kaiser , ein Bischof , Ratsherren und Edelfräulein stehen zur Seite der Kaiserin ; diese , als Zeichen ihrer Treue , legt eben ihre Finger in den Rachen eines » glühenden Löwen « . 11. Violinspieler ; von Hieronymus Bosch . 12. Wirtshausszene ; von Teniers . Ein Stammgast der niedrigsten Art legt voll bedenklichen Einverständnisses seine Hand auf die Schulter der Wirtin , einer runzeligen alten Weibsperson , deren Kopf in einer Nachtmütze steckt . Der Stammgast und wie es scheint Galan , hält ihr das Glas hin und sie schenkt ein . Ein Alter , mutmaßlich der Ehemann , schaut aus einem kleinen Alkovenfenster , mit sauersüßem Gesicht , der Szene zu . Die Alte in der Nachtmütze ist vortrefflich . 13. Ein Bürger- oder Ratsherrnkopf ; von Rembrandt . Das Prachtstück der Sammlung . 14. Die Adamiten ; von Rubens . Etwa zwölf Weiber und drei oder vier Männer sind gemeinschaftlich , wie es die Sekte vorschreibt , im Bade . – Als im Jahre 1840 , bei Übernahme des Schlosses , auch die Bildergalerie gerichtlich taxiert wurde , hatte der Wriezener Aktuarius dieses Bild wie folgt bezeichnet : » Nackte Weibsbilder von einem gewissen Rubens . 15 Sgr . « Unser letzter Besuch gilt der Kirche . Sie wurde , wie schon bemerkt , in den Jahren 1816 und 1817 durch Schinkel restauriert und im Oktober 1817 eingeweiht . Schinkel ließ von dem alten Bau wohl nur die Umfassungsmauern stehen ; – der Turmaufsatz , das Mausoleum und das Innere der Kirche selbst sind sein Werk . Der Turm ist ein Kuriosum . Auf dem Unterbau desselben , der etwa bis an den Dachfirst reicht , hat er eine kleinere Etage aufgesetzt , dieser Etage aber nicht die Form eines Würfels , sondern eines niedrigen , von zwei Seiten her zusammengepreßten Zylinders gegeben . Das Ganze sieht nicht nur aus , sondern entspricht auch den Proportionen , wie wenn man ein ovales Serviettenband auf eine oblong geformte Teebüchse stellt . Wie Schinkel zu dieser Sonderbarkeit gekommen ist , ist schwer zu sagen . Er hielt viel vom ausprobieren . Erwiesen ist , daß er Dinge , die gezeichnet seinen Beifall hatten , hinterher änderte , weil er fand , daß sie sich in Wirklichkeit anders ausnahmen als im Bilde . Diese häufige Wahrnehmung ließ ihn vielleicht sagen : » So vieles , was die Theorie gutheißt , macht sich hinterher schlecht ; sei ' s drum einmal versucht , ob nicht das , was die Theorie verwirft , sich hinterher gut mache . « So setzte er , wenn wir überhaupt richtig erklärt haben , eine elliptische Etage auf einen oblongen Unterturm . Aber freilich war es ein mißglückter Versuch . Wir zweifeln nicht , daß er ihn später selber als solchen angesehen hat . An der entgegengesetzten Giebelwand der Kirche befindet sich ein auf dorischen Säulen ruhendes Giebelfeld : das Mausoleum . Es verhält sich zu einem frei und selbständig dastehenden Bau etwa wie sich ein Hautrelief zu einer vollen , plastischen Figur verhält , steckt zu größerem Teil in der Kirchenwand drin und bildet eigentlich bloß eine Mausoleumsfront . Das Innere der Kirche , – an den Berliner Dom erinnernd und in der Tat um dieselbe Zeit aufgeführt ( 1817 ) , in der Schinkel die Restaurierung des Domes leitete , – ist hell , geräumig , lichtvoll , und wenig nüchtern . Das Ganze mehr ein Betsaal , als ein Kirchenschiff . Eigentümlich ist der Altar . Hinter demselben , die Kirche chorartig schließend , erhebt sich eine hohe Nischenwand , deren halbkreisförmige Fläche durch gemalte Säulen in fünf Felder geteilt wird . Aus dem Mittelfelde springt die Kanzel hervor , nach rechts und links hin von je zwei Feldern flankiert . In diesen befinden sich die Kolossalfiguren der vier Evangelisten , und zwar Johannes und Lukas zur Linken , Matthäus und Markus zur Rechten der Kanzel . Die Bilder sind von ungleichem Wert : Matthäus , Johannes , Lukas lassen viel zu wünschen übrig ; der Markus aber ist im ganzen genommen vorzüglich . Sie rühren von einem gewissen Bertini her , den der Staatskanzler – bekanntlich ein Mäzen der schönen Künste – nach Italien schickte , um diese Bilder nach den Vorbildern großer Meister zu fertigen . Trotz ihrer Mängel bilden alle vier einen Bilderschmuck , wie er derart in märkischen Dorfkirchen schwerlich zum zweiten Male gefunden wird . Der Altar der Kirche weist noch eine andere Sehenswürdigkeit auf : das Herz des Fürsten-Staatskanz lers . Auf einem Kissen ruht es , von einer Glasglocke umschlossen . Der Schrein aber , der das Ganze birgt , trägt an seiner Außenseite folgende Strophe : Des Fürsten Herz , das liebend treu geschlagen , Für seinen König und für ' s Vaterland , Das – in den schweren , blut ' gen Kampfestagen , Wo vielen auch die letzte Hoffnung schwand – Durch Mut und Weisheit stark , in kühnem Wagen Des Vaterlandes Ruhm und Rettung fand , Und nach vollbrachtem Werk , gebaut dem heilgen Worte Des Herrn den Tempel hier – das ruht an diesem Orte . Diese Strophe , die dem Andenken des Fürsten eine maßvolle und wohlverdiente Huldigung darbringt , böte eine schickliche Gelegenheit , wenigstens den Versuch einer Charakteristik zu wagen . Ich nehme aber Abstand davon . Was ich sagen könnte , ist oft gesagt ; Neues , Schärferes , Zutreffenderes kann nur von denen erbracht werden , die im Vollbesitz des Materials sind . Eine solche Charakteristik des Fürsten gehört der Zukunft an . Eines aber möge schon heute hier seinen Ausdruck finden , die Überzeugung , daß Hardenberg ein ausgewählter Mann war , dem , nach dem Willen Gottes , die Aufgabe zufiel , die Rettung unseres Vaterlandes glücklich durchzuführen . Selbst seine Schwächen leisteten dieser Aufgabe Vorschub . Ein bloßer sans peur et sans reproche – etwa wie Stein oder Marwitz , zu denen wir freilich freudiger und gehobener aufblicken – hätte es mutmaßlich nicht vermocht . Der Fürst war kein sans reproche , seine Fehler liegen klar zutage , und man braucht , wie einer seiner Biographen sich ausdrückt » kein moralischer Herschel zu sein , um diese Fehler mühelos zu entdecken . « Aber diese Mischung von Edlem und minder Edlem , von Schlauheit und Offenheit , von Nachgiebigkeit und Festigkeit , war genau das , was die Situation erheischte . Eigensinn und Prinzipienreiterei hätten uns verdorben . Sein Leben , Vorbild oder nicht , hat uns gerettet . Wie er selber in Bescheidenheit hinzusetzen würde » durch die Gnade Gottes « . Friedland Friedland Der Nixen muntre Schaaren , Sie schwimmen stracks herbei , Nun einmal zu erfahren , Was in den Mauern sei . Uhland Alt-Friedland , vormals Kloster-Friedland , bildet die zweite Hälfte des Besitzes , den Markgraf Karl von Schwedt in diesen Gegenden , d.h. am Rande des Oderbruchs innehatte . Friedland war in alten Zeiten ein Nonnenkloster des Zisterzienserordens . Was die Geschichte diesem Orden im allgemeinen nachrühmt , das traf innerhalb der Marken , drin alles » wüst und leer « war , in verdoppeltem Maße zu . » Die Zisterzienser waren frei von jener geistigen Zerstreutheit , welche damals die gewöhnliche Folge scholastischer Streitigkeiten war . Sie waren ausgezeichnete Landwirte , immer voran mit ihrer Hände Arbeit . Aber ihrer Hände Arbeit bestand nicht bloß außerhalb der Klostermauern im Ausroden des Waldes , im Fällen der Bäume , im Umgraben der Erde , sondern auch innerhalb des Klosters im Abschreiben der Bücher . Sie brachten nicht nur das Christentum , sie brachten auch die Kultur : sie bauten , sie lehrten . Dabei waren sie vor andern ausgezeichnet in der Kunst der Bekehrung . « So beschreibt sie die Geschichte des Ordens . Wann Kloster Friedland gegründet wurde , ist nicht mehr mit Bestimmtheit festzustellen , da im Jahre 1300 das alte Kloster samt seinen Urkunden verbrannte . Doch läßt sich nachweisen , daß es bereits ziemlich lange vor 1271 bestand , also durchaus in die erste Zeit der Germanisierung dieser Landesteile zurückreicht . Der Evangelist Johannes war der Schutzheilige des Klosters ; die Klosterkirche war der heiligen Jungfrau geweiht . Wahrscheinlich in demselben Jahre ( 1300 ) , in dem das alte Kloster niederbrannte , schritt man auch bereits zu dem Aufbau eines neuen . In eben diesem Jahre ward eine Urkunde ausgestellt , worin Markgraf Albrecht dem Kloster seinen alten Besitz bestätigte . Dieser war : das Städtchen ( jetzt Dorf ) Friedland ; die Dörfer Ringenwalde , Biesdorf und Lüdersdorf ; ferner Anteile an den Dörfern Metzdorf , Löwenberg , Beiersdorf , Börnecke , Ladeburg , Klein-Barnim und Marzahne ; ferner , ganz oder teilweis , die Alebrandmühle bei Friedland , die Lappnowsche Mühle bei Ringenwalde und die Dornbuschmühle bei Biesdorf . Besonders reich aber war Kloster Friedland an schönen Seen , deren Fischertrag für die frommen Jungfrauen ausgereicht haben würde , wenn auch das ganze Jahr aus Festtagen bestanden hätte . Das Kloster besaß nämlich : den Kloster- und Kiezersee bei Friedland , den großen und kleinen Tornowsee bei Probsthagen ( jetzt Pritzhagen ) , den Griepensee , den Buckowschen See , den Weißensee und zum Teil den Großen Schermützelsee , alle vier bei Buckow gelegen . Dazu gesellte sich ein Weinberg bei Wriezen und von seiten der obengenannten Dornbuschmühle die Verpflichtung : den Nonnen zu Friedland täglich vor Sonnenaufgang eine warme Semmel zu liefern . Diese » warme Semmel « gönnt uns Einblick in die gemütliche Seite des Klosterlebens . Es scheint indessen bei bloßen Gemütlichkeiten nicht lange geblieben zu sein , denn die nächste Urkunde , freilich fünfundachtzig Jahre später , ist bereits darauf aus , durch Erlasse und Befehle dem um sich greifenden Sittenverfall zu steuern . Es war die Zeit , wo die strenge Klosterregel überall einer » milden Praxis « zu weichen begann , ganz besonders in der Mark , wo die kaum bezähmte Wildheit der Bewohner , unter der bayerischen und luxemburgischen Herrschaft neu hervorbrach . Auch die Klöster wurden davon berührt . Einst war das Leben innerhalb derselben stark genug gewesen , nach außen hin bildend und sittigend zu wirken , jetzt , schwach geworden , drang der allgemeine Sittenverfall von außen her in die Klostermauern ein . Das ersehen wir mit aller Bestimmtheit aus der zweiten Urkunde vom 3. Juli 1381 , der Riedel die Überschrift gegeben hat : » Dietrich , Bischof von Brandenburg , ordnet die Einrichtungen des Klosters Friedland . « Sie ist die wichtigste unter allen Urkunden , die auf das Kloster Bezug nehmen , weshalb wir uns ausführlicher mit derselben beschäftigen . Es ist dreierlei , was wir aus ihr ersehen : 1. das Regiment des Klosters ; 2. die Tatsache des Verfalls ; 3. die Mittel und Wege , diesem Verfall zu steuern . 1. Die Urkunde beginnt , Einblicke in das » Regiment des Klosters « gönnend , wie folgt : Dietrich durch die Gnade Gottes und des heiligen Stuhles Bischof von Brandenburg , entbietet der in Christo geheiligten Abbatissin , der Priorin und dem ganzen Kloster der heiligen Frauen in Fredelant , so wie auch dem sehr ehrenwerten Präpositus derselben Gruß im Herrn und ermahnet sie unseren Statuten , Ordinatorien und Mandaten fest und treu zu gehorsamen . Gleich dieser erste Satz der Urkunde belehrt uns über manches Abweichende . Wir sehen zunächst das Kloster unter dem Bischof stehen . Dies war nicht das Herkömmliche . Wir finden in der Geschichte des Zisterzienserordens folgendes : » Der heilige Stephan ( Stephan Harding , ein Engländer ) hatte mit den Bischöfen , in deren Diözesen die Klöster standen , einen wichtigen Vertrag geschlossen . Er versprach ihnen nämlich , daß in ihren bischöflichen Sprengeln nie ohne ihre Gutheißung ein Kloster errichtet werden sollte , und sie gaben ihm ihrerseits wiederum die Versicherung , daß sie freiwillig auf ihr Recht hinsichtlich der Beaufsichtigung verzichten wollten . « So weit die Geschichte des Ordens . Doch ist es möglich , daß in der Mark Brandenburg von Anfang an diese Dinge sich anders gestalteten und die Klöster in eine Abhängigkeit von den Bischöfen eintraten . Das andere , was in den zitierten Eingangsparagraphen auffällt , ist das Vorhandensein einer Priorin neben der Äbtissin , während doch die Klöster im allgemeinen nur eine Äbtissin oder Priorin hatten . 2. Die Urkunde fährt nun , die Tatsache des Verfalls konstatierend , folgendermaßen fort : Wir wissen und haben aus der Evidenz der Tatsachen erfahren , daß überall , wo die Herrschaft der Zucht verachtet wird , die Religion selber Schiffbruch leidet . Wir haben daher Vorsorge getroffen , damit nicht durch Verachtung dieser Zucht , an denen , die sich Christo verlobt haben , Unpassendes wahrgenommen werde , Unpassendes , das allemalen angetan ist , dem Ruhm der Tugend und Ehrbarkeit einen Makel anzuheften , oder die göttliche Majestät zu beleidigen . So