auch apiastrum ) genannt , welches bei dem , der es gegessen hat , heftige dem Lachen ähnliche Zuckungen erregen soll . W. 64 Ein in Holz arbeitender Bildner . W. 65 Wer den Unterschied dieser Juno von der Homerischen will kennen lernen , der findet genaue Belehrung darüber in Böttigers Kunst-Mythologie S. 85. fgg . Ihr Bild , heißt es , hat eine sehr alterthümliche Gestalt . Man möchte es den Kirchenstyl der Griechischen Vorwelt nennen . Alles geht indeß dabei von der Enthüllung und Verschleierung der Vermählten aus . 66 Der angeführte Preisgesang der Grazien von Pindar ist auf Asopichos gedichtet , der aus Orchomenos in Böotien gebürtig war , wo am Kephissos der älteste Sitz und Dienst der Grazien war , auf die darum Pindar , als auf die heimathlichen Göttinnen des Asopichos , kommt . 67 Ueber die Widersprüche in den Sagen von diesem Philosophen , der erst eben so abergläubig als nachher nicht bloß ungläubig , sondern gotteslästerisch gewesen seyn soll , s. die Literarischen Miscellaneen . 68 Sichtbare Erscheinungen einer Gottheit ; ein erst in viel spätern Zeiten in Gebrauch gekommenes Wort , welches , wenn diese Briefe eine Griechische Urschrift hätten , sich sicher nicht darin vorfinden würde ; wiewohl eben nicht unmöglich wäre , daß Diagoras es entweder selbst gestempelt oder in den Mysterien gehört haben könnte . W. 69 Wem über alles Folgende an den gehörigen Erläuterungen liegt , die uns hier zu weit führen würden , der lese die Alterthumswissenschaft von Kanngießer und Mosers Auszug aus Ereuzers Symbolik und Mythologie der alten Völker . - Wie es scheint , hat Wieland in der Schilderung jener Zeit den wichtigen Punkt nicht übergehen wollen , wie bei immer tiefer eindringender Philosophie die Volksreligion mehr und mehr in Verfall gerieth , und dazu schien ihm Diagoras der brauchbarste Mann , denn kaum einem andern hätte er diese Lucianische Quintessenz mit größerer Schicklichkeit in den Mund legen können . Er gibt in diesem Briefe gewissermaßen das Vorspiel zu dem , was sich im Peregrinus Proteus und Agathodämon vollendet . 70 Glaube an gute und böse Dämone . W. 71 S. Anm . zu Bd . 22. Br . 9. 72 Ein Beiname Jupiters , insofern der Eidschwur unter seiner besondern Aufsicht und Rüge stand . W. 73 S. Anm . zu Bd . 22. Br . 25. 74 Als die ältesten und ehrwürdigsten dieses Namens in Griechenland . 75 Weil sein Heiligthum ein höchst wichtiges politisches Institut war . 76 Theils weil sich an ihn viele gesetzliche und die Cultur befördernde Einrichtungen knüpften , theils weil man Zeus immer mehr der Idee der reinen Gottheit annäherte . 77 S. Böttigers Abhandlung Aristophanes impunitus deorum gentilium irrisor . Leipz . 1790 . 78 In seinen Anmerkungen zu den Wolken des Aristophanes sagt Wieland : die Melier waren eine alte Colonie der Spartaner , und hatten immer , besonders auch in dem Peloponnesischen Kriege , ihrer vorgeblichen Neutralität ungeachtet , eine warme Anhänglichkeit an Sparta bewiesen . Sie waren daher schon allein aus diesem Grunde zu Athen übel angeschrieben ; mehrere fehlgeschlagene Versuche sie zu einer freiwilligen Unterwerfung unter das nicht allzusanfte Joch der Athener zu bewegen , unterhielten den gegen sie gefaßten Groll . - Nach Eroberung ihrer Hauptstadt und Insel ließ daher auch Athen den armen Meliern seine Uebermacht auf die grausamste Weise fühlen . - S. hierüber die Anmerkung zu dem vorigen Bande . 79 S. die Anm . zu Agathodämon 5. Buch , 4. Absch , Bd . 18. 80 Ein mit Reihen von spitzigen und scharfen Eisenstäben besetzter Abgrund , worein man zu Athen zum Tode verurtheilte Verbrecher stürzte . 81 Spitzfindigkeit oder übertriebene Subtilität in unnützen und außerhalb des menschlichen Gesichtskreises liegenden Speculationen . W. 22. Brief . 82 Themistokles , der Retter Athens als Besieger der Persischen Uebermacht , ward erst aus Athen verwiesen , dann abwesend des Hochverrates angeklagt , und fand nur bei dem Persischen König Artiaxerxes Langhand Schutz und Beistand . - Konon , der Wiederhersteller Athens , der den Persern gegen die Spartaner Beistand geleistet hatte , wurde zuletzt den Persern verdächtig und , wie es scheint , von ihnen heimlich hingerichtet . 83 Für die Attische Komödie unterscheidet man bald zwei , bald drei Perioden , die alte , mittlere und neue . Die erste , ein politisch-ksitisches Tribunal , voll Personal-Satyre , blühte und verfiel mit der Demokratie . Als die Staatsgewalt durch Hülfe der siegreichen Spartaner an die Aristokraten gekommen war , mußte der freimüthige politische Tadel verstummen ; und weil der durch den Peloponnesischen Krieg gesunkene Wohlstand auch den vorigen Aufwand nicht mehr gestattete , so verlor sich auch der Chor und alle mit ihm verbundene Pracht . Selbst als Konon die Mauern der Stadt und des Hafens hergestellt und die Macht des Staates wieder etwas gehoben hatte , blieb diese Veränderung ; Aristophanes brachte einige seiner alteren Stücke ohne Chor auf die Bühne . Da auf diese Weise die ehemalige Hauptsache jetzt Nebensache , was sonst aber Nebensache gewesen , Hauptsache geworden war , so war allerdings eine gänzliche Umbildung nöthig , und es entwickelte sich die Gattung der Komödie , die unserm Lustspiele gleicht und deren Reihen des Aristophanes Plutos eröffnet . Daß über diese neue Gattung nicht alle so günstig urtheilen als hier Aristipp , ist auch aus der neuesten ästhetischen Kritik bekannt . 84 ( Ekklesiazusai ) - Von Voß im dritten Band seines Aristophanes übersetzt unter dem Titel die Weiberherrschaft . Im dritten Jahre der 96sten Olympiade ( 393 v. Chr. ) siegte Konon bei Knidos und erbaute dann mit Persischem Golde die Mauern Athens wieder . Zu Ende dieser oder zu Anfange der folgenden Olympiade wurden des Aristophanes Ekklesiazusen aufgeführt , in denen auch die Platonische Republik , von welcher im folgenden Bande gehandelt wird , nach Morgensterns sehr wahrscheinlicher Vermuthung parodirt ist . 85 Eselskopf . Alle nachfolgenden Zusammensetzungen sind mit Onos , Esel , gemacht . 23. Brief . 86 Anspielung auf eine Stelle in Pindars dreizehntem Olympischen Siegesgesange . 87 Homerisches Beiwort für Poseidon , Neptun . 88 Mannweib ; die letzte Bezeichnung als Anspielung auf die von Aristophanes in Platons Gastmahl vorgetragene Theorie der Liebe . 89 Wohllautendes Wort für eine garstige Sache , jedoch dem Sinne nach nicht verschieden . 25. Brief . 90 Diogenes von Laërta nennt unter denen , welche die Philosophie Aristipps aus der Quelle zu schöpfen vorzügliche Gelegenheit hatten , einen Antipater von Cyrene ; der Name ist aber alles , was er von ihm zu wissen scheint . Ob es eben derselbe ist , den wir aus diesen Briefen kennen lernen , oder nicht , kann uns gleichgültig seyn , wenn der unsrige nur gekannt zu werden verdient . W. 91 Milon von Krotona , der berühmteste Athlet seiner Zeit ( er wurde sechsmal zu Delphi und eben so oft zu Olympia gekrönt , und da er zum siebentenmal in die Schranken trat , sogar ohne Kampf , weil sich niemand fand , der es mit ihm aufnehmen wollte ) , soll auch ein Zuhörer und Freund des Philosophen Pythagoras gewesen seyn . W. 26. Brief . 92 Die bunte Halle in Athen , hatte diesen Namen von den vielen und merkwürdigen Gemälden erhalten , womit sie geschmückt war . Aristipp gibt seiner Gemälde-Galerie darum denselben Namen . 93 » Die Fahrt nach Korinth ist nicht jedermanns Sache . « Dieses Sprüchwort scheint schon lange vor der schönen Lais im Munde der Griechen gewesen zu seyn , wurde aber scherzweise auf diejenigen angewandt , die um ihrentwillen nach Korinth reiseten . W. 27. Brief . 94 Bathyll hieß der Liebling Anakreons , dessen einzelne Schönheiten der Dichter einem Maler schildert , damit er sie zum Ganzen eines Bildes zusammensetzte . 95 Zwei Gebirge in Attika , berühmt wegen ihrer Marmorbrüche und ihres Honigs . 96 Zu Elea in Unter-Italien geboren , ein weiser Gesetzgeber für seine Lansleute , gleich ruhmwürdig durch seinen Charakter als seinen Tiefsinn , blühte um die 79ste Olympiade ( 464 v. Chr. ) , und so konnte Platon in dem Dialoge , dem er des Parmenides Namen vorsetzte , diesen als Greis mit Sokrates als Jüngling redend einführen . Parmenides gehörte zu denen Philosophen , welche man , nach der Stadt Elea , Eleatische nennt , und deren Streben dahin ging , auf dem Wege des Pythagoras fortschreitend , im Philosophiren die Speculation oder Vernunfterkenntniß an die Stelle der bisherigen Beobachtung oder Sinnenerkenntniß zu setzen . Jene , ein Denken mittelst der Begriffe , gibt Erkenntniß des Allgemeinen ( rationale ) , diese , ein Denken mittelst der Vorstellungen , gibt Erkenntniß des Besondern ( empirische , Erfahrungs-Erkenntniß ) . Jenes Allgemeine nannte die philosophische Kunstsprache der Griechen das Eins , und dieses Besondere das Viele , so daß Erkenntniß des Eins gleichbedeutend ist mit rationaler , und Erkenntniß des Vielen mit empirischer Erkenntniß . Beide Arten von Erkenntniß sind sich gewissermaßen entgegengesetzt , und die Philosophen waren dadurch in zwei Parteien getheilt , in Anhänger des Einen ( speculative Philosophen , Rationalisten ) , und in Anhänger des Vielen ( empirische Philosophen ) . Diese suchten das Werden zu erklären ( die in einem ewigen Wechsel zwischen Entstehen und Vergehen schwebenden Veränderungen der Gegenstände der Sinnenwelt ) , jene hergegen das Seyn ( das bei allem Wechsel beharrliche Wesen ) , denn so war es dem Standpunkt eines jeden angemessen . Ehe man einsah , daß beide die Lösung desselben Problems , nur auf verschiedene Weise , versuchten , entstand zwischen beiden philosophischen Parteien Entzweiung , und bei dem Unbefangenen mußte die Frage entstehen , an welche von beiden Parteien man sich wohl zu halten habe , um die Wahrheit zu finden . Die Entscheidung war zu einer Zeit , wo man nach einer Psychologie , einer Logik , einer Wissenschaftslehre eben erst strebte , weder im Allgemeinen , noch in besonderer Hinsicht auf Parmenides zu erwarten . Gab es aber irgend einen Philosophen , der , von innerem Gefühl gedrängt und von einer dunklen Ahnung des Wahren geleitet , mit unablässigem Eifer nach jener Entscheidung strebte , so war es Platon , und wenn er , wie anderwärts , so auch in seinem Dialog Parmenides - einem , wie Schleiermacher sagt , für Viele von vielen Seiten abschreckenden Gespräch - sich durch alle Labyrinthe der Dialektik , wie sie damals zu Gebote stand , nach diesem Ziele hin arbeitet , so kann er nur unsern Dank , aber nicht unsre Vorwürfe verdienen . Man darf , um ihn richtig zu beurtheilen , nicht aus den Augen lassen , daß er von Parmenides und den Eleaten überhaupt ausgeht , und daß deren Hauptsätze , mit Hauptsätzen der Pythagoräer zusammenfließend , ihn auf die damit verbundenen Schwierigkeiten führen . Mag nun der Weg , den er führt , noch so dornig seyn , mag er noch so oft geirrt haben , dem Ziele näher hat er doch geführt . Wer davon eine größere Ueberzeugung gewinnen will , der lese in Fülleborns Beiträgen zur Geschichte der Philosophie ( Stück 6 ) dessen Erläuterungen zu den Fragmenten des Parmenides , und Schleiermachers Einleitung zu Platons Parmenides in der Uebersetzung von Platons Werken ( Theil 1. Bd . 2 ) . Antipater und Aristipp haben diesemnach hier kein Urtheil gefällt , das einen tieferen Blick verriethe ; Wieland aber - gesetzt auch , daß sein Urtheil von dem ihrigen verschieden gewesen wäre - hätte ihnen doch kein anderes in den Mund legen können , denn sie beide gehörten zu der entgegengesetzten Partei , die gegen die eleatische Speculation das Zeugniß der Sinne und den gesunden Menschenverstand auf ihrer Seite hat . Wenn sie sich also auf beide beriefen , urtheilten sie im Geist ihrer Philosophie , in besonderer Beziehung auf Platon aber ihrer Individualität gemäß , d.i. über seine Untersuchungen dieser Art etwas zu voreilig absprechend , weil sie von Natur keine Neigung hatten , sich damit zu befassen . Wieland läßt sich den Aristipp hierüber auf die befriedigendeste Weise aussprechen . 28. Brief . 97 Göttin der Ueberredung . 98 Gott des Reichthums . 99 Plutarch führt in seinem Solon dieses Distichon von ihm an , welches aus den kleinen Gedichten genommen scheint , womit Solon sich in seinem hohen Alter die Zeit vertrieb , und die vermuthlich zu Plutarch Zeiten noch vorhanden waren : Erga de Kyprogenoys nyn moi pila kai Dionysoy Kai Moyseon , a tithsA andrasin eyprosynas 100 Luftwandler . Anspielung auf den Aristophanischen Sokrates . 101 Bekanntlich sind mehrere Platonische Dialogen mit Namen von Sophisten bezeichnet : Protagoras , Gorgias , Hippias . Den letzten Namen führen als Aufschrift zwei Dialogen , die man als den größeren ( über das Schöne ) und den kleineren zu unterscheiden pflegt . 102 Was Hippias hier in seiner Manier , und in dem Tone , worin er von Plato zu reden gewohnt ist , erzählt , stimmt , der Hauptsache nach , völlig mit der Erzählung des Diogenes Laërtius überein , der sich deßhalb auf den Speusipp ( in einer Schrift , Platons Begräbnißschmaus betitelt ) , auf den Klearch ( in dessen Lobrede auf Plato ) und auf den Anaxilides ( im zweiten Buche seines , vermuthlich historischen , Werks von den Philosophen ) beruft . W. 103 Entspricht meist unserm Monat Mai . - Der siebente Tag jedes Monats war dem Apollon geweiht , und dieser hieß Hebdomagetas , weil er an einem Siebenten geboren worden ( Callim . H. in Del . 251 ) , worüber der Platonischer Proklos sehr tiefsinnige Untersuchungen angestellt hat . - Der seine Spott in dieser Anführung des Hippias kann Keinem entgehen . 104 Amphitryon , galt für den Vater des Hercules , den aber Zeus mit der Gemahlin von jenem erzeugt hatte . 105 Antalcidas , ist bekannt durch den Frieden , den er im Namen von ganz Griechenland mit dem Perserkönig im J. 587 v. Chr. abschloß , der Friede des Antalcidas genannt . Für Sparta politisch nicht fehlerhaft , war er für ganz Griechenland verderblich , und brachte in der Folge Sparta und seinen Unterhändler ins Verderben . Dieser raubte sich im Verdruß sein Leben durch Hunger . Nichtsdestoweniger konnte Hippias hier nicht anders urtheilen als er geurtheilt hat . 29. Brief . 106 Irdische , sinnliche Liebe . 107 Ein Aristiphanisches Wort , um der Sophisten ( Pseudo-Philosophen ) zu spotten , welche von den Dingen über uns , die man damals Meteoren hieß , mehr schwatzten als sie wußten . W. 108 König von Sparta , über welchen wir noch eine dem Xenophon zugeschriebene eigne Schrift besitzen , hatte den Ioniern gegen Persien mit Glück beigestanden , und würde allerdings späterhin wieder dagegen aufgetreten seyn , wenn ihn der Friede des Antalcidas nicht gebunden hätte . 109 Eine Residenz der Persischen Könige in der Provinz Susiana . 110 Führung des Oberbefehls , verbunden mit dem Vorrange über die übrigen Griechischen Staaten , Vorsteherschaft , ein Hauptgrund der Eifersucht zwischen Athen und Sparta , und endlich des Untergangs der Griechischen Freiheit . 30. Brief . 111 Die Insel Kos an der Küste von Karien war berühmt wegen ihrer medicinischen Schule , aus welcher selbst Hippokrates hervorging . Diese Schule zeichnete sich besonders dadurch aus , daß sie auf die bisherigen einzelnen Erfahrungen eine Theorie gründete . 112 Der achte Monat des Attischen Jahres , wovon ein Drittel mit unserm Februar , und zwei Drittel mit unserm März zusammentreffen . W. 113 Melampus , berühmt durch seine Heilung der wahnsinnigen Töchter des Prötos . - Machaon und Podelirius , als Aerzte aus der Ilias bekannt , so wie Päeon ( der Heilende ) , den man späterhin mit Apollon verschmolz . - Auch der Centaur Chiron war Wundarzt , und ein Heilkraut wurde sogar nach ihm benannt . 114 Porus , der Gott der Betriebsamkeit , des Erwerbs und des daher entspringenden Reichthums , erzeugte mit Penia , der Göttin der Dürftigkeit , zufolge einer der Dichtungen in Platons Gastmahl , den Gott der Liebe . Bastard wird dieser hier genannt mit einer losen Anspielung auf die dort erzählte Art seiner Entstehung . S. Brief 10 und 12. 115 Deyterai prontides ( sopoterai ) - Die zweiten Gedanken ( d.i. diejenigen , die aus Ueberlegung entspringen ) sind die weiseren . Ein nicht immer wahres Sprüchwort . 116 Pygmalions , der sich in eine von ihm verfertigte Bildsäule verliebt hatte , welche von der Venus belebt wurde . 117 Ein Korinthischer Eupatride , welcher , nach der wahrscheinlichen Berechnung des de la Nauze , in der einundvierzigsten Olympiade sich der Alleinherrschaft über Korinth bemächtigte , und sie nach einer dreißigjährigen Regierung seinem Sohne Periander hinterließ . Dieser Kypselus war es , der den sieben weisesten Männern unter seinen Griechischen Zeitgenossen das Gastmahl gab , welches Plutarch irrig seinem Sohne zuschreibt , wenn anders der von Diogenes Laërtius angezogene alte Geschichtschreiber Archetimus von Syrakus Glauben verdient , welcher bei diesem Gastmahle selbst zugegen gewesen zu seyn versicherte . Noch bekannter ist dieser Name in der Geschichte der Griechischen Kunst durch einen Kasten geworden , der im Tempel der Juno zu Olympia zu sehen war ; ein von den Kypseliden zu Korinth zum Andenken ihres Ahnherrn dahin gestiftetes Weihgeschenk , dessen Kenntniß wir einer sehr genauen , aber ohne allen Kunstsinn und daher auch ohne Rücksicht auf die Kunst abgefaßten Beschreibung des Pausanias zu danken haben , die von einem der gelehrtesten und scharfsinnigsten Alterthumsforscher unsrer Zeit in einer eigenen Abhandlung über den Kasten des Kypselus u.s.w. ( Göttingen , 1770 ) mit dem Fleiß , den ein so altes Kunstwerk verdiente , erläutert worden ist . W. 118 Korinth hatte zwei Häfen , wovon der eine Lechäum , der andere Kenchreä hieß . In diesen am Saronischen Meerbusen liefen die Schiffe aus Asien und Nordafrika ein . 119 Der neunte Monat der Athener , dessen erstes Drittel in unsern März , und der Rest in unsern April fällt . W. 31. Brief . 120 Göttin des Glücks . 121 Milet , vielleicht die üppigste Stadt Kleinasiens , war reich an Liebesgeschichten , und den Anfang aller Romane machen die Millesiaka , d.i. Milesische Geschichten oder Mährchen eines gewissen Aristides aus Milet . Unter Milesischen Mährchen verstand man daher das , was man späterhin Romane nannte . Da Aristides um vieles später lebte als Aristipp , so kann dieser freilich den Namen nicht von jenem entlehnt haben . 32. Brief . 122 Der zehnte Monat der Athener , der dem letzten Drittel des Aprils , und den zwei ersten des Mai ' s entspricht . W. 123 Vermuthlich dachte Wieland hier mehr an Geßner als an Theokrit ; aber auch an diesen , später als er Lebenden , hätte Aristipp nicht denken können . Zu seiner Zeit gab es noch keine Idyllen in unsern Sinne , und als es welche gab , würde sich doch wohl Lais durch die Vergleichung mit einer Arkadischen Schäferin wenig geschmeichelt gefühlt haben . 124 S. Plinii Hist . Natur . L. 35. c. 11. Euphranor - fecit et Colossos , et marmora , ac scyphos scalpsit ; docilis et laboriosus ante omnes et in quocunque genere excellens atque sibi aequalis . Hic primus videtur expressisse dignitates Heroum et usurpasse symmetriam ; sed fuit universitate corporum exilior , capitibus articulisque grandior . Volumina quoque composuit de Symmetria et coloribus . Alles dieß hängt nicht sonderlich zusammen , scheint aber durch das , was Aristipp in diesem Briefe von Euphranorn sagt , und diesen selbst sagen läßt , wenigstens was den ihm gemachten Vorwurf betrifft , ein ziemlich befriedigendes Licht zu erhalten . W. 125 Einer der streitbarsten Helden der Griechischen Heroenzeit , bekannt durch seine Theilnahme an der Argonautenfahrt und der Jagd gegen den furchtbaren Kalydonischen Eber . 126 Als wackere Schmauser und Freunde von Lustbarkeiten aus der Odyssee bekannt . 127 Thesmotheten , hießen zu Athen unter den neun jährlichen Archonten die sechs letztern , denen die Oberaufsicht über die Vollziehung der Gesetze anvertraut war . W. 33. Brief . 128 Von diesem Horne wissen die Alten vielerlei zu erzählen . Es hatte einer Ziege gehört , und Zeus schenkte es den Nymphen , die ihn auferzogen hatten , und gab ihm die Kraft ihnen alles , wessen sie bedurften , zu spenden . Dadurch wurde es zu dem berühmten Horn des Ueberflusses . 129 Platons berühmtes Gastmahl , denn dieses veranstaltete der tragische Dichter Agathon nach einem Siege , den er über seine Mitbewerber um den poetischen Kranz errungen hatte . 130 Anagnosten , hießen die Sklaven , deren Geschäft war , während der Tafel vorzulesen , wozu sie theils mit der schönen Literatur bekannt , theils im Declamiren geübt seyn mußten . 131 Wer diese näher kennen zu lernen wünscht , der wird in Wolfs Einleitung zu seiner Ausgabe dieses Platonischen Dialogs volle Befriedigung finden . 132 Eine Art von weiblichem Staatsgewand . Besonders wurde die große prächtig gestickte Tapezerei so genannt , welche alle 5 Jahre an den großen Panathenäen ( einem Feste der Schutzgöttin von Athen ) in einem feierlichen Aufzuge aus dem Pompeion nach dem Tempel der Minerva geführt und daselbst aufgehangen wurde . S. Voyage du jeune Anacharsis Vol . 2. pag . 491 . W. 133 Der ungerechte Vortrag , der in den Wolken des Aristophanes als Streithahn auftritt . 134 Eyryproktos ist ein schmähliches Beiwort , womit Aristophanes in seinen Wolken die sämmtlichen Athener beschmitzt , und welches ich unter die unübersetzlichen gezählt hätte , wenn die Lexikographen in diesem Stücke die Maxime der Cyniker , naturalia non sunt turpia , nicht so weit ausdehnten , daß sogar der berühmte Professor Schneider in Frankfurt kein Bedenken getragen hat , es in seinem trefflichen Griechisch-deutschen Wörterbuch mit der möglichsten Treue und Energie durch das neugestempelte Wort Weitarsch in unsre ( ihrer Züchtigkeit wegen mit Recht gepriesene ) Sprache einzuführen . W. Voß hat , wie billig , da er einmal den Aristophanes übersetzte , keine Ansprüche darauf gemacht , züchtiger zu seyn als der Lexikograph und - der Dichter . Wieland selbst bei Uebersetzung dieser Stelle sagt : » Billige Leser werden , ohne mein Erinnern , von selbst einsehen , daß hier keine Möglichkeit war , das , was nun doch einmal gesagt werden mußte , auf eine anständigere Art zu sagen . Die gute Dame Dacier befand sich bei dieser Stelle , wie man denken kann , in einer schrecklichen Verlegenheit , und ihre beinahe schwärmerische Liebhaberei für dieses Stück läßt mich nicht zweifeln , daß sie sich nicht ohne einen harten Kampf endlich entschlossen habe , sich so schwer an den Aristophanischen Grazien zu versündigen , und den Vers 1079 fg . so zu dolmetschen - daß sie sich nun genöthigt sah , den Dikäologos auf alle die folgenden Fragen seines Gegners eine Antwort geben zu lassen , die den Witz ihres Lieblings bei ihren des Griechischen unkundigen Lesern um allen Eredit bringen mußte . « - Da nun aber einmal hier auf eine so kitzliche Stelle Bezug genommen ist ( S. die Anm . zum Peregrinus Proteus 1. Thl . Bd . 16 ) , so muß doch noch hinzugefügt werden , daß unter den Euryprokten zu verstehen sind Ehebrecher , wegen des Rettigs , und Mannspersonen , die man in dem Sinne Weiber nennen kann , in welchem Julius Cäsar Königin gescholten wurde . ( Suet . c. 49 ) 135 Mystagog wurde bei den Eleusintschen und andern Mysterien derjenige Priester genannt , der die Aspiranten in das Heiligthum zum Anschauen Geheimnisse einführte , und ihnen das , was sie hörten und sahen , erklärte . Man begreift hieraus , in welchem Sinne Platons Diotima in Aristipps Symposion scherzweise die Mystagogin der Liebe genennt wird . W. 136 Die Wissenschaft der Liebe ( bis jetzt noch nicht aufs reine gebracht ) . W. 137 Thorheit , Unsinn . - Aselgeia - Ueppigkeit , Wollust , Geilheit . 138 Lais sagt selbst , daß sie das Mährchen von Amor und Psyche kaum zur Hälfte erzählte , und allerdings würde das Weitere zu den Folgerungen , die hier daraus gezogen werden sollen , nicht gepaßt haben . Desto besser aber dürfte es zu der Platonischen Theorie gepaßt , und würde vielleicht über diese noch andere , als die hier mitgetheilten , Ansichten verschafft haben . Auf jeden Fall wird man wohl thun , vor dem Endurtheil , auch hier Schleiermachers Einleitung zu dem Platonischen Gastmahl zu vergleichen . 37. Brief . 139 Krhs pros Aiginhthn , wurde von solchen gesagt , die gegenseitig um den Vorrang in Schalkheit und Betrug mit einander wettelferten , denn Kreter und Aegineten standen in dem gleich schlimmen Rufe sehr betrügerisch zu seyn . Erasmi Adagia p. 72. Bei uns : es ist ein Fuchs an den andern gerathen . 38. Brief . 140 Die Argonauten sollen zuerst von der Mündung des Kolchischen Flusses Phasis jene bis dahin in Europa noch unbekannte Art von Hühnern gebracht haben , welche nachmals von jenem Flusse den Namen der Fasanen erhielten . Sie waren ihrer Schmackhaftigkeit wegen so beliebt wie die Aale aus dem See Kopais in Böotien , welche Aristophanes die leckersten Fische der Lecker nennt . 39. Brief . 141 Dieser unterscheidet gleich im Eingange seines Lehrgedichts eine tadelhafte und eine löbliche Eifersucht , und sagt von dieser letzten : Sey unthätig ein Mann , sie erweckt ihn dennoch zur Arbeit , Denn so den andern etwa ein Arbeitloser im Wohlstand Schauete , flugs dann strebt er , den Acker zu baun , und zu pflanzen , Wohl auch zu ordnen sein Haus ; mit dem Nachbar eifert der Nachbar Um den Ertrag : gut ist den Sterblichen solche Beeifrung . 43. Brief . 142 Die Anekdote , auf welche Diogenes hier , mit so vieler Bescheidenheit als man von einem Cyniker nur immer verlangen kann , deutet , hat ihre Richtigkeit , wenn Athenäus , wenigstens was den Hauptpunkt betrifft , Glauben verdient . Wie sich dieß mit dem Charakter unsrer Lais zusammenreimen lasse , macht uns der folgende Brief begreiflich . W. 48. Brief . 143 Für Athen hatten anfangs die mit ihm verbündeten Inseln ihre Land- und Seemacht selbst gestellt , Kimon aber schlug vor , daß sie fortan nur Geldbeiträge liefern sollten , wodurch Athen nicht nur seine Staats-Einkünfte erhöhte , sondern es auch in seine Gewalt bekam , Verbündete in Abhängige zu verwandeln , denn die Inseln verloren ihre Seemacht . Was nun erst Kriegssteuer gewesen war , wurde fortwährend eingetreiben , und stieg immer höher , von 460 Talenten unter Aristides , auf 600 unter Perikles , auf 800 unter Kleon , und in der Mitte des Peloponnesischen Krieges auf 12-1300 . Auf dieses eiserne Capital wird hier ziemlich beißend angespielt . 144 Zur Unterhaltung des Krieges gegen die Perser trugen die Griechischen Städte jährlich eine Geldsumme bei , die in dem Tempel Apollons auf der diesem Gotte geweihten Insel in Delos niedergelegt wurde . Diesen Schatz brachte man , um größerer Sicherheit willen , nach Athen , und Perikles bediente sich seiner , die Kosten der Baue zu bestreiten , wodurch er Athen verschönerte . Seine Vertheidigung , als man über solche Verwendung Rechenschaft von ihm forderte , kann man bei Plutarch nachlesen . 145 Eine alte Sage leitete den Namen der Stadt Cyrene von einer Nymphe dieses Namens , des Hypseus Tochter , ab . Daß diese späterhin zu Cyrene als Göttin verehrt ward , ist nicht zu bezweifeln , und auf Münzen dieses Staates finden wir noch ihr Bildniß . Eben so wenig läßt sich eine hohe literarische und künstlerische Bildung der Cyrener bezweifeln , und vielleicht behauptete nur Athen in dieser Hinsicht den Vorrang . Es ist wohl nicht überflüssig , hiebei aufmerksam zu machen auf Joh . Pet . Thrige ' s Historia Cyrenes inde a tempore , quo condita urbs est , usque ad aetatem , qua in provinciae formam a Romanis est redacta . Kopenhagen 1819 . 146 Daß in Athen die Frauen das Schauspiel nicht besucht haben , ist in neuerer Zeit von den Meisten als ausgemacht angenommen . Eine scharfsinnige Untersuchung darüber findet man im Teutschen Merkur vom J. 1796 St. 1. Waren die Frauen in Athen Zuschauerinnen bei den dramatischen Vorstellungen ? Indeß scheint die Untersuchung doch noch nicht als geschlossen betrachtet werden zu dürfen . 49. Brief . 147 Das Wort Paradeisos haben wenigstens die Griechen von den Persern , bei denen es Firdevss lautet , und einen Park im eigentlichen Sinne bedeutet , d.i. einen Thiergarten . Die Perser haben es wahrscheinlich aus Indien . 148 S. Bd . 10 149 Smyrna , bei andern Myrrha genannt - Ihre Mutter hatte sich gerühmt , schöner als Venus zu seyn , und die Göttin rächte das Verbrechen der Mutter an der Tochter dadurch , daß sie dieser eine leidenschaftliche Liebe zu ihrem eigenen Vater einflößte . Vergebens sucht sie die unnatürliche Leidenschaft zu unterdrücken , täglich mehr wächst ihre Sehnsucht , welken ihre Relze , und sie ist schon im Begriff ihr Leben zu enden , als die mitleidige Amme ihr das schreckliche Geheimniß abpreßt . Nächtliche Zusammenkünfte werden veranstaltet , und der Vater kennt nicht die , die ihn beglückt . Als er endlich in ihr seine Tochter entdeckt , ergreift ihn Wuth , und mit dem Schwert in der Hand verfolgt er die Unglückliche . In Ermüdung und Angst ruft sie endlich der Götter Mitleid an , und sie wird in eine Stande ihres Namens verwandelt ( Myrrhe ) , aus deren Rinde ein wunderschöner Knabe , Adonis , hervorgeht . 150 Vermuthlich dachte Lais hiebei an die Helena des Euripides in den Troerinnen , die zu ihrem beleidigten Gemahl sagt : die Göttin strafe , die auch die Götter beherrscht ; mir gebührt Verzeihung . 151 S. Bd . 27. 51. Brief . 152 Athenäus hat uns ein ziemlich großes Bruchstück aus der Anti-Lais dieses sonst unbekannten Dichters im dreizehnten Buch seines beinahe