. » So sind wir einig « , sagte der Herzog , » Welislaw , sorge , wie ich gesagt habe . « » Wenn du , hoher Herzog , auf diese Art gegen diejenigen handelst , die dir Gutes tun wollen , so ist es übel « , sagte Drslaw . » Fort von hier « , sagte Wladislaw . Welislaw ging aus dem Gezelte , kam mit zwölf Männern und einem Führer zurück , sie umringten Drslaw , Welislaw gab ihnen Weisung , und sie führten den Eingeschlossenen aus dem Gezelte . » Hohe Herren « , sagte Wladislaw , » ich habe gedacht , daß wir mit froherem Mute aus der Versammlung gehen werden , als uns nun dieser Mann eingeflößt hat . Vergeßt es . « » Man nimmt das Böse auf dem Wege , und verdammt es « , sagte der Bischof Otto , » und sucht es aus dem Gemüte zu bringen . « » Wäre jedes Ärgernis so leicht zu überwinden , wie das von diesem Wichte « , sagte Zdik . » Und wir werden unsere Sache rein zu Ende führen « , sagte Lubomir . » Und so nehmet meinen Dank , ihr Männer und Freunde « , sagte der Herzog , » daß ihr mit Rat und Stimme bei mir gewesen seid . Ich glaube , wir haben , was not war , heute vollendet . Lasset es euch fürder nicht verdrießen , der Sache treulich beizustehen . « » Nein , nein « , riefen mehrere Stimmen , » wir stehen bei . « Der Herzog erhob sich , die Männer erhoben sich auch , und zerstreuten sich nach ihren Abteilungen . Am Abende dieses Tages kamen noch Leute aus dem mittäglichen Walde . Sie sagten , daß sie den Weg nach Pilgram genommen hätten , weil man ihnen denselben gewiesen hat , im Walde seien noch Zusammenkünfte gewesen , und man habe an Witiko und Wenhart gedacht , und sie hätten sich zurecht gerichtet , und seien nachgegangen . Sie wollen jetzt mit Witiko reden . Witiko trat vor sie , und sprach : » Seid gegrüßet , ihr Männer , was ist euer Begehren ? « » Wir möchten mit denen aus unserer Gegend an dem Kriege teilnehmen « , antwortete einer aus ihnen . » Und weil du ein Führer bist , so möchten wir von dir geführt sein « , sprach ein anderer . » Wie viele seid ihr ? « fragte Witiko . » Wir sind einhundertundfünf Männer « , antwortete der , welcher zuerst gesprochen hatte . » Es kommen noch mehrere « , sagte ein alter Mann , » weil sie von der Sache reden , und weil eine Entscheidung sein muß . « » Es ist gut , und es muß eine Entscheidung sein « , sagte Witiko , » und wir müssen zusammenhalten , die zusammen gehören . Ich kenne einige von euch , und manche werden mich kennen . « » Wir kennen dich « , riefen viele Stimmen . » Haben einige unter euch reiten gelernt ? « fragte Witiko . » Ich habe mich geübt « , rief ein Mann . » Ich auch « , » ich auch « , » ich auch « , riefen andere . » Das ist gut « , sagte Witiko , » wir haben Pferde . Ihr alle werdet unter die verteilt werden , welche den Krieg und seine Bewegungen schon kennen , daß ihr die Sache in der Art verrichten lernt , wie sie die verrichten , welche schon lange dabei sind . Aber , liebe Heimatgenossen , ich darf das nicht allein tun . Lagert euch an dieser Stelle , erquickt euch , ich werde sogleich zu dem hohen Herzoge reiten , werde ihm das Vorkommnis erzählen , und werde ihn bitten , daß er euch zu meinen Männern gebe . « » Er wird es tun , weil wir zu dir gekommen sind « , sagte der alte Mann . » Er wird es tun « , sprach Witiko . Darauf verlangte er sein Pferd , Jakob brachte es , er bestieg es , und schlug den Weg in der Richtung nach dem Lager des Herzogs ein . Als er dort angekommen , und zu Wladislaw geführt worden war , sagte dieser : » Du kömmst noch gegen die Nacht , Witiko , was bringst du ? « » Es sind einhundertundfünf Männer aus unserem Walde gekommen , und verlangen als Streiter mit meinen Leuten vereinigt zu werden . Weil ich ihre Art und Weise kenne , und weil ich die Hoffnung habe , daß ich sie wie die andern zu leiten vermögen werde , so bitte ich dich , hoher Herr , daß du die Vereinigung genehm halten wollest « , sagte Witiko . » Werden sie brauchbar sein ? « fragte der Herzog . » Sie werden unter meine Männer verteilt werden , und dann werden sie tun wie die übrigen , und unsere Kraft vermehren . « » So vereinige sie mit dir , Witiko « , sprach der Herzog . » Du weißt aus dem Rate , daß eure Abteilung wichtig werden kann . Links von dir ist Bolemil , und wird ausdauern . Ich habe Vertrauen auf Bolemil und dich . Wir andern werden mit unsern Streitern auslangen , und auch das Unsere tun . « » Die Männer des Waldes haben den Willen wie die Besten « , sagte Witiko , » wenn nur meine Führung ausreichend ist . « » Gebrauche deine Einsicht frei und unbeirrt , wie der Augenblick es fordert , du bist nur dir und mir Rechenschaft schuldig , das andere walte Gott « , sagte der Herzog . » Oft sind unvorhergesehene Geschehnisse , welche unvorhergesehene Mittel erheischen « , sprach Witiko . » Gebrauche die Mittel , wie du sie erkennst « , antwortete Wladislaw , » du wirst sie der Gelegenheit anpassen . « » Möge der Herr im Himmel zu der rechten Zeit das Rechte in mein Haupt geben « , sagte Witiko . » Wo das Rechte in dem Sinne ist , fließt es für den Bedarf hervor « , sprach der Herzog . » Und so wie du mir vertraust , will ich der Zukunft vertrauen « , sagte Witiko . » Vertraue ihr « , sprach der Herzog , » ich will noch eines zu dir sagen . Du hast den Kampf gegen Wratislaw sehr gut geführt , ich habe dir und den andern vor meinen Führern gedankt , und danke dir allein hier wieder herzlich . Berate mit Rowno und Wyhon genau euer Zusammenwirken in den Dingen , die uns bevorstehen , und handelt immer in Einigung nach der beschlossenen Richtung . « » Rowno , Wyhon und ich haben aus unseren Waldleuten wegen ihres harten mühseligen sorgsamen Lebens taugliche Kundschafter « , sagte Witiko , » wir gebrauchen sie fleißig , und wie wir die Lage der Feinde wissen , darnach beraten wir , und nach dem Rate handeln wir dann treu zusammen . « » So tut auch immerfort , und wenn der Erfolg nicht unmöglich ist , wird er kommen « , antwortete der Herzog . » Ich strebe die Möglichkeiten durchzudenken « , sprach Witiko . » Das hast du bei Pilsen erwiesen « , sagte der Herzog . » Ich spreche jetzt etwas zu dir , Witiko , darüber ich nie gesprochen habe . Ich rede nicht von dem , was geworden wäre , wenn ihr damals die Fürsten gefangen hättet , ob das arme Holaubkau verschont worden , und noch mehr , ob der jetzige Kampf unterblieben wäre . Welcher Mensch kann das ermessen : aber in großer Wahrscheinlichkeit kann ich sagen , daß durch deine Handlung die Schlacht vor Prag unterblieben ist , wenigstens war dein Wille dahin gerichtet , und daß wir dadurch der Hilfe der Fremden nicht not hatten . Den jetzigen Kampf werden wir allein ausfechten , und das Land wird auf sich allein stehen . Das weiß ich so hoch zu schätzen , wie jeder der Herren , wie jedes Landeskind , und wie der zornmütige Bozebor . « » Darf ich noch ein Merkmal der Sache sagen , auf das ich damals gedacht habe ? « fragte Witiko . » Sprich « , sagte der Herzog . » Wenn die Fürsten gefangen vor dich gebracht worden wären , hättest du sie strafen müssen « , antwortete Witiko , » du hättest Wratislaw , du hättest Otto , du hättest den unwichtigen Wladislaw strafen müssen , der aber der Sohn des wichtigen Sobeslaw ist , mit dem dein hochherziger Vater auf seinem Sterbebette die Arme in Versöhnung verschlungen hat . Wenn du auch mild bist , so hätte vieles kommen können , daß geschehen wäre , was dir später leid getan hätte . Sie sind auch in ihrer Verblendung noch Zweige des heiligen Baumes Premysl . Jetzt bekämpfen wir sie . Wir werden ihre Scharen schlagen . Wahrscheinlich werden sie in fremde Länder fliehen . Eine Zeit wird vergehen , manches wird versöhnlicher angesehen werden , und dein milder Sinn kann freier walten . « » Witiko « , sagte der Herzog , » reiche mir die Hand . « Witiko reichte dem Herzoge die Hand , dieser faßte sie , und sagte : » So wie ich dir deine Hand drücke , so bin ich dein Freund , und werde es nach meiner Hoffnung auch bleiben . Sei mir zugetan in jede Zukunft , wenn ich es verdiene . « » Hoher Herr « , antwortete Witiko , » ich bin zu dir gegangen , weil ich dich für den rechtmäßigen Herzog hielt , ich habe dir dann mit Freuden gedient , weil du ein guter Herzog bist , und ich habe Liebe für dich gewonnen , weil du ein rechter Mann bist . « » Du erinnerst dich der Worte , die du bei Chynow gesagt hast « , erwiderte der Herzog , » und es freut mich . Ich habe dich damals erkannt , wie ich dich jetzt erkenne . Mögen deine Gedanken über mich nie andere werden . « » Du wirst kein anderer mehr , und meine Gedanken werden keine anderen « , sagte Witiko . » So dauere unser Bund , und es dauere der Bund der Guten allwärts « , sagte der Herzog . » Und er werde ein immer größerer Bund « , sprach Witiko . » Füge es Gott im Himmel « , antwortete der Herzog . » Wenn aber jetzt die Fürsten in meine Hände fallen , Witiko , was wird dann geschehen ? « » Dann wird der Bund größer werden « , sagte Witiko , » wer nicht gut ist , kann es werden , und ist gewonnen . « » Reiche mir zum zweiten Male die Hand , Witiko « , sprach der Herzog , » und lebe wohl . « Die Männer faßten sich noch einmal an den Händen , Witiko verneigte sich ehrerbietig , und verließ das Gezelt . Unter denen , die sich vor dem Zelte befanden , waren Welislaw und Odolen . Sie traten zu Witiko , und Welislaw sprach : » Du hast neuerdings Zuwachs an Männern erhalten , Witiko . « » Weißt du es schon ? « fragte Witiko . » Es wurde bekannt , da sie in das Lager zogen « , sagte Welislaw . » Du hast jetzt schon eine größere Schar als ich und Welislaw « , sprach Odolen , » und wenn die Waldmänner so zu dir kommen , werden die Wölfe und Bären und Urstiere in dem Walde zu viel werden , insonderheit , wenn wir mit dem Scharlachreiter nicht bald dahin kommen , zu jagen , wie wir es versprochen haben . « » Der Scharlachreiter muß jetzt anderes jagen als die Hirsche in jenen Wäldern « , sagte Witiko . » Und kömmt er nicht dahin , so kommen wir einmal « , sagte Welislaw , » ich komme gewiß , und Witiko muß den Wirt machen . « » In einem winzigen Häuschen , um das ihr Zelte bauen könnt « , antwortete Witiko , » und aus dem euch jede Gastlichkeit fließen wird , die das Häuschen vermag . « » Das wissen wir « , sagte Welislaw , » und ich werde auch zu Rowno gehen , und zu Diet , und zu Osel , und zu Wyhon , und zu Hermann , und wie die Namen sind . « » Und ich gehe auch ganz gewiß mit « , sprach Odolen , » und alle die Männer müssen dann auch zu uns kommen , und unsere Gastlichkeit genießen . « » Das müssen sie tun « , sprach Welislaw . » Wenn dieser Krieg zu Ende ist , und wir unter den Lebenden sind « , sagte Witiko . » Ich lasse mein Leben diesen abtrünnigen Herzogen nicht « , sprach Odolen , » wir müssen ja noch in späteren Zeiten unsere ruhmreichen Banner und den Namen unsers Volkes in ferne Länder tragen , wie du bei Chynow gesagt hast , Witiko . Und etwa holen wir uns noch vorher Bräute aus dem Walde . « » Frevle nicht , Odolen « , sagte Witiko , » wie die schönsten Blumen und süßesten Beeren im Walde blühen und reifen , so sind dort Mädchen , wie du nicht ahnst . « » Und du hast dir eine solche Waldblume gewählt « , sagte Odolen , » und achtest nun der Gärten nicht . « Witiko schwieg . » Vielleicht sehen wir diese Blume « , sprach Welislaw , » und das soll ein weiterer Antrieb sein , in die Wildnis zu gehen . « » Du hast ja eine Blume der Wildnis schon gesehen , und hast wieder nach ihr gesehen « , sagte Witiko . » Das ist die dunkle Dimut « , sprach Welislaw , » aber spröde . « » Wie das , was in dem Walde wächst « , sagte Witiko . » Ihr Bruder wird uns wohl Gastrecht geben « , sprach Odolen . » Ganz und vollkommen in seinem Turme « , antwortete Witiko . » So soll es bald sein , mir wird das Stilliegen in diesem Lager schon lästig « , sagte Odolen , » ich wollte , wir gingen morgen gegen Konrad . « » Der Herzog und die Herren werden die Zeit ermessen « sagte Witiko . » Man muß auch wagen « , sprach Odolen . » Wir wagen im rechten Augenblicke , und reden in der Versammlung mit « , sagte Witiko . » Jetzt aber , ihr Männer , seid gegrüßt , und verabschiedet , ich muß zu meinen Leuten , um ihre Einteilungen zu machen . « » Ist dem Herzoge die Vermehrung genehm ? « fragte Odolen . » Er hat sie gebilligt , und die Männer , weil sie aus der Heimat meiner andern gekommen sind , unter mich gestellt « , sagte Witiko . » Du wirst sie brauchen « , sagte Welislaw , » und kannst sie während der jetzigen Beratungen üben . « » In welchen Beratungen die Herren mit den weißen Haaren und die Priester immer recht haben , wie jener Daniel « , sagte Odolen . » Der wird noch viel werden « , sprach Witiko . » Schlau ist er jetzt schon « , antwortete Odolen . » Du wirst Recht haben , wenn du handelst , Odolen « , sagte Witiko , » und großes Recht , wie du schon gehabt hast . « » Ja , wenn ich den Fluß austrinke , um zu den Feinden zu gelangen , wie der Scharlachreiter gesagt hat « , entgegnete Odolen . » Oder hinüber schwimmst , wie du geantwortet hast « , sagte Witiko . » Hier ist aber nichts zu schwimmen , wir sehen bereits Znaim , und könnten es schon haben « , erwiderte Odolen . » Wir werden es um so sicherer haben , wenn Wladislaw seine Vorbereitungen gemacht hat « , sagte Witiko . » So bereitet nur vor « , entgegnete Odolen . » Jetzt gehabt euch wohl , ihr Männer « , sagte Witiko , » ich scheide . « » Lebe wohl , Witiko , und sei tapfer im Streite « , sagte Welislaw . » Oder im Rate , wenn wir uns nach vielen Tagen wieder dazu versammeln « , sagte Odolen . Witiko bestieg sein Pferd , und ritt zu den Seinigen . Als er dort angekommen war , und als man nach und nach die Wachfeuer angezündet hatte , verlangte er , daß sich diejenigen von den Angekommenen vor ihn stellten , welche sich im Reiten geübt hatten . Da dieses geschehen war , sprach er zu ihnen : » Wir haben den Feinden sehr gute Pferde genommen . Mehrere hat der Herzog in sein Lager erhalten , mehrere sind noch da . Kommt morgen bei dem ersten Lichte vor mein Zelt , die Pferde werden auch da sein , und wir werden die Versuche machen . « Die Männer versprachen es . Dann redete er mit den andern , und fragte , welche nach ihrem Wohnorte zusammen gehören , oder welche am liebsten bei einander bleiben wollten . Die Männer erzählten ihm , wo sie herstammen , wie sie sich zusammengefunden haben , und wie sie in das Lager gezogen seien . Als er ihre Worte aufmerksam angehört hatte , und als sie nichts mehr zu sagen wußten , teilte er sie in so viele Teile , als er Führer hatte , und sagte einem jeden Teile , zu welchem Führer er gehöre . Dann sprach er noch : » Ruhet heute an eurem Platze bei einander , und habt eine fröhliche Nacht . Der Herzog hat erlaubt , daß ihr bei uns bleibt . Seid eurer Ankunft willen gegrüßt , ich bin erfreut über euer Vertrauen zu mir , und die Männer , zu denen ihr kommt , werden auch erfreut sein . Beredet euch noch bis morgen unter einander , und wenn irgend einer eine Änderung in der Einteilung wünscht , so sage er mir den Wunsch . Und nun habt eine gute Nacht . « » Gute Nacht , Witiko « , riefen die Männer . Witiko entfernte sich , und ging in sein Gezelt . Von den Kriegern , die nicht eben in dem Lagerdienste waren , kamen nun viele zu den Angekommenen , sie zu begrüßen , und mit ihnen zu sprechen . Sie teilten ihnen von den Lebensmitteln mit , die sie hatten , und empfingen von ihnen auch hinwieder dergleichen . Am frühesten Morgen des nächsten Tages stellten sich die , welche sich als Reiter gemeldet hatten , vor das Gezelt Witikos . Witiko ging zu ihnen , und die Pferde wurden herzugeführt . Hierauf mußte sich jeder im Reiten zeigen . Als diese Darstellungen vorüber waren , wählte Witiko diejenigen aus , die ihm tauglich erschienen , teilte ihnen Pferde zu , ließ ihnen auch noch an Waffen geben , was ihnen mangelte , und was man im Lager als Vorrat oder Beute hatte , und beauftragte dann Wenhart , sie und die andern , die schon auf Pferden gekommen waren , unter die Reiter einzuteilen . Hierauf fragte er die übrigen der angekommenen Männer , ob sie sich über ihre Einteilung besprochen haben , und ob jemand einen Wunsch darlegen wolle . Die Männer waren mit der Einteilung zufrieden , und nur einige wünschten einen Tausch oder eine Veränderung . Witiko willfahrte ihnen . Dann geschahen die Einteilungen . Als der Tag weiter vorrückte , wurden die Übungen gemacht , wie sie an allen Tagen waren , seit das Lager bestand . Am Nachmittage sprach Witiko mit mehreren Boten , und ritt dann mit Sifrid , Augustin , Urban und dreißig Männern aus dem Lager fort . Er blieb drei Stunden aus , und ritt dann wieder mit seinen Begleitern in das Lager herein . Neun Tage blieb das Heer Wladislaws in dem errichteten Lager . In diesen Tagen kamen noch immer Zuzüge , indem noch Krieger geworben wurden , und Männer , welche in entfernten Teilen des Landes gewesen waren , eintrafen . Auch wurden Kriegsbedürfnisse aller Art noch stets herbeigeschafft , insonderheit Wurfgeräte , welche für das Kriegsfeld tauglich waren , und solche , welche zu Belagerungen dienten . Wladislaw empfing und sandte Boten , und suchte sich genaue Kenntnis der Berge , Täler , Schluchten , Felder und Ebenen ringsherum zu verschaffen . So wie es nötig war , wurde der Rat der Führer berufen , es wurde der Stand der Dinge dargelegt , und es wurden die Mittel angezeigt , welche in Anwendung gebracht werden sollten . Die Feinde suchten sich auch noch immer zu stärken , jeden Bedarf herbei zu schaffen , Stellungen zu gewinnen , und sich in den günstigsten Stand zur Entscheidung zu setzen . Wie es den Anschein hatte , strebten sie nicht , einen Angriff zu machen , sondern das Heer des Herzoges heran kommen zu lassen , oder es , wenn es nicht heran käme , durch Hinzögern in Mangel oder sonstige Übel zu bringen , die bei einer großen Menge von Menschen , die an eine Stelle gebannt sind , nicht ausbleiben . Witiko übte indessen seine Leute , suchte alles in gutem Stande zu halten , und wenn im Rate Maßnahmen festgesetzt worden waren , beriet er sich wieder mit Rowno und Wyhon und den andern , wie sie durch ihren Anteil ausgeführt werden könnten . So wie er einmal mit Männern in die Gegend hinaus geritten war , so tat er es nun öfter , und schaute alle Teile der Umgebungen an . So waren die Dinge dahin gediehen , daß es sich bald zeigen sollte , ob bei Wladislaw oder bei Konrad die Herrschaft über die Länder Böhmen und Mähren sein werde . Es wurde in dem Rate Wladislaws festgestellt , daß man gegen die Feinde vorgehen solle . Und als dieses festgestellt , und die ganze Gestalt der Schlacht ausgemittelt war , wurde der Tag derselben bestimmt . Am Morgen dieses Tages stand das Heer in Schlachtordnung , und zum Vorwärtszuge eingeteilt . Die Feinde waren auch aufgestellt , und warteten des Angriffes . Das Heer Wladislaws ging vor . Und ehe die Sonne den vierten Teil ihres Bogens zurückgelegt hatte , war es an den Feinden . Wie auf dem Berge Wysoka die Mährer gegen Wladislaws Krieger eine Anhöhe empor gehen mußten , so mußten jetzt die Krieger Wladislaws gegen sanftere oder schroffere Höhen gehen , um die Feinde zur Entscheidung zu bringen . Witiko war in seinem Ledergewande in der Mitte der Seinen . Ehe der Kampf beginnen sollte , hielt er einen Augenblick , und sprach zu ihnen : » Jetzt , meine lieben Freunde und Kampfesbrüder , ist uns eine wichtige Aufgabe gegeben worden . Sie ist im Rate den Führern mitgeteilt worden , die Führer haben sie den Unterführern , und diese euch gesagt . Wir werden sie vollbringen . Haltet nur jetzt alle Bewegungen fest , wie die Wurzeln eurer Bäume den Waldboden in ihrer Ruhe fest halten . Der kleinste Fehler könnte sehr übel sein , und wir müßten schamrot werden vor jedem Strauche unseres Waldes . Bittet Gott , und dann zum Kampfe für das Recht . « Die Männer sagten kein Wort . Er stieg von dem Pferde , und kniete auf die Erde nieder , und alle Männer knieten nieder , und beteten einige Augenblicke . Die Feinde standen eine Strecke von ihnen entfernt auf dem oberen Rande einer sacht hinauf gehenden Wiese , sahen dieses , regten sich aber nicht , und warteten auf den Kampf . An der rechten Seite der Waldleute war eine Schlucht neben der Wiese , und durch diese Schlucht war die Stellung der Feinde gesichert . Die Männer des Waldes erhoben sich von ihrem Gebete , Witiko bestieg sein Pferd , und alle , Fußgänger und Reiter , setzten ihre Bewegung gegen die Feinde fort . Die Scharen , welche gegen Witiko standen , hatten an ihrer rechten Seite eine flache Erhöhung . Vor derselben teilten sich nun die Feinde aus einander , und Wurfgeräte , fast wie man sie bei der Belagerung einer Stadt zu sehen gewohnt ist , wurden erkennbar . Und Steine , Eisen , Holz , und was geworfen werden konnte , wurde aus diesen Werken gegen die Angreifer geschleudert . Besonders wurden die Würfe gegen die Mitte , in welcher sich Wladislaw befand , gerichtet . Als die Waldleute bei ihren Feinden angekommen waren , wurde ein Kampf . Zuerst war er mit Pfeilen und Lanzen , dann mit den Schäften und Speeren . Die Feinde standen fest . Da begannen die Waldleute rückwärts zu weichen . Wie einer in Vorsicht sich zurückzieht , gingen sie rücklings Schritt für Schritt , immer mit den Speeren wehrend , und so fest geschlossen , daß kein Mann und kein Schaft eindringen konnte . Auch links von den Waldleuten ging Bolemil zurück , und links von ihm die andern , und der Herzog , und alle . Die Feinde drängten nach . Als die Waldleute am unteren Rande der Wiese ankamen , von dem sie ausgegangen waren , stoben sie plötzlich gegen rechts in Flucht davon , gerade von der Seite des Schlachtfeldes hinweg . Ihre Feinde verfolgten sie nicht , weil Bolemil da war , sondern wendeten sich gegen diesen , und unterstützten die Scharen , die schon gegen ihn kämpften . Wladislaw ordnete Männer zu Bolemil , ihm zu helfen . Und an dieser Stelle wurde nun der dichteste Knäuel des Kampfes . Die Waldleute gebrauchten die größte Schnelligkeit ihrer Füße , die sie in ihrer Heimat eingeübt hatten , und als sie zu der Schlucht an der Wiese kamen , beugten sie in dieselbe ein . Kein einziger der Fußgänger fehlte . Sie rannten in der Schlucht fort , sie kletterten , sie sprangen , sie brachten alles in Ausführung , was ihre Wälder oft zum Durchdringen fordern , und erschienen endlich am oberen Rande der Wiese . Die roten Banner weheten in den Lüften , das große Horn des Ziegenbockes und die kleinen Hörner , die in der Flucht geschwiegen hatten , dröhnten nun den Schlachtruf . Witiko , Rowno , Wyhon und alle ordneten schnell ihre Leute , schritten vor ihnen her , und führten sie hinter die großen Schleudergeräte . Die Männer , welche bei denselben waren , wurden angegriffen , viele getötet , die andern in die Flucht getrieben . Die Geräte wurden angezündet . Da sie brannten , stürmten die Männer in Schnelligkeit die Wiese hinab , denen in den Rücken , die gegen Bolemil kämpften . Die Hörner tönten unausgesetzt den Schlachtruf . Die Reiter des Waldes flogen nun auch von ihrem Fluchtfelde herzu , denen in die Seite , die gegen Bolemil kämpften . Witiko , Rowno , Wyhon , Diet , Osel und die andern bekamen ihre Pferde wieder , und die Führer leiteten den Kampf . Und wie die Moldau in den Felsen der Kienberge durch Gestein und Trümmer dahin tost , so tobten die Männer aus Rache , daß sie einen Augenblick geflohen waren , in den Feind , niederwerfend , zerspaltend , vertreibend . Und wie sie gegen die wilden Tiere ihres Waldes ausdauerten , so dauerten sie auch jetzt aus . Verwirrung entstand in den Feinden , und mehrte sich . Es konnte eine geordnete Schlacht nicht mehr bei ihnen statt haben , jeder wehrte sich , wo er stand , seines Lebens , oder suchte zu entrinnen . Bolemil gab aus seiner Sänfte Befehle , und sendete Männer nach Männern gegen den Feind . Die Unordnung verbreitete sich auch in seine weitern Scharen , und wo Wladislaw stand , und Zdik und Welislaw und Odolen und ferner hin , sah man die roten Banner vorrücken . Und an der äußersten Stelle links wehten die rotseidenen Fahnen schon hinter den Feinden , die auch dort umgangen worden waren . Und in kürzester Frist war der Streit entschieden . Die Mährer waren in verworrener und ungebändigter Flucht . Die Männer Wladislaws drangen nach , und bald war man vor den Zinnen Znaims . Wo ein Haus stand , wo eine Hütte stand , wo ein Dorf stand , wo was immer für Wohnungen und Güter der Menschen waren , gingen Feuersäulen empor , und selbst an fernen Stellen , wohin keine Schlacht und kein Krieger gekommen zu sein schien , verdüsterte wallender Rauch den Himmel . Verwüstung , Zerstörung , Vernichtung waltete zwischen Leuten , die sonst friedlich unter der gleichen obersten Herrschaft leben sollten . Die Trümmer des Heeres Konrads wurden von den Verfolgern noch mehr zertrümmert , und wie Staub zerstreut . Nur ein Teil rettete sich nach Znaim . Als Schlacht und Verfolgung aus war , lagerte sich Wladislaw vor der Stadt . Die Krieger erhielten Ruhe und Erquickung . Dann schritt man zur Ordnung des Lagers . Und es kamen auch noch die Scharen , welche sich in der Verfolgung zu weit hatten hinreißen lassen . Die Verwundeten wurden herbei gebracht . Bei dem Danke des Herzoges an seine Männer , und bei dem Mahle , welches folgte , wurde kein einziger der hohen Führer vermißt . Witiko ließ vor der Nacht noch seine Verwundeten zu sich bringen . Und in der Nacht ging er wie nach dem ersten Kampfe wieder zu allen seinen Abteilungen , und dankte ihnen . Und eine tiefe Ruhe und eine Erholung kam in der Nacht über die Scharen des Herzogs . Am frühen Morgen wurden zwei Krieger aus der Stadt zu dem Herzoge gebracht , welche mit ihm zu sprechen wünschten . Wladislaw versammelte den Rat der Führer