eigenen , teils feindliche , sie ließen Anton ihre Zeit erraten , sie forderten keine Rache ; denn ihnen war geschehen , wie sie gewollt ; aber ein feierlicher Ernst , eine Gewißheit ihrer selbst , erhielt sie in einer wohlwollenden Rührung , sie wären gern gnädig gewesen aller Welt und wollten für die Ihren am jüngsten Tage reden . Diesem Heldenzuge des wütenden Heeres entgegen , zog der wilde Jäger aus Osten , ein herrlicher Mann auf hohem Rosse , vor ihm her ein Wolkenzug von ähnlichen weißen Jagdhunden , die suchend liefen , in ewiger Dummheit bellten und am Himmel kein Gewild erspüren konnten , hier roch einer an die Spitze einer Tanne , daß die Nacht ein Hase in ihrem Schatten geschlafen hatte , gleich kamen alle im Kreise , und rochen und bellten , bis der wilde Jäger sie mit starker Jagdpeitsche heulend in die Weite trieb . Die beiden Züge drangen gegen einander und wie sie einander berührten brannte ein Blitzstrahl nieder , daß die Welt in einem Feuerabgrund zu versinken schien , dann war es schwarz vor Antons Augen , er fühlte um sich und fühlte nichts , er wußte nicht , wohin er entrückt war , es war still um ihn her , weder Jagd noch Krieg , aber ein tiefes Atmen , als sei er ein Früherwachter unter vielen Langschläfern . Endlich berührte seine Hand eines Menschen Mund und mit einem Schrei hörte er wieder die Stimme seiner Schwester : » Anton , du lebst , nun so laß uns zu Gott beten , der uns erschüttert hat . « Anton aber fragte : » Katharina , wo sind wir , in welcher Tiefe büßen wir unsre Sünden ? « KATHARINA : » Wir allein stehen aufrecht , wie wir standen , um uns her liegen Freunde und Feinde im Grase hingestreckt und wagen nicht aufzublicken . Aber sprich Anton , was berührst du so stillschweigend meine Augen ? « ANTON : » Siehst denn du mit deinen Augen , warum deckst du mir die Augen zu . « KATHARINA : » Herrlich glänzen deine Augen , wie ich nimmer sie gesehen , weithinleuchtend über die erschreckte Flur und die Feinde , statt zu streiten , beten demutvoll zu dir und bitten dich um Frieden . « - Anton fühlte , er sei vom Blitzstrahl geblendet , aber er schämte sich , es zu gestehen , so verlassen von Gott und von der Welt hatte er sich nie gefühlt , als die Feinde ihm den Jäger gebunden überschickten , daß er und die Zigeuner ihnen Frieden und Freundschaft schenken möchten , nachdem der Blitzstrahl ihren alten Anführer Niklas erschlagen habe , der unter ihnen Manasse geheißen . Anton befahl , den Gefangenen wohl zu bewachen , und die Seinen , die sich jetzt allmählich um ihn versammelt hatten , hoben Geiseln aus , um ihre kleinere Zahl gegen die Übermacht dieser Höhlenbewohner zu sichern . Aber alle diese Bewegungen , diese Vorsicht , alles schien noch durch die betäubende Erscheinung verwirrt , es war als ob ein Menschenfuß durch ein paar Heere streitender Ameisen geschritten , ihre Wut ist in der allgemeinen Zerstörung erloschen und die ergrimmten Feinde suchen gegenseitig bei einander Zuflucht . Da die Herzogin der Zigeuner nicht gegenwärtig war , so hatte das allgemeine Zutrauen Anton als Führer emporgehoben , er aber starrte in eine ewige Nacht und wenn er es ihnen auch zu verbergen trachtete , und jeden Augenblick das Licht der Welt erwartete , so konnte er doch nur nach langsamer Ausfrage gebieten , was der Augenblick erheischte . Aber der Friede war den Menschen aufgedrungen in dem gemeinschaftlichen Schauder vor größeren Ereignissen , die sich der Welt nahten und die jeder vorerst in seinem Kreise sich zu deuten suchte . » Den wilden Jäger kennen wir wohl « , sagte ein Bewohner der Höhlen , » es ist der Hackelnburg mit der Tut Ursel , sie ziehn vor allen großen Festlichkeiten aus ihrem Gebirgswinkel heraus ; - wie mögen sie aber heute sich entsetzt haben , als ihnen das wütende Heer in den Weg getreten ist , denn das bedeutet großen Krieg , und wo die alten erschlagenen Landsknechte herziehen , daher kommt es über Deutschland , das wilde Kriegswetter . « » Wie ist die Geschichte mit dem Hackelnburg ? « fragte Susanna , die Anton wieder traurig auf den Boden hinstarrend erblickte , wie er oft getan , seit dem Tode seiner Frau . Ein alter Jude antwortete : » Wir haben viel von dieser Geschichte im Lande gehört , in unsern Büchern steht nichts davon . Er soll ein gewaltiger Jägersmann gewesen sein , der Hackelnburg , die Tut Ursel aber eine Nonne , die in ihrer höchsten Andächtigkeit die andern Nonnen mit ihrer schrecklichen grunzenden Stimme gestört hat , Hackelnburg hat ihre Stimme im Chore gefallen , weil sie der eines wilden Ebers ähnlich , er entführte sie , verließ sie aber im Walde wegen eines Traumes , der ihn warnte , er werde durch einen großen Eber umkommen . Als er sie verlassen , durchstreifte er wieder das Jagdrevier und traf auf einen großen Eber , zwar entsetzte er sich erst vor ihm , doch fing er ihn ab und als er ihn so vor sich liegen sah , da stieß er verächtlich mit dem Fuße gegen einen der großen Hauer und sagte : Nun , du sollst es mir auch nicht getan haben . Das war sehr unvorsichtig von dem Manne , das hätte er lassen sollen , er stieß sich den Hauer durch den Stiefel ins Fleisch und starb bald an einer Entzündung dieser Wunde . Nicht wahr , das hätte er lassen sollen ? Die Leute sagten gleich , es sei mit dem Eber nicht richtig gewesen , sie begruben ihn mit dem Hackelnburger zusammen , bald zeigte es sich , daß er mit seinen Hunden umziehe , wenn Feste im Lande , und die Tut Ursel vor sich herjage . Ja was ist dagegen zu sagen ? « Der dürre Jäger , der gebunden und grimmig am Boden lag , rief hier : » Ja das weiß ich und habe es erfahren , wie eine menschliche Seele in ein wildes Tier einfahren kann , und sich austauschen mit der Seele des Tieres , die in den menschlichen Leib mit Vergnügen übergeht , das ist des Teufels höchster Spaß und macht ihm seinen Tiergarten voll und lustig , ach ihr Leute mögt wohl über mich reden und mich vielleicht umbringen und wißt nicht , wie sich alles mit mir ereignet hat und wie ich so gern anders gewesen wäre , als ich geworden bin . Den der Blitz vor einer halben Stunde erschlagen hat , Niklas , der alte böse Niklas , ich muß jetzt darüber lachen , warum der mein Vater gewesen ist , aber er war es wirklich , ich war als Euer Untertan geboren , Anton , ich mußte auf sein Geheiß Euch zu Trunk und Spiel verführen , als Ihr durch Eure Frau zu Würde und Ansehen kamet . « Anton sagte finster : » Also Feinde , immer mehr Feinde , immer weniger Freunde , sprich , was konnte Euch mein fröhlich Leben schaden ? Meine Augen sahen nie über die Stadtmauern hinaus und so wäre ohne Euch , ein Tag wie der andere mir in stiller Arbeit unverloren vorüber gegangen und in mir mit Segen eingekehrt und versunken ! « » Anton « , sprach der Jäger , » ich schwöre es Euch , nicht aus Gaukelei , wie ich oftmals getan , daß es mich schmerzte , als ich um Euch mein Netz geworfen , aber ich konnte nicht anders , der grimmige Teufel hatte mich so lange angehetzt , daß ich um alles in der Welt ihm nicht hätte ungehorsam sein mögen . « » Welcher Teufel « , fragte Anton , » und was wollte er mit mir gerade , ich habe ihm doch nur eine gemeine Lastertat geliefert und tue ihm keine mehr zu Gefallen . « » Wisset « , sprach der Jäger , » daß in Italien noch jetzt zwei Parteien sich gegen einander in den Ringmauern derselben Stadt durch hohe Häuser mit Türmen befestigen , von denen die eine jetzt unterdrückte noch von Eurem Vorfahren , der zu Waiblingen geboren , den Seinen den Namen der Waiblinger oder Ghibellinen verliehen hat , es war Konrad III. , der lange mit Wolf , dem Bruder des geächteten Heinrich gestritten hat . Von diesem Wolf kommen die Welfen , die sich unserm heiligen Papste unterwerfen , es geht aber eine alte Sage , daß ein neuer Waiblinger die Unsern unterdrücken werde , darum ward mein Vater Niklas nach Deutschland gesendet vom Papste , um Euer Geschlecht zu unterdrücken , bald war es ihm mit Eurem Vater gelungen , auch Euch glaubte er im vergessenen armen Leben untergegangen , als Ihr plötzlich durch Eure Heirat erhoben ihn erst aufmerksam machtet , wie er Euch durch seine Entführung gerade zum rechten Waiblinger gestempelt hatte . Nun war Euch mit Gewalt nicht viel beizukommen , denn Ihr standet wohl ein paar Männer , und in Wahrheit , wenn der Teufel nicht mich und meinen Bruder Seger so unablässig geplagt hätte , wir waren Euch zu gut , Ihr seht mich darauf an , es ist aber doch wahr . « » Nein bei Gott « , rief Anton , » wenn Ihr nicht ein Gesicht habt , wie eine Sonnenfinsternis vor einem berauchten Glase , so kann ich Euch nicht sehen . « » Nun wie Ihr wollt « , sprach der Jäger weiter , » seht Ihr die aufgehende Sonne an und überseht mich , mir ist es lieb , ich aber muß Euch erzählen , wie ich von meinem Vater dem Teufel bin übergeben worden . Ganze Tage ließ er mir von einem Jäger von der Ehre vorerzählen ein wildes Tier zu schießen , einen Fuchs , einen Wolf , einen Bären ! Was nicht genießbar den Menschen , ihnen aber gefährlich sei . « Nachtrag Der dürre Jäger erzählt weiter , wie er und Seger und viele andre vom Teufel in eine Menagerie gesteckt worden , und so lange geärgert bis sie sich ihm ergaben . Sie ziehen in eine Berggegend in den Alpen , die Zigeunerkönigin erzählt ihre Geschichte , sie ist Kaiser Karls erste Liebschaft . Die Szene spielte in den Niederlanden , wie sie nach dem Frauenhause gebracht worden , um dem Kaiser verleidet zu werden - nähere Beschreibung desselben - ärger als Gefängnis - ihr Kind wird von ihr getrennt - Anton mahnt dies an Susanne - sie entflieht und kommt durch Zigeuner mit der Kronenburg in Berührung - ihre Beschreibung derselben usw. Anton in dem gesichtslosen Elend kommt auf die Kronenburg , Rappolt will sich nicht überzeugen , daß er sein Sohn ist , er jagt ihn fort und verbannt ihn bei Lebensstrafe aus seinem Gebiete , er irret umher , blind , fliehende Hirten erzählen ihm von dem Drachen , der das Land verwüstet . Hart betroffen in seinen gehemmten Schritten durch Mangel des Augenlichtes reißt er plötzlich sein Schicksal an sich : » Komme meiner Verhängnisse Gewaltsamstes - da ich der Sonne nicht mehr kann ins Auge schauen , liegt mir ob , was der Sehende nicht vermag , dem Volk vor den Füßen wegräumen , was es bedrängt . « Er sucht den Drachen auf , um das Land zu befreien und den Tod zu finden ; er erlegt ihn aber und erhält durch sein Blut das Gesicht wieder . Als er dies vollbracht hat , führen die Hirten ihn gegen seinen Willen zu Rappolt , der ihn als Sohn begrüßt ; aber indem er ihn umhalst , von dem Gifte , das der Drache in den Mantel gebissen , erkrankt er , und verlangt von Anton , daß er den Turm der Kronenburg ersteige und die Wache bei der Krone übernehme . Nun kann Anton ohne Wanken den schwindelnden Steig hinaufwagen , die Verzweiflung , die zum Drachenkampf ihn gestählt hatte , hebt ihn jetzt über die Gefahr gleichgültig hinaus . - So bricht die Seelengröße , irdisch gezeugt , aber selig gesprochen , in ihre Blüte auf . Schutzgeister nahen und hauchen begeistigend ihn an , er erreicht unbewußt die Stufen , auf denen er sich nimmer zu halten wähnte . Dort sehen wir ihn seiner Befähigungen sich bemächtigen , sich und dem Göttergleichen zulieb , das ihn treibt , uns aber wie eine Hieroglyphe entgegensteht , das Unbegreifliche nämlich . Woher die Sehnsucht in königlichen Geschlechtern , als ob der Sonne Tag eben ihnen erlösche ? Woher die Schwere des flügellahmen Geistes zum Stürzen ? Zu müde gegen die Geschicke sich aufzuraffen , die fern donnernd heranrollen über die ahnenden Häupter der Todeshelden ? Wenn wir sehen unsern Helden mit raschem Selbstgefühl durchsetzen , was der Augenblick heischt , oder sich widerstemmen dem Untergang , oder auch aus sinkender Nacht verborgne Keime hervorbrechen , gierig den Tautropfen aufsaugend in die vollen Blüten und schmerzlich aufseufzend , so oft zu höherer Befähigung sie Nahrung gewinnen , dann fühlen wir , wie jede leise Regung des Geschickes , jeder Reiz gleich zur Handlung sich wandeln muß , und das Widersinnige mit schneller Kriegswendung todverkündend niederbeugen muß , um dem Genius , der auf ein harmonisches Dasein deutet , zu genügen . Anton übernimmt jetzt die Wache bei der Krone und wünscht sich den lieblichen Geist Voluptas zurück , dem er entsagt hatte ; der kommt nicht , aber der Teufel erscheint ihm , wie er sonst gewesen , wie herrlich , fröhlich , kräftig , wie jedes Auge ihn angelacht ; nachher läßt er ihn im Brunnen sehen , wie er verfallen und abgemagert keinen Reiz der Sünde mehr bietet . - Nun versucht er jenen Geist , wie er ihm damals erschienen war , zu malen , indem er die Gänge zur Burg verziert , er bringt aber das Ideal des Muttergottesbildes hervor , das immer um eine Kopflänge höher erscheint als der Beschauende . - Tage vergehen - er sehnt sich nach öffentlichem Berühren mit der Gesinnung des Volkes - ein freies Land , damit nicht etwa längst anerkannte Begriffe , sondern das wirklich Schwankende , noch Unsichere in allem Werdenden , ins Gegenwärtige zur Eingebung , zum allgemeinen Kunstgefühl sich fördern . » Dieses wird durch ein einziges lebendiges Beispiel dem Menschensinne näher gerückt als durch unzählige Besprechungen , und somit werde ich mehr Dank verdienen « , sagte sich Anton , » wenn ich diese Einsamkeit verlasse und mit meinem Willen das Wesentliche darlege , als alle Untersuchungen , die sie zweifelnd berühren , um sich auszugleichen mit Härten und Gesetzen . « Überall müssen wir den ehren , der keine Untersuchung seines Anreizes verschweigt , unbesorgt ob einzelne wohl gar zu dem sich verführen lassen , was er als falsch erkundet , er fühlt , daß er nicht der einzige , nicht der unfehlbare Ausleger höherer Erkenntnisse sei , die ihm Leben und Lernen zugeführt haben , er scheuet keinen Weg , welcher den Hochgebildeten anstößig oder kleinlich scheinen könnte , aus dem aber der Gesamtheit Begriff und Lehre hervorwachsen mag ; ihm selbst erleuchtet sich das Forum der Künste in vollendender Begeisterung . Im feuernden Abendrot steigt er von der Höhe herab und verläßt die Burg : Aus meiner Zelle treibt mich fort Die leere Einsamkeit , Es füllet sie kein heilig Wort , Es nährt den innern Streit . Das innre Leben ward nicht mein , Weil ich das äußre mied , Das Ewige will nicht zeitlich sein , Das in der Zeit erblüht . Es gleicht mein bleiches Angesicht Des Grabes Bild von Stein , Es scheint gewesen , strahlt kein Licht Ins Innere hinein . Die Sanduhr gleicht der Todeshand , Lauft ab des Lebens Geist , Es hat sie keiner umgewandt Und keiner naht mir dreist . Der fromme Schauder war bald hin , Der mich der Welt entriß , Ein endlos Meer ist kein Gewinn , Wenn ich das Land vermiß . Ich flehte , daß ein höhres Wort Der Seele Flügel wär , Es riß mich keins zum Himmel fort , Ich blieb mir immer schwer . Weh jedem , dem hier nichts geschieht , Weil alles scheint gering , Weh jedem , der hier gar nichts sieht , Weil er das Licht verhing , Der sich in die Beschauung senkt Und nichts zu schauen hat Und was er findet , immer denkt , Daß er des Denkens satt . Es treibt mich wieder in die Welt , Die ich mit Hohn verließ ; Ach wie sie mir so wohl gefällt , Die ich einst von mir stieß . Als ob ich nimmer von ihr ließ , So bin ich drin zu Haus , Gewinn , der Seligkeit verhieß , Spielt schon das Leben aus . Es spiegelt sich die Ewigkeit In engster Gegenwart , Und rückwärts die Vergangenheit Erscheint von höchster Art , Wie ein verlornes Paradies Seh ich ' s vor meinem Blick , Was ich betrauert , war so süß , Was ich verflucht , mein Glück . Ich suche nach dem reichen Schmuck , Den ich ins Wasser warf , Mein Finger sehnt sich nach dem Druck Von der zerschlagnen Harf , Mein Mund nach jener Lippen Hauch , Den Seligkeit verschließt , O spräche er doch wieder auch , Nun Frühling mich begrüßt ! Es kehret wieder jeder Keim Aus Winters Einsamkeit , O kehrte sie auch wieder heim Zu dieser Frühlingszeit : Es meidet keiner Lebensnot , Wohin er sich entzieh , Und wer nicht sorgt für täglich Brot , Genießt das ew ' ge nie . Durchbrich das Gitter , das dich hält Von mir wie Todesband , Zum Schweigen schuf nicht Gott die Welt , In ihr dies Frühlingsland . Er gab dir mehr als einen Mund , Der die Gebete lallt , Es ist ein Herz des Busens Grund , Es spricht mit Allgewalt . Des Herzens Stimme schallt zurück , Aus jeder Nachtigall , Die in dem Garten sucht ihr Glück In weißer Blüten Fall , O dieser Schnee , er ist so heiß Und dieser Duft so süß , Wer ' s Frevel nennt , ich sag es leis , Dies ist das Paradies . Anton , gespornt durch Erinnerung an die Vermißten , fühlt , daß die Welt des Herrschens nicht im Alleinsein bestehe , er sei nicht von der Einsamkeit ein Waffenbruder . - » Wenn ich meinem Urbeginn entspreche , lüge ich dann ; - Und diesem Trotz zu lieb soll ich nach Gelüsten untergehen im Zorn aus Schwere des Leidest « Er steigt herab von der Höhe , um seine allegorische Welt aufzusuchen - er kommt zu Dürer , dessen Kunst ihm gefällt , der aber selbst nichts auf das achtet , was Anton zu finden hofft . Cranach in seinem aristokratischen Diensteifer für Fürsten , geht näher auf seine Hoffnungen ein - Kunstgespräch zwischen beiden - der Kunstberuf greife ein in die Umbildung der Welt , nur sie begründe den Frieden , in welchem zugleich alle Elemente des Krieges bedingt sind . - » Aller Kampf ist nur , um entsagen zu lernen - die Kunst lehrt es - du kannst sie nicht an dich reißen , aber du kannst ihrer teilhaftig werden . Du kannst ihrer nie Meister werden und doch als Meister erkannt , wenn sie dich beherrscht . - So das Volk , erkennt den als Herrscher , in dem es verklärt sich gespiegelt findet . - Neidest du den Höheren , so trete ihn kühner an , er wird dich bezähmen und gefangen nehmen , und dies wird deine Ehre erhöhen , nicht sie beleidigen , du willst ja ihn erreichen , nicht ihn verderben , der die Welt trägt und hebt durch sein Werden und Lernen . Ein neuer Tag , vom Geist der Kunst durchdrungen - des Künstlers ewig schaffende Verklärung ist ' s , was den Frieden begründet mitten im werbenden Kampf höherer Entwicklung . « Langer Bericht über Luther und Melanchthon . Anton wird Protestant und wieder über den Protestanten hinaus . Mit der Zweifelhaftigkeit der Tat kommt ihm der geistige Zweifel , aber doch eben dadurch vergeistigt . Predigten Luthers über die Unruhen . Beschreibung und Stellen . » Der Tod ist verschlungen in den Sieg . Gott aber sei Dank , der den Sieg gegeben hat . « Cor . I. 15 , 55. » Ihr seid teuer erkauft , werdet nicht der Menschen Knechte . « Cor . 17 , 23. » Und so jemand kämpfet , wird er doch nicht gekrönt , er kämpfe denn recht . « Ep . II. Timoth . » Denn Gott hat nicht gegeben den Geist der Furcht , sondern der Kraft und Liebe und Zucht . « II .. I , 7. » Darum lieben Brüder , fleißiget euch des Weissagens und wehret nicht mit Zungen zu reden . « Cor . 14 , 39. Über die verschiedenen Sinne , die neben Luther die Welt bewegten . Erstens falsches Prophetentum , zweitens Gleichheitslehre , drittens Altertümer und Gelehrsamkeit , viertens Dummheit , die Geheimnisse nicht mehr fassen zu können . Anton geht von da zu Frundsberg , der ist für den Bauernaufstand gewonnen , schickt Anton hin - er kann sich nicht halten , geht nach Waiblingen unter dem Namen Fortunat . Die Frau verliebt sich heftig in ihn und will ihn nicht lassen ; er bleibt da , wo ihn der Zufall einquartiert hat , läßt den Krieg gehen , wie er will , sie haben ein Kind , er schickt es zur Kronenburg , die Bauern werden geschlagen . Unterdes schreibt Johann aus Leiden , die Frau soll ins Königreich kommen ; wie sie ihn nicht kann als Johann erkennen , da richtet er sie hin . Anton ist der , welcher das Königreich endet . - Er geht mit Frundsberg auf seinen letzten Zug nach Italien , Susanna begleitet ihn als Soldat ; - rühmliche Taten ihrer Tapferkeit , indem sie ihn aus Gefahren errettet bei der Eroberung von Rom . Die Kronenwächter berichten ihm dahin , Naß ; jetzt seine Zeit gekommen , der Sitz der Welfen sei zerstört . Er eilt nach Deutschland , bringt den Degen Franz ' I. dem Luther , der grade Hochzeit hält : Dies eröffnet das andre Buch . Luther und Melanchthon reden mit Anton heftig gegen die Münsterschen Wiedertäufer . - Jetzt kommt durch die Zigeuner die Nachricht , die Krone sei in Münster , Anton wird entflammt und zieht dahin , ihm werden die Begebenheiten berichtet , auch wie seine Schwester Katharina umgekommen , die Johann enthauptet hat - Susanna ist auch unter den Weibern , sie hat die Krone in Verwahrung - Entdeckung ihrer Geburt und ihrer Würde ( Tochter Karls V. ) . Anton bestimmt sie , den Weg zu Ende zu gehen bis er ihr folge . Die Kronenwächter erwarten töricht aus dem Bauernaufruhr ihr Aufkommen , sie begünstigen ihn , können ihn aber nicht lenken , die Zigeuner führen Anton mit dem Satanas Seger den Bauern zu und vertrauen ihm die Absicht der Kronenwächter , er wird ein leidenschaftlicher Verfechter der Bauernfreiheit - Zweifelhaftigkeit der Edlen , als er unter Metzlers Bande ist . Götz , Ulrich von Schwaben , Graf Georg von Wertheim , sind über Luther ergrimmt ; Georg Truchseß von Velsburg steht gegen ihn , nimmt ihn gefangen ; als Anton ihm seine Geschichte erzählt , läßt er ihn von sich . Die Bauern unter Feuerbacher haben Hohenstaufen verbrannt , Anton zerstört Hohenstaufen und die Kronenburg . Trennung von Deutschland - Schmalkaldischer Bund . - Hier entsteht der große Streit zwischen wahren und falschen Deutschen , sie trennen sich . - Die Auflösung ist endlich , daß die Krone Deutschlands nur durch geistige Bildung erst wieder errungen werde . So löst sich die Frage : ein Teil des Menschengeschlechtes arbeitet immer im Geiste bis seine Zeit gekommen . Der Kronenwächter harter Kampf - der taube Rappolt in ihrem Kreise auf der Höhe . » Kronenritter , Kronenritter ! Schaut im Westen das Gewitter , Jeder steh an seiner Stelle , Daß ich in des Blitzes Helle , Eurer Augen Sterne sehe , Wenn ich bei der Krone stehe . « Also ruft der taube Wächter , Und es stehn die starken Fechter An den Speeren mit dem Kinne , Aug auf Aug mit wachem Sinne , Jeder auf den andern lauert , Also hat ' s die Nacht gedauert . Ströme flüchten von dem Himmel Vor des Feuers wild Getümmel , Das durch alle Fugen sprützet , Wo ' s erst Morgens ausgeblitzet , Als die Sonne schwer beladen Schauet auf des Landes Schaden . Wo die goldnen Ähren wogen , Schwarze Ströme niederzogen , Schwarze Tannen aus der Höhe Schwimmen in dem weiten See , Und die Hirsche und die Rinder Flüchten zum Gebüsch geschwinder . Doch auf den Gebirgen stehen Blanke Säbel , die sie mähen , Schlagen , schlagen , schonen keinen , Vor der Kronenburg erscheinen , Auf dem Berg ihr Lager schlagen , Ihren Gruß den Rittern sagen . » Übergebt des Volkes Krone Und wir geben euch zum Lohne Euer Leben , eure Lehen , Sonst müßt ihr zugleich vergehen Mit dem Volke in der Fläche , Schont des roten Blutes Bäche . « Aug in Auge sich befassen Unsre Ritter und erblassen , Und der taube Wächter findet , Auf den Wangen was verkündet , Schüttelt dreimal mit dem Haupte , Weil ' s die Ehre nicht erlaubte . » Alle Pforten doppelt schließet Und mit Steinen sie begrüßet , Die so ungebeten kommen ; Keiner ist noch aufgeklommen , Der nicht stürzte eilig nieder , Auf und brecht der Feinde Glieder . « Fester stehet nicht der Himmel , Als die Ritter im Getümmel , Und der Feinde freche Haufen In dem wilden See ersaufen , Andre meinten in dem Streite , Auszuhungern unsre Leute . » Kronenritter , Kronenritter , Ach das Hungern ist so bitter Und der Durst , der ist ein Feuer , Und der Schlaf ist uns so teuer Als die Krone , wir versinken , Gibt ' s für uns nicht Schlaf noch Trinken . « » Ritter , euch seh ich mit Schmerzen Stehen wie erloschene Kerzen . « - Und er greift das Schwert mit Grimme , Ruft mit ganz gedämpfter Stimme : » Ich zerhau dich Gnadenkrone , Daß du nicht dem Feind zum Hohne . « Wieder zu dem alten Bette Zog den Strom der Erde Kette , Unsers Volkes flüchtige Scharen Eilen ihren Schatz zu wahren , Und die Feinde werden flüchtig , Als sie unser Volk ansichtig , Jubelnd ziehen sie zum Schlosse , Doch da rufet kein Genosse Und weil keiner sie will führen , Brechen sie vom Schloß die Türen Und sie sehen die Ritter alle Finster blickend auf dem Walle . Fest gelehnet an den Speeren Stehen sie mit hohen Ehren , Als entseelte treue Wächter Schauen sich noch an die Fechter , Schauen zu dem tauben Alten , Der die Krone will zerspalten . Nein , ein Wunder anzuschauen , Wo sein Schwert hat eingehauen , Sind Rubinen ausgeflossen , Um die Krone schön entsprossen , Daß sie fester im Gewinde Ritter und auch Volk verbinde . Nun nach den Tagen des Streites zwischen Menschen und der Elemente Verwüstung durch das Erdbeben , nachdem Anton alle seine Waffengesellen , Schwester und geliebte Frau untergehen sehen , flüchtet er zur Höhe , zum gläsernen Turm , der wie ein Gewölk erscheint , dort zeigt ihm Rappolt , wie er , daß er , nach Rom gezogen , nun zum zweitenmal versäumte sich empor zu schwingen , und wie das Böse mit sich fortreiße , nur das Gute getan und bedacht sein will . Er erzählt ihm , wie die Krone , während des Kampfes vermißt , die verloren und von Seger gestohlen war , von Susannen während dem Erdbeben ist wieder gebracht worden , und ihre getreuen Wächter für sie sich dem Tode geweiht haben . Sie stürzten hinab in den See , nur der alte Rappolt blieb einsam auf der Höhe - er legt ihm die Zeichen dar , wie sie nun alle erfüllet sind . Ja die Zeichen sind alle erfüllet , Als sich der Himmel so dunkel umhüllet , Sonne auf blutenden Gleisen entstieg . Wie die häuslichen Tiere sich bargen , Ha ! da schauderte allen vorm Argen Ahnend der Unterwelt nahenden Sieg . Glühender , stiller werden die Winde , Vögel verfliegen vom Neste geschwinde , Säulen des Wassers wirbeln im Meer , Rollende Donner von unten und oben Gegen die Flammen , die unter uns toben , Stiebet der Himmel in Blitzen sich leer . Gärende Tiefe will neu sich erheben , Unterweltschatten durchstoßen im Beben Lieblicher Auen blühenden Grund , Jupiter schleudert vergebens die Blitze Von des dröhnenden Götterbergs Spitze Nach des Vulkanes eröffnetem Schlund . Weh ! die Titanen sich wieder erkühnen , Schon die feurigen Augen erschienen , Schon der dampfende Atem sich hebt , Schön wie ein Fruchtbaum im Herbste zu schauen , Aber den Früchten ist nimmer zu trauen , Denn sie zerschmettern bald alles , was lebt . Sehet die Zähne im geifernden Munde Reißen dem Berge die berstende Wunde , Lange verschloß er die glühende Wut , Sehet , der Atem der Riesen entbrennet , Zündend mit bläulicher Flamme hin rennet , Sticket der Menschen erdreistenden Mut . Könnten sie dräuend die Glieder noch regen , Tapfer die Brust entgegen ihm legen , Fühlten sie rächend dies Leiden nicht ganz , Aber die glühenden Arme , sie schwinden , Mutige Augen im Feuer erblinden , Jammernd verrinnet begeisternder Glanz . Erde und Himmel zusammen sich brennen , Chaos