halten sollen , der komme nach dem Mittagessen zu dem großen Kreuze auf dem Platze vor der Kirche . « Und es kam eine große Zahl von Männern zu dem Kreuze . Auch Frauen und Jungfrauen und Kinder und Greise scharten sich hinzu . Witiko sagte zu ihnen : » Jetzt ist die Zeit gekommen , daß alles nützlich sein kann , was vorbereitet worden ist . Der Herzog duldet nicht die reichen Bedrücker , und schirmet die , welche bedrückt werden sollen . Er zieht gegen die , welche Bedrückung beabsichtigen , und es ziehen die mit ihm , gegen welche Bedrückung geübt werden sollte . Ich sage nicht viel . Ihr wißt , wie es in dem vergangenen Frühlinge gewesen ist . Wer von uns in den Krieg ziehen will , ist gerüstet , und kann ziehen . Ihr wißt auch die Orte , an welchen man sich versammelt . « » Ich ziehe , ich ziehe , ich ziehe « , riefen beinahe alle , welche sich versammelt hatten . » Und Witiko soll uns führen « , rief eine Stimme . » Witiko soll uns führen « , rief die Versammlung . » Männer und Freunde « , sagte Witiko , » ihr denket noch , wie der vorige Krieg gewesen ist . Alles kann jetzt anders sein , es kann auch so sein , wie es gewesen ist , wir wissen es nicht . Wenn ihr mir vertrauet , so werde ich euch , so wie ich euch von Prag nach Plan geführt habe , zu dem Herzoge führen , und der erlauchte Herzog kann dann beschließen , wie die Sache geschehen soll . « » Wir wollen bei einander bleiben , wir wollen alles mit einander teilen , und wir wollen einer dem andern beistehen « , schrie Adam , der Linnenweber . » Ja , so wollen wir , wir wollen nicht auseinander gehen « , schrie Paul Joachim , der Maurer . » Wir wollen fest bei einander sein « , rief Tobias , der Hirt . » Und ein Mann von uns muß uns führen « , rief der junge Mathias . » Nur ein Mann von uns « , rief Augustin , der Pfeifer . » Witiko hat es besser gemacht als der grüne Ritter « , rief Lambert , der Zimbelschläger . » Er hat es besser gemacht « , schrie Andreas . Jetzt rief Peter Laurenz , der Schmied : » So lärmet doch nicht , ihr versteht nichts , wir sind zusammen gehämmert , und können gar nicht zerrissen werden , und das bringt uns die Ehre , und das hat jeder gesehen , der von dem Kriege weiß , und der Führer ist der eiserne Kloben , an dem das Eisen hängt . « » Wir sind ein Kriegsheer , und erwerben , was sich ziemt « , rief Stephan , der Wagenbauer . » Wenn ihr nur alle wüßtet , was es ist , und wie es ist « , rief Tom Johannes , der Fiedler , » und wenn ihr nur dem Rate eines Mannes folgtet , der mit dem geschändeten Arme nicht kämpfen kann , und der die Einsicht besitzt . « » So gib uns deine Einsicht mit « , sagte Mathias . » Dann wäre dir geholfen « , antwortete der Fiedler , » aber ich trage meine Einsicht selber mit mir , und sie wird meinem linken Arme mehr helfen als die deinige deinem rechten . « » Wir sind auf dem Berge eins gewesen , und die Führung ist eins gewesen , und so muß es bleiben « , rief Philipp , der Steiger . » Männer und Kriegsgefährten « , sagte jetzt Witiko , » der hocherlauchte Herzog hat euch auf jenem Schlachtberge geehrt , er hat euch auf den Zinnen von Prag geehrt , er hat eure Namen in ein Buch gezeichnet , und er hat gesagt , daß er euch immer besser kennen lernen will : der hocherlauchte Herzog wird nur dasjenige tun , was ist , und wie es ist , und wie es besteht , und was euch frommt . Er wird eure Begehren achten , und hohe Männer werden beitragen , daß er sie achtet , und wenn ich etwas beitragen kann , so werde ich es tun , und alles wird recht sein . « » Es wird schon recht sein « , sagte David , der Zimmerer . » Und ich werde auch schon machen , daß es recht ist « , sagte der Schmied , » ich werde mit dem Herzoge sprechen . « » Und ich werde es noch besser machen « , sagte Tom Johannes , der Fiedler . » Und so , meine ich , lassen wir alle Fragen « , sagte Witiko , » und schreiten wir zu der Ordnung und zu der Einteilung . « » Zu der Ordnung und zu der Einteilung « , riefen mehrere . » So sollen alle diejenigen auf eine Stelle zusammen treten , welche reiten gelernt haben « , rief Witiko . Die Männer sonderten sich , und die Aufgerufenen traten auf eine Stelle . Unter ihnen waren Veit Gregor , Maz Albrecht , Lambert , Philipp , Augustin , Urban , Mathias , Andreas , und noch mehrere jüngere und ältere Männer . Witiko sprach : » Wer ein Pferd hat , und reiten kann , nehme das Pferd mit auf den Zug . Und wenn sich auch sonst noch so viele zusammen finden , daß eine Reiterschar wird , so wollen wir auch als Reiter in dem Kriege sein . Sagt es denen , die hier nicht anwesend sind , und doch mitziehen wollen . Ihr müßt euch aber auch so einrichten , daß ihr auch auf euern Füßen stehen , und kämpfen könnt . « » So ist es recht « , riefen mehrere . » Und nun ordnen wir auch die andern « , sagte Witiko . » Ordnen wir sie « , riefen einige Männer . » Die auf dem Berge Wysoka gewesen sind « , rief Witiko , » und die auf der Mauer von Prag gegen die Belagerung gekämpft haben , sollen so stehen , wie sie auf dem Berge gestanden sind , und wie sie in Prag gewesen sind , und die sich hier geübt haben , sollen stehen , wie sie zusammen gewöhnt sind . « » Ja , ja « , riefen schier alle , » so ist es am besten . « » Sagt es allen andern , die nicht da sind « , sprach Witiko , » und kommet morgen wieder , wir werden uns zusammenstellen . Und bringet eure Waffen mit . Jetzt trennen wir uns , daß sich ein jeder vorbereiten kann . « Und die Männer zerstreuten sich , und sprachen noch eifrig von der Sache , und die Zuschauer gingen auch von dem Platze , und redeten von dem , was sie gesehen hatten . Am andern Tage nach dem Mittagessen versammelten sich die Krieger wieder auf dem Platze vor der Kirche . Auch viele andere Menschen kamen herbei . Die Krieger hatten ihre starken Gewänder , welche hergerichtet worden waren , und ein jeder , er mochte ein Schwert haben , oder eine Keule , oder einen Hammer , oder eine eiserne Stange , hatte auch einen Schaft von starkem Holze des Waldes und daran eine feste Spitze von Eisen . Sie stellten sich in der Art zusammen , wie Witiko gesprochen hatte . Er sagte , sie sollen sich die Stellung sehr gut merken , und sie sehr schnell wieder finden , wenn sie auseinander gegangen sind . Sie versuchten es , wie er gesagt hatte . Dann teilte er die Männer in kleinere Haufen , und zeigte , wie sie sich scharen , und wieder in die Haufen trennen könnten . Sie versuchten auch dieses . » Nun übet die Dinge « , sprach er , » daß sie immer gangbarer werden . « Dann sammelte er die Reiter in einen Haufen , und stellte sie , wie sie zusammen gehören sollten . Und als die Stellung gut geordnet war , begann er die Bewegungen im Reiten . » So lasset uns nun eine kurze Frist ausüben , was einmal sehr notwendig sein könnte « , sagte er , » bis der Tag kömmt , an welchem wir uns auf unsern Zug begeben . « Und die Männer sammelten sich nun jedes Tages zu den Übungen . Da auch viele gewohnt waren , mit Bolzen oder Pfeilen auf Tiere oder um Preise auf Ziele zu schießen , so machte er auch eine Einteilung von denen , welche Armbruste oder Bogen herbei gebracht hatten . Als diese Dinge geschahen , kam eine Schar von Männern von dem schwarzen Bache nach dem oberen Plane . Sie hatten graue dicke Wollgewänder , starke Filzhauben und schwere Stiefel mit hölzernen Sohlen . Jeder trug eine Lanze und ein Schwert , oder eine Keule , oder eine andere Waffe , und einen Pack mit Lebensmitteln . Mehrere ritten auf kleinen Pferden des Waldes , und manche hatten Bogen oder Armbruste . Sie verlangten mit den Männern von Plan zu ziehen . Witiko ordnete sie zu ihnen . Dann kamen Scharen von dem Reutschlage , von dem Eckschlage , von der unteren Moldau , von dem Rathschlage , von Friedberg , von der Friedau , von dem Wangetschlage , von dem Kirchenschlage , von den Häusern der tieferen Waldmoldau , des Heurafels , und den Häusern der Stift , die an dem Lande Baiern lagen , wo die kleine Mihel gegen den Mittag hinab fließt . Sie hatten die groben Wollgewänder , die dicken Filzhauben und die schweren Stiefel . Jeder trug eine Waldlanze , ein Schwert oder einen Hammer , oder eine Keule , oder eine Stange , oder eine Armbrust , oder einen Bogen , und einen Pack mit Lebensmitteln . Eine Zahl saß auf Pferden . Der Greis mit den weißen Haaren , welcher auf die Anrede Witikos in der Herberge an der unteren Moldau zuerst geantwortet hatte , ritt auf einem kleinen , schwarzgrauen , starken Pferde . Der Richter von der Mugrauer Haide ritt auf einem braunen Pferde , und der Richter von den Steinleithenhäusern auch auf einem solchen . Es waren noch mehrere sehr alte Greise auf Pferden . Auch Jünglinge und junge Männer saßen auf Pferden . Der Jüngling mit den goldblonden Locken , welcher gesagt hatte , daß man die Wälder anzünden solle , war auf einem schönen weißen Rosse . Er rief zu Witiko : » Wir sind nun da , ich bin nur ein geringer Mann , meine Mutter kocht sich ihre Suppe auf der Leuchte eines Flachsbrechhäuschens ; aber ich habe die Glieder wie jeder andere Mann , und will tun , was ich kann , und die weiße Reigerfeder und den Goldgürtel erwerben , und der alte Roder Peter , dessen Pferde ich warte , hat mir dieses gegeben , weil er selber auf keines mehr kann , und ich will ihm , wenn ich das Pferd verliere , die hundert besten von den Feinden bringen . « » Wie nennt man dich denn ? « rief Witiko . » Sifrid von Milnet , weil mein Vater dort geboren ward « , sagte der Jüngling . » Nun , Sifrid von Milnet « , sprach Witiko , » mögest du die weiße Reigerfeder und den Goldgürtel erlangen , und wenn du auch nicht mit hundert Pferden zurückkehrest , mögest du nicht ohne Pferd heim kommen . « » Dann komme ich selber auch nicht heim « , sagte der Jüngling . Der Greis mit den weißen Haaren ritt zu Witiko hinzu , und als er bei ihm war , sagte er : » Wir haben in den Kriegen , die gewesen sind , das Zusammenstehen kennen gelernt , wie es richtig ist , und wir sind auch auf dem Berge Wysoka zusammen gestanden , und wir haben den Weg hieher gesucht , daß wir wieder beisammen sind . « » Wenhart , sei mir gegrüßt « , sagte Witiko , » die Vereinigung ist gut , und suchen wir zuerst alles so zu fügen , wie es am fördersamsten sein mag . « Witiko und Wenhart ordneten die Schar zu den Kriegern von Plan hinzu . Und wie Wenhart gesprochen hatte , so sprachen auch von jeder Schar , wie sie ankam , Männer zu Witiko , und die Scharen wurden zu denen , die schon vorhanden waren , hinzugefügt . Jetzt aber strebte man , den Zug zu beginnen , und es wurde ein Tag zu demselben angesetzt . Als das Licht dieses Tages sich erhob , versammelten sich die Männer auf dem Platze vor der Kirche . Die Fußgänger von Plan hatten ein Banner , welches weiß war , und in dessen Mitte sich etwas Dunkelrotes befand . Rupprecht , der große Sohn Romans , des grünen Webers , trug das Banner . Die Reiter von Plan hatten ein gleiches Fähnlein , welches aber kleiner war . Dasselbe hatte man auf die Lanze Philipps des Steigers geheftet . Witiko fragte , wer das angeordnet habe , und was es bedeute . » Ich habe es angeordnet , und die Männer haben beigestimmt « , rief der Schmied . » In der Mitte ist die rote Waldrose , und Christ Severin hat die Banner gewebt , und die Mädchen haben sie mit Bändern und mit Säumen verziert . « Die kleine Schar aus dem Wangetschlage hatte auch ein weißes Banner mit der dunkelroten Waldrose . » Witiko « , sagte der Mann , welcher die großen Holzschuhe angehabt hatte , als im Wangetschlage die Versammlungen gewesen waren , » du hast auf dem Berge Wysoka ein weißes Schild getragen , auf welchem eine rote Waldrose gemalt gewesen war , und Huldrik hat gesagt , daß vor Zeiten dein Geschlecht Rosen von Rom gebracht hat , und daß die Rosen recht viel Gutes von Welschland bringen werden , darum haben wir die Rose auf das Banner gesetzt . « Und die Männer von der unteren Moldau hatten ein blaues Banner und Fähnlein , und die vom schwarzen Bache ein weißes , und die von der Mugrauer Heide ein grünes , und die von Friedberg ein rosenrotes , die vom Eckschlage hatten Geierfedern auf eine Stange gebunden , die vom Rathschlage trugen ein weißes Kreuz , die von der Steinleithe ein rotes , und die vom schwarzen Bache hatten himmelblaue Bänder von einer Lanze flattern . Witiko sagte : » Männer , der hocherlauchte Herzog Wladislaw hat allen , die von dem Walde stammen , in dem vergangenen Frühlinge ein großes rosenrotes Banner gegeben , um anzuzeigen , daß sie zusammen gehören ; er wird euch auch in diesem Frühlinge wieder eines geben , und unter diesem Zeichen mögen alle Zeichen , die ihr gebracht habt , siegen . « » Sie werden siegen « , riefen viele Stimmen . » Was nicht ein jeder Mann in jedem Augenblicke braucht , das gebet zu den Säumern « , sagte Witiko . Sebastian , der Schuster , stand mit einem größeren Packe da , als die andern hatten . » Was trägst du denn hier ? « fragte Witiko . » Ich habe schöne Dinge aus rauhen Bälgen in dem Sacke , welche ich verfertiget habe , um sie reichen Leuten zu verkaufen « , antwortete Sebastian . » Nun , mögest du einen Käufer in solcher Zeit finden « , sagte Witiko , » die Dinge aber mußt du zu den Säumern geben . « Dann sprach er : » Männer , jetzt werden wir Gott um seine Hilfe zu dem bitten , was wir tun , und was wir nur darum tun , weil wir es für das Gerechte halten . « Als er diese Worte gesprochen hatte , stieg er von seinem Pferde , gab die Zügel in die Hand Raimunds , und ging in die Kirche . Und die Männer gingen in die Kirche , und erfüllten sie , so viele nur von ihr gefaßt werden konnten . Die andern scharten sich vor der Tür , und standen vor derselben . Dann wurde der Morgengottesdienst gefeiert , und die Männer in der Kirche knieten auf den Boden nieder , und die Männer vor der Kirche knieten in dem Schnee , und die Reiter waren von den Pferden gestiegen , und knieten neben den Pferden . Als der Gottesdienst geendigt war , segnete der Pfarrer die Männer in der Kirche , und dann ging er vor die Tür , und segnete die Männer außerhalb der Kirche . Nach der Segnung erhoben sich die Männer von dem Schnee , verabschiedeten sich noch ein Mal von den Ihrigen , und suchten in ihre Stellungen zu gelangen . Die in der Kirche gewesen waren , kamen heraus , nahmen auch noch von ihren Angehörigen Abschied , und stellten sich in die Ordnung . Witiko ging , von dem Pfarrer geleitet , zu seinem Pferde . Dort nahm er von dem Pfarrer und von Martin und Lucia Abschied , und bestieg das Pferd . Augustin , Urban und Mathias waren auf ihren Pferden neben ihm , damit sie dasjenige , was er während des Zuges anordnen würde , schnell an die Orte brächten , an denen es notwendig sein könnte . Die zwei Herzogspferde Witikos wurden von Raimund und Jakob an den Zügeln neben den Pferden , auf denen sie ritten , geführt . Veit Gregor hatte das große Horn des Bockes . Andere aus Plan und aus anderen Orten hatten kleinere Hörner . Witiko , da er auf dem Pferde saß , angetan mit dem groben Wollgewande , wie es die Bewohner des Waldes trugen , gab das Zeichen , und es ertönte das große Horn , und die kleinen Hörner antworteten . Auf diesen Schall erhob sich ein Geschrei der Männer , die zurück blieben , der Frauen , der Mädchen und der Kinder . Es war zum Teile ein Geschrei der Ermutigung , zum Teile der Freude , zum Teile des Schmerzes . Der Zug setzte sich in Bewegung . An der Spitze waren die Reiter , welche ihre Pferde in langsamem Schritte gehen ließen . Dann kamen die Fußgänger . Am Ende waren die Säumer , dann die Frauen , welche mancherlei Arbeiten bei dem Kriegszuge zu verrichten hatten , und verschiedene Knechte . Man zog in der Richtung gegen den Morgen . So viele Menschen , als aus dem Orte Plan und aus den umliegenden Waldhäusern und aus größeren Entfernungen herbei zu kommen vermocht hatten , gingen mit dem Zuge . Man kam an dem steinernen Hause Witikos vorüber , man gelangte unter die Föhren , welche in der Richtung gegen Morgen von Plan weg dahin standen , man gelangte auf die Höhenscheide der Föhren , von der man noch das Tal von Plan und die Moldau sehen konnte , und ging jenseits der Scheide hinunter . Mehrere Haufen der Menschen , die den Zug begleiteten , sonderten sich ab , und gingen zurück . Man zog über die Talschlucht des Waldes , in welcher der Bach rieselte , und ging dann in dem Waldesdickichte sachte gegen die Mugrauer Heide empor . Als man auf die Heide gekommen war , hatten sich alle Begleiter umgewendet , und hatten den Rückweg angetreten . Andere kamen dafür aus verschiedenen Gegenden herzu , sahen den Zug an , und mehrere begleiteten ihn eine Weile . Gegen den Mittag langten die Männer bei dem Turme Rownos an . Da blieben sie stehen . Witiko ritt mit einem Geleite in den Turm . Rowno stand in dem Hofe , ihn zu begrüßen . Witiko und seine Begleiter stiegen von den Pferden , und gingen in die große Stube . Dort waren mehrere Sippen Rownos versammelt . Es wurde der Empfangstrunk gereicht . Dann sagte Rowno : » Es ist gut , Witiko , wie du es versprochen hast , sei gegrüßt , und wir werden nicht säumen . « » Ich komme , dir nur den Gruß zu bringen « , antwortete Witiko , » es ist , wie wir gesagt haben . « » Es ist so « , entgegnete Rowno , » meine Männer ziehen heran . Es können dich nicht alle meine Sippen begrüßen , sie sind zu den Jungfrauen geritten , sich weissagen zu lassen . « » Es ist gut « , sagte Witiko . In dieser Frist öffnete sich die Tür , und Ludmila , die Ehefrau Rownos , und Dimut , seine Schwester , traten herein . Ludmila war in einem grauen Gewande mit einem goldgewirkten Gürtel , Dimut trug ein dunkles Kleid , wie sie es in der Verteidigung Prags gehabt hatte , und das Kleid war mit Silber gegürtet . Ludmila ging zu Witiko , reichte ihm die Hand , und sprach : » Seid gegrüßt , edler Mann Witiko , Ihr ziehet wieder auf die Felder zum Schutze des Reiches , und möge der höhere Schutz des Himmels Euch geleiten . Wir zu Hause wünschen es , und bringen unseren Anteil an dem Gebetschemel des Schlafgemaches dar . « » Seid gegrüßt , verehrungswürdige Frau « , sagte Witiko , » es ist wahrhaftig der Schutz des Reiches , und es wird wahrhaftig der höhere Schutz nicht fehlen , um den gerechte Frauen bitten . « Nun ging Dimut zu Witiko , reichte ihm gleichfalls die Hand , und sagte : » Sei gegrüßt , Witiko , du gehest wieder so , wie du im vorigen Jahre gegangen bist , und wirst wieder finden , die du in dem vorigen Jahre gefunden hast . In Prag werden die Heiligtümer aufgerichtet , und wenn sie fertig sind , werden die kommen , die sich des Werkes freuen , und werden darin beten . Und ihr werdet das Reich aufrichten , und wenn das Rechte geschieht , wie es auf Erden und im Himmel gilt , werden die kommen , die sich dessen freuen . « » Sei gegrüßt , edle Jungfrau « , entgegnete Witiko , » du hast Worte gesagt wie im vergangenen Jahre . Mögen sie sich auch so erfüllen . « » Sie werden sich erfüllen « , sagte Dimut . Darauf sprach Witiko zu Ludmila : » Beurlaubet mich , hohe Frau , meine Männer stehen draußen in dem Schnee . Gehabet Euch wohl . « » Gehabet Euch wohl , Witiko « , sagte Ludmila . » Lebe wohl , Dimut « , sprach Witiko . » Behalte die Freude , mit der du ziehst « , antwortete Dimut . » Ich werde sie behalten « , sagte Witiko . Darauf sprach er zu Rowno : » Lebe wohl . « Rowno antwortete : » Lebe wohl . « Dann rief Witiko zu den Männern , die in der Stube waren : » Seid gegrüßt , ihr Krieger , und gehabet euch wohl . Wir werden bald wieder auf dem nämlichen Boden stehen . « » Sei gegrüßt , und lebe wohl « , riefen die Männer . Dann ging Witiko aus der Stube . Rowno und mehrere Männer geleiteten ihn . Da er in dem Hofe war , bestieg er sein Pferd , und seine Begleiter bestiegen ihre Pferde . Desgleichen setzten sich Rowno und seine Männer auf ihre Pferde , und da Witiko durch das Tor und über den Damm hinaus ritt , gaben sie ihm das Geleite , bis er bei seinem Zuge angekommen war . Dort grüßten ihn Rowno und die Seinigen noch mit kriegerischer Ehre , und wandten sich dann zu dem Turme zurück . Witiko aber gab das Zeichen , die Hörner ertönten , und der Zug setzte sich wieder in Bewegung . Er ging in dem Tale an dem Bache dahin , der gegen den Morgen floß . Hie und da begegneten ihm Männer , die zu Rowno zogen . Als der Mittag schon vorüber war , gelangte der Zug in die krumme Au . Von dort ging er zwischen den Felsen und der Moldau hinaus in freieres Land . Auf diesem Lande machte er ein Lager . Mehrere Männer saßen auf Steinen , mit denen die Äcker eingefaßt waren , andere saßen auf Stellen , welche schon der Schnee verlassen hatte , oder auf Dingen , die aus dem Schnee hervor ragten , und viele standen , und stützten sich auf ihre Lanzen . Sie nahmen Nahrung hervor , und erquickten sich . Die Frauen und manche Männer , die ihnen halfen , machten aus Holz , das sie gesammelt oder aus Dingen umher gewonnen hatten , zahlreiche Feuer , daran man sich wärmen , und Speisen bereiten konnte . Den Pferden wurde ihre Nahrung gereicht , und ihr Trank aus der Moldau geholt . Da dieses geschah , ritt eine Zahl von Männern von der krummen Au her gegen das Lager . Als sie an demselben angekommen waren , und man sie gefragt hatte , was sie wollten , sagten sie , Diet von Wettern sende sie , und sie müßten mit Witiko sprechen . Sie wurden zu Witiko geführt , und er sprach eine Zeit mit ihnen . Dann ritten sie auf dem Wege , auf dem sie gekommen waren , wieder zurück . Als die Menschen und Tiere gerastet hatten und gesättiget waren , ging der Zug wieder gegen Morgen weiter . Er ging zwischen Feldern und Wiesen und kleinen Wäldchen und zerstreuten Wohnungen hindurch , er ging an dem Orte Welesin vorüber , und kam gegen den Abend nach Daudleb . Als er dort auf den Feldern stehen blieb , ritt eine große Zahl von Männern über die Brücke zu ihm heraus . An der Spitze dieser Männer war der alte Lubomir , dann war Rastislaw , dann war Widimir , dann war Wentislaw , dann war Kodim , und es waren Momir und Dis . Witiko erkannte unter den Männern auch Slawa und Radim und Hostiwil und andere . Hinter allen ritt der Priester in dem dunkeln Gewande , der bei der Verteidigung von Prag gewesen war . Witiko war vor seinen Männern auf seinem Pferde . Hinter ihm waren die Reiter , und hinter den Reitern waren in einem großen Bogen die Fußgänger . Alle richteten ihre Angesichter gegen die , welche kamen . Als die Reiter zu Witiko gelangt waren , hielten sie an . Lubomir saß auf einem schwarzen Rosse . Er hatte ein dunkles faltiges Gewand an , das von einem silbernen Gürtel gehalten wurde , auf dem blaue Steine waren . Sein Haupt trug eine schwarze Haube aus Sammet , von der aus einem großen blauen Steine eine kurze weiße Feder emporragte . Unter dem Rande der Haube waren die weißen Haare zu erblicken . Das Pferd hatte eine dunkle Ausrüstung und Zäumung , die mit Silber besetzt war . Als nach seiner Ankunft einen Augenblick Schweigen gedauert hatte , hob er seine rechte Hand empor , fuhr mit ihr in einem Bogen gleichsam über die Männer , hielt sie dann ruhig aus dem faltigen Ärmel gestreckt , und rief : » Lubomir , der Zupan , begrüßt die Männer auf dem Boden seiner Zupanei , und seine Sippen begrüßen die Männer . Die Krieger wird er morgen begrüßen , wenn seine Krieger versammelt sind . « Dann ließ er die Hand wieder nieder sinken . Dann rief er : » So viele die Zupenburg beherbergen kann , sind geladen , sich zu erquicken . Es werden Speisen und Getränke und Decken und Lagerzeuge und Geschirre und Pferdebedürfnisse auf das Feld hinaus geschafft werden , und so mein Wort gilt , werden die Türen der Häuser des Burgfleckens geöffnet werden . « Auf diese Worte rief eine Stimme unter den Männern , die hinter Witiko waren : » Das ist der edle Zupan , und er ist in Prag gewesen , und wir sind ihm Dankbarkeit schuldig für das , was er bietet . « Es war die Stimme des Schmiedes , Peter Laurenz , gewesen , welche gerufen hatte . » Dankbarkeit und Dank « , rief eine große Zahl von Stimmen . Dann wandte sich Lubomir zu Witiko , und sagte : » Du reitest so wie einer von diesen Männern vor ihnen . Sei gegrüßt , und wenn du mein Dach nicht verschmähst , so lasse es heute mit denen über deinem Haupte sein , die noch darunter eingehen wollen . « » Ich nehme Eure Gastlichkeit mit Ehrfurcht an « , sagte Witiko , » seid gegrüßet , hoher Zupan . « » Und nun waltet eurer Bequemlichkeit « , rief Lubomir . Nach diesen Worten wendete er sein Pferd , und seine Begleiter wendeten ihre Pferde , und sie ritten wieder über den Fahrsteg gegen die Häuser von Daudleb hinein . Aber viele Menschen waren von Daudleb heraus gekommen , sie drängten sich über den Steg , sie drängten sich an die Männer , welche von Plan gekommen waren , und einer , der ein dunkelblaues Wollkleid an hatte , das mit einem roten Gürtel gebunden war , rief gegen die Männer : » Ihr seid einer wie der andere , man kann euch nicht unterscheiden , ich weiß nicht , wer der Vorgesetzte ist , ich bin der Kmete des Burgfleckens von Daudleb , und lade alle ein , die bei uns Platz haben , wir werden tun , was wir vermögen . « » Wir sind einer wie der andere « , sagte Witiko , » und es ist einerlei , an wen du deine Worte richtest , edler Kmete , wir sind alle dankbar . « » Wir sind dankbar « , riefen viele Stimmen . » Kommet zu uns herein « , » kommt zu uns « , » zieht in mein Haus « , »