, und mit ihm war Jakob , der Knecht Huldriks , der von dem Wangetschlage in die untere Moldau herauf gekommen war . Mehrere von den Gästen boten den zwei Männern den Grußtrunk an , und er ward von ihnen angenommen . » Setzet euch zu uns an den Tisch , es ist noch Platz « , sagte der Mann mit den starken Händen . Und die Männer rückten etwas näher an einander , und Jakob und Raimund setzten sich an den Tisch . Und die Tochter des Schenken brachte ihnen einen Krug mit Bier . Jetzt erhob sich ein Mann von seinem Sitze , der in Lämmerfelle gekleidet war , reichte Witiko die Hand , und sprach : » Ich bin der Richter von dem schwarzen Bache , und wir werden schon so tun , wie du gesagt hast . « » Und wir werden zu der Heiligen Jungfrau an dem braunen Steine und an dem kalten Wasser der Alsch beten « , sagte eine alte Frau . Der Richter von dem schwarzen Bache setzte sich wieder nieder . Ein anderer Mann aber sagte : » Ich bin der Richter von der Mugrauer Heide , und ich gedenke , daß wir uns vorbereiten werden . « » Die in Stuben werden nicht fehlen , wie die Weissagungen sind « , sagte wieder ein anderer Mann . » Und wir haben auch Bäume und Lammswolle und Schmieden « , sagte einer . » Der Rat ist überall ein gutes Ding , wenn man ihn vernünftig befolget « , sprach ein anderer . » Rat befolgen oder nicht , jeder rät sich selber . Die in der Steinleithe und in den Waldhäusern des Heurafels sind auch immer Männer gewesen « , sagte einer mit rötlichen Haaren . » Und die vom Rathschlage haben ihren Nachbarn stets geholfen « , sagte ein sehr alter Mann , der ganz weiße Haare hatte . » Ja , da wir in den Stubnerhäusern das große Feuer hatten , sind alle gekommen « , sagte ein anderer . » Und die alten Leute , die vor Zeiten gelebt haben , sind auch nicht Toren gewesen « , rief jetzt eine sehr alte Frau , welche neben Susanna am unteren Ende des Tisches saß , » wenn die Fässer um Mitternacht in dem Mönchgraben daher rollten , und sehr schwarz waren , und immer größer wurden , wenn der Kiebitz in den Mooswiesen schrie , wenn in dem Scheine des Vollmondes nach dem Tage des heiligen Bartholomäus der Wassermann auf dem Rande des Moldauufers saß , und sich seine grünen Haare kämmte , wenn der Tule von Plan den schwarzen Mann von dem Hammer bis zu den Badehäusern tragen mußte , wenn man immer ein Weinen hörte , und die Hunde sich nicht aus den Häusern getrauten , so waren das Zeichen , und auf die Zeichen muß man achten , und die Zeichen werden wieder kommen , und es sind seltsame Dinge geschehen , der alte Wossic in Wodnian , der auf der Zupanei sitzt , und alles hat , was sich ein Mensch wünschen kann , hat einen Vorfahrer gehabt , der Holzschuhe gemacht hat , und der alte Lubomir , der in Daudleb ist , stammt auch von einem Manne , der Pech gesammelt hat , und mit dem Herzoge Samo in den Krieg gezogen ist , und dann eine weiße Reigerfeder und einen goldenen Gürtel getragen hat . In dem Hause des gelben Melchior an dem hinteren Glöckelberge ist schon ein hölzerner Löffel von dem Ofensimse , auf dem er trocknen sollte , freiwillig in die Stube gesprungen , und in dem Bufferwalde hat sich eine Buche in der Richtung , wohin Mähren liegt , weggebogen , und hat sich gegen uns herein geneigt . « » Die Jünglinge und die Männer und die alten Männer sollen nur tun , was in der Möglichkeit ist « , schrie die alte Susanna , » und dann wird jedes Ding recht werden . In unsern Zeiten haben sie sich vor nichts gefürchtet , und werden sich auch jetzt vor nichts fürchten . Wir werden für sie die Raben zählen , und in die Abendröte schauen , und die Mädchen sollen für sie beten , und ihnen rote Bänder ziehen , wenn sie heimkehren , und sie sollen fremde Sachen bringen , und wir haben niemanden nötig , der so ist wie der alte Wossic in Wodnian und der alte Lubomir in Daudleb . « » Wohin liegt denn Mähren ? « fragte eine Frau in dem mittleren Alter , welche neben dem Manne mit dem groben Rocke saß . » Da mußt du gegen den neuen Kirchenschlag gehen , Azela « , sagte der Richter von der Mugrauer Heide , » und dann durch den Wald immer fort , bis du in den Wetternhof kömmst , wo Diet ist , und dann gegen die krumme Au , und dann gegen Daudleb , wo kein Wald mehr ist , und dann ist eine Zupe , die Chynow heißt , wohl einen Tag hättest du zu gehen , da die Morgensonne an deiner rechten Hand ist , und dann hättest du gegen die Morgensonne zu gehen , wohl einen Tag oder zwei , und dann kämest du an das Land Mähren . « » Ist es fruchtbar ? « fragte der Mann mit dem groben Rocke . » Wohl fruchtbarer als du denkst « , sagte der alte Wenhart von der Friedau . » Jetzt sind die Fürsten dort , die von unserem Herzogsgeschlechte abstammen , und es muß uns dienen . Aber einmal ist es ein starkes Reich gewesen , es ist Swatopluk dort gewesen , aber nicht der Swatopluk , mit dem ich in den Krieg gezogen bin . « Als er diese Worte gesprochen hatte , stand ein Mann auf , welcher eine weiße Lammshaube und einen weißen Lammspelz trug , und lederne Beinbekleidungen und starke Stiefel hatte . Der Mann sprach : » Leute , ich muß euch etwas sagen . Mein Weg ist der weiteste . Ich muß noch bis gegen den Kienberg in mein Steinhauerhaus hinab , und muß jetzt fortgehen , und mein Bruder auch . Wir sind in Baiern im Aigen wegen der großen Wasserkufe gewesen . Der Krämer , der mit dem zweirädrigen Wagen fährt , vom Hauzenberge , vom Breitenberge , vom Berge des heiligen Ulrich , und da herum , hat uns erzählt , ehe wir durch den Wald der Schönebene heraus gingen , wie es in Mähren ist . Der Herzog Wratislaw von Brünn ist ein entsetzlicher Mensch . Er wirft alle nieder , die sich ihm widersetzen . Den hochehrwürdigen Bischof Zdik von Olmütz haben sie erschlagen wollen , und ein Zuber voll von Edelsteinen hätte ihn nicht erretten können , wenn er nicht zu dem hochehrwürdigen Bischofe von Passau geflohen wäre . Gehabet euch wohl , ich muß mich sehr sputen . Was ist meine Schuldigkeit , Lukas ? « » Dreizehn Pfennige « , sagte der Schenke . » Hier sind dreizehn Pfennige « , sagte der Mann , » lebet wohl . « » Lebe wohl , Andreas « , sagte der Richter von dem schwarzen Bache , » bringe den Leuten an der weiteren Moldau unten im Walde unsern Gruß . « » Ich werde ihn bringen « , antwortete der Mann . » Lebe wohl « , riefen mehrere . » Lebt wohl « , sagte der Mann . Und er ging mit dem , der neben ihm gesessen war , von der Bank zwischen den Männern und dem Tische heraus , näherte sich der Tür , und entfernte sich mit seinem Genossen durch dieselbe . Als dieses geschehen war , sagte der Richter von der Mugrauer Heide : » Es wird Zeit sein , daß wir auch unsern Weg antreten , wir haben zwei Stunden zu gehen , und auf dem Schneepfade wohl noch mehr . Es ist wahr von dem hochehrwürdigen Bischofe , das sind schwere Zeiten , er tut in einem groben Gewande Buße in Passau . « » In der Kirche ist er in großem Schmucke « , sagte ein Mann . » Das muß sein , des Gottesdienstes willen « , antwortete ein anderer . » Und dann gehen wir auch gleich mit « , sagte der Richter von dem schwarzen Bache , » weil ihr ohnehin über den schwarzen Bach geht , und durch Reden die Zeit kürzer wird . « » Wir gehen über den schwarzen Bach , und geht mit « , sagte der Richter von der Mugrauer Heide . » Dann gehen auch die vom Eckschlage mit , weil sie in euerem Wege sind « , sagte ein Mann . » Sie können mitgehen « , sagte der Richter vom schwarzen Bache . Und mehrere Männer zahlten dem Schenken , was sie für ihre und der Ihrigen Zehrung schuldig geworden waren , und dann verabschiedeten sich Männer und Frauen , die von der Mugrauer Heide waren , und die vom schwarzen Bache waren , und die vom Eckschlage waren , und verließen die Stube . » Wir von der Steinleithe haben einen noch weiteren Weg , und gehen doch noch nicht fort « , sagte der mit den rötlichen Haaren . » Aber wir gehen « , sagte Wenhart von der Friedau , » Witiko , gehabe dich wohl , und denke unserer Sache . « » Ich werde denken « , antwortete Witiko , » und gedenke du auch . « » Ich vergesse nicht « , sagte Wenhart . Darauf bezahlte er seine Schuld , und ging mit einigen Männern und einer Frau und einem Mädchen fort . Es gingen dann noch mehrere fort , und die alte Susanna und die alte Frau , welche von den Zeichen gesprochen hatte , gingen fort . Andere Menschen kamen wieder , und setzten sich an einen Tisch . Endlich gingen auch die von der Steinleithe ihres Weges , und es waren nur noch wenige Männer da , und darunter waren solche , deren Heimat in der unteren Moldau selber war . Witiko erhob sich von seinem Sitze , und ging zu einem Fenster . Der Knecht Jakob folgte ihm . » Du bist also doch heute wieder herauf gekommen « , sagte Witiko . » Euer Verweser Huldrik sagt , daß es sich ziemt , daß er mich alle Tage , die Ihr in der Herberge seid , zu Euch schickt , ob Ihr nichts befehlet « , antwortete Jakob . » Ja , ich befehle etwas « , sagte Witiko , » melde Huldrik , daß er niemanden mehr herauf schickt , ich werde selber bald in den Wangetschlag kommen . « » Ich werde es vermelden « , sagte Jakob . » Und nun gehe « , sprach Witiko . » Ich gehe , und gehabt Euch wohl « , antwortete Jakob . » Gehabe dich wohl , und grüße Huldrik « , sagte Witiko . » Ich werde es tun « , entgegnete Jakob . Darauf reichte er an Raimund seine Hand , verließ die Stube , und begab sich auf seinen Weg nach dem Wangetschlage . Witiko aber ging von der Herbergstube in seine Kammer . Als der Morgen des anderen Tages gekommen war , untersuchte er den Weg , der von der unteren Moldau durch den Wald zu der Stelle des heiligen Thomas empor führte . Der Pfad war nirgends zu erkennen . Der Schnee war hoch über ihn gebreitet , wie er über alle andern Gründe gebreitet war . Dann untersuchte er die anderen Wege , welche in verschiedenen Richtungen von der unteren Moldau durch den Wald nach abwärts führten . Nun begannen die Männer in der unteren Moldau und im Rathschlage und im Reutschlage und an dem schwarzen Bache und auf der Mugrauer Heide und in Friedberg und in der Friedau und in der Steinleithe und gegen die Waldhäuser des Heurafels und weiter hinab aus Eschen oder Ahornen oder anderem zähen Holze Lanzenschäfte und Keulen zu machen , Lanzenspitzen und Schwerter zu schmieden , Riemzeug zu schneiden , Bogen und Armbruste , Pfeile und Bolzen zurecht zu richten , Stiefel zu machen , aus Filz und aus Wolltuche Hauben und Gewänder zu nähen , und auf Pferden , wo sie vorhanden waren , zu reiten . Als diese Dinge geschahen , bestieg Witiko in der Herberge der unteren Moldau sein Pferd , und ritt mit Raimund in den Wangetschlag . Dort ritt er gegen sein Häuschen . Auf dem flachen Dache lag der Schnee , und man konnte es von dem Schnee in den Gefilden kaum unterscheiden . Ein dünner blauer Rauch ging von dem Schornsteine empor . Als die zwei Männer an dem Häuschen angekommen waren , standen Huldrik und Jakob und Regina vor dem Tore , sie zu empfangen . » Wir haben nach Euch ausgeschaut « , sagte Huldrik , » und haben Euch kommen gesehen . Weil Ihr die Gebühr , daß ich nach Euern Befehlen fragen lasse , verboten habt , konnten wir den Tag Eurer Ankunft nicht wissen . Seid gegrüßet , Witiko . Ihr seid in dem Kriege gewesen , Ihr seid in mehreren Ländern gewesen , und müsset wieder zu Euerem Hause in den Wangetschlag kommen . « » Ich bin gekommen , dich wieder zu sehen , und die Unsrigen hier zu sehen , und unser Haus zu sehen « , sagte Witiko . » Ihr seid gekommen , weil es so ist « , entgegnete Huldrik , » und ich habe schon Sorge getragen , daß Eure Pferde in einen guten Stand gelangen , so wie das Pferd Jakobs , das er im Kriege erhalten hat , auf einem guten Stande ist . Wir haben dieses Jahr an dem Gelasse gemauert . Stützet Euch nur auf mich , Witiko , daß Ihr bei dem Absteigen nicht auf dem Eise gleitet , wohin Regina immer das Spülwasser gießt . « » Ich werde mich nicht auf dich stützen « , sagte Witiko , » sondern es trete Jakob herzu . « » Jakob , diene dem Herrn « , rief Huldrik , » ich aber werde den Zügel halten . « Jakob ging an die Seite Witikos , um ihm zu helfen ; Huldrik aber faßte den Zügel des Pferdes . Witiko stieg mit einem leichten Tritte von dem Pferde , und stand auf dem glatten Boden des Eises . Raimund stieg auch von seinem Pferde . » Nun führet die Pferde durch das Tor hinein « , sagte Huldrik , » aber haltet euch rechts , daß die Eiszapfen des Daches die Sättel nicht streifen . « Raimund und Jakob führten die Pferde durch das Tor in den Hof . Witiko ging nicht durch die Tür in das Haus , sondern folgte den Pferden . In dem Hofe wurden die Pferde gegen einen Zubau geführt , der an den Stall angefügt worden war . Witiko sah , daß vier Pferde in diesem Raume stehen konnten . » Es ist gut , Huldrik « , sagte er , » daß du diese Sorgfalt getroffen hast . « » Es mußte für diese Zeit Sorge getragen werden , bis alles fertig ist , und sich alles vollendet « , erwiderte Huldrik . Sie brachten die Pferde in den Stall , und begannen , sie zu versorgen . Dann ging Witiko in die Stube . Die Wände der Stube waren frisch getüncht worden , daß sie ganz weiß glänzten , die Fensterscheiben waren gereinigt , daß das Licht , so hell es der Winter geben konnte , herein schien , der Fußboden war gewaschen , und der Buchentisch war so gescheuert , daß keine Makel an ihm war . » Die Stube ist ja wie an einem hohen Festtage « , sagte Witiko . » An der unteren Moldau ist nur eine Herberge « , antwortete Huldrik ; » das aber hier ist Euer Eigen , in dem Ihr seid , und das dauert , und immer anders wird , bis sich die Zeiten erfüllen . « » Mögen die Zeiten immer Gutes bringen « , sagte Witiko . » Sie werden Gutes bringen « , antwortete Huldrik , » lasset es Euch hier gefallen , wie es sich wandelt , bis alles geschehen ist . « Witiko nahm seine Haube von dem Haupte , und setzte sich an den Buchentisch . » Regina wird Euch ein Mittagessen bereiten « , sagte Huldrik ; » es wird aber heute eine längere Zeit vergehen , bis es fertig wird , als sonst . « » Ich dränge Regina nicht « , antwortete Witiko . » Wir suchen die Dinge wahrzunehmen , wie es sein kann « , sagte Huldrik . Witiko ging indessen noch einmal zu den Pferden . Als die Speisen bereitet waren , brachte sie Regina auf den Tisch . Sie waren gebratenes Wild und Fische . Dazu wurde Wein gestellt . Witiko verlangte , daß auch die Speisen der andern auf den Tisch gestellt würden , und daß dann alle mit einander das Mittagmahl verzehrten . » Weil Ihr es befehlt , so muß es sein « , sagte Huldrik . Die Speisen wurden auf den Tisch gebracht , und Witiko und Huldrik und Raimund und Jakob und Regina setzten sich zu denselben . » Du mußt das Gebet sprechen , Huldrik « , sagte Witiko . Huldrik tat es . Dann wurde das Mahl eingenommen , und Witiko teilte jedem von seinen Speisen und seinem Weine mit . Nach dem Mahle sprach Huldrik wieder das Gebet . Da sie noch an dem Tische blieben , sagte er : » Eure Vorfahrer haben die Ihrigen geliebt , und sind von ihnen wieder geliebt worden . Und so geschieht alles . Da der erste Witiko in den Wald geritten ist , sind Gold und Edelsteine an den Zügeln seines Pferdes gewesen , und Ihr seid auch zu diesem Hause geritten . « » Die Zeiten sind ungewiß « , sagte Witiko , » wer weiß es , wann ich wieder kommen kann . « » Ihr werdet kommen « , sagte Huldrik ; » denn Ihr habt Milch und Honig an dem Buchentische gegessen . Und es werden viele da sein , Euch zu sehen . « » Deine Gedanken bringen Menschen in die Einsamkeit des Waldes , Huldrik « , sagte Witiko . » Die Rosen haben in Rom herrlich geblüht « , erwiderte Huldrik , » die Rosen sind hieher gebracht worden , und haben hier auch zur Lust geblüht , und die Rose wird Dinge und Kleinodien aus Welschland bringen . « » Die Rose möchte erst ihre Blätter öffnen « , sagte Witiko . » Ihr werdet noch oft in Euerm Schlößlein da sein , wie es sich verwandelt « , antwortete Huldrik , » wo das Schloß voll Pracht gestanden ist , wo das Jagdschloß gewesen ist , wo die goldne Burg sein wird , und wo die fünf roten Blätter allen Raum bedecken werden . « » Du siehest in seltsame Zeiten , Huldrik « , sagte Witiko . » Ihr habt Männer gesammelt , und seid in den Krieg gegangen « , entgegnete Huldrik , » sie sehen auf Euch , und die Jungfrau aus dem starken und großen Geschlechte wandelt schon für Euch an dem Rande des hohen Waldes , und Raimund freut sich des Bildes , das Euch in der Wildnis ist , und ich freue mich , und Jakob freut sich , und Regina freut sich . « » Huldrik « , sagte Witiko , » zeige mir die Dinge in dem Hause , wie sie seit der Zeit , in der ich hier gewesen bin , geworden sind . « » Ihr befehlet es , und ich gehorche « , antwortete Huldrik . » Dann setze deine Haube auf , damit dein Haupt nicht von der Kälte Schaden leidet « , sagte Witiko . » Ich werde es tun « , entgegnete Huldrik . Witiko stand auf , und die andern erhoben sich auch von dem Tische . Witiko bedeckte sich mit seiner Haube , Huldrik setzte auch seine graue Filzhaube auf , und beide Männer verließen die Stube . Huldrik führte Witiko in alle Räume des Hauses . Witiko besah alles , und belobte ihn und die Seinigen . » Die Felder und die Wiesen und den Wald werde ich besehen « , sagte er , » wenn ich einmal des Sommers hier bin , und die Gewächse auf ihnen grünen . « » Tut es so « , antwortete Huldrik , » und Ihr werdet dann in den Umliegenheiten sehen , daß ein guter Grund zum Bauen ist , und wie jetzt die Wälder in die Fenster des Hauses schauen , so wird der Nahleswald , der Bühelwald , der Thomaswald und das fernere Hochficht von einer Seite , der Blöckenstein und der Seewald und der Hausberg von der andern Seite , und der obere Wald und der Blansko von der dritten Seite in zahlreiche große und breite Fenster schauen , die hoch oben in glatten Mauern sind , und die Bäume und die Gesträuche überragen . « » Weil schon die Dämmerung beginnt « , sagte Witiko , » so lasse ein Licht auf der Leuchte der Stube anzünden . « » Ich werde ein Licht anzünden lassen « , entgegnete Huldrik . Die zwei Männer gingen in die Stube . Huldrik befahl , daß Regina mit Splittern des fetten Kienholzes der Föhrenstöcke ein Feuer auf der Leuchte errichte . Regina tat es . Und als das Feuer brannte , setzten sich Witiko und Huldrik und Raimund und Jakob und Regina an die Leuchte . Nach einer Zeit kam ein Mann herein , um Witiko zu sehen und zu besuchen . Später kam wieder einer , und dann kamen mehrere , und endlich so viele , daß die Stube kaum hinlänglich Raum gab . Jakob und Regina trugen die Gesiedel aus dem ganzen Hause zusammen , und die Männer saßen umher , aßen Brod und Salz des Hauses , und Witiko redete mit ihnen von verschiedenen Dingen , und von dem Kriege , der im Frühlinge gewesen ist , und der im nächsten Frühlinge sein wird . Die den weitesten Weg hatten , zündeten zuerst eine Leuchte an , und verfolgten ihre schneeigen Pfade nach heimwärts . Dann gingen andere , und zuletzt alle . Witiko dankte ihnen für den Besuch , und bat sie , wieder zu kommen . Da die Männer fort waren , ging er in seine Kammer , entkleidete sich , und legte sich auf dem Gestelle zur Ruhe , auf welchem ihm Regina aus Stroh und Fellen und weißen groben Linnen ein Lager bereitet hatte . Die andern Bewohner des Hauses suchten auch ihre Schlafstellen . Als am Abende des zweiten Tages Milch und Brod gegessen worden war , als im Ofen ein Feuer brannte , und als man die Kienstücke auf der Leuchte angezündet hatte , kamen wieder Männer , und es kamen an diesem Abende noch mehr , als an dem vorhergegangenen Abende gekommen waren . Und so geschah es an dem Abende des dritten Tages und des vierten Tages und des fünften Tages . An dem fünften Tage verabschiedete sich Witiko von den Männern , und sagte : » Ich reite morgen von diesem Hause fort . Ich werde stets der Worte gedenken , welche ihr hier gesprochen habt , und bitte euch , daß ihr auch dessen möget eingedenk sein , was ich geredet habe . « Darauf sagte ein alter Mann mit roten Wangen und weißen Haaren : » Du bist gut , junger Witiko , und hast einen treulichen Sinn für uns . Wir werden aller Dinge gedenk sein , und was getan werden muß , das wird getan werden , es wird nichts fehlen , und wir werden schon bestrebt sein . Und so gehabe dich wohl . « » Gehabe dich wohl , Johannes « , sagte Witiko , » und erhalte dir deine Gesundheit . « » Wie es Gott will « , antwortete der alte Mann . » Reite mit Gott , Witiko « , sagte ein anderer alter Mann , » wir werden nicht vergessen , und komme bald wieder . « » Ich komme , wenn es in der Möglichkeit ist « , sagte Witiko . » Du bist ein gerechter Mann , Witiko « , sprach ein Jüngling , » und wir werden auch tun , was man nicht schmähen kann . « » Du hast auf dem Berge Wysoka gut gewaltet , und wirst wieder gut walten « , sprach ein anderer . » Reite wohl , und wenn du wieder kommst , so bleibe lange bei uns « , sagte ein Mann , der ein kleines Häuschen im Wangetschlage hatte . » Ja , bleibe recht lange bei uns « , sagte ein Greis . » Bleibe bei uns , und siehe , wie es bei uns ist . In dem Walde ist es nicht schlecht « , sprach ein Mann , der große starke Holzschuhe an den Füßen hatte . » In dem Walde ist ein annehmbares Wohnen « , sagte Witiko . » Wir halten zusammen « , sprach ein alter Mann . » Tut immer so « , sprach Witiko , » und es wird recht sein , und jeder rechte Mann , der sich bei euch niederläßt , wird auch zu euch halten . « » Das wird er tun « , sprach der Mann . » Gott beschütze dich in der schweren Zeit , die kommt « , sagte ein Greis . » Gott beschütze dich « , riefen mehrere . » Gott beschütze euch , und mögen wir uns fröhlich wieder sehen « , rief Witiko . Und als alle ihren Abschiedsgruß gesagt hatten , und als die Stube leer war , legte sich Witiko zum letzten Male für diese Zeit in seiner Kammer zur Ruhe . Am nächsten Tage ritt er mit Raimund in den Ort Friedberg . In Friedberg war er drei Tage . Dann ritt er noch weiter in den Wald hinunter , wo Häuser waren , die hie und da an Bächen lagen , die aus Tälern hervor sprudelten . Als er auf die Erhöhung gekommen war , auf welcher die Stifthäuser lagen , von denen ein Bach , den sie die kleine Mihel hießen , gegen Mittag floß , um sich in dem Lande Baiern mit der großen Mihel zu vereinigen , wendete er sich um , und ritt wieder nach Friedberg zurück . Es war ein Saumpfad , der von Friedberg durch den hohen Wald nach Baiern hinaus führte , und der auch im Winter betreten und gangbar war . Auf diesem Pfade ritt Witiko durch den Wald hinan , bis er zu der Stelle gelangte , auf welcher die Säule des heiligen Apostels Thomas gestanden war . Auf dieser Stelle hielt er an . Er blickte vor sich nach Baiern hinaus . Es waren dunkle und weiße Streifen bis an die Alpen dahin . Die Alpen waren blauer und schärfer , als er sie im Sommer gesehen hatte , und der Schnee war klar in ihren Spalten , in ihren Mulden , und auf ihren sanften Hängen . Dann wendete er sich um , und sah in das Land Böhmen . Der breite dunkle Wald ging in Schimmerreif hinunter , die Moldau war verhüllt , und jenseits war wieder dunkler stiller und bereifter Wald . Witiko sah den blauen Zug der Schönebene , des Hochfichtes , des Blöckensteines und der Seewand . Er sah den blauen Blansko . Er sah auch den Kreuzberg , der in Mitternacht von dem oberen Plane steht . Von der Stelle des heiligen Apostels Thomas ritt er wieder nach Friedberg zurück , und ritt noch an dem nämlichen Tage nach Plan . In Plan forschte er nach dem , was in seiner Abwesenheit geschehen war , und fragte nach verschiedenen Dingen . Der Schmied und Tom Johannes , der Fiedler , und David , der Zimmerer , und Zacharias , der Schenke , sagten ihm , daß eine große Zahl von Lanzenschäften fertig und mit guten Eisenspitzen versehen ist , daß junge und alte Männer reiten , daß sich alle üben , und daß Gewand in Bereitschaft ist . Witiko besah , und durchforschte selber alles . Dann ritt er nach Ogfolds Heide und in die Gefilde von Tis und Elhenic , und von da wieder links gegen den höheren Wald bis an jene Stellen , wo der eine der zwei Moldaufäden , den sie die kalte Moldau hießen , aus der dicken Wildnis hervor rann . Als er zurückgekehrt war , blieb er mehrere Tage in Plan . Dann ritt er zu Rowno , zu Osel , zu Diet von Wettern und zu Hermann von Attes . Dann kam er wieder nach Plan , und setzte fort , was er begonnen hatte . Es nahete endlich der Ausgang des Monates März , und der Schnee begann , hinweg zu schmelzen . Die Moldau hatte ihr Eis von sich geschoben , und floß wieder mit dem dunkeln Wasser dahin , und an sonnigen Lehnen schauten schon manche befreite Stellen des Bodens hervor . Da erschien ein Bote in dem Walde . Der Bote sagte , man solle zum Kriege rüsten . Der Herzog werde in dem ersten Frühlinge gegen Mähren ziehen , um die mährischen Fürsten zur Demut zu bringen . An den Städten Beneschau , Domasin , Pilgram , Caslau und Wilimow werden die Versammlungen sein . Als der Bote diese Nachricht gesagt hatte , ging er gegen den schwarzen Bach und gegen die untere Moldau hinab . Witiko aber rief die Männer zusammen , und sagte ihnen : » Wer meines Glaubens ist , daß wir über den Krieg eine Sprache