so seien wie in seiner Knabenzeit . Sonst war er auch bei den Beschäftigungen seines Hauses tätig . Im Herbste wurde der hölzerne Stall fertig . Die Männer pflanzten ein Tannenbäumlein mit Zierden auf den Giebel , und erhoben ein Jauchzen . Witiko hielt auf der Gasse ein Mahl , zu dem die Mithelfer und alle kommen durften , die da wollten . Der alte Pfarrer tat einen frommen Spruch , und die andern wünschten dem Hause Gedeihen . Am nächsten Morgen wurden Raimund und Benedikt , der Sohn des Schenken Zacharias , der Witiko einmal zu Rowno geleitet hatte , nach Pric geschickt , daß sie die zwei braunen Pferde , welche Witiko von dem Herzoge Wladislaw zum Geschenke bekommen hatte , an Zäumen mit ihrer Ausrüstung nach Plan führten . Sie kamen nach vier Tagen mit den Pferden zurück . Witiko entkleidete mit Raimund die Tiere ihres Schmuckes , und ließ sie mit weichen Hüllen versorgt in den neuen Stall führen . Den Schmuck aber verwahrte er sorgsam in dem Hause . Dann wurden auch das graue Pferd Witikos und das Pferd Raimunds in die Stände des neuen Stalles , die für sie bestimmt waren , gestellt . Nun ging Witiko zu Peter Laurenz , dem Schmiede , und sagte : » Ich will deinem Neffen Urban Unterricht in der Kunst des Reitens geben , wenn du einwilligest , und wenn es seinen Eltern genehm ist . « » Es muß so sein und ist notwendig « , antwortete der Schmied , » seinen Eltern ist es recht ; denn ich muß auf den Knaben schauen , daß er lerne sich selber zu verteidigen , wenn ich einmal nicht mehr auf der Welt bin , und ihm einer das Leben nehmen will . Er soll mit meinem Danke besser bei dir reiten lernen . Und ich werde nach Netolic gehen , und werde ihm ein Pferd kaufen , wie es die Ritter brauchen . « » So tue es « , sagte Witiko . » Ja , ich werde es tun « , antwortete der Schmied . Hierauf ging Witiko zu Elias , dem Steinhauer , und zu Anna , seinem Eheweibe , welche die Eltern Urbans waren , und sagte ihnen und dem Jünglinge Urban , was er mit dem Schmiede gesprochen habe . Elias und Anna willigten ein , und Urban war sehr erfreut . Da dieses geschehen war , ging Witiko zu Paul Joachim , dem Maurer , und sagte , er wolle seinen Sohn Augustin , den Pfeifer , welchen er im Frühlinge von der Stadt Prag mit sich in die Stadt Nürnberg genommen habe , im Reiten unterrichten . Er brauche kein Pferd , er könne das Pferd Raimunds nehmen . Paul Joachim sagte Dank , und rief seinen Sohn Augustin herbei . Augustin war wie Urban erfreut . Und an dem folgenden Tage begann der erste Unterricht in dem Hofe des steinernen Hauses . An dem Pferde Raimunds wurden die ersten Stellungen und Handgriffe gezeigt . An jedem Tage war nach der Morgenpflege der Pferde der Unterricht durch zwei Stunden . Der Schmied war schon an dem ersten Tage zugegen , und schaute zu . Dann kamen auch andere Leute , besonders junge Männer , um zu sehen , was da geschehe . Witiko ließ sie gewähren . Der Steinhauer Elias und sein Weib Anna kamen , und es kam Joachim , der Maurer , mit seinem Weibe . Tom Johannes , der Fiedler , stand jedes Mal an der Mauer des Stalles . Selbst Mädchen liefen zuweilen gegen das Tor , und sahen von ferne hinzu . Jeder , in dessen Hause ein Pferd und ein junger Mann war , gestattete , daß der junge Mann sich auf das Pferd setzte , und darauf nachahmte , was er in dem Hofe des steinernen Hauses gesehen hatte , oder was ihm Augustin und Urban zeigten . Selbst mancher ältere Mann stieg auf ein Roß , und Witiko zeigte ihnen , wie sie die Zurüstungen zu machen hätten . Der Schmied ging nun nach Netolic , und kam nach fünf Tagen mit zwei Pferden zurück , einem für Urban , dem andern für sich . Wenn die Pferde auch nicht waren , wie sie Ritter brauchen , so war das Pferd für Urban hinlänglich , und das Pferd des Schmiedes war ein sehr starker Rappe mit großen Hufen und einer struppigen Mähne . Nun mußte Raimund auch an dem Unterrichte Anteil nehmen . Als eine kurze Zeit vergangen war , ritt Witiko mit seinen drei Schülern auf den Bachanger hinaus , und ließ sie dort ihre Bewegungen machen . Da kamen nun noch mehr Menschen herzu . Oft verließen sie die Arbeit , und standen an dem Reitplatze . Der Schmied ging hierauf mit Joachim , dem Maurer , noch einmal nach Netolic , und sie brachten zwei Pferde . Eines hatte Joachim für Augustin gekauft , und das andere hatte der Schmied zu dem Ende gebracht , daß er es ausleihe , oder wieder verkaufe . Es ritten täglich die vier Reiter auf den Anger , Witiko , Augustin , Urban und Raimund . Der Schmied ließ aber auch auf der Gasse vor seiner Werkstätte Sand streuen , und es versammelten sich ältere und jüngere Männer , welche Pferde zu besteigen hatten , und machten dort ihre Reitübungen . Der Schmied saß auf seinem starken Rappen . Die Lehrmeister waren Urban und Augustin . Die Reiter liehen aber ihre Pferde auch wieder an andere , und wurden ihre Lehrer . Witiko kam oft herzu , und unterwies die Männer . Zwei von ihnen durften täglich , abwechslungsweise in den Hof des steinernen Hauses zum Unterrichte kommen , weil der Raum nicht mehrere faßte , und auf den Anger durften vier mit hinaus reiten , die er dann wie seine Schüler unterrichtete . Nach einigen Wochen ritt Witiko schon mit den jungen Männern auf allerlei Wege , besonders auf den gegen den Thomaswald , und zeigte ihnen wie man auf einer Flur schnell Hindernisse des Reitens besiegen könne . Peter Laurenz , der Schmied , David , der Zimmerer , und Sebastian , der Schuster , verfertigten im Vereine Sättel und Zaumzeug , und lernten diese Dinge immer besser machen . Witiko zeigte den Leuten auch die Pflege und den Unterricht der Pferde , und den Gebrauch der Waffen auf ihnen . Wenn am Abende die Männer bei dem Scheine der Leuchte in Witikos Stube saßen , so wurde jetzt häufig vom Reiten gesprochen , und man sagte Urteile und brachte Neckereien vor . Witiko übte seine eigenen Pferde an jedem Tage auch noch besonders , namentlich die , welche er von dem Herzoge erhalten hatte . Als Urban und Augustin schon so reiten konnten , daß sie einem guten Pferde nicht mehr schädlich wurden , ließ er sie zuweilen auch auf seine Pferde steigen , daß sie gemach mit edlen Pferden umgehen lernten . Es zeigte sich nun der Schnee , er hinderte aber die Reitübungen nicht ; ja es kamen Nachrichten , daß auch auf anderen Stellen des Waldes sich die Männer im Reiten übten . Als der völlige Winter gekommen war , und die Arbeiten außerhalb der Häuser bis auf das Fällen der Bäume im Walde aufgehört hatten , ging Witiko zu David , dem Zimmerer , und fragte ihn , welches Holz er im Vorrate habe , das zu rechter Zeit geschlagen worden sei . » Es ist Buchenholz da « , entgegnete David , der Zimmerer , » es ist Holz von dem Ahorn , der Esche , der Birke , der Eibe , der Tanne und der Fichte vorhanden . Wir haben es im Winter vor zwei und drei Jahren geschlagen , es ist trocken und fest . « » So richte die Stücke zurecht , aus denen Schäfte für Lanzen gemacht werden können « , sagte Witiko . » Ich werde es tun « , antwortete David , der Zimmerer . Und als das Holz geordnet war , und als es Witiko besehen hatte , schlug er vor , daß aus Balken der Buche , Esche und des Ahorns Lanzenschäfte gemacht werden . Männer , die sich selber Schäfte verfertigen wollen , mögen es tun , anderen , die entweder nicht Zeit oder Geschick oder Geld haben , werde er sie verfertigen lassen , und sie ihnen , wenn sie dieselben begehren , schenken . David , der Zimmerer , nahm nun Leute , und es wurden Lanzenschäfte geschnitten und geglättet . In verschiedenen Häusern ging man daran , sich selber solche Schäfte zu machen . Als der tiefe Schnee in dem Walde und auf dem ganzen Lande lag , rüstete sich Witiko , fort zu reiten . Er sagte , die Männer und Jünglinge möchten in seiner Abwesenheit ihre Pferde fleißig üben , und wenn er zurückkomme , werde er mit ihnen fortfahren , wie er begonnen habe . Dann ritt er mit Raimund nach Prag . Als drei Wochen vergangen waren , kam er wieder zurück . Er untersuchte die Schäfte , die fertig geworden waren , und gab Anleitungen , wie einiges besser werden könne . Alle Tage ritt er nun aufs neue mit den Männern und Jünglingen in das Freie , wo ein Pfad oder eine Bahn oder eine taugliche Fläche war . Und als Mathias die Jungfrau Barbara , die Tochter des Schenken Zacharias , heiratete , und Urban und der Sohn des Fiedlers Tom Johannes mit ihren Geigen den Zug geleiteten , war Witiko unter den Gästen . Da später die Tage länger wurden , ritt er an einem Morgen mit Raimund zum zweiten Male fort . Er ritt in die Herberge an der unteren Moldau . Dort stellte er die Pferde ein , und mietete sich eine Stube und für Raimund eine Schlafstelle . Wenn Männer in der Herberge einsprachen , redete er mit ihnen von dem Kriege , der gewesen ist , und der im Frühlinge wieder gegen die Feinde in Mähren beginnen werde . Und so redete er noch öfter bei Gelagen . Die Leute breiteten seine Worte aus . Und als an dem zweiten Tage des Monates Hornung eine große Zahl von Gästen , Männern , Frauen , Jünglingen , Jungfrauen teils , um sich an dem Festtage zu vergnügen , teils aus Neugierde , was Witiko sprechen werde , in die Herberge gekommen waren , mischte er sich unter sie , er saß mit mehreren an einem Tische , brachte und empfing den Grußtrunk , und redete mit den Leuten . Als sie sehr fröhlich waren , sagte er : » Leute , ich möchte gerne von einem Dinge mit euch reden , das uns alle angeht , wollet ihr mir zum Gehöre sein , so würde es mich freuen . « » So rede « , rief ein Mann in einem groben grauen Rocke und mit einem langen weißen Barte . » Rede , Witiko « , rief ein anderer , » wir hören dich gerne . « » Rede , rede « , riefen mehrere . » Witiko « , sagte einer , » du meinst es gut mit uns , das haben wir in dem Kriege erfahren , und du hast das Geld den Leuten gebracht , die ihre Kinder verloren haben , und den Geschädigten sind Geschenke gegeben worden . « » So schweigt « , rief jetzt ein Mann mit groben Fäusten und großen Schultern , » wenn ihr redet , kann kein anderer reden . « Als es nun stille geworden war , und die Angesichter gegen Witiko blickten , stand er auf , nahm seine Lederhaube von dem Haupte , legte sie auf den Tisch , und sah auf die , welche um ihn waren , und auf die , welche sich entfernter gesammelt hatten . Dann sprach er : » Männer und Jünglinge , höret mich an , und auch ihr , Frauen und Jungfrauen , möget es hören , was ich sage , ihr werdet mich nicht strenge tadeln ; denn ich rede von einer Sache , die Vorsicht verlangt , daß nicht ein Schaden und ein Unheil zu uns kommt . Der allmächtige Gott in dem Himmel möge uns vor Schaden bewahren . « » Der allmächtige Gott in dem Himmel und seine Heiligen bewahren uns vor Schaden « , sagte eine Frau . » So laßt ihn zu Ende sprechen « , rief der Mann mit dem weißen Barte . » Rede , Witiko « , sagte ein anderer , » und enthülle uns , was du weißt . « » Männer und Frauen , Jünglinge und Jungfrauen ! sehet um euch , wir haben ein schönes Wohnland . Die Bäche rinnen von den Bergen , die Moldau wandelt in den Tälern , und die großen Bäume stehen daran . Wir haben Felder und Wiesen und Weiden , und gewinnen uns unsere Nahrung . Wenn man von uns gegen Mitternacht geht , sind Gründe , in denen der Weizen steht , und wo das Obst in Fülle gedeiht ; aber in den reichen Gründen des Weizens und des Obstes ist ein Herr und Leche , dem die Bewohner eine Burg bauen mußten , dem sie die Burg erhalten und ausbessern müssen , dem sie Wege und Stege und Brücken bauen müssen , dem sie Getreide und Obst und Vieh und Wild und Fische liefern müssen , dem sie Gräben und Schanzen und Verhaue errichten müssen , dem sie in der Burg Wachedienst tun müssen , dem sie streiten helfen müssen , und wenn er Feste feiert , müssen sie das bringen , was die Gäste verzehren , und wenn er reiset , müssen sie ihn und die Seinigen beherbergen und verpflegen , und wenn er jagt , müssen sie ihn und die Jäger erhalten , und seine Hunde ernähren , und wenn ein Verbrechen begangen wird , muß die Flur Gerichtskosten zahlen , und für den Schaden haften . Bei uns ist nur der hocherlauchte Herzog der Herr , dem wir kleine Gaben senden , und der uns beschützt . In dem Frühlinge des vorigen Jahres sind viele reiche Herren , wie der ist , von dem ich sagte , nach Mähren gegangen , weil sie noch reicher werden wollten , und weil der , welcher eine oder zwei Zupaneien hatte , noch mehr Zupaneien haben wollte ; denn der Herzog Wladislaw beschützte die kleinen Männer , und litt nicht , daß die großen alles an sich reißen . Sie sind zu Konrad , dem Herzoge von Znaim gegangen , der ihnen viele Versprechungen gemacht hat , daß er ihnen reichlich geben wolle , wenn sie ihm den Herzog Wladislaw von dem Fürstenstuhle vertreiben helfen . Sie haben ein Kriegsheer gesammelt , und sind in dem Monate April nach Böhmen gedrungen . Zu dem Herzoge Wladislaw haben sich die kleinen Männer gesellt , und auch viele von den großen , denen noch Gerechtigkeit in dem Sinne war . Auf dem Berge Wysoka ist der Streit gewesen . Nun , ihr wisset , was dort geschehen ist , ihr seid dabei gewesen , und habet zum großen Teile das Gute bewirket . Die Feinde haben dann die alte Stadt Prag belagert , und haben Unheil und Verwüstung gestiftet ; aber der Herzog ist mit seinem Schwager Konrad , dem Könige der Deutschen , gekommen , und sie mußten nach Mähren zurück fliehen . Der deutsche König ging wieder heim , und Wladislaw belohnte seine Krieger , und entließ sie , und zeichnete sich auf , wer ihm gute Dienste getan hatte . Die Feinde sind von der Zeit in ihren Ländern und Burgen ; aber wenn der Schnee von den Gefilden schmilzt , können sie wieder hervor kommen , und aufs neue beginnen . Der Herzog Wladislaw ruft die Seinigen auf , um die Entscheidung zu gewinnen . Wenn Konrad , der Herzog von Znaim , den Sieg erhält , wird er seine Helfer belohnen , und ein reicher Leche wird zu euch als Herr in den Wald kommen . Ich meine also , Männer unserer Fluren , wir sollten , so viele wir es vermögen , aufstehen , und zu dem gütigen Herzoge Wladislaw gehen , damit ein Kriegsheer werde , das nach Mähren eile , ehe es sich die Feinde versehen , und sie niederwerfe , und ihnen die Macht und alles nehme , was zur Vergeltung notwendig ist , und daß sie nicht mehr schaden können . Der Herzog wird dann immer ein Freund der Geringen sein , er wird mit uns leben , und wir werden mit ihm leben . Und wenn er uns einen Herrn sendet , so wird er von einem kleinen Geschlechte sein , das uns liebreich ist , das Kirchen stiftet , ein wohltätiges Kloster baut , und das Leben in dem Walde versteht . An vielen Stellen rüsten sie schon , weil sie so denken wie ich , und meine Meinung ist , wir sollten die Sache in unserem Haupte überlegen , und nach dem Sinne verfahren , der uns eingegeben werden wird . So rede ich , der ich mit Sorgfalt auf das sehe , was geschieht , und auf das , was geschehen wird . « Als er diese Worte gesprochen hatte , setzte er seine Lederhaube wieder auf das Haupt , und nahm seinen Platz auf der Bank wieder ein . Es war eine kurze Zeit eine Stille . Dann sagte ein alter Mann : » Ich habe mir das auch schon so ein wenig gedacht , was du gesagt hast , Witiko . « » Mir sind die Gedanken auch schon in dem Kopfe gewesen « , sagte ein anderer . » Ich habe auch darauf gedacht , und das ist so eine Sache « , sagte wieder einer . » Das ist so eine Sache « , sagte ein sehr alter Mann . » Die Dinge müssen wir sehr überlegen « , sagte ein Mann , der ebenfalls hoch in den Jahren war . » Wir begreifen sie nicht recht , und uns achten die Herren nicht « , sagte ein anderer . » Es ist nur , daß man davon redet « , sprach wieder ein anderer . » Daß man redet , und wir dürfen reden , und wir reden auch « , sagte wieder einer . » Wir reden davon , und wir denken daran « , sagte einer , der neben Witiko saß . » Und wir sollen es recht überlegen , das ist eine Sache , das ist so eine Sache « , sagte ein anderer . » Das ist leicht überlegt « , sprach ein junger Mann , » wer mitziehen will , der zieht mit . « » Die Herren haben einen Streit , und der Streit geht uns an « , sagte ein älterer Mann . » Wir müssen in dem Streite mit tun , und müssen in dem Streite entscheiden , und müssen etwas lenken , daß sie mit uns nicht tun dürfen , wie sie wollen « , sagte ein Mann in den mittleren Jahren . » Die Felder und die Wiesen und die Hausarbeiten sind auch zu betrachten « , sagte ein älterer Mann . » Und wer weiß denn genau , was der Streit einträgt « , sagte ein anderer . » Wir müssen mitreden dürfen , wenn alles aus ist , wir müssen den Herren sagen dürfen , was wir wollen , wir müssen unsere Sache verteidigen dürfen « , rief ein junger Mann , » und es braucht nicht ein jeder mitzugehen ; wer nicht den Mut hat , bleibt daheim . « Nach diesen Worten sprangen mehrere junge Männer von den Bänken auf . » Wir müssen unsere Sache verteidigen « , rief einer . » Wir müssen uns verteidigen « , rief ein anderer . » Wir müssen erlangen , was wir wollen « , rief wieder einer . » Wer Mut hat , steht ein , und gewinnt sich , was er begehrt « , rief einer . » Wer Mut hat , steht ein , und gewinnt « , rief ein anderer . » Er gewinnt , und wir haben Mut « , rief wieder einer . » Wir gehen zu Wladislaw « , » wir streiten « , » wir rüsten « , » Witiko hat recht « , riefen mehrere durcheinander . Dann folgten Rufe mit unverständlichen Worten . Als es stiller geworden war , sprach der Greis mit den weißen Haaren : » Höret mich an . « Nach diesen Worten wurde es ganz stille , und der Greis sagte : » Witiko , du kennest mich , ich bin der Wenhart von der Friedau , ich bin in dem Kriege gewesen , der mit dem Herzoge Swatopluk und der mit dem Herzoge Boriwoy und der mit dem Herzoge Wladislaw gewesen ist , mit dem früheren Herzoge Wladislaw . Die Wohnungen haben gebrannt , die Tiere sind auf den Höfen geschlachtet , und ihr Fleisch ist vergeudet worden , die Saatfelder waren zerrüttet , was fleißige Hände zur Bedeckung des Leibes gewebt haben , ist geraubt und verschleppt worden , die Weiden , die Anger , die Kräuter waren niedergetreten und erstorben . In den Wald ist kein Unglück herein gekommen ; aber es könnte herein kommen , und wir könnten es dann in vielen Jahren nicht gut machen , weil wir das Geld nicht verwenden könnten . Wir müssen daher wehrhaft sein . « » Es ist Weib und Kind , Haus und Hof , Feld und Wald , was zu verteidigen ist « , sagte Witiko . » Wir müssen vorbereitet sein « , sprach Wenhart , » wir müssen rüsten , und müssen gegen die Feinde sein wie gegen die Wölfe . Weil es aber nicht genug ist , daß wir vor dem Walde stehen , und warten , bis die Feinde kommen ; denn dann würden sie uns besiegen , weil unsere Zahl zu geringe ist , so müssen wir zu dem gutherzigen Wladislaw gehen , und ihn verstärken , wie ihn viele verstärken , daß der Feind von vielen abgewendet sei . Und du , Witiko , bist gegen den armen Simon vom Reutschlage , den sie getötet haben , mild gewesen , und hast seinen Leuten das Geschenk des Herzoges gebracht , und du hast die Männer aus dem Walde auf dem Berge Wysoka angeführt , und sie haben dir gehorcht , und du wirst sie wieder anführen , wenn sie es wollen , und sie werden dir wieder gehorchen . Und wenn für uns ein Herr in den Wald kommen sollte , so komme du , Witiko ; du hast in Plan gearbeitet , und wirst bei uns wieder arbeiten . Und die Weissagungen sind , von denen Huldrik , der dein Vogt in dem Hause des Wangetschlages ist , erzählt hat , daß von Witiko das Glück in den Wald kommen wird . So meine ich , und so glaube ich , daß viele meinen sollten . « » Ich meine so « , rief der Mann mit dem starken Körper und den starken Händen . » Ich meine auch so « , rief ein anderer . » Sie sollen nicht unser Korn und unser Heu und unsere Lämmer und unsere Rinder nehmen « , sagte ein alter Mann . » Wir dürfen nur einen Herrn unter uns haben , der so ist wie wir « , rief der große junge Mann . » Ja , der so ist wie wir « , rief ein anderer . » Wir sind keine Hundewärter , wir sind keine Gebietseigenen , wir sind keine Schloßwächter , sondern betreuen unsere Felder « , rief ein Mann , der einen sehr groben Rock auf dem Leibe und eine sehr alte Filzhaube auf dem Kopfe hatte . » Eher zünden wir die Wälder an « , rief ein goldblonder Jüngling . » So wehrt euch « , schrie eine alte Frau , die an dem untern Ende des Tisches saß . » Sagt dir denn jemand , daß wir uns nicht wehren werden , Susanna ? « rief ein anderer Jüngling , » wir werden uns wehren , als seien wir ein einziger Mann , und werden unsere Kraft anwenden , und der alte Wenhart sagt recht , Witiko soll uns wieder anführen . « » Wir werden zusammen halten « , rief ein Mann mit grauen Haaren , » wie wir zusammen gehalten haben , und es ist wahr , Witiko soll uns wieder anführen . Oder sagt jemand anders ? « » Nein , niemand sagt anders , Witiko soll unser Führer sein « , rief der Mann mit den starken Händen . » Ich sage auch so « , rief der mit dem groben Rocke . » Witiko soll der Führer sein « , rief der goldblonde Jüngling . » Ich sage , Witiko soll uns führen « , rief ein alter Mann , » er hat uns besser geführt , da auf dem Berge der grüne Mann getötet worden war , als uns vor ihm der grüne Mann geführt hat . « » Witiko , der Führer « , riefen mehrere . » Witiko , der Führer « , riefen fast alle . » Und Witiko soll als der Herr in den Wald kommen , und soll der Leche sein , der guttätig ist « , rief der Mann mit dem groben Rocke . » Witiko soll der Leche sein « , rief der mit den starken Händen . » Er soll es sein « , rief ein alter Mann , » und soll nicht leiden , daß ein anderer komme . « » Witiko soll der Leche sein « , rief der große junge Mann . » Witiko , der Leche « , riefen mehrere . » So tut alles behutsam , und führet doch alles in der Ordnung , daß es zu einem gedeihlichen Ende komme « , sagte der Mann , welcher gemahnt hatte , daß man auch die Felder und Wiesen und die häuslichen Arbeiten betrachte . » So lasset doch Witiko sprechen « , rief jetzt der alte Wenhart von der Friedau . » So sprich , Witiko « , rief der starke Mann . » Sprich « , rief der blonde Jüngling . » So sprich , Witiko « , rief ein anderer Jüngling . » Sprich « , riefen mehrere . Witiko gab mit der Hand ein Zeichen , und da es stiller geworden war , sagte er : » Männer , Leute , höret mich . Höre mich , Wenhart . Ich habe dich früher nicht gekannt ; jetzt aber kenne ich dich . Es ist wahr , was du gesagt hast . Weil die Feinde von Mähren gegen Böhmen heran ziehen können , und wenn sie immer weiter zögen , und wenn sie in den Wald herein kämen , so würde das alles werden , was du in dem Kriege gesehen , und was du erzählt hast . Das müssen wir abwenden . Es ist aber nicht nötig , daß ihr die Wälder anzündet . Macht aus starkem Holze Lanzenschäfte , und befestiget die Eisenspitzen daran , richtet Keulen und Hämmer , schmiedet Schwerter , und nähet aus dickem Tuche die Streitgewänder . Zugleich aber übet euch , in festem Zusammenschlusse zu stehen , zu gehen , und vorwärts zu dringen . Daß ihr nicht zurückweichet , weiß ich ohnehin . « » Nein , wir weichen nicht « , rief der goldblonde Jüngling . » So lasse Witiko sprechen « , schrie Wenhart . » Und die Pferde haben « , sagte Witiko , » die sollen fleißig reiten , daß sie und die Pferde es gewöhnen . Und wenn dann der Herzog Wladislaw ruft , und wenn er gegen die Feinde nach Mähren zieht , so gesellet euch zu dem Heere , und macht Gebrauch von den Dingen , die ihr vorbereitet habt . Und wenn ihr es wollet , daß ich euch geleite , und daß ich euch einige Ratschläge gebe , so werde ich es gerne tun , und werde bei euch sein wie im vorigen Frühlinge , wenn es der Herzog nicht anders gebietet . Und Gott und die Heiligen im Himmel werden das Rechte beschützen , ihr werdet mit Wladislaw siegen , und der Wald wird unser bleiben , und er wird Vergeltung erhalten . « » Gott und die Heiligen werden uns schützen « , riefen mehrere Frauen . » Unterbrecht Witiko nicht « , rief Wenhart . » Und der Herzog , der Herr des Waldes « , sprach Witiko , » wird euch nicht bedrücken , die ihr ihm geholfen habt , und wird euch keinen Bedrücker senden . Ich strebe nicht darnach , daß ich Untertanen in dem Walde habe . Wenn es mein Glück fügt , werde ich in dem Walde wohnen , werde dort arbeiten , und mich meiner Arbeit freuen . « » Witiko ist ein Mann « , schrie die alte Susanna . » Witiko ist ein Mann « , riefen mehrere Mädchen . » Ja , er ist es « , rief ein alter Bauer , » aber mischt euch nicht ein . « » Witiko , ich bringe dir den Bundestrunk « , sagte ein Mann , der eine Lammshaube und einen Lammspelz hatte . Er reichte Witiko seinen Krug hin . » Ich nehme den Trunk an « , sagte Witiko . Er faßte den Krug , und trank ein wenig daraus . » Witiko , ich bringe dir den Trunk « , sagte ein anderer . Witiko tat wieder Bescheid . » Ich bringe dir den Trunk , Witiko « , riefen mehrere . Und so riefen endlich alle . Witiko faßte den Krug eines jeden , und nippte daraus . Jetzt trat Raimund in die Stube