der Stil abgesprochen worden sei , was möglich , mir aber ganz neu ist . 34 Gegenüber den Bildnissen der Generale befinden sich die Porträts der drei letzten Direktoren : Thormeyer , Starke , Schwartz . 35 Herr von Rohr auf Trieplatz , der herrschenden Ansicht sich anschließend , daß dieser » Kommandostab « keine Waffe gewesen sei , schreibt mir darüber , wie zugleich auch über die Art der Auffindung , das Folgende : Die Talränder der Dosse treten an mehreren Stellen bedeutend zurück , wodurch Niederungen , Brüche gebildet werden . Diese , früher mit Espen , Elsen und Gestrüpp dicht bewachsen , dienten in Kriegszeiten als Schlupfwinkel . In den vierziger Jahren , nachdem ich zehn Jahre vorher das Gut übernommen hatte , begann ich damit , in dieser Niederung nach Torf graben zu lassen . Bei dieser Gelegenheit fanden meine Arbeiter , 6 bis 8 Fuß tief , im schönsten Torf , zwei bronzene Streitäxte , zwei Armspangen von demselben Metall , 10 bis 20 Ellen Kupferdraht , vermoderte Baumstämme und Geweihe . Nach der Tiefe der Lage in dem vollkommen reinen Torf zu schließen , müssen diese Gegenstände viele Jahrhunderte lang an dieser Stelle gelegen haben . Es scheint mir klar , daß die Streitäxte oder » Kommandostäbe « , wie man sie jetzt nennt , keine Waffen waren ; ihre relative Gebrechlichkeit spricht dagegen . Sie wurden vielleicht von den Liktoren mit den Rutenbündeln den Kohorten vorgetragen , oder wie jetzt von den Führern als Feldmarschallsstab gebraucht . Den römischen Ursprung halte ich für unzweifelhaft und die Auffindung hier spricht nicht dagegen . Die Römer selbst haben sie hier freilich nicht hergebracht , aber die Deutschen , entweder als Beute oder ( zurückkehrend aus römischem Kriegsdienst ) als Auszeichnung für das von ihnen Geleistete . Im Berliner Museum befinden sich noch einige solcher Kommandostäbe . 36 Es existiert noch ( siehe den 16. Band der Mecklenburgischen Jahrbücher ) ein ähnlicher , im Jahre 1843 zu Peckatel bei Schwerin und zwar in einem Kegelgrabe gefundener , ebenfalls aus Bronze gegossener Wagen . Dieser Wagen hat indessen zweimal zwei Räder und einen derartig geformten Langbaum zwischen den zwei Achsen der Vorder- und Hinterräder , daß man sieht , die Bestimmung des Wagens ging dahin , irgend etwas , vielleicht eine Bronzevase , zu tragen . Man darf also den im Zietenmuseum befindlichen Wagen insoweit als ein Unikum ansehen , als er sich von dem in Peckatel gefundenen , nach Form und vielleicht auch nach seiner Bestimmung unterscheidet . – Ein dritter , bei Waren in Mecklenburg ausgegrabener Bronzewagen , ist wieder verlorengegangen 37 Ein Aufsatz in den » Märkischen Forschungen « bezeichnet diesen Haken als uralt . Die Tiefe , darin er gefunden wurde , sowie drei steinere Streitäxte , die neben ihm lagen , scheinen ihn allerdings bis in eine früheste Zeit zurückzudatieren , dennoch unterhalte ich Zweifel dagegen und möchte ihn nicht früher setzen als die späte Wendenzeit . Ein neuerdings erschienenes Buch : Andree , Wendische Wanderstudien , Stuttgart 1874 , bestärkt mich in dieser Annahme . Es heißt darin S. 147 : » Der Deutsche arbeitete mit einem schweren Pfluge , der Slawe mit einem leichten Haken . « 38 Die Fahne des Regiments war blau mit dem weißen Johanniterkreuz , weißem Mittelschilde und blauem Legendenbande . Die Legende selbst , wie auf allen Friderizianischen Fahnen : pro gloria et patria . Das Johanniterkreuz in der Fahne des Regiments hatte darin seinen Grund , daß Prinz Ferdinand seit 1762 Herrenmeister des Johanniterordens war . Bis dahin führte das Regiment Markgraf Karl Nr. 19 das Johanniterkreuz in der Fahne . 39 Am hundertjährigen Gedächtnistage der Schlacht bei Liegnitz ist auf einem Höhenzuge in der Nähe des Dorfes Panthen – wie es heißt an eben der Stelle , wo sich der König während der Schlacht aufhielt – eine Erinnerungssäule errichtet worden . Sie ist von Granit , trägt zunächst einen Teller , auf diesem ein Kapitell in Form eines umgestülpten Topfes und auf dem Kapitell einen Adler von geringer Schönheit . Das Ganze mehr gut gewollt als gut getan . Die Inschrift lautet : » Zur Erinnerung an den 15. August 1760 . « Dorf Panthen liegt links in der Tiefe ; nach rechts hin ein Wäldchen , das schon in der Schlacht – wiewohl keiner der jetzt darin wachsenden Bäume bis 1760 zurückreicht – eine Rolle gespielt haben soll . In Entfernung einer Meile nach Osten zu zieht sich ein gegenübergelegener , die ganze Gegend beherrschender Höhenzug , auf ihm Schloß und Kirche von Walstatt , letztere ein prächtiger Rokokobau , weithin sichtbar und wie der Point de vue so zugleich auch die Hauptzierde der Umgebung von Liegnitz . 40 Die Kommandeure des Regiments seit 1778 waren die folgenden : 1778 Oberst von Kalkreuth , 1779 Oberst von Lange , 1784 Oberst von der Marwitz , 1788 Oberstleutnant von Hundt , 1789 Oberstleutnant von Koschitzky . Die beiden folgenden und zugleich letzten Kommandeure waren : von Tschammer und von Bömcken . Wir kommen im Text auf sie zurück . Von anderweiten Offiziersnamen aus dieser Epoche nennen wir : von Kospoth , von Thadden , Graf Schmettau , von Glöden , von Cocceji , von Seydlitz , von Byern , du Rosey , du Trossel , von Clausewitz ( der Militärschriftsteller ) . 41 Im Feldzuge von 1806 , über den wir weiter hin ausführlicher sprechen , wird sein Name oft erwähnt . Er kommandierte eine Brigade im Rüchelschen Korps , nahm aber , laut Order in Weimar zurückbleibend , an der Schlacht bei Jena nicht teil . Am 21. Oktober , als unsere geschlagene Armee sich in und um Magdeburg gesammelt hatte , wurde General von Tschammer mit Führung einer Division betraut . Diese Division marschierte in der Hohenloheschen Hauptkolonne und bestand aus : Brigade Böhmke : Grenadierbataillone Borcke , Dohna , Losthin , Gaudi , Osten , und aus Brigade Elsner : Grenadierbataillon Hahn , 1. Bat . Arnim , Regiment Hohenlohe , Regiment Braunschweig und Reste des Regiments Winning . Alle diese Truppen , neben anderen ( vgl. weiterhin ) kapitulierten eine Woche später bei Prenzlau . General von Tschammer hatte bis zuletzt sich Umsicht und Entschlossenheit gewahrt . 1800 oder 1801 , bei seiner Ernennung zum General , wurde er Chef des altmärkischen Regiments Nr. 27 , Garnison Stendal und Gardelegen , das nun Regiment von Tschammer hieß . Von Tschammer selbst starb 1809 als Kommandant des Berliner Invalidenbataillons . 42 Aller Wahrscheinlichkeit nach gehörte das Regiment Prinz Ferdinand um diese Zeit zu den Regimentern von » feinerem Ton und literarischen Allüren « . Dazu wirkte mit , daß ein königlicher Prinz der Chef und ein anderer der Nachbar des Regiments war . Prinz Ferdinand , wie schon an anderer Stelle hervorgehoben , bewohnte wenigstens zeitweise sein Ruppiner Palais , und Prinz Heinrich zog die Offiziere des Regiments mannigfach in seinen Rheinsberger Kreis . Namentlich das letztere hatte großen Einfluß , denn Prinz Heinrich , wenn ' s ihm paßte , liberalisierte auch . 43 Der alte berühmte Prinz Heinrich , der in Rheinsberg lebte , war bereits 1802 gestorben . Von den Brüdern des großen Königs lebte nur noch der jüngste : Prinz Ferdinand , der Chef unseres Regiments . Oberst Prinz Heinrich , von dem wir oben im Text berichten , war ein jüngerer Bruder Friedrich Wilhelms III. und verbrachte nach Beendigung der Napoleonischen Kriege den größten Teil seines Lebens in Italien . Er starb zu Rom 1846 . – Der weiterhin genannte Prinz August war ein Sohn des Prinzen Ferdinand und Bruder des bei Saalfeld gebliebenen Prinzen Louis Ferdinand . Prinz August , der 1813 im Kleistschen Korps eine Brigade führte , wurde später der Reorganisator der preußischen Artillerie . 44 Die beiden Grenadierkompanien des Regiments nahmen ihre Richtung auf Erfurt . Dort haben sie wahrscheinlich am 16. Oktober schon mitkapituliert . 45 Bei diesem Vorbrechen unserer beiden Bataillone litten dieselben außerordentlich durch Gewehrfeuer , das sie von links her empfingen . Am Fuße des Abhangs , hart an der wütenden Neiße und durch Buschwerk dem Blicke nahezu entzogen , steckten feindliche Tirailleurs . Gegen diese warf sich aus eigenem Antriebe Leutnant von Gaza mit dem 4. und 5. Zuge seines 3. Bataillons , vertrieb sie und setzte sich seinerseits in den Büschen fest . Hier befand er sich nun , mehr auf ebendem Terrain , auf dem eine Stunde später die Reiterschlacht hin und her wogte . Erst von preußischer Kavallerie niedergeritten , sah er sich plötzlich mit seinen Leuten unter den Säbeln siegreich vordringender französischer Husaren . Er suchte die Hiebe zu parieren , bis endlich ein derberer Hieb , der durch die Kette und den Adler des Tschakos ging , ihm diesen vom Kopfe schlug . Drei Hiebe auf den Kopf und einer in den Arm folgten augenblicklich . Leutnant von Gaza mußte sich gefangen geben und bald darauf sehen , wie die Franzosen , in deren Händen er war , mehrere Gefangene mit Pistolen , die sie des Regens wegen bisher unter dem Dolman verborgen hatten , niederschossen . Schon glaubte er diesem Schicksale glücklich entgangen zu sein , als plötzlich ein einzelner zurückgebliebener Husar zu Fuß auf ihn zulief , und in gebrochenem Deutsch fluchend , ihn mit der Pistole durch den Hals schoß . Leutnant von Gaza fiel wie tot nieder , kam aber wieder zu sich , als beim allgemeinen Vorrücken preußische Kameraden ihn an dieser Stelle fanden . Die Schußwunde durch den Hals war in fünf Wochen heil , die Hiebwunden dagegen waren noch offen , als Leutnant von Gaza am 1. Dezember mit Ersatzmannschaften , von Breslau aus , der Armee folgte . 46 Diese vier Beschreibungen sind : 1. der ziemlich detaillierte Text zum Schlachtenatlas . 2. Eine Beschreibung , die auf dem Schlachtfelde verkauft wird ( natürlich Abdruck irgendeiner offiziellen Relation ) . 3. Droysens Schilderung im » Leben Yorks « und 4. Zychlinskis Schilderung in Geschichte des 24. Infanterieregiments . 47 Die Johnstons sind Schotten . Es mag dabei die Bemerkung Platz finden , daß wir eine verhältnismäßig große Zahl berühmter schottischer Namen in unserem Offizierkorps hatten und haben . Obenan steht Feldmarschall Keith . Zur Zeit befinden sich acht Douglas , sechs Gordons , sechs Johnstons , vier Winsloes , drei Macleans und außerdem verschiedene Leslies und Hamiltons , auch Campbell , Bothwell und Buttler in der Armee . Wahrscheinlich ist die Reihe der schottischen Namen hiermit nicht erschöpft . 48 Um diese Zeit fanden innerhalb des Yorkschen Korps überhaupt Neuformationen statt , die großenteils durch die voraufgegangenen schweren Verluste bedingt waren . Auch die 8. Brigade , und innerhalb derselben unser Regiment , wurde von diesem Wechsel der Dinge betroffen . Unser 1. Bataillon , mit dem Füsilierbataillon des Brandenburgischen Infanterieregiments kombiniert , kam unter dem Befehl des Majors von Borcke , das 2. und 3. Bataillon ( ebenfalls kombiniert ) unter das Kommando des Majors von Blücher . Wir begegnen deshalb in der Folge , und zwar bis zur Einnahme von Paris am 30. März 1814 , immer nur den Bezeichnungen : Bataillon von Borcke und Bataillon von Blücher . Von den vier Stabsoffizieren , die das Regiment bei seiner Gründung ( vergl . S. 209 ) gehabt hatte , waren zwei tot , zwei schwer verwundet : Major von der Goltz an der Katzbach , Major von Zepelin bei Hochkirch ( 4. September ) gefallen ; Major von Laurens bei Möckern , Major von Herrmann beim Rheinübergang durch Sturz vom Pferde blessiert . 49 Bei dem Zurückgehen des Bataillons war Unteroffizier Saame , ein ausgezeichneter Soldat , schwer verwundet liegen geblieben . Man meldete dem Hauptmann von Rathenow , der ihn ganz besonders schätzte , Saame habe nach seinem Kapitän gerufen und hinzugesetzt : der werde schon sorgen , daß er nicht in Feindes Hand falle oder verblute . » Freiwillige vor ! « rief Rathenow . Keiner meldete sich . Da eilte Rathenow selbst auf den Kampfplatz zurück , alsbald gefolgt vom Hauptmann von Bismarck . Sie fanden den sterbenden Kameraden und trugen ihn nach Le Rouvray zurück . Jetzt vermißte Bismarck seinen Säbel , den er zwischen den Toten hatte liegen lassen . Das ging nicht ; also nochmals zurück . Mit einer leichten Schußwunde kam er davon ; seinen Säbel hatte er wieder . 50 So verhältnismäßig gering die Verluste des Regiments an diesem Entscheidungstage waren , so groß waren sie in den kleineren , jetzt halbvergessenen Kämpfen , die noch folgten . Am 29. Juni traf man in der Nähe von Paris ein ; am 2. Juli hatten unsere Musketierbataillone die Gefechte bei Sèvres und Issy . Dieselben kosteten uns 9 Offiziere und 322 Mann , jedes dieser Gefechte mehr , als Waterloo gefordert hatte . 51 Oberstleutnant Schrötter ward auf dem Iserlohner Kirchhof beigesetzt . In der Garnisonkirche zu Prenzlau ist ihm seitens der Kreisstände der Uckermark eine marmorne Gedächtnistafel errichtet worden . Für sein brillantes Verhalten in Dresden war ihm ein Regiment zugedacht ; die Ernennung , als sie in Iserlohn eintraf , fand ihn bereits tot . 52 Das Gefecht bei Kuppenheim stand eine Zeitlang nicht allzu günstig für uns . Die badenschen Truppen , auch einige Freischärlerabteilungen , schlugen sich gut , dazu war Mieroslawskis Begabung unzweifelhaft . Unsere neunundvierziger Kriegführung ist überhaupt mannigfach getadelt worden und vielleicht nicht ganz mit Unrecht . Aber die Schwierigkeiten waren groß , und über alles genialisch Feldherrliche hinaus wurden die Gemüter damals von der Frage beherrscht : » Wie nah sind wir den badisch-militärischen Zuständen , oder wie weitab von ihnen ? « Die Treue bedeutete alles , die Strategie wenig . Das will erwogen sein . 53 Ausführlicheres über die Vierundzwanziger bei Vionville und Le Mans gibt 1. das Generalstabswerk , 2. von der Goltz Kämpfe der 2. Armee vor Le Mans und 3. Woermann und Becher Fortsetzung der Geschichte des Infanterie-Regiments Nr. 24. 54 Im Widerspruch hiermit steht allerdings , daß Prinz Heinrich im Jahre 1745 seine Mutter , die verwitwete Königin Sophie Dorothea , hier in Rheinsberg empfing . Pöllnitz gibt davon eine sehr eingehende Beschreibung . Vielleicht aber hatte sich der Prinz eigens und auf kurze Zeit nur nach Rheinsberg begeben , um seine Mutter daselbst empfangen zu können . 55 Der Kopf des Prinzen auf diesem Bilde ist Porträt . Es existieren im Ruppinschen außerdem noch vier Bildnisse des Prinzen Heinrich : 1. Im Besitz der Frau von Kaphengst in Ruppin . Von Pesne gemalt . 2. Im Besitz des Grafen Zieten-Schwerin auf Wustrau . Von Frau Teerbusch . 3. Im Besitz des Herrn Gentz in Ruppin . Ein Pastellbild ( befindet sich im » Tempel « ) . 4. Eine Büste ; ebendaselbst . Ein anderes sehr gutes Bild des Prinzen – mit Tigerfellaufschlägen an der Uniform und einer Terreinkarte von Freiberg auf dem nebenstehenden Tisch – befindet sich im Schloß zu Tamsel . 56 Die Geschichte Winterfeldts , speziell mit Rücksicht auf den hier in Rede stehenden Punkt , muß erst noch geschrieben werden . So viel wird sich aber schon heute sagen lassen dürfen , daß die tiefe Abneigung , die , gemeinschaftlich mit einigen Generalen , die königlichen Prinzen gegen v. W. unterhielten , eine vollkommen berechtigte war . Aber die Schuld trifft den König , nicht Winterfeldt . Hätte sich der König entschließen können , diesem seinen Vertrauensmanne bei bestimmten Gelegenheiten eine großes Kommando zu geben , so würde Winterfeldt in dieser seiner Kommandostelle das Recht gehabt haben , zu recherchieren und inspizieren , zu tadeln , zu strafen und zu verklagen . Aber ein solches höheres Kommando ward ihm nie gegeben , er kam immer nur , » um im höchsten Auftrage nachzusehen und zu berichtigen « , und das mußte notwendig zu bitterster Feindschaft aller davon Betroffenen führen . 57 » Die Bibliothek des Prinzen « , schreibt Heinrich von Bülow , » war sehr ansehnlich . Er besaß auch ein Exemplar der Bibel , aber er las nur darin , wie man sich in einem Prozeß um die Akten der Gegenpartei kümmert . « 58 Die alte , äußerlich sehr unscheinbare Kirche zu Meseberg ist in ihrer Art nicht minder interessant als das Schloß . Grabsteine der Gröbens liegen im Kirchenschiff , und Denkmäler der verschiedensten Art , aber alle der eben genannten Familie zugehörig , zieren die Wände hinter und neben dem Altar . Rechts hängt ein großes , auch um seines künstlerischen Gehaltes willen sehr bemerkenswertes Familienbild aus dem Jahre 1588 , von dem ich vermuten möchte , daß es von einem Schüler des Lucas Cranach herrühre , wenigstens erinnert vieles an diesen Meister . Das Bild ist sehr groß , etwa 12 bis 14 Fuß lang und 10 Fuß hoch und stellt Ludwig von der Gröben und seine Gemahlin ( eine geborene Anna von Oppen ) samt ihren siebzehn Kindern dar , dreizehn Knaben links und vier Mädchen rechts . Einige Köpfe sind höchst ansprechend . Eltern und Kinder knien in einer Art Kirchenhalle und über ihnen , wie Schildereien , die in dieser Halle aufgehängt wurden , befinden sich die Darstellungen des Sündenfalls und der Auferstehung . Ein Anbau der Kirche zu Meseberg enthält das Grabgewölbe des obengenannten Grafen Hermann von Wartensleben . Er , seine Frau und zwei Kinder sind darin beigesetzt . Graf von Wartensleben war Oberst über ein Regiment zu Pferde und starb 1764 oder 1765 . Seine Erben besaßen das Gut bis 1774 . Ein ebensolches Bild , nur in Kleinigkeiten abweichend , befindet sich in der Kirche zu Kossenblatt . Ich hielt dies Kossenblatter Bild anfänglich für eine Kopie des Meseberger , schließe mich aber nachträglich der Ansicht des mit allen einschlägigen Verhältnissen sehr vertrauten Generals von Barfus an , der mir darüber schrieb : » Ich muß meinerseits das Bild in der Kirche zu Kossenblatt nach wie vor für das Original halten . Es stellt vor : George von Oppen , Kurbrandenburgischen Oberkämmerer , und seine Gemahlin , eine geborene von Maltitz , dazu die Kinder beider . Unter den Töchtern befand sich Katharina von Oppen , später die Gattin Ditlofs von Barfus auf Möglin und Reichenow , des berühmten Reiterobersten und Großvaters des Feldmarschalls Johann Albrecht von Barfus . Eine andere Tochter vermählte sich mit Herrn von der Gröben auf Meseberg , welcher letzterer das Kossenblatter Familienbild aus Pietät gegen seinen Schwiegervater kopieren ließ . « 59 Die Adjutanten des Prinzen Heinrich , soweit ich es in Erfahrung bringen konnte , waren seit Beginn des Siebenjährigen Krieges die folgenden : Graf Henkel ( 1757 und 1758 ) ; Graf Kalkreuth in der zweiten Hälfte des Krieges ; nach dem Kriege : Kaphengst , Tauenzien , La Roche-Aymon . 60 Kirchner hebt auf Seite 30 seines obengenannten Buches hervor , daß ein Teil dieser Bronzen sehr wahrscheinlich von Künstlern und Handwerksmeistern herrühre , die , ursprünglich griechisch oder römisch , sich in Deutschland niedergelassen hatten . Dies hat viel für sich . Dergleichen geschah zu allen Zeiten , in alten und neuen . Anfang des vorigen Jahrhunderts kam Antoine Pesne von Paris nach Potsdam und begann die Schlösser mit ausgezeichneten Bildern zu füllen . Nichtsdestoweniger würde es grundfalsch sein , den Kunst- und Kulturgrad des damaligen Preußens nach Pesne bemessen zu wollen . Alles was er schuf , war , trotz der leiblichen Anwesenheit des Meisters in unserem Lande , doch immer nur eine importierte Kunst . Unserer wirklichen Kunststufe entsprach damals Leygebe , der Riesengrenadiere und Jagdhunde malte . 61 Die » Doctors « , die hier tätig waren , waren drei an der Zahl : zunächst Dr. Feldmann aus Ruppin , dann Cothenius , der Leibarzt des Königs , schließlich Geh . Rat Dr. Mutzel aus Berlin . 62 Diese Jahreszahl ist wahrscheinlich die richtige . Zwar wird im allgemeinen das Erscheinen der Schweden ( die am 15. Juli 1630 auf dem Ruden in Pommern gelandet waren ) in der Kur- und Mittelmark erst in den Sommer 1631 also ein Jahr später gesetzt , die Spezialgeschichte der Grafschaft Ruppin spricht aber mit aller Bestimmtheit » von 2000 Mann schwedischer Kavallerie die sich , nebst einem ansehnlichen Korps Infanterie , im August 1630 des Ruppiner Landes bemächtigt hätten . « In voller Übereinstimmung damit fügen die handschriftlichen Notizen über unseren Albrecht Christoph hinzu , » daß sich die schwedischen Truppen während der Wintermonate wieder nach Pommern hin zurückzogen . « Das Widersprechende der Angaben erklärt sich vielleicht so , daß Ruppin und Uckermark damals noch eine Art Grenzlandcharakter hatten und nicht voll und ganz zur eigentlichen Mark gehörig angesehen wurden . Namentlich Ruppin war noch mehr oder weniger ein Land für sich . 63 Die Reiterregimenter , die in dieser Schlacht brandenburgischerseits mitfochten , waren folgende : 1. Die Trabantengarde unter Oberstleutnant Wilmersdorf , 2. Leibregiment unter dem Obersten von Canitz , 3. Regiment des Feldmarschalls Grafen Waldeck , 4. Fürst von Croys Regiment , 5. Regiment des Generals Derfflinger , 6. Regiment des Oberst von Pfuel , 7. Regiment des Generals von Kannenberg , 8. Regiment des Generalmajors von Görtzke , 9. Regiment des Oberst von Sparr , 10. Regiment des Oberst Goseff , 11. Oberst Wallenrodts Regiment und 12. Regiment des Oberst von Quast . Jedes Regiment war 6 Kompanien zu 110 Pferde stark . 64 Kurfürst Friedrich Wilhelm , damals achtunddreißig Jahre alt , hatte 16000 Mann Brandenburger bei Wittstock zusammengezogen ; – von der Artillerie 38 Geschütze . Die einzelnen Abteilungen des Heeres wurden von Otto Christoph von Sparr , Derfflinger , Hans Jürgen von Anhalt-Dessau ( Vater des alten Dessauers ) , Joachim Rüdiger von der Goltze , Georg Adam von Pfuel und Albrecht Christoph von Quast befehligt . Aus welchen Regimentern diese Truppen bestanden , läßt sich leider nicht mit Bestimmtheit sagen . Es gab überhaupt damals keine Regimenter in unserem Sinne . Es gab Festungsgarnisonen aus diesen Garnisonen wurden einzelne Kompanien genommen , andere Kompanien aus anderen Garnisonen hinzugetan , und auf diese Weise Regimenter gebildet , die nun den Namen ihres jeweiligen Führers annahmen . So konnte es kommen , daß dieselben zwei Kompanien , die in einem Jahre im Regiment Quast oder Pfuel gefochten hatten , im nächsten Jahre zum Regiment Dessau oder Dohna gehörten . – Zu den 16000 Brandenburgern stießen 11000 Kaiserliche unter Montecuculi und 5000 Polen unter General Zarnecki , die sich aber schließlich als bloße Plünderbande erwiesen . Im ganzen 32000 Mann . Dänische Abteilungen erschienen erst im Laufe des Krieges . 65 Dieser Schlachtenatlas ( kein gedrucktes , sondern ein mit Wasserfarben und Frakturschrift sauber ausgeführtes Werk ) führt den Titel : » Ein Buch aller der führnehmsten Bataillen und Campementen , so in diesem Säculo und zwar von 1620 bis 1693 von Jahren zu Jahren seind gehalten worden . « Das neununddreißigste Blatt enthält die Aufstellung beider Armeen in der Schlacht bei Nyborg . Halte ich alles zusammen , was ich in Pufendorf , Orlich und in zwei Aufsätzen von Professor Dr. Stuhr ( Allgemeines Archiv für die Geschichtskunde des Preußischen Staats . Berlin , Mittler . 1831 ) und von Hofrat L. Schneider ( Soldatenfreund . Septemberheft 1864 ) gelesen habe , so komm ich immer wieder zu der Ansicht , daß der alte Schlachtenatlas wahrscheinlich mehr recht hat als irgendeine andere Beschreibung . Unter den verschiedenen Punkten , worin derselbe von den Angaben der Historiker abweicht , ist der eine für uns von Belang , wonach Generalmajor von Quast – wie oben im Text des näheren angeführt werden wird – auf dem rechten Flügel keine brandenburgischen , sondern kaiserliche Reiterregimenter , Dänen und Polen , unter seinem Kommando hatte . Der Atlas gibt die Namen der Regimenter genau an , und dies Vertrautsein mit den Details spricht dafür , daß der Verfasser überhaupt Bescheid wußte . Das » so in diesem Säculo « scheint darauf hinzudeuten , daß der Atlas noch vor 1700 angefertigt wurde . Dem entspricht auch das Gesamtansehen . Das interessante Werk ist jetzt Eigentum des Geh . Rat von Quast auf Radensleben . Er empfing es im März 1864 als ein Andenken von dem mittlerweile verstorbenen Oberstleutnant Kindt , einem Schleswig-Holsteiner . Dieser hatte es auf einer Auktion erstanden und vermutete , daß es von einem General Wolf ( seinerzeit in dänischem Dienst ) verfaßt bzw. gezeichnet worden sei . 66 Neben dem mächtigen Zinnsarge des Generalfeldwachtmeisters steht ein etwas kleinerer , im übrigen mit ziemlich denselben Emblemen reich verzierter Kupfersarg , in dem Otto Gottfried von Quast , ein Neffe des Generals , begraben liegt . Er fiel bei Fehrbellin . Die Inschrift des Sarges lautet : » Hier ruhet der hochedelgeborene Herr , Herr Otto Gottfried von Quast , churfürstlich brandenburgischer , unter des Herrn General Lüdekens Regiment bestallter Adjutant , auf Garz und Küdow Erbherr , geb . Anno 1656 am 23. März ; in dem mir der schwedischen Armee bei Fehrbellin am 18. Juni 1675 , gehaltenen Treffen tödtlich verwundet und am 22. ejusd . allhier in Spandau selig verstorben . « Auch dieser Sarg ward ursprünglich in der Nikolaikirche zu Spandau beigesetzt . Daher das » allhier in Spandau « 67 Von Rathenow stand 1732 und die folgenden Jahre als Leutnant beim Kronprinzlichen Regiment in Neu-Ruppin und war einer aus dem näheren Umgangskreise des Prinzen . Überhaupt werden wir im Verlauf des Aufsatzes sehen , daß der König überall alte Bekanntschaften erneuert und die fast ein halbes Jahrhundert zurückliegenden Ruppiner Tage wieder lebendig werden fühlt . 68 Bechlin liegt nur eine Viertelmeile von Ruppin und war oft der Schauplatz der ausgelassenen Späße , die zur » kronprinzlichen Zeit « beim Regiment im Schwange waren . – Ein noch bevorzugterer Ort war das unmittelbar vorher genannte Tramnitz ( vergl . weiterhin das gleichnamige Kapitel ) . 69 » Von hier an « , so bemerkt Fromme , » sprach der König meist mit dem Amtsrath Klausius und ich ( Fromme ) schreibe nur , was ich selbst noch 50 nebenbei gehört habe . « 70 Die Dame , die hier in so gewinnender Weise angeredet wird , war seine zweite Gemahlin , eine geborene Prinzessin von Kurland , mit der er sich , nach dem 1669 erfolgten Tode der Gräfin Brahe , im Jahre 1672 vermählt hatte . Diese zweite Gemahlin starb 1690 . Er vermählte sich dann 1692 zum dritten Mal und zwar mit Gräfin Sibylle von Leiningen . Diese überlebte ihn . 71 Der » Feldherr « , von dem der Brief hier spricht , war Karl Gustav Wrangel , der berühmte Wrangel aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges ; sein weiterhin in diesem Schreiben erwähnter jüngerer Bruder , der bei Fehrbellin kommandierte , war General Waldemar Wrangel . ( » Henning « , von dem der Brief spricht , ist natürlich Oberst Henning von Treffenfeld und » Lüttique « General Lüdicke . ) 72 Dies Gedicht , aus dem wir auch noch weiterhin einige Strophen zitieren werden , ist bei allem Steifen und Prosaischen , das dem Alexandriner , und speziell den Alexandrinern eines Hofpoeten anhaftet , doch merkwürdig gut und hat Stellen – wenn auch nicht gerade die im Text zunächst folgende – um die mancher moderne Poet den Herrn von Besser beneiden könnte . 73 An solchen Stellen ist das Bessersche Gedicht reich , indem es den biographisch-erzählenden Teil beständig mit Urteilen begleitet , die , wenn auch panegyrisch und höfisch , nichtsdestoweniger den Eindruck des Überzeugungsvollen machen . Einige dieser Sentenzen , wie ich nur wiederholen kann , sind nicht ohne Feinheit . So beispielsweise : Du bist den Ketten gleich in wohlbestellten Uhren , Durch die , von innen her , die Feder Alles treibt , Man sieht nicht ihren Gang , doch zeigen ihre Spuren , Daß jedes Rad durch sie in seiner Ordnung bleibt . Und an anderer Stelle : Und hierzu seh ' n wir noch Dein emsiges Bemühen , Den Mut und den Bestand , den keine Not bewegt , Dein Kranich ist ein Bild deß was Du kannst vollziehen , Der stehend einen Stein in Deinem Wappen trägt . 74 Das Altarblatt der Wusterhausener Kirche ist ein Bild aus verhältnismäßig neuerer Zeit ( etwa 1770 ) und rührt von Bernhard Rode her , den man in so vielen unserer märkischen Kirchen , namentlich in der Berliner Marien- und noch besser in der Garnisonkirche studieren kann . Dies große Wusterhausener Blatt stellt die Begegnung Christi mit Thomas dar , der , nachdem er seine Finger in die Nägelmale gelegt , in die Worte ausbricht » Mein Herr und mein Gott . « – Bernhard Rode war ein sogenannter Schnellmacher und die Mängel aller seiner Arbeiten sind evident , in einem aber grenzt er an die wirklichen Meister : er besaß eine völlig selbständige Vortragsweise , so charakteristisch , daß es selbst dem Laien leicht wird , seine Bilder auf zwanzig Schritt als Rodesche Bilder zu erkennen . 75 Die Stadt Abensberg , nach der sich die Grafen von Abensberg nannten , liegt in Niederbayern und zeigt auf ihrer epheuumrankten Ringmauer noch einige jener vierzig Türme , von denen , der Sage nach , acht viereckige Türme zur Erinnerung an die acht Töchter und zweiunddreißig Rundtürme zur Erinnerung an die zweiunddreißig Söhne des Grafen erbaut wurden . So viel über die Ringmauer . In der Kirche zu Abensberg existiert noch das Bild , das das Erscheinen des alten Grafen mit seinen zweiunddreißig Söhnen vor dem Kaiser darstellt . Von diesem interessanten Gemälde befinden sich zwei Kopien in der Mark , die eine im Schloß Meyenburg ( Priegnitz ) bei dem Senior der Familie von Rohr , die andere in Wolletz ( Uckermark ) bei dem Landschaftsrat Theobald von Rohr . ( Letzterer besitzt auch eine Kopie des Altarbildes im Kloster Rohr , von dem ich weiter oben im Text erzähle . ) 76 Im Schloßpark zu Brunn , unter dunklen Tannen und fast am Rande eines stillen Weihers , erhebt sich ein schönes , von Drakes Hand herrührendes Monument , das dem Obersten von Romberg und seinem