pflagen zu wicken und daraus zu weissagen und zukhünfftige Dinck erfharen und daraus die Edelen pflagen zu hohen Festen zu trinken ; auch große Urochßenhörner in silber gefaßt und Trommeten zum Kriege , schwerter und dolche und ander köstlich Zeug und Geräte , das hübsch und kunstreich von Arbeit und zu der Götzen geschmuck bescheret war ... Und der Götze Triglaff war von Golde und hatte drei Köpfe , davon er auch so genennet ist worden , denn triglafi auf wendisch heißen drei köpfe , damit sie haben bedeuten wollen , daß er ein Gott were über himmel , erde und helle . Den nahm Sant Otto mit sich wegk , und schickte ihn dem Papst Honorio zu einem triumpff und zu einer Anzeigung der Pommern Bekehrung . Thomas Kantzow , Pomerania oder Ursprunck , Altheit und Geschicht der Völcker und Lande Pommern , Cassuben , Wenden , Stettin , Rhügen ( ed . Kosegarten ) , p. 107 . 174 ... fatuitatis monstrum ubi sentiunt , omnes illi risibiles parcunt . Ekkeh . casus S. Gall . , c. 3. 175 ... nam cum quidam illorum ascia vibrata unum retinaculorum succideret , Heribaldus inter eos jam domestice versatus » Sine inquit , vir bone , quid vis vero , ut nos , postquam abieritis , bibamus ? « Ekkeh . 1. cit . 176 S. Ekkehards Erzählung bei Pertz , Mon . II , 104 . 177 Postquam vero mero incaluerant , horridissime diis suis omnes vociferabant ... 1. c. Das Lied mag sich auf Attilas Abenteuer mit der Prinzessin Honoria , Schwester des Kaiser Valentinian , beziehen , die aus Rache dafür , daß sie wegen unstandesgemäßer Neigung zu ihrem Kämmerer Eugenius ins Kloster gesteckt worden , den Barbarenmonarchen durch Übersendung eines Ringes anflehte , sie als seine Verlobte und Gattin heimzuführen . S. Gibbon , Geschichte des röm . Weltreichs , cap . 35. 178 ... et effusa laetitia saltant coram principibus . Ekkeh . IV , 1. cit . 179 Cambutta , scottica vox , baculum significans . Nach dem Tode des heiligen Columban wurde dem heiligen Gallus dessen Cambutta als Andenken überbracht . S. vita Sancti Galli bei Pertz , Mon . II , 14 , und J.v. Arx , Anmerkung . Man irrt wohl schwerlich , wenn man sich eine solche Cambutta weniger elegant denn keulenartig denkt , da schon vom gewöhnlichen Spazierstock der Zeitgenossen Karl des Großen eine wahrhaft schreckbare Beschreibung überliefert ist ... baculus de arbore malo , nodis paribus admirabilis , rigidus et terribilis ! Monachus San Gallensis I , 34 bei Pertz , Mon . II , 747 . 180 ... ubicunque autem hae reliquiae fuerint , illic pax et augmentum et lenitas aëris semper erit . Annales San Gallens . major bei Pertz , Mon . I , 71. 181 Offenbarung Johannis 20 , 7. Allgemein hielt man den Gog und Magog der Schrift in den Ungarn verkörpert und sah in ihnen die Vorläufer des Weltendes ; die Frage wurde ernsthafter theologischer Prüfung unterzogen . S. Gibbon , Geschichte des röm . Weltreichs , cap . 55 II. 182 Die Ehre des ersten Angriffs im deutschen Reichsheer galt für ein von alters her den Schwaben zustehendes Vorrecht . Nach dem Schwabenspiegel verleiht Karl der Große : swa man umbe des riches not striten solte , da sulen die swabe vor allen sprachen striten . Landrecht , § 32. - Eine Reihe anderer Stellen aus Geschichtschreibern und Dichtern desselben Inhalts s. bei Stälin , Wirtemberg . Geschichte I , 393 . 183 Waffen , Feindio ! der alte clamor ad arma , Alarm , Waffenschrei . S. Grimm , Rechtsaltertümer , p. 876 . Gleiche Sprachbildung - Verstärkung des Substantivs durch einen angehängten Ausruf - liegt den Hilferufen Mordio , Feurio ! usw. zugrund . 184 » Ich selbst « , sprach Attila vor Beginn der Schlacht in den Katalaunischen Feldern zu seinen Kriegern , » werde den ersten Wurfspieß schleudern , und der Elende , der sich weigert , das Beispiel seines Fürsten nachzuahmen , ist unvermeidlichem Tode verfallen ! « S. Gibbon , a.a.O. , cap . 35 ( 7 ) . 185 Noch im sechzehnten Jahrhundert bewahrten die deutschen Landsknechte die Sitte , sich rücklings Erde übers Haupt zu streuen , ehe sie ins Wogen des Treffens rückten . So der tapfere Georg von Frundsberg vor der Schlacht von Pavia . 186 Wir können uns nicht enthalten , den einfach großartigen Text des Notkerischen Liedes media vita mitzuteilen , so wie ihn J.v. Arx seinen Geschichten des Kantons St. Gallen I , p. 95 einverleibt hat . » Media vita in morte sumus , quem quaerimus adjutorem , nisi te domine , qui pro peccatis nostris juste irasceris . V. In te speraverunt patres nostri , speraverunt et liberasti eos . R. Sancte deus . V. Ad te clamaverunt patres nostri , clamaverunt et non sunt confusi . R. Sancte fortis . V. Ne despicias nos in tempore senectutis , cum defecerit virtus nostra , ne derelinquas nos . R. Sancte et misericors salvator , amarae morti ne tradas nos . « Es fand so großen Anklang im Gemüt frommer Streiter , daß eine Synode zu Köln sich gemüßigt sah anzuordnen , niemand solle ohne seines Bischofs Erlaubnis gegen irgendeinen Menschen das media vita singen . In das evangelische Kirchenlied ging es über durch Luthers Übersetzung : » Mitten wir im Leben sind von dem Tod umfangen etc. « 187 ... haud mora , bellum incipitur atque ex Christianorum parte sancta mirabilisque vox » kyrie « , ex eorum turpis et diabolica » hui , hui ! « frequenter auditur . Luitprand von Cremona de reb . imp . et regum lib . II , cap . 9. 188 Folchardi codex aureus ( Bibliothek zu St. Gallen ) , p. 39. 189 S. Bernhard Bader , Volkssagen aus dem Lande Baden , p. 34. 190 Den merkwürdigen Landhag , mit dem die Ungarn zu Karl des Großen Zeit ihre Grenzen gesperrt hatten , beschreibt nach Erzählung eines Augenzeugen der Mönch von St. Gallen , gesta Karoli lib . VI , cap . I bei Pertz , Mon . II , 748 . 191 ... iam mitius agendum inter Teutones ! 192 Nam et villani quidam preadocti ollas , prunas in proximo monte paratas habentes , tumultu audito faces accensas levabant , et ut discretionem sociorum et hostium nossent , quasi perlustrium fecerunt . Die anschauliche Darstellung dieses Überfalls des ungarischen Lagers im Fricktal durch Irminger , den Alten , mit seinen sechs Söhnen und ihrer Mannschaft gibt Ekkeh IV , casus S. Galli , cap . 3. bei Pertz , Mon . II , 110 . Im Schein der rings auf den Bergen flammenden Feuerzeichen stürmten ihre drei Heerhaufen in den sorglosen Feind . Wer nicht in keckem Schwimmen über den Rhein setzte , wurde erschlagen ; die Beutestücke der Schlacht weihte Irminger dem Münster des heiligen Fridolin zu Säckingen . Eine auf dem rechten Rheinufer gelagerte ungerische Schar zog sich auf die Nachricht dieser Niederlage ins Elsaß hinüber . 193 » Mir wird so kühl im Harnisch « , sprach der Fiedelmann , » Drum glaub ' ich , daß der Morgen ziehet schon heran , Ich spür ' es an der Kühle , es wird wohl balde Tag ... « Nibelungenlied , Avent . 31. 194 ... Es ist ein grausam ding zu sehen . Dieser fall heißt zu unsern Zeiten am Lauffen . Es wirt das Wasser so es oben herab fallt , zu eim gantzen schaum , es steubt über sich gleich wie weisser rauch . Do mag kein Schiff herab kommen , anderst es zerfiel zu stucken . Es mögen auch keine Fisch die Höhe dieses Felsen übersteigen , wann sie schon so lange krumme zeen hätten , wie das Mörthier Rosmarus oder Mors genannt . Sebastian Münster . Cosmographey . 1574 . S. 551 . 195 Sahspach , Hadewigae beneficii villa . S. Ekkeh . IV , casus S. Galli , c. 10. bei Pertz , Mon . II , 135 . 196 Verfluchungen gegen etwaige Widersacher gehörten bei allen auf Vergabungen , Eigentumsübertragungen , Stiftungen etc. bezüglichen Urkunden zum Kanzleistil . Man war in den verschiedenen Formen von erfindungsreicher Mannigfaltigkeit . » Es fühle der Leib in den Jahren ihres Lebens den Vorschmack der unendlichen Höllenpein , wie Heliodor , welchen die Engel gestäupt , wie Antiochus , welchen die Würmer gefressen « , heißt es z.B. im Stiftungsbrief des Klosters Peterlingen . » Wer mit böswilligem Gemüt diese Schrift liest « , wird anderswo gewünscht , » möge zur Stelle erblinden ! « S. Joh . v. Müller , Geschichte der Schweiz I , 253 . Eine Zeit , die sich so umfangreich aufs Segnen verstand , mußte notwendig auch im Fluchen Erkleckliches leisten . 197 ... et multi illorum comprehensi sunt cum rege eorum nomine Pulszi et suspensi sunt in patibulis . Annales S. Galenses major . ad . ann . 955 bei Pertz , Mon . I , 79. 198 Qui dubitans minime , huic illam nubere posse . Ruodlieb fr . XVI , v. 15. 199 Mich macht ein kleines Hälmchen froh , Es sagt , mir solle Gnade kommen ; Ich maß dasselbe kleine Stroh , Wie ich ' s bei Kindern wahrgenommen . Nun höret all und merkt , ob sie es tu ' : Sie tut , tut ' s nicht , sie tut , tut ' s nicht , sie tut ! Wie oft ich maß , stets war das Ende gut . Herr Walter von der Vogelweide ( übersetzt bei Simrock , Altdeutsches Lesebuch 1854 , p. 208 ) . 200 ... corda hominum quos capiunt particulatim dividentes veluti pro remedio devorant . Regino Chronicon ad ann 889 bei Pertz , Mon . I , 600 . 201 ... Der ist sâlic der dri behûttet sîne gewate daz er nihet naccetne gange usw. Predigt , mitgeteilt von J.v. Arx aus einem Pergamentblatt des XI. Jahrhunderts und verbessert herausgegeben bei Hattemer , Denkmale etc. I , 326 . 202 S. Grimm , Rechtsaltertümer , p. 723 , s.v. Dachabdeckung . 203 Ungar baptizatus uxorem duxit , filios genuit . Ekkeh IV , casus S. Galli , c. 3. 204 Rüdiger Manesses Sammlung I , 87. 205 S. Grimm , Rechtsaltertümer , p. 726 , s.v. Prellen . 206 S. lex Ripuariorum , cap . 57. Der auf solche Weise Freigelassene hieß homo denariatus . 207 S. Ekkeh IV , casus S. Galli , cap . 10 bei Pertz , Mon . II , 135 . 208 Wiewohl wir nicht hoffen , daß einer der Leser sich versucht fühle , Gunzos pomphaftes Werk nachzuschlagen , sei doch der Ort angegeben , wo es zu finden . Es steht in der gelehrten Benediktiner Martène et Durand collectio veterum scriptor . et monumentor , Tom . I , 294 als Epistola Gunzonis ad Augienses fratres ; - ein geschichtlicher Beweis , daß auch vor Ehren-Götze und allen , die heutigentages auf den Pfaden gelehrter Injurie selbstgefällig lächelnd einherschreiten , tapfere Männer gelebt haben . Ähnliche Leistungen hat wohl Baronius im Auge gehabt , da er das zehnte Jahrhundert ein » bleiernes « nannte . Ein sachkundiges Urteil charakterisiert den Stil einiger Zeit- und Gesinnungsgenossen von Gunzo als ein Latein , » dessen Grundfarbe durch die gehäuften klassischen Floskeln und Schnörkel nicht verdeckt wird und in welchem sie nur fremde Gedanken zu wiederholen wissen , wenn es ihnen überhaupt um Gedanken zu tun ist . « S. Vogel , Ratherinus von Verona I , 161 . 209 Regula S. Benedicti , cap . 43 : de his qui ad mensam tarde occurunt . 210 Schon die Lebensbeschreibung des heiligen Gallus ( lib . II. cap . 34 bei Pertz , Mon . II. 29 ) erwähnt die Sitte , daß unvorsätzliche Mörder mit schweren Ketten , die oft aus dem eigenen Mordschwert geschmiedet wurden , oder mit eisernen Ringen um den Leib oder die Arme belastet , Wallfahrten tun mußten . S. auch Uhlands schönes Gedicht » Der Waller « . 211 Lex Burgundionum tit . XVIII , 1. 212 S. Vita S. Liobae bei Mabillon Acta Benedict . saec . 3 , pars 2 , 229 ( ed . Venet . 1734 ) . 213 ... plerosque autem vidimus et audivimus tanta dementia obrutos , tanta stultitia alienatos , ut credant et dicant , quandam esse regionem , quae dicatur Magonia , ex qua naves veniant in nubibus , in quibus fruges , quae grandinibus decidunt et tempestatibus pereunt , vehantur in eandem regionem , ipsis videlicet nautis aëreis dantibus pretia tempestariis et accipientibus frumenta vel ceteras fruges . Agobard . contra insulsam vulgi opinionem de grandine et tonitruis I , 146 ( ed Baluze ) . 214 Durch alle Völker geht der Glaube , daß im gebundenen feierlich gefaßten Wort eine zauberische Kraft verborgen ruhe , die zu Segen und Fluch gedeihlich verwendet werden möge . Von dem rätselhaften römisch-sabinischen Zauber gegen Verrenkung , den schon der alte Cato ( de re rustica 160 ) anführt , von den nordischen Runen , von den echten ehrwürdigen Merseburger Heilsprüchen bis auf das unverständliche Kauderwelsch , mit dem heutigestags , wenn just kein Arzt oder anzeigedrohender Ortsdiener in der Nähe ist , der ländliche Viehdoktor den suchtkranken Haushund oder das räudige Schaf beschwört : überall derselbe Grundgedanke von der Macht rhythmisch gebundener Rede . Man traute eben ehedem der Poesie Größeres und Praktischeres zu als jetzt . - Vieles an den Formeln ist sinnlos geworden , namentlich die geheimnisvollen Worte am Beginn und Ausgang . Sie haben einst , ihre Bedeutung gehabt ; imposanter wurden sie , wie manches andere , wohl von der Zeit an , wo man sie nicht mehr verstand . Wie feierlich klingt das » daries , dardaries , astaries , Disunapiter ! « mit dem Catos Verrenkungsspruch sich einleitet , wie rätselvoll das » alau , tahalaui , fugau ! « in dem lateinischen Spruch , der die verirrten Klosterschweine segnend zurückbeschwören soll ! ( Sanktgallische Handschrift 111 bei Hattemer , Denkmale etc. I , 410 ) S. überhaupt Grimm , Mythologie , cap . 38. 215 Lex Alamannorum tit . 45 , de rixis , quae saepe fieri solent in populo . 216 » Dem Schröter , den es mit Donner und Feuer in Bezug setzt , mag das deutsche Volk besondere Ehre angetan haben . « Grimm , Mythologie ( 3. Ausg . ) , p. 657 . S. auch p. 167 über die Bedeutung dieses und anderer Käfer . 217 Über die Einrichtung der Sendgerichte vgl. J.v. Arx , Geschichten des Kantons St. Gallen I , 257 . 218 Maiores locorum de quibus scriptum est , » quia servi , si non timent , tument « , scuta et arma polita gestare incoeperant ; tubas alio quam ceteri villani clanctu inflare didicerant , canes primo ad lepores , postremo etiam non ad lupos sed ad ursos et ad tuscos , ut quidam ait , minandos aluerant apros . Ekkeh IV , casus S. Galli , cap . 3. bei Pertz , Monum . II , 103 . 219 Per Hadewigae , ait , vitam ! sic enim iurare solebat ... Ekkeh IV , casus S. Galli , c. 10. 220 ich hoere ein sueze stimme in mînem huobet singen die hoere ich gerne klingen ... Der Weinschwelg , v. 268 u. ff. 221 Elpentrötsch , tölpentrötsch , trilpentrisch , hilpentritsch usw. , ein linkischer einfältiger Mensch , dem die Elbe ( Elfen ) etwas angetan haben . S. Grimm , Mythol . , 412 . 222 Der Kuckuck ist bekannt als der Orakelverkünder im frühlingsgrünen Walde . Viel merkwürdige Traditionen über ihn s. bei 25 Grimm , Mythologie , 640 u. ff. Eine sehr alte Sage erzählt , er sei ein verwünschter Bäcker oder Müllerknecht , der armen Leuten von ihrem Teig gestohlen , und trage darum fahles , mehlbestaubtes Gefieder . 223 S. das Ausführliche über die abergläubischen Vorstellungen bei Verfinsterung des Mondes , die nach Tacitus Annal . I , 28 schon die Gemüter der aufrührerischen pannonischen Legionen beunruhigten , bei Grimm a.a.O. , p. 668 . - Es ist ein bemerkenswerter Zug der germanischen Vorzeit , daß sie sogar dem Mond in seinen vermeinten Nöten durch Geschrei abzuhelfen bestrebt war . 224 dô huob er ûf unde tranc ein hundert slundigen trunc ; er sprach » daz machet mich junc « . Der Weinschwelg , v. 197 . 225 ... Salutem et profectum in doctrina ! Brief Meister Ruodperts von St. Gallen bei Wackernagel , Altdeutsches Lesebuch , p. 138 . 226 ... si fugae , inquit , copiam haberem , iuvenum optimi , profecto fugerem , nunc antem in vestris quia velim nolim sum manibus , mitius mecum quidem vos condecet agere . S. die ganze Schilderung von Rudimanns nächtlichem Einschleichen und Ertappung bei Ekkeh . IV , casus S. Galli , c. 10. Pertz , Mon . II , 124 . 227 Die damaligen Studien erstreckten sich auch auf die Sternkunde . In der sanktgallischen Handschrift Nr. 18 , p. 43 findet sich das Bild eines Mönches , der durch ein Fernrohr nach den Gestirnen schaut . Notker Labeo beschreibt ausführlich einen im Kloster aufgestellten Himmelsglobus . Die astronomischen Schriften der Alten , z.B. Aratus , kannte und las man . Vgl . J.v. Arx , Geschichten etc. I , 265 . 228 ... Antipodes nulla ratione credenti sunt , quia nec solitidas patitur , nec centrum terrae , sed neque hoc ulla historiae cognitione firmatum , sed hoc poetae quasi ratiocinando conjectant . Wörterbuch des Bischofs Salomo . 229 Diese berühmte Disputation beschreibt ausführlich der fränkische Mönch Richer im dritten Buch seiner Geschichten , Kap . 65. Der Kaiser gab Befehl , das gelehrte Turnier einzustellen , denn » der Tag war darüber beinah zu Ende gegangen und die Zuhörer von den vielen und langen Reden ermüdet « . 230 Die klösterliche Disziplin war bemüht , mit den mannigfachsten Akten des gewöhnlichen Lebens ein Gebet oder einen Hymnus zu verbinden . Die sanktgallische Handschrift 134 enthält eine Sammlung solcher Hymnen , z.B. Hymne beim ersten Hahnenruf ( ad gallicinium ) , beim Fasten , vor und nach dem Imbiß , beim Anzünden der Nachtlampen usw. Vgl . Hattemer , Denkmale etc. I , 273 u. ff. 231 ... Altera dein die ... magistrum lectura adiit . Et cum sedisset , ad quid puer ille venerit , ipso astante inter cetera quaesivit . Propter Grecismum , ille ait ... domina mi ! ut ab ore vestro aliquid raperet , alias sciolum vobis illum attuli . Puer autem ipse pulcher aspectu , metro cum esset paratissimus , sic intulit : Esse velim Graecus usw. Ekkeh . IV , casus S. Galli , c. 10 bei Pertz , Mon . II , 125 . 232 Grimm , Deutsche Rechtsaltertümer , p. 702 , s.v. Scheren . 233 S. Thegani vita Hludowici imp . I , 19 bei Pertz , Mon . II , 594 . 234 ... spillüten und allen den , die gut für ere nement und die sich ze aigen geben hant , den gibt man ains mannes schaten von der sunnen etc. Landrecht des Schwabenspiegels . 235 ... dabei ein schönes Gärtelein , Darumb gehet ein seiden Faden . Laurins kleiner Rosengarten . 236 » Was soll ich aber von ihren abenteuerlichen Schuhen sagen ? Denn in dieser Hinsicht sind die Mönche so unvernünftig , daß ihnen der Nutzen einer Fußbekleidung großenteils entgeht . Sie lassen sich nämlich ihre Schuhe so eng machen , daß sie darin fast wie in den Stock geschlossen , am Gehen gehindert sind . Auch setzen sie denselben vorne Schnäbel , an beiden Seiten aber Ohren an und tragen große Sorge , daß sie sich genau dem Fuße anschließen ; halten auch ihre Diener dazu an , daß sie mit besonderer Kunst den Schuhen einen spiegelhellen Glanz verleihen . « Dritte Ereiferung des Primas auf der Synode zu Mont Notre-Dame bei Richer III , 39. 237 Hildebrandslied , v. 70 u. ff. - Noch Prätorius ( 1680 ) in seiner Weltbeschreibung erwähnt » närrische Gaukelerszelte , wo der alte Hildebrand und solche Possen mit Docken gespielt werden , Puppenkomödien genannt « . 238 Dieser fabelhafte Ahnherr aller Grobschmiede war seit alters her der deutschen Volksüberlieferung eine entschieden beliebte Gestalt . Bis ins vorige Jahrhundert trug ein Haus in Würzburg nach ihm den Namen » zum großen Schmied Wieland « . Das alte deutsche Gedicht , welches ihn zum Helden erkor , ist uns nicht mehr erhalten , die nordische Sage aber hat ihm die gebührende Aufmerksamkeit geschenkt . S. Wilkina-Sage , Kap . 19-30 , bei von der Hagen , Altdeutsche und altnordische Heldensagen I , 56 und ff. 239 S. Steub , Zur rhätischen Ethnologie , p. 103 , s.v. Gossensaß und Drei Sommer in Tirol , p. 504 . 240 Welandus ab aliquibus Sanctus dictus ... Acta Sanctorum . Mart . tom . I , 364 . 241 S. Maßmann , Gedichte des XVI. Jahrhunderts , Band II. Das Heldengedicht , wie es hier teilweise nacherzählt ist , hat die Bearbeitung , in der es vorliegt , erst im zwölften Jahrhundert erhalten ; der Inhalt aber ist entschieden alt und weist auf frühere Sagen zurück , die füglich zu Praxedis ' Zeit ihren Weg an griechischen Kaiserhof gefunden haben mochten . 242 Marmoreum sibi sarcophagum longe ante obitum jussit praeparari ob incerti temporis momentum , quem duabus quotidie vicibus diversis alimentorum aliarumve rerum impensis summotenus implevit et victu carentibus hilariter distribuit . Vita S. Rimberti , c. 14 bei Pertz , Mon . II , 771 . 243 ... moribus tamen illa suis severis et efferis sepe virum exasperans domi interdum quam secum mansisse multo malle fecerat . Ekkeh . IV , casus S. Galli , c. 10 bei Pertz , Mon . II , 123 . 244 S. Ekkeh . IV , casus S. Galli , c. 3. bei Pertz , Monum . II , 108 . 245 Ekkehard verflicht hier sich und seinen Namen mit dem , was die Sage vom getreuen Eckhart erzählt . S. Grimm , Deutsche Heldensage , 141 . 190 , und Deutsche Mythologie , p. 887 . 246 » In unserer alten Sprache wird die festlichste Jahreszeit , wo die Sonne ihren Gipfel erlangt hat und nun wieder herabsinken muß , Sunnenwende ( solstitium ) genannt . « Grimm , Deutsche Mythologie , p. 583 . Sie trifft mit dem St. Johannistag ( 24. Juni ) zusammen ; die altherkömmlichen Oster- und Maifeuer wurden durch den Einfluß der Kirche auf diesen Tag verlegt . Man sprang durch die Flammen und trieb das Vieh durch zu vermeintlicher Abwehr von Krankheit und Mißgeschick . 247 Das Bestreben einiger Mönche , durch festes Schnüren des faltigen Gewandes eine elegante Taille zu gewinnen , veranlaßte auf der Synode zu Mont Notre-Dame ( 972 ) eine zornsprühende Ereiferung des Primas . S. Richers Geschichte III , 37. 248 Sirach 27 , 6. 249 Die Kirche der quattro coronati in Rom mit ihren alten Mosaikfußböden und Malereien aus dem 12. Jahrhundert ist bekannt . 250 Ein Trunk Wassers war Zeichen der Entsagung . Grimm , Rechtsaltertümer , 190 . Wer einmal in der letzten Stunde seines römischen Aufenthaltes zur rauschenden fontani Trevi geleitet wurde , um bei Sang und Trank den Scheidetrunk zu trinken , kennt diese Symbolik . 251 Vgl . Zellweger , Geschichte Appenzells . - Es ist eine interessante Aufgabe , die alemannische Sprache Appenzells , die auch so , wie sie heutzutage gesprochen wird , noch mannigfache Anklänge an das Althochdeutsch aus Notkers Labeos Zeiten enthält , in ihren reichen dialektischen Formen und Wendungen zu verfolgen . Gründliche Anleitung hiezu gibt Titus Tobler , Appenzellischer Sprachschatz , Zürich 1837 . 252 Jeremias IX , 1. 253 ... ecce elongavi fugiens et mansi in solitudine et exspectabam eum , qui me salvum faceret . Vita St. Galli bei Pertz , Monum . II , 8. 254 S. Physiologus , ein Weistum von Tieren und Vögeln ; von des aran geslâhte , bei Wackernagel , Altdeutsches Lesebuch I , 165 . 255 ... quantum sub sua cuculla potuit portare ... 256 » Es war etwa seit dem 8. Jahrhundert in Deutschland und Frankreich das Verlangen heimisch geworden , die Kirchen mit irdischen Überresten von Heiligen so reichlich als möglich und um jeden Preis zu versorgen . Dieses Verlangen hatte im zehnten Jahrhundert einen neuen Aufschwung genommen und erreichte seine höchste Glut in dem sächsischen Königshause . Otto der Große wußte keine größeren Schätze zu sammeln als Reliquien und brachte besonders für sein geliebtes Magdeburg einen großen Vorrat zusammen ... Da sich Kirchen und Gemeinden nur selten freiwillig zugunsten anderer ihrer Reliquien entäußerten , so scheute man sich nicht vor dem Mittel des Zwangs und Raubes , und als das Vaterland der Heiligen , Italien , wo damals die Reliquien wenig geachtet wurden , sich den Deutschen wieder auftat , da gehörte es zu den schönsten Aussichten der letzteren , nun im reichen Maße , und zwar um Geld oder durch List oder auch mit Gewalt ihr Verlangen erfüllen zu können . Dieser Sehnsucht scheint auch der heilige Metro zum Opfer gefallen zu sein . ... Daß man aber , wenn man sich nicht eines ganzen Heiligenkörpers bemächtigen konnte , auch damit zufrieden war , daß man ein möglichst großes Stück hinwegbrachte , das hat Verona noch einmal erfahren müssen « usw. Vogel , Ratherius von Verona und das zehnte Jahrhundert I , 255 ff. 257 ... sô der tágostérno in scônero fárewo skînet . Worte der Notkerischen Paraphrase des Marcianus Capella . 258 » Den 4. November 1853 mittag 11 Uhr ist der Eremit Anton Fäßler verunglückt und ist totgefallen auf Pommen im Sail . Requiescat in pace . « Eintrag im Fremdenbuch des Wildkirchlein . 259 ... in visitatione lactis . Dantur de Coldaribus in Seealpe XXX. casei , meliores alpinis caseis ( Rotulus censuum sec . 13 in der sanktgallischen Handschrift 456 ) . de Alpe Gamor tres partes lacticinii , quae per duos dies a Vaccis ibidem compacte fuerint , Portarie nomine . - Citatio Abbatis cellana bei J.v. Arx , Geschichten etc. I , 314 . S. auch Grimm , Weistümer I , 191 , » die Rechte von Appenzell « . 260 Nec sua rura colo , nec sua jura volo ! 261 » Tosen « : an der Volksversammlung murmelnd rauschen . Wenn ein Vorschlag der Landesgemeinde sehr mißfällt , so toset ' s gewöhnlich . Tobler , Appenz . Sprachschatz , p. 148 . 262 ... dic illi nunc de me corde fideli Tantundem liebes , veniat quantum modo luobes , Et volucrum wunna quot sint , tot dic sibi minna , Graminis et florum quantum sit , dic et honorum . Ruodlieb fr . XVI , 11-15 . 263 ... sélbum dia érda , dár si únbûhafte ist , hábent erfúllet tero lánglîbon mâniginâ in-wálden , íoh infórsten , ioh in-lóhen , insêwen , ináhôn , inbrúnnôn . Notkers Paraphrase des Marcianus Capella lib . II , cap . 34 , bei Hattemer Denkmale etc. III , 356 . 264 S. Grimm , Deutsche Mythologie , p. 29. 265 Auch der heilige Gallus war von solchen Erscheinungen dämonischer Weibergestalten nude ad litus stantes , quasi ad balneum ingredi volentes , turpitudinemque corporis sui ei monstrantes , heimgesucht . Vita S. Galli bei Pertz , Mon . II. 9. 266 ... In nomine Domini mei Jesu Christi , recede ab hac valle . Sint tibi montes et colles communes nec tamen hic pecus laedas aut homines . Vita S. Galli bei Pertz , Monum . II , 9. Die Bären waren in jener Zeit häufige Besucher der Appenzeller Alpen und einige Plätze tragen noch jetzt den Namen zur Erinnerung an sie , z.B. Bärenbach , Bärental , Bärenalp . Seit die Touristen in jenen Revieren zahlreicher geworden , haben sie sich indes gänzlich zurückgezogen . - Die Geschichtsquellen liefern , Bären betreffend , eine so reiche Ausbeute , daß es einem fleißigen Mann nicht schwer fallen würde , sie in einer Abhandlung » über die Bedeutung und soziale Stellung der Bären im Mittelalter « zu verwerten . Wir erinnern an den Bären des heiligen Gallus , der ihm wie ein getreuer Diener Scheiterholz beitrug und Brot aus der Hand fraß , - an die kunstreichen Tanzbären , die im Ruodlieb Fr . III , 85 u. ff. besungen sind und mit ihrem aufrechten Eimertragen und Reihentanz im Verein mit singenden Spielweibern den Zuschauern ein Vergnügen geboten haben mögen , von dem man begreift , daß die Geistlichkeit in besonderen Synodalbeschlüssen dawider eiferte . ( Regino de eccles . disciplin . II , 213 . ) Die lex Alamannor . tit . 99 , 12 schlägt das Wehrgeld eines zahmen Hausbären auf 6 solidi an - alles Beweise , daß man die Bären in Deutschland zu schätzen wußte , auch ehe ihr Stammverwandter aus den Pyrenäen zum Helden epischer Dichtung erhoben ward . 267 Flutterschnee , ein lockerer , leichter , nicht kompakter Schnee . S. Tobler , Appenzell . Sprachschatz , 196 . 268 Tubas alio quam ceteri villani clanctu inflare didicerant . Ekkeh . IV , casus S. Galli , c. 3 bei Pertz , Monum . II , 103 . Ein echter kanonischer Kuhreigen ist übrigens trotz der Untersuchungen der Gelehrten nicht festgestellt und im Gebirge schwanken die Ansichten derer , die als geborene Sachverständige ein festes Urteil haben sollten , so , daß die einen behaupten , der Kuhreigen werde gar nie mit Worten begleitet , während andere einen - jedenfalls alten und eigentümlichen Text mit dem Refrain » loba ! loba ! « zu geben wissen . Dem Verfasser wurde am Säntis auf die Frage nach dem Kuhreigen dadurch geantwortet ,