Ekkeh . IV , casus S. Galli c. 10 , Pertz II , 124 . 105 Die Ausübung des Weidwerks war eigentlich wider die geistliche Disziplin . Eine Augsburger Synode von 952 ( Pertz , Monum . IV. 27 ) verbietet den Bischöfen und der Geistlichkeit überhaupt das Würfelspiel , die Jagdbelustigungen und das Hunde- und Habichthalten zu diesem Behufe bei Strafe der Absetzung . 106 Sticmata : pictura in corpore , quales Scotti pingunt . Glosse einer sanktgall . Handschrift bei Hattemer , Denkmale etc. I , 227 u. 233 . Die Sitte des Bemalens der Augenlider und des Tätowierens der Arme scheint den Scoten und Iren damals gefallen zu haben . Die also eingeätzten Bilder mögen von roher , schier unverständlicher Häßlichkeit gewesen sein , wie dies aus den noch vorhandenen Miniaturen irischer Herkunft in den Handschriften geschlossen werden darf . Dieselben sind durch fremdartigen und - wenn das Wort noch erlaubt ist - keltisch unschönen Ausdruck sowie durch gänzlich barbarische Art der Darstellung sehr unvorteilhaft von den gleichaltrigen , von germanischer Hand gefertigten , verschieden . Der Christus am Kreuze mit seinem hufeisenförmigen arabeskenartigen Bart und verzwicktem Munde und die als Tiergestalten gezeichneten Evangelisten haben etwas Fetischartiges . 107 Das Silbergeld bestand lang in einem Bleche , das so dünn wie Laub und nur auf einer Seite grob und tief gepräget war ( nummi bracteati ) . J.v. Arx , Geschichten etc. I , 451 . 108 » Sie wollen lieber Jäger als Lehrer , lieber kühn als mild , lieber verschlagen als herzenseinfältig heißen ... Sie spielen Kreisel und meiden darum auch das Würfelspiel nicht . Sie gehen fleißig mit dem Spielbrett anstatt mit der Schrift , mit der Wurfscheibe anstatt mit dem Buche um . Sie wissen besser , was dich ein Fehlwurf kostet , als was die Heilswahrheit fordert , verbietet oder verheißt , besser was der Glückswurf bringt , als was sie Gott zu danken schuldig sind ... Sie lassen sich silberne Schalen , Kannen von großer Kostbarkeit , Krüge ( crateres ) , ja Trinkhörner ( conchas ) von bedeutendem Gewicht und einer jedem Zeitalter verhaßten Größe machen . Sie bemalen ihre Weinkrüge und Schleifkannen , während die nahe Basilica von Ruß erfüllt ist . « Vogel , Ratherius von Verona und das zehnte Jahrhundert I , p. 44. 109 Moengals Latein ist etwas verwildert . Wenn indes selbst Bischöfe in der Hofsprache sich klassischer Wendungen wie : sic omnes perriparii possunt bubus agricolantibus vetrenere ( So kann jeder Bauer am Pfluge seinen Ochsen was vordröhnen ) bedienten und Geschichtschreiber dies in ihren Text aufnahmen ( Monachus San . Gall . gesta Karoli I , 19 bei Pertz , Mon . II. 739 ) , so darf dem Latein eines Leutpriesters einiges zugut gehalten werden . 110 ... Moengal , postes a nostris Marcellus diminutive a Marco avunculo sic nominatus , hic erat in divinis et humanis eruditissimus etc .... Siehe die ganze Geschichte seines Besuchs und Verbleibens im Kloster bei Ekkeh . casus S. Galli cap . 1. Pertz II , 78. 111 ... in campanarium S. Galli per gradus ad hoc quidem nobis paratos ascendere incipit , uti oculis , quia gressu non licuit , montes camposque circumspiciens , vel sic animo suo vago satisfaceret . Ekkeh . casus S. Galli c. 3. Pertz , Mon . II , 99. 112 Den Haken hatte sie . Kam vor kurzem ein schriftgelehrter Sohn der grünen Erin in die Bücherei des heiligen Gall , sich seines frommen Vorfahren Werk genau zu besehen und abzuschreiben . Da reichten sie ihm den in schwarzen Samt gebundenen Kodex des Priscianus und er hub die Arbeit an ; bald aber tönte ein verhaltenes Lachen zu den Bücherbewahrern im großen Saal , und wie sie herüberkamen , verdeutschte ihnen der Rektor von Dublin die irischen Glossen zum Latein , wie folgt : Gottlob es wird schon dunkel ! Heiliger Patrik von Armagh , erlöse mich von der Schreiberei ! O daß mir ein Glas alten Weines zur Seite stünde usw. Das war Moengals Übersetzungswerk ! 113 Der Wachtelruf scheint den Ohren mittelalterlicher Weidmänner etwas anders geklungen zu haben als heutzutag , denn das Wort quakkara , womit der Mönch von Sankt Gallen ( » ... quakaras etiam et alia volatilia « gesta Karoli I , bei Pertz II , 739 ) anstatt des klassischen coturnix die Wachtel selbst bezeichnet , soll offenbar den Eindruck des Wachtelschlags wiedergeben . Dieser brave Schriftsteller , in welchem die Nachwelt einen Mitbegründer des Jägerlateins zu verehren hat , mag übrigens den Wachteln und » dem andern Geflügel « auf eigenen Weidmannszügen ebenso oft nachgezogen sein als irgendein Autor späterer Tage . In Glossen sanktgallischer Handschriften wird indes die Wachtel auch quasquila und quatala benannt . S. Hattemer , Denkmale etc. I , 246 u.a. 114 Nicht ohne Grund . Herr Luitfried drang damals mit gezücktem Schwert unter Schmähreden auf den Bischof ein ; nachdem ihn seine Oheime zurückgehalten und Rates gepflogen , was mit dem Gefangenen beginnen , stimmte er dafür , ihm entweder die Augen auszustechen oder die rechte Hand abzuhauen . Auf dem Weg zur Thietpoldsburg zwang man den Kirchenfürsten , etlichen herbeigelaufenen Schweinehirten die Füße zu küssen usw. 115 ... paratur citissime lavacrum , ut pulvere et lassitudinis tergeretur sudore . Ekk . IV. casus S. Galli c. 1. Pertz Mon . II , 86. 116 Commoditas talentum valet ! ( alter geistlicher Spruch ) . 117 ... Duellium die condicto cum aegre exspectatus veniret , ultra quam ipse vellet susceptum in conclave suo proximum , suum ut ipsa ait , manu duxit magistrum . Ibi nocte et die cum familiari aliqua intrare solebat ad legendum pedissequa , foribus tamen semper apertis , ut , si quis etiam ausus quid esset , nihil quod diceret , sinistrum haberet . Illic quoque crebro ambos ministri et milites , principes etiam terrae , lectioni aut consiliis invenerunt agentes . Ekkeh . casus S. Galli c. 10 , bei Pertz Mon . II , 123 . 118 S. Grimm , Deutsche Rechtsaltertümer , 1. Aufl . , p. 339 . 119 S. Grimm , Deutsche Mythologie , 3. Ausg . , p. 695 . 120 ... » vasque magnum , quod vulgo cupam vocant , quod viginti et sex modios amplius minusve capiebat , cerevisia plenum in medio habebant positum . « Vita S. Columbani . 121 Ausonius Idyll . 7. 122 Das alemannisch-schwäbische Heidentum beruhte auf einem einfachen Kultus der Natur . » Sie verehren Bäume , Wasserströme , Hügel und Bergschluchten . Pferden , Rindern und vielen andern Tieren schneiden sie das Haupt vom Rumpf und bringen sie diesen als Schlachtopfer dar « , so schreibt der Grieche Agathias im sechsten Jahrhundert von den Alemannen im Gegensatz zu den christlichen Franken . » Betet keine Götzen an , weder an Felsen noch an Bäumen , weder an abgelegenen Orten noch an Quellen , auch nicht auf Kreuzwegen bringet eure Anbetung und eure Gelübde dar « , predigt der heilige Pirminius , Stifter der Reichenau , zwei Jahrhunderte später . Wer da weiß , mit welcher Zähigkeit der Bauer in seiner Sitte die Überlieferung altersgrauer Vergangenheit bewahrt , und wie noch manche seiner heutigen Bräuche an die Opfer des Heidentums gemahnen , den wird es nicht befremden , im zehnten Jahrhundert noch auf nächtliche biertrinkende Konventikel zu stoßen , die sich von denen zu des heiligen Columban Zeiten wenig oder gar nicht unterscheiden . Ob übrigens eine in ähnlichen Formen , wie die hier beschriebenen , sich bewegende Sitte des gemeinschaftlichen Trinkens auf den deutschen Hochschulen , die unter dem Namen » einen Salamander reiben « bekannt , aber von niemanden erklärt ist , nicht auch einen Anklang an altheidnische Trankopfer enthalte , bleibe dahingestellt , wiewohl die Wissenschaft darüber einig ist , daß » durch die religiöse Bedeutung des Trinkens ein überraschender Zusammenhang in mehrere andere Gebräuche kommt « . 123 Die Steinbrüche am sog. Schienemer Berg , wie die im benachbarten Öningen sind später berühmt geworden durch ihre Petrefakten , insbesondere durch die seltenen Überreste von Vögeln . Bekanntlich ward dort auch das Gebein eines riesenmäßigen Salamanders aufgegraben , in welchem der gelehrte Naturforscher Scheuchzer ( 1726 ) einen fossilen Menschen erkannte , bis daß Cuvier die wahre Organisation dieses » Zeugen der Sündflut « nachwies . Vgl . Burmeister , Geschichte der Schöpfung , 5. Aufl . , p. 518 . 124 Vita Sancti Galli lib . I , bei Pertz , Monum . II , 7. 125 Die Herzogin teilt hier dieselben Grundsätze zweckmäßiger Bekehrungspolitik , die der Papst Gregor der Große seinerzeit in einem Schreiben an den Abt Mellitus und den Erzbischof Augustinus von England ausgesprochen . » Saget dem Augustinus « , heißt es dort , » zu welcher Überzeugung ich nach langer Betrachtung über die Bekehrung der Engländer gekommen bin : daß man nämlich die Götzenkirchen bei jenem Volk ja nicht zerstören , sondern nur die Götzenbilder darin vernichten , das Gebäude mit Weihwasser besprengen , Altäre bauen und Reliquien hineinlegen soll . Denn sind jene Kirchen gut gebaut , so muß man sie vom Götzendienst zur wahren Gottesverehrung umschaffen , damit das Volk , wenn es seine Kirchen nicht zerstören sieht , von Herzen seinen Irrglauben ablege , den wahren Gott erkenne und um so lieber an den Stätten , wo es gewöhnt war , sich versammle . Und weil die Leute bei ihren Götzenopfern viele Ochsen zu schlachten pflegen , so muß auch diese Sitte ihnen zu irgendeiner christlichen Feierlichkeit umgewandelt werden . Sie sollen sich also am Tag der Kirchweihe oder am Gedächtnistag der heiligen Martyrer , deren Reliquien in ihren Kirchen niedergelegt werden , aus Baumzweigen Hütten um die ehemaligen Götzenkirchen machen , den Festtag durch religiöse Gastmähler feiern , nicht mehr dem Teufel Tiere opfern , sondern sie zum Lobe Gottes zur Speise schlachten , dadurch dem Geber aller Dinge für ihre Sättigung zu danken , damit sie , indem ihnen einige äußerliche Freuden bleiben , um so geneigter zu den innerlichen Freuden werden . Denn rohen Gemütern auf einmal alles abzuschneiden , ist ohne Zweifel unmöglich , und weil auch derjenige , so auf die höchste Stufe steigen will , durch Tritt und Schritt , nicht aber durch Sprünge in die Höhe kommt . « S. Mone , Geschichte des Heidentums etc. II , 105 . 126 Das Aufnageln von Pferdeschädeln war uralte Gewohnheit deutscher Völker . Schon die römischen Legionen , die Caecina in die Einsamkeit des Teutoburger Waldes führte , um den Gefallenen der Varusschlacht die letzte Ehre zu erweisen , erschraken , da von den Stämmen der Eichen die angenagelten Häupter geopferter Römerpferde auf das bleichende Gebein gefallener Krieger und die Schlachtaltäre herabnickten . Tacitus Annal . I. 61. 127 Den merkwürdigen Gebrauch , daß durch Werfung der » Chrene Chruda « auf den nächsten zahlungsfähigen Verwandten dieser in das durch Blutschuld verwirkte Wehrgeld des zahlungsunfähigen Täters eintreten mußte , beschreibt die lex Salica ( ed . Merkel ) , cap . 58. Der Name Chrene Chruda ist noch nicht hinlänglich erklärt . Man hat es mit » grünes Kraut « oder nach Grimm , Rechtsaltertümer , p. 116 , mit » reines Kraut « zu übersetzen gesucht , indem die Räumung eines Landes oder die Übertragung eines Grundstückes auf einen andern zu eigen oder zu Pfand durch Übergabe einer mit Gras bewachsenen Erdscholle , eines Stückes Wasen symbolisch angedeutet wurde . Aber nach der lex Salica war das , was geworfen wurde , die aus den vier Ecken der Stube , wo doch kein Kraut wächst , zusammengeraffte Erde . S. Walter , Deutsche Rechtsgeschichte , § 443 . Da übrigens dieser Gebrauch nur bei den Salfranken urkundlich nachweisbar ist und auch dort schon frühe aufgehoben war ( lex Salica , nov . 262 , 263 , 264 ) , so bleibt es ziemlich unklar , wie derselbe hier als ein im zehnten Jahrhundert in Alemannien geltender aufgeführt werden kann . 128 Dem » bösen Auge « der Hexen wurden viel üble Wirkungen zugetraut ; es kann Säuglinge schwindsüchtig machen , Kleider in Stücke reißen , Schlangen töten , Wölfe schrecken , Straußeneier ausbrüten , Aussatz erwecken etc. Als Schutz gegen solche » faszinierende « Blicke pflegte man auch die Pfote des blinden Maulwurfs zu tragen . S. Grimm , Deutsche Mythologie , p. 1053 . 129 ... si quis mulierem » stria « clamaverit et non potuerit adprobare usw. lex Salic , c. 64. 130 » Dîn got , der ist ein junger tôr , ich will glouben an den alten . « St. Oswald . 131 Folchardi codex aureus ( Handschrift der sanktgallischen Bibliothek , p. 75 ) . 132 » Eine Geschichte der deutschen Kuchen und Semmeln ließe sich nicht ohne unerwartete Aufschlüsse zusammenstellen . « Grimm , Deutsche Mythologie , 3. Ausg . , p. 56. 133 Bist du nicht auch schon , verehrte Leserin , in stiller Einsamkeit der Nacht kartenschlagend oder bleigießend oder loswerfend damit beschäftigt gewesen , den künftigen Freier zu ergründen ? All diese Mittel zur Erratung kommender Dinge sind Reste grauen Heidentums . - Auch des Kämmerer Spazzo Turmgang scheint Ähnliches bezweckt zu haben . Es war nicht ungewöhnlich , daß man sich in der Neujahrsnacht auf das Hausdach setzte , schwertumgürtet , um die Zukunft zu erforschen . S. Grimm , Mythol . , p. 1070 . 134 ... Sacratos noctis venerabilis hymnos . 135 Über die in jenem Zeitalter hervorragenden alemannischen Grafen und Herrengeschlechter s. Stälin , Geschichte von Wirtemberg I , 544 u. ff. 136 Nova stella apparuit insolitae magnitudinis , aspectu fulgurans et oculos verberans non sine terrore . Annales S. Gellenses majores bei Pertz , Mon . I , 8. 137 S. Berthold , Der Heerwurm , gebildet aus Larven der Thomas-Trauermücke , Göttingen 1854 . 138 Der fromme Wahnglaube vom Hereinbrechen des Jüngsten Tages und vom bevorstehenden Ende der Welt war in karolingischer und späterer Zeit ein sehr häufiger . Viele Vornehme und Geringere sahen sich dadurch behufs der Sicherung ihres Seelenheils zu Schenkungen an die Kirche veranlaßt . Mundi terminum appropinquantem ruinis crebrescentibus jam certa signa manifestant beginnt z.B. ein in Mones Anzeiger 1838 , p. 433 mitgeteilter Schenkungsbrief . 139 Seit Ausgang des neunten Jahrhunderts bis in die zweite Hälfte des zehnten gehörten die Einfälle der Ungarn in den deutschen Gauen zu den gewöhnlichen Landplagen ; Nord und Süd wurden von ihnen heimgesucht . Die gleichzeitigen Geschichtschreiber nennen sie bald Avaren oder Agarener , bald Ungarn ( wobei der Name in abenteuerlicher Etymologie vom Hunger abgeleitet wird , der sie aus den Steppen Pannoniens vorwärts trieb ... innunmerabilis eorum crevit exercitus et a fame , quam patiebantur , Hungri vocati sunt . Epistola Remigii , bei Màrtene , collect . I. 234 ) , noch öfter aber Hunnen , wiewohl die Abstammung derselben von dem Hunnenkönig Attila keineswegs zu den erwiesenen Tatsachen gehört . Letztere altertümliche Bezeichnung ist in unserer Erzählung beibehalten . Umständlichere Schilderung dieses fremden Reitervolkes gibt schon Regino in seinem Chronicon . ad . ann . 889 ( Pertz , Mon . I , 600 ) . Das Bild , das er von den grausamen , alles zerstörenden , nie aus dem Sattel kommenden , von erschlagener Feinde Herzen sich nährenden Scheusalen entwirft , macht einen schauerlichen Eindruck und würde noch mehr zum Mitleid mit den von ihnen Heimgesuchten stimmen , wenn es nicht meist aus der Historie des Justinus lib . 41. c. 2 u. 3 wörtlich abgeschrieben wäre , der die Skythen in dieser Weise charakterisiert . Die mehrfachen Verheerungen der alemannischen Lande sind erwähnt in den alaman . Annalen bei Pertz , Mon . I , 54 , der einst von den Kammerboten und dem Argengaugraf Ulrich wider sie erfochtene Sieg am Inn in den Annales S. Gallenses major . bei Pertz , Mon . I , 77. 140 S.G. Schwab , Der Bodensee nebst dem Rheintale . Teil II , p. 119 . 141 Diese Worte Ekkehards enthalten einen Anklang an das den Sanktgaller Mönchen wohlbekannte alemannische Landrecht , scheinen jedoch auf einer gewissen Verwechslung zu beruhen . In tit . 99 no 22 ( ed . Lindenbrog ) findet sich nämlich folgende Bestimmung : » Wenn ein fremder Hund einen Mann getötet hat , soll dessen Eigentümer den Hinterbliebenen das halbe Wehrgeld auszahlen . Verlangt die Familie des Getöteten das ganze Wehrgeld , so muß ihr dies zwar gewährt werden , aber nur unter der Bedingung , daß alle Zugänge des Hauses bis auf einen abgeschlossen werden , daß sie allezeit durch dies eine Tor ein- und ausgehen , und daß über dieser Schwelle der fremde Hund in einer Höhe von neun Fuß aufgehängt werde und aufgehängt bleibe , bis daß er ganz verfault und seine Knochen stückweis herabfallen . Würden die Bewohner des Hauses den toten Hund wegzuschaffen oder durch eine andere Türe einzugehen versuchen , so sollen sie auch des bereits empfangenen halben Wehrgelds verlustig gehen und jeden weiteren Anspruch verlieren . « Dieser aus hohem Altertum stammenden Verfügung liegt das Motiv zugrund , den Verwandten , die den vom Eigentümer des Tieres nicht verschuldeten Todesfall allzu geldgierig auszubeuten suchen , eine gewisse Schmach anzuhängen und sie dadurch abzuhalten , die äußerste , nach dem damaligen Strafgesetz allerdings formell zustehende Entschädigung zu beanspruchen . Ähnliches kennt das altnordische Recht . S. Grimm , Rechtsaltertümer , p. 665 . 142 Die Heilkunde unserer Tage wendet diese und ähnliche Mittel nicht mehr an . Sie beruhten zum Teil auf der Ansicht , daß die Krankheiten dem Einfluß der Dämonen zuzuschreiben . Vieles übrigens , was in jener Zeit offiziell verordnet wurde , findet sich im Kreis der s.g. sympathetischen Mittel noch vor , die in ununterbrochener Überlieferung von den Bauersmännern , Schäfern und Schmieden , die heutzutag noch trotzig daran glauben , bis in fernes Heidentum hinauf reichen . Daß eine ähnliche Kur , wie die zuletzt erwähnte , von gutem Erfolg begleitet war , meldet der fränkische Geschichtschreiber Gregor von Tours in seiner Schrift über die Wunder des heiligen Martinus aus eigener Erfahrung . » Im zweiten Monat nach seiner Ordination als Bischof erkrankte er an der Ruhr so heftig , daß man an seinem Leben verzweifelte . Da alle Arzneien fruchtlos geblieben waren , ließ er sich Staub vom Grabe des Heiligen bringen , nahm ihn in einem Trank um die dritte Tagesstunde und wurde davon auf der Stelle so geheilt , daß er um die sechste zur Mahlzeit ging . « Löbell , Gregor von Tours und seine Zeit , p. 277 . Manches Interessante in betreff ehemaliger Heilkunde würde wohl ein sachverständiger Arzt in dem tractatus insignis medicinalis der sanktgallischen Handschrift 105 vorfinden . 143 ... nihil fame improbrius et sacrius ! 144 Wenigstens zählt noch G. Schwab in seinem Werk über den Bodensee unter den » Merkwürdigkeiten von Sipplingen « sub Nr. 3 auf : » der Sipplinger Wein als der schlechteste am Bodensee « . Neuerdings indes soll der dortige Rebensaft um ein bedeutendes besser geworden sein als sein Ruf . 145 S. Einhardi vita Karoli Magni c 13 , bei Pertz , Mon . I , p. 449 . 146 S. Gibbon , Geschichte des römischen Weltreichs , c. 35. 147 » Scitis « inquit , » o fideles mei , quid tantopere ploraverim ? « » Non hoc « , ait , » timeo , quod isti nugae et nihili mihi aliquid nocere praevaleant ; sed nimirum contristor , quod me vivente ausi sunt litus istud attingere , et maximo dolore torqueor , quia praevideo , quanta mala posteris meis et eorum sunt facturi subjectis . « Monachi S. Gallens . gesta Karoli II , 14 bei Pertz , Mon . II , 757 . 148 Diese Auffassung der vielbesprochenen und folgenschweren Krönung Karl des Großen in Rom am Weihnachtsfest 800 zum Kaiser und Schirmherrn der römischen Kirche entspricht der Ansicht , die die Zeitgenossen von der Sache hatten . Der Papst , der dadurch das lästige Schutz- und Aufsichtsrecht seiner byzantinischen Oberherrn loswerden wollte , hatte seinen bestimmten Plan , wenn er auch die Tragweite und Folgen des Ereignisses nicht im Auge hatte . Seitens des fränkischen Herrschers aber war die Annahme dieser Kaiserwürde ein Akt der Usurpation den legitimeren Byzantinern gegenüber , und es ist wohl zu erklären , warum die Berichterstatter erzählen , er würde an jenem Tage keinen Fuß über die Schwelle der Peterskirche gesetzt haben , wenn er des Papstes Absichten hätte erraten können , s. den Monachus San Gallensis und Einhardi vita Karoli M. , cap . 16 und 28. 149 S. Hincmar von Rheims Annalen ad ann . 862 bei Pertz , Mon . I. 458 . 150 S. Hermann des Lahmen von Reichenau Chronik ad . ann . 888 bei Pertz . Mon . V , 109 . 151 ... vel , ut perturbatores reipublicae dignum est pati , usque ad cinerem concremati et in omnem ventum dispersi cum nominibus vel potius ignominia et memoria sua condemnetur in secula ! Erchanberti breviarium ad ann . 880 bei Pertz , Mon . II , 330 . 152 Die Gestalt des Alten in der Heidenhöhle möchte historisch etwas anzuzweifeln sein . Alle Merkmale deuten auf Karl den Dicken , aber der war eigentlich längst gestorben , bevor die erste Stunde des zehnten Jahrhunderts schlug . Indes , was die Geschichte trennt , fügt die Sage wieder zusammen , und wie sie einst dem ostgotischen Dietrich von Bern im Nibelungenlied eine Stellung verschaffte , auf die er seinen historischen Präzedentien nach gar keine nachzuweisenden Ansprüche hat , so gefällt es ihr , den letzten Träger des karolingischen Weltreichs an einen stillen Ort zu entrücken und ihm eine Gerechtigkeit angedeihen zu lassen , die ihm die Mitlebenden versagten . Eines Gerüchtes , daß der alte Kaiser nicht gestorben , sondern von seinen Feinden stranguliert worden sei , erwähnt der Mönch von Vaast in seinen Jahrbüchern bei Pertz , Mon . II , 203 . Das Volk aber , das von ihm ein ganz ander Bild im Herzen trug , als der Haß der Parteien , die ihn mit entstellten Zügen der Nachwelt geschildert , und das in dem hereingebrochenen Jammer der nächsten Jahrzehnte keinen Grund fand , seine Absetzung als den Anbruch besserer Zeiten zu begrüßen , hielt in Alemannien an dem Glauben fest , daß er gar nicht gestorben sei und noch , wie früher und später manch ein anderer Held , in irgendeiner Höhle verborgen sitze , um zu rechter Stunde wieder herauszutreten und die Zügel seines Reiches zu Handen zu nehmen . Mehrere Aufstände in Alemannien gegen den durch Karl des Dicken Sturz emporgekommenen Kaiser gaben Zeugnis von dem Anteil , den man für seinen abgesetzten Vorfahr hegte . Auch die neuere Geschichtschreibung beginnt , die wahren Gründe der Absetzung und das seither dem dicken Kaiser zugefügte Unrecht einzusehen , und es wird zugegeben , daß die Machinationen des hohen Klerus , der damals mit der Einführung des pseudo-isidorischen Kirchenrechts in Deutschland beschäftigt war und einen seinen herrschsüchtigen Bestrebungen willfährigen Kaiser bedurfte , » guten Teils « an jener Absetzung schuld gewesen . S. Gfrörer , Geschichte der ost- und westfränkischen Karolinger II , 293 . 153 » Fortis juventus , virtus audax bellica , Vestra per muros audiantur carmina , Et sit in armis alterna vigilia , Ne fraus hostilis haec invadat moenia . Resultat echo comes : Eja , vigila ! Per muros eja dicat echo vigila ! « Gefahr lehrt Verse machen ! Der Gesang der Nachtwachen von Modena , dessen ganzen Text Muratori antiqu . Ital . III , 709 mitteilt , wetteifert an Wärme und rhythmischem Schwung mit den Kriegsliedern aller Zeiten . - Einen Bittgesang an den heiligen Geminianus um Schutz und Schirm wider die Hunnen in gleichem Metrum s. bei Muratori antiqu . Ital . I , 22. 154 Mit Aufrichtung der Fahne wurde das Volk aufgeboten und versammelt . Nach nordischem Brauch wurde im Fall feindlichen Einbruchs schnell ein Pfeil herumgeschickt , das Volk zu entbieten , herör , der Heerpfeil . S. Grimm , Rechtsaltertümer 161 , 162 . 155 Walafrid Strabo , Abt der Reichenau , ein gefeierter Dichter der karolingischen Epoche . Manche seiner lateinischen Poesien sind von einem zarten Hauch durchweht , der an die Elegiker des Altertums erinnert . Es finden sich darunter eine Beschreibung seines Klostergartens sowie eine Elegie an seine Freundin ( ad amicam ) , und hierauf scheint sich Simon Bardos Äußerung zu beziehen . Der Anfang der letzteren ist allerdings sehr weich : Wenn mildschimmernden Scheins der Mond den Äther durchleuchtet , Dann durch die wehende Nacht , o Freundin , schaue zum Himmel , Eingedenk , wie von dort die reine Leuchte herabglänzt Und mit demselbigen Strahl uns beide freundlich umschlinget , Die wir leiblich zwar fern , doch geistig in Liebe uns nah sind . Darf auch nimmer mein Auge in dem der Geliebten sich spiegeln , Bleibt uns der Mond doch als Pfand von still glückseligem Ehmals etc. Des mehreren von ihm ist nachzulesen bei : Canisius , Lect . ant . ed Basnage , pars II , 183 u. ff. 156 Das griechische Feuer , eine Mischung von Naphtha , Schwefel und Pech , durch Wasser nicht zu löschen , leistete seine Dienste schon bei der Belagerung Konstantinopels im Jahr 716 wider die Sarazenen und rettete im Jahr 941 die Hauptstadt vor einer russischen Flotte , die unter Igor , Ruriks Sohn , die schon damals gangbare Prophezeiung zu verwirklichen drohte , daß die Russen » in den letzten Tagen Herren von Konstantinopel werden würden « . Seine Verwendung wurde zu einer förmlichen Artilleriekunst ausgebildet und von den griechischen Kaisern als ein wichtiges Staatsgeheimnis bewahrt . Die französischen Kreuzfahrer , die der heilige Ludwig in Orient führte , beschreiben mit aufrichtigem Entsetzen den Anblick der zerstörenden Geschosse . S. Joinville . Histoire de St. Louis , Paris 1668. p. 39. 157 ... ipse velut Domini gigans lorica indutus , cucullam superinduens et stolam , ipsos eadem facere jubet : » Contra diabolum , ait , fratres mei , quam hactenus animis in Deo confisi pugnaverimus , ut nunc manibus ostendere valeamus , ab ipso petamus . « Ekkeh IV. casus S. Galli , c. 3. Pertz II , 104 . 158 Jornandes de rebus geticis , c. 24. 159 ... tollensque manu sua de pallio suo filum projecit in terram et dixit : » Ecce in testimonium perfectae remissionis filum de pallio meo projicio in terram , ut cunctis pateat , quod pristina deinceps annulletur inimicitia . « Vita S. Sturmi , c. 18 bei Pertz , Mon . II , 374 . 160 Der erwähnte Smaragd befindet sich noch im Kirchenschatz der Pfarrkirche Mittelzell auf Reichenau . Er hat das Schicksal der berühmten Smaragdschüssel von Genua geteilt , die als sacro catino für das unschätzbare Palladium der Stadt galt und in den Napoleonischen Kriegen als solches nach Paris abgeführt ward , allwo die Untersuchungskommission des französischen Instituts ( 1809 ) sie für einen gefärbten Glasfluß erkannte ; - ein Mangel an Romantik , der die Zurückgabe des Beutestücks an die Genuesen » wesentlich erleichterte « . Es war sehr zweckmäßig , ein solches Schau- und Prachtstück im Kirchenschatz zu haben , um im Fall der Not ein namhaftes Anlehen darauf aufnehmen zu können . 161 Erat tunc inter nostrates frater quidam simplicissimus et fatuus , cujus dicta et facta saepe ridebantur , nomine Heribaldus ... Ekkeh casus S. Galli , cap . 3. 162 ... » enimvero , ait ille , fugiat , qui velit ; ego quidem , quia corium meum ad calceos camerarius hoc anno non dedit , nusquam fugiam ! « Ekkeh . 1. c. 163 Fabricantur spicula , piltris loricae fiunt , fundibula plectuntur , tabulis compactis et wannis scuta simulantur , sparrones et fustes acute focis praedurantur . Ekkeh . 1. c. 164 Aeneis VII , 631 u. ff. 165 ... equitans vir dei , vita Liutger . bei pertz , Mon . I , 412 . 166 Ausführlich und sich gegenseitig ergänzend beschrieben bei Ekkeh IV. casus S. Galli , cap . 3 und den Biographen der heiligen Wiborad ( s. Note 40 ) namentlich , bei Hepidan . vita Wiboradae , cap . VI , 24 ( acta sanctor . Mai . I , 305 ) . 167 ... » locum enim , quem contra versutias antiqui hostis pugnatura elegi , Deo juvante , spiritu redeunte ad eum qui dedit illum , etiam corpore tegam ! « Hepidan 1. c. , p. 304 . 168 ... quasi canem audierat mussitantem ... et intellexit temptatorem : » Esne tu , inquit , iterum ibi ? Quam bene tibi miser contigit nunc mussitanti et grunnienti post gloriosas voces illas , quas in coelis habueras ? « Ekkeh . IV. casus S. Galli , cap . 3. bei Pertz , Mon . II , 98. 169 Regula S. Benedicti , cap . 53 : de hospitibus suscipiendis . 170 ... Augustaque diu obsessa precibus Uodalrici episcopi , sanctissimi quidem inter omnes tunc temporis viri , repulsi ... Ekkeh . casus S. Galli , cap . 3. 171 S. Grimm , Deutsche Mythologie , p. 269 . 172 Schon unter Karl dem Großen bestand lebhafter Handelsverkehr mit Slaven und Awaren ( Capitulare von 803 bei Pertz , Mon . III. 133 ) und die nordischen Teile des Reichs verschafften sich die Produkte des Südens . Ermoldus Nigellus ( 836 ) in seinen weinerlichen Gedichten nennt friesische Kaufleute als Ankäufer des elsassischen Weines , den sie auf dem Rhein fortführten . Auch am mittleren Neckar waren dieselben wohlbekannt . S. Stälin , Wirtemberg . Geschichte I , 402 . 173 ... In einer Kirchen war ein Abgott , Triglaff geheißen , und neben dem hingen viel Waffen und Harnisch , so sie im Kriege erworben und dem Abgotte geschenket hatten , und güldene und silberne Becher , damit sie