das Prinzchen doch für ein allerliebster Taugenichts ist ! - Da läuft er gemeinen Dirnen nach und könnte in den Armen der schönsten Prinzessin liegen ! - Mein Blick fiel auf ein altes abgelumptes Zigeunerweib , die ich vor wenigen Tagen in der Straße Toledo von den Sbirren wegführen gesehen , weil sie einen Wasserverkäufer , so kräftig er schien , im Zank mit ihrer Krücke zu Boden geschlagen . Was willst du von mir , alte Hexe ? So rief ich das Weib an , die mich aber in dem Augenblick mit einem Strom der abscheulichsten niedrigsten Schimpfreden überschüttete , so daß das müßige Volk bald sich um uns versammelte und über meine Verlegenheit ausbrach in ein tolles Gelächter . - Ich wollte fort , da hielt mich aber das Weib beim Kleide fest , ohne vom Boden aufzustehen , und sprach , plötzlich mit den Schimpfreden einhaltend , leise , indem sich ihr abscheuliches Antlitz zum grinsenden Lächeln verzog : Ei , mein süßes Prinzlein , willst du denn nicht bei mir bleiben ? Willst du nichts hören von dem schönsten Engelskinde , das in dich vernarrt ist ? - Damit erhob sich das Weib mühsam , indem sie sich an meinen Armen festklammerte , und zischelte mir von einem jungen Mädchen in die Ohren , das schön und anmutig wie der Tag und noch unschuldig sei . - Ich hielt das Weib für eine gemeine Kupplerin und wollte mich , da gerade mein Sinn nicht dahin stand , ein neues Abenteuer anzuknüpfen , mit ein paar Dukaten von ihr losmachen . Sie nahm aber das Geld nicht und rief , als ich mich entfernte , mir laut lachend nach : Geht nur , geht , mein feiner Herr , Ihr werdet mich bald aufsuchen mit großem Kummer und Weh im Herzen ! - Einige Zeit war vergangen , ich hatte nicht mehr an das Zigeunerweib gedacht , als eines Tages auf dem Spaziergange , Villa reale genannt , eine Dame vor mir herging , die mir in ihrem Wesen so wunderbar anmutig schien , wie ich noch keine gesehen . Ich eilte ihr voraus , und als ich ihr Antlitz erblickte , war es mir , als öffne sich der leuchtende Himmel aller Schönheit . - So dachte ich nämlich damals als ein sündiger Mensch , und daß ich den frevelhaften Gedanken wiederhole , mag Euch statt aller Beschreibung des Liebreizes , mit dem die ewige Macht die holde Angela geschmückt hatte , um so mehr dienen , als mir jetzt nicht geziemen und auch wohl nicht gelingen würde , viel zu reden über irdische Schönheit . Zur Seite der Dame ging oder hinkte vielmehr an einem Stabe eine sehr alte , ehrbar gekleidete Frau , die nur durch ihre ganz ungewöhnliche Größe und seltsame Unbehilflichkeit auffiel . Trotz des völlig veränderten Anzuges , trotz der tiefen Haube , die einen Teil des Antlitzes verhüllte , erkannte ich in der alten Frau doch augenblicklich das Zigeunerweib vom Molo . Das fratzenhafte Lächeln der Alten , ihr leises Kopfnicken bewies mir , daß ich mich nicht irre . - Ich konnte den Blick nicht abwenden von dem anmutigen Wunder ; die Holde schlug die Augen nieder , der Fächer entfiel ihrer Hand . Schnell hob ich ihn auf ; indem sie ihn nahm , berührte ich ihre Finger ; sie zitterten ; da loderte das Feuer meiner verdammlichen Leidenschaft in mir auf , und ich ahnte nicht , daß die erste Minute der schrecklichen Prüfung gekommen , die mir der Himmel auferlegt . Ganz betäubt , ganz im Sinn verwirrt , stand ich da und bemerkte kaum , daß die Dame mit ihrer alten Begleiterin in eine Kutsche stieg , die am Ende der Allee gehalten hatte . Erst als der Wagen fortrollte , kam ich zur Besinnung und stürzte nach wie ein Rasender . Ich kam noch zu rechter Zeit , um zu sehen , daß der Wagen vor einem Hause in der engen kurzen Straße hielt , die nach dem großen Platz Largo delle Piane führt . Beide , die Dame und ihre Begleiterin , stiegen aus , und da der Wagen sogleich fortfuhr , als sie in das Haus getreten , konnte ich mit Recht vermuten , daß dort ihre Wohnung . Auf dem Platz Largo delle Piane wohnte mein Bankier , Signore Alessandro Sperzi , und selbst weiß ich nicht , wie ich auf den Einfall geriet , diesen Mann jetzt gerade heimzusuchen . Er glaubte , ich käme Geschäfte halber , und begann sehr weitläuftig über mein Verhältnis zu reden . Mein ganzer Kopf war aber erfüllt von der Dame , ich dachte , ich hörte nichts anders , und so kam es , daß ich dem Signor Sperzi statt aller Antwort das anmutige Abenteuer des Augenblicks erzählte . Signor Sperzi wußte mir mehr von meiner Schönen zu sagen , als ich hatte ahnen können . Er war es , der jedes halbe Jahr von einem Handelshause in Augsburg eine ansehnliche Rimesse für eben jene Dame erhielt . Sie wurde Angela Benzoni genannt , die Alte aber mit dem Namen Frau Magdala Sigrun bezeichnet . Signor Sperzi mußte dagegen dem Augsburger Handlungshause über das ganze Leben des Mädchens die genaueste Nachricht geben , so daß er , da es ihm auch früher obgelegen , ihre ganze Erziehung , sowie jetzt ihren Haushalt zu leiten , in gewisser Art als ihr Vormund anzusehen . Der Bankier hielt das Mädchen für die Frucht eines verbotenen Verhältnisses unter Personen des vornehmsten Standes . - Ich bezeigte dem Signor Sperzi meine Verwunderung darüber , daß man ein solches Kleinod einem so zweideutigen Weibe anvertraue , als die Alte sei , die sich in schmutzigen zerlumpten Zigeunerkleidern auf den Straßen herumtreibe und vielleicht gar die Kupplerin spielen wollte . Der Bankier versicherte dagegen , daß es keine treuere , sorgsamere Pflegerin gebe als die Alte , die mit dem Mädchen hergekommen , als es erst zwei Jahre alt gewesen . Daß die Alte sich zuweilen als Zigeunerin vermumme , sei eine wunderliche Grille , die man ihr wohl in diesem Lande der Maskenfreiheit nachsehen könne . - Ich darf , ich muß kurz sein ! - Die Alte suchte mich bald auf in ihrem Zigeunerhabit und führte mich selbst zu Angela , die mir , in holder jungfräulicher Scham hocherrötend , ihre Liebe gestand . Noch immer hatte ich in meinem verirrten Wesen geglaubt , die Alte sei eine ruchlose Nährerin der Sünde , aber bald wurde ich des Gegenteils überführt . Angela war keusch und rein wie Schnee , und da , wo ich sündhaft zu schwelgen gedachte , lernte ich an eine Tugend glauben , die ich freilich jetzt für ein höllisches Blendwerk des Teufels erkennen muß . In ebendem Grade , als meine Leidenschaft höher und höher stieg , neigte ich mich auch mehr und mehr der Alten hin , die mir unaufhörlich in die Ohren raunte , daß ich mich mit Angela vermählen solle . Müßte dies auch zur Zeit heimlich geschehen , so komme doch wohl der Tag , an dem ich öffentlich der Gemahlin das fürstliche Diadem auf die Stirn drücken werde . - Angelas Geburt sei der meinigen gleich . - - Wir wurden in einer Kapelle der Kirche San Filippo getraut . - Ich glaubte den Himmel gefunden zu haben , ich entzog mich allen Verbindungen , ich gab den Dienst auf , man sah mich nicht mehr in jenen Kreisen , in denen ich sonst frevelnd allen Lüsten gefrönt . - Eben diese veränderte Lebensweise verriet mich . Jene Tänzerin , von der ich mich losgesagt , forschte aus , wohin ich mich jeden Abend begab , und ahnend , daß daraus sich vielleicht der Keim ihrer Rache entwickeln könne , entdeckte sie meinem Bruder das Geheimnis meiner Liebe . - Mein Bruder schlich mir nach , überraschte mich in Angelas Armen . - Mit einer scherzhaften Wendung entschuldigte Hektor seine Zudringlichkeit und machte mir Vorwürfe , daß ich , gar zu selbstsüchtig , ihm nicht einmal das Vertrauen eines aufrichtigen Freundes geschenkt ; doch ich merkte nur zu deutlich , wie betroffen er war über Angelas hohe Schönheit . Der Funke war gefallen , die Flamme der wütendsten Leidenschaft angefacht in seinem Innern . - Er kam oft , wiewohl nur in den Stunden , wenn er mich zu finden wußte . - Ich glaubte zu bemerken , daß Hektors wahnsinnige Liebe erwidert wurde , und alle Furien der Eifersucht zerfleischten meine Brust . - Da war ich dem Graus der Hölle verfallen ! - Einst , als ich eintrat in Angelas Gemach , glaubte ich Hektors Stimme im Nebenzimmer zu vernehmen . - Den Tod im Herzen , blieb ich eingewurzelt stehen . Doch plötzlich stürzte Hektor aus dem Nebengemach hinein mit glutrotem Antlitz und wildrollenden Augen wie ein Rasender . Verdammter , du sollst mir fernerhin nicht in den Weg treten ! So rief er schäumend vor Wut und stieß mir den Dolch , den er schnell hervorgezogen , in die Brust bis an das Heft . - Der herbeigerufene Chirurgus fand , daß der Stoß durch das Herz gegangen . - Die Hochgebenedeite hat mich gewürdigt , mir das Leben wieder zu schenken durch ein Mirakel . « - Die letzten Worte sprach der Mönch mit leiser , zitternder Stimme und schien dann in trübes Sinnen verloren . » Und , « fragte Kreisler , » und was wurde aus Angela ? « » Als , « erwiderte der Mönch mit hohler geisterartiger Stimme , » als der Mörder die Früchte seiner Greueltat genießen wollte , da erfaßte die Geliebte der Todeskrampf , und sie verschied in seinen Armen . - Gift - « Dies Wort gesprochen , fiel der Mönch nieder aufs Gesicht und röchelte wie ein Sterbender . - Kreisler setzte durch die Glocke , die er anzog , das Kloster in Bewegung . Man eilte herbei und schaffte den ohnmächtigen Cyprianus in den Krankensaal . - Kreisler fand am andern Morgen den Abt in ganz besonders heitrer Laune . » - Ha ha , « rief er ihm entgegen , » ha ha , mein Johannes , Ihr wollt an kein Mirakel der neuesten Zeit glauben , und Ihr habt gestern in der Kirche selbst das Wunderbarste Mirakel bewirkt , das es nur geben mag . - Sagt , was habt Ihr mit unserm stolzen Heiligen gemacht , der daliegt wie ein reuiger zerknirschter Sünder und uns alle in kindischer Todesangst höchlich um Verzeihung gebeten hat , daß er sich über uns erheben wollen ! - Habt Ihr ihn , der von Euch nun Beichte verlangte , vielleicht selbst beichten lassen ? « - Kreisler fand gar keine Ursache , auch nur das mindeste von dem zu verschweigen , was sich mit ihm und dem Mönch Cyprianus begeben . Er erzählte daher umständlich alles , von der freimütigen Strafpredigt an , die er dem einbildischen Mönch gehalten , als er die heilige Tonkunst herabgewürdigt , bis auf den schrecklichen Zustand , in den er verfallen , als er das Wort : » Gift ! « ausgesprochen . Dann erklärte Kreisler , daß er eigentlich doch noch immer nicht wisse , warum das Bild , habe sich auch Prinz Hektor davor entsetzt , gleiche Wirkung auf den Mönch Cyprianus hervorgebracht . Ebenso sei er darüber noch ganz im Dunkeln geblieben , auf welche Weise Meister Abraham in jene grauenvolle Begebenheit verflochten . » In der Tat , « sprach der Abt anmutig lächelnd , » in der Tat , mein lieber Sohn Johannes , wir stehen jetzt ganz anders gegenüber als noch vor wenigen Stunden . Ein standhaftes Gemüt , ein fester Sinn , vorzüglich aber wohl ein tiefes richtiges Gefühl , das wie eine wunderbar wahrsagende Erkenntnis in unserer Brust verborgen , richtet vereint mehr aus als der schärfste Verstand , der geübteste , alles scheidende Blick . Du hast es bewiesen , mein Johannes , indem du die Waffe , die man dir in die Hand gab , ohne dich ganz über ihre Wirkung zu belehren , so geschickt in dem richtigen Moment zu gebrauchen wußtest , daß du auf der Stelle den Feind zu Boden schlugst , den vielleicht der durchdachteste Plan nicht so leicht aus dem Felde getrieben haben würde . Ohne es zu wissen , hast du mir , dem Kloster , vielleicht auch der Kirche überhaupt einen Dienst erwiesen , dessen ersprießliche Folgen nicht zu übersehen sind . - Ich will , ich darf jetzt gegen dich ganz aufrichtig sein , ich wende mich ab von denen , die mir Falsches vorspiegeln wollten zu deinem Nachteil , du kannst auf mich rechnen , Johannes ! - Daß der schönste Wunsch , der in deiner Brust ruht , erfüllt werde , dafür laß mich sorgen . Deine Cecilia , du weißt , welches holde Wesen ich meine - doch still jetzt davon ! - Das , was du noch von jener entsetzlichen Begebenheit in Neapel zu wissen verlangst , ist mit wenigen Worten gesagt . - Fürs erste hat es unserm würdigen Bruder Cyprianus beliebt , in seiner Erzählung einen kleinen Umstand zu übergehen . - Angela starb an dem Gift , das er ihr beigebracht in dem höllischen Wahnsinn der Eifersucht . - Meister Abraham befand sich damals in Neapel unter dem Namen Severino . Er glaubte Spuren seiner verlornen Chiara zu finden und fand sie wirklich , da ihm jene alte Zigeunerin in den Weg kam , Magdala Sigrun geheißen , die du schon kennst . An den Meister wandte sich die Alte , als das Schrecklichste geschehen , und ihm vertraute sie , ehe sie Neapel verließ , jenes Bildnis , dessen Geheimnisse du noch nicht kennst . Drücke den stählernen Knopf an dem Rande , dann springt Antonios Bildnis , das nur einer Kapsel zum Deckel dient , auf , und du erblickst nicht allein Angelas Bildnis , sondern dir fallen auch noch ein paar Blättchen in die Hände , die von der äußersten Wichtigkeit sind , da sie dir den Beweis des doppelten Mordes liefern . - Du siehst nun , warum dein Talisman so kraftvoll wirkt . - Meister Abraham soll noch mit dem Bruderpaar in mancherlei Berührung gekommen sein , doch davon wird er dir selbst noch besser erzählen können als ich . - Laß uns jetzt hören , Johannes , wie es mit dem kranken Bruder Cyprianus steht ! « - » Und das Mirakel ? « So fragte Kreisler , indem er den Blick auf die Stelle der Wand über dem kleinen Altar warf , wo er selbst mit dem Abt das Bild , dessen sich der geneigte Leser wohl noch erinnert , befestigt hatte . Nicht wenig verwunderte er sich aber , als er statt dieses Bildes wieder Leonardo da Vincis heilige Familie erblickte , die ihren alten Platz eingenommen . - » Und das Mirakel ? « - fragte Kreisler zum zweitenmal . » Ihr meint , « erwiderte der Abt mit seltsamem Blick , » Ihr meint das schöne Bild , welches sonst hier aufgehängt war ? - Ich habe es unterdessen in den Krankensaal aufstellen lassen . Vielleicht stärkt der Anblick unsern armen Bruder Cyprianus , vielleicht hilft ihm die Hochgebenedeite zum zweitenmal . « - Kreisler fand auf seinem Zimmer ein Schreiben des Meisters Abraham des Inhalts : » Mein Johannes ! Auf ! - auf ! - verlaßt die Abtei , eilt her , so schnell Ihr könnt ! - Der Teufel hat hier zu seiner Lust eine ganz besondere Hetzjagd angestellt ! - Mündlich mehr , das Schreiben wird mir blutsauer , denn es steckt mir alles im Halse und droht mich zu ersticken . Von mir , von dem Hoffnungsstern , der mir aufgegangen , nicht ein Wort . Nur so viel in aller Eil ' . - Die Rätin Benzon findet Ihr nicht mehr , wohl aber die Reichsgräfin von Eschenau . Das Diplom aus Wien ist angekommen und die künftige Heirat Julias mit dem würdigen Prinzen Ignaz so gut wie erklärt . Fürst Irenäus beschäftigt sich mit der Idee des neuen Throns , auf dem er sitzen wird als regierender Herr . Die Benzon oder vielmehr die Gräfin von Eschenau hat ihm das versprochen . Prinz Hektor hat indessen Versteckens gespielt , bis er nun wirklich fortmußte zur Armee . - Bald kehrt er wieder , und dann soll eine Doppelthochzeit gefeiert werden . - Es wird lustig sein . - Die Trompeter spülen sich schon die Gurgeln aus , die Fiedler schmieren die Bogen , die Lichtzieher in Sieghartsweiler gießen die Fackeln - aber ! - - Nächstens ist der Namenstag der Fürstin , da unternehm ' ich Großes , aber Ihr müßt hier sein . Kommt nur lieber gleich auf der Stelle , wenn Ihr dies gelesen habt ! Lauft , was Ihr könnt . Bald seh ' ich Euch . - Apropos ! - Nehmt Euch doch vor den Pfaffen in acht , aber den Abt lieb ' ich sehr . - Adieu ! « So kurz und so inhaltsreich war dies Brieflein des alten Meisters , daß - Nachschrift des Herausgebers8 Am Schluß des zweiten Bandes ist der Herausgeber genötigt , den geneigten Lesern eine sehr betrübte Nachricht mitzuteilen . - Den klugen , wohlunterrichteten philosophischen , dichterischen Kater Murr hat der bittre Tod dahin gerafft mitten in seiner schönen Laufbahn . Er schied in der Nacht vom neunundzwanzigsten bis zum dreißigsten November nach kurzen , aber schweren Leiden mit der Ruhe und Fassung eines Weisen dahin . - So gibt es wieder einen Beweis , daß es mit den frühreifen Genies immer nicht recht fort will ; entweder sie steigen in einem Antiklimax hinab zur charakter- und geistlosen Gleichgültigkeit und verlieren sich in der Masse , oder sie bringen es in Jahren nicht hoch . - Armer Murr ! der Tod deines Freundes Muzius war der Vorbote deines eignen , und sollt ich dir den Trauersermon halten , er würde mir ganz anders aus dem Herzen kommen als dem teilnahmelosen Hinzmann ; denn ich habe dich lieb gehabt und lieber als manchen - Nun ! - schlafe wohl ! - Friede deiner Asche ! - Schlimm ist es , daß der Verblichene seine Lebensansichten nicht geendet hat , die also Fragment bleiben müssen . Dagegen haben sich in den nachgelassenen Papieren des verewigten Katers noch so manche Reflexionen und Bemerkungen gefunden , die er in der Zeit aufgeschrieben zu haben scheint , als er sich bei dem Kapellmeister Kreisler befand . Ferner war aber auch noch ein guter Teil des von dem Kater zerrissenen Buchs vorhanden , welches Kreislers Biographie enthält . Der Herausgeber findet es daher der Sache nicht unangemessen , wenn er in einem dritten Bande , der zur Ostermesse erscheinen soll , dies von Kreislers Biographie noch Vorgefundene den geneigten Lesern mitteilt und nur hin und wieder an schicklichen Stellen das einschiebt , was von jenen Bemerkungen und Reflexionen des Katers der weitern Mitteilung wert erscheint . Fußnoten 1 E. T. A. Hoffmanns . 2 Taschenbuch zum geselligen Vergnügen bei Gleditsch , 1820 . 3 Der Abt Gattoni zu Mailand ließ von einem Turme zum andern fünfzehn eiserne Saiten ausspannen und dergestalt stimmen , daß sie die diatonische Tonleiter angaben . Bei jeder Veränderung in der Atmosphäre erklangen diese Saiten stärker oder schwacher , nach dem Maß jener Veränderung . Man nannte diese Äolsharfe im großen Riesen- oder Wetterharfe . 4 Der Kater meint Shakespeares » Wie es euch gefällt « , dritter Aufzug , zweite Szene . A. d. H. 5 » Fantasiestücke in Callots Manier . « Neue Ausgabe . Teil 1. S. 32. 6 Joseph Haydn . 7 » Die Schöpfung . « 8 E. T. A. Hoffmanns .