gute Abwechselung nach den letzten Wochen . » A Luada bist scho , « sagte er zum Tretter , » daß du glei wieder oane aufgabelt hätt ' st für mi ! « » O mei Mensch ! Bal ' s d ' willst , sag ' i dir glei a Dutzet . « » Öhö ! « » Da is beim Eberl in Asbach oani , und beim Glas in Bruckberg waar aa koa z ' widerne , und da Prantner in Eckhof hätt ' an überstandige Tochter , aba no guat bei ' n Zeug , und da Sedlmoar von Arnzell ... « » Hör auf , sag i ! Mit dir kam i des ganz Bezirksamt aus . « » Und no zwoa dazua . Mei Liaba , i kunnt für an Türkl an Schmuser macha . « » Für mi find ' st aba do koani . « » Bist halt z ' hoakli . Aba , paß auf : wia viel Kinda hoscht ' n du ? « » Zwoa . An Buam und a Madl . « » Sell is it viel . « » Aba gnua . « » San s ' scho alle zwoa g ' wachs ' n ? « » Da Bua is sieb ' nazwanz ' g und ' s Madl drei Jahr jünga . « » So ? Ja bal ' s d ' net o ' beißt , nacha kunnt i vielleicht für de was find ' n. « » Beim Madl bist vielleicht scho z ' spat dro . « » Hot sie scho oan ? « » Na . Aba graad heunt is sie aa ' r auf da Schau . « Und wie der Schormayer das sagte , blieb er stehen und fing zu lachen an . » Grad heunt is sie auf Arnbach übri , und jetzt hon i des nämliche G ' schäft z ' Weichs drent ! De moant , i hock jetzt dahoam und laß mir vo da Zollbrechtin a Muaß kocha ! Daweil laff i umanand und schatz d ' Weibsbilder o. Do kunnt ' st varecka ! « Er lachte , daß ihm der Atem ausging . Und dann schlug er dem Tretter , der seine Fröhlichkeit ohne Verständnis sah , auf die Schulter . » Siehgst , Simmerl , « schrie er , » jetzt freut ' s mi erscht , daß i mit dir hinter an Weiberkitt ' l herlaff , und grad fidel muaß ' s heunt wer ' n. Und bal ins de oa net g ' fallt , nacha renna mir wia d ' Hund , bis ma ' r an anderne z ' weg ' n bringa . « » Wos hoscht denn auf oamal ? « » Nix hab i ! Kreuzluschti bin i ! Herrgottsaggerament , hot si dös schö auftroffa , daß i heunt auf den nämlinga Markt treib ' wia d ' Urschula ! Wer woaß , wer sei Viech schneller o ' bringt ? Ha ... ha ... ha ! « » Du damischer Tropf , was g ' freut di denn a so ? « » De Dummheit g ' freut mi ... ha ... ha ... ha ! Dahoam , woaßt d ' , hätten s ' ma ' r a Kindsmagd ei ' gstellt , und dawei laff i bis Weichs an ' s Kammafenschta ! « » Dös vasteh i net . « » Braucht ' s net , Simmerl ! Aba ' r i vasteh ' s guat , wia dumm dös oft is , wenn was recht g ' scheit sei möcht ' . Und jetzt bin i amal kreuzfidel , und Bier trink ' n mir ins heunt gnua ! « » Gilt scho ! « schrie der Tretter und lachte mit . Der Schormayer aber schritt noch um eins lebhafter aus , und zwischen Husten und Lachen redete er vor sich hin : » Jetzt kunnt ' s glei ganz dumm geh ' ... ha ... ha ... ha ... Du Lall ' n , du dappige ! « Fünftes Kapitel Rosina Buchberger , die verwitwete Kaltnerin von Inzemoos , war aber ein schieches Frauenzimmer , so viel sich abschätzen ließ . Denn genau konnte man ihr Gesicht nicht erkennen , weil die rechte Hälfte übermäßig angeschwollen war , und weil sie gegen ihr heftiges Wehtun ein wollenes Tuch um den Kopf gewickelt hatte . Der Schormayer sah nicht viel mehr als ihre spitzige , etwas angerötete Nase und zwei streitsüchtige Augen und das Maul , das nur durch die Zahngeschwulst etwas behaglicher in die Breite gegangen war . Daß sie in ihren argen Schmerzen noch bissige Worte hatte und so gar nicht zur Wehmut und Milde gestimmt war , ließ auf eine schreckhafte Säure in ihrem Wesen schließen ; und was ein Mann ist , der achtundzwanzig Jahre lang die frauenzimmerlichen Eigenschaften in der christlichen Ehe hat aufblühen sehen , der kennt sich aus . Nach der ersten Viertelstunde wußte der Schormayer , daß er eine schlechte Fuhre hätte , wenn er sich die Kaltnerin einspannen würde ; aber diese Erkenntnis machte ihn nicht traurig , sondern er wurde dazu aufgelegt , den Tretter und die Limmerin und die ihm zugedachte Person zu foppen und auf aller Kosten einen ordentlichen Spaß zu haben . Daß sie nach der kürzesten Zeit ihre Heimlichkeiten miteinander und gegen ihn hatten , merkte er gut , weil seine Augen durch keine Wünsche geschwächt waren ; und er beschloß , sie mit Freundlichkeit zu hintergehen . Zuerst war er mit dem Limmer und dem Viehhändler im Stall gewesen und hatte jedes Stück geprüft und abgeschätzt , und der Tretter hatte sich viele Mühe gegeben , ihm eine alte Kuh anzupreisen . Da wurden alle Fehler zu Vorzügen , und was noch so offensichtlich war , wurde abgeleugnet ; und gefiel dem Schormayer die hintere Partie nicht , dann lobte der Tretter die vordere , und hatte der Schormayer vorne etwas auszusetzen , dann tätschelte der Tretter die Kuh hinten voller Bewunderung . Aber so oft er auch in die Hand spuckte und sie zu einem treuherzigen und richtigen Abschluß des Handels hinstreckte , der Schormayer schlug nicht ein , sondern beutelte den Kopf wie einer , der Fliegen abwehrt . Wie sie hernach mit den Limmerischen in der Stube saßen und ein Weibsbild mit eingebundenem Gesichte recht zufällig bei der halbgeöffneten Türe hereinschaute und gleich wieder zurückfuhr , schrie ihm der Tretter nach , es solle nur hereinkommen und sich zu ihnen setzen . Und da ließ es sich überreden und setzte sich an die Kante der Bank und war also die Rosina Buchberger . » So , du bischt da Schormoar vo Kollbach ? « sagte die Limmerin . » G ' hört hin i schon an öfte ' n vo dir , aba bekannt bischt du mi nix g ' wen . « » Wia ' s halt geht ; mi siecht sich zwar und kennt si net . « » Daß dei Bäurin an Hirgscht g ' schtorm is , han i wohl vanumma . Si is vo Arnbach g ' wen , gel ? « » Ja , von Gruaba z ' Arnbach is sie g ' wen . « » Aha , gel ja ? Was hot ihr nacha g ' feit , daß sie schter ' m hat müass ' n ? « » A da Lungl . « » Siehgst as do , a da Lungl ! Da laßt si nimma viel richt ' n , bal oans da it den recht ' n G ' sund hot . Wia alt is sie g ' wen ? « » Fufzgi waar s ' auf Liachtmeß ' wor ' n. « » Dös waar freili no koan Alter ! Da brauchat sie ' s no gor it ! « Die Limmerin schüttelte bedauernd den Kopf , und dann deutete sie mit dem Daumen auf das verhüllte Weibsmensch , das mit untergeschlagenen Armen nebendraußen hockte . » Ihrer Mo hat aa so fruah weg müass ' n ; is no koane vierz ' gi g ' wen . « » So ? « sagte der Schormayer und drehte den Kopf nach der Kaltnerin zu . » Is sie Wittiberin ? « » Scho bald seit a ' r an Johr . « » Was hot nacha eahm g ' feit ? « » Z ' tot g ' suffa hot er si , « gab jetzt die Kaltnerin zur Antwort , und ihre Stimme klang trotz der Geschwulst und dem Zahnbunde noch scharf genug . » Dös is eahm jetzt aa vazie ' cha , « meinte die Limmerin gutmütig . » Ja - vazie ' cha ! « machte die Witwe und schnupfte unwillig auf . » Über an Tot ' n soll ma guat red ' n « , mischte sich der Tretter ein ; » aba was wahr is , derf ma sag ' n. Bal sie it g ' wen waar , hätt ' da Kaltner an Hof it lang g ' habt ; der hot naß g ' fuattert , so lang i ' n kennt hab , und de letzt Zeit is er aus ' n Rausch nimma ' r außi kemma , aba sie hat ' s Sach z ' sammg ' halt ' n , und g ' rad lobenswert . Dös muaß wahr sei . « » Hat ' s scho braucht ! « sagte die Witwe bitter und feindselig und zog das Gesicht hinter den Bund zurück , daß man nur mehr die Nasenspitze sah . Sie nahm auch keinen Anteil mehr am Gespräch , das über Viehstand und Haushaltung einen bedächtigen Gang nahm . Bis daß der Schormayer einmal auf die Seite gehen wollte und die Stube verließ . Wie er zurückkam , merkte er wohl , daß sie einen geschwinden und eifrigen Diskurs über ihn gehabt hatten . Der Tretter steckte noch ein angefangener Satz im Maul , den er mit einem Husten in der Mitte abbrach und mit einem Schluck Zwetschgenschnaps hinunterspülte ; die Witwe aber war zum Tisch herangerückt und streifte den Eintretenden mit flinken Augen . Der patschte in die Hände und sagte : » So , Tretter , jetzt müass ' n mir ins wieda auf ' n Weg macha ! « » Ja , was waar denn it dös ! « wehrte die Bäuerin eifrig ab , und der Limmer meinte , das ginge doch gar nicht , daß der Schormayer nicht auch ein Stück Geselchtes probiere , und der Tretter weigerte sich , und die Witwe sagte so liebenswürdig , als es ihre Natur erlaubte : » Du werst nix vasamma , wann ' s d ' no bleibst . « » Aha ! « dachte der Schormayer . » Aha ! « » No vo mir aus , « sagte er ; » bleib i halt no a wengl , denn des söll is wahr , daß dahoam neamd auf mi wart ' . « » Hoscht koane Kinda ? « fragte die Limmerin . » Zwee ; aba de san scho lang aus da Schul ' ; ' s Madl möcht heiretn , und da Bua möcht regier ' n. « » So , de san scho so groß ? « » Ja ; schier über ' n Kopf ausg ' wachs ' n. « » Hoscht Vadruß damit ? « » Na , sell it . Aba g ' freu ' n ko ' s mi aa it , daß i übageb ' n muaß . « » Dös brauchst d ' ja it , bal ' s d ' it mogst , « sagte die Witwe . » Freili ko mi neamd zwinga dazua , aba woaßt as scho , wia ' s is . A lediga Mensch bedeut it viel auf an Hof . Da g ' hört a Bäu ' rin eina ; es is amal net anderst . « » Na stellst da halt oani ei ! « » Han ? « » A Bäu ' rin stellst da ' r ei , na bischt wieda aufg ' richt . « Die Kaltnerin war recht lebendig geworden und probierte es mit einem freundlichen Lachen , aber der geschwollene Backen gab ihm einen schmerzhaften Zug . » No mal heiret ' n , moanst ? « » Wos denn ! Du brauchst no it vazag ' n , und bist no bei die best ' n Jahr . « » Dös nämli sag i aa , « schrie der Tretter lärmend und schob dem Schormayer ein gefülltes Schnapsglas hin . » Da , trink amal , daß d ' a Schneid kriagst ! « » Dank schö ; auf ' s Wohlsei ! « » Sollst d ' scho leb ' n aa ! Herrgottsaggerament , wann oana so bei ' n Zeug is wia du , und red ' t von Übageb ' n ! « » Ja , mei Liaba , an Fufz ' ga g ' spür i guat ! « » Schaug ' an Ertl Kaschpa o ! « sagte die Limmerin . » Der is nah bei sechzgi g ' wen , wia ' r a de Gleixnerin g ' heiret hot ; und jetz is sie scho mit ' n dritt ' n Kind in da Hoffnung . « - » Geh ? « » Freili . Gel , dös muaßt aa sag ' n ? « fragte sie ihren Mann . Und der Limmer nickte zustimmend mit dem Kopf . » Is scho wahr ; an Ertl de sei ' bringt jetzt dös dritt ' . « » Na waar ' s ja no gar it so weit g ' feit ! « lachte der Schormayer . » Durchaus it « , bestätigte die Limmerin . » Aba was is denn , mögt ' s net a bissel was z ' ess ' n ? A G ' selcht ' s mit an Kraut hätt ' i. « » Tua ' s no her ! « lärmte der Tretter ; und weil auch der Schormayer nicht ablehnte , ging die Bäuerin in die Küche . Die Kaltnerin rückte noch um eines Näher und schien mit der Zeit eine umgängliche und gesprächsame Person werden zu wollen . » Is schad ' , daß d ' a G ' schwär host « , sagte der Tretter zu ihr . » Warum ? « » Weil ma it siecht , wie ' s d ' ausschaugst . Sie is sinscht it so unsauber ! « versicherte er dem Schormayer , der freundlich nickte . » Mir feit sinscht gar nix , « sagte die Kaltnerin eifrig , » und ' s Kranksei is mir eppas Fremd ' s , und z ' weg ' n dem Zähnweh schauget i gar it um , wann i an Arbet hätt ' , aba weil i nix z ' toa hab ' , bleib i halt in da Stub ' n. « » Bist da auf da Visit ' ? « fragte der Schormayer . » Ja und na , wia ma ' s nimmt . I hocket mi it her bloß zu ' n Hoamgart ' n , aba i bin in Kaff mit ' n Atzenhofer von da , und jetz is mir ganz passet , daß i bei ' n Limmer untasteh ko . « » So , du willst was kaffa ? Is dös na a größers Sach ' ? « » Eppas über vierz ' g Ta ' werk . « » Alloa werst na wohl it furt haus ' n woll ' n ? « » N ... ja . « » Dös leid ' n mir gar it , daß du Wittiberin bleibst , « sagte der Tretter . » Gel , Limmer , dös gibt ' s it ? « » Besser waar g ' schafft , wann s ' an Beistander hätt . « » Was na für oan ? « greinte die Kaltnerin . » Vielleicht wieda so oan , der all ' s vasauft , was i derarbet ? « » Öhö ! Es werd scho anderne aa no geb ' n ! Paß no auf , was da ' r i für oan auftreibt ! « » Siehgst , Kaltnerin , « sagte Schormayer schmunzelnd , » mir zwoa bringan an Tretter in Schwung . Für mi muaß a ' r a Weibets sucha und für di an Mo . « » Wia waar ' s denn , bal i enk zwoa glei frischweg z ' sammspannet ? « schrie der Viehhändler lustig . Der Schormayer ging lachend darauf ein und meinte , das ließe sich wohl überlegen , und wenn ihn die Kaltnerin für einen Ganzen nehme , könne die Handelschaft am Ende gar noch richtig werden . Die Kaltnerin zog den Kopf tiefer ins Tuch zurück und sagte , da sei doch kein Ernst dabei , und der Tretter sei überhaupt so einer , der die Leute foppe . » Dös is durchaus gar it g ' foppt , « schrie der Viehhändler , der einen schönen Profit in der Ferne winken sah und darum dringender wurde . » Warum soll nacha dös bloß a G ' spaß sei ? Der Schormoar werd koa ' ganz Junge net mög ' n , de hint und vorn nix vasteht , und du waarst ganz passet für eahm . Du bischt deiner Sach schö fürg ' stanna in Inzemoos und host it viel Hilf g ' habt dabei . « » Dös sell is g ' wiß und wahr ; Hilf ' hon i gar koane g ' habt , und überhaupts hon i de letzten Johr alloa auf d ' Arbet denka müass ' n , wei ' ... « » No also ! Dös sag ' i ja ! « » Wei ' da Kaltner scho überhaupts gor nimma hat o ' greifa kinna , aa bal er mög ' n hätt , weil a d ' Sucht g ' habt hot , und is eahm allssammete z ' schwaar g ' wen , und bal er ' s probiert hot , is er marodi worn und hot aa glei wieda g ' suffa . « » Do waar ja i no da besser , « sagte der Schormayer treuherzig . » Da host recht ! Du bischt scho anderst beinand , als wia ' n er g ' wen is , « versicherte die Kaltnerin , indes sie voll Anerkennung ihr Gegenüber anschaute . » Bei der Arbet bin i heunt no it schlecht , und dös letzt Fruhjahr hon i selm a fufzeh ' To ' werk umg ' ackert , daß mir koa Junga net fürkemma waar . « » Und im Bett bist du aa no it schlecht « , schrie der Tretter und schlug fröhlich auf den Tisch . » Dös sell woaß mi net ... « » Ganz lüaderli werst nacha do scho net sei , du Tropf , du eiskalta ! « » Geah ! Red do it so daher ! « wehrte die Kaltnerin ab . » Dös g ' hört aa zu ' n Handel , ob er koan g ' setzlinga Fehla net hat ! « lärmte der Viehhändler und lachte herzhaft über seinen Spaß . » Du muaßt di do schama , was du alssammete daher bringst ! « » Wos nacha ? Kaffst du vielleicht d ' Katz in Sack ? « Da lachten nun alle miteinander , und der Schormayer wurde blaurot im Gesicht und mußte sich die Tränen abwischen . Sogar das geschämige Weibsbild wollte lustig kichern , und es ging aber nicht . Mit dampfenden Schüsseln kam die Limmerin herein ; Geselchtes , das von warmem Fett glänzte und appetitlich im Kraut lag , und auch Erdäpfel brachte sie ; und indes sie ihre wohlschmeckenden Gaben auf den Tisch stellte , sprach sie ihre Freude darüber aus , daß es so kreuzlustig in der Stube geworden sei . » Paß auf , Limmerin , « antwortete der Tretter , » es rankelt si was z ' samm , und überecks hamm mir a Hozet ! « » Was na für oane ? « » Bal da Wittiber d ' Wittiberin packt . « » Oho ! Dös waar aba schnell ganga ! « » Es is aa no it ganga , « sagte der Schormayer , » mi red ' n g ' rad a bissel davo . « Die Unterhaltung schwieg , denn die Mannsbilder langten zu und hatten tüchtig zu kauen . Die Limmerin aber setzte sich neben die Kaltnerin auf die Bank , und sie rückten beide weiter vom Tisch weg und tuschelten eifrig miteinander ; und was sich nicht sagen ließ , teilten sie sich zwinkernd und blinzelnd in der Augensprache mit . Dann wischte dich der Tretter mit der Hand übers Maul . » So , guat war ' s. « - » G ' segn ' s Good ! « sagte die Limmerin . » Hättst vielleicht no mehra mög ' n ? « » Na , es g ' langt scho . Aba paß auf , Schormoar , jetz soll ' mi nacha wirkli amal vo dera Sach mit Ernst aa red ' n. « » Vo was für a Sach ? « » Vo ' n Heiret ' n halt . Und sie soll sag ' n , was s ' hat . « Der Tretter deutete dabei mit dem Daumen auf die Kaltnerin . Die schaute nun auch erwartungsvoll auf den ihr Zugedachten ; aber der Schormayer holte sich noch eine Gabel voll Kraut und schob sich einen Bissen ins Maul . » Für dös is heunt no koa Zeit « , sagte er kauend und schmatzend . » Firti macha brauchst heunt freili nix , aba red ' n kinna mi do , red ' n. « Der Schormayer nickte mit dem Kopf . » Sie soll halt red ' n. « Da blinzelte der Tretter ermunternd die Kaltnerin an . » Jetz sag ' s eahm , was d ' hast . « Und das Weibsbild lockerte sein Kopftuch , damit man es deutlicher hörte , und schnupfte etliche Male auf und begann : » Von Inzemoos san ins blieb ' n fufzeh ' tausad dreihundert und zwanzg March , und achttausad March san Bargeld , und des ander is auf zwoate Hypathek auf ' n Kaltnero ' wes ' n blieb ' n. « » De is aba guat ; da brauchat mi koan Angst it hamm « , warf der Tretter ein ; » de erst Hypothek is a Bankgeld , und it viel . « » Die erscht Hypathek san viertausend March , und na kimmt des inser , und vo dera Hypathek und von Bargeld g ' hört de Hälft mei , und des ander g ' hört de drei Kinda , und derf aber i de Zins ' n ziahg ' n , bis daß sie mündig wer ' n ; und a so steht ' s g ' schrieb ' n. « Der Schormayer stocherte mit der Gabel im Kraut herum , ob sich nicht noch ein Stück Fleisch fände , und die andern , die ihn alle zusammen betrachteten , mußten glauben , daß er seine ganze Aufmerksamkeit auf das Suchen gerichtet habe . Nun wandte er doch seinen Kopf der Witwe zu und fragte : » So , Kinda hoscht drei ? « » Ja . Zwoa Madln und oan Buam , und des ältest is elf Jahr alt , und da Lochmann von Inzemoos nahm ' s glei zu eahm , hat er g ' sagt , weil er ' s zu ' n Hüat ' n braucha kunnt ' . « » I tat ma ' s selm zu der Arbet richt ' n , wann i du waar . « » Ja no , mi sagt g ' rad , wann eppa drei Kinda z ' viel waar ' n , und weil du aa zwoa hoscht ... « » Wer red ' t denn vo mir ? « » Mi sagt ja g ' rad , für den Fall , daß ' s eppas wurd mit ins zwoa , und es war si a Hindernis vorhand ' n z ' weg ' n die Kinda . « » Auf des sell gang ' s aa nimma z ' samm , aba i ko dir heunt no gar nix sag ' n , was i an Sinn ho . Dös geht so schnell it bei mir , und i bi mir it g ' scheit gnua . « » Heirat ' n is it Kapp ' n tauscht , « sagte die Limmerin , » und a niada Mensch muß si dös g ' nau überleg ' n , und du werst na scho wieda zuakehrn , Schormoar , bal dir allssammete paßt . « » Dös is amal richti , « versicherte der Schormayer , » überlegt muaß de Sach wern . Dös laßt si net auf ja und na richt ' n , und i wer jetz dahoam nachdenka über dös . « » Moanst d ' , bei mir is anderst ? « fragte die Kaltnerin . » I woaß ja no gar nix vo dir . « - » Mi derfragst d ' leicht . « » Mit n ' Derfrag ' n is it to ; mi muaß aa wiss ' n , wia du ' s mit deine Kinda hoscht . « » Desz ' weg ' n sag i ja , daß i a Zeit brauch zu ' n überleg ' n. « » Is ja recht . Überlegst d ' as halt ! « Die Kaltnerin hatte ihr mildes Wesen abgelegt und wollte sich nicht mehr liebreich zeigen ; und wie der Schormayer aufstand und allerseits einen herzlichen Abschied nahm , verklang ihr Gegengruß beinahe hinter dem Tuch . Dann aber , als er schon unter der Türe stand , schien es ihr doch , daß ihrerseits nichts versäumt werden dürfte , und sie schrie ihm nach , etwas hätte sie noch vergessen : daß ihr Vetter , der Buchberger von Glonn , kinderlos sei und nach seinem Ableben ihr an dreitausend Mark hinterlassen müsse , wenn es nach Rechten gehe . » Ganz guat , « sagte der Schormayer , » und nacha , bal i also de Sach übalegt hab ' und bal s ' in Richtigkeit is , nacha kimm i wieda oder i tua dir a Botschaft , daß du zu mir umi kimmst . Pfüat di ! « Und damit ging er zum Hause hinaus und schmunzelte ein wenig , weil der Tretter noch zwischen Tür und Angel mit den Limmerischen und der Kaltnerin eine Verhandlung hatte . Erst am Ende der Dorfgasse holte ihn der Viehhändler ein . Sie gingen eine Weile miteinander , ohne zu reden ; der Tretter hustete , weil ihn das Laufen angestrengt hatte , und der Schormayer rülpste etliche Male recht kräftig . » Dös Schweinerne war aba fett « , sagte er . » Ja , ja . Und wia g ' fallt s ' da ? « » Han ? « » Wia s ' da g ' fall ' n hat ? « » I hab d ' as scho g ' sagt , daß s ' z ' alt is . « » Z ' alt ? « » Ja , und mehra wia drei Kaibln hat s ' aa scho g ' habt . Do ko ' st du mir nix fürmacha . « » Drei Kaibln ? Vo wem redst denn du ? « » Vo da Kuah halt ! Aba mi drahst du net a , mei Liaba ! « » Wer red ' t denn vo da Kuah ? I frag di , wia da de Kaltnerin g ' fall ' n hat . « » Ah so ! « Der Schormayer lachte still vor sich hin . » Du moanst de Kaltnerin ? « » Freili ! Daß d ' mi fei du net vastand ' n host , du Plana , du elendiga ! Jetzt sag aba g ' scheit , was d ' moanst ! « » I moan gar nix , Tretter . « » No dös sell muaßt d ' do wiss ' n , ob sie dir g ' fall ' n hat und ob ' s mögli waar . « » Mögli ? Warum net ? Mögli is all ' s. « » Sie is koa uneben ' s Weibsbild , derfst d ' ma ' s glaab ' n , Schormoar . Mir hot sie recht guat g ' fall ' n. « » Dir ? « » G ' wiß is ' s wahr . I kenn s ' scho länga , und i gib ihr dös best ' Zeugnis . « » Nacha sollst da s ' selm aufg ' halt ' n , wann ' s d ' vielleicht do no dös drittmal zu ' n heiret ' n kamst . « » Ah was ! Jetzt hör mit deine G ' spaßetln auf und red a Wort ! Magst d ' as , oder magst d ' as it ? « » I woaß it . « Da merkte der Viehhändler wohl , daß er kein schleuniges Geschäft machen könne ; aber als ein zäher Mann mochte er nicht so schnell von seinen Absichten lassen , und er versuchte noch mancherlei . Der Schormayer gab ihm keine Hoffnung und nahm ihm keine . Er war so lustig aufgelegt wie schon lange nicht mehr