von dem Saale bis zur Kleiderstube hinab dein Eigentum . « » Ich werde wie meine Vorgänger « , sagte der Herzog , » die Pfründe dieser Kirche mehren , weil sie auch so guten Absichten dienet . Jetzt aber , Herr , gehe in das Haus . « » So gehen wir denn in diese Hochburg « , sagte der König , » welche in uralter Zeit so heilig gegolten hat . « » Sie ist heilig gewesen , da sie noch in dem Walde gestanden ist , und die heidnischen Fürsten in ihr geherrscht haben , und sie ist noch heiliger geworden , da christliche Kirchen in sie gekommen sind . Der König Wratislaw und der Herzog Sobeslaw haben hier gewohnt , und die künftigen Herzoge werden desgleichen tun « , sagte Hugo . Der König und alle , die um ihn waren , ritten in die Burg . Dort stiegen sie von den Pferden , und der König ging gegen die Kirche der Heiligen Petrus , Paulus und Clemens . Er betrachtete ihren Bau . » Siehe , Herr , die Krone an der Mauer wiegt zwölf Mark Gold und achtzig Mark Silber « , sagte Hugo , » sie hat der Herzog Sobeslaw machen lassen . In der Kirche wirst du den Fußboden mit glänzenden Steinen belegt sehen , goldene und silberne Kreuze und kostbare Tücher an den Altären , und schöne Wandelgänge an den Mauern . Das alles hat Sobeslaw errichtet . « » Ich habe von diesem Baue gehört « , sagte der König , » und bin erfreut , ihn nun mit meinen eigenen Augen zu sehen , und , wenn auch das uralte Kirchlein Boriwoys nicht mehr steht , hier meine Andacht zu verrichten . « » Das Kirchlein Boriwoys « , entgegnete Hugo , » an dessen Stelle dieses schimmernde Haus steht , ist ein heiliges Kirchlein gewesen ; in ihm hat Cyrillus drei Jahre den Leib des heiligen Clemens aufbewahrt , ehe er ihn nach Rom brachte . « » So erzählen die heiligen Geschichten « , sagte der König . Dann gingen alle in die Kirche . Sie gingen an den goldenen und silbernen Kreuzen und schönen Tüchern der Altäre und an den Wandelgängen vorüber zum großen Altare . Dort kniete der König , und es knieten alle andern nieder , und taten ein kurzes Gebet . Dann betrachteten sie die Kirche . Dann gingen sie noch in die Kirche der heiligen Maria Magdalena und in die des heiligen Martin , und beteten dort , und betrachteten die Kirchen . Dann besuchte der König die Gräber der Herzoge Wratislaw und Sobeslaw und der Herzoginnen Swatawa und Adelheid . Dann besah er in der Kammer des Fürstenhofes die Bastschuhe des Herzoges Premysl . Dann ging er in den großen Saal . » In diesem Saale « , sagte Hugo , » werden die Landtage und die Feste des Reiches abgehalten , und hier ist unser hoher Herzog Wladislaw gewählt worden . Vor zwölf Jahren sind mit dem Herzoge Sobeslaw einmal dreitausend Menschen in diesem Saale gewesen . « » Hier « , sagte der König , » nehme ich Abschied von dir , erlauchter Herzog , und gehe in meine Stube . Das andere dieser Herrscherburg , in welche du mich geladen hast , werde ich mit den Meinigen allein einmal besehen . « Hierauf ging er in sein Gemach , und dort verabschiedete sich der Herzog , und ritt mit den Seinigen in die Burg Prag zurück . Die geistlichen und weltlichen Fürsten ritten zu den Ihrigen . Das Heer des Königs Konrad zog auf das Feld vor dem Wysehrad , um dort ein Lager zu errichten . Alle andern Krieger gingen auf ihre Plätze . Gegen den Abend ritten der König Konrad , dann Heinrich , der Markgraf von Österreich , und Otto , der Bischof von Freising , mit Geleiten in die Burg Prag . Dort sprach der König zur Herzogin Gertrud die Worte : » Sei mir in deinem Hause gegrüßt , du liebe Schwester . Ich sollte dir Bolzen und Lanzen und Schwerter und Harnische bringen statt der Perlen , die ich für dich in der Hand halte . Wenn man dich im Flitter unter deinen Frauen sieht , sollte man es nicht glauben , was die Leute von dir erzählen . Ich werde meine Versäumnis durch ein schönes Waffenkleid zur Erinnerung an die vergangenen Tage gut machen . Meine Hausfrau Gertrud sendet dir auch einen Gruß , und die andere Gertrud , die bald deine Schwägerin sein wird , hat einen andern Boten für ihre Grüße gewählt . « » Ich bringe sie « , sagte Heinrich , der Markgraf von Österreich , » und bringe die Ladung zur Vereinigung mit ihr . Bei diesem Feste werden die drei verwandten Gertruden in einem Saale sein . « » Ich nehme alle Grüße und Ladungen mit Freuden auf « , antwortete Gertrud . » Ich bin mit den zwei andern Brüdern auch hier « , sagte Otto , der Bischof von Freising , » um meine liebe Gertrud zu begrüßen . Wir haben kämpfen wollen , und finden nur Feste . Gott hat uns geführt , und das Gebet unserer frommen Mutter auf dem Kahlenberge hat uns begleitet . « » Sie hat gewiß gebetet , und ihr Gebet ist erhörenswert « , sagte Gertrud , » und du , den sie so liebt , wirst es gedenken . « » Wenn ich es kann , ist es durch meinen Wandel « , sagte Otto , » und den will ich unserer Mutter genehm zu machen suchen . « Als es Nacht wurde , ritten alle in den Wysehrad zurück . Witiko übergab an diesem Tage Rowno das Schwert , welches er für ihn aus Nürnberg gebracht hatte , und teilte an die Waldleute die Geschenke aus , die er für sie dort erworben hatte . Der König blieb drei Tage in der Stadt Prag . Es waren an diesen Tagen Feste der Kirche und andere Feste , und die Herren gaben sich Gastlichkeiten . Kostbare Fische und Speisen aller Art wurden herbei gebracht , und der Herzog Wladislaw vergalt an Wein , der an der Elbe gewachsen war , den , welchen die Herren vom Rheine und vom Neckar gebracht hatten . Es wurden Spiele gehalten , und die deutschen Ritter zeigten , was sie mit Waffen und Pferden konnten , und die böhmischen Herren zeigten , was in ihrem Lande gebräuchlich war . Unzählige Menschen waren gekommen , und die böhmischen Mädchen wiesen den fremden Reitern die Schönheit ihrer Landeskleider und ihrer Angesichter . Auch die Männer des Waldes kamen herzu , und ließen sehen , was sie an Laufen und Ringen und Springen vermochten , und der Schmied von Plan vermaß sich , zu sagen , kein Mann könne einen so schweren Stein heben wie er . Geschenke wurden gegeben und empfangen . Die Kundschafter meldeten , daß die Feinde wirklich auseinander gegangen seien . Am vierten Tage zog das deutsche Heer auf dem Wege zwischen dem Petrin und der Moldau hinaus , auf dem es herein gekommen war . Der Herzog Wladislaw nahm nun das verlassene Lager der Feinde in Empfang . Was an Wert dort war , wurde verteilt . Die Schleudergeräte , welche brauchbar waren , wurden zu dem Kriegszeuge des Landes gestellt . Das Holz der Verbalkungen und anderer Werke wurde den Armen gegeben . Die Verwundeten , welche man fand , wurden zu einer besseren Besorgung in die Burgflecken von Prag getragen , und die schlecht begrabenen Toten wurden besser mit Erde bedeckt . Die Priester sprachen den christlichen Segen über sie . Aus Dingen , die man in dem Lager oder auf dem Kampfplatze fand , konnte man erkennen , daß alle an den letzten Kämpfen Teil genommen haben mußten , die es vermocht hatten , Arbeiter , Schenken , Händler , Trödler , Troßbuben , selbst Frauen . Wladislaw ließ nun die Ebnung des Bodens beginnen , und verkündigen , daß alle , welche ein Eigentum dort haben , sich ausweisen sollen , um eine Entschädigung zu erhalten . Als diese Dinge geschehen waren , hielt der Herzog einen Rat , wie die Kirche des heiligen Veit und des heiligen Georg wieder aufzubauen sei , und wie man die Mauern der Stadt wieder herrichten und mehr festigen könne , damit sie künftigen Bestürmungen noch wirksamer zu widerstehen vermögen . Der Herzog , die Priester und die Herren des Rates beschaueten den Schutt der Kirche , und beschlossen , daß sie stärker und schöner aufgerichtet werde , und daß man ein steinernes Dach setze . Es wurden nun die Weisungen an die Werkmeister und Bauherren des Landes um Rat und Beihilfe gesendet . Darauf versammelte Wladislaw alle Führer der Krieger , und verteilte an sie Ländereien , Gold , Silber , Geschmeide , Waffen , Pferde , Gewänder , Gezelte , Kriegszeuge , und was sonst zum Lohn und zur Erinnerung dieser Tage zu dienen vermochte . Er bestimmte auch , was an alle übrigen Krieger zu verteilen sei , und gab die Art an , wie es sogleich getan werden müsse . Dann sprach er : » Wir haben nun einen kleinen Entgelt für eure Taten abgefertigt , wie wir ihn am Morgen nach meiner Ankunft in diesem Saale beraten haben . Er soll kein Lohn sein , sondern nur der Beginn des Lohnes , und was ein treuer Mann von mir wünscht , dafür werde ich zu aller Zeit ein offenes Ohr haben . Die Gabe stammt aus dem fürstlichen Gute , und das Gut hat nach den Kräften getan , die ihm jetzt eigen sind . Wir werden fürder ohne Hilfe fremder Männer die Mittel des Landes rüsten , um den Feind vollständig zu besiegen , und dann ist es nach dem Kriegsgebrauche Recht , daß das Gut des Fürsten durch das Gut des Feindes wieder erstarken und die Getreuen ihre Beteiligung erhalten . Wer in diesem Streite zu mir gezogen ist , und seine Männer gebracht hat , möge in seine Heimat ziehen , und dem Lande wieder helfen , wenn das Land seiner bedarf . Meine Krieger verteile ich an ihre bestimmten Plätze . Und so möge jeder das Denkmal der Waffenbruderschaft dieser Zeit dahin nehmen , und keiner in üblem Mute von hier scheiden . « Darauf sprach Otto , der Bischof von Prag . » Sie haben mich zur Antwort an dich gewählt , hoher Herr ! Wir sind in diesen Streit gezogen aus Liebe zu Gott und den Himmlischen , daß durch Blut und Wirrsal nicht der heilige Glaube , die heilige Religion und die christliche Sitte leide ; ferner aus Liebe zu dem Lande , daß es vor großem Schaden bewahrt werde , und dann aus Liebe zu dir , hoher Herr , daß dir dein Recht erhalten werde . Gott und die Heiligen haben geholfen , wir haben ihnen gedankt , und sind zu Ende . Wenn du großmütig wie deine Vorgänger Gaben verteilt hast , so ehren die Gaben uns , wie die Gaben deiner Vorgänger unsere Voreltern geehrt haben , und wir ehren die Gaben wieder und genießen sie in Ansicht ihres Ursprungs . Zur weiteren Schlichtung der Dinge wird dir die Treue der Deinen nicht fehlen . « » Es soll immer das Rechte und Gute geschehen « , rief Bolemil . » Das Rechte und Gute « , riefen nun alle Männer . Dann sprach wieder der Herzog . » Ehe wir scheiden , geliebte Herren , haben wir noch ein Urteil über einen Schuldigen zu sprechen . Er harret draußen , und hat sich in der Freude , die jetzt in dem Lande ist , zu dem Empfange seines Spruches gestellt . Der Spruch wird gerecht sein , und die Gerechtigkeit wird vollzogen werden . Rufet den Mann . « Einer der Krieger an der Tür des Saales ging hinaus , und kam mit Witiko zurück . » Witiko , tritt vor « , sagte der Herzog . Witiko ging von der Tür des Saales auf den Platz vor der Versammlung . Er hatte das Ledergewand an , welches er auf dem Ritte bei Chynow getragen hatte , und in welchem er vor der Wahlversammlung in dem großen Saale des Wysehrad gestanden war . Der Herzog sprach : » Ihr kennet diesen Mann , und habt ihn schon einmal vor euch gesehen . « » Wir kennen ihn « , sprach Bolemil . » Wir kennen ihn « , sprach Lubomir . » Wir kennen ihn « , sprach Otto . » Wir kennen ihn « , sprach Zdik . » Wir kennen ihn « , sprachen viele . » Odolen , der du die Tat des Mannes gesehen hast , derentwillen er hier steht , erzähle in Getreuem , was sich alles zugetragen hat « , sagte der Herzog . Odolen erhob sich von seinem Sitze , der in einer hinteren Reihe stand , und sprach : » Hoher Herr ! Wir ritten zwischen Pilsen und dem Dorfe Holaubkau . Da kam eine Schar von Reitern der Feinde . Es waren die Fürsten Wratislaw von Brünn , Otto von Olmütz , und Wladislaw , der Sohn des Herzogs Sobeslaw , unter ihnen . Es wurde ein Kampf . Wir waren ihnen an Zahl um vieles überlegen . Wir standen so , daß sie mit dem Rücken gegen das Lager der Unsrigen gekehrt waren , wir gegen das Lager der Ihrigen . Der Sieg zeigte sich für uns . Witiko befehligte eine größere Zahl Reiter als ich . Da die Feinde zur Flucht drängten , hieß Witiko seine Reiter nach der Seite wenden , daß ich glaubte , er wolle die Feinde umgehen , und in ihrem Rücken ihre Flucht hemmen . Es wurde aber eine Lücke gegen Prag , sie wendeten ihre Pferde , und flohen durch die Lücke in der Richtung gegen Prag hin . Meine und Witikos Reiter riefen Verrat , kamen in Unordnung , und als die Ordnung wieder hergestellt war , hatten die Feinde eine große Strecke vor uns . Witiko übergab seinen Befehl an mich , ich ordnete die Verfolgung an . Witiko ritt als Streiter mit uns . Auf dem Wege fanden wir die hölzernen Häuser des Dorfes Holaubkau brennen . Wir konnten durch den Brand nicht hindurch , und ehe wir einen Umweg entdeckten , war so viele Zeit vergangen , daß die Erreichung der Feinde vereitelt war . Wir kehrten um , Witiko mit uns , und in dem Lager ging er zu dem erlauchten Herzoge Wladislaw . So ist die Sache . « Nach diesen Worten setzte sich Odolen wieder nieder . » Witiko , sprich « , sagte der Herzog . Witiko neigte sich vor dem Herzoge , und sprach : » Ich habe den Kriegsfehler nicht gemacht , daß ich die Flucht der Feinde gegen das Lager der Unsrigen zu hemmen gesucht hätte . Ich wollte sie zu den Ihrigen entfliehen lassen , und es ist gelungen . Weil drei Fürsten selber so weit gegen unser Lager vorgeritten waren , habe ich gedacht , sie müssen etwas Bedeutungsvolles im Sinne haben . Weil sie aber zeigten , daß es nicht auf die Unterwerfung an den erlauchten Herzog Wladislaw abgesehen sei , so konnte es nur sein , daß sie nicht durch Späher und Gerüchte Entmutigung in das Heer Konrads von Znaim kommen lassen wollten , sondern selber vorritten , um nach der Rückkehr Mut und Anspornung zu den Ihrigen zu bringen . Aber unsere Sache war so , daß sie selber gegen ihren Willen die Fruchtlosigkeit weitern Kampfes zu Konrad zurückbringen mußten , und so habe ich sie , daß keine Verzögerung würde , entkommen lassen . Verrat beging ich nicht ; denn sonst wäre ich bei den Feinden , ich habe gegen das Kriegsgesetz gefehlt und gegen den hohen Herzog gefehlt , und erwarte die Strafe . « » Wir kennen , was sich begeben hat « , sagte der Herzog . » Nun sprecht , Männer , ist Witiko strafbar ? « » Witiko ist strafbar , und hat für seine Jugend weise gehandelt « , sagte Zdik , der Bischof von Olmütz . » Und was spricht mein Bruder Diepold ? « fragte der Herzog . » Ich spreche nicht « , sagte Diepold , » Fürsten aus Premysls Stamme stehen gegen uns , man soll nicht sagen , daß mich irgend eine Scheelsucht leite . « » Und Heinrich ? « sprach der Herzog . » Ich rede wie Diepold « , sagte Heinrich . » Und Bolemil ? « fragte der Herzog . Bolemil sprach : » Wir haben gesagt , daß die Hilfe des Fremden in unserem Streite ein Unglück ist , und daß die Sache sehr schnell entschieden werden sollte . Sie ist entschieden , der Fremde ist fort , und es hat keines Schwertes bedurft . Wie es Gott so gefügt , wer kann entscheiden ? Witiko aber hat in dieser Art gehandelt , strafe ihn so hart du darfst , weil er deine Rechte geübt hat . « » Und was sagt Lubomir ? « fragte der Herzog . Lubomir sprach : » Witiko ist gut wie ein Kind , ich habe ihn wie mein Kind angesehen , da er bei mir gewesen ist , und werde ihn so ansehen , weil er keinen Vater hat . « » Und Wsebor ? « sagte der Herzog . » Strafe ihn nach Ermessen « , sagte Wsebor . » Und du , Diwis ? « sagte der Herzog . » Strafe ihn , wie du es verstehst « , sagte Diwis . » Nach deiner Weisheit « , sagte Chotimir . » Und Daniel ? « fragte der Herzog . » Weil du mich rufst , hoher Herr « , antwortete der Priester Daniel , » so sage ich : ich kenne nicht genau das Streiten ; aber der Frieden des Heilandes und seine Liebe zu dem menschlichen Geschlechte soll über allen Ländern schweben . « » Und was spricht Welislaw ? « fragte der Herzog . Welislaw sagte : » Witiko hat bei Chynow für sein Pferd entschieden gehandelt , daß wir ihm folgen mußten , und hat jetzt für das Land entschieden gehandelt . « » Und ist einer hier , der Witiko für einen Verräter hält ? « fragte der Herzog . Es antwortete keine Stimme . » Nun , da ihr schweigt « , sagte der Herzog , so spreche ich , wie folgt : » Witiko , du hast in der Schlacht auf dem Wysoka einen großen Dienst getan , und nach der Schlacht wieder gedient . Als vor einigen Tagen die Führer in diesen Saal kamen , um die Entgeltung der Verdienste zu beraten , und als sie heute kamen , um die Entgeltung zu empfangen , warest du nicht unter ihnen . Du hattest die Führerschaft eines meiner Reiterfähnlein an Odolen gegeben , und die Führerschaft der Waldleute noch nicht übernommen . Dein Entgelt an Gold , Gewändern und Waffen ist in meiner Kammer , und zwei Pferde sind für dich in meinem Stalle . Empfange alles . Bei Pilsen bist du nicht ein Verräter gewesen , und hast nicht Abfall gesonnen ; denn das hättest du gesagt , wie du es mir vor zwei Jahren gesagt hast ; aber du hast das Kriegsgesetz und mein Recht verletzt , und ich strafe dich ; du bleibst so lange von meinem Hofe verbannt , bis ich dich rufe , und zahlst sechshundert Denare in den Schatz des Landes , und weil du deine Pfennige jetzt selber brauchen wirst , so leiht dir meine Kammer die Denare . Jetzt entferne dich . « Witiko verneigte sich , und verließ den Saal . » Ich glaube , es war nicht zu hart « , sagte der Herzog . » Nein , nein « , riefen mehrere Stimmen . » Nun haben wir noch mit einem Krieger zu sprechen « , sagte der Herzog , » führt Dimut , die streitende Schwester des Wladyken Rowno , herein . « Zwei junge Ritter des Herzoges gingen durch die Tür hinaus , und geleiteten nach einer kurzen Weile Dimut herein , welcher mehrere Mädchen folgten . Dimut war in ein weites fließendes Gewand von veilchenblauer Farbe gekleidet , das von einem silbernen Gürtel zusammen gehalten wurde . Die schwarzen Haare waren in einem Silbernetze . Als sie vor den Herzog gekommen war , sagte er : » Dimut , wir können dir keinen Sitz anbieten . Ein Krieger , der kein Führer ist , muß vor den Führern stehen , und ein Krieger bist du , wenn du auch keine Kriegsgewänder an hast . « » Ich stehe , Herr « , sagte Dimut . » Dimut « , sprach der Herzog , » die Bischöfe , Priester , Fürsten , Herren und Lechen dieses Saales erkennen , daß du heldenmütig gewesen bist , wie dein Geschlecht es nicht ist , und daß du Dank und Gaben verdienst . Den Dank sagen wir hier , und in Prag und in dem Lande werden sie es sagen , was du getan hast . An Gaben sind wir arm . Ich gebe dir ein Kriegerkleid , Goldschmuck , ein Schwert , das so klein ist wie das deinige , und ein weißes Pferd , das meine Herzogin mit Silber geschmückt hat . Deinem Bruder habe ich Land an seinem Lande gegeben , und du wirst es mit genießen . Und ich warte , daß dich einer als Hausfrau heim führt , und werde dann sinnen , was euch erfreuen kann . Du mußt jetzt mit deinem Bruder nach Hause gehen , daß du wegen des Verrates , den du an der Veste Rowna geübt hast , gestraft werdest . Wenn du die Strafe abgebüßt hast , komme nach Prag , du gehörst zu der Herzogin , bleibe bei ihr , oder gehe wieder nach Hause , oder komme , so oft du willst . « » Hoher Herr « , antwortete Dimut , » ich verdiene keinen Dank und keine Gaben , weil ich getan habe , was ich nicht lassen konnte . Was mir deine Huld beschert , dafür gebührt dir der Dank , ich sage ihn , und werde alles mit Freude gebrauchen . Man sagt , du werdest die zerstörten Heiligtümer wieder schöner aufbauen , als sie gewesen sind . Ich werde dann kommen , in ihnen zu beten , und dann werde ich in Ehrfurcht zu der hohen Herzogin gehen . « » Nun so nimm als Krieger Abschied von den Kriegern , die mit dir gekämpft haben , Dimut « , sagte der Herzog , » und auch von denen , die mit dir gekämpft hätten , wenn sie nicht mit mir nach Deutschland hätten ziehen müssen . « Die Männer erhoben sich von ihren Sitzen , und näherten sich Dimut . Diepold reichte ihr die Hand , Heinrich reichte ihr die Hand , das taten auch die Bischöfe und die Äbte , der greise Bolemil , Lubomir , Diwis , Chotimir , Wsebor , und alle älteren Führer . Die jüngeren Krieger drängten sich herzu , faßten nach ihrer Hand , und sprachen zu ihr . Welislaw sagte : » Du gibst mir noch den Pfeil nicht . « » In meinem Leben nicht « , sagte Dimut . Als alle Männer zurück getreten waren , sagte der Herzog : » Nun verschmähe auch meine Hand nicht . « Er reichte sie ihr . Dimut faßte sie , und neigte sich mit der Stirne auf sie . Da sie zurück getreten war , sagte sie : » Herrsche glücklich und gerecht , hoher Herr . « » Gehe mit Gott , Dimut « , sagte der Herzog , » gebe der Himmel das eine , und vermöge ich das andere . « Dimut wendete sich , ihre Mädchen umringten sie , und sie gingen aus dem Saale . » Und nun , hohe Herren « , sagte der Herzog , » gehabt euch wohl als Krieger und nach dem Kriege . Als Freunde kommen wir heute am Abende noch in der Hofburg zusammen , vielleicht führt bald den einen oder den andern sein Wille auf den Heimweg . Möget ihr dort alles gut finden , und bringet meinen Gruß euern Angehörigen und denen , die im Lande um euch wohnen . « Nach diesen Worten riefen die Männer dem Herzoge ein Lebewohl zu , er dankte entblößten Hauptes , und sie verließen den Saal . In dem Lager auf dem großen Verkaufsplatze zwischen dem rechten Burgflecken und dem Wysehrad wurde an dem Tage auch eine große Bewegung . Männer aus den Hofherren des Herzoges waren bei den verschiedenen Abteilungen , die Führer kamen aus der Hofburg zu ihren Kriegern , und man verteilte die Gaben und Geschenke des Herzoges an jeden Mann , der in dem Lager war . So geschah es auch bei den Männern aus Budissin , welche in der Nähe des Dorfes Buben ihren Platz hatten . Sie empfingen Lohn , daß sie gekommen , und zu dem Streite bereitwillig gewesen waren . Und so geschah es auch bei den Verteidigern der Stadt Prag . Diepold war bei ihnen , und alle Führer waren bei ihnen , welche den Kampf mit ihnen geteilt hatten . Sie erhielten reiche Geschenke , und die , welche verwundet worden waren , empfingen noch besondere Gaben . Vor dieser Frist wurde Witiko zu dem Herzoge gerufen . Der Herzog gab ihm die Führerschaft über die Waldleute zurück , und sagte , er möge zu den Seinigen eilen , um bei der Verteilung der Gaben zu sein , welche sie für ihre Taten erhalten sollen . Witiko dankte , und ritt zu den Männern des Waldes . Da waren schon Hofherren , da war Rowno , Hermann , Wyhon , Diet , Wolf , Wernhard , und alle , die zu führen gehabt hatten . Und die Gaben wurden verteilt . Als Witiko erschien , begann auch die Verteilung bei den Seinigen . Sie war reichlich , und der Kammerschreiber gab ihm auch Geld für diejenigen , die vom Wysoka heim gegangen waren , und für die Angehörigen der Toten . Es war viel Freude und Frohlocken , und sie zeigten sich wechselweise , was sie bekommen hatten . Der Herzog und die Herzogin ritten in schönen Gewändern mit einem Gefolge , das in prunkenden Kleidern war , zu allen Abteilungen , an welche die Gaben gereicht wurden . Am Abende dieses Tages waren Festmahle in allen Lagern , es waren Feste in den beiden Burgflecken von Prag , und in dem Burgflecken des Wysehrad , und es war ein Festmahl in der Hofburg des Herzogs . Witiko ritt zu dem Festmahle des Herzogs , und wurde von vielen seiner Leute bis zu dem Tore begleitet . Nach dem Mahle wurde er in das Priesterhaus geführt , in welchem ihm wieder seine Wohnung bereitet worden war , weil man die Lager zu verlassen begann . Am Morgen des folgenden Tages ging er zu den Seinigen , um sie zu begrüßen , und Anordnungen zu treffen . Sie standen oder saßen im Sonnenglanze an den Hütten oder Schirmen , die sie auf ihrem Platze errichtet hatten , herum , und sprachen von verschiedenen Dingen . Sie sprachen von dem , was geschehen war , von ihren Geschenken , und zeigten sich dieselben neuerdings wieder , und mancher zählte sein Geld aus einer Hand in die andere . Der Schmied von Plan hatte ein sehr großes und starkes und altes Waffenhemd erhalten , und hatte es über seinen groben Rock angetan . David der Zimmerer , welcher auf dem Berge Wysoka verwundet worden war , trug alle Geräte des Zimmerwerkes herbei , welche klarer und spiegelnder waren , als er je gesehen hatte . Veit Gregor zeigte ein Becken aus Silber , in welches er das heilige Wasser , wenn es im nächsten Frühlinge geweiht sein würde , zu gießen gesonnen sei . Tom Johannes , der Fiedler , saß auf Holzblöcken , welche zum Verbrennen hergerichtet waren . Er hatte eine Geige in der Hand , und betrachtete sie . » Da hast du ja wieder eine Fiedel « , sagte Witiko . » Ich habe niemals etwas so Schönes gesehen « , antwortete Tom Johannes , » und wenn ich daran kneipe , so klingt sie , wie gar keine geklungen hat . Ich werde jemanden in Plan unterrichten , daß er sie streichen lerne , damit wir auch hören , wie sie singt . « » Du wirst sie schon selber streichen , daß sie singt « , sagte Witiko . » Ach , Witiko « , sprach der Fiedler , » du bist doch ein Tor . « » Wir werden sehen , ob ich ein Tor bin « , sagte Witiko . Er zeigte nun auch manches von dem , was er von dem Herzoge erhalten hatte , und es wurden die Pferde herbei geführt , daß die Waldleute sie sähen . Sie waren ganz gleich lichtbraun , und mit Silber gezäumt . Raimund führte sie hierauf wieder in das Priesterhaus . Jeder der Knaben Osels ritt auf einem weißen Pferdchen herum , das er von dem Herzoge erhalten hatte . Witiko hieß nun die Seinen sich zum Abzuge in die Heimat rüsten , und sagte , daß er sie bis zu ihren Häusern führen werde . In dem Lager auf dem großen Marktplatze wurden die Gezelte abgebrochen , und die Krieger bereiteten sich zum Fortziehen . Die Männer von Budissin gingen in der Richtung nach ihrer Heimat davon , und die Lechen ordneten die Ihrigen zum Heimwege , nur diejenigen , welche mit dem Herzoge zu der Hochzeit Heinrichs , des Markrafen von Österreich