ihn nach , und die in den Burgflecken auch , daß man die Stimmen von oben herab und von unten hinauf zu hören vermochte . Kundschafter kamen und sagten , daß die Feinde abgezogen seien . Da ertönten , als die Sonne sich erhob , die Glocken der Kirche der heiligen Jungfrau Maria , die Glocken der Kirche am Teyn , und es ertönten die Glocken in den Burgflecken , die Glocken der Kirchen im Wysehrad , und in allen Kirchen wurden Gottesdienste gefeiert . Fabian , der Zupan vom Wysehrad , sandte Boten an Diepold , die sagten , daß die Burg dem Herzoge unverletzt sei . Nun wurde gerufen , daß man hinaus gehen , und das Lager der Feinde plündern solle . Diepold aber verweigerte es ; er ließ die Tore und die Mauern besetzt , und sandte wieder Kundschafter aus . Die Männer zeigten sich nun von den Mauern die Stellen , wo gekämpft worden war , wo arge Geschosse gestanden waren , und was sonst die Feinde getan hatten . Gegen Menschen , die sich in dem Lager blicken ließen , befahl Diepold einige Steine zu werfen . Darauf gingen sie fort . Die Kundschafter kamen wieder , und sagten , das Heer der Feinde sei im Eilwege in der Richtung nach Mähren . Diepold ließ nun das Brückentor öffnen . Da es zwei Stunden nach dem Mittage war , sprengten Reiter vom Abende her gegen die Stadt , welche rosenfarbene Fähnlein auf den Lanzen trugen . Sie ritten ein , und meldeten , daß der Herzog Wladislaw am Abende dieses Tages mit seinen Scharen in Prag eintreffen werde , daß der König Konrad ihm mit einem großen Heere folge , und morgen kommen werde . Die Feinde seien schon eine Tagereise weit von Prag entfernt , und würden sich auflösen . Diepold ließ die Kunde allen seinen Kriegern mitteilen , und die Herzogin ließ sie in der Stadt und in den Burgflecken ausrufen . Diepold sendete Leute zur Hut in das verlassene Lager der Feinde . Am Nachmittage war der Weg nach dem Petrin hin mit Menschen gefüllt . Gegen die Abendzeit , ehe die Sonne den Berg Petrin rot färbte , sah man in ihrem Scheine vom Abende her unzählige Lanzen funkeln . Sie wogten auf und nieder wie von Reitern getragen , und näherten sich , und man erkannte dann das blaue Banner und die rosenfarbenen Fähnlein , und in der Mitte die große rote Fahne . Es war die Schar Wladislaws , des Herzogs von Böhmen und Mähren . Ein luftbewegender Ruf erhob sich weit draußen jenseits des Berges Petrin , und ging an allen Menschen bis in die Stadt hinein . Das große rosenrote Banner auf den Zinnen der Stadt rückte nun bis an die Spitze seines Tragbaumes empor . Der Herzog Wladislaw ritt mit den Seinigen sehr langsam auf dem Wege an der Moldau zwischen der Menschenmenge gegen die Stadt Prag dahin . Sein Schwert war in der Scheide und sein Haupt entblößt . Nur der Schmuck der blonden Haare war auf demselben und um die Stirne . Alle Glocken der Stadt und der Burgflecken begannen zu läuten . Neben dem Herzoge ritt in schöner Rüstung der Bischof Zdik , dann ritt Welislaw in schönem Gewande , Odolen in schimmerndem Ringleinpanzer , Witiko mit besonders schönem Kleide geziert , die zwei Hofkapläne in Rüstungen , und Zupane und Wladyken und andere Führer . Viele deutsche Jünglinge hatten sich dem Zuge beigesellt , Wolfgang von Ortau mit dreien seiner Freunde zu Witiko , Rudolph von Bergheim mit drei Freunden zu Welislaw , Hanns vom Wörthe mit fünf Freunden zu Odolen , und Adalbert von der Au , und Werinhart von Hochheim , und der junge Graf Heinrich von Rineck . Da der Herzog gegen die Stadt kam , warfen Knaben in schönen Kleidern und schöngekleidete Mädchen Blumen und Zweige auf den Weg , und das Volk warf grüne Reiser und Kränze , und sang Lieder . An dem Brückentore harrete Otto , der Bischof von Prag , mit seinen Priestern , mit den Priestern der Burgflecken und den Jungfrauen des heiligen Georg , dann der Propst vom Wysehrad mit seinen Priestern , dann die Äbte mit ihren Priestern , und dann die Herren des Hofes . Da Wladislaw vor dem Bischofe angekommen war , stieg er von seinem Pferde . Der Bischof begrüßte ihn mit dem Zeichen des Segens , und er und die Priester und die Jungfrauen sprachen die Begrüßungsworte . Wladislaw antwortete dem Gebete mit der Kirchensprache , dann grüßte er den Bischof , und küßte seine Stirne . Dann bestieg er wieder sein Pferd , und zog im Geleite aller , die da waren , und in dem Geleite seines Heeres in die Stadt empor . Da er zu den Trümmern der Kirche des heiligen Veit gekommen war , stieg er wieder von dem Pferde , kniete vor der Kirche nieder , und tat ein Gebet . Dann ritt er zu der Kirche der heiligen Jungfrau Maria , ging in dieselbe , und betete . Hierauf ritt er gegen die Zinnen der Stadt . Dort standen alle Krieger , welche die Stadt verteidigt hatten . Als er zu ihnen gekommen war , stieg er von dem Pferde , schritt zu dem Baume , auf welchem das große Banner war , berührte den glatten Schaft , und rief : » So beginnt mein Befehl und meine Macht wieder über alle , die in Prag sind . « Dann wendete er sich gegen die , welche neben dem Banner standen . Da war Diepold , der Befehler der Verteidigung , und es waren alle Führer , und hinter ihnen alle Unterführer , und hinter diesen die Krieger . Die Herzogin stand unter den Führern . Wladislaw verlangte sein Pferd . Man führte es herzu , er bestieg es , und stellte sich mit ihm gegen die Männer . Dann zog er sein Schwert aus der Scheide , und begann mit demselben das Grüßen . Er grüßte zuerst Diepold , indem er das Schwert tief senkte , dann grüßte er den alten Bolemil , der aufrecht da stand , er grüßte den alten Wsebor und den alten Preda , dann Lubomir und Diwis , dann die Führer , dann die Herzogin Gertrud und Dimut , die neben der Herzogin stand , und dann weiter alle die Unterführer . Die gegrüßt worden waren , dankten mit dem Schwerte . Dann grüßte der Herzog mit seinem Schwerte weithin ausholend das ganze Heer der Verteidiger . Dann das Schwert in seiner Rechten haltend sprach er : » Männer , Freunde , Brüder , Kampfgenossen ! Seid gegrüßet in dem Herrn . Wir sind wieder vereinigt . Gott hat alles gewendet . Kein Feind ist mehr vor der Stadt und in dem Lande , und es ruht der Kampf . Lob , Preis und Ehre allen , die dazu gewirkt haben . Ihr habt im Mute der Helden diese Stadt geschirmt , und mit Herzen der Männer ausgedauert . Lob und Dank euch allen . Lob und Dank denen , die Lob und Dank nicht mehr hören können , weil sie den Tod herrlicher Krieger gefunden haben ; Lob und Dank denen , welche Wunden an ihrem Körper tragen , denen sie für das Recht entgegen gegangen sind ; Lob und Dank auch dem edlen Herzoge Sobeslav , der diese Mauern so gefestigt hat , daß sie euch die Stadt verteidigen halfen ; Lob und Dank allen Vorgängern , die den Schutz des Herzogstuhles gepflegt haben ; Lob und Dank denen , welche aus dem ganzen Lande sich zu mir gesellt und die Macht so erhöht haben , daß die Feinde vor ihr flohen , und Lob und Dank denen , die dem Feinde den Mut genommen haben : das größte Lob und den größten Dank aber dem , ohne den alles vergeblich gewesen wäre , dem großen dem gerechten dem allmächtigen Gott . Ihr habt ihm schon gedankt , ich tat es auch schon , vereinigt werden wir ihm morgen danken , wenn das erste Licht scheint . Morgen kömmt der König Konrad , empfanget ihn als Gast , nicht als Hilfsgenossen ; denn es ist keine Schlacht mehr . Er wird den Kirchenfesten beiwohnen , und dann in sein Land zurückkehren . Und nun noch einmal : Gruß und Dank . Für heute abend lade ich alle Führer und Unterführer zum Mahle in die Hofburg . Albero , der Erzbischof von Trier , hat Wein und der König Konrad allen Bedarf in die Stadt geschickt . Teilt den Männern auf den Wällen aus und den Leuten in der Stadt , die Mangel haben . Nach der Kirchenfeier kommet morgen in den Saal der Hofburg , daß wir kurz einen kleinen Entgelt für alle die Mühe beraten . Ich gehe jetzt in mein Haus , geleitet mich , wenn es euch gefällt , und zum dritten Male : Gruß und Dank . « » Gruß und Dank « , riefen alle Männer einstimmig , und schlugen an ihre Schwerter . Der Herzog steckte sein Schwert in die Scheide , wendete sein Pferd , und begann mit seinem Geleite den Zug in die Hofburg . Die beiden Heere begleiteten ihn , wie der Raum es zuließ . Da sie an dem Hofe angekommen waren , hingen an dem Tore Blumengewinde , und es standen schöngekleidete Jungfrauen mit Blumenkränzen und Blumensträußen vor dem Volke da , und Gras und Laub und Blumen bedeckten den Boden . Eine aus den Jungfrauen sprach zu dem Herzoge Wladislaw Begrüßungsworte , und reichte ihm einen Strauß . Der Herzog nahm den Strauß , und dankte ihr . Dann sangen alle Jungfrauen einen Begrüßungsgesang . Der Herzog dankte gegen alle hin . Da es stille geworden war , stieg er von seinem Pferde , ging zu der Herzogin , faßte sie an ihrer Hand , küßte sie auf die Stirn , und sprach : » Hocherlauchte und vielliebe Frau ! Ich habe Euch auf den Mauern als Führer begrüßt , und begrüße Euch jetzt als Herzogin . Ich führe Euch von dem Kriegsplatze in Euer Haus , und seid bedankt für das , was ihr über Euer Geschlecht getan habt . « Hierauf wendete er sich zu Diepold , schloß ihn in die Arme , und sprach : » Sei gegrüßt , mein lieber Bruder , gehe unter mein Dach ein . « » Sei gegrüßt « , sagte er dann zu Bolemil , und nahm seine rechte Hand . Dann reichte er die Hand an den Bischof und die Äbte , an Diwis , Lubomir und an mehrere . » Sei gegrüßt , Jungfrau « , sprach er zu Dimut , » du bist so tapfer als schön , wir sind in deiner Schuld , und Rowno wird dich nicht zu hart strafen . « Die Führer des Heeres des Herzogs näherten sich denen der Verteidigungsscharen , reichten die Hände , und gaben Grüße . » Du schöner Krieger « , sagte Welislaw zu Dimut , » du fängst ja die Pfeile der Feinde mit den Händen ? « » Durch das Wunder eines Heiligen , den ich nicht kenne « , sagte Dimut , » ist ein Pfeil ohne Schaden zwischen mein Panzerhemd und den Kleiderärmel gedrungen , und ich habe mir den Pfeil aufbewahrt . « » Wenn ich ein hoher Mann dieses Reiches wäre « , antwortete Welislaw , » würde ich dich um den Pfeil bitten . « » Und wenn du ein hoher Mann des Reiches wärest « , entgegnete Dimut , » würde ich dir den Pfeil nicht geben . « Der Herzog aber führte nun die Herzogin im Geleite seines Bruders Diepold , der Führer , der Hofherren und der Frauen in den Herzogshof . Die Jungfrauen erhoben wieder einen Gesang , welchen sie lieblich fortführten , da auch der Herzog nicht mehr unter ihnen war . Dann mischte sich eine Stimme von dem Volke bei , und wieder eine , und wieder eine , und endlich sangen die Krieger und das Volk jenen Gesang , welcher in dem ganzen Lande Böhmen bekannt und geliebt war . Als der Gesang geendet war , harreten sie eine Weile , und sangen ihn dann noch einmal . Dann aber zerstreueten sich die Menschen nach allen Richtungen . Die Scharen des Herzoges Wladislaw wurden über die Brücke in den rechten Burgflecken geführt , um auf dem großen Marktplatze zwischen dem Burgflecken und dem Wysehrad zu lagern . Von den Männern Diepolds wurden die ausgelesen , welche auf den Wacheplätzen und Spähetürmen sein mußten , die andern durften in ihre Lagerstellen und in ihre Ruhestellen gehen . Als die Krieger Wladislaws auf dem großen Marktplatze angekommen waren , und sich einzurichten begannen , ritt Witiko mit Lambert Augustin und Urban und mit seinem Knechte Jakob im Geleite Wolfgangs von Ortau und seiner drei Freunde von ihnen weg zu den Waldleuten . Diese hatten ihre Lagerstelle noch auf dem Walle , wo sie die Mauern verteidiget hatten . Da sie die heran reitenden Männer sahen , stellten sie sich zusammen , und die auf dem Boden lagen , erhoben sich , und die , welche Witiko auf dem Berge Wysoka zu ihrem Führer erwählt hatten , und alle andern auch , die von dem Walde stammten , riefen ihm einen Gruß zu . Witiko rief ihnen auf seinem Pferde sitzend entgegen : » Seid mir von Herzen gegrüßt , alle ihr Männer , deren Heimat von Fichtenzweigen umweht ist oder von den Zweigen der Tannen und Föhren , oder umrauscht von denen der Buchen und Ahornen , welche zu den Millionen der Bäume gehören , die da wachsen , wo die junge Moldau von Abend gegen Morgen geht . Ich erkenne es , daß wir ein anderes Geschlecht sind , als das auf den offenen Feldern . Wir sind hart und arm aber guten Herzens und guter Treue . Ich glaube , daß die Waldmänner fest zusammen gehalten haben . Und ihr seid im besondern gegrüßt , die ihr mich jungen Krieger zu euerm Vormanne gewählt habt . Ich bin wieder bei euch . « Nach diesen Worten stieg er von seinem Pferde , seine Begleiter stiegen auch von den ihrigen , und sie traten näher zu den Männern . Es kam auch Rowno herzu , und Diet und Osel und Hermann und mehrere andere . » So seid ihr also noch immer zwischen den gemauerten Steinen « , sagte er , » wir sind indessen durch ein weites grünes Land geritten , und wieder durch ein weites grünes Land zurück . Ihr habt bittere Arbeit getan , wenn ihr nur nicht zu Großes erduldet habt . « » Es ist zum Ertragen « , sagte Stephan der Wagenbauer , » sei gegrüßt , Witiko . « » Sei gegrüßt « , rief Adam . » Sei gegrüßt « , rief Paul Joachim . » Ich grüße dich auch , Witiko « , sagte Christ Severin der Wollweber , » dem Wolfgang haben sie mit einem Steine den Kopf eingeschlagen . Er hat kein Weib und keine Kinder , und seine Mutter wird um ihn weinen . Dem starken Simon vom Reutschlage hat einer , da wir das große Schleuderholz anzündeten , die Gehirnschale entzwei gehauen . Osel hat eine doppelte Wunde erhalten . « » Es ist mehr Blut als Verletzung gewesen « , sagte Osel , » und die Sache bessert sich schon . « » Und Grup von Wettern hat drei Wunden erhalten « , sagte Christ Severin , » und Wolf von Winterberg eine , und Branis aus Rowna eine . Dem Schmied haben sie den linken Arm mit einem Stricke an den Leib gebunden , weil er sich ihn verrenkt hat ; dem Mathias haben sie , als wir in der Nacht auf der sumpfigen Wiese draußen waren , mit einem Pfeile den Ohrflügel durchschossen , Zacharias hat ein Pfeilloch im rechten Arme , es heilt aber schon , und dem Maz Albrecht hat ein Balken das ganze Fleisch auf der Brust zerrissen , hat aber die Rippen nicht brechen können , und er wird heil . Wir andern sind gut , und haben Schrammen und blaue Flecke . « Jetzt nahm Peter Laurenz , der Schmied , das Wort , und rief : » Du hast den Urban gesund zurückgebracht , das ist gut , Witiko , und er sitzt recht schön auf dem Pferde , wie ihr herzu geritten seid . Er wird noch viel lernen . Und sieh nur , Witiko , was wir für einen schönen großen Schleuderschragen haben . Steine , die wir unser fünf Männer kaum heben konnten , haben wir mit dem Haspel auf die Dächer ihrer Holzhäuser geworfen , die sie herzu geschoben haben , als ob ich nach einem Uhu würfe . Wir hätten ihnen die Stadt schon noch eine Weile nicht gelassen , bis alles zerbröckelt und angezündet gewesen wäre wie die Kirche des heiligen Veit und des heiligen Georg . « » Ihr habt gekämpft , und wir haben zu keinem Kampfe gelangen können « , sagte Witiko . » Weil sie vor dem neuen Heere davon gerannt sind « , antwortete der Schmied , » der Herzog wird uns doch von den kostbaren Dingen im Lager etwas geben , die sie jetzt so bewachen lassen , und morgen kömmt der König Konrad , hat er gesagt , und wir werden ihn und die Ritter sehen . « » Und ich habe gar nichts tun können « , sagte Tom Johannes . » Du hast die Leute angeeifert « , antwortete Witiko . » Und sie haben nicht gefolgt « , entgegnete der Fiedler . Urban drängte sich jetzt auch vor , sprach mit den Männern von der Kuckuckspfeife und dem Messer und dem Buffenrocke , den er sich gebracht habe , und der noch bei dem Packzeuge sei . Und auch Lambert und Augustin begannen zu erzählen . Witiko aber wendete sich zu Rowno , und sprach : » Verzeihe , ehrenvoller Wladyk , daß ich zuerst die Männer begrüßte , welche zu mir gehören . Ich bringe dir jetzt den Freundschaftsgruß , und den Dank , daß du sie geführt hast . Gewähre mir die Bitte , ein Schwert aus guter Waffenarbeit Nürnbergs , welches ich dir gebracht habe , anzunehmen . Ich denke , daß alle willig gewesen sind . « » Willig und treu wie die Waldleute « , antwortete Rowno . » Ich grüße dich , Witiko , ich nehme dein Geschenk gerne an , und gebe dir die Leute mit einigen Beschädigungen wieder . Den Wolfgang von Plan und den starken Simon vom Reutschlage kann ich dir nicht mehr geben . Sie liegen schon in der Erde der Stadt Prag . Sie haben ihrem Platze genug getan , und Simon hat den Feinden im vorhinein vergolten , ehe sie ihn weggerafft haben . « » Wir werden die Mutter Wolfgangs in Plan trösten und stützen « , sagte Witiko , » und um Simon tut es mir leid , er ist ein starker treuherziger Mann gewesen . Hat er Angehörige ? « » Die vom schwarzen Bache sagen « , antwortete Rowno , » daß er Vater und Mutter hat und einen Bruder , der an der Stelle des Alten die Felder besorgt . « » Gott lohne ihm , er hat ihn gerufen « , sagte Witiko , » und den Seinigen werden wir helfen , wie wir können . « » Man kann in einer Stadt nicht viel tun , wenn man bloß abwehren muß « , sagte Rowno , » aber zur Erhaltung haben wir doch beigetragen . « » Beigetragen und es wird anerkannt « , sagte Witiko . » Wir gehören nun wieder zu dir , Witiko « , rief David der Zimmerer mit heller Stimme . » Zu dir « , rief Philipp . » Zu dir « , riefen mehrere Stimmen . » Zu dir « , riefen dann alle . » Wir gehören zu ihm « , sprach der Schmied , » weil er zurückgekehrt ist , wie wir gesagt haben , wir gehören zu ihm , so lange diese Sache dauert . « » Freunde und Waffengenossen « , sprach Witiko , » die Sache ist aus . Es ist kein Feind mehr da , der Herzog hat die Länder und den Fürstenstuhl , und wir können nach Hause gehen . Er hat aber befohlen , daß er noch mit uns sprechen will . « » Wenn der Herzog mit uns sprechen will , warten wir schon « , sagte der Schmied . » Jetzt aber gehabt euch wohl « , sagte Witiko , » ich und Urban und Augustin und Lambert und Jakob gehören noch zu des Herzogs Leuten , und müssen zu ihnen . Morgen und zunächst wird sich schon das andere fügen . Heute werden noch Speisen und Getränke zu euch geschafft werden , genießet sie fröhlich und gedenket unser . « » Wir gedenken eurer « , riefen die Männer . » Wie du schön angezogen bist , Witiko « , sagte Tom Johannes der Fiedler . » Ich habe dir auch ein Wams aus Nürnberg gebracht , du armer Mann « , antwortete Witiko , » es wird , wenn du im Sommer keinen Rock an hast , weithin im Walde leuchten . « » Das ist schön « , sagte Tom Johannes , » wenn nur auch die Fiedel wieder wäre . « » Sie wird sein und klingen , und gewiß wird sie klingen , du zaghafter Mann « , sagte Witiko . » Und nun erquickt euch « , fuhr er dann fort , » ruhet gut in der Nacht , und morgen komme ich wieder zu euch . Lebe wohl , Rowno , du auch , Osel , und ihr andern . Jetzt , Reisegenossen , besteigt die Pferde , und wir gehen zu unserer Schar . « » Nehmt auch einen deutschen Gruß und ein deutsches Lob für eure Taten , ihr Männer der Wälder « , rief Wolfgang von Ortau . » Wir danken euch « , sprach Rowno , » gewähret uns einmal einen Besuch in dem Walde , und genießet unser Haus . « » Ja , ja , ja « , riefen mehrere Männer des Waldes , » kommt und wir danken für das Lob . « » Wer weiß , was geschieht « , sagte Wolfgang von Ortau , » und ob wir nicht einmal in die Heimat Witikos kommen . « Witiko antwortete : » Dann seid ihr dort wie die Unsrigen . « » Wir denken es , Witiko « , sprach Wolfgang von Ortau . » Ihr müßt dann von einem zu dem anderen gehen « , sagte Rowno . » Nach Dub auch zu mir « , rief Osel . » Und zu mir nach Wettern « , rief Diet . » Und nach Hora « , rief Witislaw . » Und nach Attes « , rief Hermann . » Und nach Tusch « , rief Wolf . » Es ist gut , ihr Männer « , sagte Wolfgang von Ortau , » wir kommen . Ruhet in der Nacht , morgen reiten wir wieder zu euch . « Witiko und die Seinigen bestiegen die Pferde , und sie und die deutschen Begleiter ritten in das Lager auf dem großen Marktplatze . Dort war neben dem Gezelte Witikos ein schöneres und geräumigeres für Wolfgang und seine Freunde hergerichtet worden . Witiko führte sie in dasselbe ein . Jetzt kam auch der Knecht Raimund , den Witiko in Prag zurückgelassen hatte , um in der Nacht bei Witiko zu bleiben . In dem Lager wurden des Abends Speisen bereitet , zu den Verteidigern der Stadt und zu andern Leuten derselben wurden Speisen und Getränke gesendet , und in dem Hofhause des Herzogs wurde das angekündigte Mahl abgehalten . Am andern Morgen war bei dem Aufgange der Sonne unter dem freien Himmel auf dem großen Platze vor dem Herzogstuhle ein heiliger Dankgottesdienst . Der Herzog , die Herzogin , die Führer , die Hofherren , die Geleite und alle Krieger außer den Wachen und sehr viele Menschen waren bei dem Gottesdienste zugegen . Nach dem Danke wurden die Gebete für die Toten gesprochen . Dann gingen der Herzog , die Herzogin , die Bischöfe , Äbte und viele Priester und die Führer zu den Verwundeten und Kranken . Wladislaw verlangte , daß man ihm ein Verzeichnis von allen verfertige , welche Wunden erhalten , und welche den Tod erlitten haben . Darauf versammelte man sich zu dem Rate in dem Saale der Hofburg . Nach dem Rate wurden die Männer , welche den Herzog Wladislaw auf seinem Wege nach Nürnberg begleitet hatten , und welche zu dem Heere , das auf dem Wysoka gekämpft hatte , gehörten , wieder zu den Ihrigen eingeteilt . Witiko ging zu den Waldleuten , und ließ für seine deutschen Freunde und für sich und seine Knechte Zelte errichten . Lambert , Augustin und Urban gingen auf ihre Plätze , und die Pferde des Herzogs wurden in ihren Stall zurück geschickt . Jetzt kam auch Heinrich , der Bruder des Herzoges Wladislaw , mit den Hilfsmännern aus dem Lande Budissin an . Es wurde ihnen ein Platz gegen das Dorf Buben hin neben dem verlassenen Lager der Feinde angewiesen . Als die Sonne an dem Mittage des Himmels stand , meldeten die Späher , daß das Heer des Königs Konrad komme . Eine große Zahl Menschen versammelte sich an dem Wege , auf der Brücke und an anderen Stellen , um es kommen zu sehen . Bald zog es auf dem Wege neben der Moldau herein . Und alle Menschen und alle Dinge , welche sich neben dem Wege befanden , und auch alle , die weiter waren , die Büsche des Berges Petrin und die Felsen gegen die Burg hin leuchteten von dem Scheine der Waffen und Rüstungen . An der Spitze des Zuges ritt der König Konrad . Er hatte einen goldenen Harnisch und einen goldenen Helm . Unter dem Helme waren an der Stirne blonde Haare und seine blauen Augen blickten freundlich umher . Weil man sagte , daß er so männlich sei , wie der erste Ritter in seinem Heere , so sahen alle Augen auf ihn . Dann waren die Erzbischöfe , Bischöfe , Äbte , Kurherren , Herzoge , Grafen , Ritter , Herren und Führer der Klöster und Städte . Oft waren auf ihren Rüstungen und Schilden Verschlingungen von Laub und Zweigen , von Gestalten und Zeichen aus Gold , Silber oder edlen Steinen . Hermelin oder anderes Rauhwerk war an Säumen und Rändern . Dann kamen die Krieger meist in heller Beschienung , und alles , was zu dem Zuge gehörte . Die Menschen riefen dem Könige zu , und warfen ihm Blumen oder Reiser . Als der König zu der Brücke gekommen war , harrten an derselben auf ihren Rossen sitzend der Herzog Wladislaw , die Herzogin Gertrud , Diepold und Heinrich , die Brüder des Herzoges , dann die Bischöfe Otto und Zdik , die Äbte und Priester , dann die Herren der Ämter des Hofes und die Führer der Krieger . Sie begrüßten den König und die Seinigen , und geleiteten sie über die Brücke . An das Heer des Königs schloß sich das Heer der Stadtverteidiger an , und das , welches Heinrich aus dem Lande Budissin gebracht hatte . In langen Zügen bewegten sich die Männer über die Brücke der Moldau dahin . Sie durchzogen den rechten Burgflecken bis zu dem Marktplatze , der zwischen dem Burgflecken und dem Wysehrad war . Dort schlossen sich auch die Krieger an , die seit gestern auf dem Marktplatze lagerten . Vor dem Burgflecken des Wysehrad blieben die Heere stehen , und der Herzog und die Seinigen geleiteten den König mit seinen Vornehmen durch den Burgflecken gegen das Pankratiustor der Burg empor . Vor dem Tore stand der Propst Hugo und der Diakon und der Subdiakon in dem Schmucke der kirchlichen Haube und der Fußsohlen , die sie aus Vergunst des Heiligen Vaters tragen durften , und es stand der Dechant , der Meister , der Hüter , und es standen die übrigen Priester des Hauses da , und neben ihnen stand der greise Zupan Fabian mit dem Gaurichter , dem Kämmerer , dem Maier , dem Jägermeister und den anderen Zupenherren , und hinter ihnen standen die Diener der Kirche und die Diener der Zupanei . Der Propst machte das Zeichen des Segens gegen den König und die Seinigen , und sprach die Worte des Segens . Der König bezeichnete sich , antwortete mit den Segensantworten , und sprach dann : » Wir werden eure Heiligtümer , hochehrwürdiger Herr , mit unsern Bitten und Gebeten belästigen . « » Gott wird das Gebet erhören , das du , hoher Herr , in unserer Kirche tust « , antwortete der Propst , » und unser Haus ist dein Haus . « » Ich bin der Gast meines Schwagers , und besuche auch euer Haus « , sagte der König . » Unser Haus ist das der Herzoge , wie alles hier der Herzoge ist « , sagte der Propst . » Der erste Boriwoy hat diese Kirche gegründet , der König Wratislaw hat sie größer gebaut , und zwölf Körbe Steine dazu getragen , und der Herzog Sobeslaw hat sie erst glänzen gemacht . Und was wir an Friedenssteuer , Überfuhren , Ansässigkeiten , Pflugmaßen und andern Dingen haben , stammt von den Herzogen . Und mögen auch deine Herren Gelegenheit zu unserer Gastlichkeit nehmen . « Darauf sprach Fabian , der Zupan von Wysehrad : » Durch die Gnade des Herzogs bin ich dein Wirt , hoher Herr , und die Zupanei ist