zweg u jetzt so muggig , ists de sövli lünig oder hats mit den Alten etwas gehabt ? « Was auf einem Gesichte liegt , das sieht man leicht , aber was es daraufgestoßen , das zu fassen ist schwer . Es ist mit den Wolken auf den Gesichtern fast wie mit den Wolken am Himmel . Manchmal sieht man sie wohl sichtbarlich aufsteigen aus einem vorliegenden Nebelloch , manchmal weiß man mit ziemlicher Gewißheit , daß es Bysenebel sind , Kinder des kühlen , sauern Windes ; aber unzählige Male begreift man ihr Entstehen nicht , sie erscheinen und schwinden , man weiß weder woher noch wohin , und nur das weiß man , daß verflümeret gerne der heiterste Himmel in den schwärzesten umschlägt . Ein gelehrter Hansdampf hat mir einst das ganz gründlich erklärt , er hat mir gesagt , Wolken seien eigentlich verdichtete Dünste , entstünden also aus Dünsten . Ich konnte ihm nichts darwider haben , aber als ich ihn frug , woher die Dünste entstünden , so sagte er , aus Feuchtigkeit , und als ich ihn frug , woher die Feuchtigkeit und ob alle Dünste gleicher Beschaffenheit seien , so sagte er mir , ich solle selbst hingehen und sehen . Was hätte mir der erst geantwortet , wenn ich ihm meine Bedenken wegen den Wolken auf einem Mädchengesicht mitgeteilt ? » Schlüf abe u lueg « , würde er mir gesagt haben . Der Rat , wenn man ihn befolgen wollte , würde gewiß manchem Mädchen den Husten machen , und was hülfs , unten zu sein , wenns stockfinster da unten wäre und man zufällig die rechte Laterne nicht bei sich hätte ? Indessen , wenn man einmal den Hals runter wäre , so käme es sicher manchem Mädchen kommod und wohl , wenn man sehen täte , woher die Wolke käme und was sie für Dunst enthielte , denn gar manche Wolke entsteht aus heißem Liebesgrunde , sieht aber akkurat aus wie eine aus giftigen Gründen . Ein gut Liebeswort würde sie zersetzen in ein freundlich Lächeln , eine zärtliche Träne , und hätte man von weitem meinen sollen , sie berge Donner und Blitz oder gar ein Erdbeben . Und weil eben Resli den Grund nicht sah , woher die Wolke kam , so schien sie ihm verdächtig , und er hätte viel darum gegeben , sie wäre nicht gewesen ; der Kaffee schien ihm bitter und der Eiertätsch , an welchem in der Tat der Mangel an Eiern mit Mehl ersetzt war , bodenbös . Und je weniger gut er Anne Mareili selbst dünkte und je weniger Resli davon aß , desto ärgerlicher ward Anne Mareili , ja recht hässig , und durfte es doch nicht mit Worten erzeigen . Das wußte es , daß Kinder mit nichts sich einen bösern Namen machen , als wenn sie Vater oder Mutter vor den Leuten widerreden oder gar sie vernütigen ; das tat es nie , auch wenn es ihm das Herz fast versprengen wollte . Es retirierte sich dann in sein Stübchen , lag übers Bett und schnüpfte grusam , wobei ihm höchstens eine Türe etwas härter als sonst aus der Hand entrinnen mochte . Diesmal konnte es nicht fortlaufen , es konnte nichts als der Katze einen Stupf geben ; aber wenn ein Mädchenherz so recht schwer geworden ist , vermag es der bloße Stupf einer Katze zu entladen ? Ich frage . » Und jetz , was hast für Bricht ? « fragte der Bauer , als die Weinflasche auf dem Tische stund . » Es wär mir lieber , es wär nüt , aber weil doch einmal das Wort heraus ist , so will ich lose , ob es euch recht ist , wie ich gesagt habe . Aber wie gesagt , lieber wärs mr , es wär nichts , vo wege , wenn eine Katze Bratis schmöckt , so läuft sie den Mäusen nicht mehr nach . « » Ja , aber schon manche Katze hätte verhungern müssen , wenn sie auf das Bratis hätte warten wollen , welches sie geschmöckt « , antwortete Resli . » Sei es nun mit der Katze , wie es wolle « , antwortete der Bauer , » so ists wie gseit , we ds Wort nit gä wär , su gäbt mes nimme . « » Und du « , fragte Resli Anne Mareili , » bist du etwa auch reuig ? « » Es ist mir geng wie geng « , antwortete Anne Mareili . » He nu so dann « , sagte Resli , » so hoffe ich , sei der Sach nichts im Weg , myner Lüt sy guet gege mr gsi und haben in allen Pünkten ygwilliget . Der Hof soll mir verschrieben werden um vierzigtausend Pfund , und wenn ich sterben sollte ohne Kinder , so kann es die vierzigtausend Pfund nehmen und damit machen , was es will . « » Dr Hof , wirst meinen « , sagte der Bauer . » Nein « , sagte Resli , » der Hof ist , so lang man sich hintere bsinne mag , in der Familie gewesen , und da täte es uns weh , ihn daraus zu lassen . So hat Christeli gemeint , wenn er noch lebte , so wollte er ihn an sich ziehen , vo wege dr Familie . « » So , Bürschli « , antwortete der Bauer , » soll das Märten angehen ? Werdet meinen , wir wußten nicht , was mehr wert sei , vierzigtausend Pfund oder der Hof . Sövli uvrschant hätte ich euch nicht geglaubt . Aber das wird nicht das Einzige sein , was du im Kropf hast , gib gleich alles füre , so ist ds Gchähr us . « Es dünke ihn , was er mit dem Hof gesagt , sei so unbillig doch nicht , und hundert gegen eins sei zu wetten , daß es nicht dazu kommen werde ; das sei auch alles , was man begehre . Daß Nutzen und Schaden ihm erst angingen , wenn Vater oder Mutter stürbe , und bis dahin dSach noch unter ihrem Namen gehe , das werd ihnen öppe gleich sein , antwortete Resli . Da stand der Bauer auf : » So , meinst ? Meinst , du seiest listige gnue , das so einzuschlirggen , daß man nicht merke , was ihr im Sinn habt ? Ja wolle . « » Es ist da wäger keine böse Absicht « , sagte Resli , » und nichts einzuschlirggen . « » Mach nicht dr Löhl « , sagte der Bauer , » du wirst doch nicht Lappis genug sein , nicht zu merken , daß es ein Unterschied ist , wenn du den Hof um vierzigtausend Pfund jetzt antrittest oder erst in zwanzig Jahren oder noch später , vo wege , we me so uf öppis passe mueß , so täten es die Leute einem nicht zGfallen , zu sterben . Wennd jetzt dr Hof nimmst , so kannst in zwanzig Jahren etwas machen , und daß man den Alten öppe zinse wie am ene Frömde , ist öppe niene dr Bruch ; we sis ume mache chönne , su ists alles , was nötig ist . « Gege de Eltere begehre er nicht wüst zu sein , er würd es öppe auch nicht begehre , daß seine Kinder gegen ihn wüster wären als gegen andere Leute , sagte Resli . Das zähle sich nicht zusammen und gehe einander nichts an , aber wie man es mache , so hätte mans , antwortete der Bauer , und sövli dumm solle man ihn nicht meinen , daß er sei . Daran hätte man nicht gedacht , antwortete Resli . Er zweifle nicht , seine Eltern würden ihm jährlich geben , was man öppe bigehren könne billigerwys . » Aber warum dann nicht , wie ich es haben will , wenn es auf eins herauskommen soll ? « fragte der Alte . He , sagte Resli mit schwerem Herzen , er wolle es fry graduse säge . Ihre Mutter hätte viel an ihnen getan und sei eine gute Frau , da möchte er nicht , daß sie so nebeus gschosse würd wien e alte Wäschlumpe , es tät ihre viel z ' weh , sie gstünd es nicht aus , wenn sie auch nicht drglyche tät . Und dann seien hier und bei ihnen andere Bräuche , und wie man sich gewohnt , so sei man sichs gewohnt , wie öppe dr Bruch syg um ein ume , u fahr me angers , so hätte dLüt z ' resiniere und spottete eim us . Da hätt es se düecht , Anne Mareili söll zunene cho wie ds Ching vom Hus und lehre , was öppe dr Bruch syg u wie mes mach bei ihnen , » und wenn dMuetter de öppe dehingeblybe sött , su könnts de furtfahre , wies is öppe aständig wär . Bös brauchte es nicht zu haben , z ' werche wurd ihm niemere zviel zuemuete , und gwahnet sy mr , dSach öppe z ' ha , daß mes drby mache cha . Ds Conträri , dä Weg hätte es es besser , als wenn es dSach alle übernehmen müßte , und wenns dr Muetter ume gueti Wort gibt , so häts die beste Händel . « » Das gfiel mir « , sagte die Bäurin , » aber es muß noch ein arig Wesen sein bei euch , daß du so viel von der Mutter sagst . Hie ume sinnet man an die nicht , als wenn öppis Wüests z ' mache ist oder öppere a neuis dSchuld sy söll . Und wenn wir hundert Kinder z ' verheiraten hätten , ich käme niene vor als öppe , wenn vom Trossel dRed wär u nit Sache da wäre , Tischlache u Lylache ; da fluchete man öppe über mih , daß ih nit hätt la tueche u won ih mit em Gspünst hicho wär . Ja wolle , tueche , we me eim dr Flachs unghechlet verkauft , wies jetz afe die Möffe , die Händler , ygfüehrt hey ! « » We du gingest ga abwäsche « , sagte der Mann , » so könnte man im Tage einmal das Feuer löschen . « Unterdessen hatte Resli dem Anne Mareili versichert , daß es die Mutter gewiß wie ihr eigen Kind haben würde und daß es es viel besser hätte , wenn die Mutter es nach und nach anleitete , als wenn es auf einmal alles befehlen sollte und doch um nichts wüßte ; es gehe viel ringer zu helfen , wo man es gut mit einem meine , als zu befehlen , wo man die Sach nit kenn ( in einer vernünftigen Haushaltung ist es nämlich umgekehrt als in einer Knabenhaushaltung , in einem Staat zum Beispiel , oder bei einem Bataillon ) . Und Anne Mareili hatte der Sache Beifall gegeben und gesagt , es wäre ihm recht so , es hätte ihm Kummer genug gemacht , wenn es auf einmal alles übernehmen sollte , es hätte wohl gesehen , daß ein Hausbrauch nicht wie der andere sei . Als der Bauer seine Frau hinausgemustert hatte , sagte er : » Aus der Sache gibt es nichts , ich will dir die Laden zahlen . Ich sehe schon , wie ihrs wollt : mys Meitschi für e Hung ha u Usrede uf alli Füli . Darum ist Abbreche am besten . Wie gesagt , wenn me Bratis schmöckt , su lauft me nit de Müse nah , ih will ga Geld reiche . « » Aber Vater « , sagte Anne Mareili , » dSach wär mr recht u lieber so , ih bi bas drby . Was soll ih ga bifehle , wo ih dSach nit chenne ? Ih wett mih ihne emel avrtraue . « » Das vrsteihst nit , u drum hest nüt dryz ' rede « , sagte der Alte . » Aber Vater « , antwortete Anne Mareili , » ich muß doch dabei sein . « » U müeßist , su han ih z ' bifehle . Was gredt ist , ist gredt « , und somit ging er , Geld zu holen . » Aber du mein Gott « , sagte Resli , » was ist der Vater preußisch ; ist es uns dann nicht erlaubt , bei dieser Sache unsere Meinung zu sagen , und Unbilligs wollen wir nichts . Aber so Hudel und schlecht Lüt sind wir doch nicht , daß wir uns alles müssen gefallen lassen und Gsetzi machen . « » Er ist geng so « , klagte Anne Mareili . » Er zwängt alles durch in der Gemeinde und meint , es solle daheim auch so gehen . Jetzt hat er die Sache mit dem Kellerjoggi wieder im Kopf , der alte Schelm hat ihn wieder andrehen können . Aber laß dich nach , ich halte dir dr Gottswille an . Am Vater bringe ich nichts ab , ich weiß es wohl ; was er im Kopf hat , das ist darin , und lieb hat er mich nie gehabt . Du mußt dich meiner annehmen , wenn du mich lieb hast , gib ihm nach ; ich verspreche dir , ich will deinen Eltern ein Kind sein , habest du den Hof oder habest du ihn nicht . Wenn ich hier einmal entronnen bin , wenn wir einmal beisammen sind , so können wir es immer machen , wie wir wollen , dann hat uns niemand mehr etwas zu befehlen . Und was du willst , das tue ich , es soll dir versprochen sein . « Er glaube es gerne , sagte Resli , er wüßte , daß es ihn lieb hätte , aber es sei immer wegen Leben und Sterben , und darin hätte der Vater recht , daß wie man es mache , man es hätte . Was an ihm sei , wolle er von Herzen tun , aber für die Andern könne er doch nicht versprechen , und billig sei es auch nicht , daß seinetwegen alle sich entgelten sollten und alle tun , als ob sie nichts wären ; das dürfte er ihnen nicht zumuten . » Aber hast du mich dann nicht lieb , und wenn du willst , so sagen die Andern alles nach , ich habe wohl gesehen , wie sie an dir hangen , und wenn du nicht dem Vater alles nachsagst , so bindet er auf und macht es mit Kellerjoggi richtig . Denk an mich ! « » Du bist mir lieb , lieber als ich mir selbst , aber wenn da Vater ein Wort hat , sollen wir nicht auch eins haben , und ist etwa das unsere das unbillige , soll ich Vater und Mutter auf die Seite stoßen ? « antwortete Resli . » Glaub mir nur , ich will Kind an ihnen sein , mich unterziehen , ich bins ja gewohnt , aber mach , wies der Vater will , sonst heißt der dich gehen , und was er einmal gesagt , nimmt er nicht zurück « , sprach dringlich das Mädchen , trat vor Resli , sah angstvoll und liebvoll ihm ins Auge . Resli tat es im Herzen weh , er schlang den Arm um Anne Mareili , drückte es an sich . » Wie lieb du mir bist , weißt du nicht « , sagte er , » und wenn ich sieben Leben hätte , ich gäbte sie dir alle , vo wege , die Lebe wäre myni . Ich weiß , du hieltest dein Wort und wärest wie recht . Aber die erste Woche könnte ich sterben , dann kämen Andere über dich und du wärest nicht mehr Meister . « » Du stirbst aber nicht « , sagte Anne Mareili , » du mußt Gott vertrauen . « » Ja « , sagte Resli , » aber vor dem , wo man selber tut , muß man selber sein , da nützt ds Vertraue nüt . Das hat Gott einem selbst zugestellt , daß man luege , was man mache . « » Los , los « , sagte Anne Mareili , » wie er Geld zählt , bald wird er fertig sein , o versprich mir , sag zu allem Ja und machs ab ! « » Aber Meitschi « , sagte Resli , » denk doch , wenn ich sterben mußte und läge da und müßte denken , sobald ich begraben sei , müßten meine Leute ihre alte Heimat mit dem Rücken ansehen , denk o , Meitschi , wie mir wäre , wie dir wäre und ob ich wohl beten könnte für meine arme Seele und hoffen dürfte auf ein seliges Sterben ? « » Los , los , dr Vater ist fertig ! Dr erst Tag können wir es ja ändern , versprich nur , was der Vater will , z ' halten brauchen wir ja nur , was wir wollen , aber mach , daß ich fortkomme ! « » Aber soll ich den Vater anlügen « , sagte Resli , » und auch meine Leute , sollen wir unser Glück auf Lug und Trug bauen , denk o , Meitschi ! Standhaft wollen wir sein , treu einander und von Menschen uns nicht scheiden lassen , dann können wir auf Gott vertrauen , kommen sicher zusammen , und dann mit reinem Gewissen . « » Los , los , er tut das Gänterli zu , er kömmt , er kömmt , säg dr tusig Gottswille nache , was er vorsagt , oder du hast mich nicht lieb und ich will nichts mehr von dir u wett , ih hätt dih nie gseh ! Uf de Kneue halte ih dr a « , so rief zitternd , mit unterdrückter Stimme Anne Mareili ; seine Lippen wurden blaß und seine Augen stunden groß und starr in ihren Höhlen . Und ehe Resli eine Antwort geben konnte , trat der Alte herein , frug nicht um den Bescheid , sondern zahlte in Päcklene und möglichst schlechtem Gelde seine Schuld auf den Tisch , an dessen Ecke Anne Mareili bebend sich hielt . » Da hasts « , sagte er , » du wirst pressiere für heim , und aufhalten will ich dich nicht . « Da trat auch Resli zum Tische , das Geld sah er nicht an , aber schwer kämpfte es in seiner Brust . » So da weg « , sagte er , » möchte ich doch nicht , und ein vernünftig Wort wird wohl erlaubt sein . Was Geld und Gut anbelangt , will ich nicht märten , was möglich ist , soll geschehen . Daß man da den Vorteil nicht begehrt , hat man gezeigt und mit keinem Wort gefragt , ob das Meitschi etwas mitbringe oder nichts . Einstweilen haben wir genug , und was es künftig geben soll , überlassen wir Gott . Gebe es etwas oder nichts , so hoffe ich , können wir es mit Gottes Hülfe fürder machen . Aber etwas will ich offenbaren , damit könnt Ihr dann in Gottes Namen machen , was Ihr wollt . Es gibt in jeder Familie zuweilen etwas , manchmal kann man es mit Gottes Hülfe verwerchen , manchmal aber nicht . So hat es auch etwas bei uns gegeben , und damals hat mein Vater gwerweiset , ob er mir nicht den Hof abtreten solle . Da aber hat der Vater gefunden , daß die Mutter das nicht verdiene , weil sie bedeutend Gut eingebracht und eine Hausmutter sei , die für alles Sinn hätte und Vrstang für alle , und so eine , hat er gedacht , soll man nicht bei guten Kräften auf die Seite stellen , weil es ihr leicht in das Gemüt kommen könnte , wenn sie nicht mehr über alles könnte , zu nichts mehr etwas sagen sollte . Das ist eine schwere Verantwortung vor Gott , wenn man so um zeitlichen Nutzens willen jemand beiseite stellt , dem Gott seine Kräfte noch erhalten hat . So hat der Vater gedacht , und ihm wäre es öppe gleich gewesen , hinterezstah u mih la z ' mache . U sött ih angers denke gege dr Muetter , wo geng e Muetter a mr gsi ist , vo dr erste Stung a bis jetz , u geng zerst u zletzt gsi ist , wos üse Nutze gsi ist , u ke Rueh gha het , wes eim öppe gfehlt het oder sih öppis Bös a eim erzeigt het ? Ih hätt wäger nit ds Gwüsse , so lieb mr ds Meitschi ist , ih könnts nit vrantworte vor Gott u Mönsche , u dessetwege soll my Frau nit dest böser ha u nüt dest minger . U sinnet o dra , daß dr o King heyt u nit wüsset , wies Ech gah cha un dr o froh sy chönntet , we dKing öppe guet gegen Ech wäre . « » Was frage ich deiner Mutter nach , die geht mich nichts an « , sagte der Bauer , » und zu meinen Kindern will ich schon sehen , die werden öppe nicht viel anders machen , als ich will . Du hasts gehört , was gredt ist , ist gredt . Zähl du dein Geld , ich will dr heiße gschire « , und ging . Resli liefen , ihm unbewußt , Tränen die Backen ab ; blaß und lautlos , mit bebenden Lippen , stund am Tische Anne Mareili . » Ists auch möglich « , sagte Resli , » so habe ich doch noch niemand erfahren und nicht geglaubt , daß einer , der selbst Kinder hat , einem gegen die Eltern so etwas zumuten dürfte . So wollen wir treu aneinander halten , dann wird öppe kein Mensch viel zwängen . « So sprach er und bot Anne Mareili die Hand . Aber lautlos stand dieses da , nur die Lippen bebten , und immer größer starrten die dunkeln Augen . » Gib mir noch ein gutes Wort « , bat Resli , » an dem will ich mich halten und auf Gott vertrauen , und wenn du mich nötig hast , so mach mir Bescheid , die Wirtin tut dir schon den Gefallen . « Damit faßte er Anne Mareili in seinen Arm . Da flammte dessen Gesicht , hart stieß es ihn zurück : » Geh mir weg , rühre mich nicht an , jetz weiß ich , wie du mich liebst , « zitterte es heraus . » Wie habe ich dich gebeten , und was hast du getan ! Was habe ich dir versprochen , und wie hast du mir vertraut ! Ja , vertraue so einer nur auf Gott , verlassen wird er dich , wie du mich verlassen ! « Wie Resli reden wollte , es hörte ihn nicht . » Geh weg « , rief es , » ich mag dich nicht sehen , nicht hören ! Ein Wort , und du hättest mich erlöst , und willst nicht und machst mirs so , und jetz - « da ging seine Rede in krampfhaftes Schluchzen über , es stürzte ins Nebenstübchen , warf sich aufs Bett und weinte , daß es das ganze Bett erschütterte . Verstummt war Resli , Schrecken ergriff ihn , er wollte trösten , entschuldigen , ging nach zum Bette , bat um ein gutes Wort , wollte dessen Hand ergreifen ; aber es hörte ihn nicht , zuckte , wenn es seine Hand fühlte , zusammen , als wenn diese eine Schlange wäre . Wie er so dastund und es ihn fast zerriß , so weg zu sollen , kam die Mutter und sagte : » Laß du das Mädchen sein , es hilft jetzt nichts mehr . Was gehst und verkegelst dSach ; selber ta , selber ha . Es ist öppe recht , we me zu re Muetter luegt un ere allbeeinist öppis kramet , aber mit ihre ga dr Narr z ' mache , ist dumm und trägt nichts ab . Einist mueß si doch vom Hof , gäb es Jahr früher oder später , und was soll ihr das machen ! Einmal mir wärs recht , wenn mir jemand dBurde abnähmte und ich meine Sache gleich hätte , öppe allbeeinist es Tröpfli Kaffee un es äsigs Möckli . Aber jetz mach , daß fortkömmst , vom Meitschi bekömmst du doch keinen Bescheid mehr ; es ist es Grüsligs , wes so zwegchunt , und wenn dr Alt drzuechunt , su seyt er dr wüest . « » So gehe ich doch nicht gerne fort « , sagte Resli . » Bist selber schuld « , sagte die Alte , » nimm ds Geld u gang , angers gits jetz nümme . « » Er soll cho « , rief eine harte Stimme zur Türe ein , » es cha ke Mönsch die Donners Keibe gschire . « » Mi söll se la sy « , rief Resli , trat noch einmal zum Meitschi : » Ume no es guets Wort « , bat er , » dr tusig Gottswille , so la mih nit furt ! « Aber Schluchzen war die Antwort , und tiefer drückte das Mädchen den Kopf ins Deckbett . » Komm , komm « , rief die Mutter , » ih ghöre dr Alt ! Nimm ds Geld , es git dr ke Mönsch es guets Wort drfür « , und somit wischte sie das Geld in Reslis daliegenden Hut , drückte ihm diesen in die Hand . » Adie « , sagte sie , » und zürn nüt , es geht nicht allemal , wie man gerne möchte , und es ist gut , wenn man sich früh daran gewöhnt . « » Es wäre Zeit , daß du kämest « , sagte der Bauer , » so ungrymti Roß habe ich noch nie im Stall gehabt . « Weh und Zorn wogten hoch auf in Resli , des Bauern Worte waren eine Art Aderlaß . » Wenn man vernünftig mit ihnen umgeht , so sind sie vernünftiger als mancher Mensch « , sagte er . » Du wirst uns doch nicht lehren wollen mit Rossen umgehen « , sagte der Bauer , » dazu bist du noch z ' junge . « » Has nüt im Sinn , es chönnt mr z ' lang gah « , sagte Resli . » Wie meinst « fragte der Alte . » Es gäb mänger Gattig Lüt un mänger Gattig Roß , u die eine möge erlyde , was die angere us dr Hut sprengt , es chunt geng uf ds Gwahne a. « » Da mußt du deine wunderlich gwehnt ha « , sagte der Bauer . Reslis Antwort ging im Stall verloren . Dort war ein stark Brüllen ; Knechte standen mit Stecken und Geiseln im Gang , seine Rosse waren in der Krippe oben , des Bauern Rosse hatte man geflüchtet . Als er die Zuversicht sah , hieß er sie alle hinausgehen mit Stecken und Stangen und fing mit seinen Rossen zu reden an . Da wars , als ob sie , verirrt in der Wüste , eine bekannte Stimme hörten , in Not und Drangsal einen Retter erblickten ; sie wieherten laut auf , drehten ihm die Köpfe zu , und wenn sie schon noch hin- und herfuhren , so biß oder schlug doch keines mehr . Er gschirete und zäumte ohne Not und ohne Zorn , denn die Rosse erbarmten ihn , darum ließen sie es auch willig geschehen und folgten ihm auch willig aus dem Stalle . Draußen kriegte er aber wieder seine liebe Not mit ihnen , als sie den Bauer und die Andern erblickten . Eins wollte hier aus , das andere dort aus , wahrscheinlich den kürzesten Weg der Heimat zu . Er mußte alleine anlegen , denn sobald jemand von den Andern zu nahe kam , schossen die Rosse in die Zügel oder schlugen aus ; er hatte mit seiner hässigen Mähre zu tun , der er in der Hast den unrechten Kommet angelegt und die jetzt nicht Vorroß sein wollte und es doch bleiben mußte , da er nicht ändern wollte und der Draguner ihm wirklich diesmal unterm Sattel anständiger war . Während diesem schweren Geschäft ( vier verwilderte Pferde allein zu schirren und anzulegen , ist nämlich nicht leicht ) hatte er sich gefaßt , und in dem Maße , als seine Rosse ruhiger wurden , ward auch er es . Mit aller Gelassenheit räumte er seine Sachen zusammen , suchte noch eine Kette , die vergessen worden war , ob absichtlich oder nicht , untersuchte er nicht , leerte den Habersack in des Bauern Futterkasten , gab zehn Batzen Trinkgeld einem Knechte , trat zum Bauer und sprach : » Lebt wohl , dankeiget , es steht z ' vrgelte . « » Hest nüt z ' danke « , antwortete dieser . » Dankeigist du für ds Füehre ; was es kostet , habe ich nicht gefragt , ihr habt es mir anerboten . « Resli achtete sich der Rede nicht , saß in raschem Schwung im Sattel , hoch bäumte sich sein Braunroß , laut wieherten alle , aber in gemessenem Schritte zügelte er sie , unter sich das tanzende Roß , und erst hundert Schritte vom Hause ließ er in Trott die Pferde fallen , der rascher und rascher ward , schnell ihn den Augen der Nachsehenden entführte . » Das ist e stolze Bursch und kann sReiten « , sagte der Eine ; » der weiß mit den Rossen umzugehen und weiß öppe auch , was der Brauch ist « , sagte der , welcher das Trinkgeld empfangen . Nachdenklich hatte ihm der Bauer ,