und wir werden daran gehen , eine Schranke zu gewinnen , daß solche Zwiste nicht mehr möglich sind . Du aber , Bozebor , handle nach deinem Sinne , und so jeder , der da will . Bleibe in deinem Hofe , oder wo du willst , bis diese Sache aus ist , und dann komme zu mir , so es dir gefällt , und ich werde dir die Hand reichen . Die unseres Sinnes sind , lade ich für die dritte Stunde des Nachmittages wieder in diesen Saal , daß wir das weitere in das Werk setzen . Jetzt aber rede noch jeder , der zu reden gesonnen ist . « Der Herzog schwieg . Es redete niemand mehr . Dann sagte er : » So bringe ich euch meinen Dank dar , daß ihr euch hier eingefunden habt , und wir zerstreuen uns . « Die Versammlung ging auseinander . Dann verließ er seinen Sitz , sprach noch mit mehreren , und ging dann aus dem Saale . Die Krieger seines Hofes folgten ihm . Als die dritte Stunde des Nachmittages gekommen war , versammelten sich die Männer wieder in dem Saale des Herzoghofes . Es waren alle gekommen , die am Morgen in dem Saale gewesen waren , nur Bozebor nicht . Der Herzog ging zu seinem Stuhle , und setzte sich auf denselben . Als eine aufmerksame Stille eingetreten war , erhob er sich , und sprach : » Liebe und Getreue ! ich danke euch , daß ihr , wie ich sehe , alle bis auf einen gekommen seid . Ich habe euch heute gesagt , daß die Feinde in einigen Tagen vor diesem Berge sein werden , und daß unsere Handlungen nicht zögern dürfen . Lasset uns dieselben in Schnelligkeit vollführen . Ehe das Licht des morgigen Tages scheint , verlasse ich die Stadt . Für die Zeit , in der ich fort sein werde , ordne ich an , wie folgt : Dir , Otto , Bischof von Prag , vertraue ich die Stadt zu dem überirdischen Schutze . Bitte Gott , daß er dem Rechte hilft , wenn es auch durch Bitterkeit und Not geschieht , wie Bolemil sagt . Dir , Bruder Diepold , vertraue ich die Stadt zum irdischen Schutze . Du wirst eher das Leben lassen , als deine Ehre und deinen Ruhm auf dieser Erde und deine Seligkeit im Himmel verlieren . Dir , Zdik , Bischof von Olmütz , vertraue ich unsern Zug zum überirdischen Schutze , begleite uns , und bitte um sein Gedeihen . Für den irdischen Schutz unseres Zuges werde ich selber sorgen , so gut ich kann . Ich nehme einen kleinen Teil des blauen Fähnleins mit . Du , Welislaw , gehst mit mir nach Deutschland , und dann in die Schlacht ; du , Odolen , desgleichen . Witiko , du gehst mit mir , sei in der neuen Schlacht umsichtig , wie in der letzten . Und daß es uns nicht an Schreibern fehlt , gehen aus meinen Hofkaplänen Wiliko und Berthold mit . Versammelt euch , ehe morgen die Frühdämmerung kömmt , vor dem Herzogstuhle der Stadt . Ihr andern aber , höret mich : Otto , du Mann der Kirche , Bolemil , du Schwerbetroffener , Lubomir , dessen Schmerz ich gedenken werde , Diwis , du treuer Zupan , Chotimir , Preda , Wsebor , ihr Äbte , Daniel , Gervasius , Nemoy , und du , Ctibor , Bartholomäus , Predbor , und du , Casta , der du kaum von deiner Wunde genesen bist , und du , Wecel , der du , wenn gleich ein Widersacher meines Vorhabens , doch hieher gekommen bist , und Diet , und Osel , und Rowno , und die Kmeten meiner Burgflecken , und alle ! Mein Befehl an euch hört in diesem Augenblicke auf , und es beginnt der meines Bruders . Wenn ich auf den Zinnen der Stadt das große rosenfarbene Banner wieder berühre , ist der Befehl wieder bei mir . Verteidiget die Stadt , und wenn ihr mich kommen seht , so zieht das rosenfarbene Banner höher hinauf , und wenn die Schlacht vor der Stadt ist , so kommt hinaus , wenn die Zeit es gebietet . « Da er diese Worte redete , kam die Herzogin mit ihren Frauen in den Saal . Sie ging an das obere Ende des Tisches , und stellte sich neben den Herzog an die Stelle , von der Diepold zurückgetreten war . Ihre Frauen standen hinter ihr . Der Herzog sagte : » Ich vertraue euch Gertrud , die Herzogin der Länder Böhmen und Mähren , die Tochter des frommen Markgrafen Leopold von Österreich , meine erlauchte und vielgeliebte Gemahlin . Ihr seht , wie gewiß ich es weiß , daß die Stadt in eurer Gewalt bleiben wird . « Otto , der Bischof von Prag , antwortete hierauf : » Erlauchter Herzog , wir werden deine Anordnungen befolgen . Gott geleite dich , und kehre siegreich , wie Josua in das Gelobte Land , und die Herzogin werden wir hüten , wie seine Krieger den Bundesschrein gehütet haben . « Lubomir sagte : » Gehe mit Gott , hoher Herr , lasse uns bald dein Banner vor diesen Zinnen sehen , daß unsere Augen und die Augen der Herzogin dieses Zeichen schauen können . « Bolemil sprach : » Auf diesem Berge , wie in einem Herzen des Landes steht der Fürstenstuhl . Auf diesem Berge steht die Kirche des heiligen Veit , die Herrscherin der Kirchen des Landes , auf diesem Berge und in dieser Kirche sind unsere Heiligtümer , die Leiber unserer Heiligen , Wenzel und Adalbert , auf diesem Berge ruhen manche hohe Fürsten , auf diesem Berge steht der Herzogshof und der erste Zupenhof , auf diesem Berge , in der Kirche des heiligen Veit , sind Schriften und Zeichen aufbewahrt , die die Handfesten und Geschicke des Landes enthalten , und auf diesem Berge ist jetzt das lebende Kleinod , die Herzogin , weil sie die Herzogin ist . Wir werden die Heiligtümer und das Kleinod bewahren . Du , Herr , siege , wie du gesagt hast , in deinem Namen , und ende bald . « Diwis sagte : » Wir werden treu sein wie immer , gehe mit Zuversicht deine Wege , hoher Herr ! « » Wir werden treu sein dem Lande , dem Herzoge und der Herzogin « , rief Jurik . » Treu und streitbar « , rief Predbor mit seiner gewaltigen Stimme , wie er einst auf dem Wysehrad gerufen hatte : Wladislaw ist gewählt . » Treu und streitbar « , riefen fast alle Anwesenden nach . Der Kmete des rechten Burgfleckens sagte : » Hoher Herr ! lasse die Herzogin durch die Leiber deiner Krieger des Burgfleckens wahren , sie werden alle eher an diesen Mauern nieder sinken , als gestatten , daß eine Schleife ihres Gewandes gebogen werde . « » Ich danke euch « , sagte der Herzog , » alle werden mannhaft sein wie immer , und meine Krieger der Burgflecken werden mit allen andern die Herzogin schützen . « Die Herzogin sagte darauf : » Ziehe in Frieden , mein Gemahl , wir alle werden die Stadt schützen . « » Und so sei es geschlossen , was hier noch zu reden gewesen ist « , sagte der Herzog . » Erlaube noch ein Wort , hoher Herr « , sagte Otto , der Bischof von Prag , » nicht ein Wort dieser Erde , sondern kraft meines Kirchenamtes ein Wort des Segens , das der Herr im Himmel neu erfüllen möge , wenn es so in seiner heiligen Vorsicht ist . « Der Herzog neigte sich . Der Bischof machte das Zeichen des Segens , und sprach die Worte des Segens . Alle beugten ihre Leiber vor der heiligen Handlung . Dann verließ der Herzog mit der Herzogin den Tisch , sprach noch manches kurze Abschiedswort gegen die Nächsten , machte mit der Hand ein Abschiedszeichen gegen alle , und dann gingen der Herzog und die Herzogin mit ihren Gefolgen aus dem Saale . Nun ertönten auch Hörner zum Zeichen , daß die Versammlung geendet ist . Die Männer verließen den Saal . Witiko begab sich zu den Waldleuten , und rief diejenigen , die ihm untergeben waren , zusammen . Als sie in einer Ordnung standen , trat er vor sie , und sprach : » Liebe Heimatgenossen ! Der erlauchte Herzog Wladislaw wird fortgehen , und mit einer Macht kommen , um die Feinde , welche diese Stadt umringen und erobern wollen , anzugreifen und zu zerstreuen . Er hat mir befohlen , ihn zu begleiten . Ich muß euch daher auf eine Zeit verlassen . Traget in dieser die Willigkeit , die ihr mir bisher erwiesen habt , auf Rowno über , er ist in der Heimat euer Nachbar , ist in dem Streite auf dem Berge Wysoka euer Nachbar gewesen , und ist in der hiesigen Anordnung wieder euer Nachbar . Ich sage es euch zuerst , um zu hören , ob es euch so genehm ist . Einige von uns mögen mit mir gehen , wenn sie wollen , Lambert , Urban , Augustin und noch andere , die zu reiten verstehen . Der Herzog wird uns Pferde geben . « » Du mußt den Knaben Urban sehr gut bewahren « , rief Peter Laurenz , der Schmied von Plan , » er ist meiner Schwester Kind , ich bürge für ihn , und belehre ihn . Wenn er besser reiten lernt , ist es gut , und es ist gut , wenn er vor den Herzog kömmt . Wir sind ohnehin die Kriegsgenossen des Herzogs , und der Herzog hat den Knaben schon gesehen . Werft die Feinde nieder , und wehret euer Leben . Der erlauchte Herzog wird zu dem Könige Konrad nach Deutschland reiten . Wir wissen es schon , heute vormittag ist es sicher gemacht worden . Urban kann zu dem deutschen Könige mitgehen , und der König kann ihn sehen . Und mit Rowno werden wir uns schon vertragen . Und wenn die kommen , die auf dem Berge Wysoka so gegen uns waren , so werden wir ihnen die Stadt nicht lassen , wie wir ihnen den Berg nicht gelassen haben , damit das Recht besteht , und wir werden ihnen das Gold und die Steine nehmen , die sie hieher gebracht haben , Redet , Männer , wie es mit Rowno ist . « » Rowno soll nur bei uns bleiben , wenn Witiko fortgeht « , sagte Stephan , der Wagenbauer . » Rowno soll bei uns bleiben , bis Witiko kömmt « , rief Adam . » Wir halten mit Rowno « , rief Paul Joachim . » Rowno , Rowno « , schrien mehrere Stimmen . » Ich gehe mit dir zu den deutschen Rittern « , rief Lambert . » Ich gehe auch mit « , rief Augustin . » Ich gehe auch mit zu dem Könige Konrad « , rief Urban . » Ich auch « , rief Zacharias . » Ich auch « , rief Maz Albrecht . » Das werden wir schon ordnen « , antwortete Witiko , » jetzt müssen wir Rowno fragen , ob er die Führerschaft übernehmen will , wenn nicht zu viele dagegen sind . « » Niemand ist dagegen « , rief Tobias . » So geht zu ihm , Maz Albrecht , und Zacharias , und sagt , daß wir ihn bitten , er möchte auf ein kurzes zu uns kommen « , sagte Witiko . Die zwei Männer gingen , und als sie mit Rowno zurückkamen , sagte Witiko zu ihm : » Rowno , du hast in dem Saale gehört , daß ich mit dem Herzoge gehen muß . Ich möchte nun , so lange ich fort bin , dir , hochehrbarer Wladyk , den Schutz und die Führung derer anvertrauen , die mich auf dem Berge Wysoka zu ihrem Vormanne gewählt haben , und ich möchte dich bitten , diesen Schutz und die Führerschaft zu übernehmen . Meine Männer sind einverstanden . « » Ja , wir sind einverstanden « , riefen mehrere Stimmen . Rowno antwortete : » Meine lieben Heimatleute ! wir sind benachbart , ihr kennt mich und meine Angehörigen , und ich und meine Angehörigen kennen euch . Wir haben uns immer Gutes gewünscht . Ich tue gerne , was Witiko verlangt . Wenn ihr Euch , bis er wieder da ist , unter meine Leute einordnen wollt , so werden wir zusammen halten , und uns gegenseitig helfen , wenn die Feinde vor die Stadt kommen . « » Ja , bis er da ist « , rief der Schmied . » Bis er da ist « , rief Philipp . » Bis er da ist « , riefen mehrere Stimmen . » Es ist schon recht « , sagte Zacharias , » wir und Osel und die andern werden zusammen stehen . « Witiko sprach : » Das ist nun geordnet . Lambert , Augustin und Urban reiten mit mir , sie mögen sich rüsten , und eine Stunde nach Mitternacht zu mir kommen . Und ihr , Männer , werdet fest und stark sein , wenn die Feinde erscheinen , und haltet , wenn ihr an einer Stelle angehen müsset , die Reihe geschlossen . « » Wie geschweißtes Eisen « , antwortete der Schmied , » daß sie uns eben so wenig wie damals von dem alten Manne , der in einer Tragtruhe saß , trennen können . « » Ja , tut nur so « , rief eine Stimme wie von der Erde auf . Witiko blickte um , und sah Tom Johannes den Fiedler , der auf einem gehauenen Steine saß . » So bist du wieder in fröhlicher Gesundheit da ? « sagte er zu ihm . » Ja « , entgegnete der Fiedler , » gesund bin ich fast , aber mit der Fröhlichkeit ist es aus . Sieh nur , wie ich verändert bin , wie wenn der Wind einen Dornstrauch verdreht hat . « » Der verdrehte Dornstrauch bringt wieder Rosen « , sagte Witiko . » Weil er ein Narr ist , der in jeder Gestalt blühen kann « , antwortete der Fiedler . » Meine Hand ist wie das Winkelmaß Davids des Zimmerers , ich kann nicht mehr geigen , und wenn ich zur Vergeltung einen Spieß nähme , so müßte ich mich seitlings stellen , um werfen zu können . « » Sie werden es ohne deinen Spieß auch machen « , sagte Witiko , » du wirst für dich etwas ersinnen , und wenn die lustigen Tage kommen , wird deine Fiedel wieder im grünen Walde singen , wie immer . « » Daß die Dohlen und Häher davon fliegen « , entgegnete Tom Johannes . » Habt acht auf ihn , daß ihm nichts geschieht « , sagte Witiko . » Wir werden schon sorgen « , antwortete der Schmied , » und von unserer Beute , die die Feinde bringen werden , ihm etwas geben . Er ist nicht zu bewegen gewesen , nach Hause zu gehen . « » Weil ich erwarten will , was hier noch geschieht , und weil ich nicht fort sein will , wenn der Herzog seine Männer belohnt « , antwortete Tom Johannes . » Du wirst belohnt werden , Tom « , sagte Witiko , » und den Verwundeten wird man es wohl insonderheit gedenken . « » Ich meine , wenn sie sich nichts erwerben können « , sagte der Fiedler . Da Witiko noch mit Tom Johannes sprach , kam Sebastian , der Schuster von Plan . Die Männer lachten , riefen und begrüßten ihn . Er hatte einen geflochtenen Korb auf seinem Rücken , wie Frauen , wenn sie Dinge zum Markte tragen . » Bist du da « , sagte Witiko , » und was bringst du uns ? « » Sie sind alle gesund « , antwortete Sebastian , » Martin und Lucia grüßen euch , es sind nur zwei Weiber gestorben , davon eine nicht aus der Pfarre war , ich habe den Weg in zehn Tagen hin und zurück gemacht , und der Brettermelchior hat einen wunden Fuß . Ich habe Stiefel und Fußtücher und andere notwendige Dinge geholt , und mir Marderbälge und Iltisbälge mitgebracht . « » Wozu brauchst du denn die Bälge ? « fragte Witiko . » Die Schuster nähen hier Bälge zu so wunderbar feinen Sachen zusammen « , antwortete Sebastian , » zu zierlichen Fußschuhen , zu Hauben , zu Umwürfen , zu Gürtelsäumen , und da will ich das lernen , und in Plan solche kostbare Dinge verfertigen . « » Du hast eine ungefüge Lernezeit gewählt « , entgegnete Witiko , » bringe nur deine Bälge in Sicherheit , und stelle dich wieder zu deinen Männern . « » Ich werde alles verrichten , was not tut « , erwiderte Sebastian . Dann setzte er sich mit seinem Korbe neben Tom Johannes , den Fiedler , auf einen andern behauenen Stein . Hierauf sagte Witiko : » Ich muß mich von euch verabschieden , ihr Männer , Gott behüte euch , wir werden nicht lange getrennt sein . « » Gott behüte dich « , riefen mehrere Stimmen . » Sieh nur , daß sie dich nicht verunstalten wie mich « , sagte Tom Johannes der Fiedler . » Ich werde mich schon wehren « , antwortete Witiko . » Ich habe mich auch gewehrt « , sagte der Fiedler . » Und sieh nur auf den Urban « , rief der Schmied . Witiko reichte Rowno die Hand , dann auch mehreren Männern , grüßte alle , und entfernte sich . Er ging in seine Wohnung , und richtete zurecht , was er mitnehmen wollte . Eine Stunde nach Mitternacht kamen Lambert und Augustin und Urban zu ihm . Er sendete seinen Knecht Jakob um vier Pferde aus den Pferden des Herzoges , Jakob brachte die Tiere , die Männer rüsteten sich , und bestiegen sie , Witiko sein eigenes , und Jakob und die drei andern die Pferde des Herzogs . Raimund mußte in Prag zurückbleiben . Da sie von dem Priesterhause weg ritten , sahen sie , daß vor dem Hofe des Bischofes Pferde standen , und daß die Leute Bozebors daran waren , sie zu besteigen . Witiko ritt mit seinen Männern gegen den Herzogstuhl , und als alle dort versammelt waren , und der Herzog mit seinem Geleite erschienen war , nahm der Bischof , es nahmen die Priester und die hohen Kriegsherren , die herzu gekommen waren , Abschied , und der Zug begann . An der Spitze ritt eine Abteilung des blauen Fähnleins , dann kam der Herzog , an dessen linker Seite der Bischof Zdik ritt , dann kam das Gefolge des Herzogs und des Bischofs , dann kamen Welislaw , Odolen und Witiko und die Kapläne . Welislaw hatte dreißig Männer , Odolen sieben , Witiko vier . Den Schluß machte die andere Abteilung des blauen Fähnleins . Sie ritten zu dem Tore nieder . Da sie dort anlangten , stand Bozebor mit den Seinigen da . Der Herzog sagte zu ihm : » Du wirst mir gönnen , Bozebor , daß ich mit meinen Männern zuerst durch das Tor reite . « Bozebor stellte sich mit seinen Leuten seitwärts , das Tor wurde geöffnet , und der Zug des Herzoges ritt hinaus . Der Zug ging in den Büschen dahin gegen die Waldhöhe , welche neben dem Dorfe Brewnow war . Sie konnten , wenn sie umsahen , Bozebor mit seinen Männern eine Strecke hinter sich sehen . Als sie auf der Waldhöhe zu dem Scheidewege Zernownice gekommen waren , und auf dem einen der Wege fortritten , sahen sie dann Bozebor nicht mehr hinter sich . Der Zug ging nun unablässig in der Richtung gegen den Abend des Landes fort . Diepold , der neue Befehler der Stadt , machte sofort an diesem Tage mehrere Anordnungen . Für den folgenden Tag hieß er alle , wenn die Sonne aufginge , an ihren Stellen sein . Als sich die Sonne an diesem Tage erhob , ritt Diepold mit den Männern seines Geleites gegen die Zinnen der Stadt . Er hatte den Waffenschmuck an sich , den er auf dem Berge Wysoka getragen hatte . Ein schwarzes Kleid bedeckte seinen Körper , eine schwarze Haube sein Haupt . Ein roter Edelstein hielt eine weiße kurze Feder an der Haube . Auf dem Oberkörper trug er ein dunkles mattes Waffenhemd . Der Gürtel hatte rote Edelsteine , und so auch die schwarzsammetne Schwertscheide . An der rechten Seite Diepolds ritt die Herzogin Gertrud . Sie war in ein dunkelbraunes Gewand gekleidet , wie es ihr Gemahl gerne trug . Hinter ihr ritten einige Frauen in weiten Gürtelkleidern . Unter den Frauen war auch Dimut auf ihrem braunen Pferde . Sie hatte ihr schwarzes Gewand an , darüber das Waffenkleid , das wie Silber glänzte , und auf dem Haupte die schwarze Spangenhaube , daran eine Rabenfeder empor ging . Am Gürtel trug sie ihr Schwert . Sie wäre wie Diepold gewesen , wenn sie nicht das lichte Waffenkleid und die schwarze Rabenfeder gehabt hätte . Da sie an die Zinne kamen , trafen sie vor der Brustwehre den Zupan Jurik mit seinen Männern und den Schleudergeräten und Wurfdingen , dann war Chotimir mit denen aus Decin und den Gerätschaften , dann war Diwis , der Zupan von Saaz , mit großen Geschossen für Pfeile , Balken , Steine und Brandwerke , dann weiterhin der alte Lubomir mit vielen Gerüsten für dicke Bolzen und andere schwere Dinge , und dann war der Leche Bolemil mit dem Reste der Seinigen . Er saß unter ihnen auf einem Stuhle , und die größte Schleuder , welche die Männer hatten , war bei ihnen . Dann kamen Wecel und der alte Wsebor , und Preda , und Ctibor , und die Äbte , und der Bischof , und Gervasius , und Milota , und andere . Dann war Nemoy von Netolic mit seinen Männern vom Rande des mittäglichen Waldes und seinen Schleudergeräten , dann kamen die von Taus , und die weiter hinauf vom Walde herstammten : Wenzel von Winterberg , und Wyhon von Prachatic , dann war Rowno von Rowna mit den Seinigen und mit denen , die ihm von Witiko übergeben worden waren . Sie hatten eine Schleuder bei sich , die große Steine bewältigen konnte , dann kam Diet von Wettern , und Hermann von Attes , der kaum von seiner Wunde genesen war , und Wernhard von Ottau , und andere . Dann war Ben , der Sohn Bens , des Führers , der auf dem Berge Wysoka sein Leben gelassen hatte , dann Bartholomäus , Zdeslaw , Casta und andere Männer . Als Diepold und die Herzogin bei allen gewesen waren , und alles besehen hatten , und mit vielen Männern gesprochen hatten , ritten sie wieder in die Hofburg zurück . Auf den zweiten Tag nach diesem Tage war in der Morgenstunde ein großer Gottesdienst in der Kirche des heiligen Veit angesagt . Als diese Morgenstunde kam , feierte Otto , der Bischof von Prag , mit den Äbten und Priestern in kirchlichem Schmucke den Gottesdienst wie an einem erhabenen Feste des Herrn . Die Herzogin , Diepold , die Führer , viele Krieger und andere Menschen waren zugegen . Am Ende des heiligen Opfers war das Kriegsgebet und die Segnung . Am Nachmittage des nämlichen Tages kamen die Feinde gegen die Stadt . Man sah den lichten Schein der Lanzen und die Bewegung der Scharen . Unzählige Menschen blickten hinaus . Sie breiteten sich vor dem rechten Burgflecken aus , wie um ein Lager zu errichten . Alle Krieger waren auf den Mauern . Die Herzogin war bei ihnen . Als der Abend dieses Tages gekommen war , sah man eine Schar von Reitern von dem rechten Burgflecken über die Brücke eilen . Sie hatten Friedensfähnlein auf den Lanzen . Als sie in dem linken Burgflecken angekommen waren , hielten sie stille . Diepold sagte zu Sezima : » Nimm zwanzig Reiter , reitet mit Friedensfähnlein hinaus , und frage um ihr Begehren . « Sezima ritt mit zwanzig Reitern gegen das Brückentor , man ließ ihn hinaus , er näherte sich den Feinden , und von den Zinnen aus konnten sie ihn eine Zeit bei ihnen verweilen sehen . Dann kehrte er wieder zurück . Als er vor Diepold gekommen war , berichtete er : » Sie sagen , daß ein Mann unter ihnen sei , der die Macht habe , im Namen Konrads , den sie ihren Herzog nennen , mit dir , wenn du der Befehler der Stadt bist , weil du Boten sendest , zu sprechen . Konrad will Blutvergießen meiden . Wratislaw von Brünn , Otto von Olmütz , Spitihnew , Leopold und Wladislaw lassen dir Gutes sagen . « Diepold antwortete : » Reite wieder hinaus , und sprich : Diepold redet nur mit denen , die sich unterwerfen , und er wird es daran erkennen , daß sie mit zwei Friedensfähnlein auf einer Lanze kommen . Ein anderes Fähnlein wird er nicht mehr anerkennen , und die jetzt da sind , sollen sich entfernen , so sie Schaden meiden wollen . Mit den Nachkommen Premysls , Wratislaw von Brünn , Konrad von Znaim , Otto von Olmütz , Spitihnew , Leopold und Wladislaw wird er sprechen , wenn sie mit Säcken auf dem Haupte und Stricken und Steinen um den Hals vor ihm knien . « Sezima ritt wieder hinaus , und da er zurückgekommen war , sagte er : » Sie verlangen mit Wladislaw zu sprechen , und wenn dieser , wie es heißt , entflohen sei , mit Gertrud . « Gertrud sprach : » Diepold , lasse Kugeln in sie werfen . « Diepold sagte : » Sezima , du gehst jetzt nicht mehr hinaus . « Dann schwieg er . Die feindlichen Reiter blieben auf ihrem Platze stehen . Nach einer Weile sagte er : » Legt auf . « Die Männer legten einen Stein auf die Schaufel einer Schleuder . Wieder nach einer Weile sagte Diepold : » Richtet , und dreht ab . « Die Männer gaben der Schleuder eine Richtung , dann drehten sie an kurzen Speichen , die Schaufel fuhr in die Höhe , und in dem Augenblicke fiel eine große Steinkugel im Bogen gegen die Reiter nieder . Diese wendeten sich um , und ritten über die Brücke davon . Ein Geschrei des Jubels folgte ihnen von den Mauern der Stadt . Es kam der Abend , und als es finster geworden war , konnte man den Schein der Feuer der Feinde von den Burgflecken und von den Feldern her sehen . Nach dem Frühgottesdienste des nächsten Morgens sahen die Männer , daß Feinde am unteren Ende des rechten Burgfleckens mit Schiffen , Flößen und Brettergerüsten über die Moldau und auf das hohe Feld Letne gingen , in welchem die Dörfer Owenec , Holisowic und Buben waren . Der andere Teil stand in Ordnung am Wasser . Es wurde an diesem Tage keine Botschaft an Diepold gerichtet . An dem folgenden Tage und an dem nächsten waren alle Feinde herüber gegangen , und errichteten ein Lager . Diepold störte sie nicht , und wenn es in der Stadt stille war , und die Luft von dem Felde daher ging , konnte man die Hammerschläge und den Schall der Arbeiten vernehmen . Endlich erhob sich eine großes weißes Banner bei den Feinden , und mehrere kleine weiße Banner wurden sichtbar . Sofort entfaltete sich auch auf der Kirche des heiligen Veit das große rosenrote seidene Banner Wladislaws , und es wehten auf dem Herzogshofe und auf anderen Bauwerken und an Stellen der Zinnen kleinere rosenrote Banner . Das große weiße Banner auf dem Felde war das Konrads von Znaim , den sie zum Herzoge erwählt hatten , weiterhin war das weiße grüngeränderte Banner Wratislaws von Brünn , dann war das Banner Ottos von Olmütz , dann Spitihnews und Leopolds , dann waren die Zeichen der andern Männer , Bogdans , Domaslaws , des alten Mikul , und mehrerer . Weit hinter den Feinden war Kochan , und man sagte , daß er gekommen sei , zu sehen , wie sich beide Herzoge vernichten , worauf dann die übrigen Lechen herrschen würden . Da der sechste Tag gekommen war , seit sich die Feinde vor der Stadt gelagert hatten , näherten sich am Morgen dieses Tages verschiedene Geräte der leichten Art den Mauern . Auf Wägen wurden allerlei Dinge geführt . Die Männer der Feinde rückten auch heran . Da sie nahe waren , hielten sie an , und von den Geräten flogen nun Pfeile , Pflockbolzen , Steine , Wurflanzen und Eisenstücke auf die Zinnen . Die Männer Diepolds rührten sich nicht . Auf seinen Befehl hatten sie sich hinter die Bergen begeben müssen . Da endete das Werfen der Dinge , und von den Feinden sonderte sich ein Haufen Krieger ab , und ging gegen die Mauern vorwärts , dies tat auch ein zweiter , ein dritter und mehrere . Da sie nahe an der Mauer waren , begannen sie zu rennen , indem sie Leitern , Stangen , Haken , Schilde , Stricke und Kletterdinge trugen . Sie befestigten Werkzeuge an den Mauern , und suchten , empor zu klimmen . Hinter ihnen standen viele Bogenschützen , welche unaufhörlich Pfeile gegen den oberen Rand der Zinnen sendeten . Jetzt gab Diepold ein Zeichen in die Luft , und auf dieses Zeichen ertönte die größte Glocke des Turmes des