mir der Hof nicht höher angeschlagen werde als vierzigtausend Pfund , und sövli Kronen ist er wert , wenn alles aufs Höchste getrieben würde . Ich will nicht sagen , daß er mir so teuer gegeben werden solle , weniger wär billig ; aber wenn ich ihn um vierzigtausend Pfund begehrte , so wäre ich ein Schelm an diesne , und eins von ihnen bekäme nicht mehr als dreißigtausend Pfund und ich fast so viel als Beide . « » Was , dreißigtausend Pfund « , rief Annelisi , » so viel bekäm ich ! Da nimm du nur den Hof für vierzigtausend Pfund ; wenn ich dreißigtausend Pfund bekomme , so will ich auslesen ds Land auf , ds Land ab und erst jetzt mih recht ufla u bäumele wie sWetter , potz Hegel ! « » Nit , nit « , sagte Christen , » es gspaßet sich da nicht . « » He , Ätteli , es ist mir ernst « , sagte Annelisi , » da spaße ich nicht . « » So macht sich das , Bruder « , sagte Christeli ; » wenn Annelisi so denkt , so will ich ihm auch daran denken , und wenn einmal sein Mann muggeln sollte , so hab ichs in der Hand , ihn z ' gschweige , wele Weg er will . Das soll also nichts heißen , wenns nur das ist , so ist dSach e gmachti . « » Das ist ume gchäret « , sagte Resli , » du weißt ja wohl , daß da noch anderes ist , was nit guet ist u wo nit geyht . « » He , man muß doch darüber reden , es wird sein wegem Verschreiben . « » Ist das nicht ein Unsinn ! Wenn mir der Hof abgetreten würd und es könnte ihn erben , wenn ich stürbe , so wärs ja möglich , daß ihr ihn alle mit dem Rücken ansehen und so ne Ärgäuerkafli darauf müßtet gnürzen und hustern sehen . Das möcht ich euch doch um keinen Preis von der Welt zleid tun . « » Ich will mich in dieses eigentlich nicht mischen « , antwortete der Vater , » aber wie wärs , wenn man machen würde , daß Christeli in diesem Fall das Recht hätte , ihn um den Preis , wo er dir angeschlagen ist , an die Hand zu ziehen , Das wäre nicht unbillig , vierzigtausend Pfund trüge sie allweg hinweg , und sagen muß ich , weh täts mir , wenn der Hof so ungsinnet aus der Familie kommen sollte , und ich weiß es , es täte allen Leuten weit umher ungwohnt . Nit , ich will nicht hoffen , daß du sterbest , aber man weiß ja nie , was es gibt . « Er hätte es auch gedacht , sagte Christeli , es täte ihm bsunderbar weh , da fort zu müssen ; aber sagen habe er es nicht wollen , er möchte doch nicht , daß man sich an dem alleine stoße . Wenn es so zu machen wäre , so sei es ihm recht , ja wenn es öppe dem Wald nicht zu wüst gegangen in der Zeit , so nähmte er ihn zurück um fünfzigtausend Pfund . So düech es ihn , das Meitschi sollte es wohl wagen dürfen , zu ihnen hinauf zu kommen ; gehe es wie es wolle , so gehe es ihm nicht bös , und öppe besser werds es niene mache . » Aber recht ists auch nicht « , sagte Resli , » daß alles auf eine Seite kömmt und daß ds Hürate ist wie Chrüz und Bär , wo man macht , welches dem Andern das Seine abgewinne ; da muß ich sagen , das drückt mich , daß ich alles verwyben und vielleicht nichts erwyben soll . Es ist grad so , als wenn öppis an mir z ' schüche wär , das ich mit Geld sollte gut machen . Und doch wüßt ich nicht was , und wenn man gegen einander rechnen wollte , so wüßte ich nicht , wer dem Andern heraus schuldig wär . Das ist ein Hochmut und e Uvrschantigkeit , daß es mr i alli Glieder schießt . « » He « , sagte Änneli , » wenn dir das Meitschi recht lieb ist , so sieh das nicht an , in den Ehetag wird der liebe Gott wohl ein Loch machen , ehe es lang geht . Wegen etwas , wo zwanzig gegen eins zu wetten ist , daß es nichts abträgt , sollen Zwei nicht von einander lassen , welche sich lieb gewonnen so recht . Das ist gar eine seltene Sache , rechte Liebe , und so wege Bagatellsache muß man sie nicht zerstören ; man muß nie vergessen , daß einer glücklich ist , wenn er einmal in seinem Leben zu solcher Liebe kömmt , zum zweiten Male gibt es sich ihm kaum . So , wenn deine Geschwister nichts dagegen haben , so wollte ich das annehmen . Wenn dein Meitschi öppe es Herz het , wies z ' hoffe ist , so sinnet es ne ihr Lebtag dra . « » Es ist gut « , sagte Resli , » es ist wäger besser , als es sich hier gezeigt hat . Ich habe mich salbst nicht darauf verstehen können , aber sagen muß es mir noch , was es gehabt hat . « » So wär man ja richtig « , sagte Christen , » ohne Streit und ohne Zank , wie es öppe nicht an manchem Orte so gegangen wäre ; das freut mich , und blybit so , es wird euch noch wohl kommen im Leben , und man kann einander gar oft zGutem sein , wenn man ein Herz zu einander hat und sich kann verstehen . Sinnet daran , Kinder . « » Ja nein « , sagte Resli , » es ist noch eins , aber us selbem gibt es nichts , und da es wegem Geld nicht darauf ankömmt , so denke ich , werden sie nicht ds Wüstest alles machen , um es durez ' zwänge , und wette si , su tät ihs nit . Ich will doch de nadisch auch wissen , ob ich dem Meitschi lieb bin oder nicht und ob es meinetwegen auch nachgeben und sich etwas gefallen lassen kann . « » Was wär denn das ? « fragte Annelisi , » habe ich ihm etwa nicht gefallen und soll ich aus dem Hause ? Wenns das ist , ume zuegfahre , mit dreißigtausend Pfund will ich schon nächsten Sonntag verkünden lassen , mit Zweien statt mit einem , oder ih gange is Weltschlang ga lere bradle u Kürbsbrei esse ; es heißt , für füfzg Dublone es Jahrs überchömm me ebe halb gnue dere im Weltschlang . « » Schweig doch mit deinen Flausen « , sagte Änneli , » es wird öppe von dir nicht fast die Rede gewesen sein , dulden wird man dich wohl müssen , solange wir auch da sind . « » Ja , Mutter , das meine ich auch « , sagte Resli , » aber habt Ihr nicht gehört , daß dr Alt von Abtreten geredet hat , er meint , Ihr sollet abgeben , ich solle den Hof gleich übernehmen , Nutzen und Schaden mir gleich angehen , und dann wär Anne Mareili Meisterfrau . « » He nun so dann « , sagte Änneli , » geschehe nichts Böseres , die Ruhe ist mir auch zu gönnen , daran einmal stoße dich nicht . « » Wohl , Mutter « , sagte Resli , » das ists eben , woran ich mich stoße und was ich durchaus nicht tue . Solange Ihr lebt , sollt Ihr da zu befehlen , zu schalten und zu walten haben , wie Ihr es von je im Brauch gehabt habt ; anders tue ich es nicht , es freute mich nicht mehr , hier zu sein . « » Du bist doch e Göhl ! « sagte Änneli , » warum doch nicht ; eine junge Frau mag der Sache besser nach als eine alte , sie kann gleich anfangen , wie sie es gerne hat . Es drückt junge Weiber oft gar sehr , wenn sie sich in einem andern Hause neu gewöhnen sollen . « » Drück es sie nun oder drück es sie nicht , so will ich , Mutter , ich mag nun die oder eine andere Frau bringen , daß Ihr , solange Ihr mögt , die Meisterschaft im Hauswesen behaltet . Mit dem Ätti und mir wirds öppe , so Gott will , im Alte blybe , solang mr lebe , und wie Ihr es mit Annelisi habt , so sollt Ihr es mit meiner Frau haben ; das will ich , und mengere twege . « » Mach dich deretwege nit köpfig « , sagte Änneli , » ich wüßte nicht , warum du gerade das erzwangen wolltest , der Eigensinn trägt nichts ab . « » Mutter , es ist nicht Eigensinn , aber ich habe die Sache wohl überlegt . Wir haben öppe ein Hauswesen , wie wir uns dessen nicht zu schämen brauchen ; wir haben genug , und für andere Leute ist auch etwas da , so ists bei Mannsdenken gewesen und soll so bleiben , solang wir hier sind . Es würd öppe am enen iedere von uns wehe tun , wenns ändern sollte . Dort unten haben sie ganz andere Bräuche , und die begehre ich nicht hierherauf , sie wären mir und euch nicht anständig . Und dann würd es auch viel Lachens geben deretwegen ; die Leute würden öppe z ' reden haben , und selb begehre ich auch nicht . Meine Frau kömmt in mein Haus , und da soll sie öppe fortfahren , wie ich mich gewohnt bin , wie es mir anständig ist ; das , mein ich , sei nicht über Ort . Das muß sie aber alles lernen , sie weiß von unsern Bräuchen nichts , sie muß sich selbst zuerst daran gewöhnen . Und unsere Mutter ist öppe eini , wo ein Söhniswyb öppe mit der Liebi nachziehn wird , wie öppe nit en iederi . Sie wird nicht alles an einem Tage wollen , sie wird Geduld haben , sie hat ja von je mit uns allen Geduld gehabt , wir haben sie öppe erfahren , seitdem wir leben ; auch ein Söhniswyb wird nicht bös Sach bei ihr haben und im Trab sein , ehe es daran denkt , wes e kly Vrstand het und dr Friede bigehrt . Soll aber meine Frau gleich das Heft in die Hand nehmen , so nimmt sie es , wie es daheim üblich war , frägt vielleicht die Mutter einige Male , und andere Male vergißt sie es . Sagt ihr die Mutter ungfragt , was nicht recht ist , wer weiß , wie sie es aufnimmt und ob sie nicht meint , die Mutter wolle sie kujonieren und es gehe sie nichts mehr an . Und muß ich es ihr sagen : Die Mutter hat es so gemacht , so sind wir es gewohnt , frag doch die Mutter , wer weiß , wie sie das dünkt , ob sie nicht im Herzen denkt , sie könne nichts recht machen , ob sie nicht schalus wird und meint , ich habe die Mutter lieber als sie , und dann sich und Andern das Leben schwer macht mit Plären und Dublen oder sonst Wüsttun . Und wenn wir nichts sagten , es verdrückten , so wären wir auch nicht wohl dabei , und Zufriedenheit wär keine . « » Oh , so wird sie doch nicht sein , du wirst doch wohl wissen , an wen du so gesetzt hast « , sagte der Vater . » Vater , was weiß ich « , sagte Resli , » die Mutter kenne ich und ihr darf ich vertrauen , sie wird mir öppe es Fraueli nit plage . Aber wie ein Meitschi ausfällt , kann man nicht wissen , und wie es in ihm aussieht , nicht sehen . Es hat einmal einer gemeint , es komme schon viel darauf an , ob sie am Hochzeittag die Sonne anscheine oder es regne ; regne es , so hätte man manchmal ds Schinders Not mit ihrem Gesicht die ganze Ehe durch . Es kann etwas so in ein Herz hineinkommen , gäb wie wenig , und es ist ganz angers und vrpfuscht für geng . « » He ja « , sagte Änneli , » haben wir das nicht selbst erfahren und nicht etwa jung , sondern wir alte Stöcke . « » Darum möchte ich lieber ds Gwüssere spiele ; man kann sich an einen Hausbrauch gewöhnen , wenn man Kind im Haus ist , man weiß nicht wie , hingegen wenn man einmal regieren soll , läßt man sich nicht mehr gerne brichten , sondern macht , wie es sich einem schickt « , sagte Resli . » Und dMuetter ist witzig gnueg , wenn ds Meitschi öppis Chumligs weiß , wo kurzer oder besser geyht , ihm sy Sach auch gelten zu lassen und einzuführen ; dMuetter ist nicht von denen eine , wo meine , dKunst bstand darin , alles , was man nicht selber macht , zu vernütigen ; my Muetter weiß wohl , daß dKunst die ist , aus allem immer das Beste zu nehmen und alles am besten suchen z ' mache . Darum meine ich , solle meine Frau bei ihr in die Lehre gehen , und darum übernehme ich den Hof nicht . « » Um öppis hest recht « , sagte der Vater , » aber wenn du so damit kommst , so machst du sie bös und sie stange dr zruck . Sag du das Ding so , daß wenn ich dir die Sache verkaufe und dir Nutzen und Schaden gleich angeht , so wirst du mir also vierzigtausend Pfund schuldig ; die muß ich vertellen , du aber den Hof nicht min , der , so gibt es doppelte Telle , und das sei mir zwider ; säg , das wär nur son e Gspaß von dreißig bis vierzig Kronen , das begreift der Dorngrütbauer allweg . « » Nein , Vater « , sagte Resli , » das sage ich nicht so , verzeiht , Vater , man kann sich doch auch z ' fast unterzieh . Sie konnten zuletzt meinen , wie dumm oder wie schlecht wir wären , daß wir uns alles gefallen ließen , und das konnte dem Meitschi doch endlich auch in Kopf kommen , daß es meinte , wie viel mehr es sei als wir , und das tät wäger nit gut . Das möchte ich nicht erleiden , und wenn ihr scholl nicht viel sagen würdet , so gings euch doch hinein . « » An dem « , sagte die Mutter , » wollte ich doch nicht hangen , wenn es sonst ginge ohne das ; denk , das ist ume e Meinige und vielleicht noch e lätzi , und so bloß ere Meinige twege vonenandere z ' la , wär doch e strengi Sach . « » Mutter « , sagte Resli , » es chunt nie gut , wo eins alleine sich unterzieh soll und sich nicht eins dem Andern unterzieht . Nun haben wir uns unterzogen auf eine Weise , wie sie mir grusam zwider ist ; es müssen ja alle darunter leiden , und in der Hauptsache tut man , was sie wollen , und läßt sich in unsern Sachen befehle , wo man ihnen doch nichts sagt , was man von ihnen haben möchte und wie sie es mit dem Lande halten sollen . Was ich jetzt will , ist eine Nebensache , wo nur das Meitschi angeht , wo dem Vater hell gleich sein kann . Het mih ds Meitschi lieb , so tuet es mr dr Gfalle , hets doch deretwegen nüt dest meh , nüt dest minger , u wotts mr dä Gfalle nit tue , he nu , so erfahre ich noch zu rechter Zeit , was ich z ' erwarte hätt , denn was es Meitschi eim nit tuet , das tuet eim de e Frau auch nicht , u das tuet si nit . « » Du bist lätz dra « , sagte Änneli , » wäger . Wenn ich zurückdenke , wo ich Christen genommen habe , und es vergleiche mit jetzt , so ist das ganz anders . Selbist , und er ist mr doch recht lieb gewesen , habe ich immer Kummer gehabt , ich gebe ihm zu viel nach , ich verderbe ihn , und wenn er etwas von mir gewollt hat , so habe ich lang studiert , obs ächt nüt mach , wenn ich ihms zGfalle tue , und hergege habe ich ihm manches vorgelegt , es ist mir nicht ernst gewesen , aber ich habe nur sehen wollen , ob er mich recht lieb habe , und hätte er es nicht getan , so hätte ich , es weiß kein Mensch wie , getan und mih gha , als wenn mr ds größt Unglück geschehen wäre . Wenn Christen nicht so gut gewesen wäre und es hätte machen wollen wie du , es weiß kein Mensch , wie es gegangen , ich glaube nicht , daß wir zusammengekommen . So ists gsi , jetzt düecht es mich , ich wollte ihm tun können was er begehrte , und nüt düecht mih z ' strengs , dä Weg hets gänderet . Es gruset mr geng , wenn man einander so fecken will , es ist geng Gott vrsuecht , und es chunt meist uf es Nüt a , mengist uf es einzigs Wort , uf e Blick . Und meine söll man doch nie , daß wenn man zusammenkomme , man sei , wie man sein solle , sonst hats schon gefehlt ; Liebi u Vrstang mueß me all Tag als Schlyfsteine bruche , wes guet cho söll . Wenn meine Mutter selig noch lebte , die würd dr dr Text lese ! « » Mutter , versteht mich recht « , sagte Resli . » So fecke , bloß um nichts und wieder nichts , in einer Lumpesach , ume so für z ' luege , wer nachgebe müeß , das möchte ich auch nicht ; das ist ja grad , was unter Eheleuten nicht sein , nie anfangen soll , das Nünizieh ums Rechthaben , das ist e Elend , Ihr habt recht . Aber hier ists nicht so , hier handelt es sich um eine Hauptsach , um Recht und Unrecht ; es handelt sich darum , wer dem Andern sich unterziehen soll , eine alte Frau einer jungen oder die junge der alten , ob denn eigentlich dMuetter uf dSyte sött un dr Vater wie es Paar alti , usbruchti Schueh , oder ob es jungs Meitschi no i dSchuel söll und sich solle den Alten unterziehen , solang öppe Gott will , und zweitens auch , ob sich eine Frau dem Mann unterziehen will , wie es doch auch in der Bibel steht , Mutter , oder ob der Mann dr Löhl machen soll . Ich muß es sagen , wenn ich an Euerm Platz wär , so begehrte ich gar nicht so abzugeben , ehe ich wüßte , wie es käme , oder ich möchte keinen Krauch mehr oder es wär mir grusam erleidet . Und , Mutter , ich muß Euch sagen , ich hätte geglaubt , Ihr hättet mich lieber als so und möchtet Euch doch gmühen , um so mit Liebi und Vrstang dFrau nachez ' zieh . Aber ich merke , die ganze Sach ist Euch nicht recht , ds Meitschi gfallt Euch nicht , darum möchtet Ihr ganz drus und dänne und lieber nüt mit ihm z ' tue und Eure Sache aparti haben . Das merk ich , und so wärs besser , man gäbte die ganze Sach auf und redti graduse , währet es noch Zeit ist , als daß man dann so hintendrein sagt : Ih has doch denkt , ih has doch glaubt , ih has doch gmeint , u gseit han ihs o , aber ume für mih selber . « » Los , los , « , sagte der Vater , » wird nicht bös , du solltest doch wissen , daß dMutter es besser meint , als du es ihr andichten willst , und daß sie deinetwegen noch nie eine Mühe gschoche hat . Aber öppis recht hast du auch , da muß ich dir Beifall geben ; so da von vornenherein zu regieren und dEltern von ihrer Sach weg z ' sprenge , selb ist nicht recht , solange sie es nicht gerne von selber tun oder eins von ihnen gestorben ist . Ja , wenn eins oder das Andere sturb , ih oder dMuetter , das wär es Angers ; de schickt es sih bas , daß es jungs Ehpaar dSach übernimmt z ' grechtem , vo wege , für es rechts Hus z ' füehre , müesse Ma u Frau sy . Ist dMuetter gstorbe u buret dr Vater furt u ds Sühniswyb macht dHushaltig , su het äs meh z ' bidüte as dr Ma , es ist dMeisterfrau u är ume dr Bueb ; lebt dMuetter no u wott fürtbure , so ist dr Bueb wie dr Ma u dFrau sött ume dJumpfere sy , u selb tuet o nit guet . Lebe aber Vater und Mutter noch , so habens Sohn und Söhniswyb eins wie das Andere , sind Beider Ghülfen , u Keis het sih z ' chlage . Darum bist du nicht so über Ort , aber sagen will ich nichts dazu . Übersinn dSach noch recht und stell dir alles vor und auch , wie es dir wäre , wenn es aus der ganzen Sache nichts geben , und was die Leute dazu sagen würden . « » Ho « , sagte Resli , » darauf dürfte ich es ankommen lassen ; wenn dLüt öppe wüsse , wer me ist , so wissen sie wohl , auf welcher Seite der Fehler ist . « » Du guete Tropf « , sagte der Vater , » meinst ? Ich hätte geglaubt , du kenntest dLüt afe besser als so . Weißt du nicht , daß es Leute gibt , die immer froh sind , wenn sie jemand einen Schlemperlig anhängen können ? Und je mehr sie einen beneidet haben , desto lieber tun sie es und dest ungrymter . Und weißt nicht , daß man , sei man wer man well , immer Freund und Feind hat ; das zeigt sich nie besser , als wenn eine Hochzeit zWasser geht . Da geht es ärger ringsum als im Frühling im Seeland , wenn dFrösche ihre Singverein hey ; ich habe einmal dort Wein geholt , u ds sälbist bin ih fast e Narr worde . Wenn son e Hürat z ' nüte wird , am ene Ort mueß geng dr Fehler sy . Manchmal ist der Bräutigam ein afechtig Bürschchen und möcht dr Schwäher klemme , weiß nit recht wie , geyht zRat , u dummi Wyber dampe ihms us , u hingerdry tuet er de no wie es hässigs Kothäneli . Oder dr Schwäher ist e hochmüetige Gnürzi u möcht dr Tochterma für e Schuehwüsch ha un ihm dr Gottswille gä , was ihm vo Rechts wege ghört . Oder dSchwiegere ist e brutali Gränne und meint , dr Tochterma satt Tag u Nacht vor ihre oder vor em Meitschi uf de Kneue sy u lache , we si ds Mul uftuet , wien e Löhl . U wenn er das nit tuet u witziger ist as si u si sih no mängist vor ihm schiniere mueß vo wege dr Dummheit , su wyst si dTochter uf u seit ere : Dä möcht ih afe nit , lue de , wies dr geyht , wed einist furt bist , er ist e Tyrann , e Tyrann , säg ih dr ! U bi de Lüte verschreit si ne , u wil er sie nit u dTochter nit het welle zum Götz mache , su seyt si , er heyg ke Religion , u weiß doch selber nit , was für eine sie hat oder ob gar keine . Und manchmal ist ds Meitschi es Laschi u tuet wien e Löhl , u nüt isch ihm schön gnue u kes Mannevolk wüest gnue , und er überchunt am End auch gnue . An allen diesen Orten düecht eim doch , me wüß , wo dr Fehler syg , aber das git es Gred , dä Wäg u diese Wäg , daß me ganz sturm wird , nit weiß , was obe , was unte ist , nit meh weiß , het me e Kirsisturm vor ihm oder Surkabis . « » So gehts , wo dSach am Tag ist , daß es eim düecht , me chönn se mit em Bschüttgohn näh , u was meinst , wie würd es bei uns gehen ? Da ist nichts am Tag , da ist keis längs Dreiß gsi , da ist nicht eins hier aus gesprungen um Rat , das Andere dort aus , man ist nicht zu den Wahrsagern glüffe und auch nicht zu den Verwandten oder Bekannten , wo grusam vornehm sy u doch gern alles wüsse ; man hat es unter sich gehabt , und die Leute haben kaum gewußt , daß etwas obhanden . Jetz denk auch , was erst das für ein Gerede geben würde , denk doch , wie sie uns es gemacht , als wir so zweg waren , und doch war da dUrhab am Tage genug . Eben daß man es so geheim gehalten , wurde gegen uns geltend gemacht ; die Einen würden sagen , wir hätten uns der Sach geschämt , die Andern , wir hätten einen reichen Fisch vor der Bähre gehabt und gefürchtet , es könne uns jemand z ' böst reden ; die Einen würden sagen , wo wir das Vermögen hätten weisen sollen , so sei nichts da gewesen , jetzt wisse man , warum es selb Mal so wüst gegangen ; die Andern dagegen würden lachen und sagen , du seiest hineingesprengt worden und wo es um eine Ehesteuer zu tun gewesen , habe es sich gezeigt , daß der Vater der Braue am Geltstagen sei und chum no dNase ob em Wasser heyg . Man würde von unehlichen Kindern reden , die zum Vorschein gekommen , und was erst alles vom Dorngrüt her erschallen , was sie dort ausbreiten , in die Welt hinaus blasen würden , das kann ich dir nicht sagen . Aber glaub mir , Resli , es wären wüste Sachen , du würdest z ' lyde gnue ha , und Viel möchten dirs gönne , und wer weiß , vor was allem es dir wäre , vo wege , sellige Lärm läßt immer was dahinten . Die eigelige Meitli sind gewöhnlich die beste , und öppe von weitem her läuft nicht bald ein Meitschi herbei , das nichts von allem weiß ; bi de Buebe git sih das eh . Glaub nur , du würdest Verdruß genug haben , gäb wie unschuldig wir dabei sind und das Recht auf unserer Seite haben . Das sage ich dir nicht , damit du alles tuest , was man von dir will , sondern nur , damit du weißt , wie es geht , und du hintendrein nicht sagst , du hättest es nicht gsinnet , wenn du es gsinnet , du hättest es anders machen können . U jetz guet Nacht u faß dih guet , damit , es mag gehen , wie es will , du auf den Beinen bleibst . Du hast jetzt alles in deiner Hand und mahnst mich an einen am Steuerruder ; wenns zwüsche Wirble durchgeht , häb an dih u lue guet . « Nun war die Sache äußerlich abgetan bis ans Zwegmachen und Laden ; geredet wurde nicht mehr darüber , es sann jetzt jedes wieder . Und wie gesagt , wo der rechte Sinn ist , da kömmt beim Sinnen mehr heraus , als man denkt , meist mehr als mit Reden . Wenn man dem Treiben zu Liebiwyl zugesehen hätte , so würde jedermann geglaubt haben , Christeli sei der Bräutigam und wolle eine Hoffahrt tun das Land hinab . Fast den ganzen Morgen hatte er mit den Rossen zu tun , nahm eins nach dem andern zum Stall hinaus zum Brunnen und ward nicht fertig mit Striegeln und Wäschen . Annelisi , das vorbeiging und sah , wie oft er jeden Schweif ins Kübli tauchte und ihn dann ausstrich , meinte , es wäre schade , daß er nicht eine Kammerjungfer gegeben , es gäbte gewiß manche vor , nehme Frau , sie wäre froh über so eine . » Ich denke « , antwortete Christeli , » o mängs Buremeitli hätt mih nötig , es soll dere gä , wo me ringer e Stall misteti , als so eins süfereti . « » Oh , stich ume , du breichst mih doch nit , un mit em Süfere weiß ich nicht , wer fleißiger ist , öppe es jungs Meitschi oder son e alte Vetter , wo zletzt z ' fule wird , es Jahrs zweumal es angers Hemmli azlegge . « Da stäubte Christeli einen nassen Roßschweif aus , und Annelisi schrie mörderlich auf : » Nu du , du Uflat ! Herr Jemer , wie gsehn ih us , o myn Gott , mys Mänteli , u han ihs erst