beweinten die Ermordete . Der Magistrat der Stadt berichtete den ungeheuren Vorgang sogleich nach Venedig . Nach der Angabe des Camillo Mattei , sowie nach einigen Anzeigen fiel der nächste Verdacht des Verbrechens auf Luigi Orsini : der Statthalter , der für Venedig in Padua residierte , ließ den Grafen also zu sich in das Stadthaus laden . Der Übermütige erschien mit seinem ganzen Gefolge , allen jenen Verbündeten , die am Morde teilgehabt hatten . Da sie alle bewaffnet waren , ließ die Magistratsperson nur den Grafen herein , alle übrigen mußten auf der Straße und im Hofe warten . Der Unverschämte trat wie ein König vor den Gouverneur hin , und statt auf dessen Fragen zu antworten , fuhr er selber als Fragender auf den alten Mann los : » Wie kommt Ihr dazu , Signor , mich wie einen Eurer Klienten oder einen Bürger der Stadt auf diese Weise vor Euch zitieren zu lassen ? Was niemals als ich in Rom lebte , der Papst Gregor wagte , was ich meinem Verwandten , dem Großherzog von Florenz , ja , was ich keinem Könige der Erde einräumen würde , das wagt Ihr an meiner Person ? Kennt Ihr mich ? Wißt Ihr von meinem Herkommen und meinen Vorfahren ? Ganz andre Männer , als ich jetzt einen vor mir sehe , haben vor mir gezittert . Wenn Ihr mich sprechen wolltet , so war es geziemlich , daß Ihr Euch bei mir melden ließet , und ich würde Euch gern Gehör erteilt , und vernommen haben , was Ihr begehrt oder wünscht . « Der alte Mann , ein fester Charakter , ließ sich durch diese Großsprechereien nicht verwirren , sondern antwortete : » Mein Herr Graf , von alledem ist hier die Rede nicht . Ihr seid für jetzt ein Einwohner dieser Stadt , Ihr steht in Diensten der erlauchten Republik Venedig : eine ungeheure Tat ist vorgefallen , die Sicherheit der Stadt ist verletze , eine hohe Person schändlich ermordet , Euer Name ist genannt , und ich frage Euch , als Vorstand der hiesigen Bürgerschaft , ob Ihr , und was Ihr von dieser Begebenheit wißt . « Indem hörte man schreien , laut fluchen und Getöse von Waffen . Jene Begleiter hatten die Wache des Stadthauses überwältigt und traten nun mit Lärmen und trotzigem Anstand alle in den Saal . Der Statthalter war über diese Frechheit verwundert , aber nicht erschrocken . » Was soll ich nun « , rief Orsini aus , » in Gegenwart dieser meiner Freunde sagen und erklären ? Würden sie es dulden , wenn ich mich , einem alten unbedeutenden Manne gegenüber , feige oder furchtsam zeigte ? Ich erkläre Euch also hiermit , daß ich , als Verwandter , über den Tod meiner Muhme , der Herzogin Bracciano , geborne Accorombona , am meisten zu trauern Ursach habe : im Prozeß war ich , auf Ansuchen des nächsten Erben , des jungen Herzogs Virginio mit ihr begriffen , und das ist dem Magistrat hier und den Richtern bekannt . Nur einmal habe ich sie hier in der Stadt besucht , um mich mit ihr wegen unsers Rechtsstreites zu besprechen , sonst weiß ich nichts von ihr und ihren Verhältnissen , am wenigsten aber , was ihr dieses traurige Ende zugezogen haben mag . Ich hörte am Morgen , wie alle Einwohner , das Gerücht von diesem nächtlichen Überfall , ich erschrak , und die Bürgerschaft ist Zeuge meiner Trauer gewesen , und wie ich selbst die Bestattung der Ärmsten besorgt habe . Dies alles , und so wie ich von der Ermordung hörte , habe ich ebenfalls , wie es als Verwandter meine Pflicht war , dem Magistrat melden und anzeigen lassen . « » Ihr werdet vergönnen « , sagte der Statthalter , » daß wir diese Eure Aussage zu Protokoll nehmen , und daß Ihr sie , als eine wirklich gesprochene , mit Eurem Namen unterzeichnet . « » Das werde ich keineswegs « , antwortete Orsini , » ich kann mich nicht vernehmen lassen , erkenne Eure Auctorität nicht an , und weiß , daß Ihr mich dazu nicht zwingen könnt . Aber ich ersuche um die Gefälligkeit , daß ich diesen Brief nach Florenz durch meinen Boten senden darf : er ist an den jungen Bracciano , in dessen Namen ich den Prozeß gegen diese seine Stiefmutter eingeleitet habe ; ich gehe morgen oder übermorgen nach Korfu ab , und ich melde mit diesem Blatte ihm nur , welche Aussicht ihm seine Sachwalter wegen seiner Ansprüche geben . « Der Gouverneur las den Brief , der in der Tat auch nichts anders enthielt , und deswegen gern gestattete , daß der Bote ihn nach Florenz bringen dürfe . So entfernte sich Orsini und lachte mit seinen Vertrauten über die Art , wie er den Alten verhöhnt und betört habe . Dieser Statthalter aber war klüger , als die Übermütigen dachten , und Luigi war einfältig genug , sich fangen zu lassen . Sowie dieser sich entfernt hatte , gab der Statthalter Befehl , den Boten zu beobachten , und als dieser ungehindert durch das Tor gegangen war , ward er plötzlich in der Einsamkeit des Feldes angehalten und genau durchsucht . Außer jenem Briefe fand man in den Schuhen versteckt einen andern , folgenden Inhalts : » Alles ist abgemacht . Wir haben sie fortgeschafft . Die Affen hier habe ich zum besten , wie es sich gehört . Sie halten mich für ein unschuldiges Kind . Sendet nun die nötigen Leute , wie wir es verabredet . « Beide Briefe wurden zurückbehalten und der Bote heimlich in Verwahrung gebracht . Orsini und die Seinigen jubelten indes , hielten die Sache für abgemacht , rüsteten sich zur Reise und lachten über den schwachen und einfältigen Magistrat , den man eingeschüchtert und zum Schweigen gebracht habe . Sie verwunderten sich aber , als sie vernahmen , daß man alle Tore verschlossen hielt und sie bewache , kein Mensch durfte die Stadt verlassen . Ein Ausrufer ging durch alle Gassen , und verkündete mit lautem Ruf : daß diejenigen , die vom Morde wüßten , bei härtester Strafe aufgefordert würden , die Umstände und Teilnahme anzuzeigen : wer Folge leistete , sollte belohnt werden , selbst wenn er am Verbrechen teilgehabt . In der Nacht vom zweiundzwanzigsten Dezember war Vittoria ermordet worden , und morgens früh um sieben Uhr am ersten Weihnachtstage kam schon von Venedig Bragadino mit unumschränkter Vollmacht , vom Senat , auf alle Gefahr , es möge Blut und Leben kosten , sich des Luigi Orsini , lebendig oder tot zu bemächtigen . Der Senat zu Venedig hatte diese unerhörte Freveltat , die Frechheit des Grafen nach den Berichten des Statthalters und den Aussagen Camillos , sowie des gefolterten Türhüters , sehr ernst genommen , da außerdem des Grafen eigenhändiger Brief für ein vollständiges Bekenntnis gelten konnte . Sogleich begaben sich Bragadino , der Kapitän und der Podesta in das Kastell . Es wurde Sturm geläutet , alle Glocken der Kirchen stürmten ebenfalls . Wohl noch niemals war das Fest der Weihnachten auf diese Weise in Padua begangen worden . Die ganze Stadt , groß und klein , vornehm und gering war in Aufruhr und Bewegung . Bei Lebensstrafe war geboten , daß alle Milizen , die Reiterei und alle waffenfähige Mannschaft sich vor das Kastell , das dem Palast Barbarigo nahe war , versammeln sollten , und , wenn es nötig wäre , diesen Aufenthalt des Orsini zu stürmen und mit Gewalt einzunehmen . Sowie der Tag ganz hell war , ward ein Aufruf erlassen , daß alle Einwohner bewaffnet herbeikommen sollten , wer nicht mit Gewehr oder Degen versehn wäre , was er begehre , im Kastell erhalten würde , um tot oder lebend den Luigi Orsini der Gerechtigkeit zu überliefern ; zweitausend Dukaten solle erhalten , wer den Grafen , fünfhundert Scudi , wer einen von seinen Leuten einbringe . Auch vom Lande wurden Männer herbeigerufen , um die Anzahl der Freiwilligen zu verstärken . Von allen Seiten wurden Wachen gestellt , damit keiner entrinnen könne . Auf die alte Mauer , dem Palast gegenüber , wurden Kanonen aufgepflanzt , Bollwerke wurden eilig an der Seite des Flusses errichtet , ebenso auf der Straße , damit die Leute sicher wären , wenn die Belagerten etwa einen Ausfall wagen sollten . Barken lagen mit Bewaffneten auf dem kleinen Flusse , damit auch hier keiner entkommen könne . Als von den Fenstern aus Orsini alle diese Anstalten gewahr wurde , schrieb er kalten Blutes einen langen Brief an den Senat von Venedig und den edlen Bragadino , in welchem er sich über diese Behandlung beschwerte , daß man ganz vergesse , welche Dienste seine Vorfahren der Republik geleistet hätten , daß man ihm selber die Statthalterschaft von Korfu anvertraut habe , und ihn jetzt auf einen oberflächlichen Verdacht hin ohne Ursach wie einen ausgemachten Verbrecher und Rebellen behandle . In der Nacht begaben sich auf Befehl einige Edelleute aus Padua zum Orsini . Sie fanden , daß Türen , Fenster und alle Zugänge mit Gerät , Brettern , Steinen , und was man hatte habhaft werden können , verschanzt waren . Die Männer rieten ihm , sich der Übermacht freiwillig zu ergeben , weil jeder Widerstand doch nur unnütz sein könne ; füge er sich , so möchte er vielleicht bei seinen Richtern noch einige Milde finden , sonst gewiß nicht , da der Senat auf keine Weise von seinem Entschluß abgehen würde , ihn in seine Gewalt zu bekommen . Er antwortete in seiner sichern Art , er wolle sich ergeben , doch nur , wenn man alle Truppen und Wachen von seinem Hause entferne , dann sollte man ihm , von seinen Vertrautesten begleitet , eine Unterredung mit Bragadino und den Vornehmsten gestatten , und ihm versichern , daß er nachher ungefährdet in den Palast zurückkehren könne . Bragadino war über diese Anmutung empört , daß er mit ihm , wie dem Gouverneur einer Festung , unterhandeln solle und verwarf unbedingt dies Ansuchen . Noch einmal gingen die Edlen zu ihm , er gab keine andere Antwort und erklärte fest , er würde sich bis auf den letzten Blutstropfen verteidigen . Nun machten die Belagerer ernstliche Anstalten . Einer der eifrigsten unter den Freiwilligen war Marcello , der Bruder der Ermordeten ; er hatte eine Compagnie der bewaffneten Bürger aufgestellt und verfuhr als ihr Hauptmann . Alles rührte sich , die Gewehre und Kanonen wurden geladen und auf das Haus gerichtet . Das Volk schrie , die Glocken stürmten , Bewaffnete zogen durch die Straßen , Neugierige versammelten sich auf den Plätzen und alles war in der bangsten Erwartung . Orsini lief durch die Säle des Palastes , ordnete an , und sprach seinen Freunden und den Gesellen Mut ein . Alle schrieen verwirrt durcheinander und schwangen die Degen . Da nahm der Graf Montemellino seinen Freund Orsini beiseit und sagte zu ihm : » Luigi , Ihr seht es doch wohl , daß wir verloren sind : meine Warnung wolltet Ihr nicht hören , und es ist gekommen , wie ich vorher sagte . Da keine Rettung ist , laßt uns wenigstens wie Soldaten sterben , und diesen Paduanern auf ewige Zeiten ein blutiges Andenken zurücklassen . Wir , die Obersten , scheuen den Tod nicht , und haben ihm oft genug ins Angesicht geschaut , aber auch der Geringste unserer Bande ist frech und tollkühn . So laßt uns denn alle zugleich unter diese Bürger und Milizen hinausbrechen , niedermachen , schießen , was wir erreichen : Ihr seht , wie vorsichtig , wie furchtsam sie sind , welche Haufen sie gegen unsere kleine Schar zusammengetrommelt haben . So fechten wir einen tapfern offenen Kampf in den Straßen , verfolgend und verfolgt , siegend und besiegt , und da gewiß keiner von uns entrinnen kann , und jeder dies sieht , so morden alle wie Verzweifelnde , und die feindliche , gelehrte Stadt wird zum Schlachtfeld , das unsern Namen tragen wird , solange diese Mauern stehen . Aber - wollt Ihr dem Henker verfallen und dem Volke zum schadenfrohen Schauspiele dienen , dann habe ich mich sehr in Euch geirrt . « Gewiß war dieser Rat der klügste und eines tapfern Kriegers würdig , so blutig und grausam er auch , wenn man ihn befolgte , für die Stadt ausfallen mußte . Aber Orsini war in diesem höchsten und wichtigsten Moment seines Lebens wie betäubt , er zog es vor , zu zaudern , und sich , was doch unmöglich war , hinter den Mauern zu verteidigen . Plötzlich rollte der Kanonendonner durch die Stadt und schlug als Echo , wie ein nahes Gewitter , zurück . Die ruhigen Einwohner entsetzten sich . Die Kugeln hatten die Säulen und einen Teil der untern Mauern niedergeworfen . Aus den Fenstern schossen mit Gewehren die Belagerten , mit geschwungenem Degen sah man ihnen vorbei den wütenden Orsini laufen , der immerdar laut schrie : » Krieg ! Krieg ! Blut ! Vertilgung ! « Nun wurden die Kanonen etwas höher gerichtet , aber nur wenige , weil man nicht die Absicht hatte , wie man es wohl gekonnt , das ganze Haus in Grund und Boden zu schießen . Indessen , da es den Belagerten an Kugeln fehlte , schmolzen sie eilig das Zinngeschirr der Küche , sie hoben die Fenster aus , zerschlugen sie , um das Blei zu gewinnen , und gossen schnell im Hinterhause Kugeln . Es schien sogar , als wollten die Verzweifelten einen Ausfall wagen . Die Angreifer führten zwei größere Kanonen auf , um schneller zu endigen , ob sie gleich , hinter ihren Verschanzungen ziemlich gesichert , noch keinen Mann verloren hatten . Der zweite Schuß nahm von der Mauer und dem Hause ein viel größeres Stück hinweg , mit dem Schuß stürzte einer der gefährlichsten Banditen , Levonetti , tot mit den Steinen herunter . Er hatte auf Befehl des Orsini viele abscheuliche Mordtaten begangen . Wieder donnerten die Kanonen , und diesmal fiel mit der Mauer zugleich zerschmettert der Graf Montomellino . So ward auf gewisse Weise der Wunsch dieses tapferen Mannes erfüllt . Nun erschrak Luigi . Wütend war der Oberst , ein herzhafter Mann , Lorenzo dei Nobili ; da dieser sah , wie unglücklich dieser tolle Krieg sich wendete , stürzte er mit seinem geladenen Gewehr aus dem Hause heraus ; er wollte in die Masse des Volkes hineinschießen , um sich im Tode zu rächen , aber das Pulver fing nicht Feuer , und so ward er im Augenblicke von einem jämmerlichen , furchtsamen Menschen niedergeschossen , einem Aufwärter in einem Schulhause . Andere gemeine Männer stürzten hervor und nahmen ihm schnell Ring , Schärpe , seine Flinte und das Geld , das er bei sich trug . Einer schnitt ihm den Kopf ab . Auf Befehl des Orsini winkte jetzt sein Sekretär , Filelfo , mit einem weißen Tuche aus dem Fenster , als ein Zeichen einer friedlichen Unterhandlung . Man hielt mit Schießen inne , und Orsini befahl seinen zurückbleibenden Leuten , sich nur zu ergeben , wenn sie einen schriftlichen Befehl dazu von seiner Hand erhielten . Der Lieutenant Anselmo Suardo wurde abgeordnet : auf die Forderung des Luigi , in einem Wagen nach dem Kastell gebracht zu werden , um dem Volke nicht zum Schauspiel zu dienen , machte ihn Anselmo darauf aufmerksam , wie unmöglich es sei , dies Begehren zu erfüllen , wegen der Volksmassen , der aufgefahrnen Kanonen und der aufgerichteten Parapetten , welche die Straße sperrten . Anselmo , um ihn sicherzustellen , nahm ihn unter den Arm , und allenthalben machte man ihm Platz . Marcello , der Wütende , drängte sich jetzt hinzu , weil er ihn mit seinen Leuten bis in das Kastell führen wollte . Orsini achtete nicht die dräuenden Blicke , die dieser ihm zuwarf , und zuckte nur mit den Achseln über seine zornigen Gebärden . Als er vor seine Richter trat , affektierte er eine große Nachlässigkeit , er war gleichgültig in seinen Reden und kurz in seinen Antworten . Er übergab seinen Degen und sagte nachher : » Oh , hätte ich nur fechten wollen , wie mein Freund Montemellino riet , so hätten wir wohl ganz andere Dinge erlebt , aber jetzt reut mich die ganze Geschichte , besonders weil dieser liebste Freund dabei hat umkommen müssen . Die Albernheit hat Blut gekostet , obgleich ihr , meine Herren , wohl nicht bedeutend eingebüßt habt . « - Er schrieb hierauf an seine Leute den Befehl , sich zu ergeben weil man indessen von beiden Seiten noch mit Schießen fortgefahren hatte . Dann , indem er jeden seiner Richter freundlich und höflich begrüßte , näherte er sich dem Kamin , nahm eine Schere , die er dort fand , und beschnitt sich langsam und mit vollkommener Ruhe die Nägel . Die Bande wurde nun eingefangen und alle führte man nach den Gefängnisse der Stadt . Aus seinem Kerker schrieb Orsini seiner Gattin , die in Venedig war , einen sehr gefaßten Brief , den man edel nennen möchte , wenn der Schreiber nicht in einer so verruchten , sondern bessern Sache gefallen wäre . Der Stadt Venedig vermachte er seine schöne Waffensammlung , die im Arsenal zu seinem Angedenken aufbewahrt wurde . Dann erlitt er den Tod und wurde im Gefängnis erdrosselt . Im Dome wurde sein Leichnam am Morgen dem Volke zur Schau ausgestellt . Der Graf Paganelli , oder Pignatello , jener Verruchte , der die Dame Vittoria so kaltblütig gemordet hatte , wurde auf grausame Art öffentlich hingerichtet , mit Zangen gezwickt , und ihm ebenso , wie er getan , ein Dolch lange und oft im Busen umgekehrt , so daß er wohl eine halbe Stunde diese Martern litt , ehe der starke , kräftige Mann seinen Geist aufgab . Vielen wurden die Köpfe abgeschlagen , die andern gehenkt . Niemals noch hatte Padua so viele Hinrichtungen gesehn . So ward das Weihnachtfest dort im Jahre 1585 gefeiert . Camillo , der weniger schuldig war , und den Mord zuerst freiwillig angegeben hatte , wurde nur auf zwei Jahr auf die Galeeren verdammt . - Als der Papst diesen ernsten Hergang und das strenge Gericht erfuhr , forderte er vom Staate von Venedig diesen Marcello , welcher am Morde des Peretti teilgenommen hatte . Der Senat meinte , die ernste Forderung nicht zurückweisen zu dürfen . Sixtus ließ ihn in Rom hinrichten . So war das ganze Geschlecht der Accoromboni , einst so bekannt , erloschen , untergegangen und bald vergessen . Die Verleumdung verdunkelte den Namen der einst so hoch gepriesenen Vittoria und nur mangelhafte , zweideutige Zeugnisse werden von den Zeitgenossen und den Nachkommen ihrem Namen beigefügt . Nur zu oft wird das Edle und Große von den kleinen Geistern so verkannt und geschmäht .