, überläßt er uns selbst . Daß dieß eben nicht schlechterdings unmöglich sey , hat Graf Caylus durch eine der ehmaligen Académie des Belles Lettres vorgelegte und von einem gewissen Le Lorrain in Kupfer geätzte Zeichnung bewiesen . ( S. Descript . de deux Tableaux de Polygnote etc. im dreizehnten Bande der Histoire de l ' Acad . Roy . des Inscr . et B.L. p. 54 der Duodez-Ausgabe . ) Indessen hat Pausanias sein Möglichstes gethan , uns über den Punkt , woran uns jetzt am meisten gelegen ist , wo nicht gänzlich irre zu führen , doch wenigstens ungewiß zu machen , und bei vielen den Gedanken zu veranlassen , weil er von der malerischen Anordnung und der hierin bewiesenen Kunst des Meisters kein Wort sagt , so müsse es wohl dem Gemälde selbst daran gefehlt haben . Aber diesen Schluß kann oder sollte doch niemand machen , der sich aus dem ganzen Werke des Pausanias handgreiflich überzeugen könnte , daß es unmöglich ist weniger Sinn für die Kunst zu haben als er , und daß alle Werke der bildenden Künste , in deren Aufsuchung , Beaugenscheinigung und Beschreibung er so sorgfältig und mühsam war , ihn nur insofern interessirten , als sie ihm zu dem , was zugleich sein Hauptstudium und sein Steckenpferd war , zu mythologischen , antiquarischen , topographischen , chronologischen , genealogischen , kurz zu allen möglichen Arten von historischen Anmerkungen und Untersuchungen Gelegenheit gaben . Dieß muß ( seinen übrigen Verdiensten unbeschadet ) als Wahrheit anerkannt werden , oder wir würden genöthigt seyn , uns auch von dem Olympischen Jupiter des Phidias , seiner kalten , platten , genie- und gefühllosen Beschreibung zufolge , einen ganz andern Begriff zu machen als wozu uns alle andern Schriftsteller des Alterthums , die dieses erhabenen Kunstwerks erwähnen , berechtigen . Uebrigens werde ich mit niemand hadern , der sich selbst begreiflich machen kann , wie Polygnot jene zwei von Pausanias detaillirten Gemälde ohne einige , obgleich noch sehr unvollkommene perspectivische Ordonnanz und Haltung der Gruppen , in welche die ungeheure Menge von Figuren nothwendig vertheilt seyn mußten , habe zu Stande bringen können . Ich sage bloß : waren diese großen Compositionen des Polygnotus das , was sie , nach dem Begriff , den ich mir aus Xenophon und Plinius von diesem Künstler mache , seyn konnten , und ( wofern sie nicht ein kindisches Gemengsel über , unter und neben einander geklecks ' ter isolirter Figuren waren ) seyn mußten : so dürfte wohl gegen die Möglichkeit , daß Parrhasius , ein jüngerer und größerer Meister als Polygnot - ein Werk , wie das von Aristipp in diesem Briefe ( nur mit etwas mehr Kunstgefühl , als Pausanias zeigt ) beschriebene Gemälde habe aufstellen können , wenig Erhebliches einzuwenden seyn . Denn , wofern er , wie kein Zweifel ist , einer von jenen summis pictoribus , formarum varietate locos distinguentibus war ( Cicero de Orat . II. 87. ) , so müßte es nicht natürlich zugegangen seyn , wenn er nicht so viel Menschenverstand , Augenmaß und Kunstfertigkeit besessen hätte , als dazu erfordert wird , den Markt zu Athen , auf einer Tafel von gehöriger Größe , ohne Verwirrung und Unnatur mit allen von Aristipp angegebenen Figuren und Gruppen auszufüllen . Und mehr verlangen wir nicht von ihm . W. 109 Eine fehlerhafte Redefigur bei den alten Grammatikern , wenn ein Wort auf eine ungewöhnliche und auffallende Art gegen seine wahre Bedeutung genommen wird . ( Die nothwendigen , und daher nicht zu tadelnden Katachresen , wovon Quinctilian spricht , gehören eigentlich nicht in diese Rubrik , und sollten billig einen andern Namen haben . ) W. 32. Brief . 110 In einer Anmerkung zu dem schon öfter erwähnten Sokratischen Dialog , den man hier etwas persiflirt zu sehen sehr begreiflich finden wird , sagt Wieland : das Wort Liebe sollte nie so sehr mißbraucht und herabgewürdigt werden , um die oft sehr unsittliche Befriedigung eines Triebes zu verschleiern , für welchen , sobald er von dem reinen Zweck der Natur getrennt wird , keine Sprache ein anständiges Wort hat . Da der Name Aphrodite , für Venus , allen deutschen Lesern bekannt ist , so däucht mich , es geschehe durch den Ausdruck Aphrodisische Befriedigungen der Pflicht , sich dem Leser verständlich zu machen , ein hinlängliches Genüge , und es werde zugleich die höhere Pflicht beobachtet , ungleichartige Dinge nicht mit einander zu vermengen , und einem Worte , das den schönsten und edelsten Affect der menschlichen Seele zu bezeichnen bestimmt ist , durch einen , obgleich wohlgemeinen Mißbrauch eine so leicht vermeidliche Zweideutigkeit zuzuziehen . Ein ausländischen Wort , insofern es nur verständlich genug und überhaupt so beschaffen ist , daß es unter gesitteten Menschen gehört werden kann , dünkt mich hiezu immer das schicklichste . 111 Aristophanes verspottet öfters die von Euripides in Bettlerlumpen und überhaupt höchst lamentabel aufgeführten Könige . 112 Antisthenes war in dem Flecken Piräum zu Hause , der zu dem Attischen Hafen gleiches Namens gehörte , und größtentheils von Handwerkern , die der Schiffsbau beschäftigte , Matrosen , Fischern und andern zur untersten Classe des Athenischen Volkes gerechneten Leuten bewohnt wurde . Dieß erklärt , was Aristipp unter Piräischem Salz im Gegensatz mit Attischem zu verstehen scheint . W. 34. Brief . 113 Was Plutarch am Schlusse seines Alcibiades von dieser Timandra sagt , paßt sehr gut zu der vortheilhaften Schilderung , welche unser Aristipp von ihr macht . Daß sie aber ( wie eben dieser Autor im Vorbeigehen als etwas Ungewisses erwähnt , der Scholiast des Aristophanes aber , wenn anders Epimandra nicht die rechte Lesart ist , positiv versichert ) die Mutter der Lais von Hykkara gewesen , scheint dadurch schon hinlänglich widerlegt zu seyn , daß Timandra in diesem Falle wenigstens über vierzig Jahre gehabt haben müßte , als sie mit dem Alcibiades während seiner Verborgenheit in einem Phrygischen Dorfe lebte . Die Lais , welche eine Tochter der Timandra gewesen seyn soll , müßte also , wofern die Sage Grund hätte , eine von den spätern Laissen gewesen seyn , die diesen durch die erste Lais so berühmt gewordenen Namen , vielleicht der guten Vorbedeutung wegen , angenommen haben mögen . W. 114 Das Geschäft der alten Rhapsoden war , die Gesänge Homers und a. zu recitiren und mit begeisterten Vorträgen zu begleiten . Ion , einer der berühmtesten jener Zeit , ist durch einen Dialog Platons verewigt , der seinen Namen führt , und voraus man die alten Rhapsoden sich am lebhaftesten vergegenwärtigen kann . 37. Brief . 115 Sonnengott . 116 Meeresgöttin . 117 Der fanatische , dem Wahnsinn ähnliche Zustand , worein ( wie die Alten glaubten ) diejenigen geriethen , die eine Nymphe unversehens ansichtig wurden . 38. Brief . 118 Diese große und mächtige Stadt auf der östlichen Küste von Sicilien , mit drei Häfen , von denen zwei durch die Insel Ortygia getrennt waren , die eins der Quartiere der Stadt ausmachte , war gegen 700 Jahre v. Ch . durch Colonisten aus Korinth gegründet worden . Ihre Verfassung war ursprünglich aristokratisch , und bestand über 200 Jahre glücklich . Nun aber wurden die alten Landeigenthümer von denen , die an dem Landeigenthum keinen Antheil hatten , vertrieben , und es entspann sich daraus ein lange dauernder , nur zuweilen unterbrochner Krieg , während man zugleich gegen Carthago ' s Uebermacht zu kämpfen hatte . Dieß gab den Feldherren so große Macht , daß es ihnen nicht schwer fiel , die Alleinherrschaft an sich zu bringen . Gegen das Jahr 478 erhielt sie der treffliche Gelon , dem sein Bruder Hieron folgte , gefeiert durch Pindars Hymnen und Xenophons Lobschrift , jedoch als Fürst keineswegs so ruhmwürdig als sein Bruder . Unter dem dritten Bruder wurde die Demokratie wieder hergestellt , während deren etwa sechzigjähriger Dauer das Project des Alcibiades gegen Sicilien ausgeführt wurde . Kaum war dieses glücklich vernichtet , als eine neue größere Gefahr von Carthago her drohte , welche Dionysius I schlau benutzte , um den umgestürzten Thron für sich wieder herzustellen . Er regierte von 407-367 v. Chr. 119 Agrigent auf der südlichen Küste von Sicilien war nach der Eroberung durch die Carthager gänzlich ausgeplündert , und alle Kostbarkeiten auch aus den Tempeln waren nach Carthago gebracht worden . 120 Auch Plutarch legt dieses Wort dem Dionysius in den Mund : Kai to toy Dionysioy alhtes esti . Eph gar apolayein malista ths arxhs , otan taxeos a boyletai poih . PROS HGEM . APAID . pag . 368 . ( Opp . Moral . edit . Xylandri . ) Aus dem Vorhergehenden und Nachfolgenden ist mir klar , daß der gute Plutarch ( dem es bloß darum zu thun war , bei dieser Gelegenheit eine , wiewohl sehr alltägliche , moralische Lehre anzubringen ) die Meinung des Dionysius eben so unrichtig gefaßt habe als die Syrakusischen Herren , mit welchen Aristipp hier diskutiert . Der natürlichste Sinn dieses Fürstenworts , oder vielmehr der einzige , den es ohne Verdrehung und Deutelung darbietet , scheint derjenige zu seyn , welchen Aristipp darin gesehen hat . W. 39. Brief . 121 S. Diod . Sic . 13 , 112 . 43. Brief . 122 Gesetzgeber . 44. Brief . 123 Anspielung auf die Reise der Homerischen Götter zu den unsträflichen Aethiopen an des Okeanos Fluth , d.i. ans Ende der Erde , von wo sie je nach zwölf Tagen zu dem Olymp zurückkehrten . Wem es um Erklärung zu thun ist , der sehe Dorneddens » Neue Theorie zur Erklärung der Griechischen Mythologie . « 124 Sie lautete wie sie im Tempel der Demeter , als dem Staats-Archiv , aufbewahrt wurde , so : diese Klage hat angestellt und beschworen Melitos , des Melitos Sohn der Pittheer gegen Sokrates des Sophroniskos Sohn aus dem Alopekischen Demos . Sokrates handelt gegen die Gesetze , indem er die Götter , die der Staat für solche hält , nicht glaubt , sondern andre neue Dämonien einführt . Er handelt ferner gegen die Gesetze , indem er die Jünglinge verderbt . Die Strafe sey der Tod . 125 Bei dieser ganzen Untersuchung dient zu einer vorzüglichen Erläuterung die Abhandlung über den Proceß des Sokrates in der Bibliothek der alten Literatur und Kunst ( von Heeren und Tychsen ) . Im zweiten Stücke S. 5. fgg . wird der dunkle Punkt beleuchtet , bei welchem Gerichtshof Sokrates angeklagt worden sey . Sonst , heißt es , glaubte man gewöhnlich , daß er vor dem Areopagus gerichtet sey , und es sind für diese Meinung viele Gründe . Der Areopag war gleichsam das höchste Polizei-Collegium in Athen , das über die Sitten und Aufführung der Bürger , besonders der Jünglinge , die Aufsicht hatte . Da S. vorzüglich als Jugendverderber angeklagt ward , so scheint diese Sache am natürlichsten vor diesen Gerichtshof zu gehören . Auch urtheilte der Areopag über Neuerungen , und richtete , außer den Blutsachen , besonders in Sachen , die die Religion betrafen . Plutarch erzählt , Euripides habe nicht laut sagen dürfen , daß er die Götter des Volks läugne , aus Furcht vor der Ahndung des Areopagus ; und ebenso sagt Justin der Märtyrer , daß Plato wegen seiner neuen Lehre von Einem Gott den Areopag gefürchtet habe . Ferner beruft man sich auf die Beispiele Theodors des Atheisten und des Apostels Paulus , die beide vor dem Areopag belangt wurden ; der letztere aus eben dem Grunde wie Sokrates , weil er neue Götter lehrte . Allein so scheinbar einige dieser Gründe sind , so sind dagegen Schwierigkeiten , die sich nicht heben lassen . Die Zahl der Richter , die in der Sache des Sokrates saßen , ist zu groß . Es wird erzählt , daß 281 Stimmen mehr gewesen , die den S. verurtheilt als ihn lossprachen , und daß von den letztern zuletzt noch 80 gegen ihn gestimmt hätten . Dieß gäbe wenigstens 361 Richter , so viel wohl nie im Areopagus gewesen sind . Auch kommt in keiner der Apologien eine Spur vom Areopag vor , oder von den diesem ehrwürdigen Gericht eigenen Gebräuchen , welches doch sicher zu erwarten wäre . Ferner schickt sich das , was Plato den S. sagen läßt , daß seine Richter Demüthigungen und Erflehungen ihres Mitleids und Gnade von ihm erwarteten , gar nicht zum Areopagus , wo alle diese Mittel , die Gerechtigkeit zu beugen , strenge verboten waren . Plato endlich läßt den S. am Tage seiner Verurtheilung vor der Halle des Königs wandeln , was sich zum Areopagus , der unter freiem Himmel Gericht hielt , gar nicht schickt . Aus diesen Gründen wird wahrscheinlich , daß die Sache des S. , wenn sie gleich , der alten Einrichtung Solons gemäß , eigentlich vor den Areopagus gehörte , doch vor einem der Volksgerichte geführt sey , wozu die Ursachen in der damaligen Verfassung Athens lagen . Der Areopagus hatte durch die Verwaltung des Perikles von seinem Ansehen und seinen Geschäften so viel verloren , daß ihm in diesen Zeiten fast bloß die Blutsachen übrig geblieben , und die Religionssachen zu den Volksgerichten gezogen zu seyn scheinen . Schon lange vor Sokrates wurden Aspasia und Alcibiades , die beide ähnlicher Vergehungen gegen die Religion beschuldigt waren , nicht vor dem Areopag , sondern vor einem Volksgericht angeklagt . Man könnte sogar muthmaßen , daß in diesem Jahre gar kein Areopag existirt habe , weil in den vorhergehenden Jahren die ganze Verfassung Athens erschüttert und unter den 30 Tyrannen wenigstens keine Archonten gewesen waren , aus welchen allein der Areopag bestand . Dann wäre ein Grund gefunden , warum die Feinde des S. gerade dieses Jahr zu ihrer Anklage gewählt hätten , weil sie eher hoffen konnten , die Richter in einem der Volksgerichte zu blenden und einzunehmen , als die ehrwürdigen Mitglieder des Areopags . Das Gericht , vor welchem S. angeklagt wurde , war höchst wahrscheinlich das Heltastische ; ein Gerichtshof , der nach dem Areopagus der angesehenste und größte in Athen war . 126 Dieser berühmte Redner bot dem S. eine Schutzrede an , die dieser aber nicht annahm , weil eine künstliche Vertheidigung sich für seinen Charakter nicht schicken würde . Cic . de Orat . 1 , 54. 127 Weil dieser berühmte Centaur eine Art von Ritterakademie in Thessalien hatte , wo auch Achilles seine Bildung erhielt , so steht er hier statt Erzieher überhaupt . 45. Brief . 128 Der Lederhändler , der nach Perikles sich zum Haupt der Athenischen Staatsverwaltung emporschwang , wird von Aristophanes in den Rittern als ein grober und ungeschlachter Schreier geschildert . 129 Das personificirte Volk , welches Aristophanes ebenfalls auf die Bühne brachte ; auf diese Schilderung wird hier hingedeutet . 130 Ein auf einem Hügel gelegenes , halbkreisförmiges Gebäude , zu Volksversammlungen ( Ekklesia ) bestimmt , in der Nähe des Marktes von Athen . 131 Abkömmling von dem letzten Athenischen Könige , Kodrus . 132 Wie die berühmte Zaubrerin Medea in ihrem Zauberkessel ein Mittel bereitete , wodurch Aeson , ihres geliebten Jasons Vater , seine Jugend wieder erhielt , erzählt ausführlich Ovid im 7ten Buch der Verwandlungen . 46. Brief . 133 S. unter den Anm . S. 296 Prytanen . 134 Plato im Phädon erzählt , daß , als Theseus nach Kreta segelte , die bedungenen Jünglinge dem Minos als Tribut zu bringen , die Athener dem Apollon eine jährliche heilige Sendung nach Delos gelobten , wofern sie gerettet würden . Sie wurden gerettet , und das Gelübde erfüllt . Von der Zeit des Abgangs bis zur Rückkunft des heiligen Schiffes durfte in Athen kein Todesurtheil vollzogen werden . 48. Brief . 135 Auch zur Verständniß dieses Briefes verweisen wir auf die schon erwähnte Abhandlung über Athens Verfassung . 136 Anspielung an die pratoras trioboloy des Aristophanes in den Rittern . S. Attisches Museum . 2. Bd . W. 49. Brief . 137 S. die Anm . zu Peregrinus Proteus , Bd . 16. 138 Name einer der Furien . 50. Brief . 139 Weibliches Gespenst , dem man nachsagte , daß es Menschen fresse . Vergl . die Anm . zu Agathodämon , 3. Buch , 14. Abschn . Bd . 18. 140 Hier mit Anspielung auf den Kunstausdruck der Maler , welche nasses Gewand jene Bekleidung nennen , durch welche die natürlichen Formen des Körpers durchscheinen . 51. Brief . 141 Man vergleiche , was in besonderer Beziehung auf Aristophanes über Sokrates von Schnelle gesagt ist in seinem Werke : welche classische Autoren , wie und in welcher Folge - - soll man auf Schulen lesen ? Bd . 2. S. 901. fgg . Gewiß mußte Sokrates vielen seiner Landsleute aus diesem Gesichtspunkt erscheinen . Bei der angeführten Stelle ist übrigens noch zu bemerken , daß auch Schelle bei seinem Urtheil über Wielands Beurtheilung des Aristophanes keine Rücksicht auf Aristipp muß genommen haben . 142 Sind verschiedene Arten von Schmiedekünstlern der alten Welt , von denen die Alten eben so viel Wunderbares und Geheimnißvolles berichten , als die Neuern von den Freimaurern . Beide sind sich in der That ähnlich genug , und eine zwischen ihnen gezogene Parallele könnte gar nicht uninteressant seyn , und vielleicht mehr aufklären als die meisten bisherigen Untersuchungen darüber . 143 S. Wielands Abhandlung : die Pythagorischen Frauen . 144 S. Diod . Sic . 14 , 44. fgg . 145 Diese Anekdoten erzählt Cicero de nat . Deor . 3 , 34. und Aelian V.H. 1. 20. , bei welchen Stellen die Erklärer nachsehen können , wer das Genauere darüber kennen will . 146 Diese Anekdoten erzählt Cicero de nat . Deor . 3 , 34. und Aelian V.H. 1. 20. , bei welchen Stellen die Erklärer nachsehen können , wer das Genauere darüber kennen will . 147 Busiris wird als ein Aegyptischer König genannt , der seiner Grausamkeit wegen verrufen war , und man erzählt besonders von ihm , daß er die Fremden , die in sein Land kamen , schlachtete . Wie es sich eigentlich damit verhalte , ist hier nicht der Ort zu untersuchen . der Einfall des Dionysius entspricht dem von Napoleon , der von einer Apologie Nero ' s sprach , die , wenn ich nicht irre , auch geliefert worden ist . Einer Lobrede auf Busiris gedenken übrigens die Alten von dem Sophisten Polykrates , von demselben , der auch zur Probe eine Anklage-Rede gegen Sokrates verfertigte . 148 Ein wenig bekanntes Volk in Afrika ; - Massageten , an der Ostseite des Kaspischen Meeres , nährten sich hauptsächlich von Fischen . 52. Brief . 149 S. die Anm . zu Agathadämon , 2. Buch , 8. Abschn . Bd . 18. 53. Brief . 150 Daß Kleombrot durch Lesung des Platonischen Dialogs Phädon veranlaßt worden sey , seinem Leben freiwillig ein Ende zu machen , war aus einem Epigramm des Kallimachus bekannt , welches die einzige Quelle dieser Anekdote zu seyn scheint . Denn Cicero , welcher derselben im 34. Kapitel des 1sten Buchs seiner Tusculanischen Gespräche Erwähnung thut , beruft sich auf dieses Epigramm , und alle andern , die dieser Begebenheit erwähnen , oder über sie räsonniren , sind um mehrere Jahrhunderte später , und scheinen das , was sie davon wissen , entweder aus dem Griechischen Dichter selbst , oder aus dem Römer geschöpft zu haben . Das Epigramm des Kallimachus lautet : Eipas Hlie xaire Kleombrotos ombrakioths hlatA apA yphloy teixeos eis aidhn , Axion oyti paton tanatoy kakon , alla Platonos en to peri pyxhs grammA analexamenos . Rufend Sonne fahr ' wohl ! sprang von Ambraciens hohen Mauern Kleombrotus einst rasch in den Hades hinab ; Nicht als hätt ' er etwas des Todes Werthes erlitten , Bloß weil er Platons Schrift über die Seele durchlas . Der Phädon ( welcher vermuthlich gemeint ist ) hätte also bei diesem Jünger des Sokrates völlig das Gegentheil von dem gewirkt , was er auf den Philosophen Olympiodorus wirkte , der in seinem Commentar über diesen Platonischen Dialog versichert : er würde sich schon lange ums Leben gebracht haben , wenn ihn Plato nicht von der Unsterblichkeit der Seele überzeugt hätte . Es wird wohl immer eine unauflösliche Frage bleiben , ob die Worte des Epigramms , » axion oyti paton « u.s.f. nur eine Vermuthung des Dichters sind , oder sich auf irgend ein besonderes historisches Zeugniß gründen . Daß Kleombrot sich zu Ambracien ( gleichviel ob von der Stadtmauer oder von einer Felsenspitze ) ins Meer gestürzt habe , weil er Platons Phädon gelesen , scheint Thatsache zu seyn : daß er es aber aus ungeduldigem Verlangen , sich von der Wahrheit der im Phädon vorgetragenen Lehre zu überzeugen , gethan habe , ist wenigstens ungewiß , und bei weitem nicht so wahrscheinlich als die Ursache und Veranlassung , die in dem vorliegenden Briefe angegeben wird . So dünkt es wenigstens mir ; jedem sein Recht , die Sache anders zu sehen , vorbehalten . W. Die hinter Kunst versteckte Bitterkeit in dem Vorwurfe Platons hat vor Wieland schon Demetrius der Phalereer auseinander gesetzt ( de elocut . § . 306 ) . Wieland läßt , entschuldigend , den Kleombrotos allein von dem Vorwurfe getroffen werden , und reinigt den Aristipp gänzlich von der Beschuldigung . » Dir - schreibt Kleombrot - that das verleumderische Gerücht Unrecht ! Dich hatte die Pflicht nach Cyrene abgerufen ! « Mit dieser Behauptung steht keine in einem grellern Contrast als die von Meiners , welcher ( Geschichte d. Wiss . in Griech . und Rom II. 649 . Anm . ) sagt : » Aristipp unterbrach sein Wohlleben auf der Insel Aegina keinen Augenblick , um seinem Lehrer in den Gefahren und zur Stunde des Todes beizustehen , ungeachtet er nur um 200 Stadien von ihm entfernt war . « Wären die von Leo Allatius herausgegebenen Briefe der Sokratiker ächt , so würde der 16te in dieser Sammlung doch nur beweisen , daß Aristipp wirklich in Aegina gewesen , aber gar nicht auf die Art , wie Meiners angibt . Woher hat er nun dieß erfahren ? Er beruft sich auf Diogenes den Laerter ; der aber sagt 3 , 36. : » Platon war gegen Aristipp feindselig gesinnt ; in seiner Schrift von der Seele macht er ihm daher bösen Leumund , indem er sagt , daß er bei des Sokrates Tode nicht zugegen , sondern in Aegina , nahe genug , gewesen sey . « In der Stelle aber , welche Meiners selbst anführt 2 , 65 ( der vorigen gedenkt er nicht ) , heißt es bloß : » Xenophon war dem Aristipp abgeneigt ; auch Theodoros in seiner Schrift über die Secten verlästerte ihn ( ekakisen ) , und Platon in seiner Schrift über die Seele , wie ich anderwärts gesagt habe , « - nämlich in der vorigen Stelle . Vergebens beruft sich Meiners dabei auf Menage ( et ibi Menag . ) , denn ich finde nicht , daß dieser ein Wort weiter hinzufügt , sondern nur daß er von der ersten Stelle auf die zweite , und von der zweiten auf die erste verweist . So leicht hat sich also Meiners die Verlästerung Aristipps gemacht , die am Ende ganz allein auf Platons Zeugniß sich gründet , den die übrigen Zeugen selbst für verdächtig erklären . Indeß auch Platon sagt nicht ein Wort weiter , als daß Aristipp damals in Aegina gewesen sey , und diese Thatsache wird ihm , wenigstens so viel ich weiß , von niemand bestritten . Hat also Meiners , um Aristipp schwärzer zu machen , mehr gesagt als er durfte , so hat hingegen Wieland , um ihn weißer zu machen , nicht nur weniger gesagt als er sollte , sondern auch ganz etwas anderes , und zwar , wenn die Nachricht gegründet wäre , daß Aristipp erst nach seines Vaters Tode zu Sokrates gereist sey , etwas durchaus Falsches . Wäre es bloß um einen Roman zu thun gewesen , so würde Wielands Rechtfertigung in den Gesetzen des Romans selbst liegen : da es ihm aber offenbar um eine Charakteristik zu thun ist , so fragt man billig nach seinen Gründen . Wie es scheint , hatte er keine anderen als daß 1 ) Platon selbst die Thatsache als bloßes Gerücht anführt , 2 ) daß Diogenes von Platons Anführung als von einer Verlästerung spricht , daß 3 ) der vor Aristipps Abreise erfolgte Tod seines Vaters keineswegs erwiesen ist und daß 4 ) Aristipp von Aegina aus mehrmals Reisen machte . Dieß schien ihm vielleicht hinreichend zu der Erlaubniß , seine Neigung , durch etwas veränderte Stellung in Berichten der Anekdotenträger und Sammler ein Verdammungsurtheil abzuwenden , auch hier zu befriedigen . Bis indeß ein anderer so glücklich seyn wird auszufinden , was ich nicht habe ausfinden können , daß Aristipp wirklich nicht in Aegina gewesen sey , wird mir der Wunsch bleiben , Wieland möchte , statt eine Thatsache zu läugnen , lieber anders motivirt haben : den beabsichtigten Zweck hätte er doch erreicht . 54. Brief . 151 Plato stammte aus einem patricischen Geschlechte in Athen . Dropides , ein Bruder des Athenischen Gesetzgebers Solon , war der Aeltervater der Mutter Platons ; Dropides stammte in gerader Linie von Kodrus , dem letzten Könige von Athen , und Kodrus war in der fünften Generation ein Abkömmling von dem Könige von Pylos und Vater Nestors , Neleus , einem vorgeblichen Sohne Poseidons oder Neptuns ( nach Plutarch und Diogenes von Laerte . ) Dieser Genealogie zufolge nennt hier Aristipp den Plato ein wenig naserümpfend einen Abkömmling Poseidons . W. 152 Platon . 153 Kunst des philosophischen und sonst gelehrten Streites mit Anwendung alles dessen , wodurch man den Gegner irre führen und täuschen kann . 55. Brief . 154 Anspielung auf die eigenen Worte Platons in der oben von Kleombrot in seinem Briefe an Aristipp angezogenen Stelle : » Wo blieb denn Plato ? - Es hieß er sey unpäßlich . « W. Wenn es indeß wahr ist , was Diogenes erzählt , daß Platon vor Gericht aufgetreten , um den Sokrates zu vertheidigen , und nur durch einen Attischen Scherz der Richter unterbrochen worden sey , so hätte sich Platon doch viel anders benommen als Aristipp . 155 Neben- , Bei-Werk . 156 Was das Gemüth in eine sanft anziehende , ruhig vergnügliche Bewegung setzt . W. 56. Brief . 157 Ein schöner Jüngling , den bei der Argonautenfahrt die Nymphen raubten . 158 S. Bd . 10. 159 Diogenes von Laërte hat uns zwei oder drei von diesen Epigrammen aufbehalten , wodurch Aristipp den göttlichen Plato bei seiner schönen Freundin in den Verdacht zu bringen sucht , als ob er gegen die Reize ihres Geschlechts unempfindlich gewesen . Der Compilator hat aber nicht vergessen , auch ein paar andere , an eine gewisse Xantippe ( vermuthlich nicht die etwas saure aber sonst unbescholtne Hausfrau des Sokrates ) und an die Hetäre Archianassa beizufügen , die unserm Briefsteller unbekannt gewesen seyn müssen , und mit welchen Plato sich gegen jene Beschuldigung aufs vollständigste hätte rechtfertigen können . Aber ernsthaft zu reden , wäre nichts unbilliger als solchen jugendlichen Scherzen , wie z.B. das Epigramm auf die alte Archianasse : » In deren Runzeln sogar dräuend ein Liebesgott saß « mehr Bedeutung beizulegen , als sie für unbesangene Augen haben können . W. 57. Brief . 160 Plinius erwähnt dieser beiden Stücke unter den berühmtesten Werken dieses Meisters . Sunt et duae picturae ejus nobilissimae , Hoplitides : alter in certamine ita decurrens ut sudare videatur ; alter arma deponens ut anhelare sentiatur . H.N.I. 35. c. 10. W. 161 Pinxit et minoribus tabellis libidines , eo genere petulantis joci se reficiens . Plin . XXXV . 10. W. 59. Brief . 162 Diese in der Natur der Sache gegründete Weissagung ging , wiewohl etwas später als Aristipp glaubte , in Apelles , Protegenes und Aristides in Erfüllung . Wenn Plinius von dem letztern sagt : is omnium primus animum pinxit et sensus omnes expressit , so kann er damit nicht haben sagen wollen , er sey der erste ( der Zeit nach ) gewesen , der die Seele und das Gemüth zu malen gewußt habe ; denn da hätte er sich selbst in dem , was er vorher an Timanthes und Parrhasius gerühmt hatte , widersprochen : sondern nur , er habe in diesem Stück allen seinen Vorgängern und Nachfolgern den Rang abgewonnen . W. 61. Brief . 163 Die Musenkünste betreibend . 164 Eine Art Ueberrock oder Mantel , von grober Wolle , der kaum über die Knie reichte , und worin öfters die ganze Garderobe der Athenischen Bürger von geringem Vermögen bestand . W. 62. Brief . 165 Eine , von Einigen zu den Kykladischen , von Andern zu den Sporadischen , gerechnete , ganz mit Fels und Stein bedeckte Insel , wohin die Römer Criminalverbrecher verbannten . 166 Eine mit den schönsten Südfrüchten prangende Gegend in Nord-Afrika . 167 Tastbar . 168 Die im Unterleibe enthaltenen Eingeweide , wo nach der Meinung der Platoniker u.a. der thierische Theil der menschlichen Seele seinen Sitz hatte . W. 63. Brief . 169 Wird hier der Geist genannt , weil er , statt der materiellen Weltursache früherer Philosophen , den Geist ( noys ) als Welturheber aufstellte . 170 Pythagoras . 171 Pythagoras Gemahlin . 172 Eine der reizendsten Gegenden in Ionien , am Meere zwischen Ephesus und Myus gelegen . W. 64. Brief . 173 Die Athener , heißt es im Proceß des Sokrates , thaten alles , um ihre Hochachtung gegen ihn und ihren Schmerz über den Verlust eines so würdigen Mannes auszudrücken . Sie schlossen die Ring- und Uebungsplätze zu , wie bei einer allgemeinen Trauer , und straften seine Anhänger mit dem Tode oder der Landesverweisung . Dem Melitus , als Hauptkläger , ward der Tod zuerkannt , und Anytus , der sich nach Heraklea geflüchtet hatte