, als wenn er auf einem Schlitten säße am stotzigen Berge , an dessen Fuß das Höllentor ist ; oben gibt ihm der Teufel einen Mupf , und stötzlige , hü , trärerä ! gehts dem schwarzen Loche zu . Wie Viele aber sie treiben , diese Aufweiserei , die sind des Teufels Diener , und wie die Metzgerbuben und Metzgerhunde den Metzgern Kälber , treiben sie dem Teufel Seelen zu . Bedenken dies dann die nie , welche niemand von sich lassen , es sei denn , sie hätten sie aufgewiesen gegen die , durch deren Hand sie Gott regieren will ? Wenn jemand unversehens der Kopf aufschwillt zu einem unförmlichen Klotze , groß wie ein Mäß wird , so heißt es , man sei in einen bösen Luft gekommen oder sei uf enes Unghür trappet . O Mensch , bedenk , wenn du ein klein Ärgernis hast und jemand bläst es dir auf , daß es dir Kopf und Herz zersprengen will , daß es dir vorkömmt , es habe die Seele nicht mehr Weite in der Haut , bedenk , o Mensch , das ist der wahre böse Luft , und dem Teufel selbst bist du auf den Stiel getrappet , und seine giftigen Klauen hat er in dein Herz geschlagen ! Mach , daß du los wirst , salbe dich mit Demut und waffne dich mit Sanftmut , strecke den Schild des Glaubens vor dich und rufe : » Gang furt , Tüfel , ih wott nüt vo dr ! « Schwer ist dieses freilich , denn wenn der Mensch mißstimmt ist , gereizt ist , so macht ers nicht wie ein Doktor , der den Mißklang zu lösen , den Reiz aufzuheben sich müht , sondern eine eigene Verkehrtheit macht es ihm zur Lust , den Reiz zu steigern , die Mißstimmung immer mächtiger zu machen , und dieser Verkehrtheit läßt er freien Lauf und sinnet nicht , was sie ist , wohin sie treibt . Wir haben ein gutes Wort dafür : abbrechen müssen wir ; wer ihm selber nit abbrechen kann , ist e arme Tropf , sagt man . Abbrechen ohne Gnade muß man solche Stimmungen , abgebrochene Pflanzen haben keinen Wachstum mehr , sie verdorren . Nun brach Anne Mareili niemand ab , es selbst vermochte es auch nicht , und was der Vater begonnen , setzte die Mutter fort . Sie hatte sich gefreut , die Sache werde richtig gemacht werden , hatte auf einen guten Tochtermann gehofft , der zuweilen ihr krame ein Pfundlein Kaffee , zu dem sie ziehen könne , wenns mit Ihrem fertiggemacht hätte . Nun war die Sache noch in hängenden Rechten und in Zweifel gestellt , das ärgerte sie sehr . Ihr Alter sei der uvrschantist Hung , was gebe , sagte sie , und gheusche heig er wien e Narr , aber das düech si an ihm nichts anders , von wegen , er sei so , sei immer so gewesen und werde immer so bleiben . Aber von diesen düeche es sie wüst , und sie könne es ihnen nicht verzeihen , daß sie werweisen wollten und abraten . Es müsse doch nicht alles mit ihnen sein , und wenn dr Jung es auch nur ein Augvoll lieb hätte , so würde er anders angesetzt und seinem Alten wüst gesagt haben , bis es gegangen wäre , wie ihrer Buben auch gemacht hätten . Sie hulf es ihnen zeigen , daß man sich nicht zum Besten halten ließe , und wenn er jetzt auch mit gutem Bescheid käme , so müßte er lange nicht wissen , ob man wolle oder nicht . » O Jere , sie müssen nicht meinen , daß hier nicht auch Leute seien , die selber zu essen haben und wissen , was der Brauch ist , o Jere ! Ein Reicher wärs u guet Sach könntist ha , aber die müesse de notti wisse , we me da ungeruche in ihre Wildnuß chunt , me nit chunt für sih la z ' regiere u z ' kujiniere , das cha me hie unger o ha , sondere für guet Händel z ' ha und se z ' brichte , was o unger rechte Lüte dr Bruch ist , u drnah z ' fahre u se dra z ' gwenne . « Solche Reden umsurreten Anne Mareili , und wenn schon zuweilen ein Gedanke ihm kam , daß was man zu Liebiwyl gesagt , nicht so ungegründet sei , so faßte der nicht Fuß . Es düechte ihns , alle Leute sehen ihm an , daß es auf der Gschaui gewesen , und möchten es ihm gönnen , daß es unverrichtet heimgekommen . Es nahm sich vor , am Freitag , wenn Resli komme , recht kohl und kalt zu sein , sich lange nicht zu zeigen , und wenn er komme mit dem besten Bescheid , so wolle es ihn anhalten lassen bis gnueg , damit er für alle Zeit wisse , wie man mit ihm umgehen müßte ; von wegen , wie man sie gewöhne , so hätte man sie . Zu dem kam noch das , daß Kellerjoggi sich wieder zeigte , und dringlicher und nachgiebiger als nie . Wahrscheinlich hatte er Wind von dem , was unterhänds war , möglich auch noch andere Gründe zur Ehe , kurz eines Abends kam er dahergetrappet . Er tat , als ob nichts vorgefallen wäre , setzte sich aufs Bänklein vor der Küche , frug nach dem Ätti und brichtete unterdessen der Mutter von seinem Reichtum und seinen Vorhaben . Und als der Vater endlich kam , lauernd und es dick tragend hinter den Ohren , sagte Kellerjoggi unbefangen : Es hätte da neuis gä , aber jetzt syg er drübercho und heyg gseh , wies syg , und darum komme er wieder und wolle sehen , wie es stehe zwischen ihnen . Man habe so allerlei brichtet übers Meitschi vo dr Brunst nache . Er hätte es nie geglaubt , aber wissen hätte er doch wollen , was an der Sache sei , von wegen , wenn man afe dJahr uf eim heyg wie er , so lueg me zerst , ehe man dSach richtig mach . Darum hätte es ihm nicht pressiert , jetzt aber sei es ihm daran gelegen , daß dSach i dRichtigkeit komme , er wisse jetzt , daß man gelogen habe ; aber wie lang man lebe , wisse man nie , es gehe manchmal geschwinder , als man mein . Erst vorgester sei dr Kuderwirt gsund und wohl ins Bett gegangen und tot ufgstange , u ke Mönsch heygs ghört , wonr gstorbe syg . Selb grus ihm , so möcht er doch nicht sterben . We me i gwüßne Jahre sei , so sollte man immer jemand bei sich haben , die wüß , was gang , und emel o öppe chönnt es Gebet verrichte , wenns ungsinnet a Notknopf käm . » He ja « , sagte die Frau , » ich habe auch schon manchmal daran gesinnet , wenn mein Alter so gehustet hat , daß es mich düechte , er sött ds Herz a dDieli ueche sprenge , es wär gut , wenn ich ein Gebetbuch zweglegte ; man kann nicht wissen , was es gibt , und wenn man in der Angst etwas suchen soll , so findet man es nicht , bsungerbar öppis , wo me öppe nit viel brucht . Und denn könnts z ' spät werde , u das chönnt mr doch de gruse , vo wege , es könnte etwas bleiben hangen , wo besser wär , es bliebe hier , u daß de son e armi Seel müeßt umecho , selb wär doch de neue grüslig ; wes einist het müesse sy , so wärs doch de besser , es blieb drby un esn ieders blieb , wos wär , mi het öppe gnue chönne binangere sy bi Lebzyte . « » Du bist e Sturm u weißt nicht , wasd redest « , sagte der Bauer , » geh und gib den Schweinen , hörst nicht , wie sie nötlich tun . So haben es die Weiber ; was sie nichts angeht , darum kümmern sie sich , u darob vergesse si ihr Sach ; es weiß kei Tüfel , wie es gieng , wenn man nicht immer hinten und vornen wäre . « » He ja , öppis ist an der Sach « , sagte Kellerjoggi , » aber gut ists doch allweg , wenn me allbeeinist an die Seele auch sinnet , gangs de , wele Weg es well , su het me doch de nüt gfehlt . Es ist mir manchmal so wunderlich , es geht mit mir alles ringsum und es düecht mih , ih fahr Gutsche , wyt wyt weg , u zletzt bin ich doch am gleichen Ort , wo ich abgsessen bin . Lang mache tue ihs nimme , ih förcht , ih förcht ! He nu , gangs wies well , mi mueß ' s anäh . Aber öppe , wie gseit , so alleine , daß niemere für eim betet , sturb ih nit gern , ds Lebe ist längs , u drwyle geit mängs , wos besser wär , es wär nit gange , u wos guet ist , wes drhinger blybt u wes eim öpper abnimmt . Drum han ih denkt , ih well hüt no cho , es wird öppe nüt meh im Weg sy , daß mes richtig mache cha . Ists daheim , ds Meitschi , wo ists ? « So sprach Kellerjoggi , und der Dorngrütbauer hörte es nicht ungern , sagte aber , sövli gschwing mach sich das doch nicht . Schreiber hätte man keinen bei der Hand , und mit dem Meitschi müeß da wieder frisch geredet werden ; es hätte sich jetzt darauf verlassen , es sei nichts mehr , und denn wisse man nie , was dMeitschi agstellt heyge . Dabei möchte er doch wissen , wie ers jetzt im Sinn hatte , die Sache machen zu lassen . Darauf hustete Kellerjoggi grimmiglich , kam lange nicht zu Atem , tat , als ob ihm fast etwas versprengt wäre , sagte endlich , als er wieder zu Atem kam : » Ja , ja , so gehts nicht mehr lang , und was du tun willst , heißt es , das tue bald « ; er müsse jetzt heim , er mög dr Nachtluft nicht mehr erleiden . Aber er solle doch zu ihm kommen die nächsten Tage und darauf zählen , dSach werd richtig ; aber säumen solle er nicht , man wisse nie , wie reuig man werden könne . Er leu ihm guten Abend wünschen , sagte er und stopfete davon . » Du alte Dolders Schelm , was du bist « , brummte ihm der Dorngrütbauer nach . Aber das nahe Sterben machte doch Eindruck auf ihn , und er dachte , etwas könnte doch an der Sache sein , u luege müeß me . Anne Mareili begriff noch besser den Kniff , aber das machte ihns umso böser über Resli , je mehr es Kellerjoggi haßte . Nun war es neuen Drangsalen ausgesetzt , die Sache ins weite Feld gestellt , und vor dem allem hätten sie sein können , wenn sie nicht so eigelich getan , sondern sich hinzugelassen , wie man es öppe begehrt hätte . Über Liebiwyl war der Himmel auch nicht helle . Als die Familie vom Begleit zurückging , redeten sie abgebrochene Worte von gleichgültigen Dingen , aber Keins frug das Andere : » Was sagst du dazu , wie haben dir die gefallen ? « » Du solltest noch Bohnen gwinnen « , sagte Änneli zu Annelisi . » Ich habe geglaubt , es gebe ein Wetter « , sagte Christen . » Vater , soll ich das Wasser abreisen ? « frug Resli . » Es düecht mich , das Emd hätte brav agsetzt « , bemerkte Christeli . So gings nach Hause , dort jedes seinen Geschäften nach . Annelisi ertrug das schwer , es machte ihm ordentlich eng über den Magen , so alles verschlucken zu müssen , was ihm durch die Gedanken lief ; aber es wußte wohl , wenn Vater und Mutter von einer Sache nicht anfingen , so stund es ihm nicht zu . Als es einen Korb suchte für die Bohnen , ging Christeli vorbei . Da konnte es sich nicht enthalten , ihn zu stellen und zu fragen : » Du , wie het si dr gfalle ? « » So bös nit « , sagte Christeli , » son e weneli e Schüchi oder e Suri , ih weiß selber nit , welches von beiden . « » Mich « , sagte Annelisi , » nimmt ume ds Schinders wunder , wie die es Resli hat können antun und was er an der sieht , er , der sonst son e Exakte un e Figgestiel ist , won ihm so lang Keini recht gsi ist hie ume . Brav genug wär si , aber daß man de öppe kei Bräveri fände hier herum , selb nit . Aber z ' rede weiß si i Gottsname nüt . Ich habe alles Mögliche angefangen , von Schießete und Märite , von Buben und Mägden , aber ein Wort ist ein Wort , das ich anders herausgebracht , als so trockne Ja und Nein und : e dr Tusig ! Und was das für e Stolzi ist , keim Meitli het si es fründligs Wort gä , und hättist gseh , wie die ere nahgrännet hey ! Und de Maniere het si de öppe nit gar , hast nicht gesehen , wie sie ds Fleisch noch mit dem Finger ab der Gablen stößt , Und dann ein Naselümpli hat sie gehabt , so es klys und es dünns , daß ich mich geschämt hätte , mit einem solchen zDorf z ' fahren , und wenn sie es hat brauchen wollen , so hat sie längs Stück nit gwüßt , wos ist , oder hat die Nase nicht finden können . Ich will wetten , die braucht daheim keinen Lumpen , sondern dFinger u ds Fürtech . « » Du bist immer das Gleiche « , sagte Christeli , » es usfüehrisch Meitli . Denk , wenn dich jemand hörte , was sagte er von dir ! An einem fremden Ort kannst du tun wie der heilig Feierabend , daß dLüt meine , sie müßten mit dir in e Vrsammlig . Vielleicht ists bei diesem umgekehrt , liebliger daheim als zDorf . « » Du bist ein böser Christeli « , sagte Annelisi , » aber wart du nur , kein guts Wort gebe ich dir mehr . Wenn ich aufrichtig bin gegen dich und meine , ich habe einen Freund an dir , so kömmst du mir so ! « » Zürn nit « , sagte Christeli , » ich habe da nur so was nachedampet , was ih am Sunndi ghört ha . Es ist einer im Wirtshaus gewesen und der hat gesagt , es gebe zweier Gattig Mönsche , die eine seien gut für dGaß , die andern gut für ds Hus , und die einen hätten Manieren daheim und die andern daheim keine , aber ds Tüfels viel zDorf , und es gäb schöne Visitegsichter , die vrfluxt wüste Kuchigsichter seien . Nun komm es darauf an , was me lieb , aber wenn me das scho wüß , so werd me doch gern bschisse , vo wege , man sehe die Meitleni doch meist nur auf der Gaß und könne sich daher gar nicht vorstellen , was sie in der Küche für Gesichter machen oder wenn sie sollten Bohnen gwinnen und lieber klappern möchten und dLüt usführen . « » Wart nume , du « , sagte Annelisi , » kein Wort sage ich dir mehr , und wenn de dr Dokter manglist , so kannst du selbst laufen « , so schnauzte es und schoß dem Bohnenplätz zu . Als alles zu Bette war und Christen und Änneli in ihrem Stübchen , redete lange Keines , aber schwer seufzte Christen . » Was hast du ? « fragte Änneli . » Ich weiß es selbst nicht « , sagte Christen , » aber es ist mir neue so schwer . Was ich zur Sache sagen soll , weiß ich nicht , sie gefällt mir nur halb . « » Was gefällt dir nicht ? « fragte Änneli . » Ds Meitschi noch gut genug , von dem will ich nichts sagen , obschon öppis e wenig holdseliger nichts schadte ; aber der Alt hat mich geärgert , das ist so recht einer , wo meint , es sei niemand gescheit als er und wenn er aus seinem Dorfe weg sei , so komme er zu lauter halbwitzigen Menschen . Er hat doch wohl gewußt , wo er ist , und hat getan , als wäre er auf dem Märit , als hätte unsereinem keinen Verstand , und gemärtet , wie ich mich unter den fremdesten Leuten schämte . Ich glaube , er hätte uns die Kleider am Leibe abgekauft , wenn ich nicht gesagt , ich brauche sie selbst . « » Das « , sagte Änneli , » sind Gewohnheiten ; einer hats so , ein Anderer anders , und wer öppe viel auf den Märten herumkömmt , meint , er sei immer darauf . « » Von dem wollte ich nichts sagen « , sagte Christen , » das könnte mir gleich sein , aber die Gedinge , die er gestellt hat , die sind uverschant . Wenn er noch viel geben wollte , so hätte er ds Recht , auch etwas z ' fordern , aber nichts zu geben und alles zu wollen , das het afe kei Gattig . Er hat getan , als wär kein Meitschi mehr in der Welt als seins . « » He « , sagte Änneli , » sie haben es so da unten . Geht es ihnen an , so nehmen sie alles , will man nicht , so nehmen sie auch mit Minderem vorlieb . Es hat mich auch gedrückt , und bsunderbar Resli , der hat mich dauern können . Aber was meinst , wie macht man das ? « » Ich hulf , die Kinder machen zu lassen « , sagte Christen , » es ist ihre Sach , was den Preis anbelangt , hingege wegem Abtrette , das ist mr zwider . Aber am Meitschi hets mih o nit schöns düecht , daß es em Vater nit abbroche het und ne so het la mache , es hätt sölle meh Vrstang ha un abwehre . Ih mueß säge , wenn son es gytigs , wüests Fraueli da sött uf e Hof cho , ih dräyhti mih no im Grab um . « » Wir wollen öppe nit hoffe « , sagte Änneli , » Resli sagt gar , es sei nicht so und der Gyt daheim sei ihm zwider . Daneben weiß man es nicht , es düecht se manchmal , wenn sie daheim sind , sie möchten es ganz anders machen und haben als im elterlichen Hause , und doch dann muß es einmal in ihrer Haushaltung akkurat am gleichen Schnürchen gehn . Doch das Best wollen wir hoffen , es ist müglig , daß es nit gwüßt het , was säge , u daß es sih ds Vaters gschämt het unds nit het dörfe la merke . Es ist nichts , das einem so weh tut und eim so es dumms oder es bös Gesicht macht , als wenn man sich öpperem schämt und sichs doch nicht darf merken lassen , da ist man wie vor den Kopf geschlagen . Sagt man etwas , so macht man die Sache noch schlimmer , sagt man nichts , so gehts am Ende über einen los . Ich weiß , was das kann . Ich habe auch jemand gehabt , der zuweilen getan , daß ich durch den Boden durch hätte kriechen mögen , und je wüster er getan hat , desto weniger habe ich ihn verlassen dürfen , es hätt kein Mensch gewußt , was er angestellt hätte . Das ist ein Dabeisein , es glaubt es kein Mensch , als wer es erfahren hat . Drum ists auch möglich , daß es dem Mädchen so ging , man muß das Bessere hoffen . Wenn es sich öppe aparti vor dem Resli verstellt hätte , so wüßte ich nicht , warum es sich nicht auch vor uns hätte verstellen können . Aber es wird eben so eine Natur haben , daß es zeigen muß , wie es ihm inwendig ist , und das sind nicht die Schlechtern . Wenn man einander öppe einmal versteht und sagen darf , wie es einem ist , so kömmt man dä Weg hundertmal besser zweg als mit jemand , der sich stellen kann , wie er will , und ganz anders , als er es meint . Öppe so wege ere jedere Fliege , wo surret , wird man dann auch öppe nicht ein Gesicht machen , als wenn man Tannzäpfen schlucken sollte . « » Du redest immer z ' best « , sagte Christen , » und hest recht , es ist besser dä Weg , as wenn me allen z ' böst redet . Aber Hürate het geng e Nase , u gäb wie men o öppe brav ist un recht denkt , so chas doch übel gehen , wenn man einander nicht recht versteht oder enandere ds Mul nit gönnt . Es muß immer einer da sein , der Friede macht , wenn dWelt wott zwüsche yche cho und dZwängigi . Resli weiß sonst wohl was er macht , und hat die Augen am rechte Ort , drnebe ist er nit link , und wenn er sieht , daß dSach fehle will , so wird er nicht meinen , daß er auf dem Wagen bleiben müsse bis zletscht , er weiß sonst , was er macht , u weiß o no z ' rede wenns sy mueß ; weder hüt , da hets ihm nit füre welle . « » Ds Herz wird ihm z ' volls gsi sy « , sagte Änneli . » Es ist eine wichtige Sach für uns , aber gottlob , daß wir einig sind und üse Herrgott üse Friede ist . Zwängen wollen wir nichts mehr in der Welt , wer weiß , wie bald sie uns unter den Füßen wegschlüpft ; öppe rate können wir und unsern Herrgott bete , daß er unsere Kinder durchs rechte Türli führe wie uns , wenns auch zZyte ruch gnne geyht . Und er wird scho , ich habe nicht Kummer , es ist noch der alt Gott , wo auch uns geführt . Als wir zusammenkamen , waren wir auch nicht , was wir jetzt sind , und doch hat er uns nicht verlassen , sondern geführt bis hieher , daß wir gottlob noch so recht aufrichtig zu ihm beten dürfen , und mein Trost ist , daß es heißt , frommer Eltern Segen baue den Kindern Häuser . Öppe die Besten sind wir nicht , aber das weiß ich und fühl ich , üse Herrgott hat uns doch für die Seinen , am Segen sölls nit fehle , und üse Herrgott wird ihm scho Kraft geben . Wotsch du oder soll ich ? « » Bet ume « , sagte Christe . » Vater im Himmel « , betete Änneli , » vergib uns unsere Schulden , wie auch wir vergeben unsern Schuldnern , rechne sie üse Kinge nit a. We mr öppis Guets ta hey uf dr Welt , das rechne de Kinge a u hilf ne dessetwege . Aber nit , daß de se rych machist u vornehm , aber bhalt se uf dyne Wege , bhalt ne dr Friede im Herze u dr Friede im Hus u dFreud für e Himmel . Bhalt se als Gschwisterti unter enandere , daß eys em andere sy Trost ist , sys Hauptküssi , we sHerz schwer ist u dr Kummer zvorderist . La nüt zwüsche yche cho , nit dr Tüfel , nit e Mönsch , und was i sHus chunt , o Vater , das segne auch , nimms uf i Bund , durchfürs mit dym Geist , la is es zum Engel werde , der is dr Himmel no besser zeigt . Gern wey mr ihm nahgah , mir bigehre nit voruszgah . Gib am Resli e rechti Frau mit dm rechte Geist , der nahm Friede trachtet u nah dem , was not tuet fürs ewig Lebe . Gib Beide Sanftmuet und Geduld , daß sie dr Glaube u dr Muet anenandere nie vrliere , daß dSunne nie untergeyht vor ihrem Zorn , daß sie nie schlafe , oder sie heyge vor dir enandere dHänd gä u guet Nacht gseit u du heigist se gsegnet . O Vater , viel hey mr dih betet , aber wos us rechtem Herze chunt , wirds dr nie zviel sy , u wer weiß , wie lang mr no Zyt hei z ' bete . Machs wied witt deretwege , aber üsi King vrgiß nit u üse Seele erbarm dih ! « » Amen « , sagte Christen . Es war an den beiden folgenden Tagen fast , als ob eine Leiche im Hause wäre , ein Gegenstand stiller Trauer , über den zu reden jedermann sich scheute ; in stillem Wesen verrichtete man seine Arbeit , aber jedermann schien gerne allein zu sein , als ob er noch mehr innerlich als äußerlich zu verwerchen hätte . Dieses innerliche Verwerchen ist eine altadeliche Tugend , oft stillen Leuten angeboren , es ist eine reiche Werkstätte : in derselben werden die Grundsätze geschmiedet , auf welche Menschen absetzen , um ihre Namen im Himmel anzuschreiben , da werden die Seelen geläutert zu reinen Spiegeln , in welchen Gott zu schauen ist , da werden die Leben geweiht zu heiligen Opfern , welche ewig und in alle Ewigkeit gelten . Knechte und Mägde merkten wohl , daß etwas obhanden war , und aus einem natürlichen Instinkte verschwanden sie , so viel sie konnten , gaben Raum zu einem vertrauten Wort . Dennoch gab es sich nicht bis am Mittwoch abends , als eben auch Knechte und Mägde abseits waren . Der Vater , der auf dem Bänkchen sein Pfeifchen rauchte sagte , er hülfe hineingehen , der Wind sei sauer und neuis sollten sie doch abreden . Drinnen frug der Vater : » Wer fahrt ? « » Ich , denk « , sagte Resli . » Was wotsch für e Wage näh ? « » Denk dr breitschienig « , antwortete derselbe . » Ist der nicht z ' schwere ? « » Sechs Bäum soll ich doch lade , u da mueß es e guete Wage sy . « » Ists nit zviel ? « fragte der Vater . » Es macht sich , der Weg ist gut , dLade sy tür , un es geyht alles nidsig , u was me ungereinist füehrt , dara brucht me nit zwure z ' mache « , antwortete Resli . » Wennd gfahre magst , mir ists recht « , sagte der Vater . » Aber was willst du für Bescheid geben , darüber muß man doch auch reden « , sagte Christeli . » He , ich habe gedacht , kurzen « , antwortete Resli und stützte den Kopf in die hohle Hand , als ob ihm das Licht weh täte in den Augen . » Man kann kurzen geben und doch mancher Gattig « , antwortete der Vater . » Da ist nur ein Bescheid möglich « , sagte Resli , » auf die Geding hin gibt es nichts aus der Sache , ich will nicht , daß alle ihr Gluck einschießen müssen für mich , und für was am End ? Für öppis , wo no ke Mönsch weiß , was daraus wird . Zuerst ists mr gsi , dr Knecht chönn fahre , aber du han ih denkt : aständig sygs , was ih agfange heyg , das mach ich selber us . U de ist mr ds Meitschi zSinn cho , das duret mih ; so ists nit , wies dr Schyn het , es het mih düecht , emel einist möcht ihs no gseh . Gangs de nache wies well . « » Was meinst du , das nicht gehe ? « fragte Christeli , » man muß doch zuerst über eine Sache reden , ehe man den Mut verliert und den Stecken wirft . « » Das ist doch öppe nicht nötig zu sagen « , antwortete Resli . » Der Alt hat dSach so gestellt , daß gar nichts daran zu machen ist . Der infam Hund weiß wohl , was er macht , er will nichts von der Sach und will damit nur einen Andern in das Garn jagen . Ich merke ihn wohl , aber dem sage ich noch was , ehe wir auseinander kommen ; der graue Schelm muß wissen , daß wir auch an einem Ort daheim sind und nit Hunde sind . Belle cheu si de nadisch da nide besser als wir hier oben . « » Nit « , sagte Änneli , » so mußt du nicht tun ; wenn man ein Meitschi lieb hat , so muß man dessen Vater nicht schelten , ästimiere sött me ne , syg er de wie nr well . Aber von der Sach muß man reden stückswys u se nit so arfelswys desusschieße . Was meinst , was geht nicht , was ist nit z ' gattige ? « » He , da will er vor allem aus , daß