, und dann in der Stadt empor , an allen den hohen und erhabenen Gebäuden , die da waren , und an dem Herzogstuhle vorüber . Sie wurden in der Stadt eingeteilt , und jeder Abteilung der Platz zugewiesen , der ihr zur Wirksamkeit dienen sollte . Witiko erhielt von dem Herzoge den Oberbefehl über die Waldleute , die sich auf dem Wysoka freiwillig unter ihn gestellt hatten . Da die Krieger in die Stadt gezogen waren , rüsteten sich nun die Bewohner der beiden Burgflecken auf die Dinge , die da kommen sollten . Die fremden Kaufleute in dem Teyn verpackten ihre Waren , und sendeten sie auf dem Wege über Pilsen gegen Taus in die deutschen Länder hinaus , oder sendeten sie sonst irgend wohin , und richteten sich , ihnen zu folgen . Die Juden bargen , was sie Wertvolles hatten , und schickten , was in kleinem Raume großen Wert hatte , in entfernte Gegenden . Manche Menschen verließen die Stadt , und die da blieben , vergruben Habseligkeiten , und behielten so viel , den Feinden , die da kommen würden , Verpflegungen zum Schutze vor Mißhandlung reichen zu können . Als die Krieger auf der Burg ihre Plätze eingenommen , und sich dort eingerichtet hatten , ordnete Wladislaw eine Versammlung auf dem freien Platze vor dem Herzogstuhle an , zu welcher die Kriegsherren und Unterführer geladen waren , und zu welcher Preda mit den Gefangenen kommen mußte . Als sich alle versammelt hatten , und rings um sie viele andere Krieger und Leute aus dem Volke standen , erschien der Herzog auf seinem Pferde , und neben ihm ritt die Herzogin in einem schönen Gewande . Sie stiegen von den Pferden , und der Herzog begab sich auf eine Erhöhung , die hergerichtet war , und sprach zu der Versammlung : » Waffenbrüder , Freunde , Kriegsherren , Männer des Landes , Krieger und Volk , das gekommen ist ! Ich spreche zu euch allen , ich spreche , was ich für unser Land als nötig erachte . Mein Großvater Wratislaw ist ein großer und weiser König gewesen , den Ländern zum Wohle , sein Sohn , der Herzog Wladislaw , mein Vater , war großmütig und gütig , sein anderer Sohn , der letzte Herzog Sobeslaw , lebt in euerm Angedenken , und wird in dem Angedenken derer nach Euch leben . Ich bin auf sie gefolgt . Ich bin nicht wie mein Großvater , mein Vater und mein Oheim . Ich weiß nicht , ob ich ihnen an Gaben gleich oder untergeordnet bin ; aber im Guten will ich ihnen gleich sein . Vor diesem ehrwürdigen Stuhle , der schon so viele große und gute Fürsten getragen , und auch manche Verirrungen gesehen hat , kann ich es aussprechen , daß ich die Pflichten treu in mein Herz geschrieben habe , die mir durch diesen Stuhl entstanden sind . In dem Kampfe , der naht , werde ich entweder siegen , und dieses wird nach dem Ratschlusse Gottes dem Lande zum Heile sein , wir werden Gott preisen : oder ich werde unterliegen , und dieses wird nach dem unerforschlichen Ratschlusse Gottes dem Lande zum Heile sein , wir werden auch Gott preisen . Wir kleinen Menschen können das Höchste nicht sehen ; aber wir , die wir hier versammelt sind , glauben , daß wir auf dem Rechte stehen , und wir müssen das Recht mit der Herzhaftigkeit und der Einsicht , die wir haben , zu Ende bringen . Ich werde alle Mittel , die zu erringen sind , gebrauchen . Über die Mittel werden wir beraten , wenn wir wissen , was not tut . Jetzt aber sage ich nur , wer im geringsten an der Gerechtigkeit unseres Vorhabens zweifelt , oder wer nicht mit seiner ganzen Seele bei dem Vorhaben ist , der verlasse dasselbe mit getrostem Mute , er mag gehen , wohin er will . Der größte Teil der reichen und vornehmen Herren der Länder ist bei den Feinden , der ehrenreichste kleinste Teil der Priesterschaft und der Lechen ist bei mir , und jener kleinerer Männer , die von mir Schutz erwarten , den ich gewähren will . Selbst von meinen Burgflecken kann gehen , wer es verlangt . So sage ich , wie jener kühne Führer aus der alten heiligen Zeit , der zu mehreren Malen die fortgehen ließ , die dem Kampfe abträglich sein könnten . Beherziget es . « Wladislaw schwieg . Da trat Otto der Bischof von Prag hervor , und sprach : » Die Lechen und Herren , die um dich versammelt sind , haben gedacht , wie du sprechen willst , erlauchter Herzog , und haben mich zur Antwort erwählt , nicht um meiner Gaben willen , sondern , weil ich die kirchliche Herrschaft in dem Lande führe , und so sage ich : Keiner aus denen , die schon auf dem Wysoka für das Recht gekämpft haben , und keiner aus denen , die zu dem jetzigen Kampfe gekommen sind , zweifelt an dem Rechte , und keiner wird sich dem , was kommt , entziehen . Wer von den untergeordneten Kriegern gehen will , die werden sie verzeichnen , und die mögest du ziehen lassen . « » Sie werden in dem Amte meiner Kammer das Reisegeld zum Wege in ihre Heimat finden « , sagte der Herzog . » Heil Wladislaw « , rief eine Stimme . » Heil dem großmütigen Herzoge « , rief eine andere . » Heil « , » Segen « , » Glück « und andere Rufe tönten nun vielstimmig durcheinander . Da es wieder ruhig geworden war , rief Wladislaw : » Ihr , die ihr dort unter der Hut meines alten Zupanes Preda steht , und die der Tag auf dem Berge Wysoka als Gefangene in meine Hände gegeben hat , ihr seid frei . Ich fordere nicht , daß ihr versprechet , in diesem Kriege nicht mehr gegen mich zu kämpfen , wer Ehre hat , wird es nicht tun , der andere wird es nicht lassen , und wenn er in meine Hände fällt , wird er auf einem Baume aufgehängt , wie vor zwei Jahren die Diebe des Landes . Wer geht , erhält morgen das Reisegeld in meiner Kammer , wer aber seine Handlungen gegen mich bereut , und mir dienen will , der melde sich , er wird mit Liebe angenommen werden . Jetzt aber entfernet euch . « Unter den Gefangenen entstand ein Jubelruf ; sie wendeten sich gegen den Herzog ; aber auf den Befehl Predas stellten sie sich , und zogen unter Freudenrufen ab . Unter dem Volke ertönten wie aus allen Kehlen Rufe der Freude und des Vergnügens . In diesem Augenblick aber ritt ein Mann auf den Platz , und meldete , daß die Späher eine Jungfrau mit mehreren Begleitern gefangen hätten , und daß die Jungfrau vor den Herzog wolle . » So laßt sie kommen « , antwortete Wladislaw . Der Mann ritt fort , und kam in kurzer Frist wieder zurück . Es waren nun vier Männer auf kleinen Pferden bei ihm und ein Mädchen auch auf einem Pferde . Die Männer waren in sehr grobe dunkelwollene weite gegürtete Gewänder gekleidet , trugen Schwerter , und auf den Häuptern rauhe Wolfshauben . Das Mädchen saß auf einem schönen braunen Pferde , es hatte ein schwarzes Gürtelgewand an , darüber ein Waffenkleid , das wie Silber glänzte , und an dem Gürtel ein Schwert . Auf dem Haupte trug es eine Spangenhaube , darunter schwarze Haare hervor sahen . Das Angesicht war jung . Der Mann führte seine Begleiter vor den Herzog , wies mit der Hand auf ihn , und sagte : » Das ist der erlauchte Herzog , edle Jungfrau , welcher dir die Huld erweist , mit dir zu reden . « Das Mädchen stellte sich mit seinem Pferde vor die vier Männer , sah den Herzog an , und sprach : » Bist du der Herzog Wladislaw , welcher im Kriege mit den hohen Fürsten ist , die im Lande Mähren einen Bund wider Böhmen geschlossen haben ? « Kaum hatte das Mädchen diese Worte gesprochen , so ertönte aus dem hinteren Geleite des Herzoges ein Laut , der das Wort Dimut ausrief . Es war Rowno gewesen , der den Ruf ausgestoßen hatte , und der nun sein Pferd gegen den Herzog vorwärts drängte . » Rowno « , sagte das Mädchen gegen ihn hin , » ich rede jetzt nicht mit dir , jetzt rede ich mit dem Herzoge , und wenn das Gespräch geendet ist , so komme ich zu dir , und werde mit dir reden . « » Wenn du Rechte gegen die Jungfrau hast , Rowno « , sagte der Herzog , » so übe sie ungeschmälert aus ; jetzt aber erwarte das Ende des Gespräches , um das sie gebeten hat , und das ich ihr gewährt habe . « Rowno zog die Zügel des Pferdes zurück , und blieb stehen . Der Herzog wendete sich wieder zu dem Mädchen , und sagte : » Dimut heißest du , schöne Jungfrau ? « » Ob ich schön bin , reden wir nicht « , antwortete das Mädchen ; » aber Dimut heiße ich . « » Schön bist du , und als dich meine Krieger gefangen nahmen , hast du zu mir verlangt ? « fragte der Herzog . » Nein « , antwortete das Mädchen , » ich bin von meiner Heimat aus zu dir geritten . « » Zu mir ? « fragte der Herzog . » Ja « , sagte Dimut , » in dem Walde im Mittage des Landes steht in einem gereuteten Tale ein Turm , in welchem mein Bruder Rowno herrscht . Er ist der Wladyk seines Stammes , und sein Stamm wohnt um ihn . Ich bin in dem Turme . Als noch der Schnee lag , kam die Kunde , daß reiche und mächtige Herren und Fürsten wider dich in Waffen wären , und das Land Böhmen nehmen wollen . Da beschloß Rowno , und es beschlossen Leute aus unserer Zupe , auszuziehen , um zu sehen , was sich ergäbe . Ich sagte damals : ihr werdet alle ins Feld gehen , die ihr könnt , ihr werdet ergründen , wo das Recht ist , und dafür mit euerm Leben streiten , und , wenn es sein muß , sterben . Ich will tun , was ein Weib vermag . Das Rechte muß geschehen , wie es auf Erden und im Himmel gilt . So sagte ich , und Rowno und Osel und Diet von Wettern und Witiko zogen fort . Und darauf meldete Rowno , daß das Recht bei dir sei , daß die reichen Herren noch reicher werden und noch mehr Zupaneien haben wollen , und daß du die kleineren Männer gegen sie schützest . Und weil die Knaben des Waldes auf Kundschaft liefen , brachten sie die Nachricht , daß eine große Schlacht gewesen sei , in der Herren und Fürsten und niedere Männer und Knechte erschlagen worden sind , und weil ich solche Dinge , so lange ich lebe , nicht gehört habe , so konnte ich nicht mehr bleiben , ich nahm die vier Männer , und ritt fort , und da erfuhren wir , daß die Schlacht erst jetzt gewesen ist , daß du nach Prag gezogen bist , und da ritt ich nach Prag zu dir . « » Wenn alles so ist , schöne Jungfrau , ich muß dich wieder schön nennen « , antwortete der Herzog , » was ist in Prag bei mir dein Begehren ? « » Zu sehen , wie die Sache ist « , antwortete Dimut . » Nun , so siehe , wie die Sache ist « , erwiderte der Herzog ; » aber beeile dich , es könnte bald alles anders werden , und wenn draußen Gefahr ist , könnten wir dir kein großes Rückgeleite geben , weil wir die Männer brauchen . « » Dann würde ich ja nur wissen , wie die Sache jetzt ist , nicht wie sie immer wieder ist « , entgegnete Dimut . » Und das willst du wissen , Dimut ? « fragte der Herzog . » Ja , hoher Herr « , antwortete Dimut . » Was sagt meine erlauchte Herzogin dazu ? « fragte der Herzog . » Lasse das Mädchen heute abends zu mir in meinen Hof kommen , damit ich mit ihm spreche « , antwortete die Herzogin . » So machet die Sache nach Euerm Sinne in das Reine « , sagte der Herzog , » die Jungfrau wird uns von unsern Vorräten hier wenig wegzehren . Aber Rownos Wille muß gehört werden , und seinen Rechten muß Genüge geschehen . « » Wenn das Gespräch zu Ende ist « , sagte Dimut , » so werde ich jetzt mit meinem Bruder reden . « » Es ist zu Ende « , sprach der Herzog , » rede mit ihm . « » Ich aber rede nicht mit ihr « , rief Rowno von seinem Platze , » ich bitte den erlauchten Herzog um ein Wort meiner Stimme zu ihm . « » Du hast jederzeit die Erlaubnis , mit mir zu reden « , sagte der Herzog . » Hoher Herr « , rief Rowno , » ich bin kein Krieger deiner Zupe Daudleb , was wir gegen die Zupanei schuldig sind , haben wir erfüllt , und Lubomir ist mit allen Zupenkriegern zu dir gegangen , ich bin ein freier Mann in Rowna , dem Eigen unserer Sippen , ich bin freiwillig mit den Rownakriegern in die Schlacht auf dem Berge Wysoka gegangen , bin dir freiwillig nach Prag gefolgt , und bleibe freiwillig bei dir . Ich bitte dich , erlauchter Herzog , um die Vergunst , daß ich vor der ganzen Versammlung reden darf . « » Wenn es notwendig ist , so rede « , sagte der Herzog . » Du wirst selber sehen , daß es notwendig war , wenn ich gesprochen habe « , entgegnete Rowno . » So komme hervor , und sprich « , sagte der Herzog . Rowno ließ seinem Pferde den Stachel spüren , es setzte sich in Bewegung , die Männer machten eine Gasse , und er ritt durch dieselbe vorwärts bis zu dem Herzoge . Dort stellte er sich den vier Männern gegenüber , die mit Dimut gekommen waren . Er war wie einer von ihnen . Er hatte wie sie ein dunkelwollenes weites gegürtetes Gewand an , trug ein Schwert , und hatte auf dem Haupte eine rauhe Wolfshaube . Er richtete sich aber hoch empor , sah die Männer an , und rief mit lauter Stimme : » Du , Wentimir , und du , Dis , und du , Menes , und du , Walchun , reitet ungesäumt über diesen Berg hinab , und reitet ohne einen andern Aufenthalt fort , als zu eurer und eurer Pferde Erquickung notwendig ist , reitet immer fort , bis ihr in Rowna angekommen seid . Dort stellt euch unter die Herrschaft Bustins , den ich zur Verteidigung des Turmes zurückgelassen habe , und sagt , euer Urteil , daß ihr Rowna verlassen habt , werde ich sprechen , wenn ich aus diesem Streite werde nach Hause zurückgekehrt sein , und sagt , Bustins Urteil , daß er euch fortgelassen hat , werde ich zu derselben Zeit sprechen . « Er schwieg , und die versammelt waren , schwiegen , und warteten . Die vier Männer wendeten ihre Pferde um , und suchten einen Weg nach abwärts . Keiner sprach ein einziges Wort . Man machte ihnen Platz , und man sah sie nach dem Tore gegen den Burgflecken hinab reiten . Sie waren bald nicht mehr zu sehen . Jetzt war nur mehr Rowno allein mit einer Wolfshaube auf dem Platze . Er sprach nun zu Dimut : » Wenn ich von dieser Stelle fort reite , wirst du mir folgen . « » Ich werde dir folgen « , antwortete Dimut . Nach diesen Worten wendete er sich zu dem Herzoge , und sagte : » Erhabener Fürst und Herzog ! Du siehest , daß ich vor allen , die hier sind , sprechen mußte , weil die Sünde des Ungehorsams vor allen begangen worden ist . Das Land und die Leute müssen wissen , daß die Wladyken Gerechtigkeit üben , weil sonst das Land und die Leute zu Grunde gingen . Wer gegen seinen Obern seinen eigenen Willen verlangt , ist ein Unterdrücker . « » Du hast recht getan , so zu sprechen « , sagte der Herzog , » ich bin ja auch ein Wladyk , gegen den seine Sippen jetzt ihren eigenen Willen verlangen , und diese Sippen fügen sich nicht so wie die deinigen , darum dieser Kampf entstanden ist . Ich denke nun , du wirst , wenn hier in Prag oder bei Prag alles ausgeordnet ist , und du wieder in deine Heimat zurück gekehrt bist , Bustin , den du zum Führer deiner Burg zurück gelassen hast , bestrafen , daß er Männer leichtfertig aus derselben gelassen , und du wirst ihn belohnen , daß er die Torheit deiner Schwester unschädlich gemacht hat , und du wirst die vier Männer strafen , daß sie ihren Platz verlassen haben , und du wirst sie belohnen , daß sie deiner Schwester in Gefahren beigestanden sind . « » Hoher Herzog , höre mich an « , sagte Rowno , » da lebt in der Burg Daudleb der edle Zupan Lubomir . Er hat seine Sippen in den Ämtern . Da ist sein Sippe Wentislaw der Zupenrichter , sein Sippe Rastislaw der Meier , sein Sippe Widimir der Schreiber , sein Sippe Kodim der Kämmerer , sein Sippe Momir der Zöllner , und da ist seine Base die Kleideralte . Mit diesen richtet und rüstet er alles , die Pflege der Zupanei , die Gerechtigkeit , die Zier und Ordnung des Krieges , und sie sind ihm untertan , und er hält sie in der Zucht . Ich bin kein Zupan , ich bin ein Wladyk des Waldes ; aber ich will in meinen Sippen das Recht erhalten , wie ein Zupan , und werde nach der Gerechtigkeit sprechen , wie Lubomir . « » Wenn dieser Mann seinen Wert so genau betrachtet , und auch so eifrig ist in den Taten des Krieges , so können wir auf ihn bauen « , sagte die Herzogin . » Das können wir « , entgegnete Wladislaw , » er hat es auf dem Berge Wysoka erwiesen . Rowno , du hast dir an Lubomir ein gutes Vorbild des Rechten gewählt , und denke , daß jeder , der ein Zupan ist , einmal keiner gewesen ist . « » Ich bin in den Krieg gegangen « , sagte Rowno , » daß das Recht werde , daß der Unterdrücker gestraft werde , und daß ein kleiner Mann sich etwa dehnen könne . « » So strebe darnach « , sagte der Herzog , » und mit deiner Schwester rede nach deinem Rechte und deinem Ansehen , damit das , was wir mit ihr vorhaben , deine Billigung erhält . « » Sie wird meinen Befehlen folgen « , antwortete Rowno . » So sprecht mit einander , zeige uns vor Abend deinen Beschluß an , und jetzt entferne dich « , erwiderte der Herzog . Rowno verneigte sich , bedeutete Dimut , ihm zu folgen , wendete sein Pferd , und ritt wieder unter die versammelten Menschen hinein . Dimut grüßte , wie Frauen von Pferden zu grüßen pflegen , gegen den Herzog und die Herzogin , und folgte ihrem Bruder . Wladislaw sagte nun . » Die Versammlung ist schon zu lange aufgehalten worden , es ist billig , daß wir sie schließen , seid nicht ungünstig des Verzuges , hohe Herren , und seid für das Erscheinen bedankt . « Er und die Herzogin bestiegen ihre Pferde , und entfernten sich . Die Versammlung ging auseinander , und die Leute sahen teils dem Herzoge und der Herzogin , teils Dimut und ihrem Bruder nach , und zerstreuten sich dann . Als der nächste Tag gegen das Ende ging , kamen mehrere Männer von dem Berge Wysoka an . Es waren die Männer , die Wladislaw zur Besorgung der Verwundeten und Begrabung der Toten zurückgelassen hatte . Die Begraber sagten , es seien in der Nacht , die auf die Schlacht gefolgt ist , ruchlose Menschen gekommen ; denn am Morgen haben sie sehr viele nackte Tote gefunden , und nur einen Teil mit Gewändern . Sie haben alle zur Ruhe bestattet , und auch manchen Feind , weil sie ihn nicht kannten , geborgen . Die Feinde haben desgleichen getan , und fromme Priester sind herbei gekommen , und haben geholfen . Die für die Verwundeten sorgten , sagten , es seien mildtätige Frauen und Brüder mit Labung und Tragen gekommen , und denen haben sie einige gegeben , andere haben sie mitgenommen , und haben sie in abgelegene Häuser , wenn ein Mensch in ihnen zu finden war , oder in die Stadt Prag gebracht . Die Feinde sind noch immer weit entfernt , und die Gegend zwischen Suchdol und Prag ist leer . Von den Leuten des Waldes kamen auch einige Männer . Sie sagten , daß sie Norbert unter den Büschen begraben haben . Dann haben sie Tesin von Prachatic und Arnold vom schwarzen Bache und auch einige Leute von den untern Friedberghäusern und den Steingewänden begraben , weil sie gelobt haben , im Kriege einander beizustehen . Und weil sie Verantwortung geben müssen , so haben sie an den Gräbern aller gebetet , und ein Pfarrer hat mitgebetet . Wenhart vom Dürrwalde hat einen Haufen Männer um sich versammelt , und sie haben gesagt : arme Leute können hier nichts mehr erwerben , sie gehen in die Heimat , weiter von diesem Berge werde ihnen schon jemand Nahrung geben , und immer wieder so , bis sie zu ihren Sippen kommen . » Das sind verzagte Rehe « , sagte der Schmied von Plan , » die Herren , welche bei dem anderen Herzoge Konrad sind , haben große Zupaneien , es hat einer gar drei Zupaneien , und sie haben Gründe und Felder und Sippen und Gesinde , und sie haben Steine , deren einer leicht ein Pfund Pfennige wert ist , und Gold und Silber . Das alles gehört dem Herzoge , wenn wir sie besiegt haben , und er verteilt davon an die , welche ihm geholfen haben . Die einen werden Zupane , die andern kommen in Ämter , und die andern erhalten Wälder und Länder , und die andern Geld und Gut . Und die fort gegangen sind , haben sich alles vereitelt . Ihr habt ja gehört , wie manche Männer groß geworden sind . Und dem armen Witiko werden auch ein paar Hände voll Goldstücke wohlbekommen . « Die Leute , die von dem Wysoka gekommen waren , sagten , darum seien sie nach Prag gegangen , und werden in Prag bleiben . An diesem Tage machten die Kriegsherren auch die Namen derer kund , die sich zum Wegziehen aus Prag gemeldet haben . Sie sagten , es seien Strolchenmänner , die dem Lotterleben nachliefen , und keiner Sache gehörten . Die Leute erhielten ihr Weggeld , und wurden entlassen . Von den Gefangenen gingen viele fort , andere gesellten sich zu den Kriegern Wladislaws . Am Morgen des Tages , der folgte , ritt der Herzog herum , und sah , wie weit alles in der Stadt gediehen sei . Mit ihm ritten Diepold und die Herzogin , gefolgt von Frauen ihres Hofes , darunter Dimut in ihrem Waffengewande . Der Herzog ritt zu allen Plätzen , und sah , wie die Männer von ihren Führern geübt und belehrt wurden , und wie die Krieger und die Hilfsarbeiter die Geräte und die Wehren richteten . Er belobte sie , ordnete noch manches an , und beriet sich mit den Kriegsherren . Die Männer auf den Zinnen hatten zuversichtliche Angesichter , und taten willig die Arbeit . Als die Schau beendigt war , ritten der Herzog und die Herzogin wieder in ihren Hof . In dieser Zeit kamen fortan auch Wägen mit Lebensbedürfnissen in die Stadt , es kamen Boten und Kundschafter , und wurden wieder fort gesendet . Es kamen noch manche Krieger , welche sich von dem Berge Wysoka aus zerstreut hatten , und nun wieder die Ihrigen suchten . Es kamen auch neue Krieger , welche bei der Verteidigung der Stadt helfen wollten . Noch immer verließen Menschen die Burgflecken , und zogen in weite Entfernungen , andere aber kamen von den Feldern herein , und suchten Schutz in den Häusern . Witiko brachte seine meiste Zeit bei den Waldleuten zu . Er unterrichtete und übte die , welche ihm untergeben waren , in allem Notwendigen , und sie suchten es zu erlernen . Eine andere Zeit wendete er dazu an , daß er die genaue Einsicht gewinne , was seine Führerschaft verlange , und wie die Verteidigung werde geführt werden . Er ging zu den älteren Führern um Rat , und sie erteilten ihn gerne , besonders Lubomir , der es öfter so einrichtete , daß Witiko zusehen konnte , wenn die Daudlebkrieger ihre Übungen machten . Der alte Bolemil gab manche gute Weisung . Auch zu den jüngeren Rittern ging Witiko öfter , und sie gingen zu ihm . Mehrere Male war er in dem Geleite des Herzoges , wenn dieser seine Umritte machte . Er besuchte die Kranken und Verwundeten , und war gerne bei Welislaw , der in einem Gemache der Hofburg war , und dort auf einem weichen Gesiedel saß oder lag , oder auch an ein Fenster ging , um , so weit er konnte , zu sehen , welche Einrichtungen man treffe , von denen er auch stets Erzählungen verlangte . Seine Verwundung ging schneller Genesung entgegen . In seiner Wohnung hatte es Witiko so , daß Raimund die Pflege derselben und die Wartung der Pferde besorgte , Jakob aber alles Auswärtige tat , weil er dazu geschickter war . Wenn seine Leute ihre Arbeiten verrichtet hatten , waren sie müßig , und so standen nun die Männer des Waldes oft in ihren groben Röcken und schweren Stiefeln auf den Mauern der Stadt , und blickten auf das , was sie sehen konnten , besonders der Schmied in seiner grauen Filzhaube , dem grauen Rocke und den grauen Beinbekleidungen und den nägelbeschlagenen Stiefeln . Um seine Schulter hing die Keule , mit welcher er den Sohn Nacerats erworfen hatte . Seinem Neffen Urban war ein grobleinenes Tuch über die Wunde gebunden , und so auch Christ Severin dem Wollenweber . Tom Johannes den Fiedler , David den Zimmerer und Veit Gregor hatten sie bei den guten Frauen des heiligen Georg zur Pflege untergebracht . Die Männer sahen nun da auf die lange Brücke der Moldau hinunter , auf die vielen Häuser der beiden Burgflecken , auf die Berge an dem Wasser , oder auf die Felder außer den Häusern . Dann blickten sie ganz nahe hinab auf die Kleider , welche die Leute hier trugen , auf die Pferde , wenn Reiter vorüber zogen , oder gar ein Wagen ging , und zeigten sich die Fügungen der Steine oder des Holzes , woraus die Häuser gebaut waren . Sie saßen auch sehr gerne auf vielerlei Gegenständen in dem Kreise herum , und erzählten sich von den Dingen , die sie durch zahlreiche Leute auf vieles Fragen hier erfahren hatten . Da stand auf einem Felsen an der Moldau , ehe ihre Wasser nach Prag kommen , die Burg Wysehrad . Als noch der anfängliche Wald alle diese Berge an der Moldau bedeckte , ist sie gebaut worden , lange , bevor der Held Zaboy lebte und der Sänger Lumir . Und dann ist Krok gekommen , und hat auf der heiligen Burg seinen goldenen Sitz gehabt . Dann ist Libusa gewesen , die unter allen Schwestern sein liebstes Kind gewesen ist , und sie hat den Ackersmann Premysl geheiratet , und sie hat den ersten Holzblock zu der Burg Prag aushauen lassen . Und von ihr ist ein zahlreiches Geschlecht gekommen , und sie haben über die Völker gewaltet . Einer hat sich taufen lassen , da Christus geboren worden ist , und den heiligen Glauben in die Welt gebracht hat . Er hat der Herzog Boriwoy geheißen . Sein Enkel ist der heilige Wenzel gewesen , und seine Hausfrau die heilige Ludmila . Er hat die erste Kirche in Böhmen gebaut , in seiner Burg Hradec . Dann hat er sogleich die Kirche der heiligen Jungfrau Maria in der Burg Prag gebaut . In dieser Kirche hat der Herzog Wratislaw das Abschneiden der Haare seines Sohnes , des heiligen Wenzel , gefeiert , und sie bringt bis heute Heil allen Gläubigen . Dann steht die hohe Kirche des heiligen Veit da . Sie ist mit Mühseligkeiten gebaut worden . Der heilige Wenzel hat sie gebaut , und der Bischof von Regensburg , Tuto , hat es ihm erlaubt . Und dann ist der Bischof Tuto gestorben , und , der nach ihm gekommen ist , der Bischof Michael , hat sie geweiht . Sie hat von Gold und Silber gestrahlt , und war voll von Pracht . Und da sie zu klein war , hat sie der Herzog Spitihnew wieder niedergerissen , und weit größer gebaut , und dann ist sie verbrannt , und ist abermals wieder aufgebaut worden , und dann hat ein Blitzschlag den Turm zerstört , und der Turm ist wieder errichtet worden . Die