. Und so mir nichts dir nichts , bis man mehr zu klagen habe , ihn fortzuschicken , reue sie auch . Und wenn sie es täte , so wäre Joggeli der Erste , der ihr immer vorhielte , sie hätte aus leerem Kummer den besten Knecht fortgeschickt , den sie noch gehabt . Aber er mache es immer so : da , wo sie möchte , daß er rede , da schweige er , und wo er schweigen sollte , da möffele er drein . Vreneli solle immer gut Achtung geben , und wenn es etwas Apartes sehe , es ihr sagen . Aber von Vreneli hatte die Alte wenig Trost , das tat , als ob die Sache ihns nichts anginge . Ds Elisi konnte sich nicht enthalten , dem Vreneli von Uli zu reden , wie er ein Hübscher und Freiner sei und wie es sich nicht verschworen wolle , daß es ihn nicht noch einmal heirate ; wenn sie es einmal taub machten und ihm nicht tun wollten , was es begehre , so sollten sie nur sehen , was es mache . Es besinne sich dann nicht lange und es brauche nur ein Wörtlein zu sagen , so gehe Uli und gebe das Hochzeit an . Wenn Vreneli dann auch zu diesem wenig sagte , so hielt ds Elisi ihm vor , es sei schalus . Oder wenn Vreneli ihm zusprechen wollte , es solle doch Uli nicht so zum Narren halten , es begehre ihn doch nicht , oder es solle den Eltern nicht diesen Verdruß machen , so hielt es ihm vor , es möchte Uli selbst und wolle ihns nur abspenstig machen , um selbst ans Brett zu kommen ; aber so eine mit einem blutten Füdle nehme Uli nicht , dafür sei er zu gescheut . Es solle sich nicht einbilden , daß es so bald einen Mann bekäme ; der leidest Knecht besinne sich , ehe er so ein arm Meitli nehme , und zweimal , ehe er ein unehliches nehme . Das sei immer noch die größte Schand , die es gebe . Obgleich Vrenel solche Reden tief empfand , so ließ es es doch nicht merken , weinte nicht und zankte nicht , sagte höchstens : » Elisi , daß du nicht auch unehlich bist , dafür kannst du nichts , und daß du nicht schon ein Unehliches hast , daran bist du auch nicht schuld . « Am meisten Not machte Vreneli das eigene Betragen gegen Uli . Je mehr diesem Elisis Geld zu Kopfe wuchs , desto mehr fühlte er sich zu Vreneli gezogen ; er konnte es gar nicht leiden , wenn es ihm kurzen Bescheid gab oder böse über ihn schien , und suchte es auf alle Weise zu versöhnen , gut zu stimmen . Er floh Elisi oft und suchte es nie auf ; er floh Vreneli nie , suchte es aber oft auf , während es ihn floh und Elisi ihn suchte . Vreneli wollte mit Uli kurz sein und trocken , und doch konnte es , wenn es den besten Vorsatz hatte , oft nicht anders als freundlich mit dem freundlichen Burschen sein , konnte zuweilen sich bei ihm vergessen und zwei , drei Minuten mit ihm schwatzen und lachen . Wenn das dann zufällig ds Elisi sah , so gab es gräßliche Geschichten . Zuerst hielt es Vreneli die wüstesten Sachen vor , bis es nicht mehr reden , kaum Atem finden konnte . In diesem Zustande schoß es manchmal an ihns hin und hätte es prügeln mögen , wenn es ihm nicht an Kraft gebrochen hätte . Dann ging es über Uli her ; er mußte hundertmal hören , daß er ein Unflat sei und nur der Knecht . Und es sehe jetzt , was es zu erwarten hätte , wenn es so dumms wäre , wie man meine . Aber es sei Gottlob noch früh genug und es wolle nicht so ein Narr sein , sein Geld einem zu bringen , von dem es fürchten müsse , er verbrauche es mit Huren . Dann fing es an zu heulen über solche Falschheit , und wie es sterben wolle . Manchmal versöhnte es sich schon während diesen Tränen und Uli mußte versprechen , nicht mehr Andern nachzulaufen , dem wüsten Vreni , das ihn locken , verführen wolle , kein gutes Wort zu geben . Bald dauerte der Unfriede lange , und ds Elisi kupete . Dann kam es Uli doch vor : eine , die so schalus sei , die ihm den Knecht so oft vorhalte , so heulen oder kupen könne , sei doch nicht die liebenswürdigste Frau , und da gebe es ein bös Dabeisein und es wäre besser , wenn er die ganze Sache sich aus dem Sinne schlüge . So wie er nun gleichgültig gegen das Kupen ward , so ward es Elisi angst und es suchte die Versöhnung , kramete etwas oder suchte sonst eine Gelegenheit , wo es Uli flattieren , ihm anhalten konnte , er solle es doch lieb haben , es habe sonst keine Freude mehr am Leben . Und wenn es ihn so bös mache , so solle er ihm nicht zürnen , das geschehe nur , weil seine Liebe so groß sei , weil es ihn keiner Andern gönne usw. Wenn es ihn einst recht hätte , so wollte es nicht mehr schalus sein , aber solange es so dahange und nicht wisse , woran es sei , komme es ihm manchmal , als ob es lieber sterben wollte . Es wisse auch nie recht , ob Uli ihns lieb habe ; es dunke ihns manchmal , wenn er es recht lieb hätte , so setzte er ganz anders an und nähme die Sache besser in die Hand , er sei da so wie ein Gstabi und mache kein Gleich . Wenn dann Uli sagte , er wüßte es nicht besser zu machen , er wisse ja auch nicht recht , ob ds Elisi ihn eigentlich wolle , und wenn es ihm Ernst sei , so solle es mit den Eltern reden oder sie wollten zum Pfarrer gehen und das Hochzeit angeben und dann sehen , was daraus werden wolle , so sagte Elisi : Das pressiere nicht halb so , Hochzeit halten könne sie immer noch . Das sei die Hauptsache , daß er es lieb habe , und dann sei es in einem Jahr noch frühe genug , oder wenn er recht dransetze ( das komme auf ihn an , es wolle sehen ) , in einem halben . Aber mit dem Donners Vreni solle er nichts mehr zu tun haben , sonst kratze es Beiden die Augen aus und das Mönsch müsse aus dem Hause . Natürlich gab die Sache ein groß Gerede weitumher , und man redete weit mehr davon , als daran war . Es gab zwei Partien : die eine gönnte die Geschichte den Eltern , die andere die reiche Frau dem Uli . Je länger die Sache dauerte , und das ging nicht nur ein Jahr , desto mehr gewann der Erfolg an Wahrscheinlichkeit , desto mehr unterzogen sich die Dienstboten dem Uli und stellten sich auf die Seite des mutmaßlichen Tochtermanns , so daß der Hof ein immer blühenderes Aussehen bekam und Uli immer unentbehrlicher wurde . Selbst Joggeli , dem der bare Gewinn in den Sack floß und der wohl rechnen konnte , was zwanzig Klafter Futter , tausend Garben Korn mehr zu bedeuten hätten , verbiß seinen Ärger , tat ein Auge zu und tröstete sich damit , er wolle Uli brauchen so lange als möglich ; wenn es einmal Ernst gelten sollte , so könnte man immer noch sehen . Als einmal Johannes daherkam , der auch von dem Gerede gehört hatte , und verdammt aufbegehrte und forderte , daß man Uli fortschicke , so wollte Joggeli nichts davon hören . Solange er lebe , hätte er hier zu befehlen , und Uli wäre Johannes der Rechte , wenn er ihn hätte . Was hier gehe , gehe Johannes nichts an , und wenn man dem Uli ds Elisi geben wolle , so gehe es ihn auch nichts an . Er müsse nicht glauben , daß er alles allein erben wolle ; einstweilen sei , was sie noch hätten und was er ihnen nicht abgeläschlet , noch ihr . Je wüster Johannes tue , desto eher müsse ds Elisi heiraten ; es sei nicht , daß es Uli sein müsse , es gebe Andere auch noch . Sie wüßten wohl , wie lieb sie ihm alle seien ; wenn er das Geld hätte , so früge er Vater und Mutter und Elisi nichts mehr nach , sie könnten seinethalb alle noch einmal heiraten , und wenns Schinderknechte wären , so wäre es ihm gleich . So redete Joggeli zu seinem Sohne in seinem kärigen , hustenden Tone , daß es der Mutter ganz angst war und sie einredete , er solle doch nicht Kummer haben , das geschehe nicht , sie seie auch noch da und ds Elisi werde nicht alles zwängen und Uli sei ein braver Bursche usw. Johannes wollte nun mit Uli selbst reden , aber der war nicht zu finden . Er sei um eine Kuh aus , hieß es . Trinette , diesmal noch viel schöner schwefelgelb als früher Elisi , bewegte sich um Elisi mit verachtender Miene und gerümpfter Nase und sagte endlich zu demselben : » Pfitusig , wie gmein machst de dih ! Mit eme Knecht sih möge abzgä ! Es ist eine Schande für die ganze Familie ! Wenn meine Leute gewußt hätten , daß meines Mannes Schwester einen Knecht sollte heiraten , sie hätten ihn geschickt Band hauen , er gefiel ihnen ohnehin nicht sonderlich . Aber ih bi Göhls gnue gsi u han e abselut welle . Mi cha dih nimme zur Familie zelle , und du kannst dann sehen , wo du untereschlüfst , einmal hier sollt ihr dann nicht mehr bleiben . Pfitusig , so mit emene Knecht es Glscheipf z ' ha ! Pfitusig , es gruset mr fry ab dr , ih ma dih nume nimme aluege . Pfitusig , schämst dih nit i dys bluetig Herz yche und teuf i Bode ache ! « Aber ds Elisi schämte sich nicht , sondern hängte Trinette noch ein viel böser Maul an und meinte : Ein Meitschi hätte dWehli , sich abzugeben , mit wem es wolle , und könne einen Knecht oder einen Herrn heiraten , vor Gott seien all Menschen gleich . Aber wenn es einmal eine Frau sei , dann würde es sich schämen , bald mit dem Stallknecht und bald mit dem Metzger , bald mit dem Herdknecht und bald mit dem Karrer und zletzt noch mit allen Zundleren und allen Ländern im Geschrei zu sein und Kinder zu haben , wo keins eine Nase habe wie das andere und eins dem andern gleiche wie ein Gäuer einem Weltsch . Wenn Vreneli und die Mutter nicht gewesen wären , so hätten sich die beiden Schwägerinnen die grasgrüne und die schwefelgelbe Seide vom Leibe gerissen . Als die Mutter Trinette mit Zusprechen helfen wollte , so ereiferte sich ds Elisi so , daß man es zu Bette bringen mußte . Erst jetzt , sagte es , als es wieder zu sich und zur Sprache kam , erst jetzt wolle es machen , was ihm anständig sei . Es wolle sich nicht einmetzgen lassen wie eine feiße Sau . Und es sei schlecht von den Eltern , daß sie meinten , es solle ein Kind einzig erben und das andere ohne Mann verrebeln , nur damit alles auf einem Haufen bleibe . Johannes und seine Frau blieben nicht lange da . Auf dem Heimwege öfters einkehrend , wobei aller Rückhalt verloren ging , kramten sie ihren guten Freunden , Kollegen und Kolleginnen die ganze Geschichte aus , und ihre Erzählung erhob das Gerücht zur vollen Gewißheit . Der Bruder und seine Frau haben es selbst gesagt , hieß es , und die werden doch etwas davon wissen . Nicht lange darauf fuhr Uli mit einem Roß zMärit , sah aber bald , daß er es nicht verkaufen könne um das , was er lösen sollte . Da es schlecht Wetter war , so nahm er es ab dem Markt und stallete es in einem Wirtshause ein . Wie er in die Gaststube wollte und um eine Ecke bog , prallte er an seinen alten Meister . Mit unverhohlener Freude bot Uli ihm die Hand und sagte , wie froh er sei , ihn anzutreffen und ein wenig bei ihm zu sein . Der Meister war trockener und redete von vielen Geschäften , gab aber doch endlich Uli ein Stelldichein , wo sie ruhig eine Halbe trinken könnten . Dort , nachdem sie in einem Winkel ziemlich gedeckt saßen , eröffneten sie die Vorrede und Johannes fragte , ob es viel Heu gegeben , und Uli sagte » Ja , « und ob bei ihnen das Korn auch schon gefallen wäre , ihres hätte der erste Luft gestoßen . » Du bist alle zweg , « fuhr der Meister nach einigen weitern Zwischenreden fort , » und was hab ich gehört ? Du werdest bald Bauer in der Glunggen werden , sagen die Leute . « » So , wer redt das ? « fragte Uli . » He , die Leute sagens , es sei weit und breit das Gerede und man rede es für eine bestimmte Wahrheit . « » Die Leute wissen immer mehr , « sagte Uli , » als die , welche es angeht . « Öppis werde doch an der Sache sein , antwortete der Meister . He , sagte Uli , er wolle nicht sagen , daß es es einst nicht geben könne , aber die Sache sei noch im weiten Felde ; geredet sei noch nichts darüber , und es könnte noch beid Weg gehen . » He , « sagte Johannes , » es düecht mih , es sei genug geredet . « » He , wieso ? « fragte Uli . » He , ds Meitschi ist ja schwanger ! « » Das ist eine verfluchte Lüge , « sagte Uli , » ich habe es nie angerührt dä Weg . Ich will nicht sagen , daß ichs nicht hätte können , aber ich hätte mich geschämt , es so zu machen . Es hätten da alle Leute mir schuld gegeben und gedacht , es sei ein Schelmenstreich von mir , wie schon mehr dergleichen geschehen , und das habe ich nicht gewollt . Die Leute müssen mir nicht nachreden , ich sei dä Weg zu einer reichen Frau gekommen . « » So ? « sagte Johannes , » das ist dann anders , als ich gehört , und ich habe geglaubt , Uli wolle mich ansprechen , ihm z ' best z ' reden . Das wäre mir zwider gsi , ich muß es sagen , und deswegen habe ich lieber gewollt , ich hätte dich nicht angetroffen . Es freut mich , daß es nicht so ist , ich hätte auch noch Schmutz davon auf den Ärmel gekriegt . Jedenfalls hätte es mich geärgert , wenn du es auch so gemacht wie andere Lusbueben . « Aber öppis werde doch an der Sache sein ? He , sagte Uli , er wolle nicht leugnen , daß er nicht glaube , die Tochter wollte ihn und es wäre zu erzwingen , wenn sie recht ansetzten . Und es hätte ihn allerdings düecht , für ein armes Bürschli , wie er sei , wäre das ein großes Glück , besser machen könnte er es nie . » Das wird doch wohl das bleich , durchschynig Meitschi sy , wo geng ab em Luft mueß , wenn ers nit näh soll ? « fragte Johannes . » Öppe gar ds Brävst ist es nicht , « sagte Uli , » es ist magers und ungsüngs ; aber es werde ihm schon bessern , wenn es einen Mann habe , hat der Doktor gesagt ; aber hunderttausend Pfund bekömmt es . « » Höcklets no geng so da ume , oder rührt es auch etwas an , macht es die Haushaltung ? « fragte Johannes . » Werche tut es nicht viel , und in der Küche ist es wenig , aber schön lismen kann es und mit Krällene allerlei Styfs machen . Aber wenn es den Hof einmal bekömmt , so vermag man eine Köchin zu halten . Wenn es nur hie und da nachsieht , es braucht ja nicht selber alles anzurühren , « meinte Uli . » Jä , für nachezluege muß man die Sache selbst verstehen ; das ist gar dumm , daß man meint , wenn eine Frau bei einer Sache hocke , so sei damit alles getan . Es kann zum Beispiel eine Frau lang in einer Apothek hocke und lismerle , die Knechte können doch machen , was sie wollen , « sagte Johannes . » Aber es het mih düecht , es lueg gar ulydig dry und gränn eim nume so an , statt eim auch es freundlich Wort z ' gä . « Es fehle ihm viel , sagte Uli und es sei gar ein Empfindliches . Aber wenn es einen freinen Mann hätte und öppe zu tun , so viel es möcht , daß es sich ein wenig vergessen könnte , es würde ihm schon bessern . Es sei doch nicht , daß es dann nie könne freundlich sein . Es könne bsunderbar flattieren , und wenn man den Hof recht werche so könne man darauf wenigstens zehntausend Garben machen und zwar nur Korngarben . Das sei viel , sagte Johannes , und solche Höfe gebe es nicht mehr viel im Kanton . Aber wenn man ihm die Wahl ließe , einen gfreuten Hof und eine ungfreuti Frau dazu oder keins von beiden , er wollte hundert , mal lieber das Letztere . Reichsein sei eine schöne Sache , aber reich mache noch nicht glücklich ; wenn man so einkybig Häpeli daheim habe , das über alles entweder gränne oder pflenne , so möchte der Tüfel dabeisein . Und wenn man einmal die Freude außer dem Hause suchen müsse , so hätte es gefehlt . » Aber Meister , « sagte Uli , » du hast mich doch immer brichtet , ich solle husen und sparen , so gebe ich auch einen Mann ab , man sei nichts , wenn man nichts habe . « » Ganz recht Uli , « sagte der Meister , » das habe ich gesagt und sage es noch . Es ist einer glücklicher , wenn er huset , als wenn er liederlich ist , und es ist einer kein Mann , wenn er in seinen ledigen Tagen nicht für die alten sorgen kann . Wenn einer in den jungen Jahren nicht einen guten Anfang macht , so kömmt er zu einem bösen Ende . Ein braver Bursche mit etwas Geld kann auch besser heiraten als ein Hudel und soll auf eine rechte Frau sehen , aber die reichste Frau ist nicht immer die beste . Es gibt Weiber , die mir ohne einen Kreuzer lieber wären als andere mit hunderttausend Pfund . Es kommt immer auf die Person an . Mach , was du willst , aber besinne dich wohl . « » Ds Elisi ist freilich eine elende Person , « sagte Uli , » aber es kann ihm bessern ; es ist Manche mager gewesen in der Jugend , sie ist im Alter noch dick geworden , und bös aparti ist es nicht , besonders wenn es zufrieden ist . Wenn es höhn ist , dann weiß es freilich nicht recht , was es sagt , und hält mir den Knecht vor und andere Meitscheni ; aber wenn es wieder zufrieden geworden ist , so kann es recht kurzweilig sein und hat das beste Herz von der Welt . Es hat mir schon gekramet , es weiß kein Mensch wie viel , und hätte mir noch viel mehr gegeben , wenn ich nicht immer gewehrt hätte . « » Mach , was du willst , « sagte Johannes , » aber ich sage dir noch einmal : besinne dich wohl ; es tut selten gut , wenn so Ungleiches zusammenkömmt , und es ist noch selten gut gekommen , wenn der Knecht des Meisters Tochter geheiratet hat . Es ist mir etwas an dir gelegen , einem Andern hätte ich nicht so viel gesagt . Jetzt muß ich heim ; komm einmal in müßiger Zeit zu uns , dann wollen wir noch weiter über das Kapitel reden , wenn es nicht zu spät ist . « Uli sah seinem Meister unzufrieden nach . Ich hätte nicht geglaubt , dachte er , daß der mir mein Glück nicht gönnte . Aber so sind die Donners Bauren , sie sind alle gleich ; sie mögen es nicht leiden , wenn ein Knecht zu einem Hof kömmt . Der Johannes ist noch von den Besten einer , aber er mag es auch nicht vertragen , daß sein alter Knecht reicher wird , als er ist , und zu einem schönen Hof kömmt . Was hätte es ihm sonst gemacht , ob ds Elisi hübsch oder wüst ist ? Er hat doch auch nicht allein auf die Hübschi gesehen , als er seine Frau genommen . Sie sehen das fast wie eine Sünde an , wenn unsereiner an eine Baurentochter nur denkt , und doch wär noch Manche froh , sie bekäme einen manierlichen Knecht und müßte nicht ihr Lebtag der Hund auf einem Hofe sein . Er lasse sich aber nicht so mir nichts dir nichts absprengen , das sei ihm jetzt schon zu lang gegangen und das Gerede zu fast unter die Leute gekommen , als daß er so davon wolle . Aber ab Brett müsse die Sache , dachte er , er wolle einmal wissen , woran er sei ; so zwischen Tür und Angel zu hangen , sei ihm nicht länger anständig . Er wolle es Elisi sagen , es solle mit den Alten reden ; bis im Herbst müsse das Hochzeit zu verkünden sein , oder er wolle auf Weihnacht fort , dr Narr wolle er nicht länger sein . Einundzwanzigstes Kapitel Wie eine Badefahrt durch eine Rechnung fährt Solche Entschlüsse faßte er hinter einem Schoppen . Als er dann auf seinem Braunen heimritt , ging ihm der ganze Hof im Kopf herum und ob der wohl sein würde , oder ob Johannes das Wirtshaus verlassen und ihn beziehen würde . Das Letztere glaubte er nicht ; er hielt Johannes und Trinette zu sehr an das Weltgetümmel gewohnt , als daß sie auf der einsamen Glunggen sich gefallen sollten . Wenn er den Hof bekäme , dachte er , so würde er sicher nicht viel darauf schuldig . Johannes hätte bereits viele Tausende , und so viel er merken mochte , hatte Joggeli noch weit über siebentausend Pfund Gülte . Nun begann er zu rechnen , was er aus dem Hof ziehen könnte . Er überschlug die Hauskosten , dann den Abtrag aus Feld , Wald und Stall , rechnete die Fehljahre ein , rechnete alles mäßig , und er glaubte , wenn er weder Zins noch Schleiß auszurichten hätte , so wollte er wohl eher vier , als nur drei , tausend Pfund jährlich vorsparen . Er rechnete : wenn ihm Gott das Leben schenken würde nur fünfundzwanzig Jahre lang , so wollte er so viel Geld am Zins haben , als der Hof gelten würde . Dann sollte einer kommen und ihm die reiche Frau vorhalten und das Geld komme von ihr ! Dem wolle er dann sagen , es sei keine Kunst , viel zu erben , aber hunderttausend Pfund zu erwerben sei eine Kunst , und ds Elisi hätte manchen Reichen nehmen können und in fünfundzwanzig Jahren hätten Beide nichts mehr zu beißen und zu brechen gehabt , geschweige dann noch einmal so viel , als sie geerbt . Unter solchen Gedanken kam der Weg dem Uli unendlich kurzweilig vor , und der Braune rächelete am Stalle , ehe Uli daran dachte , daß er schon daheim sei . Es ging nicht lange , so hatte ihn ds Elisi gefunden und forschte nach dem Kram . Uli packte aus , Feigen und Mandeln und Kastanien , aber sagte zugleich : Er möchte doch bald wissen , woran er sei ; so könne das nicht länger gehen , die Leute lachten ihn allenthalben aus . Entweder wollten sie Hochzeit haben , oder er wolle fort . Ds Elisi sagte , das sei an ihm , zu sagen , wann es Hochzeit haben wolle . Sobald sie es einmal recht taub machten , so müßte es am nächsten Sonntag sein , und wenn der Bruder noch einmal komme und das Geringste sage , so laufe es auf der Stelle zum Pfarrer und der müsse auf der Stelle Predig anstellen und es verkünden . Jetzt aber könnte es unmöglich daran sinnen . Die Mutter hätte ihm versprochen , mit ihm in den Gurnigel zu gehen für acht oder vierzehn Tage . Da müßte nun die Näherin noch kommen , der Schneider , der Schuhmacher , es hätte an so viel zu sinnen , daß es ganz sturm sei , müßte zudem noch hieaus , daaus , Sachen einzukaufen , daß es gar nicht wüßte , wo man Zeit zum Hochzeit nehmen wollte . Wenn der Gurnigel verrumpelt hätte , dann wollte es sehen , wie es ihm im Kopf sei . So komme es auch zweimal zu neuen Kleidern ; es nähmte es doch wunder , ob dann die Hex zu Frevligen ihre Nase nicht müßte hintern halten . Uli mochte sagen , was er wollte , ds Elisi aß Feigen und dachte an den Gurnigel . Ganze Tage packte es aus und ein , machte die Koffern fertig und packte wieder aus . Es dachte nicht nur , was es wohl für Aufsehen machen werde , sondern es erzählte allen , die einen Augenblick bei ihm stillestehen konnten , wie gewiß droben Keins sein werde , das solche Kleider habe , und was wohl die Herren dazu sagen werden , es sollen gar schöne und reiche hinaufkommen . Es frug alle Leute , wie manchmal des Tages man sich anders anziehe und wie manche Bkleidig es mit sich nehmen solle ? Ob wohl fünfe genug seien , oder ob man sechs haben müßte ; ob man die Mänteli droben auch könnte waschen und glätten lassen und ob man wohl gutes Ammermehl hätte , von körnigem Mehl , oder ob es mit hinaufnehmen solle ? Mit so Tüfelsdreck von Erdöpfeln wolle es sich seine Mänteli nicht verderben lassen . Was man wohl meine : ob es Mode sei , die heiteren Bkleidigen am Morgen anzuziehen oder am Abend ? Wo man wohl das beste Schmöckwasser zu kaufen bekomme , zu Bern oder zu Burgdorf , oder ob es dasselbe sollte von Neuenburg kommen lassen ? Man hätte ihm gesagt , dort schmöcke man weitaus am besten weit und breit . So hatte ds Elisi fast Tag und Nacht zu tun , und die Mutter sagte manchmal : Sie wollte , sie hätte nichts davon gesagt oder sie wären schon dort , das Meitschi werde ihr noch zum Narren ; sie hätte ihr Lebtag noch nie so tun sehn . Als die Mutter endlich auch ans Einpacken denken wollte war kein Platz für sie . Ds Elisi hatte schon zwei Koffern gefüllt , und eine Menge Sachen sollten noch mit , aber man wußte nicht wie . Die Mutter meinte freilich : Elisi könnte füglich dies und jenes daheim lassen , sechs Tschöpli brauche es doch nicht , und an zwei Kitteln wäre es wohl auch genug Aber allemal , wenn die Mutter so etwas sagte , so weinte das Meitschi , und statt etwas wegzutun , riß es Neues hervor , noch mehr Kittel , noch mehr Tschöpleni , und Gloschleni ohne Zahl . Joggeli hatte eine Art Galgenfreude daran und riet ihnen , sie sollten eine Zügelkiste von Bern kommen lassen ; man hätte dort welche , wie ein kleines Ofenhaus , da könne man am kommodsten einpacken , nicht nur Kittel und Gloschleni , sondern die Sachen mitsamt den Schäften und Trögen , da werde doch am wenigsten verrumpfet . Dem Elisi gefiel das gar wohl , und Uli sollte auf der Stelle fort , eine solche Kiste zu holen . Aber die Mutter , wie auch ds Elisi weinte und tat , wollte das durchaus nicht zugeben . Sie wolle nicht in die Brattig , sagte sie , und was würden die Leute sagen , wenn sie mit einer solchen Kiste dort ankamen , man könnte sie viel , leicht nur nirgends hintun . Es sei schon viel gemacht , daß sie mit einem solchen Narr in den Gurnigel gehe , sie brauche nicht noch eine solche Kiste . Sie ginge gar nicht , wenn es ihr nicht der Doktor befohlen hätte und sie fürchten müßte , das Meitschi hintersinnete sich . Er sei immer der Wüstest , sagte sie zu ihrem Mann ; statt etwa einen guten Rat zu geben oder dem Meitschi abzubrechen , treibe er nur das Gespött mit ihnen . Sie wisse wohl , am liebsten wäre es ihm , wenn sie gar nicht gingen , und es hätte ihn von jeher jeder Kreuzer gereut , den er für sie hätte ausgeben müssen , und doch sei sie auch nicht mit leeren Händen gekommen . Dann sagte Joggeli , sie hätte das Meitschi so gemacht , ihm zu allem z ' best geredet ; sie könne es jetzt haben , wie es sei , er wisse nichts