, und ' s Mäu laß i mi no lang it biat ' n von enk ! « » Dös hon i it to . « » Jo hoscht as to ! Aba probier ' s grad nomal , na zoag i dir an Weg ! « » Mögst mi nausschaffa am nämlinga Tag , wo mi d ' Muatta eigrab ' n hamm ? « » Und i laß mir amal ' s Mäu it biat ' n ! « Der Lenz stand unter der Türe und schaute verwundert den Vater an , der zornig in der Stube auf und ab ging und die weinende Ursula anschrie . » Was geit ' s denn ? « » Dös is mei Sach ! « » Öhö ! « machte der Lenz . » Ja , gar nix öhö ! Und Herr bin i , dös mirkt ' s enk all zwoa ! « Der Schormayer ging in die Schlafkammer , die nebenan war , und schmiß die Türe krachend ins Schloß . » Was hot er denn ? « » I sag d ' as scho an andersmal « , sagte Ursula weinerlich und ging hinaus ; und droben hörte der Lenz sie murmeln und zwischen hinein sich schneuzen . Drittes Kapitel Es war nicht eigentlich behaglich im Wirtshause zum Lamm . Die wenigen Gäste , die zukehrten , trugen Schnee in die Stube , der zu schmutzigen Wasserlachen zerging , und von Hut und Mantel tropfte es auf den Boden , und es roch nach schlechten Zigarren und nassen Kleidern . Die Lampe über dem Ofentische schwelte , und die dicke Kellnerin mußte immer wieder auf einen Stuhl klettern und den Docht herunterschrauben . Bei dem kümmerlichen Lichte sah man den Schormayer in einer Ecke vor seinem abgestandenen Biere sitzen ; und wer kam oder ging , redete ihn an . Aber kein Gespräch wurde so lebhaft , daß nicht die Frau Wirtin schon am frühen Abend laut gähnte und die Kellnerin aus einem Winkel heraus als Echo mit Gähnen antwortete . Wenn die Uhr rasselnd und ächzend , als wenn sie einen Kropf hätte , achtmal schlug , legte der Schormayer sein Geld für drei Halbe auf den Tisch und ging mit einem brummigen Gruße hinaus . » Er kimmt jetzt jed ' n Tag , « sagte die Wirtin , » und früherszeiten hat ma ' n ganz weni g ' sehg ' n. Er muaß dahoam it viel Schön ' s hamm . « Und da hatte sie das Richtige getroffen . Dem Schormayer verging ein Tag um den andern mit Langweile oder Verdruß ; und er war recht übel daran , daß ihm sein Weib gerade vor dem Winter weggestorben war . Er hatte wenig Arbeit , die ihm über seine Gedanken hätte weghelfen können ; die Ernte war ausgedroschen , und im Holze war nicht viel zu tun ; im Roßstall hantierte sein Lenz , und bei den Kühen schaute er nicht gerne nach , weil ihm die Ursula auf Schritt und Tritt nachging und jedesmal ein Geschrei mit der Stalldirne anhob . Und es war ihm selber zuwider , wenn die Zenzi Augen auf ihn machte und ihn damit an eine Dummheit erinnerte , die ihm bloß im Rausche hatte geschehen können . Davon wollte er nichts mehr wissen ; und wäre die Tochter so gescheit gewesen , die Geschichte nicht immer aufzurühren , er hätte sie gern vergessen . Aber von den Weibsbildern kann ja einer bloß Vernunft erwarten , wenn er sie nicht kennt . Freilich redete sie darüber nicht offen , aber der Herrgott hatte auch ihr das Talent gegeben , daß sie versteckt und von hinten herum immer wieder auf die Sache kommen konnte . Ging denn ein Mittag vorüber , ohne daß sie Streit in die Stube trug und hinter Schimpfen und Plärren ihm einen Brocken zu schlucken gab , den er am Geschmack recht wohl erkannte ? Wie sie der Magd die Schüssel hinschob und den Löffel hinwarf , hatte es auch für ihn eine Nutzanwendung , und in jeder Grobheit , mit der sie die Mahlzeit segnete , war ein spitziger Steften , der ihm ins Fleisch drang . Nein , er hatte es nicht schön daheim , und wenn er auch wirklich nicht feinfühlig war , kam ihm das Haus doch leer und fremd vor . Die eigenen Schritte werden so laut , wenn man weiß , daß niemand auf sie horcht , der zu einem gehört ; und da kriecht einem die kalte Einsamkeit ans Herz . Zärtlichkeiten und schöne Worte braucht man wohl nicht ; aber die Gewißheit , daß jemand um einen froh sein muß , hilft einem leicht einschlafen und wieder frisch aufwachen zur Arbeit . Und das merkte der Schormayer überall , daß sein Kümmern und Anschaffen keine rechte Achtung fand . Der Lenz widersprach ihm nicht und tat auch , was er ihm sagte ; aber es war doch so , als wenn er nachprüfte , ob es ihm für das baldige Regiment paßte . Eigenmächtigkeiten ließ sich der Lenz genug zuschulden kommen , und es war noch viel , wenn er hinterdrein dem Vater sagte , was für eine Arbeit er übertags getan hatte . Das konnte dem Schormayer mitten bei der Nacht einfallen und ihm das Schlafen verleiden . War ihm damit nicht deutlich vor Augen gehalten , daß man ihn bloß zum Schein das Regiment führen lasse und gerade noch ein wenig Geduld mit ihm habe ? Da machte er sich zornige Gedanken darüber , ob er es so bald und so unabwendbar an sich kommen lassen müsse , daß ihm der Sohn das Regiment abnehme . Freilich , wenn er es ruhiger betrachtete : wie sollte er es aufhalten können ? Sobald die Ursula aus dem Hause war , mußte eine Frau herein ; und daß er noch einmal heiraten sollte , fiel ihm nicht ein . In seinem Alter das Leben von vorne und mit schweren Verdrießlichkeiten und Zerwürfnissen anfangen , das konnte nicht gut ausfallen und hieß ins Ungewisse hineintappen . Auch war der Lenz fleißig und rechtschaffen und verdiente es wohl , den Hof so zu kriegen , wie er jetzt beisammen war . Nein , noch einmal heiraten wollte er nicht . Aber gerade , weil er über eine kleine Weile nichts mehr zu sagen hätte , sollte ihn der Sohn nicht jetzt schon daran erinnern . Und er sagte ihm , daß er noch auf dem Bock säße und kutschiere und noch lange nicht neben dem Wagen herlaufen wolle ; und wenn der Lenz meine , er könne ihm das Sitzbrett wegziehen , dann solle er blaue Wunder erleben . Da war dann freilich ein verdrießliches Gesicht mehr in der Stube , und neben der keifenden Ursula setzte der Sohn grobe Ellenbogen auf den Tisch und stach wütend in die Schüssel hinein . Diesen Zuständen ging der Schormayer gerne aus dem Wege und hockte sich lieber neben die gähnende Lammwirtin ; und das beste davon war , daß sein Haus im Schlafe lag , wenn er heimkam . Eines Abends aber sah er schon von weitem Licht in der Küche brennen , und auf des Nachbarn Hauswand lag der breite Schatten einer Weibsperson . In der üblen Hoffnung , daß ihn noch ein Gespräch mit seiner Tochter erwarte , trat er mürrischer wie sonst ein ; und da klinkte auch schon eine Tür auf . » Bischt as du , Vata ? « » Ja , wer sinscht ? « » I hätt ' di gern was g ' fragt . « » Frag halt ! « » Die Bas ' n vo Arnbach hat ma ' r a Botschaft to , und i soll morg ' n zu ihr umikemma , und es waar oana do . « » Was für oana ? « » A so halt oana . « » Fallt dera nix anders ei , daß sie jetza scho kuppeln muaß ? « » Ja no , weil ' s halt da Prückl Kaschpa vo Hirtlbach waar , und an sellan geht ma ' r it alle Tag auf . « » Ko der it zu mir herkemma und bei mir frag ' n , wia ' s si g ' hört ? « » Er werd no nix wiss ' n vo dem , und er hot grad a G ' schäft z ' Arnbach , und ' s Basl moant , wann i drent waar , na kunnt mi vielleicht auf des sell aa ' z red ' n kemma . « » Geh halt umi , vo mir aus ! « » I geh aa , wann d ' Zollbrechtin für d ' Aushülf ' kimmt . « » Was für an Aushülf ? « » Dahoam halt . « » I brauch ' koane . Z ' weg ' n dem verhungern mi net , bal du net do bischt . « » Aba ' r i mog it , daß du alloa do bleibst . « » Han ? « » I mog it , daß du alloa mit dem Weibsbild dahoam bischt . « Der Schormayer rückte den Hut aus der Stirne und fragte ruhig : » Wia red ' st denn du mit dein Vata ? Han ? « Ursula verzog greinend das Maul und stampfte auf den Boden . » Weil ' s wahr is ! « Aber da schrie er schon : » Wia du mit mir red ' st , frag i , du Herrgottsaggerament ! « » Ja , du wurd ' mi g ' schimpft , und ... « » ' s Mäu halt , du Saufratz , du nixiga ! « Sie trat einen Schritt zurück , denn er zog die Hand auf . » No mal sag ' so was , na fangst d ' aba ' r oane , du Rotzlöffi , du ! Schaug so was o ! « » Und i ho ' s amal g ' sehg ' n ... « Da packte der Schormayer seine Tochter mit harten Fingern am Arme und schob sie zur Türe hin . » Naus , sag i , und marsch in dei Bett ! « Sie schrie weinerlich auf . » Laß mi do aus ! « » I wer di na scho auslass ' n , di ! Und dös mirk ' da : bei ' n erst ' nmal , wo ' s d ' no mal frech bischt , muaßt d ' aus ' n Haus ! Du Kramp ' n , du mistiga ! « Er gab ihr einen derben Stoß und warf die Türe hinter ihr zu . Sie blieb eine Weile im Hausflötz stehen und überlegte sich , ob sie gescheiterweise noch etwas sagen sollte , aber sie griff dann lieber , wie viele Frauenzimmer , zu einem Selbstgespräch , indes sie in ihre Kammer hinaufging : » Und bal i s amal g ' sehg ' n ho , daß sie bei eahm sell g ' hockt is auf a Ofabank , und ganz hibei is sie g ' hockt , und d ' Red ' hat ' s eahm aa verschlag ' n , wia ' r i in d ' Stub ' n eina bi , und jetz wisset a bal gor nimma , was er mi allssammete hoaß ' n muaß . Und was i amal woaß , des sell woaß i. « Und was die Ursula einmal wußte , das vergaß sie nicht und brummte es ins Kopfkissen hinein , bis der Unwille in Schlaf und Schnarchen überging . Aber auch sonst gab es noch Geräusch im Hause ; denn unten flog ein Stiefel an die Kammertüre , und ein Fluch wurde länger wie der andere , bis die Müdigkeit den Zorn wegräumte und dafür dem Schormayer einen schweren , astreichen Block unter die Säge schob . Und oben klinkte leise eine Türe ins Schloß , und barfuß tastete jemand über ein knarrendes Brett und schloff heimlich und still ins warme Nest zurück und schaute noch eine Weile mit nachdenklichen Augen zur Decke hinauf . Dann drehte sich die Zenzi gegen die Wand und schickte den letzten Gedanken zwei Türen weiter , zur Ursula hinüber . » Wart , du Luada ! « sagte sie im Einschlafen . Viertes Kapitel Alle Dinge sind in der Nacht größer und schreckhafter wie am Tage ; und sie werden kleiner , wenn sie deutlicher zu erkennen sind . Das graue Morgenlicht zeigte dem Schormayer , daß hinter seinem gehabten Verdruß eigentlich nichts stand wie die Dummheit einer Weibsperson , die er niemals für gescheit genommen hatte . Und er hätte beim Aufwachen nicht einmal daran gedacht , wenn ihm nicht einige Nebenumstände die Erinnerung aufgerüttelt hätten . Denn wie er mit der Hand nach dem Nagel langte , an dem sonst seine Taschenuhr hing , fühlte er , daß sie nicht dort war ; und wie er sich ' s zurechtlegte , wo sie nur sein könnte , fiel es ihm ein , daß sie noch im Gilet stecken müßte ; und als seine Augen das Gilet suchten , lag es wieder nicht auf dem Stuhle , sondern auf dem Boden , unweit von einem Stiefel , der recht verlassen von seinem Kameraden dastand . Dieser Gefährte aber lehnte unwillig an der Türe neben einem zerknüllten Hute . Es war eine lange Geschichte , der man in der frühen Stunde nur langsam mit den Gedanken folgen konnte ; und erst an ihrem Ende kam die nächtliche Frechheit der Ursula . Der Schormayer überdachte Ursachen und Folgen des Auftrittes , und er wollte gerade finden , daß er sich von einigen anderen recht wenig unterschied , als es klopfte . » Was geit ' s ? « » D ' Kaffeesupp ' n is firti . « Das war eine fremde Stimme . Er richtete sich auf . » Han ? Was is ? « » Da Kaffee is firti . « » Wer is denn do ? « » I. « » Wer i ? « » Die Zollbrechtin . « » Jetzt schaug die amol o ! « brummte der Schormayer vor sich hin , und laut sagte er : » I wer nacha scho kemma . « » Jetzt schaug die amal o ! Is sie furtganga und hat ma dös Weibsbild als Aufsicht umag ' schickt ! « Er schloff in die Lederhose und verschob das Waschen auf später , um schneller in die Küche zu kommen . Von der Zollbrechtin wurde er mit geschwätzigem Eifer in Kenntnis gesetzt , daß die Ursula schon in aller Herrgottsfrühe bei ihr gewesen sei und sie gar schön gebeten habe , für einen Tag herüberzukommen und dazubleiben , bis sie , die Ursula , wieder heimkomme , und es sei schon möglich , daß es bis auf die Nacht dauern könnte ; und sie , die Zollbrechtin , hätte eigentlich die Zeit nicht gehabt , weil es daheim viel Arbeit gebe , aber weil die Ursula es gar so kreuznotwendig gemacht habe , könne sie auch nicht so sein , und sie hätte ihr den Gefallen getan wegen der guten Nachbarschaft , und überhaupt , und es solle ihr hoffentlich gelingen , daß sie es mit dem Kochen recht mache . Der Schormayer löffelte schweigsam den letzten Brocken Brot aus der Kaffeesuppe und trank die Schüssel aus , und indem er sich mit der Hand das Maul abwischte , fragte er die Zollbrechtin : » So ? Arbet hoscht viel dahoam ? « » Ja mei ! D ' Wasch soll i bögeln , und ' s Brot soll i bacha , und putz ' n müaßt i aa no vor ' n Sunntag ... « » Nacha gehst glei hoam ; es is leicht was vosamt . « » Aba bal i ' s do der Ursula vasprocha hab ? « Der Schormayer legte einige Nickelstücke auf den Tisch und schob sie der Zollbrechtin hin . » Sä , « sagte er , » dös is für ' s Kaffeekocha , und wann ' s amal auftrifft , daß i di brauch ' , nacha sag ' i dir ' s scho selm . « » Jetz dös is amal g ' spaßig : bal sie heunt no bei da Dunk ' lheit bei mir g ' wen is und koan Ruah geb ' n hot , bis i g ' sagt hab , daß i kimm ; und auf Ehr und Seligkeit , ho i g ' sagt ... « » Des sell machst mit da Urschula aus ; und jetz ' pfüad di Good ! « Die Zollbrechtin war gekränkt , und , wie es jeder Mensch zugeben muß , mit Recht ; denn für was holt man sie bei der nachtschlafenden Zeit heraus , und wenn sie hernach in der allergrößten Gutmütigkeit nachgibt , wäre es schier gar , als hätte sie um die Arbeit gebettelt , und sie wird für ihre gutnachbarliche Meinung hinausgeschmissen . Aber vielleicht holt man sie noch einmal ? Und vielleicht ist sie noch einmal so dumm und laßt daheim alles liegen und stehen ? Der erlebt was , der wieder so kommt . Adjä ! Und beim Hinausgehen rumpelte sie an den vollen Milcheimer an , den ein Weibsbild hereintrug . » Oha ! « sagte Zenzi und schaute der eiligen Person nach . » Bleibt d ' Zollbrechtin it do ? « fragte sie den Schormayer , der ihr den Rücken zukehrte und zum Küchenfenster hinausschaute . Er gab keine Antwort . » Wer hot an Schlüssel zu ' n Kella ? « » Am Tisch flackt a « , brummte der Bauer , ohne sich umzuwenden . » Soll i heunt Butta rühr ' n ? « » Was woaß i ? Mach dei Arbet , wia sinscht ! « Zenzi merkte , daß der Bauer keinen gesprächigen Tag hatte und ging auf klappernden Holzschuhen die Kellerstiege hinunter . Es mußte sie aber etwas gefreut haben , weil ihr ein heimliches Lachen um den Mund spielte . Der Schormayer überlegte sich , daß es gescheiter wäre , wenn er nicht daheim bliebe , denn da konnte ihm der Tag so zuwider verlaufen , wie er angefangen hatte ; und weil ihm in Hohenkammer ein guter Freund lebte , mit dem er zusammen die Militärzeit durchgemacht hatte , beschloß er , einmal hinüberzugehen , auch unterwegs da und dort sich nach dem Viehstand umzuschauen . Er machte sich also auf den Weg und verlor an dem klaren Tag auch bald die dummen Gedanken , die sich in der Stube an ihm festhingen und ihn mahnten , daß er auf der Abseite des Lebens angelangt sei . Er kam mit einem kleinen Umweg an die stattliche Ackerbreite , die ihm gehörte - jawohl , die ihm noch gehörte , - und er stapfte mit einem befriedigten Gemüt über die gefrorenen Schollen . Da sollte ihm ein guter Weizen heranwachsen , und weiter drüben an die zehn Tagwerk schöne Gerste , die ihm der Bräuer in Indersdorf abkaufen würde ; und er sah schon im Geiste die Halme in die Höhe schießen , voll werden und reifen . Wie lange , und der Tag war wieder am Wachsen ! Und mußte nicht über einer Weile der Auswärts kommen ? Da sollte nur die liebe Sonne scheinen wie heute ; dann mußten die Wasser in den Furchen rieseln , und klingend und klirrend wollte er wieder mit dem Pflug die Höhe hinaufkommen hinter seinen breitrückigen Braunen . Das sollte ein anderes und ein rechtes Leben werden , in dem es nichts mehr gab von Stubenhocken und Trübsalblasen . Ei , da war ihm beim Gehen warm geworden , und er lüpfte den Hut , indes er vor Augen die Lustbarkeit des Schaffens hatte , und Sorgen und Hoffnungen , wie ehedem . Nun ging er den Weg an seinem Jungholz entlang , und liebkosend streifte er mit der Hand die buschigen Zweige der jungen Fichten . Die hatte er alle gesetzt , Reihe an Reihe ; und gingen sie ihn heute weniger an wie zu der selbigen Zeit ? Und warum ? Es wurde ihm fröhlich ums Herz , und beim Ausschreiten spitzte er , ohne es selber zu wissen , das Maul und pfiff einen alten Ländler . Hügel auf und Hügel ab trugen ihn die Füße und wurden nicht müde ; und da hatte er sich selber was vorgeredet vom Altwerden und merkte jetzt , daß es noch lange nicht so weit war . Schpringt da Hirsch über ' n Bach , Brockt eahm drei Tritt - aberi - Schöni greani , brauni Birnblattl Ab vo dem Baam ... » Öhö ! Schormoar , wo aus ? « schrie ihn ein untersetzter , rotgesichtiger Mensch an , der auf einem Seitenweg daher kam . Es war der Viehhändler Tretter von Pettenbach , ein lustiges Mannsbild , voller Späße und mit einem gesunden Maulwerk begabt . Er paßte dem Schormayer gut zu dem fidelen Morgen . » Ja , grüaß di Good , Simmerl ! Bist du um an Weg ? « » Allawei . Ma muaß si ja d ' Hax ' n weglaffa , bis ma von enk g ' scheerte Spitzbuam was kriagt . « » Mög ' st was kaffa ? « » Mög ' n tat i scho mög ' n , aba kinna ko ma net . « » Muaßt halt guat zahl ' n , nacha geht ' s scho . « » Freili . Aba wos treibt denn di umanand ? - Host aa ' r an Handel ? « » Na , i geh ' grad amal hoa ' gart ' n auf Hochakammer ummi . « » So , da geh ' i a Trumm mit dir ; vielleicht fallt da ' r a Geld aus ' n Sack , daß i mir a Maß Bier kaff ' n ko . « Nachdem sie eine Weile miteinander gegangen waren , fragte der Tretter : » Gel , dir is dei Wei g ' storm ? « » Ja , vor guatding sechs Wocha . « » Host da scho wieda ' r an anderne aufganga ? « » I ? A , was moanst denn ? « » Daß da wieda ' r a resche Bäurin nimmst , moan i. « » I net , Simmerl . « » Den schaug o ! Wia alt bist denn ? « » Vierafufz ' g. « » No , und i bi achtavierz ' g , aba auslass ' n tua ' r i no lang net . « » Wer red ' t denn vo dem ? « » I no allawei , Schormoar ; und bei ' n red ' n bleibt ' s it . « Schormayer blieb stehen und lachte herzhaft . » Du bist , scheint ' s , a ganz a scharfa , « sagte er , » aba ' r i moan ' , es kimmt nix G ' schait ' s raus beim zwoat ' n mal heiret ' n. « » Warum nacha ? Schaug mi o ! I hab aa scho ' s zwoate Wei . « » Aba de hoscht vor zehn Jahr g ' heiret ; dös is was anders . « » Und bal mir de net bleibt , nimm i de dritt ' . « » So was ko ma leicht sag ' n. « » Und toa ko ma ' s grad so leicht ; und i ziag halt amal grad zwoaspannig , weil i ' s g ' wohnt bi . Und da G ' spaß is größer , bal ma ' r a neu ' s Weibets hot . Des is mei Ansicht . « » Dös sagst deiner Alt ' n dahoam , vielleicht dalebst nacha aa ' r an G ' spaß . « » De ? De woaß des ganz g ' nau . Und g ' sagt hon i ' s ihr aa scho oft . Bal ' s d ' mir heut o ' schiabst , hab i g ' sagt , is morg ' n an Ersatz do . A bissel was hon i allawei in da Reserv . « » Aba ' r i hon halt nix . « » O jessas , dös is schnell g ' fund ' n. « » Mir is ' s sucha z ' letz , Tretter . « » Da lockst a bissel , fliag ' n da grad gnua zuawa . « » I ko ' s Lock ' n net ; i ho ' s meiner Lebtag it g ' lernt . « » So ? No , i ho ' s amal guat kinna , « sagte der Tretter und pfiff durch die Zähne . Mit einemmal blieb er stehen , und indem er den Stock etliche Male auf den Boden stieß , machte er ein nachdenkliches Gesicht . » Herrgottsaggerament ! Jetzt fallt ma ' r aba was ei ! « » Wos ? « » Du , Schormoar , muaßt du auf Hochakammer ummi ? « » Müass ' n net , aba warum ? « » Du , paß auf , geh mit mir nach Weichs ! « » Was tat i denn do drent ? « » Na , paß auf , laß da sag ' n : grad G ' spaß halba gehst mit ! « » Z ' weg ' n was ? « » Paß auf ! Lus amal zua , was da ' r i sag ! In Weichs drent hon i a Basl , de Limmerin , an Mathias Limmer sei Wei ; und vo dera sell a Stiefschwesta is de Kaltnerin vo Inzemoos , und dera ihr Mo is vor an Jahr g ' storm , vastehst ? ... « » I vasteh di scho . « » Paß auf , laß da sag ' n : sie hat ihran Hof z ' trümmert , heuer an Hirgst ; i bin selm beteiligt g ' wen beim Z ' trümmern und woaß des Sach guat gnua , und es san ihr a so a fufzeh ' tausad Markl blieb ' n , bis de Schuld ' n wegzahlt g ' wen san , vastehst ? ... « » I vasteh di guat . « » Jetza paß auf : de Kaltnerin is im Kaaf mit ' n Atzenhofer vo Weichs , der a mitter ' s Sach beinand hot und vokaffa möcht , und für sie waar ' s it ung ' leg ' n , aba weil s ' no net ganz beinand san mit ' n Preis , hot sie si ei ' loschiert bei ihra Stiafschwesta , vastehst ? ... « » I vasteh di scho ' . « » Ja , geh umi mit mir und schaug dir s ' o ! Vielleicht g ' fallt s ' dir . « » Ah wos ! Des hot ja koan Wert it . « » Es braucht ja koan z ' hamm . Bal ' s nix is , host an G ' spaß g ' habt . « » Und ' s G ' red hon i aa überall ' n daß o auf d ' Brautschau geh ' . « » Wer red ' t ? Wos werd g ' redt ? Du brauchst ja nix z ' sag ' n , z ' weg ' n daß d ' umi ganga bischt . « » N ... na ! « » Paß auf , laß da sag ' n. Mir gengan do grad zu ' n Limmer ; bei dem is nix zu ' n Heiret ' n dahoam , und net amal de Kaltnerin ko dös schmecka , z ' weg ' ne was daß jetz grad du daherkimmst . « » De schmeckt nix , bal i mit dir kimm ! « » Wos nacha ? I ho meiner Lebtag no koan vakuppelt . « » Na ... na , Tretter ; des sell hot koan Wert it . « » Laß da sag ' n : mir is ja wurscht , net ? Ob ' s du no amal heiretst oder net , dös is mir ganz wurscht ; aba weil mir jetz amal den Dischkursi hamm , was liegt denn dro , bal ' s d ' mit mir umi gehst ? Host net amal so weit wia ' r auf Hochakamma . « » I ko do des Weibsbild net zu ' n Narrn halt ' n ! Wos soll i denn red ' n mir ihr , bal i ja do koan Ernst net mach ? « » Nix redst ! An Limmer sein Stier schaugst o , und bei dera G ' legenheit schiagelst a bissel auf de Kaltnerin nüber . « » Also vo mir aus ! Grad daß d ' an Ruah gibst , geh ' n i halt mit . « » Des is amal a Wort ! « lobte der Tretter . » Für was muaßt denn du allawei dahoam spinna ? D ' Weiberleut o ' schaug ' n is aa ' r an Unterhaltung ; und ma muaß ja net all ' s kaffa , was ma siecht . « Da hatte er einmal das Richtige getroffen . Für was sollte der Schormayer bloß immer die verdrossenen Gesichter daheim betrachten ? Und wenn er auch auf keine Meile Weges daran dachte , sich unterm Spazierengehen eine Frau zu suchen , so war es doch lustig , einer das Maul wässerig zu machen . Und für einen Mann zu gelten , der leicht könnte , wenn er bloß möchte , das war auch eine