Wolltücher , wie sie an Säcken oder Bündeln auf den Gepäckkarren hatten , über schiefe Stangen gedeckt , und im Innern aus Pfählen und Brettern ein Bänklein ein Tischlein und ein Lager gemacht , auch stand die kleine Truhe darinnen , in welcher Witiko seine Feldhabe hatte . Vor dem Gezelte brannte ein Feuer , und an demselben kochte der rotwangige Neffe des Schmiedes von Plan Urban eine Speise . Die Knechte Witikos Jakob und Raimund halfen ihm . Weiterhin brannten noch mehrere Feuer , an denen Leute lagerten . Als die Männer von Plan Witiko in dem Geleite der jungen Krieger mit den schönen Gewändern kommen sahen , standen viele auf , und blickten erstaunt auf sie . Die Begleiter Witikos aber schüttelten ihm die Hand , verabschiedeten sich , er dankte ihnen , und sie gingen wieder zu dem Zelte des Herzoges und zu ihren Pferden zurück . Witiko ging in das Zelt , besah es , und dankte denen , die es errichtet hatten . Dann ruhte er ein Weilchen . Hierauf aß er mit mehreren von der Speise , die bereitet worden war , und sah nach seinem Pferde . Dann ging er an der Zeile dahin , und betrachtete auch noch die anderen Dinge , welche errichtet worden waren . Da hatten sich einige Männer zusammen ein Obdach gemacht , oder einer allein hatte sich eine Haut oder dergleichen gespannt , oder sie hatten für ihren Obmann gesorgt . Rowno hatte ein geräumiges Zelt , so auch Diet von Wettern , Osel war mit seinen drei Söhnen in einem , dann der von Ottau von Tusch und andere . Es war indessen Abend geworden , und es begann zu dunkeln . Zu dem großen Feuer , welches vor Witikos Zelte brannte , kamen nun Männer , wie sie in Winterabenden zu seiner Leuchte in dem steinernen Hause gekommen waren . Er reichte ihnen Brod und Salz , und sie nahmen es . Sie setzten sich an das Feuer , und es wurde von verschiedenen Dingen gesprochen . Als die neunte Stunde sein mochte , entfernten sie sich , und suchten , so weit es anging , die Ruhe . Witiko legte sich im Zelte auf sein Lager . Daneben hatten Raimund und Jakob auf der Erde Schlafstellen . Am frühesten Morgen sprach Witiko mit Rowno und Diet , was zu tun sei , und riet , daß man die Anordnung und Aufstellung der Männer bewirken , und sehr gut einüben möge . Die beiden andern waren einverstanden . Witiko stellte die , welche sich zu ihm gesellt hatten , auf . Rechts an diese schlossen sich die Leute Rownos , und von diesen wieder rechts waren die , welche zu Diet gehörten . Die Reiter wurden zwischen den Fußgängern in kleinen Häuflein aufgestellt , wie es ersprießlich schien . Unter den Reitern war Osel mit seinen drei Söhnen . Als die Aufstellung vollendet war , löste man sie auf , bildete sie wieder , löste sie wieder auf , bildete sie wieder , und tat dieses mehrere Male , und sagte den Männern , daß man diese Übung alle Tage so lange machen werde , bis jeder genau seinen Platz kenne , und sich alles schnell ohne Wirrnis fügen könne . Die Männer begriffen dieses , und willigten ein . Von Witiko weiter gegen den Herzog zu waren Leute aus dem Waldsaume hauptsächlich aus der Gegend des Plakahofes . Dann kamen die Leute Bolemils . Von Diet gegen rechts waren noch die ferneren Waldleute aus Prachatic Winterberg und weiterhin . Alle diese nahmen an den Übungen nicht Teil , weil sie andern Unterführern gehorchten . Gegen den Mittag kam Smil mit seinen beiden Söhnen und einer Schar von Reitern zu den Leuten des Waldes , und kündigte sich ihnen als ihr Oberführer an , der nun hier bei ihnen bleiben , und unter ihnen lagern wolle . Er sammelte sogleich einen Rat von mehreren Männern . Da waren Witiko , Rowno , Diet von Wettern , Osel , Wolf von Tusch , Wernhard von Ottau , Witislaw von Hora , Hermann von Attes , Wyhon von Prachatic , Wenzel von Winterberg und noch andere . Sie berieten die Aufstellung und Einteilung der Männer . Es wurde die beibehalten , welche schon gemacht worden war . Nur die Reiter stellte Smil anders . Am Nachmittage wurden ihm und seinen Söhnen und seinem Geleite Zelte gemacht . An jedem Tage wurden die Übungen fortgesetzt . Zu der andern Zeit durften die Männer auch herum gehen , und sehen , was außerhalb ihres Platzes geschehe , wie sie sich dort übten , oder erlustigten , oder wie neue Zuzüge kamen , oder Lebensmittel eingebracht wurden . Witiko ging öfter zu dem Herzoge . Auch die andern Unterführer wurden zu ihm beschieden . Der Herzog kam auch mehrere Male mit seinem Geleite zu den Waldleuten , besah ihre Aufstellung und Einteilung , prüfte sie , belobte sie , munterte sie zu Übungen auf , und sprach mit mehreren . Die jungen Männer besuchten zuweilen Witiko , und er besuchte sie wieder . So war der zwanzigste Tag des Monates April gekommen . An diesem Tage wurde die Weisung gegeben , sich für den zweiten Tag zum Abzuge gegen den Feind zu rüsten . Im ganzen Lager wurde die Weisung vollführt . Die Zelte wurden abgebrochen , die Wagen geladen , und die Leute geordnet . Mit dem Morgengrauen des zweiundzwanzigsten Tages des Monates April begann die Bewegung . Sie war so geordnet , wie das Lager geordnet gewesen war . Die Waldleute gingen voran . Sie hatten Pfeifer mit langen geraden Pfeifen , die helle Töne gaben . Zunächst hinter ihnen gingen und ritten die aus dem Waldsaume , und hatten Sackpfeifer und Flötenspieler . Weiter von denen kamen Bolemils Leute mit Trompeten und Hörnern , und weiter die andern . Als der Mittag dieses Tages schien , kamen Witiko und Rowno und Diet , und die zu ihnen gehörten , auf dem Berge Wysoka an . Der Hof , den sie früher besetzt gehabt hatten , war nun verbrannt und zerstört . Sie gingen an ihm vorüber , weiter mittagwärts , um auf dem Grün des Berges zu lagern . Gegen Ende des Tages war das ganze Heer auf dem Berge angekommen . Der nächste Tag wurde dazu verwendet , sie so aufzustellen , wie die Kampfbereitschaft es forderte . Sie lagerten nun in dieser Ordnung . Da der Morgen des vierundzwanzigsten Tages des Monates April angebrochen war , konnte man die Scharen der Verbündeten sehen , und die weißen Banner derselben in dem Grün des Landes erblicken . Es trafen hierauf Boten von den Feinden ein , welche Friedensfähnlein trugen , und berichteten , daß mehrere der großen Herren und Lechen , die bei Konrad wären , zu Wladislaw kommen wollten , um mit ihm den Streit friedlich beizulegen . Bolemil , der herbeigetragen wurde , sagte : » Höre sie , Herr , vielleicht ist doch noch der morgige Tag zu wenden . « Der Herzog sagte : » Ich werde sie hören . « Er ließ Friedensfahnen aufstellen , und melden , daß die Lechen kommen sollen . Er berief die Seinen zusammen . Es war auf dem Platze vor dem verbrannten Hofe . Er und die Herren saßen auf Stühlen , die jüngeren Männer standen , und hinter ihnen im großen Kreise waren Reiter und erlesene Fußgänger aufgestellt . Gegen den Mittag erschienen die Lechen . Sie kamen mit einem großen Gefolge von Reitern heran . Als sie gegen den Herzog ritten , wurde ihnen das Zeichen zum Halten gegeben . Sie hielten . Die Herren stiegen von den Pferden , die Reiter stellten sich hinter ihnen dicht geschart auf . Die Herren näherten sich dem Herzoge . An ihrer Spitze ging in ein weites geschürztes rotsammetnes Gewand gekleidet entblößten Hauptes Nacerat , neben ihm war der alte Mikul und der alte Rodmil , dann war Znata der Bruder Nacerats , sie waren auch in weite geschürzte Gewänder gekleidet . Dann waren noch Domaslaw , Slawibor , Drslaw und Jurata in Rüstung . Alle hatten die Häupter entblößt . » Setzt euch , und bedeckt euch « , sagte der Herzog . Sie setzten sich auf die Stühle , die dem Herzoge und den Seinigen gegenüber aufgestellt waren , und bedeckten ihre Häupter . » Es rede , wer von Euch zum Reden erlesen ist « , sagte der Herzog . Da erhob sich Nacerat , entblößte neuerdings sein Haupt , und wollte sich dem Herzoge nähern . » Nacerat « , rief dieser , » im Feldrate raten wir immer sitzend und bedeckt , und wir wollen es heute auch so halten . « Nacerat befolgte die Weisung , und sprach dann von seinem Sitze : » Erlauchter Sprößling des geheiligten Stammes Premysl , hochgeehrter Sohn des ruhmreichen und milden und gütigen Herzoges Wladislaw ! mich sendet Konrad der Herzog der Länder Böhmen und Mähren an dich , und bietet dir seinen liebreichen Gruß als Vetter und Herr , es bieten dir die liebreichen Grüße Wratislaw von Brünn , Otto von Olmütz , Spitihnew und Leopold , dann Wladislaw der Sohn des letzten ehrwürdigen Herzoges Sobeslaw lauter Vettern von dir und Sprossen des heiligen Stammes Premysl . Sie wollen dir nur Liebes und Gutes , sie wollen , daß kein Blut vergossen werde , und daß keine weitere Habe mehr von den armen Leuten dieser Länder zu Grunde gehe , als zu ihrem großen Schmerze und zu unser aller Schmerze schon zu Grunde gegangen ist . Sie lassen dich durch mich fragen , was du begehrest , damit diese Heere , welche sich jetzt gegenüber stehen , sich friedlich als Kinder der nämlichen Länder vereinigen , und dann auseinander gehen . Sie werden mit Freude erfüllen , was dein Herz wünschet . « » Nacerat « , antwortete der Herzog , » Diener der Länder Böhmen und Mähren , der du oft im Rate dieser Länder geredet hast ! daß du auch hier wie im Rate reden darfst , danke dem alten Manne mit den weißen Haaren neben mir , den ich verehre wie einen Vater , und den du in der Versammlung auf dem Wysehrad sprechen gehört hast . Meinen lieben Vettern sage meine Wünsche . Sie sollen das Heer entlassen , und von mir dem Herzoge von Böhmen und Mähren für sich und ihre Verbündeten um Gnade flehen . « » Hoher erlaubter Herr « , entgegnete Nacerat , » du sagst Unmögliches . Konrad von Znaim ist der Herzog der Länder Böhmen und Mähren , er steht mit einem sehr großen Heere vor dir , wie kann es einen andern Herzog geben ? Er wird dir mit vieler Liebe Znaim und weitere Ländereien erteilen . « » Und wie ist Konrad von Znaim der Herzog der Länder Böhmen und Mähren geworden ? « fragte der Herzog . » Er ist von den erhabenen Söhnen des Stammes Premysl und von den großen und mächtigen Lechen und Herren dieser Länder dazu gewählt worden « , antwortete Nacerat . » Hier sitzt mein Bruder Diepold , ein Sohn des Stammes Premysl « , entgegnete der Herzog , » neben ihm sitzt Heinrich mein Bruder , ein Sohn des Stammes Premysl , dann bin ich selber auch ein Sohn des Stammes Premysl , dort sitzt Otto der Bischof von Prag , neben ihm sitzt Zdik der Bischof von Olmütz , dann sitzen die Äbte von Kladrau Wilimow und Brewnow , dann sitzt Daniel der Propst von Prag , und es sitzen andere Priester und Diener Gottes hier . Da sitzt der ehrwürdigste Leche der Länder , Bolemil , dessen Redlichkeit , wie sie sagen , nicht gebeugt werden kann , dann sitzt Lubomir , dann Diwis , Wsebor , Chotimir , Preda , Milota , und wie du sie weiterhin alle kennest , haben die auch zu Konrads Erhöhung mitgewählt ? « » Sie sind gegen den Herzog in den Waffen « , sagte Nacerat , » und ich bin von ihm als Bote zu ihnen gesendet , um ihnen Liebes zu bieten . « » Am vierten Tage des Monates Hornung des Jahres 1140 « , entgegnete der Herzog , » ist von allen Lechen Herren und Wladyken der Länder Böhmen und Mähren nicht bloß von einem Teile auf dem Wysehrad ein Herzog gewählt worden , am siebenzehnten Tage des nämlichen Monates ist er auf den Fürstenstuhl gesetzt worden . Wohin ist jener Herzog gekommen , und wann ist Konrad auf den Fürstenstuhl gesetzt worden ? « » Es erfüllet mich mit großem Schmerze , was ich jetzt sagen muß , hoher und erlauchter Herr « , antwortete Nacerat , » jener Herzog hat geschworen , daß er die Rechte der Länder schützen und achten werde , und es ist , da er den Fürstenstuhl inne hatte , anders geworden . Die Lechen waren gekränkt , und haben , weil durch den Wegfall des Beschworenen die Wahl nichtig geworden war , den erhabenen Fürsten des Stammes Premysl Konrad zum Herzoge gewählt . Auf den Fürstenstuhl ist er noch nicht gesetzt , aber er ist jetzt auf dem Wege nach Prag , um dort auf denselben gesetzt zu werden . « » Hast du die völlige Macht , mit mir vollständig und bis in das Reine abzuhandeln und abzuschließen , Nacerat ? « fragte der Herzog . » Ich habe diese Macht « , antwortete Nacerat . » Nun so höre , und handle , und schließe auf folgende Dinge mit mir ab « , entgegnete der Herzog , » oder wenn du nicht abschließen kannst oder willst , so verkündige die Dinge denen , die dich gesandt haben . Ich verzeihe den Fürsten des Stammes Premysl , daß sie sich gegen mich erhoben haben , und belasse sie in ihren Besitzungen und Rechten , ich verzeihe den Priestern Lechen und Herren ihre Empörung gegen mich , und belasse sie in ihren Besitzungen Rechten Ämtern und Würden , ich verzeihe jedem , der gegen mich aufgestanden ist , und werde ihn nicht verfolgen und schädigen , wenn sie sich unterwerfen , die Waffen niederlegen , und die Verzeihung verlangen . « » Auf diese Dinge kann ich nicht abhandeln und abschließen « , erwiderte Nacerat ; » denn Konrad ist der Herzog der Länder Böhmen und Mähren , und muß es bleiben . « » Hochehrwürdige Bischöfe Äbte Priester und Diener des Herrn , Söhne Premysls Diepold und Heinrich , ehrwürdige Lechen Wladyken und Männer , die ihr um mich versammelt seid « , sagte der Herzog , » habe ich genug getan ? « Otto der Bischof von Prag stand auf , und sagte : » Bolemil möge reden . « Der Bischof Zdik sagte : » Es rede Bolemil . « » Bolemil rede « , riefen mehrere Stimmen . Es wurde stille , Bolemil neigte das Haupt mit den weißen Haaren , und sagte nichts . Nach einer Weile erhob er es , sah den Herzog an , und sprach : » Es ist genug . « » Es ist genug « , riefen die Stimmen um den Herzog . » Hebe dich hinweg , Nacerat « , sagte der Herzog , » doch halt . Wenn du nicht auf dem höchsten Baume hängst , so dankst du es meinem Wunsche , Blutvergießen zu vermeiden , weshalb ich die Unterhandlung zuließ . Dein Geschick wird dich ereilen . Meinst du , durch die Wahl allein wird der Herzog ? Mich hat auch Sobeslaw anerkannt . Du bist nie an der Spitze eines Volkes gestanden , das dir traut , das sein Wohl in deine Hände legt , und dem dein Gewissen entgegen schlägt , du weißt daher nicht , was in das Herz kömmt , wenn man diese Pflicht übernimmt . Du kennst nur dein Gelüste und die Macht , die du gegen das Volk ausüben möchtest . Du bist nicht das Land , Nacerat , und wenn ich jetzt , um das Blut zu schonen , das fließen wird , nachgäbe , so hättet ihr , die ihr Herzoge macht , den Erfolg für euch , der Fürstenstuhl würde in eurer Hand ein Spielzeug , mit dem ihr handeltet , und das Land würde in unabsehliche Verwirrung und Blutvergießung gestürzt werden . Ja , ich will das Land schützen und schirmen , wie ich es geschworen habe , aber gegen euch und euren Übermut . Und wenn mein Vorgänger der ehrwürdige Sobeslaw euren Willen nicht tat , und wenn dessen Vorgänger mein gütiger und milder Vater euren Willen nicht tat , und wenn ich bisher deinen Willen nicht tat , Nacerat , so werde ich diesen Willen und den Willen derer , die gegen mich in den Waffen stehen , jetzt noch weniger tun . Ihr habt die Zeit gewählt , in welcher der Markgraf Leopold von Österreich tot und sein Bruder Heinrich in die neuen Wirrsale mit Baiern verwickelt ist ; aber wenn mir der allmächtige Gott das Leben schenkt , so werde ich die Mittel gegen euch erstreben , bis ich den letzten Zug meines Atems getan habe , und auf euren Seelen liegt das Elend , das entstehen wird . Jetzt gehe . « » Möge immer Segen und Heil auf deinem Haupte ruhen , erlauchter Herr « , entgegnete Nacerat , » ich verabschiede mich , und gehe zu dem Herzoge . « Nacerat erhob sich bei diesen Worten von seinem Sitze , neigte sich in seinem rotsammetnen Kleide vor dem Herzoge , und wendete sich zum Gehen . Die um ihn waren , wendeten sich gleichfalls , setzten wie er ihre Hauben , die sie zum Abschiedsgruße gelüftet hatten , wieder auf das Haupt , gingen zu ihren Pferden , bestiegen sie , vereinigten sich mit ihrer Begleiterschar , und ritten mit dieser davon . » Jetzt rüstet die Schlacht « , riefen zahlreiche Stimmen um den Herzog . » Es ist noch nicht genug « , sagte der Herzog , » Otto , Bischof von Prag , tritt her zu mir , Daniel , du Priester des Herrn , und tretet hervor Chotimir , Jurik , Nemoy und Ctibor , besteigt schnelle Rosse , nehmt die hundert Reiter meiner Gezelte zur Begleitung , und reitet in Hast mit dem Friedensfähnlein zu Konrad von Znaim und den andern Fürsten des Stammes Premysl . Wir wissen nicht , ob Nacerat ihnen das Rechte von uns sagen wird , und ob er uns das Rechte von ihnen gesagt hat , ihr aber sprecht : Wladislaw der Herzog von Böhmen und Mähren verzeiht jedem Menschen , der an diesem Tage gegen ihn in den Waffen steht , er läßt einem jeden Ämter Würden Besitzungen Rechte , die er hat , und es soll alles sein , wie es zuvor gewesen ist , wenn die Waffen niedergelegt werden , und man zu seiner Pflicht zurückkehrt . Der Herzog tut dieses darum , daß nicht Menschen , welche dieselbe Sprache reden , dieselben Kleider haben , dieselben Fluren bewohnen , dieselben Voreltern zählen , dieselben Gesichtszüge tragen , sich zerfleischen . Ist aber einmal das Blut unseres Landes geflossen , dann muß es gesühnt werden , und die Strafe muß folgen , so hart sie verdient wird . Zu Otto von Olmütz aber sagt : Der Herzog Wladislaw hat dir , den er aus der Verbannung durch eigene Boten zurück geholt hat , das Herzogtum Olmütz gegeben : was kann dir zu Teil werden , Otto , wenn du betest , daß dir gemessen werde , wie du andern gemessen hast ? Wenn ihr gesprochen habt , erwartet die Antwort . Unterwerfen sie sich , so reitet mit gehobenen Friedensfähnlein in dieses Lager ; verweigern sie es , so senket die Fähnlein , daß wir es von weitem sehen , und uns richten können . « » Wir werden deine Sendung vollbringen , hoher Herr « , sagte der Bischof von Prag . Dann entfernten sich die Männer , um ihren Weg anzutreten . Im späten Nachmittage kamen sie mit gesenkten Fähnlein . Als sie vor dem Herzoge standen , sagte Otto der Bischof von Prag : » Hoher Herr , sie haben deinen Antrag verworfen , und verlangen , daß du kommest , und Konrad huldigest . « Chotimir warf sein Friedensfähnlein von dem Pferde in das Gras , und sagte : » Daniel hat zu ihnen Worte gesprochen , wie die Priester aus den heiligen Büchern ; aber es war vergebens , und sie mögen in die Hölle fahren , die Hunde . « » Es ist genug « , sagte der Herzog , » kommt zum Rate über die Schlacht . « Sie setzten sich nun vor dem verbrannten Hofe zum Rate . Als er geendet war , sagte der Herzog : » So sei also die Ordnung , wie wir beschlossen haben . Nun esse jeder , und bete , und ruhe unter dem Zelte , wenn er ein Zelt hat , auf der Decke , wenn er eine Decke hat , und auf dem Grase , wenn ihm Gras hinreicht . Und ehe der Morgenhimmel sich grau färbt , werden die Zelte und die Wagen und die Geräte hinter uns gebracht , und wir stehen da . Und sobald unsere Späher sich auf uns zurückziehen , und wir die Banner der Gegner vor uns sehen , dann beginnen wir mit der Hilfe Gottes des Allmächtigen , was not tut . Der Ruf des Tages sei : Heiliger Markus ! « Die Männer entfernten sich hierauf von dem Rate , und sie und das Heer genossen ihre Abendspeise , und ruhten dann einige Stunden in der Schlachtordnung . Ehe der Tage graute , wurden die Hindernisse zurück gebracht , und die Männer stellten sich auf . Witiko nahm seine Waffen , er hatte über seinem Lederkleide das Panzerhemd Adelheids , und sein Schwert hing an dem Gürtel , den sie ihm gesendet hatte . Auf dem Haupte trug er seine Lederhaube , und von dem Sattel seines Pferdes hing heute ein kleiner Schild , den er vorgerichtet hatte . Er bestieg sein Pferd , und ordnete auf seinem Platze seine Leute . Er sagte nur die Worte : » Männer , wir gehören zusammen , und wollen beisammen ausharren . « » Beisammen ausharren « , riefen alle . Dann stieg er von dem Pferde , und blieb neben ihm unter seinen Leuten stehen . Rechts von ihm stand Rowno mit den Seinigen , und mit Osel und den drei Knaben , dann weiter Diet von Wettern und die andern . Die Waldleute hatten ein rosenrotes Banner von Wladislaw erhalten , und es wehte über ihnen . Links von Witiko befanden sich die aus der Gegend des Plakahofes und des Waldsaumes mit einem rosenroten Banner . Dann waren die Bolemils mit einem rosenroten Banner . Dann stand der Bischof Zdik und Ben mit den Männern der Mitte , dann Lubomir , dann war Diepold mit denen von Prag , und weiterhin , jeder mit einem rosenroten Banner . Dann war der Herzog mit auserlesenen Kriegern . Er hatte das große Banner , das vor seinem Zelte gewesen war . Dann war Chotimir von Decin , dann Diwis von Saaz , dann Bozebor und Jurik , jeder mit dem roten Banner . Sie standen alle auf dem Berge Wysoka , und man konnte an den roten Seidenbannern die Seinigen absehen . Als der Morgen helle geworden war , sah man die Feinde gegen den Rand des Berges . Sie hatten weiße Banner , und ihre Reihe war lange hin gedehnt und sehr groß . Jetzt ging die Sonne auf , und da fielen die Männer von Plan , die um Witiko waren , auf die Kniee , und beteten . Witiko kniete auch nieder , und betete . Und die von Rowno fielen auf die Kniee , und beteten , und die von Diet , und alle weiterhin . Die aber links von Witiko aus der Gegend des Plakahofes und des Waldsaumes knieten nicht . Die Männer des Waldes murrten darüber . Die Völker unten am Rande des Berges , welche dieselben Kleider hatten , dieselben Vorfahren zählten , dieselben Gesichtszüge trugen , wie die auf dem Berge , rückten nun langsam vor . Witiko trat zu dem Haupte seines Pferdes , liebkoste es , wie man ein vertrautes , vernünftiges Geschöpf liebkoset , und sagte : » Nur heute bleibe treu . « Das Pferd gab Zeichen auf die Liebkosung zurück . Dann nahm er den Schild von dem Sattel , und fügte ihn an den linken Arm . Er war weiß , und hatte in der Mitte eine dunkle fünfblättrige Waldrose . Witiko sagte laut , daß es seine Nachbarn hörten : » Wenn es wahr ist , Rose , daß du schon einmal geblüht hast , so blühe wieder . « Dann bestieg er sein Pferd , stellte sich unter die Seinen , zog sein Schwert , und blieb unter ihnen stehen . Jetzt kam Smil mit seinen zwei Söhnen und einem Geleite von Reitern nach vorwärts . Er war in sehr schönen grünen Sammet gekleidet , hatte ein schimmerndes Waffenhemd , Steine auf der Schwertscheide und einen Stein an der weißen Feder seiner Haube . Sein Pferd war schwarz mit einer scharlachroten Decke . Seine Söhne trugen auch grüne Gewänder aber lichtere , sie hatten glänzende Waffenhemden und rötlichfalbe Pferde wie einstens bei Chynow . Smil ritt eine Strecke an den Waldleuten hin , dann hob er sein Schwert , und rief : » Gelobt sei Gott der Herr , ich grüße euch Männer und Brüder , wir wollen einander treulich helfen , und allen hilft Gott . « Dann stellte er sich zum Befehle unter sie . Die Reihe der Feinde kam nun so nahe , daß man die Kleider sehen konnte , und daß man zwischen den Kleidern das Schimmern von Panzern zu erblicken vermochte . Sie trugen weiße Abzeichen an sich . Sie erhoben jetzt ein großes Geschrei . Die Männer des Waldes waren ganz still , sie schlossen sich dicht aneinander , senkten die Schäfte waagrecht , hielten ihre Köpfe tief , daß sich die Pfeile an den dicken hereingezogenen Filzhauben fingen , und gingen wie überhaupt das Heer Wladislaws vorwärts , indem sie mit ihren schweren Stiefeln in die Erde drückten . Und wie der Zusammenstoß folgte , war das Herangehen der Feinde geendet , die Feinde waren nun selber ein Schild gegen die fliegenden Speere und Pfeile , und die Waldmänner drückten vorwärts . Smil ragte in seinem Schmucke unter ihnen hervor , und lenkte die Ordnung . Gegen die Männer aus der Gegend des Plakahofes und des Waldsaumes links von Witiko , die nicht zu dem Gebete niedergekniet waren , wurden von den Feinden keine Pfeile gesendet . Aber gegen Smil mehrte sich der Andrang , und es kamen Männer in Panzern zu Pferde , darunter der rothaarige Benes , der junge Bohus , der blonde Soben , der hochgewachsene Treba und der junge Stibor . Und sie wurden immer mehr . Aber Smil hielt sie mit seinen Reitern auf , und die zu Fuße neben ihm standen fest , und ließen den Drang nicht vorwärts . Da flog hinter den Panzerreitern ein Pfeil hervor Smil in das Angesicht , daß er tot von dem Pferde fiel . Er wurde von zwei Reitern aufgefangen , und hinter die Reihe getragen . Seine zwei Söhne ritten nun stürmend zur Rache vor ; aber sie sanken schnell hinter einander zu Boden , daß die ledigen falben Pferde in die Reihen liefen . Jetzt kam Diet mit den Reitern der Waldpferde zu Hilfe . Die Pferde waren kleiner und schmächtiger als die der Panzerreiter , es kam Rowno mit seinen Männern , Osel mit den drei Knaben , Wernhard von Ottau und Witiko mit mehreren Reitern . Die kleinen Waldpferde flogen sofort unter die Panzerreiter , und Stan der Oheim Rownos stach den blonden Soben vom Pferde , ein Reiter Diets durchbohrte den jungen Bohus , Treba fiel von der Lanze eines niederen Mannes , und Rowno schlug Stibor zurück . Benes wich , und es wurde der Platz frei , auf dem die jungen Söhne Smils lagen . Ihre Körper wurden aufgehoben und hinter die Reihe getragen . Witiko ritt nun schnell zu Rowno rechts , und dann zu Diet und zu Wernhard und weiter bis zu Wyhon von Prachatic , und ermahnte zum Vorwärtsgehen , und gab Zeichen zu denen von Winterberg und Bergreichenstein , daß sie vorwärts gehen . Die Männer des Waldes , auf deren Angesichtern der Zorn zu erblicken war , gingen vorwärts , sie zerstießen nun noch mehr mit ihren schwerbeschlagenen Stiefeln den Boden , und rannten nieder , was sich ihnen entgegen stellte , daß das Grün des Wysokaberges , auf dem sie oft , da sie sich in dem Hofe aufhielten , gegangen waren , sich mit Blut tränkte , und die zarten Gesträuche , die sie damals gesehen hatten , vom Blute rieselten . Die rosenfarbene seidene Fahne , welche ihnen Wladislaw gegeben hatte , und welche ein starker Mann von Prachatic trug , war schon tief unten gegen den Rand des Berges , und wie Witiko links schaute , sah er das rosenfarbene Banner bei Bolemil auch schon gegen den Rand des Berges , und dann das von Lubomir auch schon , und das von Zdik und von Diepold , und das große seidene rosige Banner des Herzogs ragte fast im Herzen des Feindes , und dann das von Chotimir und Diwis , und so fort . » Wir siegen , wir siegen « , tönten mehrere Stimmen . Da rief links von Witiko , wo die von der Gegend des Plakahofes und des Waldsaumes standen , welche nicht zu dem Gebete niedergekniet waren , eine laute Stimme ,