; Premierleutnant Graf Kanitz 1867 bis 69 ( später Hofmarschall des Prinzen Friedrich Karl ) ; Rittmeister von Krosigk 1869 bis 72 ( später Oberst und Kommandeur der Garde-Husaren ) ; Premierleutnant von Normann 1869 bis 74 ; Rittmeister Graf Alexander von Wartensleben 1872 bis 75 ; Major von Vaerst 1874 ; Rittmeister von Borcke 1875 bis 79 ; Rittmeister von Brösigke 1876 bis 80 ( später Flügeladjutant S. M. des Kaisers ) ; Rittmeister Freiherr von Maltzahn seit 1880 ; Hauptmann von Kalckstein seit 1880 . ( Ich füge dieser Angabe gleich noch einige Notizen hinzu . Während der Jugend- und Erziehungsjahre des Prinzen war Graf Bethusy-Huc sein Militärgouverneur , an dessen Stelle nach vollendetem 18. Lebensjahr ( 1846 ) die » militärischen Begleiter « traten . Dies waren Major von Roon , der spätere Kriegsminister , von 1846 bis 48 ; Major von Schlegell 1848 ; Major von Hiller , älterer Bruder des bei Chlum gefallenen Generals , von 1848 bis 49. Von diesem Zeitpunkt an war der Prinz selbständig . – Über diese Dinge möglichst Authentisches zu geben , hab ' ich nicht versäumen wollen , da mir , aus Erfahrung , bekannt ist , wie schwer es schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit hält , sich Gewißheit über ähnliche Fragen zu verschaffen . Um nur ein Beispiel zu geben : die Namen der Adjutanten des Rheinsberger Prinzen Heinrich festzustellen , hat mir nicht gelingen wollen . Über etwa sechs Namen bin ich in der langen Epoche von 1752 bis 1802 nicht hinausgekommen . ) 47 Ich gebe hier die Rangverhältnisse wie sie 1882 waren . 48 Die Antwort , die hierauf gegeben wurde , sei kurz erwähnt , weil sie charakteristisch ist für die vorurteilsfreie Behandlung , die Fragen derart erfuhren . » Aus orientalischen Truppen « , so hieß es , » europäische machen zu wollen , ist unmöglich , und der Versuch dazu schon deshalb unrätlich . Es wird vielmehr umgekehrt geraten sein , das Nationale ( weil das relativ Natürliche ) so wenig wie möglich zu stören . Aber solche Dinge , wie Verpflegung und Bewegung der Armee , Sanitäts- , Intendantur- und Eisenbahndienst , darauf haben wir , wenn wir wirklich helfen wollen , unser Augenmerk zu richten . Mit anderen Worten : nicht strikte Heeresausbildung , sondern Ausbildung alles dessen , was ein Heer ( es sei im übrigen wie es sei ) in seiner Leistungsfähigkeit unterstützt . Also : Techniker und Zivilingenieure . Beide sind wichtiger als Offiziere . « 49 Der Glückliche , der hier , tagaus tagein , ein von Anerkennung und Huld getragenes Weidmannsleben führen durfte , war der allen Dreilindner Gästen wohlbekannte Förster Rosemann , der , auch nach dem Tode des Prinzen , ir . dieser seiner bevorzugten Stellung blieb , bis er , am 19. August des Jahres ( 1888 ) einem Unfall erlag . Rosemann befand sich auf dem Wege nach der Wannseestation und hatte seinem erst zwölfjährigen Sohne eben die Zügel in die Hand gegeben , als der Jagdwagen , darin er fuhr , an einer abschüssigen Stelle plötzlich stürzte , bei welchem Sturz er so unglücklich fiel , daß er mit gebrochenem Rückgrat tot liegen blieb . Rosemann war erst in der Mitte der vierziger Jahre und , neben einer gewinnenden Erscheinung , von den verbindlichsten Umgangsformen . 50 Den auf der Reise gemachten Aufzeichnungen Brugsch-Paschas bin ich in diesem Kapitel gefolgt . Brugsch-Paschas Aufzeichnungen sind niedergelegt in einem im Jahre 1885 bei Trowitzsch u. Sohn in Frankfurt a. O. erschienenen , von Major von Garnier reich illustrierten Prachtwerke in Großfolio , das den Titel führt : » Prinz Friedrich Karl im Morgenlande , dargestellt von seinen Reisebegleitern Professor Dr. H. Brugsch-Pascha und Major Franz Xaver von Garnier . « 51 Trotz dieser Äußerung wird sich sagen lassen , daß der Prinz , dem Marschall Bazaine gegenüber , stets voll Respekt und jedenfalls voller Teilnahme war . Ich habe selbst solche Äußerungen aus des Prinzen Munde gehört . Und was nun gar die von Parteigängern so viel und so leidenschaftlich verurteilte Haltung Bazaines in der » Kaiser-Max-Frage « angeht , so habe ich mich nie davon überzeugen können , daß ihn oder Napoleon den Dritten irgendein Vorwurf trifft . Napoleon war gezwungen , so zu handeln wie er handelte , und Bazaine ließ den jungen Kaiser Max nicht feig oder verräterisch im Stich , sondern ging erst , als dieser sich dem Rückzuge nicht anschließen wollte . » Man sagt , er wollte sterben « , paßt auch hier . 52 Auf diesen Spaziergängen überraschte die Reisenden eine ebenso feine wie witzige Schlagfertigkeit des niederen Volks . Ein Bettler fiel durch Zudringlichkeit lästig . » O Schech « , sagte Brugsch , » bitte lieber deine Brüder die Hand zu öffnen . « Der Bettler antwortete : » Bist du kein Sohn Adams ? « Ein anderes Mal sah Brugsch einen Araber sich mit Wegwälzung eines riesigen Steinblocks abquälen . » Du solltest ihn lieber tragen « , sagte Brugsch scherzend . » Ich bin dazu bereit , sobald du ihn mir auf den Rücken gelegt haben wirst . « 53 Die Araber in ihrer geistvollen Weise sagen : » Die Zeit spottet allem und die Pyramiden spotten der Zeit . « 54 Von diesem » Tal der Inschriften « , wie man es nennt , zweigt ein Seitental , eine Schlucht ab , in der von 1855 – 1866 ein ehemaliger schottischer Major , Namens Macdonald , in einem selbstgebauten Hause wohnte , um die schon den alten Ägyptern bekannten Türkisminen dieser Gegenden auszubeuten und auf den europäischen Markt zu bringen . Das Geschäft ließ sich anfangs gut an , leider aber erwiesen sich später die oft faustgroßen Stücke des Edelsteins als unecht in der Farbe , denn sie verloren bald ihren Glanz und das Himmelblau , das den echten Türkis auszeichnet . Das Haus des Majors , dessen die Beduinen noch jetzt als ihres Wohltäters gedenken , steht als eine Ruine da . 55 In Begleitung der beiden türkischen Offiziere befand sich auch ein » Verpflegungs- und Reise-Generaldirektor « , von dem Brugsch eine ganz vorzügliche Schilderung gibt . Ich entnehme derselben folgendes : » Er , dem die Adjutanten des Sultans die volle Ausrüstung und Verpflegung der prinzlichen Karawane übertragen hatten , war ein christlicher Syrier . Seiner Abstammung nach dem Lande der Philister zugehörig , nannte er sich auf seiner Visitenkarte trotz alledem › Alexander Howard ‹ oder › Monsieur Alexandre , Entrepreneur et Directeur générale ‹ . « Wie die meisten Leute seines Schlages sprach er alle möglichen Sprachen , war dabei stark und von eiserner Gesundheit . Ein schwarzer Vollbart umrahmte sein rötlich leuchtendes Vollmondgesicht mit den freundlich lächelnden Zügen . Er war der erste auf den Beinen und der letzte im Bett . Während des Marsches galoppierte er in unsinniger Hast neben den Pferdevermietern einher . In hohen Reiterstiefeln mit mächtigen Sporen , im Beduinenmantel und mit der syrischen dunklen Kopfbedeckung , Pistolen im Gürtel , die Nilpferdpeitsche oder den Kurbadsch in der Rechten , so flog er an uns vorüber und sein Adlerblick erkannte im Nu , wo seine Gegenwart nottat . Das Frühstückszelt ward um die Mittagszeit aufgeschlagen . M. Alexandre erschien dann in der Tracht eines türkischen Effendi , d.h. in schwarzem Stambulin mit rotem Fez , in weißer Binde und mit weißen Handschuhen . Er übersah mit wohlgefällig-prüfendem Blick die reich gedeckte Tafel , half jeder mangelhaften Bedienung sofort ab und schätzte sich glücklich , Sr. Königlichen Hoheit selber servieren zu dürfen . Und nun erst am Abend , wenn die Reisegesellschaft an der Mittagstafel versammelt war und Lampen und Kandelaber ihren Glanzschimmer durch das lange Zelt verbreiteten ! M. Alexandre präsentierte sich dann als vollendeter Salonmensch in schwarzem Leibrock und weißer Binde , dazu weiße Weste und funkelnagelneue Glanzstiefel , alles wie fertig für den Ball . Alles in allem hat sich M. Alexandre um die Reise des Prinzen wohl verdient gemacht und seine Wahl von seiten der Adjutanten des Sultans war sicherlich keine schlechte . In seiner frühesten Jugend ein toller Kopf , hatte er damals , in Gemeinschaft mit einem französischen Abenteurer , Palmyra erobern und ein neues Königreich herstellen wollen . 56 Diese Kränkung war groß , aber sie konnte kaum ausbleiben . Von Anfang an hatte der Prinz eine mehr als kritische Stellung zu dem seit 1853 wieder ins Leben gerufenen Orden eingenommen und zwar derart , daß sich sein eigener Vater , der alte Prinz Karl , zu dem den Kommendatoren des Ordens erteilten Rate veranlaßt gesehen hatte : » Das Herrenmeisteramt nicht auf seinen Sohn übergehen zu lassen . « Danach wurde denn auch verfahren und der Prinz mußte ( wie vielfach ) für das leiden , was er durch seine der freien und freiesten Meinung ausdruckgebende Haltung selbst verschuldet hatte . 57 Beim Hinscheiden Kaiser Friedrichs ( 15. Juni 1888 ) ist die Frage nach der eigentlichen Todesursache des Prinzen Friedrich Karl wieder aufgeworfen worden und dabei mehrseitig von einem auch bei diesem letzteren vorhanden gewesenen Krebsleiden gesprochen worden . Aber mit Unrecht . Eine Notiz der National-Zeitung erklärte dies Gerücht aus folgendem . » Ein Jahr vor dem Tode des Prinzen wandelte sich eine bis dahin harmlose kleine Hautwarze auf der rechten Wange unterhalb des Auges in eine bösartige Neubildung um , die mit dem medizinischen Ausdruck › Epithelium ‹ ( Krebs der Haut ) bezeichnet wird . Professor von Bergmann schlug die operative Entfernung der Warze vor , welche damals noch klein und unbedenklich war . Nachdem Kaiser Wilhelm I. seine Zustimmung zur Operation erteilt hatte , wurde dieselbe von Professor von Bergmann mit bestem Erfolg ausgeführt . Die Operationswunde heilte glatt und sicher und Prinz Friedrich Karl hatte seitdem keinerlei Belästigung davon . Ein Rezidiv ist nicht aufgetreten . « 58 Dieser Annahme des Rentiers Heydert ist nur zuzustimmen . Jedenfalls ist die , die hier ruhte , nicht die Frau des Hans Kohlhaas gewesen ( Kleist nennt ihn irrtümlich Michael ) . Alle diese Sagen entstammen der alten , längst widerlegten Annahme , daß Kohlhaase in dem dicht bei Stolpe gelegenen Kohlhasenbrück gelebt habe . Dies ist aber falsch . Kohlhasenbrück hat mit Kohlhaase weiter nichts zu schaffen , als das eine , daß der für sein Recht kämpfende Roßkamm sich an eben dieser Stelle verbarg und von hier aus den kurfürstlichen Hüttenfaktor Konrad Drahtzieher überfiel und beraubte . Was dann mit Kohlhaas ' Hinrichtung ( er ward aufs Rad geflochten ) endigte . Kohlhaas wohnte in Berlin , Fischerbrücke Nr. 27 , in einem Hause , das noch im Jahre 1866 in seiner alten Gestalt bestand und Stallung für vierzig Pferde hatte . Erst 1867 , nachdem es noch im Jahre vorher als Lazarett gedient , ward es umgebaut und in ein Gasthaus modernen Stils verwandelt ; beim Umbau wurden einige Münzen aus der Mitte des 16. Jahrhunderts gefunden . 59 Erst das Jahr 1877 gab der Kirche zu Nikolskoe diese Gruft , aber schon von 1837 an war ein Kirchhof da . Derselbe befindet sich hundert Schritte weiter zurück und ist Begräbnisplatz vieler auch in weiteren Kreisen bekannt gewordener Persönlichkeiten . Hier ruht , unter einem mächtigen schwarzen Syenit , Oberlandforstmeister Ulrici ; neben ihm sein Schwiegersohn Oberst von Kayser . Hier ruht ferner Frau Friedrich , die sogenannte » alte Friedrich « , von der ich in dem Kapitel Pfaueninsel ( Band III meiner » Wanderungen « ) ausführlich erzählt habe . Hier endlich hat auch der viele Jahre lang auf der Pfaueninsel installierte , später mit einer Potsdamerin verheiratete Sandwichs-Insulaner Maitay seine letzte Ruhestätte gefunden . Ein Steinkreuz , mit Maitays Namen in Front , bezeichnet seine Grabstelle , während es an der Rückseite des Kreuzes , in einer für Mark Brandenburg höchst charakteristischen Weise heißt : » Hier ruhen des Sandwichs-Iusulaners Maitay Schwiegereltern « . In jedem andern alten Kulurlande würde sich auch der edelste Sandwichs-Insulaner immer noch seinerseits in der Benötigung einer Berufung auf seine Schwiegereltern befunden haben , – in Mark Brandenburg ist es umgekehrt oder war es doch bis 1870 . Alles von » weither « hatte den Vortritt , wie diese Steinkreuzschrift in beinah rührender Bescheidenheit lehrt . 60 Prinz Karl starb am 21. Januar . Wenige Stunden vor seinem Hinscheiden erschien sein Bruder Wilhelm im prinzlichen Palais am Wilhelmsplatz und der Generalarzt Dr.Valentini meldete dies mit den Worten : » Seine Majestät der Kaiser ! « Freudig lächelnd erhob der sterbende Prinz den rechten Arm und rief , unter Dransetzung seiner letzten Kraft : » Er lebe hoch ! « Es waren seine letzten Worte . Die menschlich siegreiche Persönlichkeit Kaiser Wilhelms hatte Rivalitäten , wie sie früher geherrscht haben mochten , längst beglichen und in dem Herzen des Bruders nichts zurückgelassen als Bewunderung und Liebe .