wir wollen uns den Taufschmaus gut schmecken lassen . « » Bal amal wos um an Weg is , kimm i zu dir , Urschula , « sagte die Schneiderbäuerin , » denn die junga wiss ' n it , wia ma si vahalt ' n muaß . Daß mir vor da sieb ' nt ' n Wocha koa Kindswasch ins Freie hänga derf , und daß mi ja nix davo ausleicha sollt , und daß d ' Wöchnerin sechs Wocha lang in koan Kella it geh ' derf , dös san lauta Sacha , auf de mi guat aufpass ' n muaß . « » Z ' weg ' n wos sollt ' oans it in Kella geh ? « » Z ' weg ' n de Hex ' n , Fischerin . Hoscht du dös no nia g ' hört ? « » Na , aba dös woaß i , daß a Wöchnerin it von Haus weg geh ' soll , so lang s ' net in da Kircha war . « » Und daß mi in da Schwangerschaft net über an Pfluag steig ' n derf , und üba koa Loata , sinscht gibt ' s a harte Geburt . « » Dös hon i aa scho g ' hört , und drei Oar soll ma siad ' n und ' s Wassa trink ' n. « » Oda drei Nüss ' ess ' n. « » Das sind weise Lehren , « sagte der Pfarrer lachend , » und diesmal kommt der gute Rat nicht zu spät . « » Aba Sie müass ' n do selm sag ' n , Hochwürd ' n , daß mi auf de alt ' n Bräuch wos halt ' n muaß ? « » Freilich , und auf die alten Weiber , denn die wissen mehr wie die Gelehrten . Aber jetzt muß ich mich verabschieden . « » Bleib ' n S ' wirkli nimma , Herr Pfarra ? « » Es geht leider nicht , Hochzeiterin , und ich wünsch also einen guten Anfang . Gute Nacht beieinander ! « Die Ehrengäste begleiteten den geistlichen Herrn zur Türe ; und wie alles wieder Platz nahm , setzte sich der Schormayer zum alten Prückl . » Sitz ' ma ' r a bissel z ' samm ! « sagte dieser . » Mi wer ' n jetz bal Kamarad ' n si ' im Austrag . « » Woaß i no it . « » Wos ko ' scht d ' macha ? De Junga druck ' n nach , bal eahna Zeit kemma is . « » Ob ' s halt scho so viel g ' schlag ' n hot ? « » A diam is g ' scheidta , ma ruckt d ' Uhr füri und hört eh ' nder auf . In da letzt ' n Viertlstund richt ma nimma viel aus . « » Es is it bei an jed ' n gleich , Prückl . « » Freut di halt aa net , gel ? Mir is selm it leicht wor ' n , vom Sach weg geh ' und vo da ' r Arbet . Weil mi g ' rad zuaschaug ' n muaß , geht ' s krumm oda g ' rad , und bal da d ' Händ jucka , koscht d ' halt ' s Loatsoal nimma nehma . « » Drum muaß ma si ' s übaleg ' n , vor ma ' s hergibt . « » No , i ho koan Angst it bei ' n Kaschpa ; er hot ' s Haus ' n von jung auf g ' lernt . « » Seid ' s guat ausanand kemma bei ' n Austrag ? « » Mi san handeloans wor ' n ; g ' stritt ' n hamm ma freili a weng , aba dös g ' hört dazua ; wer leicht wos vaspricht , dem is mit ' n Halt ' n net ernscht . « » Und dei Urschula hat dös bessa Mäu g ' habt , « sagte die Prücklin , » dö vahungert it , wo ma si mit ' n Red ' n a Geld vodeana ko . « » Is s ' a bissel a scharfe ? Gel ? Dös hon i dahoam aa g ' spannt . « » Scharf sei ' schad ' t it . Es braucht ' s scho bei de Zeit ' n und mit de Deanstbot ' n « , sagte die Alte . » Und da Kaschpa werd ihr scho a Beißkorb o ' leg ' n. « » So is , und d ' Schneid valiert si a wengl im Ehstand . Wos tuast jetzt du , weil d ' Urschula weg is ? « » I wer a Hauserin ei ' stell ' n. « » A junge ? « » Jetz muaß i do lacha , « sagte der Schormayer , » dös is wirkli de erscht Frag von a niad ' n Weibats . D ' Urschula , d ' Schneiderin und du , a jede hot dös gleich g ' fragt . « » Mi woaß scho , warum . « » Ja , i woaß ' s aa . Is aba koa Grund it vorhand ' n , denn sie is scho übastandi . « » G ' halt s ' no it z ' lang , denn dös derfst glaab ' n , ea selle haust oiwei in ihr ' n Sack . « » I muaß s ' halt g ' halt ' n , bis amal a Bäurin aufziagt . « » Hoscht d ' scho oane für ' n Lenz ? « » Na . Mi pressiert aa nix . « » Moanst d ' nimma in dem Johr ? « » In dem Johr amal g ' wiß it , Prücklin . « » I kenn ' s , « fiel der alte Prückl ein , » i woaß guat , wia dös is . I hätt ma ' s aa no a Johr übalegt , bal sie it a so bengst hätt ' . « » Auf mi muaßt d ' as it schiab ' n. Wann di da Schlag net g ' stroaft hätt ' , na hätt ' i wohl nix g ' sagt . « » Dös sell muaß aa wieda wohr sei . Mi hot ' s bös g ' habt an Ausgang Novemba , Schormoar , und a Wocha , a drei hon i gar nix mehr glaabt . « » Daß i net vergiß , « sagte der Schormayer , » i ho g ' hört , ös seid ' s weitschichti vawandt mit ' n Sedlmoar vo Arnzell . Is vo dena wer do ? « » Er it , aba sie ; er hot dahoam bleib ' n müass ' n , weil a ' r an Wehdam hot . Schaug no umi , an dem Tisch sell hockt s ' , neb ' n an Schuasta vo Pellhamm ; kennst d ' ' n scho mit seina Platt ' n. « » So , de is ? San Kinda do bei ' n Sedlmoar ? « » Zwoa Töchta . Die oa is vaheiret in Sulzemoos , und de ander is dahoam ; de hot an krumb ' n Hax ' n. « » Krumb is s ' ? « » Vo Kind auf scho . Sie hot desweg ' n it g ' heiret . « » Aha ! « » Wia kimmscht du auf ' n Sedlmoar ? Hoscht du g ' moant weg ' n Lenz ? De waar nix für eahm ; sie is scho bald dreiß ' g Johr alt und muaß vui doktern , weil s ' a G ' schwär aa hot am Hax ' n. « » Von heiret ' n und von Lenz hon i nix g ' moant . I ho g ' rad a so g ' fragt , weil z ' nachst oana g ' sagt hot , daß a ' r eahm a Holz vokaffa kunnt . « » Do hot s ' koa G ' fahr it ; zahl ' n tuat a guat , da Sedlmoar ; no , daß ziemli oa Schuld ' n do san , is ja richti , aba er haut si scho durch . « » Mi geht ' s übahaupts nix o « , sagte der Schormayer gleichgültig , nahm sich aber vor , den Tretter schön hinauszuwerfen , für den Fall , daß dieser unverschämte Mensch zu ihm kommen werde . Vor ein paar Tagen hatte ihm der einen Brief geschrieben , und da war kein Wort darin gestanden von dem Olchinger Platz für die Zenzi , aber drei Seiten lang Lobsprüche über die Tugenden und Reichtümer der Sedlmayertochter von Arnzell . Und wie man nur ein wenig genauer hinschaute , waren es lauter Lügen . Der hatte sich ' s rein vorgenommen , ihm eine übriggebliebene anzuhängen und sich noch brav zahlen zu lassen . » Bischt d ' it guat aufg ' legt ? « fragte die alte Prücklin . » I ? Mir feit gar nix . « » Werst d ' halt heut oft an dei Bäurin denga müass ' n ? Dös ko ma sich ei ' bild ' n. « » Ja ... ja . Aba jetzt wer i mi a bissel zu ' n Burgamoaschta umi hocka . Pfüad Good dawei ! « - » G ' freut di ' s Tanz ' n gar it ? « fragte die Schneiderin den Lenz , der mit finsterem Gesicht seinen Stuhl zwischen sie und die Ursula geschoben hatte . » Na , zu so wos bin i net aufg ' legt . « » Laß da ' s do it gar a so o ' kenna ! « mahnte die Ursula . » Sei no du z ' fried ' n ; du hoscht jetzt dein ' Will ' n und ziagst als Bäurin auf . Da ko ' scht du g ' scheit red ' n. « » I sag ' s grad , wei da Vata scho a paarmal herg ' schaugt hot . « » Lass ' n herschaug ' n ! Muaß i G ' sichta schneid ' n , wia ' s eahm paßt ? « » I vasteh an Lenz guat « , sagte die Schneiderin . » Woaßt , d ' Urschula is guat troffa ; de helfat jetzt bald zu ' n Alt ' n. « » I helf gar it zu eahm ; dös muaßt d ' it sag ' n ; aba ' s z ' kriag ' n hot a koan Wert it . « » Du hoscht recht ; und vo Hirtlbach bis auf Kollbach umi braucht ma ' r aa net streit ' n. « » Pst ! « machte die Schneiderin . » Gebt ' s auf d ' Leut Obacht ! « » Und auf meina Hozet werst d ' ma na do koan Krach it macha ? « » I mach da koan ; und dös liabst waar ma , i waar gar it herganga . « » Do hättst d ' überalln an Vadruß aufg ' hob ' n « , begütigte die Schneiderin . » Auf a bissel mehra geht ' s nimma z ' samm . Und , is wohr aa , i paß gar it her . Zu de Bursch ' n mog i net , und zu den Bauern g ' hör i net . « » No , Lenz , in dein ' Alta müass ' n de mehrer ' n dahoam an Deanstbot ' n macha . « » Ja , aba sie sehg ' n an Ehrbarkeit und hamm a G ' wißheit , daß s ' scho amal dro kemma . « » Dös hoscht du aa . « » An Dreck hon i. « » Pscht ! D ' Asamin schaugt scho oiwei umma ! « » Ah wos ! Dös , wos mir hoamli red ' n , pfeifan morg ' n d ' Spatz ' n vom Dach . « » Is wos neu ' s ? « » Na , lauta alt ' s ; bei ins braucht ' s nix neu ' s mehr . Jetz hot a dös Mensch scho als Hauserin ei ' g ' stellt . « » De Zenzi ? « » Jawoi . « » Dös is it wohr , Lenz , « sagte die Ursula , » dös muaßt d ' it sag ' n. « » Net is wohr ? Wer is na in da Kuch ' l ? « » Sie is grad zu da Aushilf drin . « » So ? Woaßt du dös ? « » Ja , dös woaß i. Paß auf , Schneiderin , de G ' schicht is a so : er hot eahm a Hauserin dunga , de eahm da Wirt zuabracht hot , aba de sell is krank worn und ko erscht in a Wocha oda zwee vo Freising her kemma . Und weil d ' Zenzi a wengl wos vasteht vom Kocha und scho länga do is , muaß sie dawei ' aushelfa , und für d ' Stallarbet hot a ' r a Taglöhnerin . « Der Lenz lachte höhnisch und sagte : » Dös hört si ganz unschuldi o , gel , Schneiderin ? Aba ganz so dumm bin i net , daß i ' s glaab . Dös geht , wie ' s de ganze Zeit her ganga is . Da vageht oa Wocha , und zwoa Wocha , und deselbige Hauserin werd oiwei no mehra marodi , und der Schlamp ' n bleibt . « Die Schneiderin machte ein sorgenvolles Gesicht . » Mi g ' fallt aa nix mehr . Hot a denn gar i denkt , wos d ' Leut jetza scho red ' n ? « » Na tuat a ' s erscht recht . Aba ' r i schaug den Saustall it o , i geh nimma an d ' Stub ' n eini , i iß nimma ' r am Tisch . « » Sagt ' s ma no grad , wo dös no hi ' geht ! « » Dös kon i dir g ' nau sag ' n , Basel . Vor a Johr um is , derfst d ' wieda in a Hozet geh , in a ganz luschtige , da heiret a schlecht ' s Mensch an alt ' n Depp ' n. « » Jessas na ! Es wer ' s do scho insa Herrgott it zualass ' n ! « - » Höhö ! Was macht ' s denn ös für G ' frieß her ? So möcht i ' s net bei meina Leich ' ! « Der Hochzeiter kam von seinem Rundgang bei den Gästen zurück und setzte sich mit lauter Fröhlichkeit neben seine junge Bäuerin . » Da , trink amal , Lenz , daß d ' a Schneid kriagst ! Flankl a weng umanand ! San ja sauberne Madl gnua do . « » I reiß mi it um dös . « » Bischt denn du aa ' r a Kerl ? Wann i net scho o ' g ' hängt waar , heunt kunnt ' st was sehg ' n. « » Ja , red ' no zua ! Du ko ' scht di leicht prahl ' n. « » Ah ! Mach ' do koa G ' schicht it her ! Paß no auf , wia ' r i auf deina Hozet amal tanz . « » So is recht , Buam ! « schrie er den Burschen zu , die zum Zwiefach mit ihren Mädeln antraten . » Helft ' s ma mein ' Jungherrnstand schö ' ei ' grab ' n. Auf geht ' s ! « Und das wirbelte durcheinander , schob links und rechts und drehte sich , die Burschen jauchzend und lachend , die Mädchen mit ernsten Gesichtern und niedergeschlagenen Augen . Der Schormayer , der manchen tiefen Schluck getan hatte , ging ein wenig unsicher an den Tanzenden vorbei zum Ehrentisch und wurde vom Kaspar herzlich begrüßt . » Jetz is amal recht , Vata ; den ganz ' n Tag san ma no it viel z ' red ' n kemma . Ko ' scht ma glei helf ' n , daß ma ' r an Lenz a weng aufriegeln . « » Laß ' n do trauri sei , den Lapp ' n ! Mi bekümmert dös ganz weni . « Er schaute seinen Sohn an , und einen Augenblick kreuzten sich ihre Blicke ; Zorn und Verachtung blitzten darin auf . Aber während Lenz sich zur Ruhe zwang , überkam den Alten eine wilde Lust , den Sohn zu reizen . » Wia kimmscht da denn für als junga Baua ? « fragte er den Kaspar . » Gel , dös is wos schön ' s , wann ma d ' Arm rühr ' n ko , und muaß si nimma ducka und sein hoamlich ' n Zorn vastecka und braucht sein Vata nimma schö toa ins G ' sicht ? « » Dös hon i nia to . « » Net ? Na bischt du an Ausnahm . Aba selle gibt ' s gnua , de si gar nimma auskenna vor lauta Sucht nach ' n Regiment , dena d ' Zung außahängt , woaßt , und möcht ' n an Alt ' n liaba vagift ' n , als daß s ' ' n no o ' schaug ' n , und derfen ' s aba it zoag ' n , vastehst ? Und müass ' n schö toa und g ' rad falsch sei , und kusch macha , kusch ! sag i. « » Geh , Vata , wos hoscht ' n ? « fiel Ursula ein . » Nix hon i. I vazähl g ' rad dein ' Kaschpa , was ma siecht , wann ma länga lebt . Setz eahm no Kinda her , na werd a no öfta an mi denka . « » De ziag i mir scho « , sagte der junge Prückl . » Ziag dir s ' no , und schaug , daß du zu ' n o ' kratz ' n kimmscht , vor s ' groß san . Na hoscht d ' lauta Freud g ' habt , und d ' Kinda aa . « » Schormoar , jetz san ma no g ' müatli ! « rief der Schneiderbauer , der sah , wie der Lenz in verhaltner Wut käsweiß wurde . » Freili san ma g ' müatli ! Warum soll ' n ma ' s denn it sei , so lang ma g ' sund san ? Und scho so g ' sund , daß ma ' r auf und auf koa Kranket it g ' spüarn und halt scho gar it vareck ' n kinnan . « » Gib nach , Vata , es horch ' n d ' Leut scho ! « » Laß s ' horcha , Urschula ! Da sehg ' n s ' amal , daß da Schormoar luschtig is auf deine Hozet . So luschti bin i scho lang nimma g ' wen . Geh her , du junga Baua , und stöß amal o ! Mi g ' freut ' s , bal i an Junga regiern siech . Dös is was anders als wia so a Lapp , der bloß möcht und net derf ! « » Vata ! « Lenz war aufgesprungen und beugte sich keuchend vor , und seine Faust preßte sich auf den Tisch . » Han ? « fragte der Schormayer wegwerfend . » Du ... du muaßt ' s it übatreib ' n. « » Red i mit dir ? « » Allssammete geht it , Vata ! « » Kusch ! sag i. « » Lenz , b ' sinn di , wo ' s d ' bischt ! « beruhigte Kaspar den vor Wut Zitternden und faßte ihn beim Arm . Der schaute wild um sich und sah neugierige Gesichter sich näher schieben und spürte ihre Blicke . Da drehte er sich schweigend um und ging hinaus . Der Schormayer patschte sich in die Hände . » Heunt g ' freut mi amal s ' Leb ' n , und hoam geh ' tua i no lang it . Wos steht ' s denn ös da ? « fragte er barsch die jungen Leute , die sich an den Tisch herangedrängt hatten . » Tanz ' n sollt ' s und it Maulaff ' n fei ' halt ' n ! Aufg ' spielt ! sag i. « Er warf einen Taler auf den Tisch . » Da gebt ' s ' n de Musikant ' n , und i will an recht an schiaberisch ' n Landla hör ' n. So , Kaschpa , jetzt trink ' i ; mir schmeckt ' s glei bessa , weil i mi a bissel ausdischkriert ho . « » I misch mi in de Sach it , Schormoar . « » Do hoscht recht , und es hot ' s aa it notwendi . I brauch koan Helfa , und dem andern nutzet ' s nix . « Er griff nach einem Maßkrug und trank in langen Zügen . » Hätt ' mi schier gar trucka g ' red ' t « , sagte er , und wischte sich das Maul ab . Wie er am Tisch herumschaute , sah er viele erschrockene Gesichter und merkte , daß die Frauenzimmer einander was zuflüsterten . » Habt ' s no koane Hoamli ' keiten ! « schrie er . » I sag mei Sach aa , wia ' r i mir ' s denk , und schneid ' it lang um . I ho ma durchaus nix z ' fercht ' n , und bal an etla Weibaleut in Kollbach de Köpf ' z ' sammsteckan , dös macht mir gar nix . I bin da Schormoar . « Der alte Prückl trat hinter ihn und klopfte ihm auf die Schulter . Er wandte sich hastig um . » Ah ! Du bischt aa no do ? Hock di her zu mir , alta Austragla , und vazähl ma wos vo dein Zuastand , daß ' s ma no bessa graust davor . « » Wos hoscht denn du ? « » I ? Mein ganz Sach ' hon i no , und i gib ' s so schnell it her . « » Hoscht ja recht , bal ' s d ' it mogscht , aba jetz red ' n ma vo was andern ! « » Moanst ? « » Freili ! Wer werd si denn an Zorn ei ' bild ' n auf a Hozet ? « » I bi kreuzluschti , und mir feit nix . Aba scho gar nix ! « » Dös is a Wort ! « Der alte Prückl ging mit dem Aufgeregten so vorsichtig um wie mit einem geschürften Ei und fragte ihn viel nach früheren Zeiten , nach Arbeit und Wirtschaft und nach bekannten Leuten . Und der Schormayer wurde ruhig und betrunken und schläfrig . Die Asamin an der unteren Tischecke hatte alles gehört und jedes Wort richtig gedeutet . » Hoscht d ' as g ' sehg ' n , Griablerin , wia de anand g ' sinnt san , da Jung und da Alt ? De hätt ' n si liaba o ' packt vor de Leut ! « » Mi is scho ganz anderst wor ' n. « » I hätt ' aa koan Tropf ' n Bluat nimma geb ' n ! Paß auf , da daleb ' n ma no wos , und nix schön ' s it . « » Wia hart daß ' n da Alt ' g ' red ' t hot ! « » Der gibt eahm an Hof it ; und wer woaß , was da no g ' schiecht ! « » Und Aug ' n hot da Jung ' g ' macht ! « » Da siecht ma ' s wieda , Griablerin , es is it all ' s , bal ma ' r a Geld hot , und a Religion muaß vorhand ' n sei in an Haus , sinscht is koa Glück it dabei . « - » Dös is amal wahr . « » Und bal mi a Religion hot , na gibt mi an arma Mensch ' n wos , der wo a tote Schwesta in Ehr ' n halt und fleißi bet ' dafür . « » Sell is g ' wiß , Asamin . « Noch manches gute Wort der Frommen wurde übertönt von stampfenden Füßen . Drei Paar lederne Strümpf , Und zwoa dazua san fünf , Hot ma mei Vata a Kart ' n kafft , San nix wia lauta Trümpf . Die rindsledernen Stiefel wurden gar ausgelassen , und die Röcke schlugen an runde Waden bis tief in die Nacht hinein . Am Ehrentisch war es leer geworden ; die Brautleute hatte man schon lange mit schmetternder Musik hinausgeblasen , die Eltern des Bräutigams und fast alle Verwandten hatten sich auf den Heimweg gemacht , da legte sich der Schormayer müd in den Tisch hinein und schlief , bis ihn der Wirt aufrüttelte . » He ! Schormoar ! « » Mei Ruah laß ma ! « » Wach auf ! Du werst hoam woll ' n ! « Der Schormayer schaute mit blinzelnden Augen über die leeren Stühle hin . » Ja no , fahr ma halt hoam ! Da Lenz soll ei ' spanna . « » Der is scho lang furt . « » Furt ? Ah so ! Nacha spannst halt du ei ! « Schläfrig erhob er sich und ging mit unsicheren Schritten über die Stiege hinunter . Neben der Haustüre lehnte er sich an die Wand ; der Kopf fiel ihm nach vorne , und die Arme ließ er schlaff herunterhängen , bis ihn der Hausknecht zum Wagen führte und ihn hinaufschob . Er drückte sich in die Ecke und ließ den Bräundl nach seinem Willen gehen , bergauf und bergab , und im langsamsten Schritt . Ein zorniger Föhnwind heulte hinter dem Wagen her und stürzte sich wütend in die Bäume , die am Wegrande standen ; der Schormayer hörte ihn nicht , und der Gaul ging mit flatternder Mähne ruhig fürbaß . Fünfzehntes Kapitel » Dei Vata is schö ' vo da Hozet hoamkemma « , sagte Christl , der neue Knecht vom Schormayer , ein rothaariger , aufgeschossener Bursche , in dessen sommersprossigem Gesicht ein paar freche Augen saßen . » I hon eahm im Wagl drin aufwecka müass ' n. « Lenz gab keine Antwort ; er putzte an einem Roßgeschirr herum , bloß um irgend etwas zu tun ; es hätte Arbeit auf dem Feld draußen gegeben aber es hielt ihn etwas daheim , und er schickten nun den Knecht hinaus und war erst recht mißmutig , daß er im Hof die Zeit vertragen sollte . - Aber hatte er überhaupt noch etwas zu arbeiten ? » Wos is ? « fragte er nun den Knecht , der fortgeredet hatte . » Lacha hon i müass ' n , wia ' r i an Bauern g ' fund ' n ho . I hon an Gaul g ' hört und mach ' s Tor auf , do steht ' s Wagl drauß ' n , und da Bräunl scharrt mit ' n Huaf , und na hör ' i schnarcha , und wia ' r i nachschaug , flackt dei Vata im Wagl und schlaft . Der waar jetza no it aufg ' wacht . « » Schleun di a weng , daß d ' mit n ' Dunga außi fahrst ! « » I spann glei ei . Woaßt , na hon i dein Vata aufg ' weckt und hon eahm ins Haus umig ' führt , und na hon i an Schlüss ' l g ' sucht , aba dawei is scho enka Hauserin kemma und hot an Bauern einizarrt . « » Wos für a Hauserin ? « - » De Zenzi halt . « » Is de vielleicht insa Hauserin ? « » Vo mir aus is s ' , wos mog . I vazähl bloß , daß s ' aufg ' macht hot , und sie bringt ' n scho in d ' Stub ' n , hat s ' g ' sagt , und hoffentli hot eahm de Kält ' n it g ' schadt . Sie werd ' eahm nacha scho aufg ' warmt hamm . « Christl hatte ein schmutziges Lachen in den Mundwinkeln , wie er das sagte . » Mach amal , daß d ' weita kimmscht mit ' n Fuhrwerk ! « befahl der Lenz barsch und ließ den Knecht stehen . Er war müde und abgeschlagen und wurde nicht fertig mit dem , was ihm gestern geschehen war . Vor allen bekannten und fremden Leuten hatte ihm der Vater Feindschaft angesagt , und aus jedem Wort war es nicht bloß für ihn deutlich zu hören gewesen , daß es aus sei zwischen ihnen ; und die Hoffnungen , die schon so gewiß waren , daß er sie mit Händen hätte greifen können , hatten keinen Boden mehr . In einem kurzen halben Jahr war alles verändert . Warum ? Das konnte ihm doch niemand weismachen , daß es von dem selbigen Streit herkam ! Ein paar heftige Worte , wie sie anderswo genug