das märkische Platt stark beeinflußt war . Professor C. G. P. « – » Er sprach nicht speziell berlinisch , aber höchst originell , ich möchte sagen schadowsch , und streifte dabei stark das Plattdeutsche . Was ja auch ganz erklärlich . Professor A. H. « – » Er sprach nicht eigentlich berlinisch , aber hatte doch eine Redeweise , die stark daran erinnerte , wie z.B. › Na , denn haste recht ‹ oder › Na , des is ooch nich die richtige Intention ‹ . Professor A. E. « – » Er sprach , wie Ihnen Professor H. sehr richtig geschrieben hat , vor allem schadowsch . Außerdem aber liebte er es ganz besonders , französische Wörter und Floskeln einzuflechten ; chef d ' oeuvre , Karnation , Attitude , Traktation des Marmors usw. Professor G. L. « – » Ich entsinne mich nicht , daß er regelmäßig berlinisch gesprochen hätte , dagegen weiß ich ganz bestimmt , daß er mir bei gewissen Anlässen im Berliner Dialekt antwortete . Mal fragt ' ich ihn , wie man ' s wohl einzurichten habe , um beim Modellieren nach dem lebenden Akt am schnellsten und sichersten zum Ziele zu gelangen . › Ich fange beim kleenen Zehen an , un das is meine Manier , un das is de beste . ‹ Ein ander Mal fragte ich ihn , ob man bei Statuen , die hoch gestellt würden und sich gegen die Luft abhöben , die natürlichen Proportionen ändern müsse . Er antwortete : › Wat richtig is , muß ooch richtig aussehen . ‹ Professor A. W. « – Und nun zum Schluß . Einer aus der Gruppe der » Entschiedenen « schrieb mir : » Alle drei Direktoren meiner Lebenszeit sprachen prononciert berlinisch . Die Reihenfolge würde sein : Herbig , Werner , Schadow . Herbig › am dollsten ‹ . « 45 Dies zeigte sich nicht bloß auf dem Gebiete der Historie , sondern auch auf dem der Landschaft . Er freute sich jedesmal , wenn es einem oder dem andern geglückt war , etwas Hübsches aus den Gegenden der Havel und Spree darzustellen und eiferte dann halb scherzhaft halb ernsthaft gegen das » ewige Italien-malen « . » Ich bin nich so sehr vor Italien « hieß es dann wohl » un die Bööme gefallen mir nu schon jar nich . Immer diese Pinien un diese Pappeln . Un was is es denn am Ende damit ? De eenen sehn aus wie uffgeklappte Regenschirme und die andern wie zugeklappte . « 46 Johannes Thile I. kam 1604 ins Amt und stand demselben bis zu seinem 1639 erfolgten Tode vor . Ihm folgte sein Sohn Johannes Thile II. , von dem aber alle Kirchenbuchaufzeichnungen fehlen , da die Führung seines Amts in das letzte Jahrzehnt des Dreißigjährigen Krieges und die daran anschließende Not-und Trauerzeit fällt , in der alles wüst lag und an Ordnung und Buchführung nicht zu denken war . Johannes Thile II. starb 1669 , und von der Hand eines seiner Nachfolger findet sich auf der entsprechenden Kirchenbuchseite die Notiz , » daß ein Sohn dieses jüngeren Johannes Thile ( also des 1669 verstorbenen Johannes Thile II. ) den Kriegs- und Soldatenstand erwählet , von der Pike auf gedient und 1722 als Oberst ein Infanterieregiment befehligt habe . In dieser seiner Eigenschaft sei derselbe durch Se . K. Majestät in Preußen , Friedrich Wilhelm I. in den adligen Stand erhoben und dieselbe › Dignität ‹ alsbald auch seinem Herrn Bruder , dem Geheimrat Thile verliehen worden . « – Es sind das Angaben , die mit denen in Zedlitz ' Adelslexikon im wesentlichen übereinstimmen , und an die nur noch die weitere Mitteilung zu knüpfen bleibt , daß die beiden gegenwärtig in unserer Armee stehenden Generale von Thile dieser dem Gröbener Pfarrhaus entstammten Familie zugehören . 47 An Königs Tafel im Lager zu Landshut , Mai 1759 , wurde hin und her gestritten , welchen Namen einer der Centurios in der zehnten Legion geführt habe . Der König behauptete Quintus Caecilius , Guichard aber versicherte : Quintus Icilius , und da sich letzteres als das Richtige herausstellte , so sagte der König : » Gut . Aber Er soll nun auch zeitlebens Quintus Icilius heißen . « Und so geschah es . Auch bei späteren Gelegenheiten erwies sich der König stets als sehr gnädig gegen Guichard und ließ sich Dinge von ihm sagen , die kein anderer wagen durfte . Nur ein Beispiel . Nach Plünderung des dem Grafen Brühl zugehörigen Schlosses Pförten in der Lausitz , die durch Guichard , auf ausdrücklichen Befehl des Königs , ausgeführt worden war , fragte dieser über Tisch : » Und wie viel hat Er denn eigentlich mitgenommen ? « » Das müssen Ew . Majestät am besten wissen , denn wir haben ja geteilt . « Ein andermal kam es freilich zu wenigstens momentaner Ungnade . Das wer 1770 . Als Guichard in eben diesem Jahr die Zustimmung zu seiner Verheiratung mit Fräulein von Schlabrendorf auf Gröben nachsuchte , verweigerte der König den Konsens und zwar : » weil er von zu schlechter Herkunft sei ; sein Großvater sei bloß Töpfer gewesen . « Auch diesen Hieb suchte Guichard zu parieren und erwiderte : » Seine Majestät seien auch Töpfer . Die ganze Differenz besteht darin , daß sein Großvater Fayence gebrannt habe , während der König Porzellan brenne . « Letzterer blieb aber bei seinem ungnädigen Widerspruch und Guichard nahm den Abschied . Indes nicht auf lange . Kein Jahr , so ließ ihn der König wieder rufen und war gnädiger als zuvor . 48 Es ist die Frage gestellt worden , » ob solche Kritik in einem Kirchenbuche zulässig sei « , was ich auf das Bestimmteste bejahen möchte . So gewiß es einem Geistlichen zusteht , von der Kanzel her , oder selbst vom Grabe , die besondere Verruchtheit eines Ehrlosen zu brandmarken , der – wie vielleicht erst die Stunde seines Todes aufdeckte – Witwen und Waisen um das Ihrige betrog , so gewiß muß es ihm auch zustehen , im Kirchenbuche Dinge niederzuschreiben , die solcher öffentlichen Anklage gleichkommen . Ich bin sogar der Ansicht , daß dies häufiger geschehen und ein derartiges Vorgehen unter die ständigen Kirchenzuchtsmittel aufgenommen werden sollte . Denn es gibt in der Tat Naturen , die vor solchem auf Jahrhunderte hin unerbittlich überliefertem Wort mehr Respekt haben , ja mehr in Furcht sind , als vor einem lebzeitigen Skandal . Ein Amtsmißbrauch ist aber um so weniger zu befürchten , als ein Appell von seiten der in gewissem Sinne mitbetroffenen Verwandtschaft an die vorgesetzte kirchliche Behörde ja jederzeit offen stehn und selbstverständlich , im Falle sich ein Übergriff herausstellen sollte , zur Entfernung des Geistlichen aus seinem Amt eventuell auch zu weiterer Bestrafung führen würde . – Was übrigens speziell unseren Pastor Redde betrifft , so muß ihm dieser » letzte Schlabrendorf auf Siethen « ein ganz besondrer Dorn im Auge gewesen sein , da wir in anderweiten , einige Jahre später gemachten Kirchenbuchaufzeichnungen eben diesen Redde nicht nur als einen durchaus unzelotischen , sondern sogar als einen höchst komplaisanten und beinah höfischen alten Herrn kennenlernen . Es bezieht sich dies namentlich auf ein französisch abgefaßtes und an eine damals etwa sieben Jahre alte Komtesse Brandenburg ( Tochter Friedrich Wilhelms II. ) gerichtetes Sinngedicht , das nach Überschrift und Inhalt folgendermaßen lautet : A l ' anniversaire de la naissance de Mlle. Julie , Comtesse de Brandebourg , celebré le 4 Janvier à Siethen par le curé Redde . » Vos fleurs de la jeunesse – S ' augementent dès ce jour – Les fruits de la sagesse – En viennent à leur tour . – O gardez tout bouton afin qu ' il bien fleurisse , – Afin que toute fleur en fruit pour vous mêurisse . « 49 Einer dieser Söhne ( der dritte ) Gustav Graf Schlabrendorf , geboren 1750 , preußischer Kammerherr und Stiftsherr zu Magdeburg , ist der durch seine Schriften , insonderheit auch durch seine Pariser Schicksale während der Revolutionszeit berühmt gewordene Graf Schlabrendorf . Er war ein Anhänger der Girondisten , weshalb er sich , in den Schreckenstagen , auf Antrag Robespierres eingekerkert sah . An dem Tage , wo der Karren vorfuhr , um ihn und andere Verurteilte zum Schafott abzuholen , fehlten ihm seine Stiefel , worauf hin er erklärte : » man könne doch am Ende verlangen in Stiefeln guillotiniert zu werden . « Es hatte das seine Wirkung , und der Scherge , der infolge dieser Bemerkung in eine gute Laune gekommen war , antwortete : » eh bien ; demain matin « . Am andern Morgen aber , wo des Grafen Name nicht mehr auf der Liste stand , wurd ' er vergessen und bald danach , nach dem inzwischen erfolgten Sturze Robespierres , in Freiheit gesetzt . Unter Napoleon , obwohl dieser von Schlabrendorfs scharfer Kritik über ihn hörte , blieb er als » Sonderling « unangefochten . Er war Philosoph und Philanthrop und verwendete seine nicht unbedeutenden Einkünfte zu wohltätigen Zwecken , besonders für seine Landsleute . Nach den Befreiungskriegen ( er blieb immer in Paris ) empfing er das Eiserne Kreuz . Er starb daselbst am 22. August 1824 . In Gröben befand sich ein Porträt von ihm , Kniestück , das um seiner storren Frisur und seiner Glotzaugen willen das Entsetzen aller Kinder war , die des Bildes daselbst ansichtig wurden . Es kam später fort und befindet sich jetzt auf dem Kalkreuthschen bei Landsberg a. W. gelegenen Schloß Hohenwalde . 50 Es gab damals zwei Generäle von Ryssel in der preußischen Armee , beide katholischer Konfession und beide Divisionäre , von denen der eine zuletzt in Neisse , der andre ( der im Text erwähnte ) in Trier stand . Beide waren früher in sächsischen Diensten gewesen und einer derselben hatte noch bei Groß-Beeren eine sächsische Brigade gegen uns kommandiert . Der Triersche nahm Anfang der zwanziger Jahre seinen Abschied und starb in Giebichenstein bei Halle . Der Berliner Witz gefiel sich übrigens damals , unter Ausnutzung des Namens » Ryssel « , in folgendem etwas gewagtem Wortspiele : » Welcher Unterschied ist zwischen einem Elefanten und Friedrich Wilhelm III. ? « » Der Elefant hat einen Ryssel und Friedrich Wilhelm hat zwei . « 51 An dieser in Portlandzement ausgeführten Kanzel befinden sich die Statuetten von Luther , Melanchthon und Calvin , was , unmittelbar vor Einweihung der Kirche , eine Kontroverse herbeiführte . Da Gröben , von den Tagen der Reformation an , immer lutherisch gewesen war , so protestierte der Geistliche , trotz seiner intimen Stellung zur Patronin , aufs entschiedenste gegen die Zulassung Calvins . Aber Frau von Scharnhorst bestand darauf und drang mit ihrem Willen durch . Es scheint mir indessen unzweifelhaft , daß der Geistliche ( Pastor Henschke , Freund und Erzieher Fräulein Johannas ) im Rechte war . Es würde doch beispielsweise sehr auffallen und dem entschiedensten Widerspruch aller reformierten Geistlichen begegnen , wenn seitens einer zufälligen Majorität unserer » Kolonie « plötzlich der Beschluß gefaßt werden sollte , die Statue Luthers an den Kanzeln unserer französisch-reformierten Kirche anzubringen . 52 Während der Verhandlungen , die bereits vielfach über die Pfarrgründungsfrage stattgefunden haben , ist es bis jetzt ganz unmöglich gewesen , den Bauer aus dem Sattel zu heben . Auf die Bemerkung : » Und Ihr werdet dann auch nicht länger nötig haben , Eure Kinder bei Winterwetter eine halbe Meile weit zum Konfirmationsunterricht zu schicken « antwortete man einmütig : » Ei , auf diese zwei Tage freuen sich ja die Kinder die ganze Woche ; da haben sie Schlittenbahn und schneeballen sich und kommen immer frisch und munter nach Hause . « 53 In dem Punkte , daß man im Kabinett eine gewisse Bestrittenheit der Scharnhorstschen Verdienste wegleugnen wollte , hatte man gewiß unrecht , aber darin andererseits gewiß recht , daß er mindestens » unopportun « war , in solcher Zeit auf solche Meinungsverschiedenheiten oder auch Schlimmeres hinzuweisen . – Einen eigentümlichen Eindruck macht es außerdem , aus dem Briefwechsel zwischen den streitenden Parteien zu ersehen , daß die beiden Räte I. und v. B. auch stilistische Bedenken hatten und damit nicht hinter dem Berge hielten . So wollte man das gesperrt gedruckte Wort » stetig « , weil es nicht deutsch sei , gern weg haben und proponierte statt seiner das Wort » anhaltend « . Aber Gneisenau wollte auch von einer derartigen , bloß sprachlichen Änderung nichts wissen und antwortete : » › Stetig ‹ will mehr sagen als › anhaltend ‹ ; jenes bezeichnet das Bewußtsein des Wollens und des Zweckes . Es ist das englische › steady ‹ und ist absichtlich gewählt . « Zuletzt wurde die Sache Hardenberg selbst zur Entscheidung vorgelegt und dieser schrieb sehr fein an den Rand : » Das Wort › stetig ‹ kann als eine neue Kreation wohl gut sein . Ich kenn ' es aber noch nicht als deutsch . « 54 Zeit und Ort ist an dieser Stelle nicht richtig angegeben . Er wurde nicht 1756 , sondern 1755 und nicht in Haemelsee , sondern in Bordenau geboren . Ein solcher Fehler an solcher Stelle wird manchen überraschen ; wer sich aber von Metier wegen viel um Biographisches gekümmert hat , weiß , daß nichts häufiger ist , als derartig irrtümliche Angaben . Ein Befragen der Kirchenbücher unterbleibt , und auf Mitteilungen einzelner Familienglieder hin , » die ' s von Jugend auf so und nicht anders gehört haben « , entstehen die Fehler . Erst in neuerer Zeit ist man vorsichtiger in diesem Punkte geworden . 55 Wilhelm von Scharnhorst , General der Infanterie , gestorben am 13. Juni 1854 zu Ems . Er besuchte das Gymnasium zum Grauen Kloster und trat in das preußische 3. Husarenregiment ein , ging aber bald danach ( wahrscheinlich 1809 ) auf Wunsch seines Vaters nach England . In der deutsch-englischen Legion focht er unter Wellington in Spanien . 1813 kam er nach Preußen zurück . 1818 vermählte er sich mit der Tochter des späteren Feldmarschalls Grafen Gneisenau , kam in den Generalstab und wurde militärischer Zwecke halber 1827 – 28 nach Griechenland , später nach Holland hin abkommandiert . Anfang der vierziger Jahre war er Inspekteur der Artillerie von Pommern und Preußen , danach in der Rheinprovinz . 1849 nahm er an dem badischen Feldzuge teil und wurde zuletzt zum Gouverneur von Rastatt ernannt . Bald darauf erbat er seinen Abschied und übersiedelte nach Berlin , um nur noch den Wissenschaften zu leben . Namentlich war er als Geograph bedeutend und mit Ritter sehr befreundet . Eine von ihm angelegte , viele Seltenheiten enthaltende Landkarten-Kollektion wurde nach seinem Tode vom Staat angekauft und der Königl . Bibliothek unter dem Namen der » Scharnhorst-Sammlung « überwiesen . – Über den jüngeren Bruder , August von Scharnhorst ( 1826 ) hab ' ich in dem Kapitel » Gröben und Siethen « ausführlicher berichtet . 56 Solche Urteile datieren noch aus einer Zeit her , wo die Kenntnis über künstlerische , speziell über architektonische Dinge gleich Null war . Kugler , Schnaase , Lübke haben eine völlig » neue Ära « geschaffen . Während jetzt jeder aus Rund- oder Spitzbogen , aus Tonnen- oder Kreuzgewölbe , den Stil und das Jahrhundert einer Kirche leidlich genau zu bestimmen weiß , stand man früher vor diesen Dingen wie vor einem Rätsel und unterschied das Alter zweier Gebäude oft rein nach dem Grade äußerlichen Verfalls , dabei zur Architektur eine kaum wissenschaftlichere Stellung einnehmend , wie die Kinder zur Pflanzenkunde , wenn sie die Blumen in blaue , rote und gelbe teilen . Dies muß man immer gegenwärtig haben . In jenen Zeiten absoluter baugeschichtlicher Unkenntnis sind durch im übrigen grundgescheite Leute grundfalsche Dinge zu Papier gebracht worden , die nun , ausgerüstet mit der Autorität eines Namens , von Buch zu Buch unsterblich weiter wandern 57 Schwert und Sporen hingen früher dem herrschaftlichen Chore gegenüber , zu dem eine Treppe von außen hinaufführt . Diese beiden Zufälligkeiten waren genug , um folgende Sage heranwachsen zu lassen . » Da war mal ein Edelmann , der kümmerte sich nicht um Gott und Menschen . Er dacht ' , er sei Herr über alles und in seinem Übermut ritt er in die Kirche , gleich die Treppe hinauf , die zu dem Chore führt . Hier aber bäumte das Pferd und überschlug sich , so daß beide in das Schiff der Kirche stürzten und Hals und Beine brachen . Zum Zeichen des und zugleich zur Warnung sind Degen , Schwert und Sporen dem Chore gegenüber aufgehängt worden . « – So die Sage . Schon bei früheren Gelegenheiten , hab ' ich ausgeführt , wie die » mythenbildende Kraft « des Volkes mit Vorliebe , ja vielleicht immer , an solche rein äußerlich gegebenen Dinge anknüpft , vorausgesetzt , daß diese Dinge zugleich unklar und rätselvoll genug sind , um die Phantasie in Bewegung zu setzen und die freieste und selbst willkürlichste Auslegung zuzulassen . Aber so willkürlich die Auslegung sein mag , sie schwebt nie ganz in der Luft und haftet immer an etwas Gegebenem . Die ganze Gruppe von Sagen , um die sich ' s hier handelt , könnte man als poetische Mißverständnisse , noch richtiger als poetische Mißdeutungen bezeichnen . Mißdeutung im Sinne von irrtümlicher Deutung . 58 Dies Blatt befindet sich noch in den zahlreichen Mappen , die Sebastian Hensel aus dem reichen Nachlasse seines Vaters aufbewahrt . Ich komme weiterhin auf diesen Nachlaß zurück . Was speziell dies aquarellierte Blatt angeht , so stellt es eine Felsenpartie dar , und Palmen und Bautrümmer fassen ein Gewässer ein , in dem Mädchen baden . Es nimmt sich aus wie eine Farbenskizze zu einem großen Tapetenbilde . Als Arbeit eines in künstlerischen Dingen ohne jede Schule aufgewachsenen jungen Mannes , mußte dieselbe damals überraschen . Heutzutage , wo jeder zeichnen und einen Baumschlag machen kann , würde man dergleichen freilich ruhiger hinnehmen . 59 An dem aus Bucharen und Indern bestehenden Festzuge wirkten folgende Personen mit : Bucharen . Aliris , Prinz der Bucharei : Großfürst Nikolaus von Rußland ; Abdallah , Vater des Aliris : Herzog von Cumberland ; Abdallahs Gemahlin : Prinzessin Luise Radziwill ; Bucharische Prinzen : Prinz Karl , Prinz August . – Herren im bucharischen Kostüm : Fürst Putbus , Graf Hardenberg , von Adlerberg , von Knobloch , von Knobelsdorff , von Massow , von Bock , von Geusau , Graf Nostitz , Graf Meerfeldt , von Poten , von Stapleton , Graf Pückler , Graf Wartensleben , Graf Lynar , Graf Blumenthal . – Damen im bucharischen Kostüm : Gräfin Schuwaloff , Miß Rose I , Fräulein von Jagow , Fräulein von Brockhausen I , Gräfin Moltke , Miß Rose II , Fräulein von Brockhausen II , Fräulein von Kamptz , Fürstin Lynar , Frau von Hedemann , Frau von Asseburg , Frau von Bülow , Frau von Witzleben , Gräfin Schlieffen , Frau von Clausewitz , Gräfin von Fouqué , Frau von Buddenbrock , Gräfin Haack , Fräulein von Massow . – Herren aus Kaschmir : Graf Brandenburg , von Germann , von Perowsky , von Prittwitz , von Bülow , Graf Gröben , von Fouqué , von Buddenbrock , Graf Gneisenau , Graf Poninsky . – Damen aus Kaschmir : Frau von Buch , Frau von Rochow , Frau von Ompteda , Fräulein von Viereck , Gräfin Hardenberg , Gräfin Gröben , Gräfin Pappenheim , Frau von Tronchin , Gräfin Neale , Fräulein von Schuckmann , Gräfin Häseler . Inder . Aurengzeb , Großmogul : Prinz Wilhelm ( Bruder Fr . W. III. ) . Lalla Rookh : die Großfürstin von Rußland ( früher Prinzessin Charlotte von Preußen ) . Dschehanara , Roschinara , Suria Banu , indische Prinzessinnen : die Herzogin von Cumberland , die Prinzessin Wilhelm , die Prinzessin Alexandrine . Bahadur Schah , Dschehander Schah , Dara , Kinder Aurengzebs : der Kronprinz ( Fr . W. IV. ) , Prinz Wilhelm ( der jetzige Kaiser ) und die Prinzessin Luise . – Herren im indischen Kostüm : Fürst Lynar , Graf Modene , von Witzleben , von Röder , von Tümpling , von Tronchin , von L ' Estocq , von Thun , Graf Arnim , von Lucadou , von Kahlden , von Rochow , von Hopfgarten , von Thilau , Graf Hompesch , von Studnitz , von Möllendorf , Graf Schlieffen , Graf Moltke , von Alvensleben , von Heister , von Jordan , von Kaphengst , von Thümen , von Pourtales , von Meuron , Prinz von Rudolstadt , Prinz Solms , von Rauchhaupt , Graf Waldersee , Graf Blücher I , Graf Blücher II , Graf Bethusy , von Schöler , Graf Lynar , von Massow , von Ostau , von Heister . – Damen im indischen Kostüm : Fürstin Putbus , Lady Rose , Fürstin Carolath , Frau von Senden , Gräfin Brandenburg , Fräulein von Zeuner , Frau von Tümpling , Gräfin Voß , Gräfin Schlippenbach , Fräulein von Arnstedt I , Fräulein von Bergh , Fräulein von Kleist , Gräfin Haack , Fräulein von Knobelsdorff , Fräulein von Hünerbein , Gräfin von Lottum , Fräulein von Stegemann , Fräulein von Boguslawsky , Fräulein von Schuckmann II , Fräulein von Röder , Fräulein von Fouqué , Fräulein von Arnstedt II , Fräulein von Heister I , Gräfin Kalkreuth , Fräulein von Wiedenbruch , Frau von Martens , Frau von Miaskowska , Gräfin Hardenberg I , Fräulein von Maltzahn I , Gräfin Hardenberg II , Fräulein von Senden , Fräulein von Maltzahn II , Fräulein von Adeleps . In den im Text erwähnten vier lebenden Bildern waren die Hauptrollen wie folgt verteilt : der Prophet von Khorasan : Graf Gröben : die Peri : Prinzessin Elise Radziwill ; der Engel des Lichts : Gräfin Mathilde Voß ; der Emir : Fürst Radziwill ; Nurmahal : Frau von Perponcher , und Dschehangir : Herzog Karl von Mecklenburg . 60 Künstler , Schauspieler und Sänger finden sich folgende : Bendemann , de Biefve , Cornelius , David d ' Angers , Genelli , Ingres , Kaulbach , de Keyser , Kiß , Kopisch , F. Mendelssohn-Bartholdy , Fr . Tieck , Horace Vernet , Beethoven , Professor Wach , Carl Maria von Weber , Zelter , Franz Liszt , Löwe , Magnus , Moscheles , Paganini , Chr. Rauch , der alte Schadow , Wilhelm Schadow , Schinkel ( dreimal ) , Schnorr , Jul . Schrader , Schwind , Thorwaldsen , Eduard Devrient , Viardot Garcia , Grisi , Lablache , Lind-Goldschmidt , Milder , Clara Novello , Pasta , Rachel , Rebenstein , Pius Alex . Wolff , Schröder-Devrient , Seydelmann , Wilh . und Aug . Stich ( Crelinger ) . 61 Es liegt mir begreiflicherweise daran , einen so diffizilen Punkt nach Möglichkeit klargestellt zu sehen , weshalb ich mich auch noch in diese Anmerkung flüchte . Was an Historischem in diesen Wanderungen enthalten ist , gruppiert sich : in allgemein Gekanntes , in wenig Gekanntes und in gar nicht Gekanntes . Es ist selbstverständlich , daß der Mann von Fach an der ersten , räumlich sehr überwiegenden Gruppe vorübergehen muß und an der zweiten ( in der sich übrigens einige Raritäten vorfinden ) vorübergehen kann . Aber die dritte Gruppe , der beispielsweise alle Kirchenbuchaufzeichnungen angehören , hat Anspruch auf Beachtung auch von seiten des Berufshistorikers . Dies im Hinblick auf Einzelheiten aussprechen , ist etwas sehr andres , als mit dem Ganzen historische Prätentionen erheben . 62 Wie gut es mir auf den alten Herrensitzen ergangen ist , davon legen die vier Bände Zeugnis ab . Auf eines aber möcht ' ich eigens noch hinweisen dürfen und zwar auf den für mich sehr wichtigen Umstand , daß ich bei den Mitteilungen , die mir zuteil wurden , niemals durch Ängstlichkeiten gequält worden bin . Es kam nie vor , daß die linke Hand wieder zu nehmen trachtete , was mir die rechte Hand eben gegeben hatte . Jene so häufigen Kautelen und Einengungen , die bekanntlich viel grausamer sind als Vorenthaltung , blieben mir sämtlich erspart . Ich empfing alles » auf Diskretion « , ohne daß mir diese Diskretion jemals zur Bedingung gemacht worden wäre . Ja , was noch mehr überraschen wird , ich bin auch nachträglich niemals eines Vertrauensbruchs oder eines faux pas oder einer Ungeschicklichkeit bezichtet worden . Was alles ich nicht dankbar genug anerkennen kann . Aber freilich , wenn es mir einerseits glückte , mich vor einem direkten in Ungnade-fallen zu schützen , so hat es mir doch andrerseits ( einen einzigen Fall abgerechnet ) auch nie gelingen wollen , in eine direkte Gnade zu kommen . Es war eben immer nur » a hairbreadth ' s escape « . So wenigstens glaub ' ich aus einem gewissen elegischen Ton schließen zu dürfen , in dem diese Dinge , wenn das Kapitel schließlich vorlag , behandelt zu werden pflegten . Es kann aber auch kaum anders sein , und berühmte Historiker , wie mir versichert worden ist , haben Schlimmeres erfahren müssen . Fünf Schlösser Vorwort Entstanden zwischen 1880 und 1888 . Erstdruck : Berlin ( W. Hertz ) 1889 . Vorwort Fünf Schlösser ! Fünf Herrensitze wäre vielleicht die richtigere Bezeichnung gewesen , aber unsere Mark , die von jeher wenig wirkliche Schlösser besaß , hat auf diesem wie auf jedem Gebiet , immer den Mut der ausgleichenden höheren Titulatur gehabt und so mag denn auch diesem märkischen Buche sein vielleicht anfechtbarer , weil zu hoch greifender Titel zugute gehalten werden . Nur Plaue war wohl wirklich ein Schloß . Das Buch einfach als eine Fortsetzung meiner » Wanderungen « zu bezeichnen oder gar in diese direkt einzureihen , ist mit allem Vorbedacht von mir vermieden worden , da , trotz leicht erkennbarer Verwandtschaft , doch auch erhebliche Verschiedenheiten zutage treten . In den Wanderungen wird wirklich gewandert , und wie häufig ich das Ränzel abtun und den Wanderstab aus der Hand legen mag , um die Geschichte von Ort oder Person erst zu hören und dann weiter zu erzählen , immer bin ich unterwegs , immer in Bewegung und am liebsten ohne vorgeschriebene Marschroute , ganz nach Lust und Laune . Das alles liegt hier anders und wenn ich meine Wanderungen vielleicht als Plaudereien oder Feuilletons bezeichnen darf , so sind diese » Fünf Schlösser « ebenso viele historische Spezialarbeiten , Essays , bei deren Niederschreibung ich um reicherer Stoffeinheimsung und noch häufiger um besseren Kolorits willen , eine bestimmte Fahrt oder Reise machte , nicht eine Wanderung . Zu meiner besonderen Freude hat ein glücklicher Zufall es so gefügt , daß die zu verschiedenen Zeiten und ohne Rücksicht auf ein Ganzes entstandenen Einzelarbeiten , in ihrer Gesamtheit schließlich doch ein Zusammenhängendes bilden , eine genau durch fünf Jahrhunderte hin fortlaufende Geschichte von Mark Brandenburg , die , mit dem Tode Kaiser Karls IV. beginnend , mit dem Tode des Prinzen Karl und seines berühmteren Sohnes ( Friedrich Karl ) schließt und an keinem Abschnitt unserer Historie , weder an der joachimischen noch an der friderizianischen Zeit , weder an den Tagen des Großen Kurfürsten noch des Soldatenkönigs , am wenigsten aber an den Kämpfen und Gestaltungen unserer eigenen Tage völlig achtlos vorübergeht . Freilich nicht jeder Abschnitt , mit vielleicht alleiniger Ausnahme des ersten ( der Quitzowzeit ) , kommt zu seinem Recht , aber doch immerhin zur Erwähnung , und wenn sich auf dem Gebiete der eigentlichen Landesgeschichte sicherlich breiteste Lücken finden , so finden sich dafür auch Mitteilungen und Beiträge , die vielleicht geeignet sind , auf dem Gebiete der Kulturhistorie vorhandene Lücken zu schließen . Vielen Gönnern und Freunden – und nicht zum letzten der bei meinen vielen Anfragen nie lässig oder ungeduldig werdenden Lehrerschaft von Wilsnack und Umgegend – bin ich für ihre freundliche Mitarbeit zu lebhaftem Danke verpflichtet , am meisten freilich den Familien Knyphausen ( auf Lützburg in Ostfriesland ) und Eulenburg , ohne deren Hilfe die Kapitel Hoppenrade und Liebenberg nicht geschrieben werden konnten . – Alle von mir benutzten Bücher sind , meines Wissens , im Texte genannt worden , mit alleiniger Ausnahme ( weshalb ich es hier nachhole ) des E. Handtmannschen Buches » Neue Sagen aus Mark Brandenburg « , einer trefflichsten Sagensammlung , der ich , in dem Quitzöwel-Abschnitt , den Stoff zur Geschichte von » Quitzow dem Judenklemmer « und überhaupt alles auf die Eldenburg Bezügliche entnommen habe . Berlin , 20. September 1888 Th . F. Quitzöwel 1. Kapitel 1. Kapitel Dietrich und Johann von Quitzow im väterlichen Hause bis 1385 Ganz in der Nähe der Einmündung der Havel in die Elbe , zwei Stunden unterhalb Havelberg , liegt Dorf Quitzöwel . 1 Ersteigt man , um Umschau zu halten , den Turm der wenigstens an ihrem Giebel noch gotischen alten Kirche , so gewahrt man , nach Norden hin , das reiche , früher zu Bistum Havelberg gehörige Dorf Legde ( jenseits desselben die Wilsnacker Wunderblutkirche ) , während , nach Süden zu , die Rauchfahnen auf und abfahrender Schleppdampfer die Stelle bezeichnen , wo hinter dem hohen Elbdamm , und deshalb unsichtbar , die Elbe selbst ihren Lauf nimmt . So weit der Blick in die Ferne . Zu Füßen des uns Umschau gönnenden Turmes aber steigt ein aus Wiesen und Eichengruppen malerisch zusammengestellter Park und aus eben diesem Park ein Herrenhaus auf : das gegenwärtige Schloß Quitzöwel . Das ist die Stelle , wo die Stammburg der berühmten Quitzowfamilie stand . Überbleibsel der alten Umfassungsmauern werden noch gelegentlich in großen Steinblöcken ausgegraben und ein bis heute dem modernen Schlosse verbliebenes Stück Wallgraben erinnert an alte , längst zurückliegende Burgtage . Sonst verlautet nichts von Beschaffenheit und Umfang der ursprünglich hier gelegenen Quitzowstätte , während wir über alle diejenigen , die während der sogenannten » Quitzowzeit «