Friedrichsfelde führt . Diese letztere ist erheblich älter und soll als eine Pön , die dem Schlächtergewerk auferlegt wurde , von diesem gebaut und bepflanzt worden sein . Die Veranlassung ist nicht bekannt . Die Allee bestand ursprünglich aus sechs Reihen Lindenbäume . Bei Anlegung der Chaussee , vor etwa siebzig Jahren , wurde der Mittelweg verbreitert und die betreffenden zwei Reihen Linden fielen und wurden durch Pappeln ersetzt . 10 Dieser Pastor Lindenberg starb 1774 an den Folgen eines Schrecks , den ihm eine Spukerscheinung verursacht hatte . Als er nämlich , kurz vor seinem Tode , von einem Besuch im Schloß in seine Pfarre zurückwollte , sah er eine weibliche Gestalt , die vor ihm herging und auf sein Anrufen keine Antwort gab . Als sie bis dicht vor der Kirche waren , wies sie mit der Hand auf eine Stelle neben einem Eckpfeiler und verschwand dann . Der Pastor kam in äußerster Erregung in seiner Wohnung an , erzählte was er gesehen und starb den dritten Tag danach . Er wurde neben dem Eckpfeiler an eben der Stelle begraben , auf die die Gestalt gezeigt hatte . 11 Diese zu Friedrichsfelde geborene Tochter Dorothea war die nachmalige Herzogin von Sagan , vermählt mit Edmund Talleyrand von Perigord , Herzog von Talleyrand und von Dino , durch welche Vermählung sie die Nichte des berühmten Talleyrand wurde . Sie starb am 19. September 1862 . 12 Unter diesen Besuchern werden natürlich auch Maler gewesen sein und das eine oder andere Bild , ganz abgesehen von den Kunstschätzen , die man aus Italien mitbrachte , wird damals seine Stätte in Friedrichsfelde gefunden haben . Eins , aus jener Zeit her , ist im Schlosse verblieben , ein Aquarellbild » Vue de Friedrichsfelde « mit den Widmungsworten : Dedié à Son Altesse Serenissime Madame la Duchesse de Curlande et de Semigalles . Das Bild ist aus dem Jahre 1787 ( Schwarz fecit ) und zeigt das Schloß in seiner damaligen , von der gegenwärtigen nur wenig verschiedenen Gestalt . 13 Von keinem dieser fünf Bilder , mit Ausnahme des Architekturbildes , läßt sich behaupten , daß es nachweisbar von Schinkel herrühre ; doch ist es von allen in hohem Maße wahrscheinlich . Schinkel war bei Aufführung des Schlosses Owinsk , Provinz Posen , als Bauführer tätig . Es war dies 1801 . Die Vereinigung von Architekt und Landschaftsmaler , die sonst in hundert Fällen kaum einmal vorkommt , war eben bei Schinkel charakteristisch , und es ist nicht anzunehmen , daß sich damals – und noch dazu in Owinsk – ein anderer Architekt an seiner Seite befunden habe , der dies alles auch vermocht hätte . – Was die beiden andern Bilder ( Gebirgsseen , Morgen- und Abendbeleuchtung , Pendants ) angeht , so stellen sie genau dasselbe dar , wie die betreffenden beiden Bilder auf der Wagnerschen Galerie , die die Bezeichnung tragen : nach Schinkelschen Originalen von Ahlhorn 1823 kopiert . Die Frage entsteht , sind nun diese beiden Friedrichsfelder die Originale ? Wolzogen in seinem » Leben Schinkels « schreibt : Der Besitzer des einen Bildes ( Abendbeleuchtung ) ist Bankier Brose , der Besitzer des andern ( Morgenbeleuchtung ) unbekannt . Das eine Bild scheint also die Annahme zu rechtfertigen , das andere sie zu verbieten . Eine Entscheidung in dieser Frage , die ohne exakte technische Kenntnis nicht zu geben ist , liegt außerhalb unserer Kraft ; wir geben deshalb einfach die Tatsache , daß sich zwei solche Bilder in Friedrichsfelde befinden und überlassen andern den Beweis der Echtheit , oder – des Gegenteils . 14 Allerdings scheinen nicht alle Mitglieder der damaligen Roebelschen Familie von gleich ausgesprochener Kirchlichkeit gewesen zu sein . Einige waren Lebemänner , insonderheit Andreas von Roebel , ein am Hofe zu Cölln a. d. Spree hochangesehener Gast . Und zwar hochangesehen wegen seines » adligen Zechens « . Erst um 1577 , als er zur Bekleidung eines geistlichen Ehrenamts an den Havelberger Dom berufen wurde , schien es nötig , ihn einen Enthaltsamkeitsrevers unterzeichnen zu lassen . In diesem hieß es : » ... Und so will ich denn bei jeder Mahlzeit mit zwei ziemlichen Bechern Biers und Weins zufrieden sein . Sollt ' ich das aber übertreten und einmal trunken befunden werden , so will ich mich in der Küche einstellen und mir vierzig Streiche weniger eins ( wie dem heiligen Apostel Paulus geschehen ist ) von denen so Ihro Kurf . Gnaden dazu verordnen werden , mit der Rute geben lassen . Andreas von Roebel . « 15 Die » Klaus « in Tirol , um deren Besitz sich auf Kurfürst Moritz ' Zuge nach Innsbruck ein heftiger Kampf entspann . 16 Auch eines andern Roebel noch , der sich im 17. Jahrhundert auszeichnete , möcht ' ich hier flüchtig und in einer Anmerkung wenigstens erwähnen dürfen . Es war dies der Oberst Dietrich von Roebel auf Hohen-Schönhausen , der » durch den sächsischen Kurfürsten Johann Georg III. mit Führung eines Regiments zu Fuß begnadigt , an der Spitze dieses Regiments mit vor Wien und Ofen war und unterschiedenen Kampagnen und Battalgen beiwohnte . « Des Krieges endlich müde , zog er sich um 1690 oder doch nicht viel später auf sein väterliches Gut ( Hohen-Schönhausen ) zurück und begann daselbst die kleine Steinkirche zu schmücken . Zu Helm und Schild einer mutmaßlich längst zurückliegenden Epoche hing er die Fahnen und Feldzeichen seines sächsischen Regiments und bekleidete die Wandung der Empore mit den Wappenschildern aller ihm durch Heirat verwandt gewordenen Familien : der Sparrs und Flanß , der Pfuels und Arnims und insonderheit der jetzt ausgestorbenen , aber im 17. Jahrhundert über den ganzen Barnim hin reich begüterten Krummensees . 17 In einem andern märkischen Dorfe ( Campehl , in der Grafschaft Ruppin ) kam eine ähnliche Geschichte vor . Übermütige Franzosen schafften die Mumie des Herrn von Kalbutz aus der Gruft in die Kirche und begannen , in höllischer Blasphemie , ihn als Gekreuzigten auf den Altar zu stellen . Einem der Übeltäter indes mochte das Herz dabei schlagen . Als er beschäftigt war die linke Hand festzunageln , fiel der erhobene Mumienarm zurück und gab dem unten stehenden Franzosen einen Backenstreich . Dieser fiel leblos um ; Schreck und Gewissen hatten ihn getötet . ( Ich bin seitdem in der Campehler Kirche gewesen und kann diese Geschichte leider nicht bestätigen . Herr von Kalbutz liegt mit gefalteten Händen da , die Finger beider Hände wie in eins zusammengewachsen . Im übrigen erzählte mir der Küster von der großen Popularität dieser Mumie ; Handwerksburschen aus aller Herren Länder , die durch Campehl zögen , ermangelten nicht , sich den Herrn von Kalbutz anzusehn , den sie alle als ein Kuriosum der Mark Brandenburg kennen . ) 18 Nach dem Kirchenbuche zu Buch . In eben diesem Kirchenbuche wird sie jedoch nicht Julie von Voß , sondern Elisabeth Amalie von Voß genannt . Diese Namen finden sich zweimal vor , bei Gelegenheit ihrer Geburt ( 1766 ) und ihres Todes ( 1789 ) . Woher es kommt , daß sie trotzdem als Julie von Voß fortlebt , ist bis zur Zeit nicht aufgeklärt . Ich würde , gestützt auf das Kirchenbuch , im Texte den Namen Amalie wieder hergestellt haben , wenn sich nicht in den Tagebuchblättern ihrer Tante , der Oberhofmeisterin , der Name Julie beständig wiederholte . 19 Eins dieser Bilder befindet sich im Schloß zu Buch , ein anderes im Ingenheimschen Schlosse zu Seeburg , im Mansfelder Seekreise . Ein drittes Bild , in Pastell ausgeführt , besaß eine vor kurzem in dem hohen Alter von über neunzig Jahren verstorbene Frau von Häseler . Im Hause derselben hab ' ich es oft gesehen . Die Gräfin trug auf demselben ein Morgenkostüm , eine Art Tüllspenser mit vielen krausgetollten Kragen . Durch die Fülle blonden Haares zog sich ein schwarzes Samtband . Augen und Teint sehr schön . Dies Porträt rührte von Frau von Sydow , einer Freundin der Ingenheim , her . 20 Gräfin Kannenberg war die fungierende Oberhofmeisterin , während Frau von Voß , zu dieser Zeit wenigstens , nur in ihrer Eigenschaft als Gemahlin des Oberhofmeisters par courtoisie diesen Titel führte . 21 In der Regel wird bei dieser Gelegenheit versichert , diese » Trauung sei seitens des Berliner Konsistoriums und zwar unter Berufung auf die von Melanchthon erlaubte Doppelehe Philipps des Großmütigen von Hessen für zulässig erklärt worden . « Die stete Wiederkehr dieser Versicherung hat den Konsistorialpräsidenten Hegel veranlaßt , unterm 27. April 1876 eine Erklärung abzugeben , in der ausgesprochen wird , » daß weder die gründlichsten Recherchen in der Registratur des Königlichen Konsistoriums , im Geheimen Staats-Archiv , im geheimen Ministerial-Archiv und Königlichen Haus-Archiv , noch auch anderweite Forschungen und Erkundigungen irgend etwas zur Begründung obiger Ansicht ( Gutheißung der Trauung durch das Konsistorium ) ergeben haben . « Es läßt sich in der Tat annehmen , daß Leopold von Ranke das Richtige getroffen hat , als er in seinem Werke : » Die deutschen Mächte und der Fürstenbund . Deutsche Geschichte von 1780 – 1790 « wörtlich sagte : » In neueren Zeiten ist die Behauptung aufgetaucht , das Konsistorium habe in aller Form seine Einwilligung zu dieser Verbindung ausgesprochen ; vergeblich hat man nach einem Aktenstück dieser Art gesucht ; wahrscheinlich ist dabei der Kreis privater Besprechung nicht überschritten worden . « 22 Im siebzehnten Jahrhundert war die große Mehrzahl ( 17 ) aller im zweimeiligen Umkreis nördlich von Berlin gelegenen Güter in Händen von nur drei Familien : Roebel , Krummensee , Loeben . Vgl. das Kapitel Buch . 23 Dieser » Geheime Rat « bestand aus acht Mitgliedern , darunter drei Doktoren der Rechte , die , meist auch später noch , aus bürgerlichem Stande genommen wurden . Die acht Mitglieder waren : Hieronymus Graf von Schlick , Präsident ; Johann von Loeben , Kanzler ; von Benkendorf , Vizekanzler ; Christoph Friedrich von Wallenfels ; Hieronymus von Dieskau ; Friedrich Pruckmann ; Simon Ulrich Pistorius ; Johann Hübner . 24 Canitz und seine erste Gemahlin Doris von Arnim , deren Grabmäler ich in der obengenannten Marienkirche zu Berlin lange vergeblich suchte , sind nichtsdestoweniger in derselben wirklich beigesetzt worden , aber in dem Roebelschen Erbbegräbnis , dessen ich in dem Kapitel Buch bereits eingehender erwähnt habe . Da dies Erbbegräbnis , in dem , laut Stadtrat Kleins Geschichte der Marienkirche , die Toten dreier Familien : der Roebel , Canstein und Canitz beigesetzt wurden , seit etwa vierzig Jahren zugemauert ist , so ist es nicht mehr möglich , die Särge um ihre Inschriften zu befragen . Möglich , daß dieselben , z.B. über den Geburtsort Canitz ' , einen bestimmten Aufschluß geben würden . 25 Ich hätte hier statt des von Plothoschen auch ein anderes Beispiel zitieren können , ein Beispiel aus der Canitzschen Zeit und noch dazu ein Vorkommnis , in dem der Spezialfreund unseres Poeten , der schon an anderer Stelle genannte Johann von Besser , die Hauptrolle spielt . Besser war 1686 kurbrandenburgischer Gesandter in London , und es handelte sich , nach erfolgtem Tode Karls II. für das ganze diplomatische Korps darum , dem nunmehrigen Könige Jakob II. die Glückwünsche ihrer resp . Höfe zu überreichen . Der alte venezianische Gesandte Vignola verlangte den Vortritt vor Besser ; Besser aber verweigerte dies . Man einigte sich endlich dahin , daß der den Vortritt haben solle , der zuerst auf dem Platz erscheinen würde . Der alte Italiener kam früh , aber Besser kam früher ; er hatte sich nämlich die Nacht über in eins der königlichen Vorzimmer einschließen lassen , und stand nun bereits da , als Vignola eintrat . Dieser war unklug genug , nach wie vor auf den Vortritt zu bestehen . Besser warnte ihn . Als der Zeremonienmeister die Tür öffnete , sprang Vignola vor , Besser aber , der von großer Körperkraft war , packte im selben Augenblicke den alten Schelm hinten am Hosenbund und schnellte ihn mit geübter Ringerkunst mehrere Schritte hinter sich . Ohne eine Miene zu verziehen , trat er darauf , völlig fest und gesammelt , an die Stufen des Thrones und hielt seine Ansprache . Alles war entzückt , der König nichts weniger als beleidigt und der spanische Gesandte sagte ruhig zum alten Vignola : » Caro vecchio , avete fatto una grande cacata . « Der Vorfall machte in ganz Europa Sensation und wurde wie ein neuer Sieg Brandenburgs gefeiert , nicht viel geringer , als sei eine zweite Schlacht von Fehrbellin geschlagen und gewonnen worden . 26 Der Titel des Gedichtes lautet : » Elegie ; letzte Pflicht der Freundschaft , dem sel . Grafen von Dohna auf derjenigen Stelle abgestattet , wo derselbe , wenig Wochen zuvor , den tödlichen Schuß empfangen hatte . « ( Es geschah dies bei dem berühmten Sturm auf Ofen 1686 ; die Brandenburger , von den Türken die » Feuermänner « geheißen , wurden von General von Schöning geführt . ) 27 Vergl . » Fahrland « und die » Fahrlander Chronik « in Band III der » Wanderungen « . Diese Fahrlandkapitel wurden später geschrieben als das vorstehende Werneuchner und enthalten allerlei Details über die Schmidt von Werneuchenschen Eltern . 28 Die Löcknitz ist eines jener vielen Wässerchen in unserer Mark , die plötzlich aus einem Luch oder See tretend , auf eine kurze Strecke hin einen Parkstreifen durch unser Sand- und Heideland ziehn . Keines unter all diesen Wässerchen aber ist vielleicht reizvoller und unbekannter zugleich als die Löcknitz , die , aus dem roten Luche kommend , in einem der Seen zwischen » Erkner « und den Rüdersdorfer Kalkbergen verschwindet . Immer dieselben Requisiten , gewiß ; und doch , wer an dieser Stelle spätnachmittags an der Grenzlinie zwischen Wald und Wiese hinfährt , dem eröffnet sich eine Reihe der anmutigsten Landschaftsbilder . Hier dringt der Wald von beiden Seiten vor und schafft eine Schmälung , dort tritt er zurück und der schmale Wiesenstreifen wird entweder ein Feld oder das Flüßchen selber ein Teich , auf dem im Schimmer der untergehenden Sonne die stillen Nymphäen schwimmen . Dann und wann ein rauschendes Wehr , eine Sägemühle , dazwischen Brücken , die den bequemen Wald- und Wiesenweg vom rechten aufs linke und dann wieder vom linken aufs rechte Ufer führen . Selbst die Namen werden poetisch : Alt-Buchhorst und Liebenberg , Klein-Wall und Gottesbrück und der Werl- und Möllensee dazwischen . Unmittelbar dahinter aber beginnt wieder die Prosa und schon die nächste große Wasserfläche heißt der » Dämeritz « . 29 Prinzessin Wilhelmine ( die Markgräfin ) erzählt an einer anderen Stelle ihrer Memoiren : » Ich war all die Zeit über so leidend , daß ich versichern darf , zwei Jahre lang von nichts anderem als Wasser und trocken Brot gelebt zu haben . « Ähnliche Klagen wiederholen sich . Es ist aber aller Sparsamkeit oder meinetwegen auch alles Geizes des Königs unerachtet , nicht sehr wahrscheinlich , daß es so knapp in Wusterhausen hergegangen sein sollte . Der König war ein sehr starker Esser , und alle Personen von gutem Appetit haben die Maxime : » leben und leben lassen . « Außerdem liegen glaubhafte Berichte vor , aus denen sich ganz genau ersehen läßt , was an Königs Tisch gespeist wurde . Es gab : Suppe , gestovtes Fleisch , Schinken , eine Gans , Fisch , dann Pastete . Dazu sehr guten Rheinwein und Ungar . In Wusterhausen kamen noch , weil es die Jahreszeit mit sich brachte , Krammetsvögel , Leipziger Lerchen und Rebhühner hinzu , besonders auch Früchte zum Dessert , darunter die schönsten Weintrauben . Das klingt schon einladender , als die Beschreibung der Prinzessin . 30 Propst Straube ( 1841 ) ein Amtsnachfolger Paul Gerhardts an der Mittenwalder Kirche , hat die lateinischen Distichen in folgenden Alexandrinern wiederzugeben versucht : Wie lebend siehst du hier Paul Gerhardts teures Bild , Der ganz von Glaube , Lieb und Hoffnung war erfüllt . In Tönen voller Kraft , gleich Assaphs Harfenklängen , Erhob er Christi Lob in himmlischen Gesängen . Sing ' seine Lieder oft , o Christ , in seliger Lust , So dringet Gottes Geist durch sie in deine Brust . 31 Ähnliche Worte hatte der Generalmajor von Mosel am 14. August in Wesel gesprochen . Als der König mit dem Degen auf den Kronprinzen eindrang , warf sich M. dazwischen und rief : » Sire , durchbohren Sie mich , aber schonen Sie Ihres Sohnes « . Überhaupt zeigen die Vorgänge jener Zeit , daß hoher Mut an gefährlicher Stelle am besten gedeiht . 32 Droysen erzählt : » Als York in das Zimmer trat , ward er von seiner Frau und seinen Kindern nicht wieder erkannt . Aber das Vögelchen im Käfig flatterte wie vor Freuden hoch auf und sank dann tot hin . « 33 Über ihn , diesen Obersten von Hacke , ein paar biographische Notizen , wie sie mir von befreundeter Hand zugehen . » Hans Christoph von Hacke wurde 1699 zu Staßfurt geboren . Er war ein besonderer Günstling König Friedrich Wilhelms I. , der ihn , seiner Größe wegen , 1715 bei den Grenadieren in Potsdam anstellte . So war der Anfang . Er erhob ihn dann 1728 zum Drosten von Speremberg , 1732 zum Hofjägermeister , 1734 zum Generaladjutanten und vermählte ihn mit der Erbtochter des Ministers von Creutz , Sophie Albertine , die ihm in Pommern große Besitzungen zubrachte , darunter namentlich Pencun und Amt Radewitz . von Hacke blieb bis zuletzt in der Gunst und Umgebung des Königs , der ihm in seiner Sterbestunde noch Aufträge für seinen Sohn , den Kronprinzen , erteilte . Der Regierungswechsel änderte wenig in seiner intimen Stellung bei Hofe . Friedrich II. erhob ihn schon im Juli 1740 in den Grafenstand ; ebenso war er unter den ersten , die den neugestifteten Orden Pour le mérite aus der Hand des jungen Königs empfingen . In der Schlacht bei Mollwitz ( 1741 ) wurd ' er verwundet und stieg nun rasch von Stufe zu Stufe : 1743 Generalmajor , 1747 Generalleutnant , 1748 Ritter des Schwarzen Adlerordens , 1749 Kommandant von Berlin . Von 1750 an dirigierte er den Bau der › Spandauer Vorstadt ‹ und gründete den nach ihm genannten Haackschen eigentlich Hackeschen Markt . Er starb am 17. August 1754 « . Dieser gräflich von Hackeschen Familie gehören an : Edwin Graf von Hacke auf Alt-Ranft im Oderbruch , Editha Gräfin von Hacke , ehemals Hofdame der Königin Elisabeth , Adelaide Gräfin von Hacke , Palastdame Ihrer Majestät der Kaiserin Augusta , Virginie Gräfin von Hacke , Hofdame . 34 Die Hakes sind die einzige Familie , die wir , seit länger als vierhundert Jahren , ununterbrochen im Teltow sehn . Ihnen folgen die seit etwa zweihundertundfünfzig Jahren ebendaselbst angesessenen Görtzkes . Die wenigen adligen Familien ( darunter die von dem Knesebeck und von Haeseler ) , die sich außerdem noch im Teltow vorfinden , gehören diesem Landesteil erst seit kurzem an , während die alten Teltow-Familien : von Beeren , von der Liepe , von Britzke ( in Britz ) , von Wilmersdorf , von Otterstedt , von Boytin , von Groeben , von Flanß , von Thümen , von Schlabrendorf teils ausgestorben , teils in andern Landesteilen seßhaft geworden sind . In keinem Teile der Mark hat der Güterbesitz so oft gewechselt als in Teltow und Barnim . Der Einfluß der Hauptstadt ist dabei unverkennbar . 35 Nichts scheint das Volk in seinem poetischen Hange so schöpferisch zu stimmen als der Anblick von Kunstwerken , die es nicht versteht . Es ruht nicht eher , als bis es eine Deutung gefunden hat , wobei es zugleich eine Neigung und ein Geschick zeigt , schon vorhandene Sagen oder Geschichten dem gegebenen rätselhaften Etwas anzupassen . Es gilt dies beispielsweis auch von der » Adonisstatue mit dem Eberkopf « im Schloßparke zu Köpenick . Die Sage , die sich daran knüpft , ist die folgende : Einem Jäger Joachims II. träumt , er werde bei der nächsten Jagd von einem Eber getötet werden . Er erzählt seinen Traum am andern Morgen und man läßt ihn im Schloß zurück . Die andern kehren mit reicher Jagdbeute heim und der zurückgebliebene Jäger packt nun einen toten Eber , um ihn in die Küche zu ziehen , fällt aber dabei und reißt sich an einem der Hauer den Schenkel auf . Daran stirbt er andren Tags . Diese Geschichte mag sich einmal ereignet haben , irgendwo vielleicht , aber schwerlich in Köpenick , und sie würd ' über das alte Spreeschloß immer hinweggezogen sein , wenn nicht beim Neubau des Schlosses die Errichtung der Adonisstatue mit dem Eberkopf die Sage plötzlich fixiert und ihr Anlehnung und eine neue Heimat geboten hätte . So kommt es , daß man an den verschiedensten Orten denselben Geschichten begegnet ; die meisten dieser Orte sind gleichsam nur Filial und der Mutter-Sagenort ist oft schwer zu bestimmen . – Der Medusenkopf am Portal alter Schlösser hat gewiß schon oft als schlangenumwundenes Porträt hartherziger Schloßherrn gelten müssen , und der alte Herr von Hake hat unzweifelhaft Kameraden in allen Ländern . Der Satz , den ich aufstellen möchte , ist der : das Volk hat eine Neigung , Allgemeines oder wenigstens an vielen Orten sich Findendes zu lokalisieren , sobald gewisse Bedingungen erfüllt , gewisse äußerliche Anhaltepunkte für diese Lokalisierung gegeben sind . 36 » Bernadotte « , so schreibt ein Offizier aus dem Jahre 13 , » entwarf beständig Pläne , die durch Kühnheit in Erstaunen setzten , und gedachte beispielsweise Magdeburg und Stettin mit Sturmleitern zu ersteigen , kam aber der Entscheidungsmoment heran , so nahm er rückwärts Stellungen . Er wurd ' in allem nur durch eine Rücksicht bestimmt , sich und seine schwedische Hilfstruppe keiner Niederlage auszusetzen . « 37 Bei diesem Kampfe ging die alte Kirche von Groß-Beeren in Flammen auf und wurde erst in den zwanziger Jahren durch eine neue , nach einem Schinkelschen Plan erbaute , ersetzt . In Nähe derselben erhebt sich auch das gußeiserne Monument , das zu direkter Erinnerung an den 23. August 1813 errichtet wurde . Es trägt die Inschrift : » Die gefallenen Helden ehrt dankbar König und Vaterland « . 38 Über dies abendliche Kavalleriegefecht find ' ich das Folgende : » Der Marschall Oudinot , als er mit dem 12. Korps von Trebbin her in Ahrensdorf eingetroffen war , schickte die leichte Kavalleriedivision Fournier vor , um Reynier , von dessen Rückzug er noch keine Kenntnis hatte , zu soutenieren . Diese Division Fournier stieß in der Dunkelheit auf das bei Neu-Beeren stehende Leibhusarenregiment , das sich nunmehr seinerseits ohne weiteres auf die Vorhut ebengenannter Division stürzte . Diese , völlig überrascht und unkundig des Weges , wurde von den Husaren immer am Waldrande hin , auf Groß-Beeren zu getrieben . Aber den Husaren folgte wieder das Gros der französischen Kavalleriedivision , und so ging es in wilder Jagd in den bunten Haufen der am Windmühlenberge stehenden Bataillone hinein . An dieser Stelle schloß sich ein diesseitiges Ulanenregiment und den Ulanen wiederum eine Husarenabteilung an , die samt und sonders die Hetze mitmachten , ohne zu wissen , wem es galt und wohin es ging . Oberstleutnant von Zastrow und Major von Reckow wurden umgeritten , und als letzterer am Boden lag , schrie nachstürmende Landwehrkavallerie : › schlagt ihn tot ‹ . Er war für einen Franzosen gehalten worden , und nur die Dazwischenkunft des Majors Friccius entriß ihn der Gefahr und rettete sein Leben . « 39 Nach einer andern Lesart war ihr Verlobter ein französischer Offizier , der , in der Schlacht bei Groß-Beeren verwundet , ins Herrenhaus geschafft und von Frau von Beeren gepflegt wurde . Diese Pflege schloß dann , wie gewöhnlich , mit einer Verlobung . Diese Version läßt sich übrigens mit der im Text erzählten in Einklang bringen . Kapitän Willemer , wie sein Name ergibt , war ein Deutscher ; da aber bei Groß-Beeren zwei sächsische Divisionen auf französischer Seite fochten , so ist es wohl möglich , daß er als verwundeter sächsischer Offizier die Bekanntschaft der Frau von Beeren machte . 40 Friedrich Tietz , ein halbes Jahrhundert lang Berliner Publizist und Mitarbeiter an einer großen Zahl unserer Blätter ( Vossische , Fremden-Blatt , Kreuz-Zeitung ) wurde den 24. September 1803 zu Königsberg i. Pr . geboren und starb am 6. Juli 1879 zu Berlin . Alles Beste , was er geschrieben , sind Theater- und Lebenserinnerungen . Mitunter gelang ihm auch ein Gelegenheitsgedicht usw. Eins derselben – bei Gelegenheit der Geburt des Prinzen Wilhelm ( 27. Januar 1859 ) gedichtet – ist so gut , daß es in glücklichem Einfall und graziösem Humor der Ausführung als Musterstück gelten kann . Ich setz es hierher und bin der Meinung , daß der Verfasser desselben in nichts Besserem fortleben kann . Preußischer Frühling im Januar 1859 . Noch ist es lang hin bis zum Frühlingsgrün , Bis zu Blütenduft und Blumenblüh ' n , Bis zum Jubel der kleinen Waldvögelein , Bis zum Fluge der Schwalben im Sonnenschein . Und dennoch aus fernem , aus warmem Land , Wohin der Winter den Flücht ' gen verbannt , Ist heimgekehrt ein verfrühter Gast , Ein allbekannter zu erneuter Rast . Er sucht sich die höchsten Giebel wohl aus Und baut dort sein Nest auf der Menschen Haus , Und wo er es tut , tönt ' s ihm entgegen : » Willkommen ! Du bringst dem Hause Segen ! « Wer mag noch fragen zu dieser Stund ' , Welchen Gast wir meinen ? Des Volkes Mund Ruft jubelnd aus : » Nun ist er da ! Der Storch ist gekommen ! Viktoria ! « Und alle schau ' n herzfreudigen Blicks Hinauf zur erwählten Stätte des Glücks , Zum Königspalast , dess ' höchste Spitze Der schwarzweiße Vogel erwählt zum Sitze . Der Adler daneben dehnt majestätisch Die Fittiche aus und spricht gravitätisch : » Weil du , mein beflügelter Herr Kumpan , Am Preußenland so was Braves getan , So will ich dich ehren fortan als Freund , Und hoff ' , wir seh ' n uns hier oft noch vereint ! « Der Storch beugt sein langgeschnäbeltes Haupt Und spricht : » Wenn ' s gnädigst mir ist erlaubt , So bring ' ich alljährlich , was heut ' ich gebracht . « Da hat der preußische Adler gelacht : » Herr Vogel-Bruder , ich halt ' dich beim Wort ! Vermehre du fleißig der Preußen Hort ; Der Storch bringt den Segen , ihn hütet der Aar Und Gott schützt das Haus jetzt und immerdar ! « So haben die beiden Luftsegler da oben Es abgesprochen , wir können ' s nur loben . – Und drinnen im Haus singt ins Land hinein Sein erstes Lied unser Prinzlein klein . – » Gott laß dich wachsen , du kleiner Mann , Bis du reichst zum Großen Fritze hinan ! « 41 Meine Quelle gibt an , dieser Oberst sei Savary selbst gewesen , was aber aus vielen Gründen unmöglich ist . Savary war seit 1804 Divisionsgeneral und wurde bereits 1807 , also wenige Monate nach den hier geschilderten Vorgängen , zum Herzog von Rovigo ernannt . Ein so hochgestellter Offizier konnte durch Caulaincourt , der an Rang kaum über ihm stand , nicht gut persönlich zu einer Untersuchungsreise nach Ruppin veranlaßt , am allerwenigsten aber mit einem » taisez vous « zur Ruhe verwiesen werden . 42 Vgl. die Kapitel » Gröben und Siethen « und » Saarmund und die Nutheburgen « . 43 In der Regel wurde dieser Dank brieflich abgestattet und ein paar dieser Dankesbriefe liegen mir vor : » Berlin , 17. April 1843 . Meine vortreffliche Frau Gevatterin . Ihr wahrscheinlich mit eigenen Händen gebackener Osterfladen hat mich um so unerwarteter angenehm überrascht , als ich annehmen konnte , daß Sie mich altes Exemplar vergessen hätten . Ich kann weite Wege nicht mehr mir Annehmlichkeit machen und Besuche werden mir schwer , weil ich immer eine lästige Begleitung dabei nötig habe ; sonst käm ich , Ihnen persönlich meinen Dank zu bringen . Von dem Kuchen habe ich nichts abgegeben und so eben das letzte Stück zum zweiten Frühstück genossen . Grüßen Sie von mir alles um sich herum . Ihnen einen Rest vergnügter Feiertage wünschend , verbleibe Ihr alter getreuer Gevatter J. G. Schadow , Direktor . « Und zwei Jahre später : » Berlin , 29. Mai 1845 . Meine Frau Nachbarin , Gevatterin und Freundin hat meiner wieder gedacht und nach alter Sitte mir um diese Jahreszeit wieder einen Quarkfladen gebacken . War diesmal vorzüglich ! Auch hab ' ich anderen wenig davon abgegeben , gestern abend das letzte davon verzehrt und bin heute mit dem gebührenden Dankgefühl erwacht . Hierbei ist mir wieder lebhaft in Erinnerung gekommen Ihre Mutter , die auch eine so angenehme Erscheinung war . Das häusliche Glück sei stets mit und bei Ihnen ! Zu fernerem Wohlwohlen empfiehlt sich Ihnen Ihr alter ergebener Freund J. G. Schadow , Direktor . « 44 Von berufener Seite her ist mir hiergegen eingewandt worden : » es sei dies nicht richtig ; der alte Schadow habe nicht im Dialekt gesprochen . « Auf diesen Einwand hin hielt ich es für angezeigt , mich mit einer ganzen Anzahl der aus der Schadowzeit her noch lebenden Maler und Bildhauer in briefliche Verbindung zu setzen . Ich erhielt auf meine Briefe fünfzehn Antwortschreiben , die sich in drei Gruppen teilen : sechs erklären rund und nett » er sprach berlinisch « , zwei bestreiten es , und sieben halten einen Mittelkurs . Die letzteren werden wohl recht haben und aus der Reihe dieser zitier ' ich deshalb folgende Stellen : » Er sprach berlinisch , wenn er sich gehen ließ , aber nicht das spezifische Berlinisch , sondern ein Berlinisch , das durch