Neben Bildnis und Stein ist die Sakristeitür . In der Sakristei selbst finden wir das alte Mittenwalder Kirchenbuch , ein großes , nach Art der Bilderbibeln in Leder gebundenes Buch , etwa dreihundert Jahre alt . Die Registrierungen in diesem Buch aus der Zeit von 1651 bis Neujahr 1657 rühren alle von Paul Gerhardt selber her . Seine Handschrift ist fest , dabei voll Schwung und Schönheit . Seine Aufzeichnungen schließen mit dem 28. Dezember 1656 . Bild und Stein und Buch , sie mahnen an sein Wandeln und Wirken an dieser Stätte ; fehlten aber auch diese Dinge , die seinen Namen oder die Züge seiner Hand tragen , die Kirche selber – im großen und ganzen dieselbe geblieben – sie würde dastehen zu seinem ehrenden Gedächtnis , der protestantischen Welt mehr eine Paul Gerhardts- als eine Sankt Moritz-Kirche . Wenig Modernes hat sich seit zweihundert Jahren hinzugesellt und wohin das Auge sich wenden mag , sein Auge hat darauf geruht . Veränderungen sollen vorgenommen werden ; mögen sie mit Pietät geschehen . * Paul Gerhardt ist unbestritten der Glanzpunkt in der Geschichte Mittenwaldes , aber es hat der historischen Erinnerungen auch noch andere . Den 31. August 1730 traf Kronprinz Friedrich unter starker Bedeckung , von Wesel aus , über Treuenbrietzen ( wo er die Nacht vorher gewesen war ) in Mittenwalde ein , um daselbst , vor seiner Abführung nach Küstrin , ein erstes Verhör zu bestehen . Das Truppenkommando , das ihn bis Mittenwalde geführt hatte , stand unter Befehl des Generalmajors von Buddenbrock , desselben tapferen Offiziers , der zwei Monate später dem mit der Todesstrafe drohenden König mit den Worten entgegentrat : » Wenn Ew . Majestät Blut verlangen , so nehmen Sie meines ; jenes bekommen Sie nicht , so lang ich noch sprechen darf . « 31 Kronprinz Friedrich blieb zwei Tage in Mittenwalde , vom 31. August bis 2. September . Das Verhör fand mutmaßlich am 1. statt . Er bestand es vor Generalleutnant von Grumbkow , Generalmajor von Glasenapp , Oberst von Sydow und den Geh . Räten Mylius und Gerbett und behauptete während desselben eine » kecke und beleidigende Zurückhaltung « . Als Grumbkow ihm seine Verwunderung darüber bezeugte , antwortete er : » Ich bin auf alles gefaßt , was kom men kann , und hoffe , mein Mut wird größer sein , als mein Unglück . « – Garnison stand damals noch nicht in Mittenwalde ; die Stadt war überhaupt noch klein und zählte ( 1730 ) nur neunhundertzweiundfünfzig Einwohner . In welchem Hause der Prinz bewacht wurde , habe ich nicht mehr ermitteln können ; das » Schloß « existierte längst nicht mehr . Das Verhör fand mutmaßlich auf dem Rathause statt . Das war im September 1730 . Fast siebzig Jahre später , am Silvesterabend 1799 , tritt noch einmal eine historische Figur auf die bescheidene Mittenwalder Bühne , um ihr sechs Jahre lang in Leid und Freud ' anzugehören . Sechs Jahre lang , wie Paul Gerhardt . Ein Kämpfer wie dieser , nicht mit mächtigeren , aber mit derberen Waffen . Es genügt seinen Namen zu nennen : Major von York , der spätere » alte York . « Unterm 6. November hatte der König an den damals in Johannisburg stehenden Major von York geschrieben : » Mein lieber Major von York . Da die jetzt verfügte Versetzung des Majors von Uttenhoven vom Regiment Fußjäger als Commandeur zum dritten Bataillon des Regiments von Zenge es nothwendig macht , dem Jägerregiment ( in Mittenwalde ) einen ganz capablen Commandeur zu geben und Ich Mich überzeuge , daß Ihr die zu diesem wichtigen Posten erforderlichen Eigenschaften in Euch verbindet , so will Ich Euch hierdurch zum Commandeur des Jägerregiments ernennen usw. « Am Silvesterabend 1799 , an der Neige des Jahrhunderts , traf Major von York in seiner neuen Garnison ein und überraschte seine Herren Offiziere auf dem Silvesterball . Die erste Begegnung war gemütlich genug , der dienstliche Ernst kam nach . Das seit 1780 in Mittenwalde stehende Jägerregiment war verwahrlost ; er gab ihm einen neuen Geist , und dieser Geist war es , der sich sieben Jahre später erfolgreich in jenen kleinen Kämpfen bewährte , die dem Tage von Jena folgten . Bei Altenzaun am 26. Oktober , dreiviertel Meile südlich der Sandauer Fähre , waren es die Mittenwalder Jäger , die den Elbübergang des Blücherschen Korps zu decken hatten . Sie taten es mit Ruhm und Geschick . Die Jäger kehrten nicht nach Mittenwalde zurück . York selbst nur auf wenige Tage , Januar 1807 . 32 Dann rief ihn die Not des Vaterlandes dorthin , wo damals allein noch Preußen war , – nach Königsberg . Die Mittenwalder aber waren stolz auf ihren York , und als nach schweren Jahren der Erniedrigung alles Volk im Preußenland zu Gewehr und Lanze griff und » Landwehr « wurde , da griffen die Mittenwalder zur Büchse und wurden – Jäger . Wenigstens deutet darauf die Gedächtnistafel in der Kirche hin , wo die Namen der Gefallenen fast ausnahmslos die Bezeichnung J. , F.-J. und G.-J. , d.h. also Jäger , Freiwilliger Jäger und Garde-Jäger tragen . Das Haus , das Major von York bewohnte , existiert noch . Es ist jetzt ein Gasthaus , in der Hauptstraße der Stadt gelegen , und führt wie billig den Namen » Hotel York « . Über der Haustür erblicken wir eine Nische und an derselben Stelle , wo sonst wohl ein » Mohr « oder ein » Engel « zu stehen pflegt , steht hier eine Büste des alten York . Auch in den Zimmern findet sich sein Bild . Die Lokalität ist im großen und ganzen noch dieselbe , wie sie vor siebzig Jahren war : hinter dem Hause der Hof , und hinter dem Hof ein Garten , beide von Stall- und Wirtschaftsgebäuden umstellt , an deren Außenwänden sich allerlei Treppen und Stiegen im Zickzack entlang ziehen . Im Innern des Hauses hat sich natürlich viel verändert und nur das Zimmer , das er selbst zu bewohnen pflegte , zeigt noch ein paar der alten , übrigens höchst einfachen Stuckverzierungen . Über dem Sofa hängt der Kaulbach-Muhrsche Jeremias und von der Decke herab eine Kamphinlampe . – Beides Kinder einer andern Zeit . Wer reist nach Mittenwalde ? Tausende wallfahrten nach Gohlis , um das Haus zu sehen , darin Schiller das Lied » an die Freude « dichtete . Mittenwalde besucht niemand , und doch war es in seinem Propsteigarten , daß ein anderes , größeres Lied an die Freude gedichtet wurde , das große deutsche Tröstelied : » Befiehl du deine Wege « . Klein-Machnow oder Machnow auf dem Sande Klein-Machnow oder Machnow auf dem Sande Bei Warschau , bei Wien , Bei Fehrbellin , Ob Friedrich Wilhelm , ob alter Fritz , Ob Leuthen , Lützen , Dennewitz , Ein alter märkischer Edelmann Ist immer dabei , ist immer voran . Klein-Machnow ist ein reizend gelegenes Dorf , das sich an einem vom Teltefließ gebildeten See hinzieht . Die Häuser sind ärmlich , aber schöne Kastanienalleen , wie sie während des vorigen Jahrhunderts fast überall in den Nachbardörfern Berlins entstanden , geben dem Ganzen ein sehr malerisches Ansehen . Das Dorf ist alter Besitz der von Hakes . Diese Familie , die drei Gemshörner ( Haken ) im Wappen führt , war früher wie im Havellande so auch im Teltow reich begütert , besitzt aber in letztrem Kreise , nach Einbuße von Genshagen und Heinersdorf , nur noch Klein-Machnow und das Patronat über das angrenzende Stahnsdorf . Am Nordufer des schon genannten Sees erhebt sich der Seeberg , von dessen westlichem Abhang aus man einen prächtigen Blick ins Land hat , die Türme von Potsdam am Horizont . Bevor wir uns im Dorfe selbst und zumal in seiner alten Kirche umsehen , sei noch ein orientierendes Vorwort gestattet über die Hakes und Hackes . Hinsichtlich dieser beiden Familien herrscht nämlich , was die Rechtschreibung ihrer Namen angeht , eine große Verwirrung , die schließlich zu Verwechslungen aller Art geführt hat . Erst neuerdings scheint man sich dahin geeinigt zu haben , nicht abwechselnd und nach Laune Hake , Haake , Haacke , Hacke usw. zu schreiben , sondern im Einklange damit , daß es zwei bestimmt geschiedene Familien gibt , auch zwei bestimmt geschiedene Namen anzunehmen : die Hakes und die Hackes . Die Hackes sind aller Wahrscheinlichkeit nach aus Franken und zwar in verhältnismäßig später Zeit in die Mark gekommen . Ihnen gehört vor allem Hans Christoph Friedrich von Hacke , genannt der » lange Hacke « , der bekannte Liebling Friedrich Wilhelms I. an . Er war Oberst und Generaladjutant des Königs und derselbe , an den sich der bereits sterbende Monarch , als er die Stallbedienten unten im Hof auf einem groben Fehler ertappte , mit der bekannten Aufforderung wandte : » Gehen Sie doch hinunter Hacke 33 und prügeln Sie die Schurken . « In gar keiner Beziehung zu diesen Hackes stehen die Hakes . 34 Sie haben seit fünfhundert Jahren immer als einfache Edelleute in der Mark gelebt und seit dreihundert Jahren das Erbschenkenamt der Kurmark Brandenburg bekleidet . In allen Kriegen , die wir seit den Tagen des Großen Kurfürsten geführt haben , haben zahlreiche Mitglieder dieser Familie auf unseren Schlachtfeldern gekämpft und geblutet , besonders zahlreich zur Zeit der Türkenkriege und des Spanischen Erbfolgekrieges . Ein General der Infanterie und zwei Generalleutnants gingen aus ihr hervor . Von den Generalleutnants machte Ernst Ludwig von Hake , geboren 1651 zu Klein-Machnow , den Spanischen Erbfolgekrieg als Oberst bei der Leibgarde mit ; Levin Friedrich von Hake , geboren zu Genshagen , focht in den Schlesischen und im Siebenjährigen Kriege ; endlich Albrecht George Ernst Karl von Hake , geboren am 8. August 1769 zu Flatow , zeichnete sich während der Befreiungskriege aus , wurde 1819 Kriegsminister und 1825 General der Infanterie . Er starb 1835 zu Castellamare . Diese drei Hakes repräsentieren , wie die drei großen Kriegsepochen unserer Geschichte , so auch drei verschiedene Zweige ihres eigenen Geschlechts und zwar die Häuser : Klein-Machnow , Genshagen , Flatow . Alle drei waren unverheiratet oder kinderlos und zwei von ihnen Ritter des Schwarzen Adlerordens . Sie alle aber , brav und ruhmreich wie sie waren , werden mutmaßlich von einem ihrer ersten Vorfahren , von Hans von Hake , gemeinhin Hake von Stülpe genannt , überlebt werden . Dieser Hake von Stülpe war es , der auf der Golmheide zwischen Jüterbog und Trebbin den Ablaßkrämer Tetzel überfiel und ihm , unter der höhnischen Vorhaltung » den Ablaßzettel für erst noch zu begehende Sünden gestern von ihm gekauft zu haben « , die ganze Barschaft abnahm und den Kasten bergab in den Schnee rollte . Dieser Kasten befindet sich bis auf den heutigen Tag in der Kirche zu Jüterbog , Hake von Stülpe selbst aber ( auch Willibald Alexis hat ihm in seinem Roman der » Wärwolf « einen Abschnitt gewidmet ) wird als eine jener Figuren , wie sie das Volk gern hat , in unserer Landesgeschichte fortleben . Der gute Humor , der Übermut und der Streich , der dem ganzen Ablaßkram dadurch gespielt wurde , haben von jeher dafür gesorgt , daß man die Tat mehr auf ihre humoristische Derbheit als auf ihren sittlichen Gehalt geprüft hat . Wir kehren nach diesen Vorbemerkungen in unser Dorf zurück und schreiten , immer den laubholzumstandenen , stillen See zu unsrer Rechten , die blühende Kastanienallee hinauf . An Bemerkenswertem finden wir das Herrenhaus , das alte Schloß , die Wassermühle und die Kirche . Das Herrenhaus ist ein moderner Bau aus den letzten Jahren des vorigen Jahrhunderts . Nach der Gartenseite hin hat es einen halbkreisförmigen , von hohen ionischen Säulen getragenen Vorbau , der dem Ganzen etwas Stattliches leiht . Die Auffahrt auf den sehr geräumigen Hof erfolgt durch ein altes Sandsteinportal , das nach außen hin einen Medusenkopf und auf diesem eine Minerva zeigt . Die Dorfleute betrachten den Medusenkopf als das Porträt eines hartherzigen Vorbesitzers , der schließlich von den Schlangen verzehrt worden sei . 35 Das alte Schloß , in unmittelbarer Nähe des jetzigen Herrenhauses , ist eines der wenigen alten Schloßgebäude , die sich bis auf diesen Tag in unserer Mark erhalten haben . Es besteht aus einem schmucklosen Viereck , an dessen Nordseite sich ein sechseckiger Treppenturm lehnt . Dieser Turm überragt das Hauptgebäude nur um wenige Fuß und trägt ein Dach von eigentümlicher und schwer zu beschreibender Form ; in der Mitte des eigentlichen Schloßbaus aber und zwar in seinem Erdgeschosse befindet sich ein starker sechs- oder achteckiger Pfeiler , der das Obergeschoß zu tragen scheint . Welcher Zeit dieser Pfeiler angehört , mag dahingestellt bleiben . Bei der Seltenheit derartiger baulicher Überbleibsel in unserer Mark ist es vielleicht gerechtfertigt , die Aufmerksamkeit unserer Archäologen darauf hinzulenken . Von historischen Erinnerungen knüpft sich nichts an diesen Bau . Gemeinhin hat hierlandes die Ortsgeschichte den Ort selbst überdauert ; wir wissen von der Existenz dieser oder jener Burg , von diesem oder jenem was drin geschah , und nur die Burg selbst ist hin ; in Klein-Machnow ist es umgekehrt , die Burg existiert , aber die Geschichte fehlt . Dies hat zum Teil wohl seinen Grund darin , daß Klein-Machnow nach dem Aussterben der Machnowschen Hakes , etwa um die Mitte des vorigen Jahrhunderts , in Besitz einer Nebenlinie kam : der Hakes von Flatow im Havellande , wodurch die lebendige Tradition unterbrochen wurde . Die Wassermühle . Ein schöner , massiver Bau , durch die Gebrüder von Hake im Jahre 1856 neu aufgeführt . Eine Inschriftstafel der alten Mühle hat man in die Frontwand des Neubaues wieder eingefügt . Die alte Inschrift lautet : » Anno 1695 hat Herr Ernst Ludwig von Hake , Seiner churfürstlichen Durchlaucht zu Brandenburg Friederici III Oberster bei der Garde zu Fuß , diese adlige Freymühle hinwiederumb ganz neue aus dem Grunde erbauet , weilen die alte gantz zerfallen . « Diese Machnowsche oder Hakesche Wassermühle wird in alten Urkunden oft erwähnt , doch ist sie nicht mit der noch älteren Wassermühle bei Potsdam , kurz vorm Einfluß der Nuthe in die Havel zu verwechseln , die eigens den Namen Hakemühle ( früher Hackenmohle ) führt . Sie ist viel älter als die Hakes und wird schon 933 genannt , in welchem Jahre König Otto III. seiner Tante , der Äbtissin Mathilde von Quedlinburg , den Ort Potsdam schenkte . Die alte Kirche . Gegenüber der Einfahrt mit dem Medusenkopf liegt die Kirche . Ehe wir sie erreichen , passieren wir ein Steinkreuz , hart an der Straße , zum Andenken eines Schlabrendorf errichtet , der hier in einem Duell mit einem von Hake auf offener Dorfstraße getötet wurde . Sporen und Degen des Gefallenen sind in der Kirche aufgehängt . Nicht immer übrigens waren die Hakes Sieger bei solchen Vorfällen . Auf einem anderen Familiengute kam es zu einem Duell zwischen einem Hake und einem von Bornstaedt . Man schoß sich in der großen Halle des Hauses und Hake fiel . Ursach war ein Stückchen niedergetretenes Erbsenfeld . Man war damals rasch bei der Hand . Wir sind nun an die Kirche herangetreten . Es ist ein überraschend gefälliger , beinah feinstilisierter Backsteinbau aus dem sechzehnten Jahrhundert ( vielleicht auch schon aus dem fünfzehnten ) reizend zwischen Bäumen und Efeugräbern gelegen und von einer Steinmauer eingefaßt . Die eine Kirchenwand trägt zwar deutlich die Inschrift : » Casparus Jacke , Maurermeister zu Potsdam 1597 « , doch hat er die Kirche sehr wahrscheinlich nur restauriert . Der Unterbau , bis zum Beginn der Fenster , ist jedenfalls viel älter und die bestimmt zutage tretende Verschiedenheit der Steine hat denn auch zu der Sage geführt , daß zwei Schwestern die Kirche gebaut und helle und dunkle Ziegel genommen hätten , um ihren Anteil unterscheiden zu können . Unter den verschiedenen Grabsteinen und Denkmälern , die die Kirche besitzt , ist vorzugsweise eine Gedenktafel zu erwähnen , die Ernst Ludwig von Hake , obengenannter Oberster in Friedrichs III. Leibgarde zu Fuß , im Jahre 1696 zu ehrendem Gedächtnis seiner Eltern und Geschwister hat errichten lassen . Diese Gedenktafel gibt zuvörderst die Namen seiner Eltern – Otto von Hake † 1682 und Anna Maria von Pfuhlin † 1682 – und demnächst die seiner vierzehn Geschwister : neun Brüder und fünf Schwestern . Aus der langen Reihe von Namen und Daten mögen hier folgende stehen : Gürge Bertram von Hake . Geboren 1641 ; Leutnant im K. K. hochlöblichen spanischen Regiment zu Fuß ; gefallen am 20. Juni 1662 bei Erstürmung von Serimvar durch die Türken . Otto Sigismund v. H. Geboren 1643 ; Kaiserlicher Kapitänleutnant im Götzschen Dragonerregiment , gefallen 1664 im Passe Kirment in Ungarn . Heino Friedrich v. H. Geboren 1644 ; gestorben im Zipser Land 1667 , war Leutnant im spanischen Regiment zu Fuß . Adolph Heinrich v. H. Geboren 1652 ; Leutnant im Terzkyschen Regiment zu Fuß , gestorben zu Zwoll in Holland . Christoph Ehrenreich v. H. Geboren 1656 ; Kapitän im brandenburgischen Leibregiment Dragoner , gefallen 1686 bei Bestürmung und Eroberung der Festung Ofen . Die einfachen Angaben dieser Gedenktafel zeigen deutlich den Geist , der damals in der Familie lebendig war . Die Mark gehörte noch zum » Reich « und die Kämpfe Habsburgs waren noch die Kämpfe Brandenburgs . Vier der Otto von Hakeschen Söhne dienten in österreichischen Regimentern , zwei fielen im Türkenkrieg , zwei erlagen der Krankheit . Der fünfte und jüngste war Kapitän in einem brandenburgischen Regiment , focht aber , in dem vom General von Schöning kommandierten Kontingent , für dieselbe Sache und fiel im Kampfe gegen den Erbfeind . Der mehrerwähnte Ernst Ludwig von Hake scheint übrigens gleichzeitig zu ehrendem Gedächtnis seiner vor ihm heimgegangenen Brüder die Kirche zu Machnow mit zehn Fahnen ausgeschmückt zu haben , von denen jede einen Banner- oder Sinnspruch trug , dessen Anfangsbuchstaben dem Tauf- und Familiennamen des zu Feiernden entsprachen . Drei von diesen Fahnen existieren noch , die andern sieben sind zerfetzt und zeigen wenig mehr als die Stöcke . Die Sinnsprüche der noch vorhandenen drei Fahnen sind die folgenden : Ornat Virtus Heroem ( Otto Von Hake ) . Coelum Est Vera Habitatio ( Christoph Ehrenreich Von Hake ) . Abimus Hinc Veluti Hospites ( Adolph Heinrich Von Hake ) . Außerdem befindet sich noch ein Denkmal des 1704 bei Höchstädt auf den Tod verwundeten und zu Nördlingen begrabenen Ehrenreich von Hake , sowie ferner ein elftes Banner in der Kirche , das Hedwig Margarethe von Hake , eine Schwester der oben angeführten kaiserlichen und kurbrandenburgischen Offiziere , zu Ehren ihres bei Fehrbellin gefallenen Bräutigams aufrichten ließ . Dies Banner führt folgende Inschrift : » Dem Herrn Ernst von Schlabrendorf , Obrist-Wachtmeister in des Obristleutnants von Grumbkow Esquadron-Dragoner , gefallen 1675 bei Fehrbellin und in der Dalimschen Kirche beigesetzt . « Die Forsten von Klein-Machnow grenzen an den Grunewald und das Potsdamer Jagdrevier . Es war deshalb den jagdliebenden Hohenzollern von jeher daran gelegen , die Jagdgerechtigkeit auf dem Machnowschen Territorium zu haben und die Hakes besitzen denn auch aus dem Ende des siebzehnten und dem Anfange des achtzehnten Jahrhunderts eine ziemliche Anzahl von Verpachtungsurkunden , in denen das Verhältnis zwischen den eigentlichen Besitzern und dem fürstlichen Jagdpächter geregelt wird . In einer dieser Urkunden heißt es : » Seine Kurfürstliche Durchlaucht ( Friedrich III. ) wollen Ihnen , Denen von Hake und ihren Successoribus , bei vorfallenden › Ausrichtungen ‹ , als Hochzeiten , Kindtaufen und Begräbnissen , etwas an rothem Wildbret auf ihr unterthänigstes Ansuchen ohne Entgelt reichen lassen . « Der Wortlaut dieser Urkunde – die hundertundfünfzig Jahre lang unbeachtet im Familienarchiv gelegen haben mochte – ward 1848 von dem Assessor von Hake zu einer Eingabe an die Potsdamer Regierung benutzt und zwar unter Hinweis darauf , daß der vorgesehene Fall eingetreten und ihm ein Töchterchen geboren sei . Die Regierung beeilte sich auch wirklich , dem wohlbegründeten Gesuch nachzukommen und ein tüchtiger Hirsch wurde zur Taufe des kleinen Fräulein von Hake in die gutsherrliche Küche geliefert . » Leider – so erzählte mir Herr von Hake – hat es bei diesem einen Hirsch sein Bewenden gehabt ; noch andere Kinder sind mir seitdem geboren worden , aber infolge der Aufhebung des Jagdrechts ist mittlerweile meine alte Wildbretsurkunde zu einem toten Stück Papier geworden . « Machnow auf dem Sande ist nur eine gute halbe Stunde vom Wann- und Schlachtensee und all jenen andern im Grunewald gelegenen Wald- und Wasserpartien entfernt , die , wenn längst gehegte Wünsche sich erfüllen ( erfüllten sich seitdem ) , über kurz oder lang vor die Tore Berlins gerückt sein werden . Dann , wenn die steil abfallende Hügelreihe , die das weite Becken des Wannsee von Osten her umfaßt , zu einem Kai für heitre , von wildem Wein umlaubte Villen geworden sein und Forst und Fluß nach allen Seiten hin durchstreift werden wird , dann wird auch das hübsche Dorf am Teltefließ seine Besucher und seine Verehrer gefunden haben . Mögen diese dann an der alten , efeuversteckten Kirche und an dem Steinkreuz des gefallenen Schlabrendorf nicht vorübergehen . Groß-Beeren Die Schlacht bei Großbeeren am 23. August 1813 Die Schlacht bei Großbeeren am 23. August 1813 Napoleon , als der Waffenstillstand abgelaufen und Österreich dem Bündnisse Rußlands und Preußens beigetreten war , richtete sein Hauptaugenmerk auf Berlin . Er beschloß , sich desselben zu bemächtigen und ordnete zu diesem Zwecke die Bildung einer aus dem 4. , 7. und 12. Korps bestehenden Armee an , an deren Spitze er den Marschall Oudinot stellte . » Sie werden mit einer solchen Armee « , hieß es in einer dem Marschall um die Mitte des August zugehenden Generalorder , » den Feind rasch zurückdrängen , Berlin einnehmen , die Einwohner entwaffnen , die Landwehr auflösen und die Haufen schlechter Truppen zerstreuen . « Infolge dieser Order betrat Oudinots Armee , deren Sammelplatz Luckau gewesen war , am 19. die Mark , rückte gegen Baruth , und stand am 22. abends in dreimeiliger Entfernung von Berlin : das 4. Korps Bertrand bei Jühnsdorf , das 7. Korps Reynier bei Wittstock , das 12. Korps Oudinot zwischen Trebbin und Thyrow . Oudinot nämlich , wie gleich hier hervorgehoben werden mag , hatte nicht bloß den Oberbefehl über das Ganze , sondern auch noch den Spezialbefehl über das letztgenannte 12. Korps . Am andern Tage sollte der Vormarsch gegen Berlin fortgesetzt werden , zu dessen Schutze die vom Kronprinzen von Schweden ( Bernadotte ) kommandierte Nordarmee zwischen Ruhlsdorf , Heinersdorf und Blankenfelde Stellung genommen hatte . Der nächste Tag mußte voraussichtlich einen ernsten , vielleicht sogar den entscheidenden Zusammenstoß bringen . Und dieser Zusammenstoß fand auch wirklich statt . Eh ' ich jedoch eine Darstellung desselben gebe , versuch ich eine Schilderung der sich gegenüberstehenden Streitkräfte . Die Oudinotsche Armee , 70000 Mann stark , bestand aus neun Divisionen , von denen fünf fremden Nationalitäten angehörten : zwei waren sächsisch , eine bayerisch , eine württembergisch und eine italienisch . Aber auch die verbleibenden vier französischen Divisionen ließen an Zuverlässigkeit allerlei vermissen , da man bei der letzten Aushebung auf das ersatzpflichtige Alter keine Rücksicht genommen , vielmehr blutjunge Leute , die fast noch im Knabenalter standen , mit herangezogen hatte . Besonders unzuverlässig war die zum 7. Korps Reynier gehörige Division Durutte , die zum größten Teil aus Refraktairs , d.h. aus solchen , die sich der Aushebung bis dahin zu entziehen gewußt hatten , aus Deserteurs und Verbrechern gebildet war . Von den Befehlshabern kamen nur Oudinot und Reynier in Betracht , aber auch hinsichtlich ihrer blieb manches zu wünschen . Oudinot machte den Oberbefehl nicht genügend geltend , ja vermied sogar die persönliche Berührung mit seinen Untergeneralen , während Reynier unlustig und erbittert über die Zurücksetzung war , die Napoleon ihn beständig erfahren ließ . Die diesseitige Nordarmee war viel stärker und umfaßte bis gegen 100000 Mann . Aber auch die dieser zugehörigen Truppenteile waren von gemischter Nationalität und unterstanden , was der Hauptübelstand war , einem Oberbefehlshaber , der , ohne jedes Herz für die Sache , nur seinem persönlichen Interesse nachhing 36 – ein Übelstand , der noch schwerer ins Gewicht gefallen wäre , wenn nicht der Geist der beiden preußischen Heerführer Bülow und Tauentzien , und kaum minder der in ihren Landwehren aller mangelhaften Ausbildung und Bewaffnung unerachtet anzutreffende preußische Kampfesmut , eine Balance geschaffen hätte . Jedenfalls standen wir hinter der Oudinotschen Armee nicht zurück und hatten keinen Anspruch darauf , von Napoleon als » schlechte Truppe « und sogar als » Gesindel « bezeichnet zu werden . Der nächste Tag sollte denn auch zeigen , daß er die Rechnung ohne den Wirt gemacht und » l ' Enfanterie prussienne « sehr unterschätzt hatte . Beginn der Schlacht Der rechte französische Flügel , das 4. Korps Bertrand , dirigierte sich am 23. in aller Frühe schon von Jühnsdorf gegen Blankenfelde , das bereits am voraufgegangenen Tage durch das diesseitige IV. Korps unter General Tauentzien besetzt worden war . Es entspann sich alsbald ein leichtes Gefecht , das bis gegen die Mittagsstunde fortgeführt wurde . Zu dieser Zeit wandte sich Bertrand an den links neben ihm stehenden Reynier und ließ ihn wissen , » daß er auf hartnäckigen Widerstand gestoßen sei , weshalb er Blankenfelde nur dann nehmen könne , wenn im Zentrum energischer vorgegangen und er ( Bertrand ) dadurch degagiert würde . « Da sich Reynier zu solchem » energischen Vorgehen « nicht bereit erklärte , ja mit Rücksicht auf das noch weit zurück befindliche Linkeflügel-Korps Oudinot auch kaum erklären konnte , so schlief das Gefecht am rechten Flügel ( Blankenfelde ) ein und ward auch im ganzen Laufe des Tages nicht wieder aufgenommen . Bertrands Forderung » im Zentrum energischer vorzugehen « war unerfüllt geblieben , aber ein Vorgehen überhaupt hatte nichtsdestoweniger stattgefunden und zur Wegnahme des durch drei diesseitige Bataillone besetzten Dorfes Groß-Beeren geführt . Infolge davon war das Zentrum der vorgeschobenste Punkt der französischen Angriffslinie geworden ; der rechte Flügel bei Jühnsdorf stand um eine Meile , der linke , zwischen Trebbin und Thyrow , um anderthalb Meilen zurück . An eben diesem linken Flügel befand sich auch das Oberkommando . Die Stellung bei Freund und Feind war um fünf Uhr die folgende : Die Entscheidung Von 5 bis 7 General Reynier , als ihm gemeldet wurde , daß die preußische Vorhut auf Heinersdorf zurückgezogen sei , ließ seine Truppen auf einem Hügelzuge , der sich in Front Groß-Beerens von der Kirche bis zur Windmühle und von dieser wieder bis nach dem Vorwerke Neu-Beeren zieht , ins Biwak rücken . Er gewärtigte keines Angriffs mehr , der ihm ebenso sehr der vorgerückten Stunde wie des in Strömen fallenden Regens halber unwahrscheinlich , ja beinah unmöglich erschien und antwortete dem sächsischen Divisionsgeneral , der ihn vor der List und Entschlossenheit der Preußen warnte : » Sie kommen nicht . « Aber sie kamen doch . Um dieselbe Stunde nämlich , als unsere dreibataillonsstarke Vorhut aus Groß-Beeren abmarschiert und zum Überfluß auch noch Order von Ruhlsdorf her eingetroffen war , » bis in die Verschanzungen vor Berlin und demnächst bis über die Spree zurückzugehen « , entschloß sich General Bülow , den ihm gegenüberstehenden Reynier anzugreifen und das verlorengegangene Groß-Beeren zurückzuerobern . Er rief seine Brigadegenerale zusammen , um ihnen den von ihm gefaßten Entschluß mitzuteilen . Er habe sich schon am Tage vorher von der Aktionsunlust des Oberkommandierenden überzeugen können , der seinen Mangel an Eifer mit seinem Mißtrauen in den Wert der ihm unterstellten » neuen Truppen « zu begründen versucht habe . Diese » neuen Truppen « aber seien , was ihnen in diesem und jenem auch fehlen möge , vom besten Geiste beseelt und bedürften nur einer entschlossenen Führung , um sich aufs neue zu bewähren , wie sie sich schon vor dem Waffenstillstand und neuerdings wieder bei Luckau bewährt hätten . Jedenfalls sei es sein Wille , nicht ohne ein vorgängiges ernstes Gefecht das Feld zu räumen . » Unsere Gebeine « , so schloß er , » sollen diesseits Berlin bleichen , nicht jenseits . « Alle Generale stimmten ihm zu , wonach er ohne weiteres nach Ruhlsdorf hin melden ließ : » er werde mit dem III. Korps avancieren und Groß-Beeren innerhalb einer Stunde wiedernehmen . « Als die Truppen von diesem Entschlusse hörten , erfüllte sie plötzlich ein Geist der Zuversicht , und wiewohl sie durch vierundzwanzig Stunden hin nicht Holz und nicht Stroh , kaum Kommißbrot und Branntwein und eigentlich nichts als Regen und wieder Regen gehabt hatten , verlangte doch jeder nach Kampf und brach in hellen Jubel aus , als es hieß : an die Gewehre ! Die Dispositionen zum Angriff waren schnell getroffen und lauteten : Die Brigade Krafft , gefolgt von der Brigade Thümen , avanciert gegen die Hügelposition zwischen Kirche und Windmühle . Die Brigade Prinz von Hessen-Homburg avanciert gegen die Position zwischen der Windmühle und dem Vorwerk Neu-Beeren . Die Brigade von Borstell endlich führt eine Seitenbewegung aus und sucht den Frontangriff auf Groß-Beeren aus der diesseitigen linken Flanke zu soutenieren . Es war sechs Uhr , als sich die genannten Brigaden in drei Linien von Heinersdorf her in Bewegung setzten . Mit Erstaunen hörte Reynier die Meldung , daß das gesamte Bülowsche Korps gegen Groß-Beeren heranrücke . Rasch indessen fand er sich zurecht und bevor noch unsere Kolonnen auf halbem Wege heran waren , hatten die Truppenteile seines Korps folgende gutgewählte Stellungen inne : Sächsische Division von Sahr : Grenadierbataillon von Sperl in Groß-Beeren selbst ; Brigade von Bose ( mit dem Regiment von Low in Front ) zwischen Kirche und Windmühle ; Brigade von Ryssel zwischen Windmühle und Neu-Beeren . Sächsische Division von Lecocq : im Rücken von Groß-Beeren zwischen diesem und der Genshagenschen Heide . Französische Division Durutte : rechts neben der Division Lecocq , also zwischen dieser Division und