und vier , Koa richtiga bleibt enk nia , Alle Tag fangts Jammern an , Wann Liachtmeß kam . « Die Bauern wurden unruhig . » Wia is denn dös ? « schrie der Unterburger . » Derf a so a Kerl ins aussinga ? « Aber der Sepp ließ sich nicht irr machen und sang , daß ihm die Stirnadern anschwollen . » An Ehhalt ' n schinden s ' her , Daß eahm glei d ' Haut werd speer , Mit lauter Plag ' n und Scheern Muaß a sein Lohn vodean , Z ' letzt tean s ' oan no betrüag ' n , Tean eahm an Lohn o ' ziahg ' n , Grobheit ' n kriagst recht schö ' , Nacha ko ' scht geh ' ! « » Wirt ! Der muaß außi ! « sagte der Steffelbauer , ein Mann mit breiten Schultern , und er sagte es im tiefen Baß , ohne Erregung , aber so bestimmt , wie einer , der nicht viel Widerspruch leidet . » Wer muaß außi ? Mir zahl ' n insa Bier so guat wia ös . Dös woll ' n mi sehg ' n , wer ins ausschaff ' n ko ? « brüllte der Toni . » Halt staad ! « mischte sich der Wirt ein und stellte sich breitbeinig vor den Burschentisch . » Dös geht it , Buam ! Ös müaßt ' s enka Bier mit Fried ' n und Anstand trink ' n , sinscht habt ' s koa Bleib ' n bei mir ! « » So ? Dös is brav ! Du leid ' st koane Deanstbot ' n bei dir herin ? « » Lüag it , Sepp ! Vo dem is koa Red it g ' wen . Mir is a jeda Mensch recht , der bei mir was vazehrt , aba ' r a Ruah muaß sei . « » Und koa Hadalump derf sei Schlechtigkeit do herin ausüab ' n « , schrie der Unterburger . » Bin i dei Hadalump ? « plärrte der Sepp zurück . » Jetzt nimma ; aba g ' wen bischt da schlechtast . « » So ? Dös will i sehg ' n , ob du dös sag ' n derfst . « » Sei staad , sag i no ' mal ! « drohte der Wirt , und den Unterburger beschwichtigte er : » Laß guat sei jetzt ; es kimmt nix mehr für . « » Is ja wohr aa ! « brummte der Bauer . » Daß so a herg ' laff ' na Kerl de ganz Gmoa aussinga derfat . « » Der is dir z ' weni , « sagte ein anderer , » aba bal a nomal singt , tean ma ' n außi , und glei a so , daß a ' r in Kollbach koa Bleib ' n nimma hot . « Es wurde ruhig in der Stube ; die Knechte sagten wohl zu einander , daß sie nicht hätten nachgeben dürfen , aber sie dämpften ihre Stimmen und schauten sich scheu nach dem Wirt um , der an der Schenke stand und die Augen überall hatte . Am Ofentisch war der Streit schneller vergessen über Gemeindesachen und anderen Dingen , um die sich ein gestandener Bauer mehr bekümmern mag als um die Frechheit eines zugewanderten Dienstboten . Aber plötzlich klang vom Burschentisch herüber in die gedämpfte Erregung hinein eine tremolierende Stimme , die noch einmal den letzten Vers sang : » Grobheit ' n kriagst recht schö ' , Nacha ko ' scht ge ' h ! « » Ja , Herrgott ! Is koa Ruah gar it ? Aba jetz is a zeiti wor ' n. « » Laßt ' s an Sepp steh ' ! « schrien die Burschen dagegen . » Hot ja da Hansgirgl g ' sunga ! « » Wer ? « » Da Hansgirgl ! Jawoi ! « Und wirklich saß der Schormayer-Knecht mit gläsernen Augen zu hinterst in der Bank und sang es noch einmal in wehmütig zitternden Tönen : » Na-cha ko ' scht geh ' ! « » Wos waar denn dös , Hansgirgl ? Scham di do ! « » Weil ' s wohr is ! « schrie der Knecht und schlug in den Tisch hinein . » Do brauch i mi gar nix z ' schama . « » Geh zua ! Vo dir hot ma no nia an unrecht ' s Wort g ' hört ! « sagte der Steffelbauer . » So ? Hob i no nia was Unrecht ' s g ' sagt ? Für wos bin i nacha a Fei ' schpinna ? « In diesem Augenblick kam der Schormayer zur Türe herein und sah verwundert , wie die Bauern um den Burschentisch standen , und noch verwunderter , wie da mitten unter den jungen Leuten sein Hansgirgl saß und betrunken und zornig den Steffel anstierte . Und er hörte ihn noch einmal schreien : » Ko ' scht ma du dös sag ' n , z ' weg ' n wos i a Fei ' schpinna waar ? « Da trat der Schormayer an den Tisch hin und sagte gutmütig : » Grüaß di Good , Hansgirgl ! Di hätt i do aa it g ' suacht . « » I paß ganz guat her do ; i g ' hör zu dena . « » Du woaßt recht guat , daß da ' r i nix ei ' red . « » Und i g ' hör amal zu dena ! « schrie der Hansgirgl und nahm seinem Nachbar den geschmückten Hut vom Kopf und setzte sich ihn mit einem Ruck auf . » Mi g ' hört ' s aa zua , daß i a Sträußerl trag als an ausg ' stand ' ner Knecht . « » No , no ! Da müaßt i aa was wiss ' n. « » Aba ' r i woaß ' s. « » I vasteh di net , und jetzt sei no wieda guat ! Hock di a bissel zu mir uma ! « » I mog it ; i g ' hör ' amal zu dena do . « Dem Rauschigen weicht ein Wagen aus ; und der Schormayer sah ein , daß er jetzt mit seinem Knecht nichts richten konnte . » Laßt ' s ' n geh ' ! « sagte er zu den andern und setzte sich an den Bauerntisch . Es war ihm aber nicht recht und ging ihm nicht aus dem Kopf , daß der Hansgirgl solche Andeutungen gemacht hatte , als wolle er den Dienst verlassen . Im Rausch sagt einer erst recht die Wahrheit . Und daß der brave , nüchterne Mensch , den er in der ganzen Zeit nie betrunken gesehen hatte , jetzt in dem Zustand dort drüben hockte , mußte seine eigene Bewandtnis haben . Er fragte die Nachbarn . » Hot ' s do was geb ' n ? Hot er an Streit g ' habt ? « » Nix , wos i g ' sehg ' n ho « , antwortete der Unterburger . » I bin selm vahofft g ' wen , wia ' r i eina kemma bi und er hockt dort hibei . « » Dös ko it sei , daß er si grad a so an Rausch hersauft . « » Da Wirt woaß aa nix ; er sagt , daß da Hansgirgl scho fuchsteufelswild daher kemma is . « » Na kenn i mi net aus « , sagte der Schormayer , und es war ihm nicht wohl zumut . Denn ganz gewiß hatte es daheim was abgesetzt ; irgend was hinter seinem Rücken , wie er ' s ja in der letzten Zeit hie und da erlebt hatte . Am liebsten hätte er den Hansgirgl gleich herausgerufen und gefragt , aber der war jetzt schon bockbeinig und wäre ihm doch nicht gegangen . Also abwarten bis zum Heimweg ! Und dazu kam es schneller , als er gemeint hatte , denn plötzlich stand der Hansgirgl auf und sagte grob zum Nebenmann : » Außi laß mi ! « Er versuchte , gerade zu stehen , als er zahlte , und ging dann so aufrecht , als es möglich war , hinaus . Der Schormayer trank sein Bier nicht aus , legte das Geld daneben hin und eilte ihm nach . Auf der Straße traf er ihn , wie er gerade tiefsinnig stehen blieb und mit sich selber redete . » So , Hansgirgl , jetzt genga ma mitanand hoam . « » Han ? Wo ... genga ma hi ? « » Hoam . « » I bi nirgats ... dahoam . « » Wos hoscht denn du ? « » An schön Dank hon i ... jawoi ... an schön Dank . « » I vasteh di net ; red halt amal ! « » Hoscht it g ' hört , wos der g ' sunga hot : Grobheit ' n kriagst recht schö ' , Nacha ko ' scht geh ' ! « » Du , Hansgirgl , schaug mi amal o ! Ho da ' r i wos Unrecht ' s to ? « Der Knecht schaute seinen Herrn bolzengerade an und wurde etwas nüchterner . » Na , du hoscht ma nix to « , sagte er kurz . » Bischt mit wem andern über ' s Kreuz kemma ? G ' wiß mit ' n Lenz ? « - » I red it davo . « » Jo , sag ma ' s ! « » I mag it . Aba ... dös kon i dir sag ' n , daß i morg ' n geh . « » Waar it aus ! Du werscht auf Schnall und Fall weglaffa , und mir tatst it amal an Grund sag ' n ! « » I geh . « » Z ' weg ' n wos denn ? Herrgottsaggerament ! « » I ... i ... bin a Fei ' schpinna ... vastehst ? So a ... so a schlechta Kerl , der wo d ' Leut verklamperlt ... und an sellan muaß ma net halt ' n. Vastehst ? « » Na , i vasteh di gar it . Und des ander wer i na scho morg ' n in da Fruah hör ' n. Da red ' n ma wieda mitanand . « Der Schormayer kehrte um und ging zum Wirtshaus zurück . Aus dem Hansgirgl war heute nichts mehr heraus zu kriegen ; und je länger er ihn gefragt hätte , desto widerhaariger wäre er geworden . Morgen ließ sich das besser an . Aber gewiß hatte ihm der Lenz da was angerührt . Na ! Er wollte ihm hernach schon kommen mit der Richtung . Er schaute zurück und sah in der Dämmerung den Hansgirgl mit den Händen fuchteln . Der redete heftig mit einem unsichtbaren Feind . » Derfst du mi schlecht macha ... du ... aba jetz is aus ... aus ! « Dreizehntes Kapitel » Hätt ' n ma ' s ins geschtan fruah aa ' r it denkt , mir zwoa , daß mir heut scho ausanand kemman , gel , Bräunl ? « Bei diesen Worten patschte der Hansgirgl seinen Lieblingsgaul zärtlich aufs Hinterteil . » Ja , hätt ma ' s it gmoant « , wiederholte er und seufzte . » Aba so geht ' s nimma ' r um ; der Lalli , der dappige , wurd ' jed ' n Tag häßlicha auf mi , und beim Bauern kennt man si aa net recht aus ; der woaß ja selm it , ob a weita macha soll oda übageb ' n. Und na hocket i do . Z ' letzt bracht mi da Lenz no in ' s G ' redt , als wann i zu woaß Good wos für a Dummheit g ' holfa hätt . Na ; i mog nimma . In dem Haus g ' winn i nix mehr , und zwisch ' n an Alt ' n und an Junga steh ' , paßt ma ' r it . « Er putzte den Stall sauber zusammen , stellte alles an seinen rechten Platz und legte dann den blauen Arbeitsschurz ab . » So ! Do waar ' n ma wieda ' r amal firti ; schaug ' n ma ' r um a Haus weita ! Wia mi da Lenz heunt in da Fruah o ' g ' schaut hot ! Warum i net in d ' Arbet fahr ' , fragt a mi . Für mi gibt ' s do koan Arbet mehr , sag i. Und da lacht a recht drecki . Na , Bürschei , mit dir mog i nimma z ' sammg ' spannt sei . Is scho gar wor ' n. « Der Hansgirgl nahm seinen Janker vom Nagel und schloff hinein . Hernach hielt er noch einmal Umschau . Es war alles in Ordnung , und kein Mensch konnte ihm nachreden , daß er seine Sache nicht richtig hinterlassen hätte . Im Haus drüben traf er die Ursula in der Küche an . » Is da Baua scho in da Höch ? « » Jo . Er hot grad voring sei Kaffeesupp ' n kriagt . « » Na wer i eini geh dazua . « » Geh no eini ! Wos hoscht ' n du heunt , daß du dei guat ' s G ' wand o ' g ' legt hoscht ? « - » Feierabend hon i. « » Wia dös ? « » Dös siehgst d ' scho « , sagte der Hansgirgl und ging in die Stube . » Ah , du bischt do ! « lachte der Schormayer . » Hoscht dein Sausa vo geschtern ausg ' schlaffa ? « » Do hon i net vui zu ' n Ausschlaffa g ' habt . « » Öhö , mei Liaba , du bischt guat beinand g ' wen . « » Zu ' n Abschied macht na dös aa nix . « » Wos Abschied ? « » I tat di schö ' bitt ' n , Baua , daß d ' ma ' r a Zeugnis schreibst . « Der Schormayer sprang vom Stuhl auf . » Wos is denn mit dir , Mensch ? Is dir de Dummheit net aus ' n Kopf ganga ? « » I hab ' s für koa Dummheit it . « » Ah ! Dös hoscht do grad im Rausch g ' sagt ! Bal mi neun Johr auf oan Platz is , lafft ma ' r it ohne Grund weg . « » I ho scho mein Grund . « » Den tat i halt nacha sag ' n ; und bal wos feit , ko ma ' s ja richt ' n. « » Do is nix zum Richt ' n. I sag da ' s glei , Schormoar , i bi liaba auf an fest ' n Plotz , und den hon i bei dir nimma . Du kunnt ' st morg ' n übageb ' n , und i hängat do . « » Wos woaßt du vo mein Übageb ' n ? Hot da ander dumm daher g ' redt ? Der kunnt sie aba schneid ' n. « » Na ; der hot nix g ' red ' t. I passet aa net auf . « » Wia kimmscht ma nacha mit dem ? « » Ja no , dös werd amal schnell geh ' , bal jetzt d ' Urschula weg is . « » Wos bekümmern di de Sacha ? I sag da ' s für ganz g ' wiß , daß i heuer net übagib . « » Sell mog scho sei , aba i hon an weitschichtinga Vetta in Vierkirch ' n drent , und ... und bei dem kriagat i jetzt an ruhig ' n Plotz , und dös mog ma halt do it auslass ' n. « » Dös is dir erscht geschtan ei ' g ' fall ' n ? « » Na , dös woaß i scho länga ; er hot ma scho auf ' s Neujohr g ' schrieb ' n. « » Geh , hör ' auf ! Dös braucht an stark ' n Glaab ' n. Daß du de ganz Zeit her koan Schnaufa it to hätt ' st vo dem ? « » Weil i mir selm it g ' scheidt gnua g ' wen bi . Aba no , älta werd ma ' r aa , und bal bei dir all ' s anderst wurd , kunnt i mi aa nimma ei ' g ' wohna , und drent hätt i de G ' leg ' nheit vasammt . « » M-hm ! Und z ' weg ' n wos bischt na du geschtan so belzi g ' wen ? « » I ? « » Es schteht da it guat o , Hansgirgl , daß d ' ma du it d ' Wahrheit sagst . « » I ho nix zu ' n sag ' n. « » Dös hamm mehra Leut g ' mirkt , net i alloa , daß du geschtan wos g ' habt hoscht ; und mit wem ko ' scht d ' di denn z ' kriagt hamm ? Mit mir net . Also hoscht mit dem Lackl an Streit g ' habt . Und i brauch nix z ' wiss ' n ; mir schmeißt d ' an Strohsack hi und gehst , als wia wann mir it neun Johr mitanand g ' arbet ' hätt ' n. « Der Hansgirgl war nahe dabei , etwas von seinem Verdruß zu sagen , aber da fiel ihm das Wort vom Lenz ein , daß er ihn seinetwegen auch verklamperln könne . Und die Nachrede wollte er sich nicht verdienen ; zu was auch ? Gehen mußte er , weil das Bleiben kein gut mehr tat . Also kratzte er sich hinter den Ohren und setzte eine längere Rede zusammen . » I bi gern bei dir g ' wen , Schormoar , dös sell woaßt du recht guat , und hot aa nix geb ' n ; aba , net , bal ma si nimma außi siecht , indem daß also du nimma lang regierscht , und mi werd aa ' r älta , und durch dös , daß mir da Vetta g ' schrieb ' n hot , i hätt bei eahm ' s Bleib ' n , derf ma halt so wos it vo da Hand weis ' n ; mi lebt it g ' rad heut und muaß aa ' r auf morg ' n denka . Dös sell muaßt d ' selm sag ' n. « » Wann ' s d ' it bleib ' n willst , - i kon di net halt ' n ; und i dank da recht schö , daß d ' ma so mit da Tür ins Haus rumpelst . Eh ' nder hättst d ' ma ' s it sag ' n kinna , oda mi glei gar um an Rat frag ' n , - dös sell waar gar it ganga ! « » Ma übalegt si ' s halt hinum und herum ... « » Und red ' t hinum und herum . Mei Liaba , für so dumm muaßt du mi net kaffa , daß i gar nix spann . Du hoscht mit ' n Lenz wos g ' habt , und i muaß ' s Bad aussaufa . Aba dem kimm i , und net schlecht . « » Na , dös möcht i fei gor it . I mog it mit an Vadruß wegkemma ... « » Dös is na mei Sach . Seit an halb ' n Johr hätt i nix als Z ' widrigkeit ' n mit dem Kerl , und jetzt vatreibat er mir no d ' Leut ' ! « » Dös kam nacha so außa , daß ' n i schwarz g ' macht hätt . « » I glaab ' s amal net anderst , und i schenk ' s eahm it . « » Nacha muaßt du an Zeug ' n macha , bal ' s hintadrei hoaßt , i hätt ' n vaklamperlt . Du muaßt as bezeug ' n , daß i vo dem gar nix g ' sagt hab . « » Vo wos ? Gel ' , daß ' s richti is ? Jetzt hon i di g ' fangt . « » I woaß nix , Schormoar , und mi waar ' s liaba , wann mir jetzt nix mehr red ' n üba dös , und di tatst mir mei Zeugnis schreib ' n. « » Hoscht d ' as fest an Sinn , Hansgirgl ? « » Jo . Schaug ' , es is amal it anderst ! « » Aba bal i ganz auf deina Seit ' n steh ? « » Dös ko ' scht d ' it . Du muaßt mit dein Buam länga haus ' n als wia mit mir ... « » Wart ' s o , wia lang i mit dem no haus ' ! « » I wünsch enk it , daß ös ausanand kemmt ' s , und z ' weg ' n meina scho gar it . I wer an ander ' n Platz kriag ' n. « » I hon g ' moant , du hoscht ' n scho bei dein Vetta ? Gel , Hansgirgl , hoscht d ' di wieda vared ' t ? « » Na , bal i dir ' s amal sag ; aba du mögst mi so ausfratscheln , und dös hot koan Wert it . Laß guat sei , Schormoar ! Mir gengan in Fried ' n und schön ausanand . « » Und i muaß schaug ' n , wo i an Knecht herkriag . « » I woaß da ' r oa ' n. Vom Blank in Neuhof drent an Blasi ; der gang gern vo dahoam weg und hot aa scho öfta g ' sagt , daß ' s eahm bei dir g ' fallat . « » Dös is schö ! Muaß i wiada ' r auf a neu ' s mir oan o ' fanga . « » Der kennt sei Arbet ; an dem hoscht d ' it viel z ' richt ' n , und da Lenz is aa do . « » Red ' ma no g ' rad net vo dem ! « » Mogst d ' ma ' s Zeugnis it schreib ' n , Schormoar ? « » Wanns ' s sei ' muaß , schreib ' i s ' halt . « Der Schormayer ging zur Türe und rief der Ursula . » Bring ma ' r a Tint ' n und a Feda ! « » Es muaß all ' s drin sei . « » Tua ' s no her ! I mog ' s it suacha . « Ursula kam in die Stube und fand endlich im Wandschrank hinter alten Medizinflaschen ein Tintenglas und auch einen Federhalter . » Wo is na mei Brill ' n ? « fragte der Bauer . » Ohne Brill ' n kon i it schreib ' n. « Sie war nicht im Schrank und nicht in der Tischschublade und nicht im Schubfach unter der Bank , und fand sich zuletzt , in einen Kalender eingeklemmt , auf dem Fensterbrett . Der Schormayer setzte sie auf , und da wickelte der Hansgirgl sein Dienstbuch aus allerhand fettfleckigen Papieren und gab es ihm . » Ja , geht denn da Hansgirgl ? « rief Ursula . » Geht a ? Freili geht a ! Weil ma bei enk it bleib ' n ko . « » Wos hon eahm denn i in Weg g ' legt ? « » Ma red ' t net vo dir alloa . « » Und i ho vo so was übahaupts nix g ' sagt « , fiel der Knecht ein . » Also , geh außi ! « befahl der Schormayer seiner Tochter . » Mi braucha ' n di net zu dem G ' schäft . « Er schlug das Dienstbuch auf und las . » Eingetreten bei mir am viert ' n Februar neunzehnhundart und oans . Do steht no mei Untaschrift . Selbig ' smal is da Preßl Bürgamoasta g ' wen . Dös san jetz akrat neun Johr . « Er schaute über die Brille weg vor sich hin , als wenn er über manches nachdächte . » Selbig ' smal is no schäna g ' wen . De Bäurin guat beinand , und sinscht aa all ' s ganz anderst . No ja ! Jetz is scho so . « Er rückte die Brille näher an die Augen und schrieb es mit kratzender Feder und nach mehrmaligen Pausen hin , daß Johann Georg Egermayr diese Zeit her bei ihm in Dienst gestanden und auch seine volle Zufriedenheit durch Treue , Fleiß und Ehrlichkeit erworben habe . » Dös ko ma bei dir mit guat ' n G ' wiss ' n schrei ' m « , sagte er . Über den Hansgirgl kam es nun doch wie Heimweh , als er sein Büchel in Empfang nahm und in die Tasche steckte ; der Kragen wurde ihm eng , und er zog ihn auseinander und schluckte ein paarmal . » I ho schöne Täg bei dir g ' habt , Baua , und i sag dir vagelt ' s Gott ; und des ander woaßt scho . « » Und i wünsch dir Glück , Hansgirgl , und auf den selbinga Vetta waar i schier harb , wenn i dro glaabet « , setzte der Schormayer hinzu , und um seine Mundwinkel war ein verstecktes Lächeln . Aber dann wurde er wieder ernst , als er sagte : » Mit dir geht was Guat ' s vom Hof weg , und i wollt , du waarst blieb ' n ; aba geg ' n dein Will ' n derf i di it halt ' n. Pfüat di Good , und laß da ' s guat geh ' ! « » Adjes ! Und no ' mal schön Dank ; und bal i auf Kollbach kimm , derf i scho zuakehr ' n ? « » Allamal , so lang i do bin . « Hansgirgl zog den Kopf ein und machte sich still hinaus . Eine halbe Stunde später sah ihn der Schormayer vom Fenster aus mit seinem Koffer über den Hof gehen und unterm Tor sich noch einmal wenden . Da schaute er zurück auf neun Jahre Leben und Arbeit . » Hö ! Is der alt ' Spitzbua it dahoam ? « Vor der Küchentüre stand ein vierschrötiger Mensch und klopfte mit seinem Stecken ans Fenster . Ursula fuhr erschrocken zusammen ; sie kannte den Fremden nicht . » Wos willst ? « » Ob der alt Spitzbua it dahoam is ? « » Wann ' s d ' mein Vata moanst , der is an Roßstall vorn . « » Ah , da schaug her ; du bischt de Tochta ? De jetzt Prücklin vo Hirtlbach werd ? « - » De waar i , ja . « » Da gratalier i ; kriagst d ' an warma Plotz . Feit si nix . « » Wer bischt denn du ? « » I bin da Tretter Jackl vo Pettenbach und hätt ' eppas z ' red ' n mit dein ' Vata . So , so , du bischt an Prückl de sei ? Daß ma fei wos z ' kaffa kriagt aa aus enkern Stall ! « » Dös werd na scho er macha . « » Er is a bissel a G ' naua . « » Werd ' scho not toa . « » Gar a so brauchat ' s as it , aba er hot ' s vo seina Muatta . Auf de muaßt d ' Obacht geb ' n , daß s ' da ' r it z ' viel drei ' red ' t. « » Sie kimmt ja in Austrag . « » Ja mei ! Austrag ! De alt ' n Weiba geb ' n si ja nia und lass ' n it nach ; de hamm mehra Häut wia ' r a Zwief ' l. Und de alt Prücklin kenn i , de schliaft da nach in d ' Millikamma und in Kella ; und bal ' s d ' dös den erscht ' n Tag leid ' st , na bischt vakafft , dös sag da ' r i. « » I leid ' s scho it . « » Derfst d ' aba ' r a guat ' s Mäu hamm , denn de sell halt ' s mit drei Schaar ' nschleifa aus . Und mit ' n alt ' n Prückl werst d ' aa dei Kreuz hamm ; der fallt in d ' Froas , wann a moant , es kunnt um an Pfenning Sach hi ' wer ' n. « » Du g ' fallst ma , daß du so daher kimmscht und meine Leut veracht ' n tatst . « » Sei froh , bal i da ' r a bissel an Auskunft gib ; es is do bessa , du woaßt , wia ' s d ' di zu ' n vahalt ' n hoscht ; du kriagst it lauta Schön ' s. « » I wer ' s scho aushalt ' n. « » Rühr ' di nicht g ' rad de erscht ' n acht Täg und hau ehr