. » Sie sollen aber wissen , daß sie nimmer sicher sind . « Er gab seinem schwarzen Gaul die Sporen , und der Vogt trabte nebenher . Weiter oben am Rande des Gehölzes lag die Kate in der Morgensonne ; nichts Lebendes war zu sehen als eine Katze , welche auf der Schwelle schlief . » Ist Forthmann in der Arbeit ? « frug Herr Hennicke seinen Vogt . » Ja , Herr . « » Und das Weib ? « » Sie kann nicht ; sie liegt schon wieder mal an ihrem schweren Schaden . « Plötzlich riß Herr Hennicke sein Roß zurück . » Was ist das , Vogt ? « rief er und wies nach dem zerfallenen Strohdach , aus dessen First es bläulich in die Luft stieg . » Das , Herr « , erwiderte der Mann und deckte sich die Augen vor den schrägen Sonnenstrahlen , » das ist Rauch ; und wenn ' s nicht auf dem Boden brennt , so ist auch Feuer auf dem Herd . « Herr Hennicke war rasch vom Gaul herunter . Als er die Lehmdiele der Hütte betrat , sah er wie gestern ein helles Feuer unter einem Topfe lodern . Auf der einen Seite des Herdes stand die kleine Tochter des Kätners in ihrem Lumpenkleidchen , auf der andern stand der Junker Detlev , der leuchtenden Auges in die Flammen blickte und dem Feuer eben eine frische Hand voll Reisig zuschob . Erst als die Dirne einen Schrei ausstieß , sah er seinen Vater vor sich stehen . Er erschrak heftig ; als aber dieser mit bebender Stimme frug : » Hast du dich unterstanden , dieses Feuer anzuzünden ? « , sprach er : » Ja , Herr Vater ; aber das Weib des Kätners liegt in schwerem Siechtum und kann der warmen Speise nicht entraten . « Herr Hennicke wies auf einen Eimer mit Wasser , der neben dem Herde stand . » Nimm ! « sagte er , » und gieß das Feuer aus ! « Aber der Junker rührte sich nicht . » Nimm ! « schrie Herr Hennicke . » Oder glaubst du , daß du schon Herr auf diesem Boden bist ? « Da sprach der Junker : » Nein , Herr Vater ; wohl bin ich hier der Herr , aber ich weiß auch , daß die Gewalt annoch in Eueren Händen liegt . Wenn sie einmal in meinen ist , so sollen ' s meiner Mutter Leute besser haben ! « Bei diesen Worten ist der Grimm des Mannes losgebrochen . » Gib ihm die Peitsche ! « schrie er dem Vogte zu , der eben eingetreten war . » Gib ihm die Peitsche ! « Als aber der Vogt vor solcher Anmutung zurückgewichen ist , hat er den Stock aus dessen Hand gerissen und den Junker in das Angesicht geschlagen , daß das Blut hervorgeschossen ist . Keinen Laut hat dieser ausgestoßen ; er ist ruhig stehengeblieben , bis sein Vater fortgeritten war . Aber nach Hause ist er nicht gekommen und auch später in dieser Gegend nicht mehr gesehen worden ; nur auf dem Eekenhofe soll er desselbigen Abends noch gewesen sein . Der Sommer ist dahingegangen , ohne daß Heilwig nach Frau Benediktes Hof gekommen wäre ; als aber Herr Hennicke eines Morgens nach Eekenhof geritten kam , ist sie schreiend vor ihm davongelaufen . Danach hätten die beiden Füchse am liebsten selbst den Kuckuck in ihr Nest geholt , denn es ist böse Zeit für sie gekommen . Und immer seltsamer ist Herr Hennicke in seinem Zorn geworden , daß seine Nachbarn sprachen , der schwarze Henne gehe nun die Straße nach dem Narrenhaus ; aber es ist nur seine eigenwillige und trotzige Seele gewesen , die den Geboten Gottes sich nicht hat fügen wollen . Im Herbst desselben Jahres ist es gewesen , daß der Stier eines Bauern stößig wurde und Herrn Hennickes Lieblingshunde die Därme aus dem Leib gerissen hat , so daß das Tier daran verrecken mußte . Als ihm solches kundgeworden , hat er zuerst dem Bauern an Leib und Leben wollen ; dann aber ist er anderen Sinnes geworden ; er hat den Bullen greifen lassen und ihn zum Hungertod verurteilt . Vom Hofe aus führte eine Tür zu einem Gefängnis , für welches man in dem Unterbaue eines Treppentürmchens Platz gefunden hatte ; statt der Strolche und Vaganten , denen sonst darin Quartier gegeben wurde , war jetzt der Stier dort in der leeren Zelle angekettet , zu der Herr Hennicke den Schlüssel in seiner eignen Tasche trug . Als es aber in die zweite Nacht gekommen war , ist ein solches Toben von der hungernden Kreatur gewesen , daß im Hause niemand den Schlaf hat finden können als etwa die beiden Junker Henno und Benno , die sich nur schnarchend umgeworfen , wenn das Stampfen und Gebrüll zu dröhnend durch die Mauern fuhr . Frau Benedikte selbst in all ihrer Hagerkeit hat aufrecht in den Kissen wach gesessen ; mit jedem Notruf des gefangenen Tieres hat sie mehr Grimm und Ungeduld hinabgeschluckt ; dann aber ist sie jählings nach ihres Eheherrn Bette zugesprungen , und da sie in der mondhellen Kammer sah , daß auch Herr Hennicke mit aufgestütztem Arm und offenen Augen dalag , so hat sie alles nun mit einem Male wider ihn gespien und verlangt , daß er den Bullen von der Kette löse . Er aber hat sich nicht gerührt und nur gesagt , sie solle ihre Kehle sparen , so werde sie es leichtlich noch dem Bullen abgewinnen . Frau Benedikte hat nun nichts weiter richten können ; als aber am Morgen der Bauer , dem der Stier zu eigen war , sie gar um Fürwort bei dem Herrn angegangen , da hat sie ihn voll Zornes angeschrien , er möge damit nach dem Eekenhof zur Bastarddirne laufen . – – Am selben Nachmittage , als Herr Hennicke in der Gewehrkammer verdrossen