, welche jetzt gerade so aussahen wie winzige , vertrocknete Zwergmännlein , darein und nähte sie in leinene Säcklein . Solange man eine solche Mandragora bei sich trug , schlugen einem nach dem Ausspruch der alten Irschermutter alle Geschäfte und Handelschaften zum Glück aus , und sie gab mir Beispiele , wie dieser und jener Bauer , der vordem ein armer Fretter gewesen , plötzlich zum glückhaften und wohlhabenden Mann geworden sei , nachdem er eine solche wunderbare Mandragora von ihr erhalten habe . Sie wußte auch allerlei Mittel , um einem eine geliebte Person hold zu machen , und hatte eine gute Kundschaft von solchen Leuten , denen sie dann um gute Worte allerlei gab : dem einen ein gepulvertes Schwalbenherz oder das einer Taube , das mußte er der Liebsten in den Wein streuen ; der andern ein Stück Lilienwurz und ein Ringlein , woran die Verliebte etliche von ihren Haaren binden mußte und es dem Liebsten in das Gewand stecken , ohne daß er es merkte ; wieder einem gab sie ein Wachsbild , das eine Frau vorstellte , und sie sagte ihm , daß er dies Bild in ein Stücklein seines Hemdes wickeln und der Verehrten unter den Kopfpolster ihres Bettes legen müsse , worauf sie ihm ewig zugetan sei . Auch Liebestränke braute sie aus Johanniskraut und starkem Met und gab dies denen , die sich über große Kälte der geliebten Person beklagten . Doch auch Gegenmittel wußte sie zu geben , wenn durch irgendwelchen Zauber jemand von einer unsinnigen Liebe für eine Person ergriffen war und wieder davon geheilt sein wollte . Da ließ sie dem Kranken einen Magneten auf die Brust hängen , Ipericon mit Melissenwasser trinken oder destilliertes Enzianwasser und riet Bäder aus Johanniskraut und Dorant . Auch verstand sie eine uralte Kunst , das Nestelknüpfen , um einem Bauern oder Burschen die Mannbarkeit auf lange oder kurze Dauer zu nehmen , und das Gürteldrehen , was den gleichen Zweck hatte . So strafte sie auch den Ödhofer für seine unvernünftige Liebeshitze zur Jungfer Kathrein ; sie knüpfte , als er wieder einmal kam und ungestüm nach der Jungfer rief , eine uralte , rote Nestel hinter seinem Rücken und gab ihm ein Glas Wein , in dem sie Sauerampfer destilliert hatte , worauf er sich nicht mehr sehen ließ im Hause ; doch weiß ich nicht , ob er wegen der geknüpften Nestel oder wegen des bitteren Weins ausblieb ; wo er aber hinkam , schalt er laut über die Hexe . Lieb und Tod Die Zeit ging hin , und ich war unversehens so ein halb , dreiviertel Jahr im Haus der alten Irscherin gewesen und hatte dort vieles gesehen und auch gar manches gelernt , was mir nachmals im Leben nützlich und zur Wohlfahrt wurde ; hatte auch eine innige und feste Zuneigung zur Jungfer Kathrein gefaßt und , obschon ich erst ein gut zwölfjähriges Bürschlein war , bei mir beschlossen , sie einmal zu ehelichen . Das sagte ich ihr auch ganz frei , und sie lachte dazu und ließ mich gewähren , wenn ich sie stürmisch umschlang , ihr die roten Haare zauste oder sonst zärtliche Späße mit ihr trieb . Da hieß sie mich ihren närrischen Buben oder ein Nachtei , ein dummes , und , wenn ich es etwan gar zu unsinnig trieb , ihren tolpatscheten Ritter . Dazu gab sie mir einen zärtlichen Backenstreich und zuweilen wohl auch einen Kuß . Meine Liebe für sie wurde immer heftiger , und ich erschrak bei dem Gedanken , daß ich nun doch bald von ihr scheiden müsse und wieder zurückkehren zur Weidhoferin . Und da nun der Knecht meiner Ziehmutter wirklich kam und mich holen wollte , lief ich , kaum ich ihn von weitem gesehen hatte , davon und in die Kammer der Jungfer . Dort verkroch ich mich unter ihre Bettstatt und ließ mich nicht mehr blicken , bis das Kathreinl spät am Abend hineinkam und ich sie weinen hörte . Da kroch ich eilig hervor und fragte sie : » Was weinst du denn , Kathrein ? « Sie erschrak heftig und wollte davon ; doch ich sprang auf sie zu , umschlang sie und bat sie flehentlich zu bleiben . Nun erst erkannte sie mich und rief » Mathiasle ! O du Ludersbub , du schlechter ! ' s ganze Haus , alles hab ich um dich abgesucht ! Die Mutter ist noch draußen im Holz und schaut und schreit nach dir , und sie meint , du bist wieder in die Klauen von dem Unhold gefallen , der dich selbigsmal in die Felsenschlucht gestoßen hat ! « Darnach seufzte sie und fuhr fort zu reden : » Ach , Bub ! Jetzt ist ' s halt wieder vorbei ! D ' Weidhoferin hat geschickt , und du mußt heim ! Jetzt bin ich halt wieder allein . « Und sie begann aufs neue zu weinen und setzte sich aufs Bett und drückte die Schürze an die Augen . Da sprang ich auf ihren Schoß , halste sie und streichelte sie und gab ihr die zärtlichsten Namen , um sie zu trösten . » Kathreinl ! « bat ich ; » sei doch wieder gut ! Ich geh ja gar nicht fort ! Ich bleib halt da bei dir und laß der Mutter sagen , daß mich du nimmer g ' raten kannst ! « Und da sie mir nichts antwortete , küßte ich sie auf die Lippen , Augen und Wangen und geriet in eine solche Liebeshitze , daß ich selbst darüber verwundert war , ohne jedoch der Natur zu wehren . Vielmehr verstieg ich mich zu den tollsten Versprechungen : daß ich jeden totschlage , der mich von ihr wegbringen wolle , und daß ich , wenn es sein müßte , für sie die peinlichsten Martern leiden wolle . Sie hörte schließlich auf zu weinen und wurde durch meine unsinnige Raserei ebenfalls munter und zärtlich und erwiderte am Ende meine