Labus Atelier war nur drei Meilen hoch , dafür aber in der Grundfläche sehr umfangreich . Lesabéndio und Peka sahen nun gleichsam von der Decke aus in Labus unregelmäßiges Atelier hinunter , in dem unzählige Grotten und Blasengesteine und ganz unregelmäßige Stangengesteine und viele seltsame Emailüberzüge und bucklige Perlmutterwände neben buntschillernden Wurzelphantasieen zu sehen waren . Hatte aber Peka immer wieder das Pech , daß die Pallasianer seine Pläne für zu schwer durchführbar erklärten , so sagten die Pallasianer dem Labu gewöhnlich , daß seine Pläne zu leicht durchführbar seien , da sie ja mit allzu großer Leichtigkeit dem Lokalcharakter der einzelnen Gegenden angepaßt werden konnten . Labu kam zu den beiden Freunden nach oben , und Lesabéndio wiederholte , was er dem Peka erklärt hatte . Da sagte der Labu : » Mir fällt was ein : wir sollten zum Sofanti fahren . « Zu Sofanti aber gings durch Labus sehr unregelmäßig gebildete Decke durch . Als die Drei oben durch waren und von der Bandbahn absprangen , erblickten sie den Sofanti gerade vor einer großen transparenten Haut , hinter der probeweise Lichtarrangements gestellt wurden , um die lampionartige Wirksamkeit der transparenten Haut zu erproben . Dem Sofanti aber sagte der Labu : » Du mußt Lesabéndios Nordtrichterturm mit Riesenhäuten umspannen , dann wird das große Skelett kompakt , und wir bekommen im Nordtrichter dadurch einen neuen Himmel . Die Häute können auf der Außenseite erleuchtet werden . « Da lachte der Lesabéndio und freute sich sehr . Und der Sofanti sagte lachend : » Dazu wär ich schon bereit . Aber - wird auch der Stoff reichen ? Soviel Haut gibt es vielleicht doch nicht . Augenblicklich ist noch nicht so viel da . « Nun war aber die Haut , die der Sofanti wie Leder verarbeitete , nur auf glatten Steinflächen zu finden und von diesen leicht abzulösen . Solche glatten Steinflächen gabs natürlich auf und im Pallas nur in sehr geringer Anzahl . Peka hatte daher Recht , als er sagte : » Hätten wir seit vielen Jahren mehr Felsenabhänge poliert und zu glatten Flächen gemacht , so hätte Sofanti heute mehr Haut loszulösen . Aber der ganze Plan ist ja so großartig , daß wir seine Ausführbarkeit garnicht in Erwägung ziehen dürften . Ist das nicht eigentlich nur Zeitverschwendung ? « Da sagte Lesabéndio : » Ihr seid alle so müde - und zwar nur deshalb , weil Ihr nicht alle Eure Gedanken um einen einzigen ganz einfachen , aber ganz großartigen Plan konzentriert . Solche Konzentration macht ganz allein wieder frisch , wenn auch die Ausführbarkeit noch in weiter Ferne liegt . Ihr verzettelt Euch . « Lesabéndio hatte kein Atelier , aber er war dafür bekannt , daß er immer nur einen so einfachen Plan mit sich herumführte , daß für den ein Atelier garnicht nötig wurde . Mit der Müdigkeit der Pallasianer hatte der Lesabéndio auch Recht ; es kam so oft vor , daß Pallasianer müde wurden und sterben wollten . Der Pallasianer stirbt , wenn erst sein Körper ganz trocken geworden ist , sodaß man beinahe durchsehen kann . Dann aber hat der Sterbende den Wunsch , von einem Lebenden aufgesogen zu werden ; der Lebende saugt den Sterbenden durch die Poren in sich auf . Dieser Prozeß geht aber nicht so einfach vor sich . Es ist zunächst nötig , daß der Aufsaugende auch damit vollkommen einverstanden ist , daß er aufsaugt . Wenn nun Jemand aufgesogen werden will , so fragt er zunächst bei dem , der ihn aufsaugen soll , höflich an . Sagt der » Ja « - so geschieht das Gewünschte gemeinhin sofort . So wurde der Peka , während er mit seinen drei Freunden vor den transparenten Häuten saß , von einem alten Pallasianer , der schon ganz durchsichtig aussah , gefragt , ob er wohl geneigt sei , dem Sterbenden einen Dienst zu leisten . Der Körper des Sterbenden war ganz hellbraun ; die gelben Flecken waren fort . Peka willigte sofort ein ; ein Pallasianer willigte nur dann nicht ein , wenn er an demselben Tage bereits einen andern Sterbenden in sich aufgenommen hatte ! Nachdem Peka eingewilligt , reckte er sich sofort zu seiner ganzen Höhe auf - fünfzig Meter hoch - Pekas Poren öffneten sich dabei ganz weit - und im Körper des Sterbenden , der - zehn Meter von Peka entfernt - höchstens fünf Meter hoch sich aufrecken konnte , entstanden plötzlich fluoreszierende Lichterscheinungen - dann gingen alle Teile des Körpers zerbröckelnd auseinander und wurden von Peka angezogen , in dessen Poren der Körper des Sterbenden nach ein paar Augenblicken verschwand . Fünftes Kapitel Es werden zunächst die Veränderungen geschildert , die ein Pallasianer in sich empfindet , wenn er einen Gestorbenen in sich aufgenommen hat . Peka kommt in diesem Zustande zum Biba , der auf der Außenseite des Pallas wohnt . Dort beobachten die Beiden viele andere Asteroïden , und Biba spricht mit Begeisterung von Lesabéndio , der im Südtrichter von Manesi abgelehnt wird , im Nordtrichter aber im Dex den ersten tatkräftigen Freund findet . Dex schildert , was er alles entdeckt hat . Zum Schlusse wird von der Geburt der Pallasianer gesprochen und eine solche geschildert . Sobald ein Pallasianer einen Sterbenden in sich aufgenommen hatte , pflegte eine Veränderung seines Wesens bemerkbar zu werden ; Eigentümlichkeiten des Gestorbenen übertrugen sich auf den , der den Gestorbenen aufnahm , und auch eine körperliche Vergrößerung und Stärkung aller Organe wurde dem Aufnehmer zuteil , sodaß diejenigen , die viele Sterbende in sich aufnahmen , eine immer größere Lebenskraft erhielten . Diese zeigte sich zunächst darin , daß der durch den Gestorbenen Gekräftigte mindestens eine ganze Nacht nicht zu schlafen brauchte und ohne Ermüdung weiter arbeiten konnte . Außerdem zeigte sich eine größere Unternehmungslust in dem Aufnehmer . So kam es , daß Peka gleich nach erfolgter Bereicherung seiner Natur zu Biba fuhr . Biba wohnte immer auf der Außenseite des Tonnensterns - da , wo nur