voll schöner Ware , den Spycher voll Sachen , eine gute Frau , von den besten eine , schöne Kinder ; du kannst dich wohl freuen , du hast Sachen , woran du Freude haben kannst ; wenn ich sie hätte , es käme mir auch kein Sinn ans Hudeln , an Anne Lisi . Aber was habe ich ? Ich bin ein armes Bürschli , habe keinen Menschen auf der Welt , ders gut mit mir meint ; der Vater ist gestorben , die Mutter auch , und von den Schwestern sieht jedes für sich . Böshaben ist mein Teil in der Welt ; werde ich krank , so will mich niemand haben , und sterbe ich , so tut man mich untern wie einen Hund und kein Mensch pläret mir nach . Oh , daß man unsereinen nicht zTod schlägt , wenn wir auf die Welt kommen ! « Und damit fing der große , starke Uli an gar bitterlich zu weinen . » Nit , nit , Uli , « sagte der Meister , » du bist gar nicht so bös daran , wenn du es nur glauben wolltest . Laß dein wüstes Leben sein , so kannst du noch ein Mann werden . Es hat Mancher nicht mehr gehabt als du und hat jetzt Haus und Hof und Ställ voll War . « Ja , sagte Uli , solches geschehe nicht mehr , und dann müsse man mehr Glück haben dazu , als er habe . » Das ist eine dumme Red , « sagte der Meister ; » wie kann einer von Glück reden , wenn er alles fortwirft und vertut , was ihm in die Hände kömmt ? Ich habe noch kein Geldstück gesehen , das nicht aus der Hand wollte , wenn man es fortgab . Aber das ist eben der Fehler , daß du den Glauben nicht hast , daß du noch ein Mann werden könntest . Du hast den Glauben , du seiest arm und bleibest arm und an dir sei nichts gelegen , und darum bleibst du auch arm . Hättest du einen andern Glauben , so würde es auch anders gehen . Denn es kommt noch immer alles auf den Glauben an . « » Aber um tusig Gottswillen , Meister , « sagte Uli , » wie sollte ich auch reich werden ? Wie geringen Lohn habe ich ! Wie viel Kleider brauche ich ! Dazu habe ich noch Schulden ! Was hilft da husen ? Und sollt ich dann kein Freudeli haben ? « » Aber dr tusig Gottswillen , wo soll das mit dir hin , wenn du jetzt schon Schulden hast , bei gesundem Leib , und hast für niemand zu sorgen ? So mußt du einen Fötzel geben , und dann mag dich niemand mehr ; du verdienst immer weniger und hättest doch immer mehr nötig . Nein , Uli , sinn doch ein wenig nach , so kann das nicht mehr gehen . Jetzt ists noch Zeit , und ich sage es dir aufrichtig , es wäre schade um dich . « » Es trägt nichts ab ; was hilft mir das , wenn ich schinde und mir nichts mehr gönne ? Ich bringe es doch zu nichts ; so ein arm Bürschli , wie ich bin , bleibt ein arm Bürschli , « sagte Uli . » Sieh doch , was der Kleb macht , « sagte der Meister . Und als Uli mit dem Bescheid kam , er verdrehe sich noch , das Kalb komme noch nicht gleich , sagte der Meister : » Ich denke mein Lebtag daran , wie unser Pfarrer uns das Dienen ausgelegt hat in der Unterweisung und wie er die Sache so deutlich gemacht hat ; man hat ihm müssen glauben , und es ist Mancher glücklich geworden , der ihm geglaubt hat . Er hat gesagt : Alle Menschen empfingen von Gott zwei große Kapitale , die man zinsbar zu machen habe , nämlich Kräfte und Zeit . Durch gute Anwendung derselben müßten wir das zeitliche und ewige Leben gewinnen . Nun hätte Mancher nichts , woran er seine Kräfte üben , seine Zeit nützlich und abträglich gebrauchen könnte ; er verleihe daher seine Kräfte seine Zeit jemandem , der zu viel Arbeit , aber zu wenig Zeit und Kräfte habe , um einen bestimmten Lohn ; das heiße Dienen . Nun sei das eine gar unglückliche Sache , daß die meisten Diensten dieses Dienen als ein Unglück betrachten und ihre Meisterleute als ihre Feinde oder wenigstens als ihre Unterdrücker , daß sie es als einen Vorteil betrachteten , im Dienst so wenig als möglich zu machen , so viel Zeit als möglich verklappern , verlaufen , verschlafen zu können , daß sie untreu würden , denn sie entzögen auf diese Weise dem Meister das , was sie verliehen , verkauft hätten , die Zeit . Wie aber jede Untreue sich selbst strafe , so führe auch diese Untreue gar fürchterliche Folgen mit sich , denn so , wie man untreu sei gegen den Meister , sei man auch untreu an sich . Es gebe jede Ausübung unvermerkt eine Gewohnheit , welcher man nicht mehr loswerde . Wenn so ein Jungfräuli oder ein Knechtlein jahrelang so wenig als möglich getan , so langsam als möglich an einer Sache gemacht , allemal gebrummt hätte , wenn man ihm etwas zugemutet , entweder auf- und davon , gemacht hätte , unbekümmert wie es komme , oder darob geklappert , daß ihm das Gras unter den Füßen gewachsen sei , zu nichts Sorge getragen , so viel als möglich gschändet , nie Angst gehabt , sondern für alles gleichgültig gewesen sei , so gebe das erstlich eine Gewohnheit , und die könne es später nicht mehr ablegen . Zu allen Meistern bringe es diese Gewohnheit mit , und wenn es am Ende für sich selbst sei , heirate , wer müsse diese Gewohnheiten , diese Trägheit , Schläfrigkeit